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Crazies, The - Fürchte deinen Nächsten - Special |
Milan
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| Crazies, The - Fürchte deinen Nächsten - Special |
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Kinowelt Filmverleih
präsentiert
The Crazies - Fürchte deinen Nächsten
Ab dem 27. Mai 2010 bundesweit in den Kinos!
One Line Synopsis:
Gestern war noch alles gut. Heute sind die Nachbarn wahnsinnige Killer: Timothy Olyphant und Radha Mitchell im Überlebenskampf - ein Horrorthriller der jeden bedroht.
Kurzinhalt:
Ogden Marsh ist die typische amerikanische Kleinstadt im Mittleren Westen, in der sich die Einwohner auf der Straße freundlich „Guten Tag“ sagen. Bis eines Tages, langsam aber unaufhaltsam, das Leben aus den Fugen gerät. Wieso läuft plötzlich Rory Hamill (Mike Hickmann) mit einer Schrotflinte über das Baseballfeld? Und wieso tötet der angesehene Bürger Bill Farnum (Brett Rickaby) seine Familie und fackelt dann seine Farm ab?
Bevor Sheriff David Dutten
(Timothy Olyphant) und seine schwangere Frau Judy (Radha Mitchell) auch nur darüber nachdenken können, sind die Verrückten – die ‚Crazies’ – schon überall. Die Nationalgarde geht brutal gegen Infizierte und Gesunde vor. Gemeinsam mit Judys Mitarbeiterin Becca (Danielle Panabaker) und Deputy Russel (Joe Anderson) suchen die letzten Verschonten einen Ausweg aus der Hölle, während die mörderischen Bestien im Schatten der einstigen Idylle lauern...
Pressenotiz:
Wenn die Idylle zur Hölle wird: THE CRAZIES ist das furiose Remake des gleichnamigen Horror-Klassikers von George A. Romero aus dem Jahr 1973 und eine mörderische Abrechnung mit der vermeintlichen Idylle einer Kleinstadt. Regisseur Breck Eisner (Sahara – Abenteuer in der Wüste) bringt mit THE CRAZIES Hochspannung par excellence auf die Leinwand. Hochkarätig besetzt mit Timothy Olyphant (Stirb Langsam 4.0, Hitman) und Radha Mitchell (Surrogates – Mein zweites Ich, Silent Hill), deren blutiger Überlebenskampf das Schicksal der ganzen Menschheit besiegeln könnte. Zombie-Altmeister George Romero ist bei der Neuauflage als ausführender Produzent beteiligt.

Besetzung:
David Dutten...............................................Timothy Olyphant
Judy Dutten................................................Radha Mitchell
Russel Clank..............................................Joe Anderson
Becca Darling.............................................Danielle Panabaker
Deardra Farnum..........................................Christie Lynn Smith
Bill Farnum.................................................Brett Rickaby
Preston......................................................Bailey Nicholas
Mayor Hobbs..............................................John Aylward
Pvt. Billy Babcock.......................................Joe Reegan
Nachrichtenoffizier.......................................Glen Morshower
Ben Sandborn.............................................Larry Cedar
Travis Quinn................................................Gregory Sporleder
Rory Hamill.................................................Mike Hickman
Peggy Hamill...............................................Lisa K. Witt
Curt Hamill..................................................Justin Welborn
Stab:
Regie.............................................Breck Eisner
Buch..............................................Scott Kosar, Ray Wright
Produzenten...................................Michael Aguilar, Dean Georgaris, Rob Cowan
Ausführende Produzenten................George A. Romero
Assoziierte Produzenten..................Brian E. Frankish
Produktionsleiter.............................Brian E. Frankish
Kamera..........................................Maxime Alexandre
Szenenbild.....................................Andrew Menzies
Kostüm..........................................Debra Hanson
Schnitt...........................................Billy Fox
Musik.............................................Mark Isham
Special Effects Makeup....................Robert Hall
Langinhalt:
Willkommen in Ogden Marsh – dem friedlichsten Platz auf Erden. Eine Kleinstadt, wie sie idyllischer nicht sein kann. Hier, im Mittleren Westen der USA, geht das Leben gemütlich seinen Gang, die Einwohner sagen sich auf der Straße freundlich „Guten Tag“ und Sheriff David Dutten (Timothy Olyphant) bekommt beim wöchentlichen Baseballmatch seinen Kaffee geschenkt. Doch dieser Spieltag ist anders. Schlimmer noch: Er nimmt eine tödliche Wendung. Während der Sheriff
und ein Großteil der Gemeinde dem Sieg ihrer Mannschaft entgegen fiebern, läuft plötzlich der Farmer Rory Hamill über das Baseballfeld. Bewaffnet mit einer Schrotflinte. Pflichtbewusst und besonnen versucht Dutten, ihn zur Rede zu stellen. Doch Rory reagiert nicht, wirkt verstört und lässt sich auch die Waffe nicht abnehmen. Im Gegenteil: Er richtet sie auf den Sheriff, der sich gezwungen sieht, den Farmer zu erschießen.
David geht davon aus, dass Rory betrunken war. Aber das kann und will dessen Familie nicht glauben, hat er doch vor mehr als drei Jahren mit dem Trinken aufgehört. Und tatsächlich: Laut Autopsie war kein Alkohol im Blut. Sheriff Dutten und sein Deputy Russel Clank (Joe Anderson) stehen vor einem Rätsel. Nur sind sie damit nicht die Einzigen. Davids Frau Judy, die Ärztin der Provinzstadt, hatte am gleichen Tag ihren eigentlich angesehenen Nachbarn Bill Farnum (Brett
Rickaby) als Patienten in der Praxis, der ebenfalls auf sonderbare Art und Weise geistesabwesend wirkt. Allerdings scheint er ihr gesund genug, um ihn mit seiner Familie nach Hause gehen zu lassen. Eine folgenschwere Entscheidung, denn Bill fackelt noch in der Nacht seine Farm ab, tötet dabei Frau und Kind. Weil David nicht mehr rechtzeitig eingreifen konnte, bleibt ihm nichts anderes übrig, als den vor sich hin pfeifenden und murmelnden Mann ins Gefängnis zu sperren. Ratlos, wie Farnum überhaupt zu solchen Grausamkeiten im Stande sein konnte.
Tags darauf finden ein paar Jäger in den umliegenden Sümpfen eine Leiche, die weitere Fragen aufwirft. Sie hängt an einem Fallschirm und trägt eine Armeeuniform. Als Dutten und Clank daraufhin das Gebiet absuchen, entdecken sie in dem Gewässer ein riesiges, abgestürztes Militärflugzeug. Und so langsam ahnt der Sheriff, dass dessen Ladung die merkwürdigen Vorkommnisse in seiner Stadt ausgelöst hat. Erst recht, nachdem er feststellt, dass der See, in dem die Maschine liegt, das örtliche Trinkwassernetz speist und deren Leitungen erst die Farm von Hamill und dann das Haus von Farnum passieren. David will handeln. Aber seine Mitbürger sind während der warmen Jahreszeit auf das Wasser angewiesen und wehren sich gegen eine Trockenlegung.

Dafür ist es auch schon zu spät. Denn plötzlich ist die Provinz tot: Telefon, Fernseher, Radio, nichts funktioniert mehr. Und immer mehr Menschen zeigen die gleichen furchteinflößenden Symptome. Innerhalb eines Vormittags hat sich die Stadt in ein Sammelbecken der Irren verwandelt. Und wie aus dem Nichts taucht plötzlich das Militär auf und versucht in einem Großeinsatz, die einstmalige Bilderbuchstadt mit aller Macht und Gewalt unter Quarantäne zu
stellen: Alle Bewohner werden ins örtliche Stadion gebracht. Dort landen auch David und Judy. Weil Judy scheinbar die gleichen Anzeichen wie die Tollwütigen aufweist, werden die beiden zwangsweise voneinander getrennt. David wird mit den anderen, nicht infizierten Bürgern auf mehrere Lastwagen verfrachtet. Judy hingegen findet sich plötzlich gefesselt mit mehreren "Kranken" in einem Raum wieder, in dem sie von Männern in Schutzanzügen untersucht wird. Dass sie schwanger ist und nur deshalb eine erhöhte Temperatur hat, ignorieren die Soldaten. Keiner hört ihr zu.
Die Ereignisse überschlagen sich. Eine Gruppe Stadtbewohner stürmt mit einem Pickup das Lager und versucht, ihre Angehörigen zu befreien. Chaos bricht aus und das Militär setzt zum Rückzug an. David gelingt die Flucht. Er trifft im Büro, aus dem er seine Waffe holen will, auf Russel. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Judy, die inzwischen von den Soldaten mit den ‚Crazies’ allein gelassen wurde. Ihrem Ehemann gelingt es in letzter Sekunde, sie zu retten und
aus der Seuchenstation zu befreien. Für ihre Stadt kommt allerdings jede Rettung zu spät. Der malerische Ort hat sich in ein flammendes Inferno verwandelt. Die Straßen sind verwüstet, Autos brennen und ehemals betuliche Freunde und Nachbarn schlachten sich gegenseitig ab. Gleichzeitig versucht das Militär, die Krankheit mit aller Macht einzudämmen und geht brutal gegen Gesunde wie Infizierte vor. Für David und Judy bleibt nur die Flucht. Gemeinsam mit Judys
Mitarbeiterin Becca (Danielle Panabaker) und Russel versuchen sie einen Ausweg aus der Hölle zu finden. Vorbei an einer unbarmherzig operierenden Armee und den mörderischen Bestien...
Produktionsnotizen:
Im Jahre 1973 drehte der Ausnahme-Horror-Autorenfilmer George A. Romero seinen vierten Film: Crazies. Eine provokative Story über eine kleine Stadt, deren Einwohner sich mit einem tödlichen Virus infizieren. Er breitet sich noch schneller aus als die Panik, die er verursacht. Breck Eisners verstörende Neuauflage von Romeros Klassiker geht noch einen Schritt weiter als das Original und zeigt eine beängstigende Welt, in der eine experimentelle Bio-Waffe die dunkelsten Seiten, die bösartigsten Gedanken ihrer Opfer offenbart. Unter dem Einfluss der unheimlichen Krankheit scheuen diese nicht mehr davor zurück, ihre finsteren Fantasien in Taten umzusetzen. „Natürlich haben wir hier die Wirklichkeit auf extreme Art und Weise gedehnt und verbogen“, gibt Eisner zu Protokoll. „Aber der Kern des Films, sein Anfang, ist in einer Realität verankert, die tatsächlich passieren könnte.“
Produzent Rob Cowan gesteht, dass er sich THE CRAZIES zuerst als relativ kleine, abgeschlossene Story vergegenwärtigt hatte. „Aber als ich das Drehbuch las, wurde mir klar, dass die Geschichte viel mehr zu bieten hat als die meisten Filme in dem Genre und trotzdem den Terror und die Spannung liefert, die die Horrorfans so lieben.“
Für Cowan war es vor allem Eisner, der das Skript auf eine höhere Ebene gebracht hat. „Breck ist so ein interessanter Filmemacher, er hat das Material wirklich noch stärker gemacht“, sagt der Produzent. „Er hat sich der Geschichte mit Respekt genähert, dann sein eigenes, einzigartiges Feingefühl hinzugefügt und gleichzeitig dafür gesorgt, dass sie extrem unheimlich und beängstigend bleibt.“
Der neue Film wurde vom Original durch Ray Wright (Pulse – Du bist tot, bevor du stirbst, 2006) und Scott Kosar (Amityville Horror, 2005) adaptiert. Wright gesteht, dass er den Originalfilm nie gesehen hatte, bis er mit seinem ersten Entwurf begann: „Die dramatische Situation – eine kleine Stadt im Ausnahmezustand – war so verlockend, dass ich mich sofort zu dem Projekt hingezogen fühlte. Außerdem war es für mich ein Privileg, an etwas zu arbeiten, das von Filmlegende George
Romero erschaffen wurde.“

Die Autoren modernisierten Romeros Originalkonzept in enger Zusammenarbeit mit Eisner und formten es zu einem Drehbuch, dessen Geschichte erschreckend, aber auch tiefsinnig ist. „Breck war an jeder Phase des Schreibprozesses beteiligt. Vom Szenenaufbau bis hin zur Zeilenkorrektur“, bestätigt Wright. „Am Ende hatte ich vermutlich ein halbes Dutzend Entwürfe angefertigt, doch die signifikantesten Änderungen fanden alle in der ersten Runde statt.“ Eisner fügt hinzu: „In Scotts erstem Entwurf spielte das Militär eine erheblich größere Rolle. Er war näher am Originalfilm, der nicht nur aus der Perspektive der Kleinstadtbewohner, sondern
auch aus Sicht der Armee erzählt wurde. Wir entwickelten diese Version mehr in Richtung Horror, legten den Schwerpunkt auf die Einwohner der Stadt. Wir ließen zwar das Militär drin, konzentrierten uns aber darauf, den Film strikt mit den Augen von David und Judy zu erzählen.“
Als die Produktion zu THE CRAZIES begann, fühlte sich Cowan inmitten eines Drehs von epischen Ausmaßen versetzt: „Wir hatten Militär-Konvoi und Flugzeuge“, berichtet er: „Eine Armada von Helikoptern, die einflog und Soldaten mit Gasmasken, die alle Menschen aus der Stadt einpferchten. Jeden Tag stand ein neuer, riesiger Stunt auf dem Programm. Pausenlos.“ Laut dem Produzenten sind es vor allem zwei Aspekte der Story, die THE CRAZIES das Horrorgenre überschreiten lassen und darüber hinaus heben. Zum einen der Schauplatz. Diese
idyllische Farmer-Gemeinschaft, die alles hat, wofür es sich zu leben lohnt, bis sie von innen auseinander gerissen wird. „Die Bedrohung entsteht durch Menschen, die uns allen vertraut sind. Und der Film nimmt sich eine Menge Zeit, diese Leute kennen zu lernen, die zu Verrückten, zu den ‚Crazies’ werden. Viele davon sind Menschen, zu denen unsere Hauptfiguren Beziehungen pflegten.“
„Der andere interessante Aspekt ist das Militär und wie es reagiert“, sagt Cowan: „Die Armee ist eine noch viel größere Bedrohung, weshalb sich unsere Helden nicht nur mit ihren wild gewordenen Nachbarn auseinander setzen müssen. So werden sie von zwei Seiten gejagt und können von niemandem Hilfe erwarten.“
Brian Frankish, Produktionsleiter von THE CRAZIES, zeigt sich ebenfalls begeistert von Eisners Energie und Perspektive, mit der er den Film zu etwas Außergewöhnlichem gemacht hat. „Breck hat diesen jugendlichen Geist und ein Auge, für das, was die Linse sieht“, schwärmt er. „Darüber hinaus hat er sich ein paar echt wundervolle Künstler für sein Team ausgesucht, wie zum Beispiel
Andrew Menzies, den Szenenbildner oder Kameramann Maxime Alexandre. Das alles summiert sich zu einem wahren Augenschmaus, der die Aufmerksamkeit der Zuschauer sichtbar festhält, während sie darüber nachdenken, was vor ihnen eigentlich abgeht.“
Mit diesem hohen Produktionslevel kann sich der Film deutlich von seinem Vorgänger absetzen, den Romero noch mit einem branchenüblich dürftigen Budget inszenierte. „Das, was den Originalfilm ausgezeichnet und interessant gemacht hat, war George Romero“, sagt Frankish. „Er hatte ein großartiges Drehbuch und das Konzept, mit dem er aufwartete, ist das gleiche Konzept, mit dem wir uns hier beschäftigen. Keine Frauen oder Teenager in Gefahr. Kein schreckliches Monster, das eine kleine Gruppe von Leuten verfolgt. Hier geht es um etwas Größeres. Um etwas wesentlich Entsetzlicheres.“
Radha Mitchell, die Dr. Judy Dutten verkörpert, die örtliche Ärztin und die Frau des Sheriffs, hat eine ähnlich euphorische Theorie über die erschreckende Wirkung des Films: „Normalerweise kommt in Filmen wie diesem die Bedrohung von außen“, resümiert sie. „In diesem Fall, in dem die Story in einer Stadt angelegt ist, in der jeder jeden kennt, ist die Gefahr jede Person um Dich herum. Das Bekannte nehmen und es zu etwas Unbekanntem machen, war schon immer eine
interessante Taktik.“
„Das was ich an diesem Film so liebe, ist die Tatsache, dass er im Kernland von Amerika spielt“, weiß Eisner hinzu zu fügen: „Diese gewaltigen Freiräume, diese Weizen- und Kornfelder, die sich über mehrere Meilen erstrecken, endlose Flächen aus Nichtigkeiten, die eine monumentale Landschaft ergeben. Dort gibt es keine Bäume, keine Häuser oder Gebäude. Du läufst eine Straße entlang und kannst gut und gerne 30 Meilen in jede Richtung blicken. Allein das limitiert schon
deine Optionen: Man kann sich nirgendwo verstecken. In dieser offenen und freiliegenden Landschaft, die nicht mehr ‚schön’ sondern nur noch ‚schrecklich’ ist, sehen sich unsere Figuren nun gezwungen, dem Militär, den ‚Crazies’ und der Krankheit selbst zu entkommen.“
Zur Schockwirkung des Films trägt auch die Geschwindigkeit bei, mit der sich die Infektion verbreitet: Das Virus braucht drei Tage, um die gesamte Stadt zu verwüsten. „Wir drehten eine Szene mit David, Tim Olyphants Charakter, der eine makellos friedliche Straße entlang läuft“, berichtet Frankish: „Ein paar Tage später glich dieselbe Straße dem reinsten Chaos. Kabel waren herausgerissen, zerstörte Fernseher lagen überall herum, Autos brannten. Die ‚Crazies’ hatten die Stadt übernommen und dem Militär war es nicht gelungen, den Wahnsinn einzudämmen. Die Nachwirkungen erinnerten an die Aufstände in Los Angeles oder Hurrikan Katrina. Es war das pure Durcheinander. Ein Inferno.“
Für Frankish ist THE CRAZIES ganz klar nachdenklich stimmendes Entertainment, über das umgehend diskutiert wird, sobald man den Film gesehen hat: „Ich stelle mir Studenten vor, die in den Coffee Shops des Landes sitzen und sich mit Fragen beschäftigen wie ‚Was wäre, wenn so etwas wirklich passiert?’. Ich denke, der Film wird einen solch nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Hauptdarsteller Olyphant schätzt hingegen einen ganz anderen Aspekt des Remakes. Seiner Ansicht nach gibt es deutliche Parallelen zwischen dem sozialen Klima der Zeit, in der Romero sein Original-Skript geschrieben hat und heute. „Das Faszinierende an allen Romero-Filmen ist doch, dass sie ganz klar mehr als einfach nur unheimlich sind“, sagt der Schauspieler. „Er hat in seinen Filme Themen angesprochen, die damals einfach präsent und unbequem waren, wie auch
den Vietnam Krieg. Wir befinden uns heute in einer ähnlichen Situation. Wir haben ebenfalls einen Krieg, der die Öffentlichkeit spaltet.“ Ein Unterton, der laut Produzent Cowan aber nur eine untergeordnete Rolle spiele: „Wir haben
nicht versucht, einen Film mit großer Botschaft zu machen. Im Film gibt es einige Elemente, die die Zeit, in der wir leben oder das Sicherheitsempfinden der Menschen widerspiegeln. Sie fügen sich aber in die Story ein, ohne dass wir wirklich oder zu sehr darauf rum reiten. Dieser angedeutete soziale Beigeschmack ist einer der Gründe, weshalb ich das Drehbuch so mochte. Ich möchte aber vor allem, dass die Leute Spaß haben, wenn sie sich THE CRAZIES anschauen.
Die schwerwiegenden Themen sollen sie nur mitnehmen, wenn sie das auch möchten. Am Ende des Tages geht es schließlich nur darum, dass der Zuschauer ein paar Überraschungen genießen und so seine Sorgen vielleicht für ein paar Stunden vergessen kann. Jeder von uns hat eingebaute Ängste.
In diesem Film werden einige davon aufgegriffen und ausgespielt. Doch das Publikum kann sich dabei gut fühlen, weil alles aufgelöst wird und nur um des Spaßes Willen geschieht. Das, was mich an THE CRAZIES zuerst angesprochen hat, ist diese Reise, dieser Kraftakt, den David und seine schwangere Frau Judy ertragen und durchstehen müssen. Ein Tortur, die so intensiv ist, dass die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute mit ihnen leiden werden.“
Die Besetzung:
Um zu überleben, müssen die vier zentralen Charaktere in THE CRAZIES sich verbünden. Den Filmemachern war es wichtig, dass die Darsteller während der oftmals zermürbenden Dreharbeiten eine ähnlich starke Kameradschaft entwickeln und stellten unter diesem Kriterium ihre Besetzung zusammen. „David Dutten war die erste Rolle, die wir besetzten“, erzählt Eisner: „Und der einzige, den ich
von Anfang an und den kompletten Prozess hindurch dafür haben wollte, war Tim Olyphant. Wir hatten wirklich Listen über Listen an Darstellern, aber Tim stand immer an der Spitze. Also schickten wir ihm das Skript und er antwortete. Das ist wirklich selten und vor allem ein Glück, dass ausgerechnet der Typ, den du haben willst, der ganz oben auf deiner Liste steht, dann auch derjenige ist, der den Film wirklich machen will.“
„Tim besitzt eine gewisse Art dieser Gary Cooper-Jedermann-Qualität, die einfach perfekt für seine Filmfigur ist“, ergänzt Produzent Rob Cowan. „Bei dieser handelt es sich um einen einfachen Typen, der versucht, eine Familie aufzuziehen und den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Ein Kleinstadt-Sheriff, der in außergewöhnliche Umstände katapultiert wird.“ Eisner stimmt zu: „Tim ist ein Filmstar und besitzt die entsprechende Ausstrahlung dafür. Gleichzeitig wirkt er aber auch wie ein ganz normaler Mensch. Er hat diese Echtheit, diese Ehrlichkeit und Intelligenz, die einfach perfekt waren für seine Rolle.“
Für Olyphant selbst war die Qualität des Drehbuchs ausschlaggebend. „Das Skript war fantastisch“, schwärmt er. „Es hat mich von der ersten Minute an gepackt und unterhalten. Erst dachte ich noch: ,Oh, das macht Spaß’, aber dann hat es mich für Tage beschäftigt. Und ich liebe 10 diesen Titel. Wenn man sich den Trailer des Originals ansieht, wird er ständig wiederholt: THE CRAZIES! THE CRAZIES! Ich liebe es einfach.“
Olyphant gesteht darüber hinaus, dass er ein großer Horrorfan ist: „Als ich noch ein Kind war, wollte ich mir jede Horrorshow ansehen, was ich aber aufgrund meines Alters nicht durfte. Allein deswegen waren sie schon faszinierend für mich. Ich erinnere mich daran, dass mein Bruder mir dann die Filme Bild für Bild, Szene für Szene, Einstellung für Einstellung beschrieben hat – ohne irgendeinen Film jemals gesehen zu haben!“ Für Olyphant war die Arbeit mit Eisner eine extrem gemeinschaftliche Erfahrung. Seiner Ansicht nach konnte er durch die fortlaufenden Gespräche mit dem Regisseur mindestens so viel über seine Figur herausfinden, wie durch das originale Quellmaterial. „Wir hatten ein großartiges Hin
und Her, einen tollen Austausch, noch bevor die Dreharbeiten begonnen hatten“, erzählt Olyphant.

„Wir telefonierten und schickten uns E-Mails. Dann besuchte ich ihn in seinem Büro und wir gingen das Drehbuch durch. Wir haben endlos miteinander gesprochen. Und je mehr wir miteinander sprachen, umso interessanter wurde mein Charakter und umso interessierter wurde ich.“ Während des Drehs wurde der Ideenaustausch fortgesetzt. „Das Skript war für Breck nur eine Art Anleitung, ein Leitfaden“, berichtet Olyphant. „Demnach gab es viel Freiraum und er ließ zu, dass
ich mich einbringen und beteiligen konnte. Das hat mir eine Menge bedeutet.”
So konnte er Eisner auch seine Bedenken über die Beziehung zwischen David und Judy zur Sprache bringen: „Ich erinnere mich daran, wie ich zu Breck sagte ’Ich weiß nicht, wie es mit dir steht, aber dies ist nicht meine Ehe’. Ehe ist verzwickt. Ehe ist kompliziert. Ich wollte die Zerbrechlichkeit dieser Bindung sehen. Eine Beziehung, die unsicher wirkt und dann all diese Dinge erleben muss, wird entweder noch fester oder zur Strecke gebracht.“ Die Figuren und ihre Beziehung zueinander sind Olyphants Meinung nach von zentraler Bedeutung: „Wir haben hier ein paar großartige Charaktere entwickelt, die alle sehr echt wirken. Ich hoffe, dass sie sich von dem, was man so häufig in dem Genre zu sehen bekommt, deutlich und weit absetzen. Alles beginnt mit einer interessanten und wirklich real wirkenden Beziehung zwischen einem Mann und seiner Frau und erstreckt sich über all die anderen Verbindungen in dem Film. Es geht permanent auf und ab. Egal ob zwischen dem Sheriff und seinem Deputy Russel oder zwischen Judy und Becca, der jungen Frau, die für Judy arbeitet.“
Radha Mitchell spielt Dr. Judy Dutten, die Frau des Sheriffs. „Für die Rolle der Judy hatten wir jemanden gesucht, der eine gewisse Bodenständigkeit mit sich bringt, aber gleichzeitig auch diesen Schwung, diesen Funken in sich trägt, den Radha besitzt“, gibt Cowan zu verstehen. „Radha selbst gefiel vor allem die Tatsache, dass Judy mehr als einfach nur die Freundin oder Ehefrau ist. Sie ist außerdem Ärztin und hat ihren eigenen Storybogen.“
„Ich bin ein großer Fan von Radha“, gesteht Eisner. „Sie hat schon ein paar erstaunliche Leistungen abgeliefert, und es war eine große Freude für uns, sie in dem Film mit an Bord zu haben. Es ist faszinierend zu beobachten, welche Intensität, welch intuitives Bauchgefühl sie in ihre Rolle einbringt, die gezwungen wird, um ihr Leben zu kämpfen und händeringend zu überleben versucht.“ Als Kleinstadtärztin steht Judy mit vielen der Einwohner in einem sehr engen Kontakt. „Sie bringt ihre Babys zu Welt“, erklärt Mitchell. „Und hat sie alle schon in sehr persönlichen Situationen gesehen wie erlebt. Es schockiert und kränkt sie, sehen zu müssen, was mit ihren Patienten passiert. Doch als mein Mann und ich herausfinden, dass ihre Verwandlung mit dem Trinkwasser in Verbindung steht, taucht auch schon das Militär auf und schleppt uns in ein Camp, in dem
David und ich voneinander getrennt werden.“
Eine Situation, die dadurch verschärft wird, dass Judy mit ihrem ersten Kind schwanger ist. „In ihr wächst ein neues Leben heran, das sie noch stärker motiviert, die ganze Sache durchzustehen“, fügt Mitchell hinzu. Bedingt durch das laut Mitchell eher „minimalistische“ Drehbuch, erforderte ihre Rolle vor allem
viel körperliche Leistung. „Du fühlst und reagierst die meiste Zeit über, aber du kannst es nicht in Worte fassen“, sagt sie. „Doch genau dieser körperliche Aspekt war das interessante und spaßige an dem Projekt. Ich bin in ein paar wirklich bizarren Szenen zu sehen. Szenen, die ich so zuvor noch nie gesehen hatte und bei denen es immer aufregend ist, ein Teil davon zu sein.“
Für Mitchell, die schon in einer Menge Thriller zu sehen war, ist eine solche intensive Erfahrung immer auch auf gewisse Weise erlösend. „Du musst viele Sachen darstellen, die du im richtigen Leben niemals zum Ausdruck bringen würdest“, erklärt sie. „Im richtigen Leben komme ich kaum zum Kreischen, aber ich mache es in diesen Filmen. Und in diesem Film habe ich wirklich viel
gekreischt.“ Denn schreien kann sie, wie viele ihrer Setkollegen bestätigen. „Radha kreischt wie niemand sonst in der Branche“, versichert Olyphant. „Die haben wirklich Glück gehabt, dass sie eine Frau mit solch einem Organ engagiert haben. Am Set bekommt jeder in der Regel kleine Ohrenstöpsel, wenn eine Schießerei auf dem Plan steht. Für Radhas Gekreische haben sie ebenfalls welche verteilt. Es ist fantastisch Furcht erregend.“
Cowan kann Olyphants Beobachtungen nur zustimmen: „Radha ist in den Schreckszenen einfach großartig. Sie weiß wirklich, wie man kämpft und kreischt, wodurch der Angstgrad in ungeahnte Höhen geschossen wird.“ Angesprochen auf den ersten Horrorfilm, den sie gesehen hat, antwortet Mitchell mit Begierde
(The Hunger, 1983). „David Bowie und Catherine Deneuve als Vampire“, erzählt sie. „Es ist einfach ein gruseliger, gruseliger Film und ich war viel zu jung, um ihn mir ansehen zu dürfen. Aber genau deswegen ist er mir auch in Erinnerung geblieben. Manche Filme sind einfach so intensiv, dass sie einen solch bleibenden Eindruck hinterlassen.“

Für die Rolle von Russel, dem Deputy des Sheriffs, brauchten die Filmemacher einen so genannten „Everyday Guy“, wie Cowan berichtet. Jemanden, der charmant und lustig ist, aber auch mit dem Stellenwert der Rolle umgehen kann. „Er entwickelt sich von einem ganz normalen Typen zu jemandem, der gewaltige moralische Entscheidungen zu treffen hat“, charakterisiert Cowan die Figur: „Für mich war Russel schon immer einer der besten Rollen in dem Film.“ „Als Joe Anderson vorsprach, war ich nicht wirklich mit seinen bisherigen Arbeiten vertraut“, gibt Eisner zu. „Doch als er rein kam und seinen Text vortrug, wussten wir sofort, dass er unser Mann war. Ich glaube, wir haben ungefähr 100 Schauspieler für diese Rolle vorsprechen lassen. Doch egal wie gut einer war, wir kamen immer wieder auf Joe zurück.“
Bei Russel Clank handelt es sich um einen ehrgeizigen, jungen Mann, der gerne eines Tages David als Sheriff ablösen würde. Sein Mut und seine Zuverlässigkeit werden im Laufe des Films immer wieder auf die Probe gestellt. „Ich denke, sein Erzählbogen ist einer der größten im Film“, sagt Anderson. „Es ist eine Erwachsenenrolle mit einem Element der Gefahr. Die Story ist eine Art
Übergangsritual für ihn, mit der Chance zum Mann zu werden, wenn das alles vorbei ist.“
„Es ist großartig, einen Charakter zu spielen, der durch solch eine Verwandlung geht wie Russel im Verlauf des Films“, fährt er fort. „Du hast so viel, mit dem du arbeiten kannst. Mein Gehirn wurde mit den Informationen zu Russel regelrecht überflutet. Aber dann hatte ich plötzlich genau das Bild vor Augen, das ich sozusagen ‚zeichnen’ wollte.“ Darüber hinaus fand Anderson die Vielfalt an Arbeitsmethoden, die bei Eisner zum Einsatz kamen, schlichtweg inspirierend. „Breck ist äußerst zielbewusst“, sagt der Schauspieler: „Er weiß genau, was er will und wie er es erreichen kann. An manchen Tagen benutzten wir Storyboards und hatten Einstellungslisten. An anderen Tagen ging es wesentlich lockerer zu. Es war interessant mit jemandem zu arbeiten, der in manchen Sachen so unbeugsam, aber anderen dann auch wieder so improvisierend sein konnte.“
Andersons Einführung in das Horrorgenre war Nightmare – Mörderische Träume (Nightmare on Elm Street, 1985). „Ich muss neun oder acht Jahre alt gewesen sein“, schwelgt er. „Mein Dad wollte mir Angst einjagen, schnellte mit seinen Fingern nach mir und sagte, er sei Freddy Krueger. Danach erinnere ich mich an endlose Albträume, aber es war lustig.“
„Es gibt eine Menge Spektakel in unserem Film“, fügt Anderson hinzu. „Wir haben Hubschrauber und Waffen im Einsatz. Und dennoch muss ich sagen, dass ich schon ein kleines bisschen frustriert war, als sie auch noch mit den Stuntmännern ankamen. Ich bin ein großer Junge, ich habe Jahre darauf gewartet, einen Polizisten im Film spielen zu dürfen und etwas so Reizvolles zu haben, mit dem man arbeiten kann. Also stürzte ich mich in jede Action, die ich kriegen konnte.“ Doch am meisten genoss er es, mit seinen Schauspiel-Kameraden diese Solidarität zu entwickeln, die die Figuren brauchen, um gemeinsam zu überleben. „Wir mussten diese Zwischentöne finden, die dem Zuschauer verraten, wie gut wir uns untereinander kennen, wie diese Gemeinde aufgebaut ist und von welcher Natur die einzelnen Beziehungen sind“, erklärt er: „Ich wusste es wirklich zu
schätzen, mit welcher Sorgfalt Breck und sein Team darauf geachtet haben, dass diese Nuancen im Spiel bleiben.“
Für Anderson war es daher von Vorteil, dass er erst kurz zuvor mit Olyphant in dem Film High Life (2009) gemeinsam vor der Kamera stand. „Joe ist fantastisch“, berichtet Olyphant. „Er ist mit vollem Engagement bei der Sache. Und da wir schon vorher zusammen gearbeitet hatten, waren wir bereits gut aufeinander eingespielt, als wir mit den Dreharbeiten begannen.“ Danielle Panabaker spielt Becca, Judy Duttens 17-jährige Sprechstundenhilfe. „Becca war ursprünglich eine sehr kleine Rolle“, sagt Cowan. „Danielle Panabaker ist bezaubernd, hübsch und
wirklich talentiert. Obwohl sie sehr jung ist, hat sie eine sehr reife, erwachsene Art an sich. Daher zögerten wir nicht lange, als ihr Name das erste Mal aufkam und bauten die Rolle aus. Allein, weil sie so gut ist.“ Auch Eisner ist völlig von Danielle begeistert: „Sie ist eine junge, talentierte und leidenschaftliche Schauspielerin“, schwärmt er: „Sie musste ein paar ziemlich intensive Szenen im Film
durchstehen – ihre Familie wird ermordet und ihr Freund direkt vor ihren Augen erschossen, um nur einige der besonders erschütternden Szenen zu nennen. Die Rolle verlangt einem Schauspieler viel ab, aber Danielle hat nicht einmal gezögert. Sie war einfach nur froh, dabei zu sein. Ich denke, wir werden in Zukunft noch einiges von Danielle zu sehen bekommen.“
Panabaker selbst beschreibt ihren Charakter als typische Highschool-Schülerin mit Teilzeitjob in einer Arztpraxis – bis sie plötzlich in einem entsetzlichen Martyrium gefangen ist. „Ich liebe an dem Skript, dass es die dunkelsten Seiten der Menschen hervor bringt“, sagt sie: „Die Krankheit äußert sich dadurch, dass deine Ängste und tiefsten Feindseligkeiten zum Vorschein kommen und du anfängst, andere Menschen zu töten. Man wird niemals wissen, zu was die Seuche die Leute befähigt.“ „Die inneren Dämonen eines jeden dringen empor“, fährt sie fort. „Deswegen hat es der Highschool-Direktor zum Beispiel auf die Kinder abgesehen, weil er sie in seinem tiefsten Inneren wirklich hasst. Nachdem ich das Skript gelesen hatte, habe ich mich gefragt, was wohl meine dunkle Seite sein könnte und ich denke, das Publikum wird sich die gleiche Frage stellen.“
Beim Vergleich zwischen THE CRAZIES und eher konventionellen Horrorfilmen kommt Panabaker zu folgender Feststellung: „Bei Jason aus Freitag, der 13. weißt du, wovor du wegrennst – einem Riesenkerl, der dich töten will. Bei einer Krankheit wie dieser aber hast du keine Ahnung, was dich erwartet. Es ist diese gewaltige Angst vor dem Unbekannten. Wer hat es auf dich abgesehen und was werden sie mit dir anstellen, wenn sie dich erst einmal geschnappt haben? Der Film hat
zwar einige grausame und blutrünstige Morde zu bieten, weiß dies aber mit einer Menge an wirklich unheimlichen oder intensiven Momenten und ein paar echt abgefahrenen Actionszenen auszugleichen.“

Die junge Schauspielerin gesteht, dass sie sich vor den meisten Horrorfilmen fürchtet. „Ich bin tatsächlich ein Riesen-Angsthase“, gibt sie zu. „Selbst von Bambi bekam ich Albträume. Aber zur Rollenvorbereitung habe ich mir Disturbia und das Original von Freitag, der 13. angesehen, wodurch ich das Genre und die Arbeit, mit der so ein Schocker entsteht, wirklich zu schätzen gelernt habe. Das Publikum fühlt sich von solch abgehobenen Realitäten wirklich angesprochen. Und für einen Schauspieler stecken eine Menge Herausforderungen in dem Bereich. Du kannst so viele verschiedene Emotionen durchleben.“
Während der Dreharbeiten ging in Amerika die Angst vor der aus Mexiko kommenden Schweinegrippe um. „Das hat wirklich gezeigt, wie relevant und beängstigend unser Konzept ist“, sagt Panabaker. „Für mich ist es wichtig, Filme zu machen, die einen gewissen Nachklang besitzen und das Publikum länger beschäftigen. Ich denke, die Zuschauer werden den Film wirklich genießen und eine Menge Spaß damit haben. Sie werden sich aber auch ihre Gedanken
dazu machen und sich die Frage stellen, was passieren würde, wenn das ihre Stadt wäre.“
Auf der Suche nach "Trixie":
Der tödliche Virus, der die Dinge in THE CRAZIES in Gang setzt, trägt einen harmlosen, unschädlichen Namen: Trixie. Die Krankheit äußert sich durch eine Vielzahl von geistigen und körperlichen Symptomen, die einen verheerenden Effekt auf ihre menschlichen Opfer haben. Als die Filmemacher die Visualisierung Trixies und ihrer äußerlichen Anzeichen in Angriff nahmen, beharrte Breck Eisner darauf, dass alles einer medizinischen Wirklichkeit entsprechen sollte. „Einer der interessantesten Aspekte des Filmes ist ja, dass er kein Zombiefilm ist“, erklärt Eisner. „Romero hatte schon mehrere Zombiefilme gedreht, aber dieser hier gehörte nicht dazu.“ Bei den „Infizierten“ handelt es sich nicht um eine Horde untoter Monster, die Hirne fressen, sondern um kranke Einzelpersonen, die alle auf ihre eigene, meist erschreckende Weise auf die Seuche reagieren. Diese Realitätsnähe war entscheidend für die konzeptionelle Entwicklung und den Look der verschiedenen Krankheitsstufen.
Robert Hall von Almost Human, das zu den führenden Make-up-Effekt-Studios in Hollywood gehört, wurde damit beauftragt, das Aussehen der Trixie-Opfer zu entwickeln. Gleichzeitig sollte er medizinische Daten finden, die seinen Ideen den Rücken stärkten. „Wir haben eine Menge Nachforschungen über echte Krankheiten angestellt“, berichtet Hall. „Daraufhin priesen wir Breck eine Idee an, wie eine Seite des Gesichts aussehen solle. Er war sofort interessiert und wollte wissen, welche Krankheit dafür als Grundlage diente und wie man sie in Trixie integrieren könnte.
Solange alles medizinisch abgesichert war, hatten wir freie Bahn und unbeschränkte Vollmacht.“ Laut Produzent Rob Cowan war es ein zeitaufwändiger Prozess, den Look der ‚Crazies’ zu kreieren: „Zu Beginn spielten und experimentierten wir mit mehreren Krankheiten herum. Als wir dann die
Kernidee gefunden hatten, durften sich Robert Hall und sein Team einen Tag lang daran austoben. Ihre Ergebnisse glaubt man nur, wenn man sie selbst gesehen hat. Das war mitunter ganz schön harte Kost.“
Halls vorrangiges Interesse bestand darin, etwas Originelles, aber immer noch Realistisches zu erschaffen. „Was manche Symptome oder die körperliche Beeinflussung durch das Virus angeht, zeigt das Drehbuch gewisse Parallelen zur Tollwut auf“, berichtet er: „Daran orientierten wir uns auf eine nicht allzu wortwörtliche Weise und machten anhand der Dinge, die Breck leiden und nicht leiden konnte, mit dem Entwurf weiter.“ „Darüber hinaus hatten die Autoren eine interessante Idee zum Thema Tetanus eingebaut“, fährt er fort. „Tetanus führt zu starken wie schmerzhaften Muskelverkrampfungen und extremen Anspannungen von Nacken und Wirbelsäule. Wir dachten, es wäre ein interessantes Dauermotiv,
wenn die Nacken der ‚Crazies’ ebenfalls straff wären und ihre Sehnen bis ins Gesicht ragen, in dem sie dann zu Blutblasen werden. Am Ende haben wir dann ein ganzes Spektrum echter Krankheiten eingearbeitet, zu denen auch das Stevens-Johnson-Syndrom gehörte. Bei dieser Hauterkrankung bildet sich ein roter oder leicht violetter, schmerzhafter Ausschlag, meist im Mund-, Rachen- und Genitalbereich, der die Deckschicht der Haut absterben lassen kann.

Der Effekt, den Trixie bei den ‚Crazies’ auslöst, entstammt der Idee, dass das Virus sie „hyperlebendig“ mache, erklärt Hall. „Es ist, als würde Leben durch ihre Venen wogen und so genannte Infektionstaschen bilden. Es muss zum Vorschein kommen, also bahnt es sich durch Augen und Ohren seinen Weg“, sagt er.
Und tatsächlich sind die Ergebnisse von Halls Recherche und Vorstellungskraft schlichtweg spektakulär. „Diese Menschen sehen wirklich krank aus, was für das ungeheure Talent von Rob und seinem Team spricht“, lobt Danielle Panabaker. „Es war ziemlich beeindruckend, diese Verwandlung zu beobachten, wenn einer der Kollegen aus dem Make-up-Wohnwagen kam.“ Ihre Kollegin Radha Mitchell zeigt sich ebenfalls begeistert. Für sie ruft das fertige Make up eine Art unterbewusstes Verständnis für die Notlage ihrer Figur hervor. „Diese Verrückten sehen so
besonders, aber gleichzeitig auch so realistisch aus“, fügt sie hinzu. „Sie sind unheimlich und ekelhaft. Hier treibt das Make-up wirklich den Terror an.“
Joe Anderson ist der sogar Meinung, dass das fest in der Realität verwurzelte Make up-Design dafür sorgt, dass dem Schicksal der Infizierten eine gewisse Schmerzlichkeit hinzugefügt wird. „Es ist nicht so, als würde man ein Monster ansehen“, bekräftigt er. „Man sieht sich jemanden an, der ein ziemlich ernstes Problem hat. Es sind eindeutig Menschen, die wirklich, wirklich krank sind.“
Darüber hinaus nutzten Hall und seine Crew hochmoderne Techniken, um speziell auf die Darsteller abgestimmte Make-up-Effekte, Prosthetics genannt, anzufertigen. „Die Infektion breitet sich so schnell aus, tötet innerhalb von 48 zu 72 Stunden“, erzählt er. „Sie kommt in Etappen, die in rascher Folge stattfinden. Mit anderen Worten: Alle plastischen Make up-Elemente, die wir benutzen, mussten sehr schnell einsetzbar und flexibel sein, damit wir sie, wenn nötig, vermischen oder anpassen konnten.“
„Für die maßgefertigten Prosthetics nahmen wir von den Schauspielern Abdrücke, so genannte Life-casts“, fährt er fort. „Dadurch waren wir in der Lage, individuelle Silikon-Teile zu formen, die alle sichtbaren Muskeln betonten. Diese brachten wir dann jeden Tag auf den ,infizierten’ Darstellern an und schminkten ihre Kanten ein, damit es realistischer wirkte.“ Da die Krankheit so schnell voranschreitet, wurde Hall des Öfteren gebeten, das Make-up einer Figur in Eile zu aktualisieren. „Wenn Breck sagte ‚Wir sind schon ein bisschen weiter als das letzte Mal, können wir hier noch eine Vene anbringen?’ hatten wir Hunderte kleiner Zusatzteile parat, die
im Grunde aus dem gleichen Klebstoff waren, mit dem wir ohnehin irgendwelche Applikationen festkleben würden. Dadurch konnten wir eine Maske innerhalb von fünf Minuten auf den neuesten Stand bringen und somit sehr flüssig arbeiten.“
Dieses Transfer-Verfahren ist eine der neueren Techniken, die Hall verwendet. „Im letzten Jahrzehnt war Silikon schon das Größte, doch diese Klebetechnik ist ein Riesenschritt nach vorne“, erklärt er. „Sie wurde für Die Passion Christi entwickelt und erfordert nur 70 Prozent der bisherigen Zeit. Ich kann damit einen Arm, der von Schürfwunden übersäht ist, in gerade Mal zwei Minuten anfertigen. Früher hätte man dabei noch jede noch so kleine Kante, jeden noch so kleinen Rand verfeinern müssen. Jetzt muss man die Effekte einfach nur vorsichtig anbringen und braucht sich nicht mehr um irgendwelche Ränder kümmern.“

Hall weist aber darauf hin, dass auch das bestgestaltete Make-up nutzlos ist, wenn der Schauspieler dahinter nicht spielen kann: „Mir macht es Spaß, wenn ich Darstellern dabei helfen kann, eine Figur von außen nach innen zu erschaffen. Da reicht es manchmal schon, dass der Schauspieler einfach nur seinen Kopf drehen kann. Meine Verantwortung liegt darin, dass das funktioniert. Ohne dass sein falscher steifer Nacken knittert oder Falten wirft und somit die Illusion ruiniert. Wenn Breck möchte, dass ein Darsteller eine bestimmte Bewegung ausführen kann, sorgen wir dafür, dass er bekommt, was er verlangt.“
Anmerkung:
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Milan
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Von Perry nach Lenox:
George A. Romeros Original Crazies spielte in einer Kleinstadt in Pennsylvania. Ein Schauplatz, der durch und durch das amerikanische Selbstbild der 60er-Jahre verkörperte: stark, unabhängig - und sicher. Zu dieser Zeit waren Filmemacher wie besessen davon, diesen Eindruck des idealen Lebens in den Vereinigten Staaten zu bewahren und damit gleichzeitig die Bühne für eine schockierende Wende zu erschaffen. „Wir haben überall nach einem Ort für diesen Film gesucht“, erklärt Eisner. „Wir haben Kanada, Texas, Georgia, Iowa, Kansas, Kalifornien und Illinois unter die Lupe genommen; im Grunde genommen jeden Ort, der eine geeignete Landschaft und gute Steuerbedingungen zu bieten hat.“
Rob Cowan hat fünf Staaten bereist, um die perfekte Location für Ogden Marsh auszumachen. „Wir haben noch in zwei oder drei weitere Staaten Scouts geschickt“, erzählt er. „Wir wollten weitläufiges Ackerland und es war wirklich nicht leicht, das zu finden. Es hat viel Zeit gekostet, die richtigen Schauplätze ausfindig zu machen.“ Schlussendlich wurde entschieden, den Dreh aufzuteilen zwischen Perry (Georgia) und Lenox (Iowa). Lenox hatte das richtige Kleinstadt-Ambiente und Ackerland, soweit das Auge reicht, zu bieten. „Der Film handelt vom Landesinneren, also wollten wir ins Landesinnere“, erzählt Produktionsleiter Brian Frankish. „Aber Iowa steckte mitten in einem bitterkalten Winter, also entschieden wir uns, die Innenaufnahmen in Georgia zu drehen, während die Welt da draußen sich langsam wieder aufwärmte, und sind dann für die Außenaufnahmen nach Iowa gegangen.“

Perry, eine 10.000-Seelen-Stadt, liegt nahe der Staatsmitte an einem Knotenpunkt von vier Haupt-Highways. Diese Lage hat dem Ort den Spitznamen „Crossroads of Georgia“ eingebracht und den Tourismus zum bedeutendsten Industriezweig der Region gemacht. Die Stadt ist Standort der Robins Air Force Base und ebenso Sitz von weltweit agierenden Industriegesellschaften wie Cagle’s Inc., Frito-Lay und Graphic Packaging International sowie dem Georgia State Fair. „Vor Ort zu drehen macht es mir möglich, mich voll und ganz auf den Film zu fokussieren und nicht durch irgendwelche anderen Dinge abgelenkt zu werden, das ist großartig“, erzählt Danielle Panabaker. „Georgia war herrlich. Im Süden sind alle so herzlich und sorgen sich um einen. Und man isst eine Menge leckerer Pfirsich-Törtchen…“.
Anschließend wurde der Filmbetrieb in Lenox aufgenommen, eine Stadt mit gerade mal 1.200 Einwohnern. „Lenox hat uns die richtige Größe und den richtigen Rahmen geboten“, erzählt Cowan. „Das war uns wirklich wichtig. Wir hätten diesen Film so gut wie überall drehen können, aber Breck war sich sicher, dass genau diese Eigenschaften der Schlüssel dazu waren, dass der Film funktioniert.“
„Lenox ist etwa Tausend Meilen von der Zivilisation entfernt“, berichtet Frankish. „Wir befanden uns quasi im Kernland des Landesinneren. Wir haben 170 Menschen an einen Ort gekarrt, an dem es gerade mal 70 Hotelzimmer gab. Es war eine Herausforderung - aber um etwas zu machen, was das Publikum noch nie gesehen hat, musst du nun einmal an einen Ort gehen, an den noch nie jemand eine Kamera gebracht hat.“
Die Location hat den Schauspielern die Chance gegeben, die Umstände zu verstehen, mit denen ihre Charaktere zu kämpfen haben. „Es waren Temperaturen unter dem Nullpunkt und man kann sich kaum vorstellen, wie viel endloser Raum um uns herum war“, erzählt Mitchell. „Es hat mir einen Einblick in das gegeben, was die Charaktere durchleben müssen – es gibt einfach keinen schnellen Weg raus von einem Ort wie diesem. Egal wohin, es ist immer eine lange Fahrt und noch dazu ist es sehr schwer mit irgendjemandem außerhalb dieses Gebiets zu kommunizieren. Auf der anderen Seite öffnete die Authentizität des echten Lennox (Iowa) einigen gebürtigen Los Angeles-Bewohnern die Augen. „Im mittleren Westen sind alle Menschen so freundlich und hilfsbereit“, berichtet Panabaker. „Mein Auto blieb im Schlamm stecken. Ich wusste, dass ich nur zur nächsten Farm hinüber gehen müsste, und jemand würde mir sofort helfen. Ein großartiges Gefühl!“

Auch Timothy Olyphant genoss die Zeit in Lenox. „Es macht mir Freude an einem Ort wie diesem zu sein“, sagt er. „Die Menschen erinnerten mich daran, wie außergewöhnlich mein Beruf ist. Es ist sehr erfrischend, deinen eigenen Alltag aus der Ansicht von anderen Menschen zu betrachten und festzustellen, wie aufregend all das ist.“
Vor der Kamera:
Timothy Olyphant als
Sheriff David Dutten
Timothy Olyphant gehört unbestritten zu den momentan vielseitigsten Schauspielern Hollywoods. Nach diversen Auftritten in Film und Fernsehen ist er bekannt für seine ergreifenden wie pointiert gespielten Rollen, egal ob im Komödien-, Action- oder Dramafach. Zuletzt trat er an der Seite von Steve Zahn und Milla Jovovich in David Twohys A Perfect Getaway (2009) in Erscheinung. Davor spielte er die Hauptrolle in Gary Yates’ Independent-Projekt High Life, der seine Premiere 2009 auf der Berlinale feierte. In Deutschland ist er vor allem durch seine Auftritte in Hitman – Jeder stirbt allein und Stirb Langsam 4.0 (Live Free or Die Hard) bekannt geworden, die beide im Jahr 2007 in die deutschen
Kinos kamen.
In Hitman, der auf dem gleichnamigen wie berühmten Action-Videospiel basiert und
von Xavier Gens inszeniert wurde, verkörperte er Agent 47, der nach einem Auftragsmord in Osteuropa von Interpol und dem russischen Militär gejagt wird. In Stirb langsam 4.0, bei dem Len Wiseman im Regiestuhl saß, spielte Olyphant Thomas Gabriel, einen Hightech-Internet-Terroristen, den John McClane (Bruce Willis) davon abhalten muss, die Vereinigten Staaten systematisch abzuschalten und lahm zu legen. In der Teenager-Komödie The Girl Next Door (2004) spielte er an der Seite von Elisha Cuthbert und Emile Hirsch. Mit der Independent-Produktion Meet Bill (2007) durfte er sein Können neben Aaron Eckhart und Jessica Alba unter Beweis stellen. Kurz zuvor drehte er mit Jennifer Garner die Comedy-Romanze Lieben und lassen (Catch and Release, 2007).

Außerdem war er in Doug Limans bissiger Episoden-Komödie Go (1999) und der Verfilmung von Stephen Kings Bestsellerroman Dreamcatcher (2003) zu sehen. Zu seinen weiteren Filmen zählen Rock Star (2002), Nur noch 60 Sekunden (Gone in Sixty Seconds, 2000), Extreme Rage (A Man Apart, 2003), Scream 2 (1998) und Lebe lieber ungewöhnlich (A Life Less Ordinary, 1998). Darüber hinaus prägten zahlreiche TV-Gastaufritte seine bisherige Karriere. So tauchte er unter anderem in der NBC-Serie „My Name is Earl”, dem HBO-Quotenhit „Sex and the City“ und der
ABC-Sendung „Samantha Who?“ auf. Doch es war vor allem seine Darstellung des harten wie ehrenvollen Sheriffs „Seth Bullock“ in der wegweisenden HBO-Westernserie „Deadwood“, mit der er die Kritiker für sich begeistern konnte. Nicht umsonst wurde die dritte Staffel für den Screen Actors Guild Award in der Katergorie „Best Ensemble“ nominiert. Derzeit ist er in der dritten
Staffel der Anwaltsserie „Damages“ zu sehen, die vom US-Sender FX produziert und schon mit mehreren Golden Globes und einem Emmy ausgezeichnet wurde.
Radha Mitchell als
Dr. Judy Dutten
Radha Mitchell war zuletzt an der Seite von Bruce Willis in Surrogates – Mein zweites Ich (Surrogates, 2010) zu bewundern. Kurz zuvor hatte sie den Independent Film Waiting City (2009) abgedreht, den sie ebenfalls koproduzierte und der seine Premiere auf dem Toronto Film Festival feierte. Davor übernahm sie die Hauptrolle in gleich zwei Filmen. Zum einen in Die Kinder der Seidenstraße (The Children of Huang Shi, 2009) an der Seite von Jonathan Rhys Meyers und
Chow Yun-Fat und zum anderen in Henry Poole – Vom Glück verfolgt (Henry Poole is Here, 2008), der von Regisseur Mark Pellington in Szene gesetzt wurde.
Außerdem stand sie noch in der romantischen Komödie Zauber der Liebe (Feast of Love, 2007) neben Morgan Freeman und Greg Kinnear vor der Kamera.
Die gebürtige Australierin machte bereits früh in ihrer Karriere auf sich aufmerksam. Zunächst mit ihrer Rolle in Emma-Kate Croghans Liebe und andere Katastrophen (Love and Other Catastrophes, 1996), die in Cannes wie auch auf dem Sundance Film Festival viel Beachtung fand. Danach folgte ihr erster denkwürdiger Auftritt in dem Drama High Art (1999), das von Lisa Cholodenko inszeniert und von der Kritik hoch gefeiert wurde. Darin spielte sie die junge Redakteurin Syd, die einer lesbischen und heroinabhängigen Photographin (Ally Sheedy) verfällt. Seitdem durfte Mitchell ihr Talent in den unterschiedlichsten Genres unter Beweis stellen. In
Silent Hill (2006) spielte sie die Hauptrolle neben Sean Bean; in Wenn Träume fliegen lernen (Finding Neverland, 2005) trat sie an der Seite von Johnny Depp, Kate Winslet und Dustin Hoffman auf; in Mann unter Feuer (Man on Fire, 2004) arbeitete sie mit Denzel Washington zusammen, für Nicht auflegen! (Phone Booth, 2003) mit Colin Farrell und in Pitch Black – Planet der Finsternis (Pitch Black, 2000) half sie Vin Diesel bei der Flucht vor blutrünstigen Aliens.

Zu ihren weiteren Filmen gehören Highway Psychos (When Strangers Appear, 2001) mit Josh Lucas, Dead Heat – Tödliches Rennen (Dead Heat, 2002) mit Kiefer Sutherland und Anthony LaPaglia, Woody Allens Melinda und Melinda (Melinda and Melinda, 2005), in dem auch Will Ferrell mitspielte, Nobody’s Baby (2000) mit Gary Oldman und Skeet Ulrich und Mozart und der Wal (Mozart and the Whale, 2005), für den sie gemeinsam mit Josh Hartnett auftrat. Im Fernsehen war sie unter anderem zusammen mit Hank Azaria und Donald Sutherland in der
von Kritikern umjubelten NBC-Miniserie „Uprising“ zu sehen, für die Jon Avent Regie führte. Die Schauspielerin lebt derzeit in Kalifornien.
Joe Anderson als
Russel Clank
Joe Anderson konnte das erste Mal und nach einigem Kritikerlob für seine Bühnenauftritte in London mit Agnieszka Hollands Klang der Stille (Copying Beethoven, 2007) auf sich aufmerksam machen. Dieser ermöglichte es ihm, die zweite und heiß begehrte Hauptrolle in Across the Universe (2007), dem Beatles-Musical von Julie Taymor, zu erlangen. Joe blieb am Ball und sicherte sich weitere größere Rollen in Geliebte Jane (Becoming Jane, 2007) und Control (2008), der vielfach hoch gelobten Filmbiographie über den Sänger der britischen Band Joy Division.

Daraufhin folgte der Pflanzen-Horror Ruinen (Ruins, 2008), eine Hauptrolle in dem Independent-Projekt The 27 Club (2008) und seine Beteiligung an Peter Yates’ Indie-Krimi High Life, in dem vier Junkies versuchen eine Bank auszurauben.
Hierzulande konnte man ihn zuletzt als Musiker und Freund von Jennifer Aniston in Love Happens (2009) auf der großen Leinwand erleben. Davor hatte er aber schon gemeinsam mit Hilary Swank und Ewan McGregor das Amelia Earhart-Biopic Amelia abgedreht, welches erst in diesem Juli in die deutschen Kinos kommt. Darüber hinaus wird Joe demnächst als eine der Hauptfiguren der wilden Action-Komödie Rogue’s Gallery (2010) zu sehen sein, in der sich zwei Gruppen
Regierungskiller gegenseitig das Leben schwer machen.
Danielle Panabaker als
Becca Darling
Danielle Panabaker hat das geschafft, wovon so viele ihrer noch jungen Kollegen träumen: Sie hat sich binnen kürzester Zeit zu einem der dynamischsten und heißesten Talente Hollywoods entwickelt. Unter anderem begründet durch ihren Auftritt an der Seite von Jared Padalecki in dem sehnsüchtig erwarteten Remake von Freitag, der 13. (Friday the 13th, 2009). Unter der Regie von Marcus Nispel und produziert von Michael Bay spielte der Film allein an seinem Startwochenende über 43 Millionen Dollar ein. Kein Wunder also, dass sich derzeit drei Filme mit ihr in Post- oder Pre-Produktion befinden und mit Prodigy schon das nächste Projekt in den Startlöchern steht. Der Sci-Fi-Thriller, in dem sie neben Max Thieriot spielen wird, handelt von einer Gruppe Studenten, die versucht, die Morde an zwei ehemaligen Absolventen ihrer Einsteigerelite-Uni zu klären. Doch weil sie dadurch einer hochspannenden Verschwörung, die weit über die Grenzen ihrer Schule hinausreicht, auf die Spur kommen, müssen sie schon bald um ihr Leben fürchten.
Ein weiteres Glanzlicht in Panabakers Karriere ist definitiv ihre Rolle als beharrlich
verständnisvolle Tochter von James Woods in der CBS-Fernsehserie „Shark“, die sie 38 Folgen lang verkörperte. Zuvor glänzte sie als Kind eines Serienkillers im Thriller Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (Mr. Brooks, 2007) mit Kevin Costner und Dane Cook. Ihren Durchbruch schaffte sie allerdings schon ein gutes Stück vorher und mit ihrer Leistung im TV-Drama „Empire Falls – Schicksal einer Stadt“ (2005), für das sie viel Kritikerlob erntete. Keine Selbstverständlichkeit bei einer Besetzungsliste, auf der sich Namen wie Paul Newman, Helen Hunt und Ed Harris befanden.
Ferner spielte sie in der Familienkomödie Deine, meine & unsere (Yours, Mine and Ours, 2006) an der Seite von Rene Russo und Dennis Quaid, sowie in dem Superhelden-Spektakel Sky High – Diese Highschool hebt ab! (Sky High, 2005) zusammen mit Kurt Russell und Kelly Preston. Zu Beginn ihrer Laufbahn trat sie überwiegend in TV-Produktionen in Erscheinung. So war sie unter anderem in „Sex & the Single Mom“ (2003), „Mom at Sixteen“ (2005) und den beiden Disney Channel-Produktionen „Stuck in the Suburbs“ (2004) und „Read It And Weep“ (2006) zu sehen. In Letzterem spielte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Kay verschiedene Versionen einer einzigen Figur. 2005 gewann sie für ihre Rolle in „Die Suche nach Davids Herz“ („Searching for David’s Heart“, 2004) den Young Artist Award in der Kategorie „Beste weibliche Hauptrolle in einem Fernsehfilm“.

Darüber hinaus arbeitete sie für verschiedene Fernsehserien wie „Law an Order: SVU“, „CSI“, „Malcolm in the Middle“, „Summerland“ oder „The Guardian“. Für Letztere gewann sie im Jahr 2004 den Young Artist Award in der Kategorie „Bester weiblicher Gaststar in einer TV-Serie“. Panabaker wurde in Georgia geboren, absolvierte im Alter von 14 Jahren die Highschool und hat danach ihren Bachelor-Abschluss in Englisch an der UCLA gemacht. Sie lebt derzeit in Los Angeles.
Hinter der Kamera:
Breck Eisner
Regie
Breck Eisners Kinokarriere begann im Jahr 2005 als er mit Sahara – Abenteuer in der Wüste (Sahara, 2005) sein Regiedebüt für die große Leinwand ablieferte. In den Hauptrollen: Matthew McConaughey, Penélope Cruz, William H. Macy und Steve Zahn. Zuvor war Eisner durch mehrere TV-Produktionen wie etwa dem zweistündigen Mystery-Drama „Thoughtcrimes“ (2003) und dem Pilotfilm zur Sci-Fi Channel-Serie „The Invisible Man“ aufgefallen. Dazwischen durfte er ein weiteres Mal für Sci-Fi-Channel arbeiten und eine Episode der gefeierten Alien-Dramaserie „Taken“ abdrehen. Diese erhielt neben zahlreichen Ehrungen und einer Golden Globe-Nominierung einen Saturn Award als „Beste Einzel-TV-Präsentation“ und den Emmy in der Kategorie „Herausragende Miniserie“. Im Jahr 2006 folgte ein weiterer Pilot namens„Beyond“ mit Adrian Lester, Seth Gabel und Rachel Stirling in den Hauptrollen.
Darüber hinaus hat Eisner in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100 Werbespots produziert, die unter anderem von Budweiser, Coca-Cola, Heineken, Kodak, McDonald’s, Pepsi oder Sony in Auftrag gegeben wurden. Eisner erhielt einen „Master of Fine Arts“-Abschluss an der renommierten USC School of Cinema
Television und machte an der Universität Georgetown seinen Bachelor.
Ray Wright
Drehbuch
Ray Wright machte seinen Bachelor in Psychologie an der Universität von Maine. Daneben erhielt er vom Michener Center for Writers, einem Programm für angehende Schriftsteller an der Universität von Texas in Austin, einen Master of Fine Arts. Mit diesen Grundlagen zog er im Jahr 2000 nach Los Angeles, um einer professionellen Schriftstellerkarriere nachzugehen. Nachdem er für Richard Zanuck die Biografie Chuck Yeagers adaptiert hatte, schrieb er einen FBI-Thriller namens Bloodland, der von den Morden an den Osage Indianern im Jahr 1920 handelt. Beide Bücher wurden bisher nicht realisiert. Zum Ausgleich und als eine Art Stufenwechsel schrieb er Fall 39 (Case 39, 2010), der für ihn zum unerwarteten Abstecher ins Horror-Genre wurde. Natürlich ohne sich vorzustellen, dass die Realisierung von Fall 39 zum tatsächlichen Albtraum werden würde. Zum Glück wurde es beim nächsten Mal besser: THE CRAZIES war für ihn ein
Wahnsinnsspaß.
Scott Kosar
Drehbuch
Scott Kosar konnte bisher mit ein paar namhaften Arbeiten punkten. So stammen die beiden Remakes Amityville Horror (The Amityville Horror, 2005) und Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (The Texas Chainsaw Massacre, 2004) sowie Der Maschinist (El maquinista, 2004) mit 24 Christian Bale aus seiner Feder. Momentan schreibt er an The Sacrifice, einem Satanskult-Projekt, und The Family, einer Adaption von Ed Sanders’ Saga über die Manson-Familie.
Michael Aguilar
Produzent
Michael Aguilar gehört zu den Führungspersönlichkeiten bei Dos Tontos, einer Produktionsfirma, die im Auftrag der Fox Studios arbeitet. Zuvor war er für die Mosiac Media Group tätig und hat im Jahr 2003 zusammen mit Autor und Produzent Dean Georgaris die Firma Penn Station Entertainment gegründet. Zu seinen letzten Projekten zählt die romantische Komödie Love Vegas (What Happens in Vegas, 2008) mit Ashton Kutcher und Cameron Diaz in den Hauptrollen, die von Tom Vaughan inszeniert wurde. Einige Jahre vorher produzierte er den übernatürlichen Comic-Thriller Constantine (2005), bei dem Francis Lawrence die Regie führte und Keanu Reeves in der Hauptrolle zu sehen war. Am
oscarprämierten Gangster-Thriller Departed – Unter Feinden (The Departed, 2006) war er als Co-Produzent beteiligt. Der Film wurde von Martin Scorsese und mit solch namhaften Darstellern wie Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson und Mark Wahlberg inszeniert. Michael produzierte außerdem das Familien-Ferienabenteuer Oh je, du Fröhliche! (Unaccompanied Minors, 2006), das unter der Regie von Paul Feig, dem Schöpfer der US-Fernsehserie „Freaks and Geeks“, entstanden ist.
Zur Besetzung gehörten unter anderem Wilmer Valderrama, Comedian Lewis Black, Rob Corddry und Tyler James Williams. Darüber hinaus war er als ausführender Produzent für Henry Poole – Vom Glück verfolgt (Henry Poole is Here, 2008) mit Luke Wilson und die bisher nur in den USA ausgestrahlte Kleinstadt-Komödie Taking Chances (2009) von Talmage Cooley tätig.
Seine Karriere im Entertainment-Bereich begann, unmittelbar nachdem er die Phillips Exeter Academy und das Kenyon College absolviert hatte, mit einem Praktikum bei RKO Pictures (L.A.). Dort stieg er zum Leiter der Entwicklungsabteilung auf und war für die mehrstöckige Bibliothek der Firma verantwortlich. Danach wechselte er zu Paramount Pictures und beaufsichtigte als
Gesamt-Kreativleiter Filme wie Im Körper des Feindes (Face/Off, 1997), A Night at the Roxbury (1999) und Event Horizon – Am Rande des Universums (Event Horizon, 1998). Darauf verbrachte er sechs Jahre in der Produktionsfirma von Lauren Shuler Donner und Richard Donner, wo er unter anderem die Entwicklung der X-Men-Franchise und Oliver Stones An jedem verdammten Sonntag (Any Given Sunday, 2000) überwachte. Zudem produzierte er die Teenager-Komödie Eis Kalt (Out Cold, 2002) und war an Richard Donners Michael Crichton-Verfilmung Timeline (2004) als Co-Produzent beteiligt.
Dean Georgaris
Produzent
Dean Georgaris ist ein erfolgreicher Autor, der unter anderem das Drehbuch zu Kevin Reynolds Tristan + Isolde (2006) mit James Franco geschrieben hat. Weitere Filme aus seiner Feder sind: Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens (Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life, 2003) von Jan DeBont mit Angelina Jolie, Jonathan Demmes Der Manchurian Kandidat (The Manchurian Candidate, 2004) mit Denzel Washington und John Woos Paycheck – Die Abrechnung
(Paycheck, 2004), in dem Ben Affleck und Uma Thurman die Hauptrolle spielen. Darüber hinaus überarbeitete er das Drehbuch zu Wanted (2008) mit Angelina Jolie, Morgan Freeman und James McAvoy in den Hauptrollen und produzierte die Komödie Love Vegas (What Happens in Vegas) mit Ashton Kutcher und Cameron Diaz.

Georgaris wuchs in New York auf und absolvierte mit dem Hauptfach Politikwissenschaft, cum laude, das Swarthmore College. Nach einem sechsmonatigen Studienaufenthalt in Florenz schrieb er sich für den Studienplan Regie an der USC School of Cinema-Television ein, die er später verließ, um in Vollzeit zu schreiben.
Rob Cowan
Produzent
Rob Cowan hat zuletzt Home of the Brave (2006) mit Samuel L. Jackson, Jessica Biel und Curtis “50 Cent” Jackson, sowie Righteous Kill – Kurzer Prozess (Righteous Kill, 2009) mit Al Pacino und Robert De Niro in den Hauptrollen produziert. Letzterer war Cowans dritte Zusammenarbeit mir Robert De Niro. Ihre erste war Schuldig bei Verdacht (Guilty by Suspicion, 1991), der seine Premiere in Cannes feierte, die zweite fand in Night and the City (1993) statt, den Cowan coproduzierte und der Eröffnungsfilm des New York Film Festivals war. Sein nächstes Projekt wird das Vietnam Drama 105 Degrees and Rising sein, das sich momentan in der Pre-Produktion mit Overture Films befindet.
Zu Beginn seiner Karriere übernahm Cowan die Co-Produktion des Films Short Time – Nichts als Ärger mit dem Kamikaze-Cop (Short Time, 1990) und war als Regieassistent für die Leinwanderfolge Noch drei Männer und ein Baby (Three Men and a Baby, 1988), Cocktail (1989) und Die Nacht hat viele Augen (Stakeout, 1988) tätig. Cowan ist ein Langzeit-Freund von Regisseur und Produzent Irwin Winkler. Das erste Mal arbeiteten sie für zwei Costa-Gavras-Filme miteinander: Verraten (Betrayed, 1989) und Music Box - Die ganze Wahrheit (Music Box, 1990). Danach schloss sich Cowan Winkler Films an und produzierte Filme wie Das Netz (The Net, 1995), Genug (Enough, 2002), Nicht schuldig (The Juror, 1996), Auf den ersten Blick (At First Sight, 1999), Das Haus am Meer (Life as a House,
2002) und De-Lovely – Die Cole Porter Story (De-Lovely, 2005). Die beiden letzten waren jeweils mit Kevin Kline in der Hauptrolle. Der Letzte war zudem noch der Abschlussfilm in Cannes.
Für das Fernsehen produzierte Cowan „Rocky Marciano“ mit Jon Favreau und George C. Scott, welcher der Eröffnungsfilm des Monte Carlo Television Festivals war. Außerdem schrieb er am Pilotfilm zur TV-Serie „The Net“ mit, für den er ebenfalls als Produzent im Einsatz war. Darüber hinaus schrieb und produzierte er das DVD-Sequel „The Net 2.0“ (2006), der in Istanbul entstand.
George A. Romero
Ausführender Produzent
George A. Romero gehört ohne Zweifel zu den Schlüsselfiguren in der Entwicklung des zeitgenössischen Horrorfilms. Es war bereits sein Regiedebüt, Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead. 1971), mit dem er das Genre neu definierte. Nicht nur aufgrund der darin gezeigten, drastischen Gewalt, sondern vor allem wegen seiner satirischen Sicht auf die amerikanische Gesellschaft, die die Wirren der damaligen Zeit reflektierte. Ethisch wie sexuell
integriert, anti-machomäßig und immer skeptisch gegenüber der gängigen Meinung, versinnbildlichte Romeros Arbeit den progressiven Flügel des mitunter reaktionären Genres. Bevor er an Night of the Flesh Eaters mitschrieb, und den Film später drehte und schnitt, produzierte er, inspiriert durch Hoffmanns Erzählungen (Tales of Hoffman, 1951) von Michael
Powell, mehrere Kurz- und Werbefilme sowie Fernsehdokumentationen. Mit einem Budget von 144.000 Dollar und der Umbenennung in Die Nacht der lebenden Toten, wurde der Film zum Meilenstein des Independentkinos.
Als schockierende Parabel auf die amerikanische Familie, die
sich selbst verzehrt und zerstört, hat der Film bis heute nichts von seiner Überraschungskraft und Wirkung eingebüßt. Nachdem er zunächst ein paar weitere Low-Budget-Filme in seiner geliebten Heimatstadt Pittsburgh abgedreht hatte, festigte Romero sein Ansehen mit zwei bemerkenswerten Arbeiten. Zum einen Martin (1977), eine lyrische, ergreifende und tief verstörende Geschichte über einen einsamen Jungen, der davon überzeugt ist, ein Vampir zu sein. Und zum anderen Zombie (Dawn of the Dead, 1979), in dem eine Gruppe Überlebender, verbarrikadiert in einer typischen Vorstadt- Shopping Mall, von Zombies und ihren eigenen Dämonen heimgesucht wird.

Ein kraftvoller,
apokalyptischer Actionfilm, durchdrungen von Romeros pechschwarzer und gleichzeitig witzigen Handschrift, der zu einem der profitabelsten Independent-Projekte der Filmgeschichte avancierte. In den 80er und 90er Jahren folgten weitere interessante Arbeiten. Zum Beispiel Ritter auf heißen Öfen (Knightriders, 1981), ein aufrichtiger Motorrad-Actioner, basierend auf der Artus-Legende. Darin spielt Ed Harris den Anführer einer Bikergang, die mittelalterliche Turniere als Ritter mit
Benzin schluckenden Rossen austragen. Es folgte Die unheimlich verrückte Geisterstunde (Creepshow, 1982), ein prominent besetzter, mehr massenkompatibler Episoden-Horror aus der
Feder von Stephen King. Clever, mutig stilisiert und höher budgetiert wurde der Film zum Erfolg bei Kritik und Kinokasse. Anschließend kehrte er mit dem progressiven, unheimlich klaustrophobischen Zombie 2 – Das letzte Kapitel (Day of the Dead, 1987) zum bereits dritten Mal ins Zombiegenre zurück.
Romeros erster Studiofilm, Der Affe im Menschen (Monkey Shines, 1988), war ein
ungewöhnlicher und ungewöhnlich fesselnder Thriller, den Newsweek als „nervenaufreibenden Triumph“ bezeichnete. Two Evil Eyes (Due occhi diabolici, 1990), seine Kollaboration mit Dario Argento, bestand aus zwei Charakterskizzen, die nach Edgar Allan Poe-Kurzgeschichten inszeniert wurden. Stephen Kings Stark (The Dark Half, 1993) zeigte Timothy Hutton in einer grandiosen
Doppelrolle, wurde von der Kritik gefeiert und gilt als eine der gedankenvollsten der zahlreichen Stephen King-Adaptionen.
Bruiser (2000) ist eine beängstigende wie straff erzählte Rachestory, deren Held die eigene Identität ablegt und im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht verliert.
Nach einigen zwischenzeitlichen Kurzfilmen, nahm Romero dann wieder gegen Ende des Jahres 2004 im Regiestuhl Platz, um sein viertes Zombiewerk zu vollenden: Land of the Dead (2005).
Als der Film im Juni in die Kinos kam, war er einer der bestrezensierten Titel des Sommers. Mit dem Erfolg von Land of the Dead im Rücken, kehrt er zurück zu den Wurzeln und schlug mit Diary of the Dead (2007) wieder den Independent-Weg ein. Mit einem Budget von weniger als 13 Millionen Dollar zeigte Romero der Welt, was mit einem guten Skript und großem Talent machbar ist. In Amerika erschien der Film im Februar 2008 und wurde mit starken Kritiken bedacht. Mit dem Erfolg von Zack Snyders Remake Dawn of the Dead (2004) und weil Horrorfilme endlich
ernst genommen wurden, wurden Romeros Werke einer neuen Generation wieder zugänglich gemacht. Über die Jahre hat Romero mehrere Preise für sein Lebenswerk erhalten und wurde unter anderem vom American Museum of the Moving Image, dem Torino Film Festival, dem „Fangoria“ Magazine und dem New York Horror Film Festival mit Retrospektiven geehrt. Seine bisher größte Ehrung war allerdings die Einladung der Academy of Motion Pictures Arts and
Sciences, um die George Pal Lecture – eine Lesung zur Förderung von Genrefilmern – an der Academy of Science Fiction Fantasy & Horror Films zu halten.
Dank seiner Intelligenz, seiner Innovationen und seines Feingefühls als Regisseur und obendrein wegen seiner Begabung, andere in Schrecken zu versetzen, ist Romero nach wie vor einer der überragenden Filmemacher im Horror- und Thriller-Genre.
Robert Hall
Special Effects Make-up
Robert Hall ist im vergangenen Jahrzehnt zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Special Effects-Make-up-Künstler Hollywoods avanciert. Hall und sein Studio, Almost Human, zeichnen sich verantwortlich für die Entstehung von einigen der entsetzlichsten und lebensechten Effektarbeiten in Film und Fernsehen. Seine Kreaturen werden Woche für Woche in den phänomenal erfolgreichen Kult-Fernsehserien wie „Angel – Jäger der Finsternis“, „Buffy – Im Bann der Dämonen“, „Vampire Slayer“ oder „Firefly“ gezeigt. Darüber hinaus war er für die dezenten Alterungs-Prosthetics an S. Epatha Merkerson in der TV-Produktion „Lockawanna Blues“ verantwortlich. Der Film wurde für einen
Emmy in der Kategorie „Bestes Make up“ nominiert. Merkerson gewann in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ je einen Emmy und einen Golden Globe.
Ursprünglich in Detroit geboren, begann Hall seine Karriere als Jungspund in Alabama, wo er Schminke und Material im örtlichen Wal-Mart kaufte, um für seine Freunde Halloween-Masken
herzustellen.

Während sich seine Freunde ihre Zeit mit Sport vertrieben, war Hall damit
beschäftigt, sich sein Gesicht vor dem Spiegel zu verunstalten und Tipps aus Horrormagazinen wie Fangoria zu holen. 1992, im Alter von 18 Jahren und mit der Nase voll von seinem Job als Hühner-Entbeiner für Tyson Chicken, reiste er mehr als 300 Meilen nach Selma, Alabama, wo er Tom Burman dazu bringen konnte, ihn als Assistent für Make-up-Effekte anzustellen. Sein erster Film: Abel Ferraras Body Snatchers (1993). Hall kann sich noch daran erinnern, dass er dachte “Wow, ich werde dafür auch noch bezahlt!”. Mit diesem Enthusiasmus und der Liebe zum Handwerk nahm er weitere Risiken auf sich, um seine Leidenschaft auszubauen. So packte er im Alter von 19 Jahren und mit weniger als 100
Dollar in der Tasche seine Sachen und zog nach Hollywood. Er arbeitete nonstop für verschiedene Special Effects Make-up-Studios, bei denen er sein Handwerk meisterte und seinen einzigartigen Stil entwickelte. Zu dieser Zeit war er unter anderem für Stan Winston und solche Filme wie Der 28
Geist und die Dunkelheit (The Ghost and the Darkness, 1997), DNA - Die Insel des Dr. Moreau (The Island of Dr. Moreau, 1996) oder Das Relikt (The Relic, 1997) tätig.
Im Jahr 1997 entschied er sich, sein eigenes Studio zu gründen. Und nachdem er sich den Firmentitel aus einem „Kiss“-Song entliehen hatte, war das Special Effects Make-up-Studio Almost Human geboren. Zu Beginn arbeitete Hall noch mit extrem kleinen Budgets an mehr als 30 Film- und TV-Projekten für Roger Cormans legendäre Concorde Pictures. Seitdem betrachtet er sich selbst als ein Absolvent der „Roger Corman School of Film“. Zu den jüngsten FX-Arbeiten von Almost Human zählen solche Filme wie Motel (Vacancy, 2007), Superbad (2007), Prom Night (2008), Ananas Express (Pineapple Express, 2008) und Quarantäne (Quarantine, 2008). Hall und Almost Human zeichnen sich außerdem für sämtliche
Prosthetics, Make-up-Effekte und Animatronics für die Fernsehserie “Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ verantwortlich. Darüber hinaus hat Hall einige Musikvideos für die Bands "Drivin N’ Cryin“, „Buckcherry“, „Manntis“ und „In This Moment“ in Szene gesetzt.
Im Jahr 2004 gab er sein Drehbuch- und Regiedebüt mit dem Film Lightning Bug. Das halbautobiografische Thriller-Drama konnte mehrere Preise für sich verbuchen. Unter anderem auf dem Trenton Film Festival und dem The George Lindsay Film Festival, jeweils in der Kategorie „Best of Show“. Der Film, der über Anchor Bay Entertainment/Starz Home Entertainment vertrieben wurde, gilt inzwischen als Underground-Kult-Klassiker. Robert Halls zweite Regiearbeit (und sein erster Horrorfilm) Laid To Rest erschien im Jahr 2009.
Maxime Alexandre
Kamera
Maxime Alexandre wurde am 4. Februar 1971 in Renaix, Belgien geboren und wuchs seit seinem fünften Lebensjahr in Italien auf. Mit neun Jahren stand er das erste Mal vor der Kamera und spielte in Elie Chouraquis TV-Produktion „Une page d'amour“ an der Seite von Anouk Aimée und Bruno Cremer mit. 1984 folgte der nächste Schauspielauftritt in Bianca von Nanni Moretti. Im Jahre 1990 zog er von Rom nach Paris und begann sich auf seine professionelle Karriere hinter
der Kamera zu konzentrieren. Als Assistenz-Kameramann arbeitete er unter anderem mit Größen wie Darius Khondji (Sieben, The Beach), Tonino Delli Colli (Zwei glorreiche Halunken, Es war einmal in Amerika), Franco Di Giacomo (Der Postmann, Die Nacht von San Lorenzo), Tetsuo Nagata (La Vie en Rose, Blueberry und der Fluch der Dämonen) und Jean Yves Escoffier (Good Will Hunting, Rounders) zusammen.

Zwischen 1994 und 1995 wagte Alexandre dann die ersten eigenen Versuche als Kameramann, inszenierte ein paar Spots und Videoclips und durfte dann schließlich einen Werbefilm mit Regisseur Michel Gondry drehen. Zu seinen bisherigen Kameraarbeiten zählen unter anderem High Tension (Haute Tension, 2003), The Hills have Eyes – Hügel der blutigen Augen (The Hills Have
Eyes, 2006) und Mirrors (2008). Alexandre lebt inzwischen in Venedig, nachdem er 1997 Paris verlassen und eine Zeit lang in Rom gelebt hatte.
Billy Fox
Schnitt
Billy Fox hat sein Schnitt-Talent schon in einigen Dokumentationen, Werbespots, Miniserien und Filmen unter Beweis stellen können. Dazu gehören unter anderem der von Overture Films produzierte Traitor (2008) mit Don Cheadle und Guy Pearce; Woman Thou Art Loosed (2004) von Michael Schultz oder Hustle & Flow (2005) mit Terrence Howard, welcher von Craig Brewer inszeniert und John Singleton produziert wurde. Singleton war es dann auch, der Fox für den Schnitt von Vier Brüder (Four Brothers, 2005) engagierte. Außerdem schnitt er für das gleiche
Team, mit dem er schon Hustle & Flow produzierte, später auch noch Black Snake Moan (2007). Zu seinen jüngsten Arbeiten zählt der hierzulande noch unveröffentlichte Pride (2007), bei dem Terrence Howard ebenfalls in der Hauptrolle zu sehen ist. Für das Fernsehen schnitt und coproduzierte er neben Tom Hanks und Steven Spielberg die HBO-Miniserie „Band of Brothers”.
Inzwischen kann Fox 15 bedeutende Preise und zahlreiche Nominierungen auf seinem Konto verbuchen. Dazu gehören sieben gewonnene Emmys, zwei BDA Awards, den Monitor Award, den Peabody Award, den Golden Laurel und den Humanitas Prize.
Andrew Menzies
Szenenbild
Andrew Menzies wurde in Australien geboren und lebte dort bis zu seinem vierten Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt trennten sich seine Eltern, wodurch Andrew in drei Ländern aufwuchs. Seine Kindheit verbrachte er vorwiegend in London, in Schottland ging er zur Schule und im Sommer hielt er sich mitunter in Australien auf. Keine wirklich sesshafte Jugend, aber er machte das Beste daraus und ist im Nachhinein glücklich darüber, an drei so schönen Orten aufgewachsen zu sein.
Im Alter von acht Jahren bekamen er und sein Zwillingsbruder die Gelegenheit, ihr großes Idol kennen zu lernen: John Wayne. Wie es der Zufall so wollte, war ihr Apartment zu diesem Zeitpunkt ein Drehort für Brannigan – Mann aus Stahl (Brannigan, 1975) und Wayne war so freundlich, sie ein bisschen durch die Sets zu führen. Damit wurde der Samen für Andrews Interesse am Filmemachen gesetzt. Mit seinem ersten Abschluss in der Tasche begann Andrew durch Europa, Nepal, Thailand, Borneo und das australische Outback zu reisen und in einigen dieser Länder zu arbeiten.

Nach einer Weile kehrte er nach London zurück und machte am renommierten Royal College of Art (RCA) seinen Master-Abschluss in Filmdesign.
Danach bekam er ein Jobangebot bei Village Roadshow in Australien. Da er aber noch etwas Zeit bis zum Dienstantritt hatte, entschloss er sich, quasi auf der Strecke nach Sydney, noch einen Motorrad-Trip quer durch die Vereinigten Staaten zu machen. Doch bevor er die Reise antreten konnte, traf er an der Ostküste der USA auf einen ehemaligen Mitschüler der RCA, der zu diesem Zeitpunkt für George Lucas tätig war. Durch ihn gelangte Andrew an seinen ersten Job in der
Filmbranche, eine Stelle als Zeichner. Darüber entwickelte sich Andrew zum Ausstatter, der nun schon für zahlreiche Filme tätig war. Unter anderem für Steven Spielbergs A.I. – Künstliche Intelligenz (AI: Artificial Intelligence, 2001), Milos Formans Der Mondman (Man on the Moon, 30 2000), Joe Johnstons October Sky (1998) und Der Staatsfeind Nr. 1 (Enemy of the State, 1998)
von Regisseur Tony Scott. Außerdem war er als Art Director an Filmen wie Steven Spielbergs Krieg der Welten (War of the Worlds, 2005) und München (Munich, 2006), Syriana (2006) von Stephen Gaghan oder James Camerons Avatar (2010) beteiligt.
Der Komponist und die Musik:
THE CRAZIES – Fürchte deinen Nächsten
Music by Mark Isham
Mark Isham ist ein bekannter Filmkomponist und ein begnadeter Jazz- und Rock-Musiker. Neben eigenen Solo-Alben hat er als gefragter Gastmusiker u.a. auf Alben von Bruce Springsteen, Van Morrison, den Rolling Stones und Joni Mitchell die Trompetenparts eingespielt. Viele Nominierungen, u.a. für den Oscar, den Golden Globe, einen Grammy- (für sein selbst betiteltes Soloalbum) und einen Emmy-Gewinn (für EZ Streets), hat Isham bislang dafür erhalten. Zu seinen neueren Kompositionen gehören die Filmtitel: Von Löwen und Lämmern, Next, The
Black Dahlia, Freedom Writers, Bobby, Running Scared, Crash, Im Tal von Elah, Pride and Glory, My One and Only, Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans oder Crossing Over. Auf Mark Ishams Homepage (www.isham.com) und www.myspace.com/markisham finden sich umfangreiche Informationen zum Künstler.

Der Score von Mark Isham enthält viele spannende und atmosphärische Grusel-Elemente und ist vor allem mit elektronischen Instrumenten eingespielt worden. Isham engagierte nach der erfolgreichen Zusammenarbeit an The Mist wiederum The Sodden Dog Electronic Arts Ensemble für die Einspielung.
Tracklisting:
01. Fire (4:50)
02. Something In The Water Supply (7:04)
03. Bone Saw (2:58)
04. There’s Somebody Out There (5:26)
05. Mad House (3:25)
06. Principal (3:06)
07. Had To Be Sure (9:24)
08. Are We Clear? (4:06)
09. The Long Walk (4:02)
10. Let It Mean Something (3:45)
11. Lights Out (5:43)
12. A Loving Hand (2:06)
13. Oil Pen (1:00)
14. Getaway (1:35)
15. Cedar Rapids (2:11)
Ab dem 28.05.2010 überall im Handel erhältlich. CD-Bestell-Nummer: 3970092
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Anmerkung:
© Movie-Infos - Kopieren oder Verbreiten dieses Specials verboten
© Kinowelt Filmverleih - Die Rechte des Bildmaterials liegen beim Verleih
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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Milan: 18.04.2010 02:40.
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18.04.2010 02:33 |
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