 Genre:
Drama
Land: USA 2006
Studio/Verleih:
MGM, Sony
Pictures / 20th Century Fox
Regie:
Sylvester Stallone
Drehbuch:
Sylvester Stallone
Kamera:
J. Clark Mathis
Musik:
Bill Conti
Produzent(en):
Robert Chartoff, Kevin
King, Guy Riedel, Sylvester Stallone,
Charles Winkler, David Winkler, Irwin Winkler
Kinostart:
08.
Februar 2007
FSK-Freigabe: Ab 12 Jahren (tba)
Bisheriges Einspielergebnis:
$110,981,798
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Story:
Rocky
Balboa ist eine Legende. Ein einfacher, warmherziger Mann, der von ganz
unten nach oben kam und damit Millionen Menschen inspirierte. Doch Jahre
nach seinem letzten Kampf lebt der populäre Boxer nur noch in der
Vergangenheit. In seinem Restaurant erzählt er den Gästen von früher, in
seinem Herzen wohnt die Erinnerung an seine verstorbene Frau Adrian. Nach
Sohn Rocky Junior, zu dem er wenig Kontakt hat, scheint auch das Glück
Rocky endgültig verlassen zu haben. Bis ein TV-Sender in einer
Computersimulation Ex-Champ Rocky gegen den amtierenden Weltmeister Mason
„The Line“ Dixon antreten und als Gewinner hervorgehen lässt. Das Ergebnis
löst einen unglaublichen Rocky-Rummel und im Management Dixons
Erleichterung aus. Endlich glaubt man, einen Weg gefunden zu haben, das
Image des ungeliebten Champions zu verbessern. Im Ring mit Rocky soll
Dixon die Fans erobern. Doch was Dixons Team als PR-Fight plant, macht
Rocky zum Kampf seines Lebens. Denn zwischen den Seilen kann es nur einen
Champion geben...
Produktionsnotizen:
Mit
ROCKY BALBOA kehrt Sylvester Stallone als Autor, Regisseur und
Hauptdarsteller zu der Figur zurück, die seine Karriere lancierte und in
der ganzen Welt zur kulturellen Ikone machte. Die Gemeinschaftsproduktion
von Revolution Pictures und Chartoff & Winkler beschließt die 30 Jahre
umspannende Filmreihe, die 1976 mit ROCKY („Rocky“) ihren Anfang nahm. Ein
Film, der wie seine Titelfigur aus dem Nichts auftauchte, um Geschichte zu
schreiben, der Kassenrekorde brach, zehnmal für einen Oscar® nominiert
wurde und den begehrten Preis schließlich in den Kategorien „Bester Film“,
„Beste Regie“ und „Bester Schnitt“ gewann.
Wie
schon der erste Teil wurde auch ROCKY BALBOA von Stallone geschrieben, der
auch die Hauptrolle spielt und darüber hinaus auch als Produzent und
Regisseur in Erscheinung tritt. Zwei weitere Figuren aus dem Original und
ihre Darsteller sind auch in ROCKY BALBOA vertreten. Burt Young ist wieder
als Paulie zu sehen, Rockys lebenslanger, mit sich selbst in Konflikt
stehender Freund und Schwager, der in allen sechs „Rocky“-Filmen
auftaucht. Außerdem steht Pedro Lovell wieder als Spider vor der Kamera -
Rockys ehemaliger Gegner, der nun in Rockys Restaurant herumhängt, weil er
im Leben nichts anderes mehr hat.
Zur
Besetzung gehört auch Geraldine Hughes als Marie - eine allein erziehende
Mutter, die als Teenager einmal Rocky anstänkerte, nachdem er sie nach Hause
begleitet und ihr einen Vortrag über die Gefahren, sich mit den Gangs
herumzutreiben, gehalten hatte. Ihren Sohn Steps spielt James Francis Kelly
III, Milo Ventimiglia dagegen Rockys einzigen Sohn Robert, der sein ganzes
Leben versucht hat, aus dem Schatten seines berühmten Vaters herauszutreten.
Die Besetzung komplettiert Halbschwergewichtschampion Antonio Tarver als
Mason „The Line“ Dixon, im Film der amtierende Boxweltmeister.

Produziert wird ROCKY BALBOA von Charles Winkler, William Chartoff, David
Winkler, Kevin King und Guy Reidel, unterstützt von Irwin Winkler und Robert
Chartoff, den Produzenten des ersten Teils, die jetzt als ausführende
Produzenten tätig sind. Zum künstlerischen Kreativteam zählen außerdem
Kameramann Clark Mathis, Produktionsdesigner Franco Carbone,
Kostümdesignerin Gretchen Patch, Cutter Sean Albertson sowie Komponist Bill
Conti, der schon für „Rocky“ die Musik und das legendäre Thema schrieb.
Das
Original:
ROCKY
wurde 1976 von United Artists in die Kinos gebracht und entwickelte sich an
den Kassen zu einem internationalen Phänomen und darüber hinaus zu einem
Klassiker der Filmgeschichte. Mit einem bescheidenen Budget realisiert, war
„Rocky“ ein typischer Sleeper-Hit, der aus dem Nichts kam und bei den
wichtigsten Filmpreisen die Big-Budget-Konkurrenz wegfegte. Für 10 Oscars®
nominiert, setzte er sich als „Bester Film“ gegenüber legendären Filmen wie
TAXI DRIVER („Taxi Driver“, 1976) und NETWORK („Network“, 1976) durch,
brachte auch Regisseur John G. Avildsen und den Cuttern Richard Halsey und
Scott Conrad je einen Oscar® ein.
Stallone selbst, der nicht locker gelassen und darauf bestanden hatte, dass
der Film nur mit ihm in der Titelrolle produziert werden konnte, erhielt
zwei Nominierungen - für seine Darstellung und das Drehbuch. Zur Besetzung
gehörten außerdem Talia Shire als Adrian, Burt Young als deren Bruder und
Rockys Freund Paulie, Carl Weathers als der amtierende Schwergewichtschamp
Apollo Creed und Burgess Meredith als Rockys grauhaariger, nörgelnder Coach
Mickey. Shire wurde als Beste Hauptdarstellerin, Young und Meredith als
Beste Nebendarsteller für Oscars® nominiert – wie auch das Soundteam und
Bill Conti als Komponist des unvergesslichen Themesongs „Gonna Fly Now“.
Über
fünf Fortsetzungen, Wiederaufführungen im Kino sowie Video- und
DVD-Veröffentlichungen hat der Film kontinuierlich neue Generationen von
Fans angezogen. „Es ist erstaunlich“, so Stallone, „wenn man überlegt, wie
Rocky so viele Menschen in all den Jahren bewegt hat. Ich glaube, dass alle,
die so große Unterstützung und Loyalität gezeigt haben, auch mit dem
letzten Kapitel im Leben von Rocky Balboa glücklich sein werden. Denn ich
bin der Überzeugung, dass wir einen noblen und passenden Abschluss für die
Figur gefunden haben.“

Der
Kämpfer:
Sylvester Stallone glaubt, dass Rocky eine Seite in den Zuschauern berührt,
weil sie sich in dieser Figur wieder erkennen können. Weil das Original
mittlerweile 30 Jahre zurückliegt, wollte Stallone eine Geschichte
entwickeln, die das Grundthema von „Rocky“ einer neuen Generation vermitteln
konnte, das wahre Leitmotiv, dass alles möglich ist, wenn man nur selbst
stark genug daran glaubt.
„Es
ist schon ein ziemlich allgemeingültiger Traum, aufzustehen und zu
versuchen, das Beste aus dem eigenen Leben zu machen“, sagt Stallone. „Man
hat vielleicht nicht den ganz großen Erfolg, aber hatte doch zumindest die
Chance dazu. Meiner Ansicht nach werden viele Menschen vor allem davon
frustriert, nie diese Gelegenheit im Leben gehabt zu haben.“
Produzent Charles Winkler stellt fest, dass ROCKY BALBOA Stallones
jahrzehntelange Suche nach einem würdigen Finale für die Figur beendet:
„Sylvester befand sich auf einer Mission“, erzählt Winkler. „Er wollte einen
Abschluss, der auch den richtigen Ton traf, eine Geschichte, die einen
wieder glauben ließ.“ Und Winklers Kollege William Chartoff fügt hinzu:
„Rocky hat nie wirklich Sylvesters Gedankenwelt verlassen. Für ihn war das
Ganze so etwas wie eine nie beendete Arbeit, und so empfinden auch die
unzähligen Fans der Figur auf der ganzen Welt. Obwohl ROCKY BALBOA der Serie
wirklich ein Ende setzt, ist diese Fortsetzung in vieler Hinsicht dem
Original am ähnlichsten.“
„Der
erste Film war ein kleiner Film, aber geschrieben wie ein Meisterwerk“,
resümiert Burt Young, der Paulie, diese komplexe Persönlichkeit, über drei
Jahrzehnte und sechs Filme verkörpert hat. „Das waren 98 Seiten
Straßenprosa, da gab es kein Fett, nichts war überflüssig, und es war eine
sehr romantische Geschichte. Viele Zuschauer haben nie richtig anerkannt,
wie unglaublich romantisch der Film war. Ich war total begeistert von dem
Drehbuch, das vielleicht beste, das ich je gelesen habe.“
In
vieler Hinsicht steht in ROCKY BALBOA die Titelfigur wieder genau da, wo sie
schon im ersten Film war: „Er ist buchstäblich wieder dort angelangt, wo
alles angefangen hat, ist wieder ganz allein, nur seine Naivität hat er
verloren“, beschreibt Stallone seine Rolle. „Er ruht jetzt mehr in dieser
Welt, trägt eine Last auf den Schultern, aber dadurch wirkt er auch
irgendwie aufgeklärt und erleuchtet. Er weiß jetzt mehr und versucht das
auch zu vermitteln. Er hat nicht mehr so große Komplexe wie früher.“
Sein
einziges Sicherheitsnetz in einer komplizierten Welt ist allerdings weg:
Adrian starb viel zu früh an Krebs, so verlor Rocky, obwohl er nicht der Typ
ist, der jammert, die Schulter, an die er sich immer anlehnen konnte. „Wenn
einem das Wichtigste im Leben genommen wird“, erklärt Stallone, „wenn man
ins Wanken gerät, die besten Jahre vermutlich dahin sind und man wieder
allein ist, fragt man sich: ‚Was mache ich jetzt?’ Rocky hat den Ruhm
erreicht, den er sich immer gewünscht hatte, aber seine Frau ist tot und
sein Sohn führt sein eigenes Leben. Alles, was er für den ultimativen Traum
hielt, ist verloren – und er ist nur noch allein.“
Rocky fühlt schrecklichen Schmerz und großen Zorn, und er hat
keine Ahnung, wie er sich davon befreien kann“, erzählt Burt Young. „Aber
genau darum geht es in diesem Film, um unsere Figuren, die in leeren Räumen
stehen und sie irgendwie zu füllen versuchen.“ Rocky hat Paulie ein Heim
gegeben, macht sogar Frühstück für seinen besten Freund und Schwager. „Paulie
ist etwas unsensibel, aber letztendlich bewundert er Rocky“, erklärt
Stallone. „Er ist sein Kumpel, ohne den er nicht leben könnte, aber es ist
einfach so, dass aus Vertrautheit manchmal Geringschätzung wächst.“
Regelmäßig besucht Rocky das Grab seiner Frau, schließt es
in seine Tour ein, die ihn zu allen Orten führt, die ihm etwas bedeuteten.
„Die Tierhandlung ist mittlerweile mit Brettern vernagelt“, beschreibt
Stallone die Situation. „Er schwelgt in Erinnerungen an die Eislaufbahn,
die es längst nicht mehr gibt. Aber er steht mitten im Abbruchschutt und
läuft in Gedanken immer noch mit Adrian auf dem Eis, bis ihn Paulie mit
barschen Worten herausreißt.“
Rockys
Versuche, sich seinem Sohn Robert zu nähern, bleiben unerwidert. „Er ist die
letzte Verbindung, die Rocky zu seiner Frau hat, aber auf einem emotionalen
Level ist die Beziehung zu seinem Sohn sehr dürftig“, sagt Stallone. „Das
Problem seines Sohns ist vielen Kindern vertraut, die im Schatten
erfolgreicher Väter leben. Er kann nicht mit seinem Vater konkurrieren
- und sollte das auch nicht tun. So entschied er sich dafür, komplett anders
als sein Vater zu leben, sich anders zu kleiden, sich anders zu bewegen,
überhaupt alles anders als sein Vater zu machen.“
Milo Ventimiglia, der Robert Balboa, Jr. verkörpert und im
letzten Jahrzehnt vorwiegend im Fernsehen, in TV-Serien wie „Gilmore Girls“
oder „Heroes“ gearbeitet hat, bemerkt, dass Rocky zu Anfang der Story wie im
Original etwas heruntergekommen ist. „Er muss sich und seine Situation
verändern, aber braucht dafür die Menschen, die er liebt, an seiner Seite“,
erklärt der junge Schauspieler. „Aber dort sind sie nicht mehr. Emotional
gibt es eine direkte Verbindung zwischen dem ersten und dem letzten Teil. In
beiden Filmen wird eine einfache menschliche Geschichte erzählt.“
Die Irin Geraldine Hughes, Autorin und Star des hoch
gepriesenen Bühnenstücks „Belfast Blues“, wurde von Stallone ausgewählt, die
„kleine Marie“ zu spielen, die jetzt erwachsen und allein erziehende Mutter
ist und in einer besonders gefährlichen Ecke in South Philadelphia wohnt. Im
Original verkörperte Jodi Letizia Marie - damals noch ein Teenager, der für
den größten Lacher im Film sorgte. „Geh’ zum Teufel, Du Widerling“ rief sie
Rocky zu, als er sie nach Hause begleitet und sie damit vor einem Absturz in
die Jugendkriminalität bewahrt hatte. Obwohl Rocky und Marie sich vorsichtig
an eine Beziehung herantasten, bemerkt Hughes, dass es für Rocky noch zu
früh ist, Adrian wirklich gehen zu lassen. „Sowohl Adrian als auch Talia
Shire, ihre Darstellerin, sind unersetzbar“, sagt Hughes. „In diesem Film
bleibt sie eine enorm starke Kraft in Rockys Leben“
Aber
in Marie findet Rocky eine menschliche Verbindung, die er unbedingt braucht.
„Marie und Rocky machen eine schöne gemeinsame Entwicklung in dieser
Geschichte“, erklärt Hughes. „Aber eine Romanze ist es nicht. Beide sind in
ihrem Leben völlig allein. Marie hat das Gefühl, dass sie niemand wahrnimmt,
und Rocky nimmt sich die Zeit, sie zu besuchen und lässt sie dann an seinem
neuen Abenteuer teilhaben.“
Während zu seinem eigenen Sohn eine große Distanz besteht,
bemüht sich Rocky um Teenager Steps, Maries Sohn. Schließlich bietet er
beiden an, in seinem Restaurant „Adrian’s“ mitzuarbeiten. „In gewisser Weise
beginnt er, ihr Mentor zu werden, sie zu beschützen“, sagt Stallone. „Und er
schenkt auch dem Jungen etwas Aufmerksamkeit, der plötzlich aufzublühen
beginnt. Man kann es also so sehen, dass sich aus Rockys Schmerz auch Gutes
entwickelt.“
„Steps ist misstrauisch und als er Rocky zum ersten Mal
sieht, befürchtet er das Schlimmste“, beschreibt James Francis Kelly III
seine Rolle. „Aber er erkennt schon bald, dass Rocky kein schlechter,
sondern tatsächlich ein recht cooler Typ ist.“
Als der Sportsender ESPN unter dem Motto „Man vs. Machine“ in
einer Computersimulation zwei Athleten aus unterschiedlichen Zeitaltern
gegeneinander antreten lässt, nämlich den amtierenden
Schwergewichtsweltmeister Mason „The Line“ Dixon und den früheren
Doppelweltmeister Rocky Balboa, verändert sich Rockys Leben nahezu
unmerklich.
Der vom Computer generierte Kampf und sein merkwürdiger
Ausgang motivieren Rocky, sich wieder um eine Boxlizenz zu bemühen. Dafür
aber benötigt er einen Fight, denkt darüber nach, vielleicht auf lokaler
Ebene ein paar kleine Kämpfe zu bestreiten. „Rocky sieht die Sendung und ein
Licht geht in ihm an“, erklärt Stallone. „Er denkt, ‚Wow, hier kann ich
etwas machen, was ich wirklich liebe. Und lieber mache ich etwas, was mir
wirklich viel bedeutet, als sich schlecht zu fühlen, weil man es nicht getan
hat.’ Aber durch seine Bemühungen wird auch dieser Zorn in ihm ausgelöst
über die Demütigungen, die Vorurteile, die Klischees über das Alter. Sogar
sein Sohn ist der Meinung, dass er durch sein Verhalten beide nur schlecht
aussehen lassen würde.“
Es
gibt so vieles, dass Rocky seinem Sohn gerne vermitteln würde. Aber Robert
wuchs so völlig anders als sein Vater auf, dass ihm Rocky nur lächerlich
erscheint. „Rocky will, dass sein Sohn versteht, dass das Leben nicht nur
aus Vergnügen besteht“, erklärt Stallone. „Es ist hart, hässlich und schlägt
einen zu Boden, es sei denn, man wehrt sich. Und es geht nicht darum, wie
hart man selbst zuschlagen, sondern, wie viel man einstecken kann. Das genau
zeichnet Rocky aus.“
Als Darsteller von Mason Dixon wählte Stallone Antonio Tarver
aus, zu diesem Zeitpunkt der amtierende Weltmeister im Halbschwergewicht.
„Wenn man schon ein letztes Mal in den Ring steigt, warum dann nicht mit
einem echten Boxer, der die Magie der Choreographie nicht nötig hat? Antonio
kann wirklich boxen und er ging in den Ring mit viel Erfahrung und Training,
um rücksichtslos ein paar Schläge auszuteilen.“
Obwohl Dixon bisher jeden Kampf gewonnen hat, wird er von den
Menschen nicht respektiert, die eigentlich seine Fans sein sollten. Um das
hundertprozentig sicher zu ändern, betreiben seine Promoter Brainstorming
und haben die Idee, Rocky für einen WM-Fight wieder in den Ring zu locken.
„Eigentlich hat er den Siegergürtel im Ring nie verloren, ist
zurückgetreten“, bemerkt A.J. Benza, der Dixons Manager L.C. Luco
verkörpert. „In gewisser Weise sind also sowohl er als auch Mason Dixon
Champions. Man garantiert ihm, dass er nicht verletzt werden und so jeder
gewinnen würde.“
„Mason versteht nicht, warum die Öffentlichkeit nicht auf
seiner Seite steht“, sagt Tarver. „Erst im Ring mit Rocky, wenn er sich
wehren oder die Klappe halten muss, erkennt er, dass man sich Respekt
verdienen muss. In vieler Hinsicht kämpft er um sein Leben.“
Obwohl
Rocky anfangs zögert, anzutreten und vielleicht „zusammengeschlagen und in
eine peinliche Situation“ gebracht zu werden, erinnert ihn Marie daran, dass
der Kampf vielleicht für die andere Seite ein Publicity-Gag sei, dass er das
aber ganz anders sehen könnte. „In diesem Fight bekämpft man sich selbst“,
weiß Stallone. „Als Boxer ist Mason deutlich überlegen, aber er hat ein
Defizit: Er war niemals ganz unten. Er wurde nie schwer in Verlegenheit
gebracht. Und der letzte Ort, an den man denkt, diesen Moment erleben zu
können, wenn man gezwungen ist, etwas Bemerkenswertes zu leisten oder eben
zu scheitern, ist der Ring, in dem man gegen einen 58-Jährigen antritt. Zum
ersten Mal im Leben muss der Champ beweisen, dass mehr in ihm steckt, dass
er bisher getragen und beschützt wurde und jetzt sozusagen entblößt in den
Ring steigt.“
Für Rocky geht es in diesem Kampf um alles, was er jemals
geliebt hat – um Adrian, Robert, Marie, Steps, Paulie, um jeden, der jemals
an seinen Traum geglaubt hat. „Man kann auf nicht anderes hören als auf sein
Herz“, resümiert Stallone. Mit der Rückkehr zur Geschichte des „Italian
Stallion“ erhielt Stallone die Gelegenheit, einer ganzen Generation den
Gedanken zu vermitteln, dass, wenn sich man wirklich etwas aus vollem Herzen
wünscht, einen niemand vom Versuch abhalten kann, es auch zu erreichen. „In
diesem Punkt muss man etwas realistisch sein“, sagt Stallone. „Man macht
nicht etwas, das körperlich völlig unmöglich ist, aber man kann viel mehr
erreichen, als andere es einem zutrauen, wenn man nur daran glaubt. Es geht
um eine Verpflichtung, die man sich selbst gegenüber hat, und um Loyalität
gegenüber denen, die man liebt.
Der
Film:
Neben
Drehorten in Las Vegas und Los Angeles, die man aus pragmatischen Gründen
wählte, wollte Stallone die Kameras auch wieder in Philadelphias Southside
aufstellen und dabei Rockys Welt so zeigen, wie sie war: keine saubere
Hollywoodversion, sondern die schmutzige Realität. „Wir werden so nah an der
Wirklichkeit bleiben wie möglich“, sagte Stallone, wie sich Koproduzent Guy
Reidel erinnert. „In der Konsequenz bedeutet das, dass nichts im Studio
gedreht wurde“, so Reidel. „Die reale Welt war unser Drehort, was für die
Filmemacher einige Herausforderungen mehr mit sich brachte.“

Weil das Budget begrenzt war und ihm nur fünf Wochen zum Drehen zur
Verfügung standen, passte sich Stallone an die Gegebenheiten mit einem
schnörkellosen, konsequenten Inszenierungsstil an, der perfekt zu den
zentralen Themen des Films passt. „Wir verlegten keine Schienen, es gab
keine Kamerakräne, keine dieser ausgetüftelten Kamerasequenzen, viel wurde
mit der Handkamera gedreht“, beschreibt Stallone sein Vorgehen. Stallone
arbeitete eng mit Kameramann Clark Mathis an diesem reduzierten
Inszenierungsstil, der dennoch die zentralen Charaktere des Film
widerspiegeln sollte. „Ich versuchte, möglichst so zu drehen“, so Mathis,
„wie es den Persönlichkeiten der Figuren entsprach. „Einige Szenen sind
sehr hektisch und aufwühlend. Dixon habe ich in helles, steriles Licht
getaucht, keinen dramatischen Akzent im Licht gesetzt. Ich wollte sichtbar
machen, dass sein Leben bis zum Kampf ohne Farbe, Schatten und Atmosphäre
ist.“
Der
gleich zu Drehbeginn angesetzte monumentale Fight zwischen Rocky und Mason
„The Line“ Dixon sollte ein aufregender Event im Las-Vegas-Stil sein und war
die größte Herausforderung der Dreharbeiten. Stallone hatte gerade ein
mörderisches Trainingsprogramm beendet und befand sich in einer
Spitzenverfassung. Das würde sich im Verlauf der Dreharbeiten aber ändern,
weil er wegen seiner Verpflichtungen als Regisseur und Darsteller kaum noch
Zeit zum Training haben würde. Aus diesem Grund mussten die Kampfszenen
sofort vor die Kamera gehen. „Boxen ist etwas Einzigartiges“, schwärmt
Stallone. „Man benötigt dafür Fähigkeiten, für die man Jahre braucht, sie
sich anzueignen.“
Während
der erste Drehtag näher rückte, hielt man Ausschau nach einer Boxarena. Doch
jede geeignete Halle, die man fand, war entweder ausgebucht oder konnte
keine Filmcrew aufnehmen. Stallone wusste, dass HBO in Las Vegas einen
Pay-Per-View-Fight zwischen Bernard Hopkins und Germaine Taylor übertragen
wollte. Im Herzen ein unabhängiger Filmemacher, kam Stallone auf die Idee,
auf diesen Zug, auf dieses Event aufzuspringen und von einem Publikum zu
profitieren, das sich die Produktion kaum leisten würde können, mit
Statisten nachzustellen. Doch der Fight sollte bereits zwei Wochen vor dem
geplanten Drehstart stattfinden. Der stets erfinderische Regisseur löste das
Problem, indem er den Drehstart entsprechend vorzog.

„Mit
Stallone im Team ist nichts unmöglich“, schwärmt Burt Young. „Ich kenne
keinen anderen, der so viele Jobs auf einmal und dabei so gut machen
könnte. Wenn er einen Einfall hat, setzt er ihn sofort in die Tat um. Für
ihn ist nichts unmöglich. Das macht ihn und die Geschichte dieses Films
aus.“
Das
Team nahm Verhandlungen mit HBO und dem Veranstalter Mandalay Bay Resort And
Casino auf, um sich den echten Kampf zu Nutze machen zu können. Doch obwohl
die Filmemacher neun Tage Drehzeit forderten, konnte ihnen Mandalay Bay nur
mit sechs Tagen entgegenkommen. Während sich die Produzenten nun überlegten,
wie sie damit zurechtkommen konnten, widmete sich Stallone voll und ganz dem
Casting. „Ich wollte niemanden auf der Leinwand sehen, den man schon aus
Dutzenden anderer Filme kannte“, erklärt Stallone. „Mit bekannten Gesichtern
geht vom Realismus etwas verloren.“
Um
Mason „The Line“ Dixon spielen zu können, musste Linksausleger Antonio
Tarver fünf Wochen vor dem offiziellen Drehstart mit den Proben beginnen und
20 Pfund zulegen, um als Halbschwergewicht die Schwergewichtsklasse zu
erreichen. Als die Proben begannen, musste sich Tarver den Anforderungen
anpassen, die die Schauspielerei mit sich brachte – im Unterschied zu den
Erfordernissen eines Kampfes, die zu erfüllen er ein ganzes Leben trainiert
hatte. „Die Kampfszenen stellten keine Herausforderung für Tarver da“,
erklärt Koproduzent Guy Reidel. „Der Mann kann mehr als 30 Knockouts auf
seiner Habensliste verbuchen. Aber er musste für jeden einzelnen Schlag die
Choreographie lernen, damit sichergestellt werden konnte, dass man damit
auch die dramatischste Wirkung erzielte. Und gerade, als wir bei den Proben
richtige Fortschritte machten, musste Sly sich wegen der vielen Hüte, die er
trug, mit dem Produktionsdesigner, dem Kameramann, den Kostümleuten, dem
Cutter oder den Repräsentanten des Studios treffen.“
Letztlich half Stallones Erfahrung in der Herstellung eines klassischen „Rocky“-Films,
dass der Dreh der Fightszenen für Darsteller und Team gleichermaßen glatt
ablief. Denn für jeden Beteiligten veranschaulichte er die dramatische
Bedeutung, die jede Sekunde des Kampfs hatte. Wer liegt an welchem Punkt
vorn? Wo befindet sich Rocky sowohl in seiner körperlichen als auch
emotionalen Entwicklung? „Jede Sekunde beinhaltet einen emotionalen Moment,
der mit der körperlichen Bewegung in Übereinstimmung sein musste“, erklärt
Antonio Tarver. „Das macht das Leben dieses Kampfes aus.“
„Wir
drehten vor dem Hintergrund eines Live-Events, das Wiegen und die
Pressekonferenz waren live“, beschreibt Stallone die Probleme. „Wir bannten
Teile der Liveveranstaltung von HBO auf Film, kamen nach Übertragungsende
sofort mit den Darstellern und dem Team zu den Sets, um sie für uns nutzen
zu können. Das war mehr als eine Herausforderung.“
Als
schließlich die Kämpfer gewogen wurden, ließ Stallone zum ersten Mal die
Ergebnisse seines intensiven Trainingsprogramms sehen. „Jeder war
verblüfft“, erinnert sich Winkler. „Er war einfach so fit, schaute
unglaublich aus. In diesem Moment wussten wir alle, dass der Film
funktionieren würde, wenn wir nur alle unsere Arbeit richtig machten.“

1976,
als „Rocky“ gedreht wurde, schlug Sylvester Stallone wirklich auf die
Fleischhälften im Schlachthaus ein, die ihm als Sandsäcke dienten. Im
neuen Film wollte er keine gestellt wirkenden Kampfszenen, keine der
üblichen Kameraperspektiven und Eindrücke von einem Schwergewichtskampf.
So arbeitete er eng mit den Choreographen und Antonio Tarver zusammen,
damit der Fight so realistisch wie möglich aussah, ohne die Kämpfer übel
zu verletzen, aber mit richtigen Körperschlägen. „Es ist eine 25-minütige
Sequenz, die ganz auf sich gestellt ist, die entweder funktioniert oder
eben danebengeht“, erklärt Stallone. „Wir stellten die Kameras an vier
Punkten auf und improvisierten dann. Und man war mitten drin. Das
Schwerste war, Antonio dazu zu bringen, mich richtig zu treffen, denn wohl
war ihm nicht dabei. Aber es zahlte sich aus.“ „Er hat nicht versucht,
mich umzubringen“, fügt Stallone lachend hinzu. „Seine Treffer schmerzten,
aber mein Herz blieb danach nicht stehen.“
Für
einen noch stärkeren Realitätsbezug engagierten die Filmemacher die echten
Ringkommentatoren Jim Lampley, Larry Merchant und Max Kellerman, die sich
selbst spielten. Außerdem war mit von der Partie Michael Buffer als Ansager
für den Dixon-Balboa Fight, auch als „The Rage Against The Age“ benannt.
Boxer Mike Tyson spielt sich selbst im Film - ähnlich wie Joe Frazier, der
beim Titelkampf in „Rocky“ auftauchte.
Der
aufregendste Moment während der ganzen Produktionszeit war für alle
Beteiligten, als HBO die Zusage gab, dass man für den Film auf das Publikum
des Hopkins-Taylor-Fights zurückgreifen durfte. So konnte Rocky in die
vollbesetzte Arena treten, den Gang hinunterschreiten und in den Ring
steigen, während sechs Kameras mitdrehten. Als er seine Arme hob, schrien
14.000 echte Boxfans „Rocky! Rocky! Rocky!“- in einer tumultartigen
Stimmung, die man mit bezahlten Statisten nie hätte erreichen können.
„Die
Schreie für Rocky waren lauter als die während des Hauptkampfs“, erinnert
sich Chartoff. Und Winkler fügt hinzu: „Es war der beste Moment der ganzen
Show. Man konnte nichts dagegen machen, man bekam einfach eine Gänsehaut.“
Weil
Realismus für die Kampfszenen eine Schlüsselrolle spielte, entschied sich
Stallone dafür, mit High Definition Kameras zu drehen. „Ich hatte ein
bestimmtes Gefühl, wie die Dialoge klingen sollten, aber der Kampf musste so
aussehen, wie es sich Sportfans vorstellen: strahlend, waghalsig, knackig“,
führt Stallone aus.
Weil
der Balboa-Dixon-Fight im Grunde ein HBO-Fight war, wollte Stallone den Fans
solcher Veranstaltungen ein Erlebnis bieten, das sie so bisher nicht
kannten. „Als ich aufwuchs und Boxfilme sah, hatte ich diese
Vorgefasste
Meinung, dass man solche Filme mit sehr stilisierten Kamerabewegungen
inszenieren musste“, erinnert sich Chartoff. Aber Stallone wollte mit dem
Kampf im Film einen Schritt weitergehen. „Hier handelt es sich nicht um
einen High-Definition- oder um einen 35-Millimeter-Film“, ergänzt David
Winkler. „Es ist eine Mischung daraus, und nur wenige Filme haben das bisher
gemacht. Und das Ergebnis sieht so aus, wie es auch aussehen sollte: brutal
und wild. Wenn man sieht, wie diese beiden aufeinander einschlagen, bleibt
die Hollywoodillusionsmaschine außer Betrieb.“

„Sly
hat das Drehen von Boxszenen perfektioniert, für uns ist das heute der
traditionelle Weg“, erklärt Charles Winkler. „Er hat diese Aufgabe während
der ersten fünf Filme gemeistert. Und dann hat er sich von seinem eigenen
Stil abgewendet und wollte etwas neues versuchen. Er blüht auf, wenn er
etwas neu erfinden kann.“
Nach
einer Woche Dreharbeiten in Las Vegas kehrte das Team für 16 Tage an
Drehorte im Großraum Los Angeles zurück. Dort filmte man ergänzendes
Material für Szenen, die später in Philadelphia vor die Kameras kommen
sollten. Einer der Hauptschauplätze und dabei die größte Herausforderung war
der Fleischgroßhandel Bro Pack Meats in der Kleinstadt Pico Rivera, der für
Paulies Arbeitsplatz der letzten 30 Jahre den Hintergrund liefern sollte.

Wegen
des fortlaufenden Geschäftsbetriebs konnte der Großhandel für die
Dreharbeiten nicht geschlossen werden. „Genau wie wir mussten sie einen
Zeitplan einhalten“, erinnert sich Stallone, „und wir mussten uns daran
anpassen. Es gibt dort ein sehr geschütztes und empfindliches
Arbeitsumfeld, besonders, was die Temperaturen betrifft. Wir mussten uns
nach ihren Regeln richten, aber zu unserem Glück unterstützten sie uns
sehr und wir kamen gut zurecht. Trotzdem war es einer unserer
Kompliziertesten Drehorte.“
Während
der Dreharbeiten bei Bro Pack Meats besuchte Kaliforniens Gouverneur Arnold
Schwarzenegger, Stallones ehemaliger Konkurrent um den Thron des
Actionfilmtitanen, den Set. Er bedankte sich mit der Überreichung einer
Urkunde für die Verdienste des Autors und Regisseurs um die Filmindustrie
Kaliforniens. Später spendeten Film- und Fleischproduzenten gemeinsam über
300 Pfund erstklassiges Rindfleisch für die Los Angeles Food Bank.
Dann
zog das Team weiter ins Herz des Rocky-Territoriums nach Philadelphia. Die
erste Herausforderung war, die zentralen Schauplätze des Originals
aufzusuchen, die Tierhandlung, die Kirche, die Eislaufbahn und andere mehr.
Die meisten Drehorte existierten noch. In Philadelphia wollte Stallone Rocky
unbedingt in echter Kälte trainieren lassen, um den rauchigen Effekt
auszunutzen, der sich zeigt, wenn heißer Atem und eisige Luft
zusammentreffen. Aber das Wetter spielte zumindest anfangs nicht mit:
Sonnenschein im Januar und in Philadelphia?

Ein
anderer unerwarteter Aspekt bei den Dreharbeiten in der Stadt der
Bruderliebe war die große Zuneigung, die Rocky und Stallone dort immer
noch zuteil wurden. Figur wie Darsteller genießen in Philadelphia riesigen
Heldenstatus, was letztlich nicht nur den Regisseur, sondern auch sein
ganzes Team inspirierte. Begeisterte Menschenmengen konnte man überall
antreffen. Besonders auf dem Italian Market waren sie wegen der viele
Zugänge besonders präsent, aber an allen Drehorten waren die Fans
rücksichtsvoll und kooperativ. „Was erwarten Sie, wenn Rocky nach
Philadelphia zurückkehrt?“, fragt Produzent Kevin King rhetorisch. „Das
ging uns wirklich zu Herzen, dieses Verströmen von Liebe. Ich bin sicher,
Sly empfand das genauso.“ „Das war eine außergewöhnliche Erfahrung“,
pflichtet Stallone bei, „denn sie schrien nicht nach Sylvester Stallone,
sondern immer nur ‚Rocky! Rocky! Yo Rock!’ Es gibt keine Trennungslinie
zwischen den beiden Identitäten.“
Zu den
anderen Drehorten in der historisch bedeutsamen Stadt zählten der alte
Friedhof in Laurel Hill, die Fabrik Tasty Cake, das Cira Centre, ein
modernes Bürogebäude hinter der Penn Station, der Stadtteil Kensington sowie
das Rathaus. „Unser Produktionsdesigner Franco Carbone hat sich intensiv in
der Stadt umgesehen“, erzählt Koproduzent Guy Reidel. „Und dann wurde viel
Arbeitszeit investiert, Sly Fotografien, Videos und Internetseiten zu
zeigen. Ideal war das nicht, aber in diesem Fall funktionierte es, weil Sly
ein so gutes Auge besitzt und mit allen Aspekten des Projekts vertraut war.“

Während das Team in der Stadt herumzog, fanden sich am Set eine Reihe
prominenter Besucher ein. Das Spektrum reichte von Ex-Footballprofi und
Gouverneurskandidat Lynn Swann bis zum früheren Halbschwergewichtschampion
Matthew Said Muhammad. Besonders interessant waren sowohl in Philadelphia
als auch in Las Vegas die vielen Amerikaner, aber auch Europäer, die extra
in die Stadt gekommen waren, um Rocky zu sehen.
Sogar
30 Jahre später bleibt es der bewegendste Moment, wenn Rocky die vielen
Stufen zum Philadelphia Museum of Art hinaufsprintet, um dann den Blick auf
die atemberaubende Skyline der Stadt zu genießen. Es ist die bekannteste und
auch meist geliebte Szene aller „Rocky“-Filme. Kein Tag vergeht, vielleicht
nicht einmal eine Stunde, ohne dass Einheimische oder Touristen diesen
Sprint nachmachen, die Arme triumphierend heben und im Kopf dazu Bill Contis
ikonisches Musikthema hören. „In diesem Sprint ist Rockys ganzes Leben
komprimiert“, sagt David Winkler.
Am Tag,
als die Szene schließlich gedreht werden sollte, in der Rocky mit seinem
Hund Punchy die Stufen hinaufsprintet, sollte es laut Drehbuch schneien,
aber außer ein paar vereinzelten Flocken war nichts zu sehen ... bis der
Himmel für den Schnee doch noch die Schleusen öffnete. Sofort machte sich
das Team eiligst fertig.
„Ich
renne also mit Punchy die Stufen nach oben und als wir fertig waren, hörte
es auf zu schneien“, erinnert sich Stallone. „Beim letzten Sprint rannte ich
in einer dichten Schneewolke, und wir ließen die Kamera laufen vom Anfang
bis zum Ende dieses Schneefalls. Für mich waren das sehr emotionale Momente.
Wenn ich den Schnitt beendet habe, ist alles vorbei. Das ist wie eine Reise,
die 30 Jahre andauert. Alles, was ich je in meinem Leben gehabt habe, was
ich erreichen wollte, was wirklichen Wert besitzt, ist erledigt. Und ich
schaue auf die Stadt hinunter, als die Sonne sich senkt und sage zu mir: ‚Du
hast es wenigstens getan. Du bist hierher gekommen, hast es zu Ende
gebracht, im Schnee, auf den Stufen von Philadelphia. Das ist perfekt, danke
Herr. Und dann war alles vorbei.“
Das
Phänomen:

Die
Ursprünge der „Rocky“-Ikonographie sind gut dokumentiert. Sylvester
Stallone kämpfte als Schauspieler und Autor um einen Platz im
Filmgeschäft, als er den Boxkampf zwischen Chuck Wepner und Muhammad Ali
sah. Ein Kampf, in dem der absolute Außenseiter und Durchschnittsboxer
Wepner gegen den großen Ali fast die kompletten 15 Runden durchstand.
Stallone, damals ohne Job und pleite, beeindruckte diese unglaubliche
Leistung so sehr, dass er sich hinsetzte und „Rocky“ schrieb.
Stallone identifizierte sich so sehr mit seinem Drehbuch, dass er es nur
verkaufen wollte, wenn er selbst die Hauptrolle spielen konnte. Die Studios
erwogen die großen Stars dieser Tage, Burt Reynolds, Ryan O’Neal oder James
Caan, und konnten sich nicht vorstellen, Geld für einen unbekannten
Schauspieler mit einem merkwürdigen Namen auszugeben. Ratschläge ignorierend
und wider besseren Wissens blieb Stallone seiner Linie treu, und heute kann
man sich im Grunde keinen anderen in dieser Rolle vorstellen.

Einige
halten „Rocky“ für den besten Boxfilm aller Zeiten, aber was den Film bei
den Zuschauern wie auch bei den Kritikern gleichermaßen hervorhob, war, dass
es um reale Menschen in einer alltäglichen, verzweifelten Situation ging,
die sich nach etwas Besserem sehnen. Sogar ohne das Boxen hat die Geschichte
allgemeingültige Relevanz, doch das Wesentliche ist, wie Amerikas
Topkritiker Roger Ebert schrieb, das Folgende: „Sie will uns auf einer
elementaren, manchmal schonungslos wilden Ebene Miteinbeziehen. Es geht um
Heldentum und darum, sein Potenzial zu verwirklichen, darum, dass man sein
Bestes versucht und zu seinem Mädchen hält. Das hört sich nicht nur
klischeehaft, sondern schmalzig an, und trotzdem ist es das überhaupt nicht,
denn die Geschichte funktioniert wirklich auf diesen Ebenen. Sie involviert
uns emotional. Sie erreicht, dass wir uns auf sie einlassen: Wir erkennen,
vielleicht zu unserer eigenen Überraschung, nachdem uns so viele Filme
vergleichsweise kalt gelassen haben, dass es uns dieses Mal berührt.“
Wie
Rocky wagte es Stallone zu träumen, obwohl so vieles gegen ihn sprach, und
erreichte aus dem Nichts kommend schnellen und weltweiten Ruhm. Dank des
Drehbuchs, der Inszenierung und der darstellerischen Leistungen, allesamt
außergewöhnlich, standen die Zuschauer auf der Seite aller Figuren, drückten
nicht nur dem Mann die Daumen, der in den Ring treten musste. Genau dieser
Geist ist es, der den ersten mit diesem letzten Teil der Reihe verbindet.
Auch in
„Rocky 2“, der 1979 in die Kinos kam, war Stallone wieder an der Seite von
Talia Shire, Burt Young, Carl Weathers und Burgess Meredith zu sehen. Rocky
und Weltmeister Apollo Creed treten im Ring zum Revanchefight an – und
sowohl Rocky als auch seine Frau Adrian kämpfen in verschiedenen Arenen um
ihr Leben. Besonders in Erinnerung sind die Boxszenen im finalen Höhepunkt
des Films, den Stallone inszenierte, der - einfach gesagt - Rocky besser
kennt als jeder andere.

„Rocky
II“ aus dem Jahr 1982 führte wieder Stallone, Talia Shire, Burt Young,
Burgess Meredith und Carl Weathers vor die Kameras, ergänzt von Mr. T. Hier
nimmt die Gewinn bringende Formel eine überraschende Wende, wird der „Italian
Stallion“ von seinem ehemaligen Gegner Apollo Creed trainiert, nachdem
dieser von einem widerwärtigen Fighter entthront wurde. Vom Erfolg weich
geworden, muss Rocky ganz tief graben, um noch Motivation zu finden, die ihn
an der Spitze hält. Erneut führte Stallone Regie bei dieser Fortsetzung,
deren populärer Themesong „Eye Of The Tiger“ für einen Oscar® nominiert
wurde.
Auch
bei „Rocky IV“ aus dem Jahr 1985 stand Stallone vor und hinter der Kamera,
führte eine Besetzung an, zu der Dolph Lundgren, Carl Weathers, Talia Shire,
Burt Young, Brigitte Nielsen, Michael Pataki und James Brown zählten. Dieses
Mal rächt Rocky den Tod eines Freundes und kämpft für Amerika gegen einen
übermenschlich starken russischen Champion, reist sogar nach Sibirien, um
wie sein Gegner trainieren zu können.
„Rocky
V“, 1990 in die Kinos gebracht, führte John G. Avildsen, der für das
Original mit dem Oscar® ausgezeichnet worden war, auf den Regiestuhl zurück.
Neben Stallone spielten Shire, Young, Sage Stallone, Burgess Meredith, Tommy
Morrison und Richard Gant.
Hier ist der „Italian Stallion“ zurück in seiner alten
Wohngegend in Philly, trainiert einen viel versprechenden jungen Boxer, der
sich schließlich als undankbar herausstellt. Obwohl alles gegen ihn spricht
und die Kräfte nachgelassen haben, setzt Rocky alles aufs Spiel, um einen
weiteren Kampf zu wagen.

ROCKY
BALBOA schließlich ist der vierte Film der Reihe, den Stallone auch
inszeniert hat – mit ihm selbst, Burt Young, Antonio Tarver, Geraldine
Hughes, Milo Ventimiglia und Tony Burton in den zentralen Rollen.
Die
einzige Hauptfigur, die den ganzen Weg mit Rocky ging, ist Paulie, gespielt
von Burt Young, der für die Einführung dieses Charakters im Original eine
Oscar®-Nominierung erhielt. In allen sechs „Rocky“-Runden der Rekorde
brechenden Serie ist auch Tony Burton, der als Trainer von Apollo Creed
begann und dann in Rockys Ecke wechselte, mit von der Partie. Marie, als
Teenager im Original von Jodi Letizia verkörpert, taucht als Figur auch im
Abschluss der Serie wieder auf, ist nun eine erwachsene Frau, die von
Geraldine Hughes gespielt wird. Und alle richtigen Filmfans, die jedes
Detail aufsaugen, wird es vielleicht interessieren, dass es ein weiteres
Wiedersehen gibt. Denn die Tauben Cuff und Link, zu Beginn des Originals
vielleicht Rockys beste Freunde, sind aus dem Ruhestand zurück, um ihre
Rollen auch in ROCKY BALBOA zu spielen.
Der
Erfolg:
Eigentlich war jeder skeptisch gegenüber einem weiteren Teil der
Rocky-Reihe. Der fünfte Teil floppte vor 16 Jahren an den Kinokassen und
auch bei den Kritikern kam er schlecht an. Außerdem war Stallone inzwischen
fast 60 Jahre alt und seine letzten Filme floppten ebenfalls an den
Kinokassen oder waren Direct-to-DVD Produktionen. Konnte das wirklich gut
gehen? Ja! Der Film ist jetzt bereits in vielen Ländern im Kino und auch die
Kritiker sind sich einig. Mit einem bisherigen Einspiel von ca. 111-Mio.$
weltweit bei einem Budget von 24-Mio.$ ist der Film ein riesiger Erfolg an
den Kassen. Mit einem Metascore von 63% aus 33 Kritiken in den USA und
weiteren positiven Kritiken weltweit, überraschte der Film wirklich jeden.
Viele Kritiker - auch hierzulande - reden vom besten Rocky seit Teil 1. Auch
der finanzielle Erfolg wird noch weiter steigen, da der Film noch in vielen
Ländern - einschließlich Deutschland - starten wird.
Was wir von MI vom Film
halten, könnt Ihr euch in unserem Kritiken Bereich durchlesen. Beide
Kritiker vergaben dem Film mit 9/10 Punkten fast die Höchstwertung!
Verantwortlicher Redakteur:
Van Nistelrooy
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