
Genre:
Thriller/Mystery
Land: USA 2006
Studio/Verleih: Columbia Pictures Corporation/Sony
Pictures Releasing
Regie: Ron Howard
Produzent(en):
John Calley, Brian Grazer,
Louisa Velis,
Kathleen McGill,
Todd Hallowell, Dan Brown
Drehbuch:
Akiva Goldsman, Dan Brown
Kamera:
Salvatore Totino
Musik: Hans Zimmer
Schnitt:
Daniel P. Hanley, Mike Hill
Casting: Janet Hirshenson, John Hubbard, Jane Jenkins
Kinostart: 18. Mai 2006
FSK-Freigabe: Ab 12 Jahren (tba)
Filmdauer: 148 min.
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Story:
Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard,
befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen
merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in
der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon
begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine
Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis
aufmerksam machen wollte - Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären
und auf eine finstere Verschwörung deuten...
Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von
Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und
Tochter des ermordeten Kurators. Von ihr erfährt er auch, dass der
Kurator der geheimnisumwitterten Sions-Bruderschaft angehörte - ebenso
wie Leonardo da Vinci, Victor Hugo und Isaac Newton. Bei ihren
Recherchen stoßen Robert und Sophie immer wieder auf verborgene Zeichen
und Symbole in den Werken Leonardo da Vincis...
Die Entstehung - Vom Buch zum Film:
Noch
lange bevor der Sensationserfolg von Dan Browns Bestseller „Sakrileg“
seinen Höhepunkt erreicht hatte, empfahl der Sony-Vorsitzende Howard
Stringer dem Filmproduzent John Calley, das Buch zu lesen. „Ein
erstklassiger Thriller, ich war ganz verrückt danach“, erinnert sich
Calley. Er erwarb umgehend die Filmrechte.
Parallel
zeigten Brian Grazer, Kovorsitzender bei Imagine Entertainment und sein
Partner, Regisseur und Produzent Ron Howard, ebenfalls Interesse an der
Verfilmung. Grazer war vor allem von der kontroversen Thematik des Romans
fasziniert: „Für mich bietet „Sakrileg“ nicht nur grandiose, spannende
Unterhaltung; vielmehr waren es die hintergründigen Fakten, die meine
Aufmerksamkeit weckten, wie z.B. die Diskrepanz zwischen historischen
Fakten und der Geschichtsschreibung. Dieses Thema fand ich sehr
aufregend.“

Als
Grazer und Howard erfuhren, dass Calley bereits eine Option auf die Rechte
hatte, trugen sie ihm ihre Ideen für eine Kinofassung von THE DA VINCI
CODE – SAKRILEG vor. Sie wurden Partner.
Ron
Howards Frau las „Sakrileg“ gerade mit ihrem Buchclub und als er erwähnte,
dass er vielleicht einen Film daraus machen werde, stieß er auf einhellige
Begeisterung. „Ich habe den Roman genauso entdeckt, wie der Rest der Welt
auch: durch Mundpropaganda. Die Menschen interessieren sich aus den
verschiedensten Gründen für dieses Buch und auf jeden hat es seine ganz
eigene Wirkung.“
Der
Hauptgrund für Howards Faszination ist jedoch seine Vorliebe für das
Thriller-Genre. „Die Geschichte hat alle klassischen Spannungsmomente, die
einen guten Film ausmachen“, stellt der Regisseur fest. „Sie scheint den
Zuschauer in eine bestimmte Richtung zu führen, doch dann kommt plötzlich
eine überraschende Wendung. Das ist es, womit Dan Brown seine Leser derart
fesselt: „Man wähnt sich auf dem vertrauten Terrain eines Mystery-Thrillers,
und plötzlich – wow! – nehmen die Ereignisse eine völlig andere Wendung.“
John
Calley freute sich über Howards Interesse an „THE DA VINCI CODE -SAKRILEG“,
denn er hatte schon lange nach einer Gelegenheit gesucht, mit dem Oscar®-Preisträger
zusammen zu arbeiten: „Ich habe Ron immer bewundert. Er ist routiniert und
dabei äußerst bescheiden: Er stellt sich ganz in den Dienst des Projektes.
Er ist die ideale Wahl, denn er bringt eine Art Grundverständnis und
Aufgeschlossenheit mit, nach denen dieser Stoff verlangt.“

Nach
ihrer Zusammenarbeit bei A Beautiful Mind und Das Comeback
war Drehbuchautor Akiva Goldsman Howards erste Wahl, um Dan Browns Roman
für die Leinwand zu adaptieren. „Es war eine echte Herausforderung“, räumt Howard ein. „Als wir uns zur Verfilmung entschlossen, hatte sich das Buch
längst vom Bestseller zu einem internationalen Phänomen entwickelt. Ich
hatte schon vorher eng mit Akiva Goldsman zusammen gearbeitet und wir
führten tiefschürfende Gespräche über die Vorlage. Dass es einen tollen
Filmstoff abgeben würde, reichte noch nicht aus. Wir mussten uns all die
Fragen stellen, die der Roman aufwirft. Ich hatte zuvor an keinem
vergleichbaren Projekt gearbeitet: Einem, das nicht nur Entertainment
bietet und starke Emotionen hervorruft, sondern auch zu Diskussionen
anregt.“
Goldsman
gibt offen zu, dass ihn die Aufgabe zunächst etwas einschüchterte: So viele
Menschen hatten das Buch gelesen und dazu ihre eigenen Bilder im Kopf
entwickelt. „Ich war von dem Roman schwer beeindruckt und hatte keine
Ahnung, wie man ein derart komplexes und labyrinthisches Werk angemessen
adaptieren soll“, gesteht er. „Mein erster Impuls war, lieber abzulehnen.
Aber dann setzte ich mich mit Ron zusammen und er hatte so klare
Vorstellungen zur Umsetzung, dass ich mich von seinem Selbstvertrauen
anstecken ließ.“
Auch dem
zweifachen Oscar®-Gewinner Tom Hanks, der
Dan Browns Protagonist Robert Langdon verkörpert, waren die Tücken einer
Bestselleradaption nur allzu bewusst: „Man muss den Lesern geben, was sie
erwarten, denn – ganz ehrlich: Das Buch ist wirklich gut“, sagt Hanks.
„Natürlich könnte man es anders machen. Dann sollte man aber sicher gehen,
dass man es auch besser macht! Mit der Adaption eines so spezifischen
Stoffes wie „Sakrileg“, stellt Akiva sich einer gewaltigen Aufgabe, gerade
weil er als erfahrener Drehbuchautor genau weiß, wie man eine Geschichte in
Bilder umsetzt.“
Während
der Skriptentwicklung berieten sich die Filmemacher immer wieder mit Autor
Dan Brown. „Dan war sehr umsichtig und hilfsbereit. Ihm war vollkommen klar,
dass das Drehbuch keine wortgetreue Umsetzung des Romans sein konnte“, sagt
Howard. „Er wusste, dass wir die Geschichte straffen mussten. Aber er blieb
unsere wichtigste Informationsquelle. Er wies uns sogar auf einige Details
hin, auf die er erst nach Beendung des Romans gestoßen war. Sie sind in das
Skript eingeflossen. Unser Film ist also quasi eine aktualisierte,
kommentierte Version von „Sakrileg“.
Die Optik des Films:
Der Film
wurde an zahlreichen Originalschauplätzen in Europa gefilmt, außerdem an
mehreren Sets in den Pinewood und den Shepperton Studios. Obwohl
die Produktion im Pariser Louvre drehen durfte, musste die Grande Galerie
im Studio nachgebaut werden. Nur so war es möglich, Actionszenen zu
drehen, ohne die unschätzbaren Kunstwerke zu gefährden. Zu diesem Zweck
konstruierte Szenenbildner Allan Cameron Teile des Museums in der
„James-Bond-Halle“ der Pinewood Studios vor den Toren Londons. „Mir war
von Anfang an klar, dass wir zumindest einen kleinen Teil des Louvre
nachbauen müssen“, erzählt Cameron. „Aber als wir dann in den Louvre
kamen, fürchteten wir um das Parkett – von den
kostbaren Gemälden ganz zu schweigen. Nach einigen Besuchen in Paris
beschlossen wir, doch einen größeren Abschnitt des Museums in Pinewood
nachzubilden. Mir persönlich machte das natürlich mehr Spaß, als vor Ort
zu drehen! Aber mein Bühnenbildner James Gemmill musste 150 Bilder aus dem
Louvre kopieren, wobei er sich ganz exakt an den Originalen des Museums
orientierte. Wir ließen eigens Marmor herstellen, der zu dem im Louvre
passte. Mein Tischler fertigte Dielen aus ähnlichem Furnier wie der
Fußboden der Grande Galerie. Diese wurden dann abfotografiert, auf
Plastikfolie gedruckt und auf dem Studioboden ausgelegt.“
Die
Original-Gemälde wiederum wurden digital fotografiert, vergrößert und
nochmals übermalt. Zum Teil wurden sie an die Wand projiziert und von
Gemmill übermalt. „James hat sich so exakt wie möglich an die berühmten
Vorbilder gehalten. Er weiß alles über Glasuren und Aufbringungstechniken.
Sogar die Oberfläche der Gemälde wirkt jetzt ziemlich realistisch.“
„Ich versuchte jedem Bild die richtige Textur zu geben“,
fügt Gemmill hinzu. „Wir können zwar nicht immer die Originaltechnik
benutzen, aber die Beschaffenheit ist ungemein wichtig. Das ist eben der
feine Unterschied, wenn in einem Film ein Bild an der Wand hängt und man
sofort sieht, dass es bloß ein Druck ist und kein Gemälde. Spätestens wenn
sich das Licht darauf bricht, ist die Struktur zu erkennen. Man sollte
sich also Mühe damit geben.“
Eine
Reihe weiterer Sets entstand in den Shepperton Studios im Südwesten Londons,
so auch das Innere der Kirche Saint-Sulpice und eine Reihe von Zimmern des
Château Villette – Leigh Teabings Residenz. „Wir wollten im Film das echte
Château zeigen und hatten großes Glück, dass wir die Dreherlaubnis bekamen“,
sagt Cameron. „Aber die Bibliothek, die Küche und das Arbeitszimmer mussten
wir im Studio nachbauen. Diese Ausstattung hat besonders viel Spaß gemacht,
da sie eine beachtliche Anzahl von Requisiten beinhaltete.“
„Natürlich haben wir uns bei unseren Sets an die Architektur des Châteaus
gehalten“, fährt Cameron fort, „die schönen Schnitzereien, den Stuck. Wir
haben das ganze Zubehör übernommen, damit es wirklich bewohnt aussieht. Das
Arbeitszimmer und die Bibliothek, Teabings Höhle, spiegeln seinen Charakter
wider. Wir haben lauter Gegenstände ausgewählt, die Teabing sich selbst
ausgesucht hätte.“
Die Darsteller und Ihre Rollen:
Tom Hanks ist Robert Langdon
„Robert
Langdon ist der Held jedes Intellektuellen, einer, der unermüdlich forscht,
um dieses Mysterium zu entschlüsseln“, beschreibt Drehbuchautor Akiva
Goldsman. „Durch die Geschichte hindurch fühlen wir uns zu Menschen
hingezogen, die nach der Wahrheit suchen, nach dem Gral. Viele von ihnen
waren Ritter, Männer mit reinem Herzen und starkem Willen – unbeugsam.“
Hanks war
der Erste, der für THE DA VINCI CODE – SAKRILEG im Gespräch war. Obwohl er
in den vergangenen Jahren nicht mit Ron Howard gearbeitet hatte, blieben sie
in Verbindung. „Aber es war mehr als nur Freundschaft, was mich dazu
brachte, Tom als Robert Langdon zu besetzen“, versichert Howard. „Als ich
zum ersten Mal mit ihm über die Rolle sprach, hatte ich ein ähnlich gutes
Gefühl wie vor zehn Jahren bei Apollo 13. Es gibt viele
Überschneidungen zwischen Tom – als Schauspieler wie als Mensch – und dem
sensiblen Charakter Langdons. Tom ist dieser Kerl: Langdon wird von
Wissensdurst getrieben und er hat diesen wunderbaren trockenen Humor. Von
kleinsten Details wird sein Interesse geweckt und er möchte die Wahrheit
begreifen. Auch Tom ist sehr klug und fasziniert von der Welt um ihn herum.
Ich wusste, dass ich in ihm einen intelligenten und hilfreichen Mitstreiter
hatte.“
Hanks war
begeistert, erneut mit Howard zu arbeiten – umso mehr, als er ihm die
Herausforderung bot, eine Rolle zu spielen, die nichts mit seinem
persönlichen Erfahrungsschatz zu tun hatte. „Langdon hat dieses
unglaubliche, ausufernde Fachwissen, es füllt ihn aus“, erzählt Hanks. „Und
es ist ihm gelungen, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Als Symbologe
kann er dir genau sagen, was drei Striche auf einer Höhlenwand bedeuten, was
sie damals bedeuteten und wie sich ihr Sinn über die Jahrhunderte hinweg
verändert haben mag. Er ist jemand, der permanent alles beobachtet. Er
erkennt all diese Zusammenhänge, ständig.“
Der
Schauspieler betont, dass der Austausch mit Howard wesentlicher Bestandteil
für den Zugang zur Rolle des Robert Langdon war: „Ron ist völlig entspannt,
dabei aber unglaublich verantwortungsbewusst, aufmerksam und äußerst
perfektionistisch.“
Audrey Tautou
ist
Sophie Neveu
Der
Vorname Sophie ist von Sofia abgeleitet, dem griechischen Wort für Weisheit.
Neveu bedeutet im Französischen ursprünglich Nachkomme – womöglich eine
Nachfahrin von Maria Magdalena...
Für
Howard ist die Figur der Sophie Neveu der Dreh- und Angelpunkt von „THE DA
VINCI CODE - SAKRILEG“. „Ein Aspekt, der mich beim Lesen besonders
beschäftigt hat und der unbedingt auch im Zentrum des Films stehen sollte,
war das Prinzip des göttlich Weiblichen“, erzählt Howard. „Ich habe drei
Töchter und bin seit dreißig Jahren mit einer starken Frau verheiratet,
darum ist mir das sehr wichtig. Sophie macht in „THE DA VINCI CODE -
SAKRILEG“ eine aufregende emotionale Entwicklung durch. Dass eine so starke
Frauenfigur im Mittelpunkt steht und wir mit ihr gemeinsam herausfinden, wer
sie wirklich ist – das macht die Geschichte erst richtig spannend.“
Drehbuchautor Goldsman teilt Howards Faszination für den Weiblichkeitskult.
„Der interessanteste Aspekt des Romans war für mich die Geschichte dieser
jungen Frau, die Suche nach ihrer wahren Identität. Für einen Schriftsteller
ist das natürlich fruchtbarer Boden. Sicher bietet das Buch epischere
Ansätze, doch für mich war dies der packendste, der menschlichste Part.“
Natürlich
war es kein leichtes Unterfangen die richtige Darstellerin für die
Schlüsselfigur Sophie Neveu zu finden. Diverse bekannte französische
Schauspielerinnen sprachen für die Rolle vor. Die Favoritinnen flogen
schließlich nach Los Angeles zur Leseprobe mit Hanks. Audrey Tautou, die
zuvor nur einen einzigen Film in englischer Sprache gedreht hatte (Kleine
schmutzige Tricks), blieb von allen am wenigsten Zeit, sich
vorzubereiten. Umso stärker beeindruckte sie die Filmemacher mit ihrer
nuancierten Darstellung. „Audrey hat eine einzigartige Ausstrahlung, die
angesichts der mystischen Elemente in THE DA VINCI CODE – SAKRILEG einfach
perfekt war: Sie ist rätselhaft und sympathisch zugleich.“
„Audrey
ist Respekt einflößend und geheimnisvoll“, stimmt Tom Hanks zu. „Sie wirkt
sehr zart, aber wenn sie dann eine Frage stellt, ist sie vollkommen
authentisch und bodenständig.“
Ian McKellen
ist
Sir Leigh Teabing
„Teabing
ist unsere Sphinx“, lacht Goldsman. „Er steckt voller Geheimnisse. Zugleich
ist er der Motor der Geschichte, im Buch wie im Film. Vieles geschieht nur,
weil er im Hintergrund die Fäden zieht.“
„Es gibt
eine ganze Reihe großer englischer Schauspieler, die für Sir Leigh Teabing
in Frage gekommen wären“, so Howard. „Aber als ich Sir Ian traf, wusste ich
sofort, dass wir viel Spaß miteinander haben würden und er aus der Rolle
etwas ganz besonderes machen könnte. Und ich behielt Recht! Ich habe ihn
schon in so vielen unterschiedlichen Filmen bewundert. Er hat diese
erstaunliche Bandbreite von Popcorn-Kinohelden bis hin zu düsteren,
ambivalenten Charakteren in kleinen Produktionen.“
Auch
Hanks freute sich darauf, mit einem so erfahrenen, respektierten
Schauspieler zu drehen. „Ich glaube, niemand hat mehr Spaß am Schauspielern
als Sir Ian McKellen“, lacht er. „Unsere erste gemeinsame Filmszene ist
repräsentativ für die tägliche Zusammenarbeit bei Meetings und Proben: Es
war ein stetiges Ausprobieren, herrlich. Ian jonglierte nicht nur mit den
Textzeilen, sondern auch mit den Untertönen. Auch am Set hörte er nie auf zu
experimentieren. Egal, ob er am Schreibtisch einen Abriss über die
Geschichte der Prieuré de Sion gab, oder mit den Worten ‚Wen haben wir denn
hier?‘ eine Treppe hinunter schritt: Das Ergebnis war jedes Mal anders. Für
ihn ist die Welt eine gigantische Bühne. Es macht ihm einfach Freude, immer
etwas Neues zu versuchen.“
Paul Bettany
ist
Silas
Paul
Bettanys wichtigste Aufgabe bestand darin, dem mörderischen Albino-Mönch
Silas, der wohl bizarrsten Figur in Dan Browns Roman, ein menschliches
Gesicht zu geben. „Silas ist ein furchtbar verstörtes Individuum, das sich
verzweifelt nach einer Vaterfigur sehnt. Der erste Mensch, der ihm mit
Freundlichkeit begegnet, ist Bischof Aringarosa. Dass er Silas’ gestörte
Psyche als Waffe einsetzt, ist natürlich bedauerlich. Für den Mord an seinem
Vater, der Silas „Gespenst“ nannte, saß der Albino im Gefängnis. Doch dann
trifft er Aringarosa, der seinem traurigen Dasein endlich einen Sinn gibt.“
Silas war
die Hauptrolle, die zuletzt besetzt wurde. Zwar hatte Howard zahlreiche
Schauspieler vorsprechen lassen, fand aber, dass sie sich der Rolle nicht
richtig näherten. Mit Bettany hatte er bereits das Oscar®-prämierte Drama A Beautiful Mind gedreht und er
bewunderte seine Leistung in Gangster No. 1, die Bettanys enorme
Wandlungsfähigkeit zeigt. Also wandte er sich auf der Suche nach dem
perfekten Silas an Bettany – und hat es nicht bereut.
„Paul
liebte die Figur, liebte das Drehbuch – er hat alles auf eine Karte gesetzt,
um diese Rolle zu spielen“, sagt Howard. „Er ist im Film wirklich
erschreckend, einfach Angst einflößend. Und er bescherte mir einige
verstörende Tage am Set: Zwischen den Szenen war er mein Freund Paul
Bettany. Aber sobald die Kamera lief, schien er innerlich zu erstarren, und
ich erkannte, dass er die Rolle auf absoluter Isolation aufbaut. Dank
Bettanys Talent wurde Silas zwar Furcht einflößend, aber kein Monster. Paul
hat so viel in die Figur eingebracht. Er ist alles, was ich mir erhofft
hatte – und mehr: In Paul Bettanys Händen ist Silas ein menschliches Wesen.
Jean Reno ist Bezu Fache
Bezu
heißt auch der Ort in Südfrankreich, wo die Festung der Tempelritter steht,
„faché“ bedeutet auf Französisch so viel wie „verärgert“.
Jean Reno
hatte bereits mit Produzent John Calley gearbeitet und zeigte großes
Interesse an der Rolle des Capitaine Fache. Ein Aspekt reizte ihn besonders:
Faches Enttäuschung darüber, dass Aringarosa sein Vertrauen missbraucht. „Er
steckt da mit drin, weil er wirklich an etwas glaubt“, erläutert Reno. „Aber
zu allererst ist er Polizist und versucht, seinen Job zu machen. Mich
interessierte, wie dieser Mann sich verhält, wenn er ausgerechnet von einem
Erzbischof betrogen wird.“
Howard
konnte sich niemand anderen für den Part des Pariser Polizeichefs
vorstellen: „Jean bringt große Freude an der Arbeit mit, Intelligenz,
erlesenen Geschmack und Talent.
Die Figur
des Bezu Fache ist Reno auf den Leib geschrieben: „Ich fühlte mich sehr
geehrt, als ich erfuhr, dass Dan Brown tatsächlich mich im Hinterkopf hatte,
während er sein Buch schrieb. Dass ich Fache jetzt im Film verkörpern darf,
bedeutet mir umso mehr.“
Alfred Molina ist Bischof Aringarosa
Alfred
Molina wurde kontaktiert, als er gerade in England As You Like It
drehte – übrigens gemeinsam mit Ron Howards Tochter, Bryce Dallas Howard –
und fuhr sofort für einen Probetag nach London. Molina war dankbar für die
Möglichkeit, schon vor Beginn der Dreharbeiten Zeit mit Howard und Akiva
Goldsman zu verbringen: „Ron, Akiva und ich gingen meine Szenen immer wieder
durch, um all die Kleinigkeiten abzustimmen, die wir herausarbeiten wollten,
um die Geschichte bestmöglich im Hinblick auf meinen Charakter zu
erzählen.“ Howard lobt Molinas Einsatz beim Erfassen seiner Rolle: „Alfred
hat sich in einer Weise in Aringarosa hinein versetzt, die weit über das
Wort auf dem Papier hinausging. Diese Extraportion Einfühlungsvermögen ist
in den Film eingeflossen.“
Hintergründe:
Die Werke Leonardo da Vincis: Die Kunst und
THE DA VINCI CODE – SAKRILEG
Leonardo da Vinci
Als Leonardo da Vinci am 15. April 1452 als unehelicher Sohn einer
Bauernmagd in Anchiano bei Vinci in der Toskana das Licht der Welt
erblickte, hätte wohl niemand erwartet, dass er einmal zu einer der
herausragendsten Persönlichkeiten seiner Zeit aufsteigen würde.
Als Maler, Bildhauer, Architekt, Kunsttheoretiker, Naturforscher und
Erfinder war da Vinci in allen Kunst- und Wissenschaftsgebieten forschend
und schöpferisch tätig – und erreichte dabei Unvergleichliches. Er
vereinigte die reife Beherrschung aller künstlerischen Mittel mit exakten
naturwissenschaftlichen Studien. Er konstruierte zahlreiche Maschinen und
machte Vorschläge zur Verbesserung bereits vorliegender Ergebnisse auf den
Gebieten der Optik, Botanik, Geologie und Astronomie. Besonders erfolgreich
waren Leonardos Studien im Bereich der Anatomie, die er durch detaillierte
Zeichnungen veranschaulichte. Als einer der Ersten sezierte er menschliche
Leichen – ganz gegen die Moralvorstellungen seiner Zeit.
Bis heute gibt Leonardo da Vinci viele Rätsel auf. Viele mysteriöse
Geheimnisse ranken sich um sein Schaffen. Woher bezog er seine fundierten
wissenschaftlichen Fachkenntnisse? Welche versteckten Botschaften verbergen
sich in seinen Werken?
Das
letzte Abendmahl

In Dan
Browns THE DA VINCI CODE – SAKRILEG liefert Sir Leigh Teabing (IAN MCKELLEN)
eine eigenwillige Interpretation des legendären Kunstwerks. Leonardo da
Vinci begann sein Werk, eine Auftragsarbeit seines Gönners Ludovico Sforza,
Herzog von Mailand, im Jahre 1495 und beendete es 1498. „Das letzte
Abendmahl“ ist ein Fresko, das da Vinci direkt auf die Wand des Refektoriums
Santa Maria delle Grazie in Mailand malte.
„Das
letzte Abendmahl“ misst 4,60 x 8,80 m und hält jenen Moment fest, nachdem
Jesus seinen Jüngern verkündet hat, dass einer von ihnen ihn verraten wird.
Die natürliche Darstellung der Reaktionen – von Überraschung, Bestürzung bis
hin zu Judas’ völlig ausdruckslosem Gesicht – war seinerzeit revolutionär.
Das Bild ist anachronistisch, aber Tisch, Tafeltuch, Stühle und Essbesteck
sehen so aus, wie sie im 15. Jahrhundert von Mönchen benutzt worden sein
könnten.
Leonardo
ordnete die Jünger in vier Gruppen à drei Personen an. Christus sitzt in der
Mitte, etwas abgerückt. Aus der Perspektive des Betrachters sieht man ein
zentrales Dreieck, das auf dem Kopf steht und wiederum gebildet wird aus
zwei weiteren Dreiecken. Zu Jesus` Rechten (vom Betrachter aus links) sieht
man die feminine Figur eines jungen Apostels– und der Schlüssel zur
schockierendsten Enthüllung des DA VINCI CODE.
Unglücklicherweise verwendete Leonardo für sein Fresko nicht
die herkömmliche Technik, nämlich Tempera –Farben auf nassem Gemäuer.
Stattdessen malte er direkt auf die trockene Wand. 1556 schrieb der
Historiker Vasari, dass sich der Zustand von da Vincis Meisterwerk so stark
verschlechtert hatte, dass nur noch Umrisse zu erkennen waren.
Die Mona Lisa
Da
Vincis „Mona Lisa“ ist wohl eines der berühmtesten Gemälde, das jemals
gemalt wurde. Leonardo begann das Porträt der geheimnisvollen Dame mit dem
unergründlichen Lächeln 1503 und hat vermutlich mehrere Jahre daran
gearbeitet. Als sich Leonardo drei Jahre vor seinem Tod in die Dienste des
französischen Königs Franz I. begab, nahm er seine „Mona Lisa“ mit. Das
Gemälde wurde zum ersten Mal im Schloss Fontainebleau ausgestellt, dann in
Versailles und schließlich im Louvre, wo die schöne Unbekannte bis heute,
von Panzerglas beschützt, Millionen Bewunderer anlächelt. Sie ist
zweifellos die größte Attraktion des Museums.
Viele
Jahre lang war das Bildnis unter dem Namen „La Gioconda“ bekannt: Man nahm
an, dass es sich bei Leonardos Modell vermutlich um Elisabetta, die dritte
Gattin des Florentiner Kaufmanns Francesco del Giocondo handelte. Trotzdem
ist das Gemälde nach wie vor Gegenstand wilder Spekulationen. Manche halten
„Mona Lisa“ gar für ein Selbstporträt da Vincis, andere für die Mätresse
eines Medici-Fürsten.
Schauspieler Jean Reno ist schon fast sein ganzes Leben in ihr Antlitz
verliebt: „Ich kehre immer wieder zur Mona Lisa zurück“, schwärmt er. „Sie
hat einen ganz besonderen Zauber: Wenn du dich abwendest, scheinen ihre
Augen dir zu folgen. Ich sehe diesen Austausch zwischen Bild und Betrachter
als eine Art Parfüm, denn er ist berauschend. Andere mögen sagen, dass ihr
Lächeln diese eigentümliche Ausstrahlung erzeugt. Für mich sind es ihre
Augen.“
„Die
‚Mona Lisa‘ ist hypnotisierend, fesselnd und regt zum Nachdenken an“, stimmt
Howard zu. „ Deshalb eignet sich gerade die ‚Mona Lisa‘ so gut als
Markenzeichen und als Bild, das man sofort mit THE DA VINCI CODE – SAKRILEG
verbindet. Nicht nur, weil da Vinci sie geschaffen hat, sondern weil ihre
rätselhafte Natur perfekt die Thematik des Films reflektiert.“
Die Felsgrottenmadonna
1483
erhielt Leonardo den Auftrag, das Mittelstück für ein Altargemälde zu
malen. Es existieren zwei Versionen der „Felsgrottenmadonna“; das
Original, auf Leinwand, hängt im Louvre. Eine später angefertigte Kopie,
auf Holz, befindet sich in der Sammlung der National Gallery in London.
Beide zeigen die Jungfrau Maria mit Jesus und Johannes dem Täufer als
Kinder sowie dem Erzengel Uriel. Auch dieses Gemälde – im Englischen auch
„Madonna of the Rocks“ genannt – hat eine Schlüsselfunktion in THE DA
VINCI CODE – SAKRILEG.
DIE GESCHICHTE UND THE DA VINCI CODE –
SAKRILEG
Die
Tempelritter
Der
Templerorden wurde 1118 gegründet, nachdem das Kreuzritter-Heer die
heilige Stadt Jerusalem während des Ersten Kreuzzugs zurück erobert hatten
(sie war 614 n. Chr. von Kalif Omar eingenommen worden). Das neue
Königreich Jerusalem wurde von König Balduin I. (gekrönt 1100) regiert.
Seine Ritter, unter Führung des französischen Edelmanns Hugo von Payens,
hatten ihr Quartier in einem Festungstrakt in der ehemaligen
Al-Aqsa-Moschee, wo einst der Tempel König Salomos stand. Schon bald
wurden sie bekannt als die Tempelritter oder Templer. Der militärische
Mönchsorden wurde ins Leben gerufen, um die zahllosen christlichen Pilger
auf ihrer Wallfahrt ins Heilige Land vor Übergriffen zu schützen. Die
Templer legten ein Keuschheitsgelübde ab und entsagten allem Besitz. Ihr
Wappen war ein rotes Kreuz auf ihrem weißen Waffenrock. Jene Soldaten, die
nicht dem Adelsstand angehörten, trugen Rot auf Schwarz.
Der
mächtige Abt Bernhard von Clairvaux, einer der mächtigsten Kleriker seiner
Zeit (Gründer des Zisterzienser-Ordens und später als Sankt Bernhard heilig
gesprochen), setzte sich massiv für die Templer ein. 1128 wurde der Orden
beim Konzil in Troyes offiziell von der Kirche anerkannt. Man vermutet, dass
Bernhard von Clairvaux maßgeblich an der Festlegung der Ordensregeln
beteiligt war, in denen die Templer ausschließlich dem Papst die Treue
schworen.
Der
Ritterorden weitete sein Mandat bald vom Schutz der Pilger auf
Kriegseinsätze im Namen des Heiligen Königreichs Jerusalems aus. Und
verlegte sich auf lukrative Bankgeschäfte, d.h die Templer betrieben
Pfandleihen (Pilger beliehen ihre Besitztümer, um ihre Reise zu
finanzieren), erhoben Steuern und trieben den Zehnten ein. Sie häuften
Vermögen und Ländereien an und provozierten damit die Missgunst der
politischen Herrscher, die die Templer nie ganz kontrollieren konnten. Der
Grundbesitz der Templer dehnte sich inzwischen über ganz Europa aus, sie
besaßen Burgen im Heiligen Land und auf Zypern – und ihr Wissen und ihre
Erfahrung ließen sie zwangsläufig in der Politik mitmischen. Sie waren die
Vorläufer des modernen, professionellen Militärs. Eine ergebene, gut
ausgebildete und disziplinierte Institution, die auf individuelle
Heldentaten verzichtete, im Namen eines höheren Zieles.
Die
erbittertsten Gegner der Templer waren die Johanniter. Der Orden, 1070 zum
Wohl der Pilger und Armen gegründet, entwickelte sich ebenfalls schnell zu
einem Militärorden mit großem Einfluss und Reichtum. Die Weigerung der
beiden einflussreichsten Orden zusammen zu arbeiten und die wachsende
Verschuldung sorgte bei Europas Regenten für Beunruhigung. Die Johanniter
setzten ihre wohltätigen Aktivitäten fort – und lenkten damit den Zorn auf
die Templer, was letztendlich zur Zerstörung des Ordens führte.
Am 13.
Oktober 1307, einem Freitag (wahrscheinlich der Ursprung des Aberglaubens,
Freitag, der 13., sei ein Unglückstag), gab König Philipp IV. von Frankreich
Befehl, alle Templer zu verhaften und ihren gesamten Besitz zu
beschlagnahmen. Unter Folter gestanden die Gefangenen Akte der Ketzerei und
Perversionen. Trotz Bemühungen, den Orden zu retten – vereinzelte Mitglieder
wurden freigesprochen – war das Ende besiegelt. 1314 wurde Jacques de Molay,
der letzte Großmeister der Templer, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das
Ende der Tempelritter nach 200 Jahren.

Die Prieuré de Sion
In seinem
Roman SAKRILEG behauptet Autor Dan Brown, dass dieser Geheimbund tatsächlich
existiert, angeblich gegründet 1099. Eine Dokumentensammlung in der Pariser
Nationalbibliothek soll belegen, dass ihr berühmte Persönlichkeiten aus
Literatur, Kunst und Naturwissenschaft angehörten. Die Dossiers wurden
jedoch als clevere Fälschung enttarnt. Urheber war ein gewisser Pierre
Plantard, der die Prieuré 1956 zusammen mit drei Freunden „gründete“. Er
selbst wurde 1981 zum Großmeister der Bruderschaft gewählt.
Die
gefälschten Dokumente und Manuskripte, die als „Dossiers sécrets“ bekannt
sind, besagen hingegen, dass die Geheimorganisation 1099 durch Gottfried von
Bouillon gegründet wurde; er führte den ersten Kreuzzug nach Jerusalem an
und wurde zum ersten Herrscher über das zurück eroberte Heilige Land.
Außerdem wird der Prieuré darin auch die Gründung des Templerordens
zugeschrieben – der sich jedoch einige hundert Jahre später von der Prieuré
lossagte.
DIE SCHAUPLÄTZE VON THE DA VINCI CODE – SAKRILEG
Die
Dreharbeiten führten das Produktions-Team von THE DA VINCI – SAKRILEG von
Paris über England bis nach Malta, an einige der faszinierendsten und
bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Europas.
Obgleich
man gelegentlich in die Shepperton und Pinewood Studio ausweichen musste,
konnte ein Großteil der Schlüsselszenen an Originalschauplätzen gefilmt
werden. „Wir waren an vielen Orten, die im Buch genannt werden, denen diese
unglaubliche historische Bedeutung innewohnt“, erzählt Tom Hanks. „Wir
durften durch winzige Türchen krabbeln und auf ganz schön harten Fußböden
knien. Das hat mir definitiv geholfen, mich besser in Robert Langdon
hineinzuversetzen. Das war wirklich mal was anderes, als jeden Morgen in ein
Hollywood-Studio zu kutschieren und in Halle 6 meine Szenen zu drehen!“

Frankreich
Die
Eingangsszenen von THE DA VINCI CODE – SAKRILEG entstanden in den Straßen
von Paris – wie die aufregende Verfolgungsjagd im Smart am legendären Louvre
– und vor den Toren der Stadt, am Château Villette nahe Versailles.
Der
Pariser Louvre blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück. Er wurde im
späten 12. Jahrhundert ursprünglich als Festung errichtet, um das rechte
Flussufer zu verteidigen. Im 14. Jahrhundert wurde er zunächst die Residenz
Königs Charles V. Im 16. Jahrhundert ließ König Franz I., Leonardo da Vincis
Mäzen, das Gebäude zum prunkvollen Renaissance-Palast umgestalten. Die
Grande Galerie öffnete 1793 als Museum ihre Pforten. Fast 200 Jahre und
zahllose Um- und Anbauten später schuf der chinesisch-amerikanische
Architekt I. M. Pei neue Räume im Untergeschoss und zudem die umstrittene
Glaspyramide, die heute als Museumseingang dient und im Film eine wichtige
Rolle spielt.
Das
Produktions-Team gehörte zu den wenigen Glücklichen, die nach
Geschäftsschluss in der Grande Galerie des Museums drehen durften. „Das ist
wirklich ein Privileg und verleiht dem Film eine ganz besondere Atmosphäre“,
freut sich Hanks. „Ich habe es genossen, nachts im Louvre sein zu dürfen und
all die Kunstwerke ganz für mich zu haben“, fügt Audrey Tautou hinzu. „Das
war wirklich eine anregende und berauschende Erfahrung.“
Regisseur
Ron Howard war das Abenteuer „allein im Louvre“ zuweilen geradezu
unheimlich: „Man fühlt sich, als würde man eine finstere Höhle betreten,
leuchtet mit seiner Taschenlampe herum und sieht diese riesigen Hallen. Wenn
Du allein im Louvre bist, fühlst du dich wie in einer Höhle mit von
Menschenhand geschaffenen Kunstschätzen. Als Filmemacher steht man demütig
vor dieser unermesslichen Sammlung von großen Werken, angehäuft in nur einem
einzigen Museum.“
Die Figur
Sir Leigh Teabing (IAN MCKELLEN) lebt im Château Villette, nordwestlich von
Paris in der Nähe Versailles gelegen. (Nach ihrer Flucht im Geldtransporter
suchen Langdon und Sophie mitten in der Nacht Teabing auf, um seinen Rat in
Bezug auf den Heiligen Gral einzuholen.) Das Schloss wurde um 1696 für
François Mansart (Graf von Aufflay und Venedigs Botschafter unter König
Louis XIV.) erbaut; der Besitz umfasst an die 750 Quadratkilometer, mit zwei
rechteckigen Seen, Springbrunnen und wunderschönen Gartenanlagen von André
le Nôtre, der auch die Gärten von Versailles gestaltete. Die Filmaufnahmen
auf dem Schlossgelände wurden in drei Nächten abgeschlossen, der Großteil
der Innenaufnahmen (mit Ausnahme der Eingangshalle) entstand in den
Shepperton Studios.
England
Auf der
Suche nach Hinweisen, die beim Öffnen des Kryptex helfen könnten, reisen
Langdon, Sophie und Sir Teabing nach London und besuchen die Temple Church,
zwischen Fleet Street und Themse gelegen. Die Kirche, 1185 geweiht, war
ursprünglich Teil eines Tempels aus dem 12. Jahrhundert, der den
Tempelrittern als Hauptquartier in England diente. Die Kirche unterteilt
sich in den zentralen Rundbau und das rechteckige Seitenschiff (1240 fertig
gestellt). Der Rundbau ist der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden. Auf
dem Boden sind die Bildnisse neun lebensgroßer steinerner Ritter
eingelassen. Nach der Zerschlagung des Templerordens 1307 übernahmen die
rivalisierenden Johanniter das Gotteshaus, bis sie vertrieben wurden und
Heinrich VIII. ihren Besitz beschlagnahmte. Die englische Krone vermietete
schließlich einen Teil der Anlage an zwei Jura-Colleges, die Inns of Court,
die das Anwesen bis heute nutzen. Temple Church wurde 1941, während des
Zweiten Weltkrieges bombardiert und später akribisch wieder aufgebaut, bis
hin zu den Marmorsäulen.
In der
Temple Church stellt Robert Langdon fest, dass sie am falschen Ort sind.
Weitere Recherchen führen ihn und Sophie schließlich weiter nach Westminster
Abbey. Zwar konnte das Filmteam in der Straße vor der Abbey drehen, die
Innenaufnahmen von Westminster Abbey und dem Chapter House entstanden jedoch
in der Lincoln Kathedrale, drei Stunden nördlich von London.
Die
Lincoln Kathedrale, 1092 geweiht, wurde auf Geheiß Wilhelm des Eroberers von
Bischof Remigius errichtet und gilt als frühes Musterbeispiel gotischer
Architektur in England. Die Kathedrale hat durch die Jahrhunderte Erdbeben,
Feuer und immer wieder das Einstürzen der Turmspitzen überdauert. Der
Hauptturm ist 271 Fuß (ca. 83 m) hoch und damit der höchste Kathedralenturm
Europas, ohne Kirchturmspitze. In den zweihundert Jahren, in denen die
Originalspitze noch stand (bevor sie 1594 einstürzte), war die Kathedrale
das höchstes Gebäude der Welt. Die Lincoln Kathedrale nimmt eine wichtige
Rolle in Englands Geschichte ein. Ein Bischof von Lincoln gehörte zu den
Unterzeichnenden der „Magna Carta“. Ein Original des Dokuments wird bis
heute in der angeschlossenen Burg aufbewahrt.
Die
Dreharbeiten direkt vor der Westminster Abbey, immerhin eine von Londons
größten Touristenattraktionen, stellten Ron Howard und sein Team natürlich
vor enorme logistische Schwierigkeiten. Doch die Straßensperren zogen die
Passanten eher an, als dass sie für Verärgerung sorgten – und so mancher ist
jetzt als Statist im Film zu sehen. „Die Szene, die wir dort drehten, ist
der Höhepunkt der Handlung“, erläutert Howard, „und ich werde nie diese
Horden
von Schaulustigen vergessen, die wir nicht unter Kontrolle bekommen,
geschweige denn aus dem Bild raushalten
konnten.
Also mussten wir eine Möglichkeit finden, sie irgendwie einzubauen. Ich
dachte noch: ‚Das wird eine Katastrophe!‘ Also baten wir um ihre Mithilfe
und sie taten uns den Gefallen. Es regnete ein bisschen, aber nicht stark
genug, dass man es im Film sehen würde. Wir hatten begonnen, als es noch
trocken war. Also baten wir die Menge, die in der Zwischenzeit durch den
einsetzenden Regen nass geworden war, die Regenschirme zu schließen, und sie
machten mit. Außerdem baten wir sie, ohne Blitz zu fotografieren und nicht
in den Szenen der Schauspieler dazwischen zu rufen – und alle kooperierten!
Die Schauspieler bekamen nach jedem Take Applaus. Es geht doch nichts über
die viel zitierte britische Höflichkeit.“
Langdons
und Sophies Suche endet schließlich in der Rosslyn Chapel in Schottland. Die
Kapelle liegt zwölf Kilometer südlich von Edinburgh, in der Ortschaft Roslin,
wo einst die Steinmetze untergebracht waren. Die Kapelle wurde 1446 von
William St. Clair, Prinz von Orkney erbaut. Ursprünglich hatte er wohl eine
weit größere Kirche in Form eines Kreuzes im Sinn, doch nach Sir Williams
Tod 1484 wurde die Arbeit daran eingestellt.
Die
gotische Kapelle – sie misst lediglich 69 x 35 Fuß (ca. 21 x 10 m) – wird
geschmückt von einer Fülle aufwändiger Steinmetzarbeiten, von traditionellen
christlichen Symbolen über altnordische und keltische Mythen bis zur
mutmaßlichen Totenmaske von Robert the Bruce. In der Rosslyn Chapel sind
Drachen, Teufel und hundert grüne Männer abgebildet. Kein Wunder, dass sie
die Fantasie so vieler Schriftsteller beflügelt hat, darunter Sir Walter
Scott oder William Wordsworth.
Viele
Legenden ranken sich um die Kapelle. Eine besagt, dass ihr Erbauer William
St. Clair ein Großmeister der Templer war. Eine andere Legende sagt, dass
ein Großvater Sir Williams 1398 bis nach Neufundland und Massachusetts
gereist ist. Diese Geschichte stützt sich auf Steinmetzarbeiten in der
Kirche, die an Mais erinnern – ein Gemüse aus der Neuen Welt, das in England
damals noch unbekannt war.
Das
ländliche Lincolnshire stellt Italien dar, das Burghley House ersetzt die Burg
Gandolfo, in der
Bischof Aringarosa ein Vermögen in Inhaberobligationen der Vatikanbank
entgegennimmt. Burghley House in Lincolnshire wurde zwischen 1555 und 1587
vorrangig von William Cecil, Schatzmeister
von Königin Elisabeth I., entworfen und gebaut und gilt als eines der
schönsten Beispiele Elisabethanischer Architektur. Das Herrenhaus hat mehr
als hundert Zimmer, von denen das Filmteam unter anderem den wunderschönen
„Heaven Room“ und „Hell Staircase“ nutzte; beide von Antonio Verrio
ausgestattet.
Malta
Die letzte
Haltestelle des Produktionsteams war die Insel Malta, dort wurden einige der
Rückblenden gedreht, etwa die Szenarien im Heiligen Land und Spanien. Die
Mittelmeerinsel Malta war schon immer ein Knotenpunkt für Seefahrer, was an
ihrer abwechslungsreichen Architektur abzulesen ist. Einer der
Filmschauplätze zum Beispiel, Fort Vittoriosa, war der Sitz der Johanniter,
nachdem sie von Rhodos vertrieben worden waren. 250 Jahre lang wirkte der
Orden von Malta aus, um die Christenheit gegen das Osmanische Reich zu
verteidigen. Er wurde schließlich von Napoléon zerschlagen.
Verantwortlicher Redakteur: Van Nistelrooy
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