The Fox
Das wandelnde Schloss
Howl's Moving Castle
Hauru no Ugoku Shiro
Daten
Kurzinhalt
Die Charaktere
Sophie
Hauro
Calcifer
Die Hexe aus dem Niemandsland
Markl
Rübe
Suliman
Hin
Die Macher des Films
Hayao Miyazaki
das Studio Ghibli
Diana Wynne Jones
Unterschiede zwischen Buch und Film
Allgemeine Infos
deutsche Synchronsprecher
der Produktionsstab
japanische Synchronsprecher
englische Synchronsprecher
polnische Synchronsprecher
Daten:
Originalsprache: Japanisch
Produktionsland: Japan
Produktionsjahr: 2004
Länge: 119 Minuten
Kinostart in Japan: 20. November 2004
Auszeichnungen
Prix Osella der 61. Filmfestspiele von Venedig 2004
Zuschauerpreis des 37. Internationalen Filmfestivals 2004 in Sitges, Spanien
Bester japanischer Film des 59. Mainichi-Filmwettbewerbs 2004 der japanischen Tageszeitung Mainichi Shimbun
Kurzinhalt:
Die 18-jährige Sophie Hatter arbeitet als Hutmacherin im Laden ihres verstorbenen Vaters. Als das verschlossene Mädchen in der Stadt von zwei aufdringlichen Soldaten bedrängt wird kommt ihr ein charmanter, junger Mann zu mit seinen Zauberkräften Hilfe. Ihre Schwester ahnt es schon, der schöne, unbekannte war der geheimnisvolle Magier Hauro, von dem man sagt, er würde die Herzen junger Mädchen stehlen.
Wieder zurück im Laden erhält Sophie unerwarteten Besuch: Eine fette, alte Dame, die sich als die Hexe aus dem Niemandsland vorstellt und das Mädchen ohne große Umschweife verzaubert.
Als die junge Hutmacherin daraufhin in den Spiegel blickt, traut sie ihren Augen nicht. Aus ihr ist eine Greisin mit Falten, grauen Haaren und Arthritis geworden.
Auch am nächsten Tag sieht sie immer noch aus wie eine alte Oma. Also macht sich Sophie auf, um den einzigen Menschen zu suchen, von dem sie sich Hilfe verspricht – Hauro der Magier, der in seinem legendären wandelnden Schloss residiert.
Nach erstaunlich wenig Suchen gelangt Sophie zum Schloss und stellt sich angesichts des dort vorherrschenden Saustalles kurzerhand selbst als Haushaltshilfe ein.
Schnell lernt sie die illustren Bewohner des wandelnden Schlosses kennen und lieben. Und auch zu Hauro fühlt sie sich immer mehr hingezogen.
Jedoch muss sie immer noch den Fluch, der auf ihr liegt brechen und am Horizont zieht bereits weiteres Übel auf. Ein Krieg mit dem Nachbarland stets kurz bevor und die Hofmagierin Suliman ist fest entschlossen, alle Zauberer, die sich nicht auf die Seite des Königs schlagen ihrer Kräfte zu berauben.
Charaktere:
Sophie
Zu Beginn arbeitet Sophie als Hutmacherin im Laden ihres verstorbenen Vaters, auch wenn sie selbst nicht so recht zu wissen scheint, ob es wirklich das ist, womit sie ihr Leben verbringen will.
Sophie ist eine graue Maus, schüchtern, fast schon scheu. Als sie zum ersten mal auf den berüchtigten Zauberer Hauro trifft beeindruckt dessen charmantes Auftreten sie sehr.
Kurze Zeit später wird sie von der eifersüchtigen Hexe aus dem Nimmerland verhext und nun muss das junge Mädchen mit dem Körper einer 90-jährigen zurechtkommen.
Sie macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Hauro, damit dieser den Fluch von ihr nimmt, unwissend, welche Abenteuer sie mit dem wandelnden Schloss und dessen illustren Bewohnern erleben wird.
Hauro (Howl)
Von dem sagenumwobenen Magier sagt man, er würde die Herzen hübscher, junger Mädchen stiehlt um sie zu essen. Bereits sein Vater war ein mächtiger Anwender der arkanen Künste, Hauro selbst ist bei der Hofmagierin Suliman in die Lehre gegangen, hat sich später aber von ihr abgewandt.
Hauro's Charakter ist jedoch weniger weit entwickelt als seine magischen Fähigkeiten. Er ist selbstverliebt, eitel und verantwortungslos. Er liebt es, ungebunden zu sein. Ausdruck dieses Lebensstils sind seine verschiedenen Identitäten, er tritt als Hauro ebenso auf wie als Pendragon oder Meister Jenkins. (im Buch agiert er außerdem noch als Hubert Berlu)
Die Kräfte des Zauberers sind schier unerschöpflich, Grund dafür ist sein Pakt mit dem Dämonen Calcifer. Frei von allen Zwängen zieht er an Bord seines wandelnden Schlosses umher, jedoch geht der drohende Krieg im Königreich auch an ihm nicht spurlos vorbei.
Calcifer
Der Feuerdämon ist das Herz des wandelnden Schlosses, das von seiner Energie angetrieben und zusammengehalten wird. Steht's gibt er vor böse zu sein, aber im Grunde ist er ein recht netter Zeitgenosse, auch wenn er sich ständig über alle möglichen Sachen beschwert.
Durch einen geheimnisvollen Pakt ist er mit Hauro verbunden – wenn Calcifer erlöscht, muss auch der Magier sterben.
Die Hexe aus dem Niemandsland (Witch of the Waste)
Die Hexe ist eine gehässige, fette Frau, deren Hobby junge Männer, bzw deren Herzen sind. Erstere, weil sie schön ausschauen und letztere weil sie ganz hervorragend schmecken. Hauro kam einst zu ihr, weil sie ihn interessierte, doch dann rannte er vor ihr weg. Doch die alte Hexe hat noch nicht aufgegeben und sucht ihn überall mittels ihrer dunklen Diener. Sie ist es auch, die Sophie in eine Greisin verwandelt, nachdem diese zuvor von Hauro beschützt wurde.
Bis vor 50 Jahren war sie eine Zauberin am königlichen Hof, wurde dann aber verjagt und versteckt sich seit dem im Niemandsland. Eigentlich ist sie schon extrem alt, jedoch hat sie sich mit finsteren Mächten eingelassen um ihrem Körper eine zweifelhafte Jugend zu verleihen.
Markl
Hauro's junger Lehrling hütet das Haus wenn sein Meister nicht da ist. Er empfängt Kunden, die magische Utensilien kaufen wollen und nimmt Nachrichten entgegen. Zu diesem Zweck besitzt er einen Zauberumhang, mit dessen Hilfe er sich als alter Mann tarnen kann.
Rübe (Turnip Head)
Sophie begegnet der Vogelscheuche, deren Kopf eine Rübe ist, zum ersten mal auf ihrem Weg zu Hauro's Schloss. Seitdem kreuzt Rübe immer wieder auf, wenn Sophie gerade Hilfe brauchen kann. Auch auf Rübe lastet ein komplizierter Fluch.
Suliman
Die mächtigste Magierin am Königshof und einst Hauro's Lehrerin. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine betagte alte Dame, dennoch verfügt sie über mächtige Magie und sollte lieber nicht unterschätzt werden. Ihrer Meinung nach ist Hauro's Herz vom Bösen vereinnahmt worden, seit er begann die Magie für seine eigenen Zwecke zu verwenden. Sie denkt, dass ihr Schüler nicht die nötige willensstärke besitzt um mit seinen immensen Fähigkeiten umzugehen.
Hin
Dieser alte, kurzbeinige Hund gehört eigentlich Suliman. Aus irgendeinem Grund zieht er es aber nach seinem ersten Zusammentreffen mit Sophie vor, diese auf Schritt und Tritt zu begleiten. Mit seinen großen Schlappohren kann er fliegen und nebenbei bemerkt: sein bellen hört sich wie husten an.
Howl's Macher
Der Regisseur, das Studio, das Buch und dessen Autorin
Hayao Miyazaki
Wenn Ghibli der Disney des Ostens ist, dann ist Hayao Miyazaki bestimmt der Steven Spielberg Japans. Ihm verdanken wir viele berühmte Meilensteine der Animegeschichte.
Hayao Miyazaki wurde am 5. Januar 1941 in Tokio. Zwischen 1947 und 1963 besuchte er verschiedene Schulen und Universitäten.
1963 endete seine Schullaufbahn mit den Abschlüssen in Politwirtschaft und -forschung. Im Anschluss daran begann er seine Karriere im Animegeschäft. Er fing damals bei Toei Doga als kleiner Animationszeichner beim Kinofilm Wan Chuushingura an und arbeitete sich innerhalb eines Jahres schon zum Hauptsekretär hoch. Im Oktober heiratete er seine Frau Akemi Ote. Mit ihr hat er zwei Söhne, die 1967 und 1969 zur Welt kamen.
1971 verließ Miyazaki zusammen mit seinen beiden Freunden Isao Takahata und Yoichi Otabe Toei und wechselte zu A-Pro und später zu Nippon Animation.
1978 war Miyazaki zum ersten mal der Regisseur einer TV-Serie, nämlich Future Boy Conan. Danach ging er zu Tokyo Movie Shinsha wo er 1979 zum ersten mal bei einem Kinofilm Regie führte – Lupin III Castle of Cagliostro. Er machte so einige Zeit lang weiter und führte bei einigen TV-Serien Regie. 1982 begann er damit seinen eigenen Manga zu zeichnen, Nausicaä of the Valley of the Wind.
Dem Chef seines Verlages Yasuyoshi Tokuma gefiel der Manga so gut, dass er Miyazaki dazu brachte, eine Anime-Adaption davon zu machen. Nausicaä wurde mit fast einer Million Kinogängern ein riesiger Erfolg und machte die Gründung des heute weltberühmten Studios Ghibli überhaupt erst möglich.
1985 gründete Miyazaki dann das Studio Ghibli und an dieser Stelle kann ich eigentlich mit seiner Biographie aufhören, denn ab hier läuft sie konform mit der Geschichte von Ghibli. Der Nausicaä-Manga konnte aufgrund der vielen Arbeit, die Miyazaki bei Ghibli hatte, erst im Jahr 1994 fertiggestellt werden, zwölf Jahre nach Beginn der Reihe.
Das besondere am Stil von Miyazaki ist vielleicht die Glaubwürdigkeit, mit der er seine Figuren vermitteln kann. Seine Charaktere sind einfach nur Menschen wie sie einem täglich auf der Straße begegnen könnten, denn auch die sogenannten Bösewichte haben in seinen Filmen auch immer eine gute Seite. (z.B. Eboshi in Prinzessin Mononoke) Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass Miyazaki ein riesen Fan von Flugzeugen aller Art ist, was man auch am Namen seines Studios merkt.
Studio Ghibli
Für viele ist das Studio Ghibli der Disney des Ostens, mit seinen erfolgreichen und hochwertigen Kinofilmen hat es sich weit über die Grenzen Japans hinaus einen Namen gemacht.
Der Name „Ghibli“ wurde von der Bezeichnung welche die Italiener im Zweiten Weltkrieg für ihre Wüsten-Aufklärungsflugzeuge benutzten abgeleitet (Hayao Miyazaki ist ein Fan von allem was Fliegen kann). Die Italiener wiederum leiteten diesen Namen vom der Bezeichnung für den heißen Wüstenwind der durch die Sahara weht ab.
Nachdem Nausicaä of the Valley of the Wind ein großer Erfolg geworden war, sowohl künstlerisch als auch kommerziell, wurde 1985 das Studio vom Verlag Tokuma Shoten gegründet, der damals auch den Nausicaä-Manga vertrieben hat. Von Beginn an waren Hayao Miyazaki und Isao Takahata die Köpfe des Studios. Der eigentliche Präsident ist aber Yasuyoshi Tokuma, der gleichzeitig auch Chef von Tokuma Shoten ist. Aber Miyazaki und Takahata dürfen die meisten Entscheidungen auch von sich aus treffen. Noch im Jahr seiner Gründung produzierte das Studio den ersten Film, Laputa – Castle in the Sky. Damit wurde die Ghibli-Tradition begründet nur Kinofilme zu machen und nur Geschichten zu verwenden, die aus der Feder des Studios stammen.
Das ist insofern eine sehr riskante Geschäftspolitik, da bei einem Kinofilm kein Erfolg garantiert ist, erst recht, wenn die Story dem Publikum vorher völlig unbekannt ist. Deshalb setzen die meisten Anime-Entwickler bevorzugt auf TV-Serien, die auf bekannten Mangas basieren. Nichtsdestotrotz hat Ghibli an seinen Grundsätzen festgehalten und hatte bisher immer damit Erfolg. Da aber noch niemand den kommenden Siegeszug vorhersehen konnte, war man zunächst sehr vorsichtig. Die Zeichner wurden nur jeweils für einen Film angestellt, war die Produktion vorbei, wurde der gesamte Stab entlassen. Die Studioräume waren einfach nur in ein paar angemieteten Zimmern in einem Vorort von Tokio untergebracht. Laputa wurde zwar kein so großer Erfolg wie Nausicaä er wurde mit 775000 Kinogängern ein Erfolg. Als nächstes stand ein Unterfangen auf dem Plan, das für viele als schlichtweg unmöglich erschien. Das kleine Studio begann damit, zwei Kinofilme gleichzeitig zu produzieren, ohne dass einer davon Qualitätseinbußen verzeichnen musste. Der eine Film war My Neighbor Totoro unter Regie von Miyazaki, Film Nummer zwei war Grave of the Fireflies für den Takahata verantwortlich war. Es ist Tokuma zu verdanken, der sich sich bei den Distributoren für beide Filme eingesetzt hat, sodass „Totoro“ und „Fireflies“ überhaupt erscheinen konnten. Als beide Filme dann endlich in die Kinos kamen, blieben die Zuschauerzahlen zwar etwas hinter den Erwartungen zurück der künstlerische Erfolg war den beiden Meisterwerken jedoch sicher. My Neighbor Totoro gewann in diesem Jahr viele japanische Filmpreise und Grave of the Fireflies wurde auch von der kulturellen Elite Japans als große Kunst bezeichnet. Von da an war Ghibli ein bekannter Begriff in der japanischen Filmindustrie. 1989 konnte das Studio endlich seinen ersten großen Erfolg an den Kinokassen verbuchen. Kiki's Delivery Service von Miyazaki lockte damals 2,64 Millionen Zuschauer vor die Leinwand. Während Miyazaki schon mit seinem nächsten Projekt, Only Yesterday, begann, wurde bei Ghibli eine Grundlegende Änderung der Betriebsstrukturen durchgeführt. Man führte endlich die Langzeitbeschäftigung ein sowie ein Ausbildungssystem für die Zeichner. Durch die neue Beschäftigungspolitik war es Ghibli jetzt auch möglich die Löhne teilweise zu verdoppeln, was allerdings auch Auswirkungen auf die Produktionskosten hatte, da 80 Prozent der Animationskosten aus dem Personalaufwand entstehen. Da die Zeichner jetzt monatlich bezahlt wurden, musste folglich jetzt auch Film an Film folgen, damit kein teurer Stillstand entsteht. Das nächste Projekt, das Miyazaki nun in Angriff nahm war Porco Rosso, noch bevor Only Yesterday veröffentlicht wurde. Da sich Only Yesterday gerade in einer sehr arbeitsintensiven Phase befand musste Miyazaki wohl oder übel ganz allein mit Porco Rosso anfangen. "What? You mean I have to produce, direct and assist all on my own?" soll sein Kommentar dazu gewesen sein.
Als hätte man ihm nicht schon genug Arbeit aufgehalst kam Miyazaki in dieser Zeit auch noch auf eine Idee der besonderen Art: Ein neues Studio muss her! Damals arbeiteten bei Ghibli 90 Personen auf knapp 300 Quadratmetern Bürofläche. Es war wiedereinmal Tokuma, der dem Studio mit einer kleinen Geldspritze unter die Arme griff. Miyazaki lief damals zu seiner Höchstform auf. Während er an Porco Rosso arbeitete zeichnete er höchstpersönlich die Baupläne für das neue Studio, traf sich mit den Bauleitern und überwachte die Bauarbeiten auch noch. Kurze Zeit nachdem 1992 Porco Rosso in die Kinos kam konnte Ghibli auch sein neues, dreistöckiges Gebäude mit über 1100 Quadratmetern Bürofläche beziehen. Porco Rosso wurde währenddessen zum erfolgreichsten Film des Jahres und ließ auch Spielbergs „Hook“ und Disneys „Die Schöne und das Biest“ hinter sich. 1993 brach Ghibli mehr oder minder mit seiner Tradition und produzierte fürs Fernsehen. Auch saß zum ersten mal jemand anderes als Miyazaki oder Takahata auf dem Regiestuhl. Tomomitsu Mochizuki und sein überwiegend junges Team produzierten das 70-minütige TV-Special „The Ocean Waves“.
1994 führte Takahata wiedereinmal Regie, nämlich bei Pom Poco. Auch dieser Film wurde Japans Nummer eins des Jahres. Außerdem setzte Ghibli hier zum ersten mal Computereffekte ein, es waren zwar nur drei Szenen aber die Erfahrungen, die dabei gesammelt wurden sollten sich in der Zukunft als nützlich erweisen.
Im Jahr 1995 zählte das Studio Ghibli erstmals 100 Mitarbeiter, von denen etwa die Hälfte in der Animation tätig war. Das Durchschnittsalter lag bei 29 Jahren. Im selben Jahr veröffentlichte 20th Century Fox „My Neighbor Totoro“ in den USA auf Video. Überraschenderweise verkaufte sich Totoro dort rund 560000 mal. Pom Poco war 1995 bei der Oscarverleihung Japans Nominierung für den besten ausländischen Film. Porco Rosso wurde in Frankreich in über 60 Kinos gezeigt. Als Synchronsprecher für den Hauptcharakter konnte Jean Reno verpflichtet werden, was Hayao Miyazaki sehr gefiel da er ein großer Fan von Reno ist.
Im April wurde die „East Koganei Village School of Animation“ gegründet, in der Ghibli sich seinen eigenen Nachwuchs heranzieht. Direktor der Schule ist Isao Takahata. Nachdem Ghibli im Sommer 1995 mit Whisper of the Heart seinen zehnten Film in zehn Jahren veröffentlicht hatte machte man sich daran endlich ein Projekt zu verwirklichen, an dem Miyazaki schon länger arbeitete: Prinzessin Mononoke. Als dieser 1997 erschien wurde er auf der Stelle zu einem Riesenhit. In Japan spielte er rund 160 Millionen Dollar ein. Damit entthronte Mononoke E.T. als erfolgreichsten Film in Japan. Ghibli war inzwischen so berühmt geworden, dass das Studio sogar sein eigenes Museum in Tokio eingerichtet hat, in das täglich nur eine begrenzte Anzahl Besucher hineingelassen wird.
Eigentlich wollte sich Miyazaki nach Prinzessin Mononoke eine Auszeit gönnen aber als er die kleine Tochter eines Freundes kennenlernte wurde er für seinen nächsten Film inspiriert, Chihiro's Reise ins Zauberland (Spirited Away).
Was keiner für möglich gehalten hatte wurde jetzt Realität, Ghibli übertraf den Erfolg von Prinzessin Mononoke noch und hält somit die Doppelführung bei den erfolgreichsten japanischen Filmen. Spirited Away gewann nebenbei auch noch den Goldenen Bären der Berlinale 2002 und den Oscar des besten Animationsfilms 2003. Seit dieser Zeit ist Spirted Away der höchstdekorierte Anime aller Zeiten. Wie lange der Film diesen Ehrenplatz für sich beanspruchen steht noch in den Sternen, denn das nächste Werk von Miyazaki steht bereits in den Starlöchern, nämlich Howl's Moving Castle, der für das Jahr 2004 angekündigt ist.
Tja, das war eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des wohl bekanntesten Animestudios. Was macht Ghibli aber so anders? Meiner Meinung nach ist es die Tatsache, dass für Miyazaki und Takahata gute Filme und schöne Bilder immer über Kommerz, Management und Firmenerweiterung stehen.
Diana Wynne Jones
Diana Wynne Jones (wird oft als DWJ abgekürzt) wurde am 16. August 1934 in London geboren. Sie wuchs in einem Dorf in der Grafschaft Essex auf und studierte an der renomierten Universität von Oxford, wo sie unter anderem den Lesungen von C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien beiwohnte.
Als Legastenikerin, also mit einer angeborenen Schreib- und Leseschwäche war sie alles andere als prädestiniert für den Beruf der Schriftstellerin.
Erst als sie schon über 40 Jahre alt war und ihre drei Söhne zur Welt gebracht hatte, begann Diana selbst zu schreiben. Ihr Antrieb war, für ihre Kinder solche Bücher zu schreiben, die sie selbst als Kind gerne gelesen hätte. Ihre ersten längeren Bücher erschienen im Jahr 1975. Am bekanntesten ist wahrscheinlich ihre Chrestomanci-Reihe. 1986 erschien ihr Buch „Howl's Moving Castle“, das in Deutschland unter dem Titel: Sophie im Schloss des Zauberers“ erschienen ist. 1990 wurde die indirekte Fortsetzung dazu „Castle in the Air“ (in Deutschland: „Ziemlich viele Prinzessinnen“) veröffentlicht.
Mrs Jones lebt heute zusammen mit ihrem Ehemann in Bristol, wo dieser an der dortigen Universität Englisch unterrichtet.
Diana Wynne Jones ist eine Fantasy-Autorin der Extraklasse, deren Werke oft mit der Harry-Potter-Reihe verglichen werden. Die meisten von Jones' Werken handeln von Magiern, Hexen und jeder Menge anderer zauberhafter Charaktere. Ihre Bücher eignen sich für junge, als auch für jung gebliebene Leser. Im übrigen war sie von der Anime-Umsetzung von Howl's Moving Castle zu Beginn nicht sonderlich begeistert. In einem Interview erwähnte sie, dass sie sich fühle, als hätte sie Howl gerade in die Sklaverei verkauft.
Miyazaki-san als Sklaventreiber??
Sophie im Schloss des Zauberers
Das Buch und dessen Unterschiede zum Film.
Howl's Moving Castle ist erst der zweite Ghibli-Film, der auf Basis einer Romanvorlage entsteht. Grund genug einmal einen kurzen Blick auf die nicht unwesentlichen Unterschiede zwischen dem Buch und der Filmadaption zu werfen.
Eines vorweg: Regisseur Hayao Miyazaki hat sich wie bei Anime-Umsetzungen berühmter Literaturklassiker üblich, die Freiheit genommen, die Geschichte auf seine ganz eigene Weise zu Interpretieren.
Die Unterschiede beginnen bereits bei Sophie's Familie. Im Buch ist Sophie die älteste von drei Schwestern, die Jüngste, Martha, ist die talentierteste und geht bei einer (guten) Zauberin in die Lehre. Die mittlere Schwester, Lettie dagegen ist die schönste der Drei, die verdingt sich in einer nahegelegenen Bäckerei als Bedienung, sehr zur Freude der Männlichen Kundschaft. Nach einiger Zeit findet Sophie jedoch heraus, dass ihre beiden Schwestern die per Zauberspruch die Rollen getauscht haben, da Martha sich nach einer Familie samt Kindern sehnt und Lettie gerne Abenteuer erleben möchte.
Im Anime ist die Situation im Grunde die selbe, jedoch wird den Schwestern wesentlich weniger Zeit gegönnt als im Buch. Martha wird nur in einem Satz kurz erwähnt und der unbedarfte (und unwissende) Zuschauer, könnte glatt meinen, dass es sich bei der „jüngeren Schwester“ nur um eine Ausrede handelt, damit die gealterte Sophie ohne Probleme die Stadt verlassen kann.
Ein weiterer Unterschied ist die Wahl, Gestaltung und Optik der einzelnen Orte, an denen die Geschichte erzählt wird. Diana Wynne Jones hatte, als sie das Buch geschrieben hat sicherlich eher eine Kulisse vor Augen die Wales gar nicht unähnlich ist. Schließlich sagte sie einigen Ghibli-Mitarbeitern, die sie besuchten, sie sollten sich einige kleine Dörfer in Wales ansehen.
Die Ghibli-Zeichner suchten sich ihre Inspiration jedoch lieber in Elsass-Lothringen. Kein Wunder also, dass die Film-Hauptstadt Kingsbury nicht unwesentlich an Straßburg erinnert, die Film-Soldaten wie französische Truppen des Kriegs von 1870/71 gekleidet sind und die vorherrschende Spreache auf Beschriftungen und Plakaten deutsch ist.
Sicher mag sich jeder Leser sein ganz individuelles Bild von den Städten und Umgebungen des Buches im Geiste ausgemalt haben, jedoch ist das Ergebnis des Films wohl ganz und gar nicht im Sinne seiner Schöpferin.
Ein weiterer Unterschied ist, dass das Buch völlig klar stellt, dass sich die Handlung in einer zeitlosen Märchenwelt abspielt, die parallel zur unsrigen existiert. Nicht umsonst kann man durch die magische Tür des Schlosses in das reale Wales unseres Planeten gelangen, dem Ort von dem Howl wirklich stammt und an dem er aufgewachsen ist.
Die Filmfigur der Suliman ist im Grunde eine Mischung aus zwei Charakteren des Buches. Da wäre zum einen Suliman, der männliche Hofmagier des Königshauses und zum anderen Mrs. Pentstemmon, Howl's ehemalige Lehrerin.
Der Film macht daraus Mrs. Suliman, die Hofmagierin des Königshauses, die früher einmal Howl's Lehrmeisterin war.
Die beiden erwähnten Buchfiguren stehen im Roman übrigens beide auf Howl's Seite, auch wenn Suliman von der Hexe aus dem Niemandsland ermordet wird.
Ein weiterer Unterschied bei den Figuren ist das Schicksal der Hexe aus dem Niemandsland (Witch of the Waste).
Im Buch bleibt die fette, alte Hexe bis zum großen Finale ein übermächtiger Gegner, während der Film ihr ein wesentlich harmloseres Schicksal zuteil werden lässt. Der große Gegner am Ende des Films ist der Krieg, der im Königreich tobt.
Was uns auch schon zu einem der Hauptunterschiede bringt: dem Krieg.
Im Buch wird vom Krieg, den das Königreich führt nicht sonderlich viel erwähnt. Leser des Buches berichten oft davon, dass sie durch das Setting, die Atmosphäre und die Tatsache, dass es in dieser Welt Magier gibt eher an einen mittelalterlich anmutenden Krieg gedacht haben – mit Schwerten, Pfeil und Bogen, Kavallerie und auch mit Magie.
Miyazaki hingegen versetzt uns in einen Konflikt, der schon fast der Bezeichnung „Steampunk“ würdig ist. Fahrzeuge werden mittels Dampf betrieben, waffenstarrende Kriegsschiffe durchpflügen die Meere, die Soldaten sind mit Karabinern bewaffnet. Die Lüfte werden von kleinen, zweisitzigen Flugmaschinen ebenso unsicher gemacht wie von bombenwerfenden Ungetümen, die ganze Städte in ein Flammenmeer verwandeln. Sicherlich unter dem Einfluss des Irak-Krieges, der während der wichtigsten Phasen der Filmproduktion kurz bevor bzw bereits statt fand, wurde das Ende der Geschichte vom Kampf gegen die Hexe aus dem Nimmerland abgeändert und der Krieg stattdessen als übermächtiges Böses eingesetzt, vor dem Howl seine kleine Familie schützen will.
Und wieder ein Übergang, nämlich zu Howl.
Auch der Magier und Besitzer des Namensgebenden Schlosses wird in Buch und Film unterschiedlich charakterisiert.
Der Film-Howl ist ein Schönling, ein Taugenichts, der viel auf sein Aussehen, seinen müsiggängerischen Alltag, sowie seine absolute Freiheit gibt. Er scheut davor, Verantwortung zu übernehmen, oder die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Kurzum, jemand der vom Charakter her nicht sonderlich reif ist.
Seine Buchvorlage wird wesentlich düsterer herausgearbeitet. Man sagt ihm nach, er würde die Herzen junger Mädchen stehlen um sie zu fressen. Auch hinter Sophie's hübscher Schwester Lettie ist er her, was Sophie jedoch um jeden Preis verhindern will. Insgesamt wird allen Anspielungen auf den „Herzen stehlenden“ und „herzlosen“ Howl im Buch wesentlich mehr Bedeutung beigemessen.
Und natürlich hat es auch bei der Hauptfigur, Sophie, einige Änderungen gegeben. Im Buch hatte sie noch die Rolle der verantwortungsbewussten, besorgten und entschlossenen älteren Schwester inne, während der Film sie zumindest am Anfang als die vielbesagte schüchterne „graue Maus“ zeigt.
Die größte Änderung in Sophie's Charakter ist jedoch die Tatsache, dass sie im Buch ebenfalls über magische Kräfte verfügt. Sie besitzt die Macht eigentlich leblosen Gegenständen leben einzuhauchen, wovon auch nicht selten gebrauch gemacht wird. Spätestens am Ende des Buches stellt sich diese Fähigkeit als wichtige (und mächtige) Gabe heraus.
Allgemeine Infos
Deutsche Synchronsprecher
Sophie:
Sunnyi Melles
Hauro:
Robert Stadlober
Hexe aus dem Niemandsland:
Barbara Ratthey
Calcifer:
Gerald Schaale
Markl:
Kevin Iannotta
Madame Suliman:
Maddalena Kerrh
König:
Thomas Rauscher
Bettsy:
Marion Hartmann
Lettie:
Claudia Lössl
Hanna:
Marian Köhler
Das Produktionsteam:
Produzent:
Toshio SUZUKI
Regisseur und Drehbuchautor:
Hayao Miyazaki
Idee und Buch von:
Diana Wynne Jones
Musik von:
Joe Hisaishi
Titellied:
Sekai no Yakusoku
(The Promise of the World)
Musik:
Yumi KIMURA Lyrics: Shuntaro TANIGAWA Arrangement: Joe Hisaishi Performance: Chieko BAISHO
Editor:
Takeshi SEYAMA
Leitende Animatoren:
Akihiro YAMASHITA
Takeshi INAMURA
Kitaro KOSAKA
Art Directors:
Yozi TAKESHIGE
Noboru YOSHIDA
Digital Animation Director:
Mitsunori KATAAMA
Farbdesigner:
Michiyo YASUDA
Kamera (Farbe):
Atsushi OKUI
Audio Director:
Kazuhiro HAYASHI
Ton:
Shuji INOUE
Toneffekte:
Toru Noguchi
Veröffentlicht von:
Toho
Japanische Synchronsprecher:
Sophie:
Chieko BAISHO
Hauro:
Takuya KIMURA
Hexe aus dem Niemandsland:
Akihiro MIWA
Calcifer:
Tatsuya GASHUIN
Markl:
Ryunosuke KAMIKI
Diener:
Mitsunori ISAKI
Prinz:
Yo OIZUMI
König:
Akio OTSUKA
Hin:
Daijiro HARADA
Madame Suliman:
Haruko KATO
Englische Synchronsprecher
Alte Sophie:
Jean Simmons
Junge Sophie:
Emily Mortimer
Hauro:
Christian Bale
Hexe aus dem Niemandsland:
Lauren Bacall
Calcifer:
Billy Crystal
Markl:
Josh Hutcherson
Madame Suliman:
Blythe Danner
König:
Mark Silverman
Prinz:
Crispin Freeman
Polnische Synchronsprecher
Junge Sophie:
Beata Cyrankiewicz
Alte Sophie:
Joanna Jedryka
Hauro:
Bartosz Czarnecki
Hexe aus dem Niemandsland:
Krystyna Tkacz
Calcifer:
Jaroslaw Boberek
Markl
Kajetan Lewandowski
Madame Suliman:
Agata Kulesza
Mutter:
Agnieszka Kunikowska
Lettie:
Joanna Wegrzynowska
Prinz:
Jacek Kopczynski
Howl's Moving Castle
Hauru no Ugoku Shiro
Daten
Kurzinhalt
Die Charaktere
Sophie
Hauro
Calcifer
Die Hexe aus dem Niemandsland
Markl
Rübe
Suliman
Hin
Die Macher des Films
Hayao Miyazaki
das Studio Ghibli
Diana Wynne Jones
Unterschiede zwischen Buch und Film
Allgemeine Infos
deutsche Synchronsprecher
der Produktionsstab
japanische Synchronsprecher
englische Synchronsprecher
polnische Synchronsprecher
Daten:
Originalsprache: Japanisch
Produktionsland: Japan
Produktionsjahr: 2004
Länge: 119 Minuten
Kinostart in Japan: 20. November 2004
Auszeichnungen
Prix Osella der 61. Filmfestspiele von Venedig 2004
Zuschauerpreis des 37. Internationalen Filmfestivals 2004 in Sitges, Spanien
Bester japanischer Film des 59. Mainichi-Filmwettbewerbs 2004 der japanischen Tageszeitung Mainichi Shimbun
Kurzinhalt:
Die 18-jährige Sophie Hatter arbeitet als Hutmacherin im Laden ihres verstorbenen Vaters. Als das verschlossene Mädchen in der Stadt von zwei aufdringlichen Soldaten bedrängt wird kommt ihr ein charmanter, junger Mann zu mit seinen Zauberkräften Hilfe. Ihre Schwester ahnt es schon, der schöne, unbekannte war der geheimnisvolle Magier Hauro, von dem man sagt, er würde die Herzen junger Mädchen stehlen.
Wieder zurück im Laden erhält Sophie unerwarteten Besuch: Eine fette, alte Dame, die sich als die Hexe aus dem Niemandsland vorstellt und das Mädchen ohne große Umschweife verzaubert.
Als die junge Hutmacherin daraufhin in den Spiegel blickt, traut sie ihren Augen nicht. Aus ihr ist eine Greisin mit Falten, grauen Haaren und Arthritis geworden.
Auch am nächsten Tag sieht sie immer noch aus wie eine alte Oma. Also macht sich Sophie auf, um den einzigen Menschen zu suchen, von dem sie sich Hilfe verspricht – Hauro der Magier, der in seinem legendären wandelnden Schloss residiert.
Nach erstaunlich wenig Suchen gelangt Sophie zum Schloss und stellt sich angesichts des dort vorherrschenden Saustalles kurzerhand selbst als Haushaltshilfe ein.
Schnell lernt sie die illustren Bewohner des wandelnden Schlosses kennen und lieben. Und auch zu Hauro fühlt sie sich immer mehr hingezogen.
Jedoch muss sie immer noch den Fluch, der auf ihr liegt brechen und am Horizont zieht bereits weiteres Übel auf. Ein Krieg mit dem Nachbarland stets kurz bevor und die Hofmagierin Suliman ist fest entschlossen, alle Zauberer, die sich nicht auf die Seite des Königs schlagen ihrer Kräfte zu berauben.
Charaktere:
Sophie
Zu Beginn arbeitet Sophie als Hutmacherin im Laden ihres verstorbenen Vaters, auch wenn sie selbst nicht so recht zu wissen scheint, ob es wirklich das ist, womit sie ihr Leben verbringen will.
Sophie ist eine graue Maus, schüchtern, fast schon scheu. Als sie zum ersten mal auf den berüchtigten Zauberer Hauro trifft beeindruckt dessen charmantes Auftreten sie sehr.
Kurze Zeit später wird sie von der eifersüchtigen Hexe aus dem Nimmerland verhext und nun muss das junge Mädchen mit dem Körper einer 90-jährigen zurechtkommen.
Sie macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Hauro, damit dieser den Fluch von ihr nimmt, unwissend, welche Abenteuer sie mit dem wandelnden Schloss und dessen illustren Bewohnern erleben wird.
Hauro (Howl)
Von dem sagenumwobenen Magier sagt man, er würde die Herzen hübscher, junger Mädchen stiehlt um sie zu essen. Bereits sein Vater war ein mächtiger Anwender der arkanen Künste, Hauro selbst ist bei der Hofmagierin Suliman in die Lehre gegangen, hat sich später aber von ihr abgewandt.
Hauro's Charakter ist jedoch weniger weit entwickelt als seine magischen Fähigkeiten. Er ist selbstverliebt, eitel und verantwortungslos. Er liebt es, ungebunden zu sein. Ausdruck dieses Lebensstils sind seine verschiedenen Identitäten, er tritt als Hauro ebenso auf wie als Pendragon oder Meister Jenkins. (im Buch agiert er außerdem noch als Hubert Berlu)
Die Kräfte des Zauberers sind schier unerschöpflich, Grund dafür ist sein Pakt mit dem Dämonen Calcifer. Frei von allen Zwängen zieht er an Bord seines wandelnden Schlosses umher, jedoch geht der drohende Krieg im Königreich auch an ihm nicht spurlos vorbei.
Calcifer
Der Feuerdämon ist das Herz des wandelnden Schlosses, das von seiner Energie angetrieben und zusammengehalten wird. Steht's gibt er vor böse zu sein, aber im Grunde ist er ein recht netter Zeitgenosse, auch wenn er sich ständig über alle möglichen Sachen beschwert.
Durch einen geheimnisvollen Pakt ist er mit Hauro verbunden – wenn Calcifer erlöscht, muss auch der Magier sterben.
Die Hexe aus dem Niemandsland (Witch of the Waste)
Die Hexe ist eine gehässige, fette Frau, deren Hobby junge Männer, bzw deren Herzen sind. Erstere, weil sie schön ausschauen und letztere weil sie ganz hervorragend schmecken. Hauro kam einst zu ihr, weil sie ihn interessierte, doch dann rannte er vor ihr weg. Doch die alte Hexe hat noch nicht aufgegeben und sucht ihn überall mittels ihrer dunklen Diener. Sie ist es auch, die Sophie in eine Greisin verwandelt, nachdem diese zuvor von Hauro beschützt wurde.
Bis vor 50 Jahren war sie eine Zauberin am königlichen Hof, wurde dann aber verjagt und versteckt sich seit dem im Niemandsland. Eigentlich ist sie schon extrem alt, jedoch hat sie sich mit finsteren Mächten eingelassen um ihrem Körper eine zweifelhafte Jugend zu verleihen.
Markl
Hauro's junger Lehrling hütet das Haus wenn sein Meister nicht da ist. Er empfängt Kunden, die magische Utensilien kaufen wollen und nimmt Nachrichten entgegen. Zu diesem Zweck besitzt er einen Zauberumhang, mit dessen Hilfe er sich als alter Mann tarnen kann.
Rübe (Turnip Head)
Sophie begegnet der Vogelscheuche, deren Kopf eine Rübe ist, zum ersten mal auf ihrem Weg zu Hauro's Schloss. Seitdem kreuzt Rübe immer wieder auf, wenn Sophie gerade Hilfe brauchen kann. Auch auf Rübe lastet ein komplizierter Fluch.
Suliman
Die mächtigste Magierin am Königshof und einst Hauro's Lehrerin. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine betagte alte Dame, dennoch verfügt sie über mächtige Magie und sollte lieber nicht unterschätzt werden. Ihrer Meinung nach ist Hauro's Herz vom Bösen vereinnahmt worden, seit er begann die Magie für seine eigenen Zwecke zu verwenden. Sie denkt, dass ihr Schüler nicht die nötige willensstärke besitzt um mit seinen immensen Fähigkeiten umzugehen.
Hin
Dieser alte, kurzbeinige Hund gehört eigentlich Suliman. Aus irgendeinem Grund zieht er es aber nach seinem ersten Zusammentreffen mit Sophie vor, diese auf Schritt und Tritt zu begleiten. Mit seinen großen Schlappohren kann er fliegen und nebenbei bemerkt: sein bellen hört sich wie husten an.
Howl's Macher
Der Regisseur, das Studio, das Buch und dessen Autorin
Hayao Miyazaki
Wenn Ghibli der Disney des Ostens ist, dann ist Hayao Miyazaki bestimmt der Steven Spielberg Japans. Ihm verdanken wir viele berühmte Meilensteine der Animegeschichte.
Hayao Miyazaki wurde am 5. Januar 1941 in Tokio. Zwischen 1947 und 1963 besuchte er verschiedene Schulen und Universitäten.
1963 endete seine Schullaufbahn mit den Abschlüssen in Politwirtschaft und -forschung. Im Anschluss daran begann er seine Karriere im Animegeschäft. Er fing damals bei Toei Doga als kleiner Animationszeichner beim Kinofilm Wan Chuushingura an und arbeitete sich innerhalb eines Jahres schon zum Hauptsekretär hoch. Im Oktober heiratete er seine Frau Akemi Ote. Mit ihr hat er zwei Söhne, die 1967 und 1969 zur Welt kamen.
1971 verließ Miyazaki zusammen mit seinen beiden Freunden Isao Takahata und Yoichi Otabe Toei und wechselte zu A-Pro und später zu Nippon Animation.
1978 war Miyazaki zum ersten mal der Regisseur einer TV-Serie, nämlich Future Boy Conan. Danach ging er zu Tokyo Movie Shinsha wo er 1979 zum ersten mal bei einem Kinofilm Regie führte – Lupin III Castle of Cagliostro. Er machte so einige Zeit lang weiter und führte bei einigen TV-Serien Regie. 1982 begann er damit seinen eigenen Manga zu zeichnen, Nausicaä of the Valley of the Wind.
Dem Chef seines Verlages Yasuyoshi Tokuma gefiel der Manga so gut, dass er Miyazaki dazu brachte, eine Anime-Adaption davon zu machen. Nausicaä wurde mit fast einer Million Kinogängern ein riesiger Erfolg und machte die Gründung des heute weltberühmten Studios Ghibli überhaupt erst möglich.
1985 gründete Miyazaki dann das Studio Ghibli und an dieser Stelle kann ich eigentlich mit seiner Biographie aufhören, denn ab hier läuft sie konform mit der Geschichte von Ghibli. Der Nausicaä-Manga konnte aufgrund der vielen Arbeit, die Miyazaki bei Ghibli hatte, erst im Jahr 1994 fertiggestellt werden, zwölf Jahre nach Beginn der Reihe.
Das besondere am Stil von Miyazaki ist vielleicht die Glaubwürdigkeit, mit der er seine Figuren vermitteln kann. Seine Charaktere sind einfach nur Menschen wie sie einem täglich auf der Straße begegnen könnten, denn auch die sogenannten Bösewichte haben in seinen Filmen auch immer eine gute Seite. (z.B. Eboshi in Prinzessin Mononoke) Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass Miyazaki ein riesen Fan von Flugzeugen aller Art ist, was man auch am Namen seines Studios merkt.
Studio Ghibli
Für viele ist das Studio Ghibli der Disney des Ostens, mit seinen erfolgreichen und hochwertigen Kinofilmen hat es sich weit über die Grenzen Japans hinaus einen Namen gemacht.
Der Name „Ghibli“ wurde von der Bezeichnung welche die Italiener im Zweiten Weltkrieg für ihre Wüsten-Aufklärungsflugzeuge benutzten abgeleitet (Hayao Miyazaki ist ein Fan von allem was Fliegen kann). Die Italiener wiederum leiteten diesen Namen vom der Bezeichnung für den heißen Wüstenwind der durch die Sahara weht ab.
Nachdem Nausicaä of the Valley of the Wind ein großer Erfolg geworden war, sowohl künstlerisch als auch kommerziell, wurde 1985 das Studio vom Verlag Tokuma Shoten gegründet, der damals auch den Nausicaä-Manga vertrieben hat. Von Beginn an waren Hayao Miyazaki und Isao Takahata die Köpfe des Studios. Der eigentliche Präsident ist aber Yasuyoshi Tokuma, der gleichzeitig auch Chef von Tokuma Shoten ist. Aber Miyazaki und Takahata dürfen die meisten Entscheidungen auch von sich aus treffen. Noch im Jahr seiner Gründung produzierte das Studio den ersten Film, Laputa – Castle in the Sky. Damit wurde die Ghibli-Tradition begründet nur Kinofilme zu machen und nur Geschichten zu verwenden, die aus der Feder des Studios stammen.
Das ist insofern eine sehr riskante Geschäftspolitik, da bei einem Kinofilm kein Erfolg garantiert ist, erst recht, wenn die Story dem Publikum vorher völlig unbekannt ist. Deshalb setzen die meisten Anime-Entwickler bevorzugt auf TV-Serien, die auf bekannten Mangas basieren. Nichtsdestotrotz hat Ghibli an seinen Grundsätzen festgehalten und hatte bisher immer damit Erfolg. Da aber noch niemand den kommenden Siegeszug vorhersehen konnte, war man zunächst sehr vorsichtig. Die Zeichner wurden nur jeweils für einen Film angestellt, war die Produktion vorbei, wurde der gesamte Stab entlassen. Die Studioräume waren einfach nur in ein paar angemieteten Zimmern in einem Vorort von Tokio untergebracht. Laputa wurde zwar kein so großer Erfolg wie Nausicaä er wurde mit 775000 Kinogängern ein Erfolg. Als nächstes stand ein Unterfangen auf dem Plan, das für viele als schlichtweg unmöglich erschien. Das kleine Studio begann damit, zwei Kinofilme gleichzeitig zu produzieren, ohne dass einer davon Qualitätseinbußen verzeichnen musste. Der eine Film war My Neighbor Totoro unter Regie von Miyazaki, Film Nummer zwei war Grave of the Fireflies für den Takahata verantwortlich war. Es ist Tokuma zu verdanken, der sich sich bei den Distributoren für beide Filme eingesetzt hat, sodass „Totoro“ und „Fireflies“ überhaupt erscheinen konnten. Als beide Filme dann endlich in die Kinos kamen, blieben die Zuschauerzahlen zwar etwas hinter den Erwartungen zurück der künstlerische Erfolg war den beiden Meisterwerken jedoch sicher. My Neighbor Totoro gewann in diesem Jahr viele japanische Filmpreise und Grave of the Fireflies wurde auch von der kulturellen Elite Japans als große Kunst bezeichnet. Von da an war Ghibli ein bekannter Begriff in der japanischen Filmindustrie. 1989 konnte das Studio endlich seinen ersten großen Erfolg an den Kinokassen verbuchen. Kiki's Delivery Service von Miyazaki lockte damals 2,64 Millionen Zuschauer vor die Leinwand. Während Miyazaki schon mit seinem nächsten Projekt, Only Yesterday, begann, wurde bei Ghibli eine Grundlegende Änderung der Betriebsstrukturen durchgeführt. Man führte endlich die Langzeitbeschäftigung ein sowie ein Ausbildungssystem für die Zeichner. Durch die neue Beschäftigungspolitik war es Ghibli jetzt auch möglich die Löhne teilweise zu verdoppeln, was allerdings auch Auswirkungen auf die Produktionskosten hatte, da 80 Prozent der Animationskosten aus dem Personalaufwand entstehen. Da die Zeichner jetzt monatlich bezahlt wurden, musste folglich jetzt auch Film an Film folgen, damit kein teurer Stillstand entsteht. Das nächste Projekt, das Miyazaki nun in Angriff nahm war Porco Rosso, noch bevor Only Yesterday veröffentlicht wurde. Da sich Only Yesterday gerade in einer sehr arbeitsintensiven Phase befand musste Miyazaki wohl oder übel ganz allein mit Porco Rosso anfangen. "What? You mean I have to produce, direct and assist all on my own?" soll sein Kommentar dazu gewesen sein.
Als hätte man ihm nicht schon genug Arbeit aufgehalst kam Miyazaki in dieser Zeit auch noch auf eine Idee der besonderen Art: Ein neues Studio muss her! Damals arbeiteten bei Ghibli 90 Personen auf knapp 300 Quadratmetern Bürofläche. Es war wiedereinmal Tokuma, der dem Studio mit einer kleinen Geldspritze unter die Arme griff. Miyazaki lief damals zu seiner Höchstform auf. Während er an Porco Rosso arbeitete zeichnete er höchstpersönlich die Baupläne für das neue Studio, traf sich mit den Bauleitern und überwachte die Bauarbeiten auch noch. Kurze Zeit nachdem 1992 Porco Rosso in die Kinos kam konnte Ghibli auch sein neues, dreistöckiges Gebäude mit über 1100 Quadratmetern Bürofläche beziehen. Porco Rosso wurde währenddessen zum erfolgreichsten Film des Jahres und ließ auch Spielbergs „Hook“ und Disneys „Die Schöne und das Biest“ hinter sich. 1993 brach Ghibli mehr oder minder mit seiner Tradition und produzierte fürs Fernsehen. Auch saß zum ersten mal jemand anderes als Miyazaki oder Takahata auf dem Regiestuhl. Tomomitsu Mochizuki und sein überwiegend junges Team produzierten das 70-minütige TV-Special „The Ocean Waves“.
1994 führte Takahata wiedereinmal Regie, nämlich bei Pom Poco. Auch dieser Film wurde Japans Nummer eins des Jahres. Außerdem setzte Ghibli hier zum ersten mal Computereffekte ein, es waren zwar nur drei Szenen aber die Erfahrungen, die dabei gesammelt wurden sollten sich in der Zukunft als nützlich erweisen.
Im Jahr 1995 zählte das Studio Ghibli erstmals 100 Mitarbeiter, von denen etwa die Hälfte in der Animation tätig war. Das Durchschnittsalter lag bei 29 Jahren. Im selben Jahr veröffentlichte 20th Century Fox „My Neighbor Totoro“ in den USA auf Video. Überraschenderweise verkaufte sich Totoro dort rund 560000 mal. Pom Poco war 1995 bei der Oscarverleihung Japans Nominierung für den besten ausländischen Film. Porco Rosso wurde in Frankreich in über 60 Kinos gezeigt. Als Synchronsprecher für den Hauptcharakter konnte Jean Reno verpflichtet werden, was Hayao Miyazaki sehr gefiel da er ein großer Fan von Reno ist.
Im April wurde die „East Koganei Village School of Animation“ gegründet, in der Ghibli sich seinen eigenen Nachwuchs heranzieht. Direktor der Schule ist Isao Takahata. Nachdem Ghibli im Sommer 1995 mit Whisper of the Heart seinen zehnten Film in zehn Jahren veröffentlicht hatte machte man sich daran endlich ein Projekt zu verwirklichen, an dem Miyazaki schon länger arbeitete: Prinzessin Mononoke. Als dieser 1997 erschien wurde er auf der Stelle zu einem Riesenhit. In Japan spielte er rund 160 Millionen Dollar ein. Damit entthronte Mononoke E.T. als erfolgreichsten Film in Japan. Ghibli war inzwischen so berühmt geworden, dass das Studio sogar sein eigenes Museum in Tokio eingerichtet hat, in das täglich nur eine begrenzte Anzahl Besucher hineingelassen wird.
Eigentlich wollte sich Miyazaki nach Prinzessin Mononoke eine Auszeit gönnen aber als er die kleine Tochter eines Freundes kennenlernte wurde er für seinen nächsten Film inspiriert, Chihiro's Reise ins Zauberland (Spirited Away).
Was keiner für möglich gehalten hatte wurde jetzt Realität, Ghibli übertraf den Erfolg von Prinzessin Mononoke noch und hält somit die Doppelführung bei den erfolgreichsten japanischen Filmen. Spirited Away gewann nebenbei auch noch den Goldenen Bären der Berlinale 2002 und den Oscar des besten Animationsfilms 2003. Seit dieser Zeit ist Spirted Away der höchstdekorierte Anime aller Zeiten. Wie lange der Film diesen Ehrenplatz für sich beanspruchen steht noch in den Sternen, denn das nächste Werk von Miyazaki steht bereits in den Starlöchern, nämlich Howl's Moving Castle, der für das Jahr 2004 angekündigt ist.
Tja, das war eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des wohl bekanntesten Animestudios. Was macht Ghibli aber so anders? Meiner Meinung nach ist es die Tatsache, dass für Miyazaki und Takahata gute Filme und schöne Bilder immer über Kommerz, Management und Firmenerweiterung stehen.
Diana Wynne Jones
Diana Wynne Jones (wird oft als DWJ abgekürzt) wurde am 16. August 1934 in London geboren. Sie wuchs in einem Dorf in der Grafschaft Essex auf und studierte an der renomierten Universität von Oxford, wo sie unter anderem den Lesungen von C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien beiwohnte.
Als Legastenikerin, also mit einer angeborenen Schreib- und Leseschwäche war sie alles andere als prädestiniert für den Beruf der Schriftstellerin.
Erst als sie schon über 40 Jahre alt war und ihre drei Söhne zur Welt gebracht hatte, begann Diana selbst zu schreiben. Ihr Antrieb war, für ihre Kinder solche Bücher zu schreiben, die sie selbst als Kind gerne gelesen hätte. Ihre ersten längeren Bücher erschienen im Jahr 1975. Am bekanntesten ist wahrscheinlich ihre Chrestomanci-Reihe. 1986 erschien ihr Buch „Howl's Moving Castle“, das in Deutschland unter dem Titel: Sophie im Schloss des Zauberers“ erschienen ist. 1990 wurde die indirekte Fortsetzung dazu „Castle in the Air“ (in Deutschland: „Ziemlich viele Prinzessinnen“) veröffentlicht.
Mrs Jones lebt heute zusammen mit ihrem Ehemann in Bristol, wo dieser an der dortigen Universität Englisch unterrichtet.
Diana Wynne Jones ist eine Fantasy-Autorin der Extraklasse, deren Werke oft mit der Harry-Potter-Reihe verglichen werden. Die meisten von Jones' Werken handeln von Magiern, Hexen und jeder Menge anderer zauberhafter Charaktere. Ihre Bücher eignen sich für junge, als auch für jung gebliebene Leser. Im übrigen war sie von der Anime-Umsetzung von Howl's Moving Castle zu Beginn nicht sonderlich begeistert. In einem Interview erwähnte sie, dass sie sich fühle, als hätte sie Howl gerade in die Sklaverei verkauft.
Miyazaki-san als Sklaventreiber??
Sophie im Schloss des Zauberers
Das Buch und dessen Unterschiede zum Film.
Howl's Moving Castle ist erst der zweite Ghibli-Film, der auf Basis einer Romanvorlage entsteht. Grund genug einmal einen kurzen Blick auf die nicht unwesentlichen Unterschiede zwischen dem Buch und der Filmadaption zu werfen.
Eines vorweg: Regisseur Hayao Miyazaki hat sich wie bei Anime-Umsetzungen berühmter Literaturklassiker üblich, die Freiheit genommen, die Geschichte auf seine ganz eigene Weise zu Interpretieren.
Die Unterschiede beginnen bereits bei Sophie's Familie. Im Buch ist Sophie die älteste von drei Schwestern, die Jüngste, Martha, ist die talentierteste und geht bei einer (guten) Zauberin in die Lehre. Die mittlere Schwester, Lettie dagegen ist die schönste der Drei, die verdingt sich in einer nahegelegenen Bäckerei als Bedienung, sehr zur Freude der Männlichen Kundschaft. Nach einiger Zeit findet Sophie jedoch heraus, dass ihre beiden Schwestern die per Zauberspruch die Rollen getauscht haben, da Martha sich nach einer Familie samt Kindern sehnt und Lettie gerne Abenteuer erleben möchte.
Im Anime ist die Situation im Grunde die selbe, jedoch wird den Schwestern wesentlich weniger Zeit gegönnt als im Buch. Martha wird nur in einem Satz kurz erwähnt und der unbedarfte (und unwissende) Zuschauer, könnte glatt meinen, dass es sich bei der „jüngeren Schwester“ nur um eine Ausrede handelt, damit die gealterte Sophie ohne Probleme die Stadt verlassen kann.
Ein weiterer Unterschied ist die Wahl, Gestaltung und Optik der einzelnen Orte, an denen die Geschichte erzählt wird. Diana Wynne Jones hatte, als sie das Buch geschrieben hat sicherlich eher eine Kulisse vor Augen die Wales gar nicht unähnlich ist. Schließlich sagte sie einigen Ghibli-Mitarbeitern, die sie besuchten, sie sollten sich einige kleine Dörfer in Wales ansehen.
Die Ghibli-Zeichner suchten sich ihre Inspiration jedoch lieber in Elsass-Lothringen. Kein Wunder also, dass die Film-Hauptstadt Kingsbury nicht unwesentlich an Straßburg erinnert, die Film-Soldaten wie französische Truppen des Kriegs von 1870/71 gekleidet sind und die vorherrschende Spreache auf Beschriftungen und Plakaten deutsch ist.
Sicher mag sich jeder Leser sein ganz individuelles Bild von den Städten und Umgebungen des Buches im Geiste ausgemalt haben, jedoch ist das Ergebnis des Films wohl ganz und gar nicht im Sinne seiner Schöpferin.
Ein weiterer Unterschied ist, dass das Buch völlig klar stellt, dass sich die Handlung in einer zeitlosen Märchenwelt abspielt, die parallel zur unsrigen existiert. Nicht umsonst kann man durch die magische Tür des Schlosses in das reale Wales unseres Planeten gelangen, dem Ort von dem Howl wirklich stammt und an dem er aufgewachsen ist.
Die Filmfigur der Suliman ist im Grunde eine Mischung aus zwei Charakteren des Buches. Da wäre zum einen Suliman, der männliche Hofmagier des Königshauses und zum anderen Mrs. Pentstemmon, Howl's ehemalige Lehrerin.
Der Film macht daraus Mrs. Suliman, die Hofmagierin des Königshauses, die früher einmal Howl's Lehrmeisterin war.
Die beiden erwähnten Buchfiguren stehen im Roman übrigens beide auf Howl's Seite, auch wenn Suliman von der Hexe aus dem Niemandsland ermordet wird.
Ein weiterer Unterschied bei den Figuren ist das Schicksal der Hexe aus dem Niemandsland (Witch of the Waste).
Im Buch bleibt die fette, alte Hexe bis zum großen Finale ein übermächtiger Gegner, während der Film ihr ein wesentlich harmloseres Schicksal zuteil werden lässt. Der große Gegner am Ende des Films ist der Krieg, der im Königreich tobt.
Was uns auch schon zu einem der Hauptunterschiede bringt: dem Krieg.
Im Buch wird vom Krieg, den das Königreich führt nicht sonderlich viel erwähnt. Leser des Buches berichten oft davon, dass sie durch das Setting, die Atmosphäre und die Tatsache, dass es in dieser Welt Magier gibt eher an einen mittelalterlich anmutenden Krieg gedacht haben – mit Schwerten, Pfeil und Bogen, Kavallerie und auch mit Magie.
Miyazaki hingegen versetzt uns in einen Konflikt, der schon fast der Bezeichnung „Steampunk“ würdig ist. Fahrzeuge werden mittels Dampf betrieben, waffenstarrende Kriegsschiffe durchpflügen die Meere, die Soldaten sind mit Karabinern bewaffnet. Die Lüfte werden von kleinen, zweisitzigen Flugmaschinen ebenso unsicher gemacht wie von bombenwerfenden Ungetümen, die ganze Städte in ein Flammenmeer verwandeln. Sicherlich unter dem Einfluss des Irak-Krieges, der während der wichtigsten Phasen der Filmproduktion kurz bevor bzw bereits statt fand, wurde das Ende der Geschichte vom Kampf gegen die Hexe aus dem Nimmerland abgeändert und der Krieg stattdessen als übermächtiges Böses eingesetzt, vor dem Howl seine kleine Familie schützen will.
Und wieder ein Übergang, nämlich zu Howl.
Auch der Magier und Besitzer des Namensgebenden Schlosses wird in Buch und Film unterschiedlich charakterisiert.
Der Film-Howl ist ein Schönling, ein Taugenichts, der viel auf sein Aussehen, seinen müsiggängerischen Alltag, sowie seine absolute Freiheit gibt. Er scheut davor, Verantwortung zu übernehmen, oder die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Kurzum, jemand der vom Charakter her nicht sonderlich reif ist.
Seine Buchvorlage wird wesentlich düsterer herausgearbeitet. Man sagt ihm nach, er würde die Herzen junger Mädchen stehlen um sie zu fressen. Auch hinter Sophie's hübscher Schwester Lettie ist er her, was Sophie jedoch um jeden Preis verhindern will. Insgesamt wird allen Anspielungen auf den „Herzen stehlenden“ und „herzlosen“ Howl im Buch wesentlich mehr Bedeutung beigemessen.
Und natürlich hat es auch bei der Hauptfigur, Sophie, einige Änderungen gegeben. Im Buch hatte sie noch die Rolle der verantwortungsbewussten, besorgten und entschlossenen älteren Schwester inne, während der Film sie zumindest am Anfang als die vielbesagte schüchterne „graue Maus“ zeigt.
Die größte Änderung in Sophie's Charakter ist jedoch die Tatsache, dass sie im Buch ebenfalls über magische Kräfte verfügt. Sie besitzt die Macht eigentlich leblosen Gegenständen leben einzuhauchen, wovon auch nicht selten gebrauch gemacht wird. Spätestens am Ende des Buches stellt sich diese Fähigkeit als wichtige (und mächtige) Gabe heraus.
Allgemeine Infos
Deutsche Synchronsprecher
Sophie:
Sunnyi Melles
Hauro:
Robert Stadlober
Hexe aus dem Niemandsland:
Barbara Ratthey
Calcifer:
Gerald Schaale
Markl:
Kevin Iannotta
Madame Suliman:
Maddalena Kerrh
König:
Thomas Rauscher
Bettsy:
Marion Hartmann
Lettie:
Claudia Lössl
Hanna:
Marian Köhler
Das Produktionsteam:
Produzent:
Toshio SUZUKI
Regisseur und Drehbuchautor:
Hayao Miyazaki
Idee und Buch von:
Diana Wynne Jones
Musik von:
Joe Hisaishi
Titellied:
Sekai no Yakusoku
(The Promise of the World)
Musik:
Yumi KIMURA Lyrics: Shuntaro TANIGAWA Arrangement: Joe Hisaishi Performance: Chieko BAISHO
Editor:
Takeshi SEYAMA
Leitende Animatoren:
Akihiro YAMASHITA
Takeshi INAMURA
Kitaro KOSAKA
Art Directors:
Yozi TAKESHIGE
Noboru YOSHIDA
Digital Animation Director:
Mitsunori KATAAMA
Farbdesigner:
Michiyo YASUDA
Kamera (Farbe):
Atsushi OKUI
Audio Director:
Kazuhiro HAYASHI
Ton:
Shuji INOUE
Toneffekte:
Toru Noguchi
Veröffentlicht von:
Toho
Japanische Synchronsprecher:
Sophie:
Chieko BAISHO
Hauro:
Takuya KIMURA
Hexe aus dem Niemandsland:
Akihiro MIWA
Calcifer:
Tatsuya GASHUIN
Markl:
Ryunosuke KAMIKI
Diener:
Mitsunori ISAKI
Prinz:
Yo OIZUMI
König:
Akio OTSUKA
Hin:
Daijiro HARADA
Madame Suliman:
Haruko KATO
Englische Synchronsprecher
Alte Sophie:
Jean Simmons
Junge Sophie:
Emily Mortimer
Hauro:
Christian Bale
Hexe aus dem Niemandsland:
Lauren Bacall
Calcifer:
Billy Crystal
Markl:
Josh Hutcherson
Madame Suliman:
Blythe Danner
König:
Mark Silverman
Prinz:
Crispin Freeman
Polnische Synchronsprecher
Junge Sophie:
Beata Cyrankiewicz
Alte Sophie:
Joanna Jedryka
Hauro:
Bartosz Czarnecki
Hexe aus dem Niemandsland:
Krystyna Tkacz
Calcifer:
Jaroslaw Boberek
Markl
Kajetan Lewandowski
Madame Suliman:
Agata Kulesza
Mutter:
Agnieszka Kunikowska
Lettie:
Joanna Wegrzynowska
Prinz:
Jacek Kopczynski