SHAHRUKH KHAN

Sholay - Die Flammen der Sonne
Regie: Ramesh Sippy
Indien 1975
Darsteller: Amithabh Bachchan, Jaya Bachchan, Dharmendra, Sanjeev Kumar, Hema Malini, Amjad Khan
Genre: Western
Inhalt:
Polizei-Inspektor Thakur (Sanjeev Kumar) verhaftete einst den Banditen Gabbar (Amjad Khan). Der entkam jedoch, tötete Thakurs Familie und hackte dem Polizisten beide Arme ab. Nun leidet das ganze Dorf Rangarh unter Gabbars Banditen. Thakur hat genug und erinnert sich an zwei noble Kleinganoven, die er einst verhaftet hat. Veeru (Dharmendra) und Jai (Amitabh Bachchan). Er lässt sie zu sich bringen und bittet sie, gegen gute Bezahlung, die Banditen auszumerzen und Thakur endlich die Möglichkeit auf Rache zu geben.
Wenn man noch nie einen Hindifilm gesehen hat, so sollte man unbedingt Sholay anschauen, er wird von den Indern als der perfekteste Hindifilm gesehen, der jemals gemacht wurde. Er ist Indiens erster 70mm-Film in Stereoton und eine Art Spaghetti-Currywestern.
Inspiriert wurde Sholay von Akira Kurosawas Epos Die sieben Samurai und von dem American-Italo-Western Die glorreichen Sieben.
Kurioserweise wurde Sholay von der indischen Presse zunächst als Flop bezeichnet, da die Besucherzahlen in der ersten Woche nach der Premiere nicht den Erwartungen entsprachen. Man überlegte schon, ob man ihn aus dem Programm nehmen sollte, doch die Drehbuchautoren Salim und javed waren dagegen und meinten, man solle dem Film noch eine Woche Zeit geben. Und tatsächlich: Ihre Zuversicht wurde belohnt. Nach und nach strömten die Zuschauer in die Kinos. Nach einer Monat war Sholay auf dem besucherhöhepunkt, und nach einem Jahr füllte er immer noch die Kinohäuser. In Mumbai lief Sholay in einem Kino sogar fünf Jahre lang und wurde dafür ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen. Viele besucher konnten bald alle Lieder und Dialoge auswendig.
Sholay ist der Film, der am häufigsten von indischen Filmwissenschaftlern analysiert wurde. Sie versuchen, dem Geheimnis seines Erfolgs auf die Spur zu kommen.
Was ist nun das Magische dieses Films? Große, unvergessliche, induviduell gezeichnete Charaktere, ausgefeilte Dialoge, atemberaubende Landschaftsaufnahmen von der zerklüfteten Felslandschaft in Rangaraman , eine abwechslungsreiche Mischung aus Actionszenen, Romanzen, komischen und tragischen Elementen, zwei Kabarettnummern und natürlich eine fantastische Musik und mitreißende traditionelle Tanzeinlagen.
In mehreren Rückblickszenen erzählt der ehemalige Polizeibeamte und Kastenoberste Thakur Baldev Singh zwei angeheuerten Ganoven seine Lebensgeschichte.
Zum Film
Ein Dorf in Nordindien wird von einer Gruppe Banditen terrorisiert. Baldev geht dagegen vor und lässt den berüchtigten Bandenchef Gabbar Singh festnehmen. Doch der bricht bald aus der Haft aus und kehrt in das Dorf zurück, um sich zu rächen. Er metzelt Baldevs Familie, ausser Baldev selbst und dessen Schwiegertochter, die gerade nicht anwesend sind, bis zum jüngsten Kind nieder. Wutentbrannt sucht Baldev darauf den Bandenchef, um ihn zu bestrafen, wird aber von diesem gefangen genommen. Statt seinen Feind zu töten, hackt Gabbar ihm beide Arme mit einer Schwert ab. Baldev sinnt nach Vergeltung. Da er jedoch ohne Arme hilflos ist und auch seinen Polizist verloren hat, verbündet er sich mit den zwei kleinen Ganoven Veeru und Jaidev. Sie sollen die Banditen töten und Gabbar Singh lebend ausliefern. Die beiden Helden freunden sich mit den Dorfbewohnern an und betrachten den Job mehr und mehr als persönliche Sache. Natürlich verlieben sie sich auch, Veeru verguckt sich in Basanti, ein Pferde-Rikschafahrerin, und Jaived in Baldevs verwitwete Schwiegertochter Radha.
Das große Finale des Films ist das Zusammentreffen zwischen Baldev und Gabbar Singh, der von ihm mit nägelbehauenen Schuhen malträtiert wird.
Der Film besitzt viele beeindruckende Momente und ausdruckstarke Bilder,beispielsweise das grausame Gemetzel an der Familie, das an Szene aus Spiel mir das Lied von Tod erinner, oder Gabbars Sadismus, als er Basanti zwingt, auf Glasscherben zu tanzen, um ihren Gelibten vor dem Tod zu retten, oder das farbenprächtige Holifest, in dem der Himmel und das Land in ein Meer von farben getaucht werden. Unvergesslich auch der raue Charme Dharmendras, das Grübeln von Amitabh Bachchan, das fatalistische Schweigen Jaya Bachchans, die ohne Unterlass quasselnde Hema Malini, die Ehrlichkeit und Entschlusskraft Sanjeev Kumars und der wilde böse Blick Amjad Khans.
Die Figur Gabbar Singh wurde dank der ausdrucksstarken Performance von Amjad Khan und der spannenden Inszenierung Sippys zum populärsten Bösewicht Indiens.
Er wird erst nach vielen Szenen gezeigt, doch ehe man sein Gesicht sieht, Hört man seine Schritte und sieht seine Stiefel, mit denen er ruhelos auf dem Felsen vor seinem Kumpanen hin- und herläuft. Gabbar hält sich so mächtig wie Gott, er ist die Inkarnation des Bösen, mit einem dämonischen Lachen, bleckenden Zähnen und drohenden Blick. Es läuft dem Zuschauern eiskalt den Rücken runter. Seine Wege sind mit Leichen gepflastert. Im Gegensatz zu sonstigen Bösewichten, die man aus anderen indischen Filmen kennt, ist Gabbar weder an Reichtum noch an Frauen interessiert.
Ebenfalls auffalllend und innovativ an dem Film ist, das die guten Charaktere Veeru und Jai scheinbar keinen Kontakt zu ihren Familien haben. Das ist für Helden in indischen Filmen eher ungewöhnlich, da es ansonsten immer die Bösewichte sind, die alleine leben.
In dem Buch The Making of Sholay berichtet Anupama Chopra, dass beim Casting jeder Schauspieler die Rolle seines Partners spielen wollte. Die begehrtesten Rollen waren natürlich die des Polizisten Baldev und die des Gabbar. Amitabh Bachchan und Sanjeev Kumar wollten Gabbar spielen, und Dharmender wollte den Polizisten spielen. Doch Ramesh Sippy gab dem Neuling Amjad Khan die Rolle des Gabbar und trug mit dieser Wahl zum Durchbruch des Films bei. Amjad Khan war die ideale Besetzung, und stahl allen Stars die Show. Die Dialoge mit Gabbar Singh waren beim Publikum so belibt, das es schon bald Hörkasseten gab, die von Millionen Kinogänger auswendig gelernt wurden.
Anupama Chopra berichtet weiter, dass es damals ein regelrechtes Liebeslager am Set gegeben habe; der Kameramann Dwarka Divecha erliebte sich in ein Mädchen aus dem Dorf des Drehorts, Dharmendra verliebte sich in Hema Malini, und der Drehbuchautor Javed Akhtar verzehrte sich nach Honey Irani. Viele Dialoge zwischen den Pärchen und deren Verwandten im Film wurden danach aus der Realität übernommen