Krug Stillo
Immer wieder ein Thema sind der § 131 StGB und seine "Opfer". Durch diese Tabuiesierung dieser Filme, werden sie erst zu gesuchten Sammlerobjekten. In meisten Fällen zu unrecht. Ich will hier mal einen kleinen Überblick über die in Deutschland verbotenen Filme schaffen, da den meisten Neulingen im Genre diese Werke unbekannt sind. Seht das nicht als Werbung an (wie ist das eigentlich möglich, einen verbotenen Film zu bewerben?)! Es soll nur eine kleine Übersicht sein. Ob und wir ihr euch danach entscheidet, den Film sehen zu wollen, liegt nicht in meinen Händen.
Alle Daten zu den Beschlagnahmungen sowie diverse Beschlagnahmebeschlüsse könnt ihr auf www.bpjm.com nachlesen.
Blood Feast
USA, 1963
Regie: Herschell Gordon Lewis
Darsteller: William Kerwin, Mal Arnold, Connie Mason, Lyn Bolton, Scott H. Hall
Erstaufführung: 6.7.1963
Inhalt: Der ägyptische Restaurantbesitzer Fuad Ramses richtet in Miami eine grauenvolle Mordserie an. Im Namen der Göttin Ishtar sucht er Opfer für sein Festmahl.
Das ist sie nun, die Geburtsstunde des Splatterfilms. Lewis und sein Produzent David F. Friedman erkannten, dass mit ihren Nudie-Filmen nicht mehr viel Geld zu machen ist. Es musste also was Neues her. Sie entschlossen sich, einen Film zu drehen, der nur auf deutlichste Gewaltszenen aufgebaut ist. Splatterszenen gab es zwar schon seit Beginn des Kinos, aber noch nie einen ganzen Film lang - und in Farbe! Als sich Lewis und Friedman ihr fertiges Werk "Blood Feast" ansahen, bekamen sie selbst noch Skrupel. Sie brachten den Film trotzdem so ins Kino und er schlug voll ein. Ein neues Genre war geboren. Der Film selbst war handwerklich miserabel, aber das neue Rezept ging voll auf. Den Rest kennt jeder...
In Deutschland kam der Kultfilm erst 40 Jahre nach seiner Entstehung auf den Markt und wurde prompt beschlagnahmt. Was soll man dazu noch sagen?
Krugs Wertung: 10/10
Ushiaki No Kei
aka OXEN SPLIT TORTURING aka SHOGUN'S SADISM
Japan, 1969
Regie: Yuji Makiguchi
Darsteller: Yusuke Kazato, Rena Uchimura, Akira Shioji, Masataka Iwao
Inhalt: In drei Episoden werden uns diverse Folterschicksale aus der Tokugawa-Dynastie vorgeführt.
Inhaltlich versucht sich dieser Brutalo-Streifen an die erfolgreiche "Tokugawa"-Reihe von Teruo Ishii anzulehnen, ist aber kein Teil der selbigen (auch wenn oft anderes behauptet wird). Der Film ist nicht schlecht und die Inszenierung grundsolide. Es wird aber mehr wert auf die grausamen Effekte gelegt, als auf irgendeinen tiefergehenden Inhalt.
Krugs Wertung: 6/10
Hexen bis auf's Blut gequält
aka Mark of the Devil
Deutschland, 1970
Regie: Michael Armstrong, Adrian Hoven
Darsteller: Herbert Lom, Udo Kier, Olivera Vuco, Herbert Fux, Reggie Nalder
Erstaufführung: 19.2.1970
Inhalt: Ein Hexenjäger und sein junger Gehilfe wollen dem Hexentreiben in Österreich ein Ende setzen. Doch der junge Held verliebt sich in eine der Hexerei verdächtigten und steht zwischen den Fronten.
Herbert Lom, Udo Kier, Herbert Fux - diese Besetzung spricht für sich. Sie garantieren einen lupenreinen, kuscheligen Exploitation-Abend und halten ihr Versprechen ein. Nun, Regisseur Armstrong hatte eigentlich etwas anspruchsvolleres im Sinn und wurde nach kurzer Zeit durch Adrian Hoven ersetzt, der das Werk unkredetiert fertig stellte. Der Film ist eine für deutsche Verhältnisse sehr sadistische Exploitationperle, die sicher nicht jedem gefällt. Ich mag's und freue mich immer wieder über einen diabolisch chargierenden Herbert Fux.
Krugs Wertung: 7,5/10
Im Blutrausch des Satans
aka Reazione a Catene aka Blutrausch des Teufels aka Bay of Blood aka Twitch of the Death Nerve
Italien, 1971
Regie: Mario Bava
Darsteller: Claudine Auger, Luigi Pistilli, Claudio Camaso, Anna Maria Rosati, Cristea Avram
Erstaufführung: 8.9.1971
Inhalt: Der Mord eines Erbschleichers an eine alte Frau löst eine mörderische Kettenreaktion unter den Hinterbliebenen aus. Jeder der mit das Riesenanwesen läuft Gefahr Täter und/oder Opfer zu werden.
Dieser schwarzhumorige Giallo von Regiemeister Mario Bava gehört sicher nicht zu seinen besten Werken, ist aber immernoch überdurchschnittliche Genreware. Die Schlußpointe ist unschlagbar.
Auch ihn hat's schon mehrfach erwischt. Diverse deutsche Veröffentlichungen wurden beschlagnahmt.
Krugs Wertung: 6,5/10
Todesmarsch der Bestien
Spanien, 1972
Regie: Joaquin Luis Romero Marchant
Darsteller: Claudio Undari, Emma Cohen, Alberto Dalbés, Antonio Iranzo, Manuel Tejada
Erstaufführung: 10.7.1972
Inhalt: Ein Colonel zerrt einen Haufen Kettensträflingen ohne Rücksicht auf Verluste durch die Wüste. Er zieht die eigenwillige Aktion durch, um etwas zu verdecken...
Gar nicht mal uninteressanter Western, der auch Italo-Western-Freaks begeistern könnte. Einige Gewaltexzesse müssen den Film dann schon zwischendurch mal durch die Zeit retten, aber so schlecht ist die Story nicht. Aber auch nicht sehr ergiebig. Die Machart ist natürlich auch ziemlich sleazig, so daß der Film im Endeffekt nur hartgesottene B-Movie-Fans bei Laune hält.
Krugs Wertung: 5/10
Der unbezwingbare Super Chan
Hongkong, 1972
Regie: Sun Yan
Darsteller: Chin Chi, Choo Choo Chien, Han Shian Chin, Tan Ven, Yang Yang
Inhalt: Ein unbezwingbare Kung Fu-Meister namens Chan schwört nach einem regelrechten Blutbad nie wieder zu kämpfen. Nachdem einige Jahre ins Land gingen und er ein schönes Leben mit Frau und Kind führte, wird seine Tochter getötet und er startet ein Comeback.
Der miese Haudrauf-Streifen gehört zu den schlechteren seines Genres und ist eigentlich nicht der Rede wert. Es gibt weit aus bessere Handkanten-Filme, mit denen man sich die Zeit totschlagen kann.
Krugs Wertung: 3/10
The last House on the Left
aka Mondo Brutale
USA, 1972
Regie: Wes Craven
Darsteller: Sandra Cassel, Lucy Grantham, David Hess, Fred J. Lincoln, Jeramie Rain
Erstaufführung: 30.8.1972
Inhalt: Vier entflohene Schwerverbrecher angeführt von Krug Stillo entführen zwei Mädchen um an ihnen das "Sexverbrechen des Jahrhunderts" zu begehen. Sie demütigen, foltern, vergewaltigen und töten die Mädels schließlich. Doch die Tat soll nicht ungesühnt bleiben...
Tja, da hat der Wes aber ein Debüt vorgelegt. Mein lieber Scholli. Der Film ist leider immer noch viel zu unterbewertet und nur wenige erkennen dessen wirkliche Qualitäten. Der Film ist mit Wes Cravens späteren Werken nicht vergleichbar und aus heutigen Sehgewohnheiten heraus sehr gewöhnungsbedürftig. Viele bezeichnen ihn langweilig und harmlos, doch harmlos ist er nicht. Im Gegenteil, die wie in Hoopers "Chainsaw Massacre" im Subtext soziologisch begründete Gewalt wirkt auf den sich darauf einlassenden Zuschauer überaus beklemmend und apokalyptisch. David Hess, der auch die kongenialen Songs dazusteuerte, lieferte hier eine ungeheuer intensive Darstellerleistung ab. Ich nenn mich doch schließlich nicht nach einem Hanswurst! Oh Mann, ist dieser Typ krank. Kaum ein Psychopath in der Filmgeschichte, der mir soviel Respekt eingeflösst hat.
Nachdem der Film auf VHS leicht geschnitten lange unbehelligt geblieben war, wurde er im Rahmen der großen Astro-Beschlagnahme-Aktion des Amtsgerichts Tiergarten vom März 2000 kriminalisiert.
Krugs Wertung: 8/10
Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen
aka El Buque Maldito aka Das Geisterschiff der reitenden Leichen
Spanien, 1974
Regie: Armando de Ossorio
Darsteller: Maria Perschy, Jack Taylor, Barbara Rey, Carlos Lemos, Manuel de Blas
Inhalt: Ein Modefotograf und dessen Models werden auf offener See von den normalerweise auf Pferden reisenden Templern angegriffen und platt gemacht...
Eindeutig der schwächste aller Reitenden Leichen-Teile. Dabei hatte mal alles so schön angefangen... Der Film erschafft zu keinem Zeitpunkt die Atmosphäre seiner Kollegen und langweilt von Anfang bis Ende. Die Story (ist eine vorhanden?) ist dämlich und das die Leichen jetzt statt Pferden mit Schiffswracks unterwegs sind, bläst der ganzen Sache keinen frischen Wind ein. Völlig überflüssiger dritter Teil.
Das Kuriose an dem Verbot ist, dass der Film von der FSK ab 16 freigegeben wurde, weil die vom Gericht beanstandete Szene zu unrealistisch aussah. Letztendlich begründet sich das Verbot auf diese einzige lächerliche Szene, die den ganzen Film weder besser noch irgendwie "hart" macht. Die anderen Teile der Saga sind blutiger. Anstatt dieses völlig überflüssige Verbot nach fast 20 Jahren aufzuheben, werden auch noch die Neuauflagen beschlagnahmt. Mehr als lächerlich...
Krugs Wertung: 3/10
The Texas Chainsaw Massacre
aka Blutgericht in Texas aka Kettensägen-Massaker
USA, 1974
Regie: Tobe Hooper
Darsteller: Marilyn Burns, Allen Danziger, Paul A. Partain, William Vail, Teri McMinn
Inhalt: Brauch ich nichts mehr zu sagen
Jaaa, der Klassiker schlechthin! Für mich persönlich der beste Horrorfilm, der je gedreht wurde. Leatherface der König der Killer. Dieser Film schafft es immer noch, mir Angst zu machen. Ohne große grafische Gewalt erreicht er eine beklemmende Intensität. Szenen puren Horrors, die sich intensiv ins Gehirn einbrennen und eine intelligente Hintergründigkeit zeichnen das Terrormeisterwerk aus. Es folgten 3 Fortsetzungen, die von Teil zu Teil immer schlechter wurden und ein unwürdiges Remake.
Dem Richter, der den Film beschlagnahmen ließ, muss er ganz schön auf den Magen geschlagen haben. Der Beschlagnahmebeschluss lässt kein gutes Haar an ihm, stellt ihn völlig falsch dar, beschreibt nicht vorhandene Szenen und streitet ihm jeden Kunstanspruch ab, die ihm immer wieder attestiert wurden. Zum Glück scheint nicht jeder Richter so beschränkt zu sein, es wurde zwar vor langer Zeit auch das Holland-Tape konfisziert, jede Neuauflage ist bisher aber verschont geblieben. Selbst vom sonst so fleißigen Amtsgericht Tiergarten. Toi toi toi!!!
Krugs Wertung: 11/10
Invasion der Zombies
aka Non si deve profanare il sonno dei morti aka Das Leichenhaus der lebenden Toten aka Let sleeping Corpses lie
Italien/Spanien, 1974
Regie: Jorge Grau
Darsteller: Cristina Galbó, Ray Lovelock, Arthur Kennedy, Aldo Massasso, Girgio Trestini
Erstaufführung: 28.11.1974
Inhalt: Ein Hippie aus der Großstadt will hinaus aufs Land, um dort saubere Luft, Erholung und Ruhe zu finden. Nachdem er alles drei nicht entdecken kann, greift er sich die Umweltverpester, die eine mit strahlenden Insektengiften eine Zombie-Invasion auslösen.
Dieser Streifen entstand noch lange vor der großen (vornehmlich italienischen)Zombiefilm-Welle, die "Dawn of the Dead" 4 Jahre später auslöste. Sozusagen ein später Nachzügler von "Night of the living Dead", der mit einer aufgesetzten Öko-Botschaft so etwas wie Sinn reinzubringen versucht. Das ganze wirkt ganz nett und der Film ist auch nicht der Schlechteste seiner Zunft. Kann man mal gesehen haben.
Krugs Wertung: 5,5/10
Alle Daten zu den Beschlagnahmungen sowie diverse Beschlagnahmebeschlüsse könnt ihr auf www.bpjm.com nachlesen.
Blood Feast
USA, 1963
Regie: Herschell Gordon Lewis
Darsteller: William Kerwin, Mal Arnold, Connie Mason, Lyn Bolton, Scott H. Hall
Erstaufführung: 6.7.1963
Inhalt: Der ägyptische Restaurantbesitzer Fuad Ramses richtet in Miami eine grauenvolle Mordserie an. Im Namen der Göttin Ishtar sucht er Opfer für sein Festmahl.
Das ist sie nun, die Geburtsstunde des Splatterfilms. Lewis und sein Produzent David F. Friedman erkannten, dass mit ihren Nudie-Filmen nicht mehr viel Geld zu machen ist. Es musste also was Neues her. Sie entschlossen sich, einen Film zu drehen, der nur auf deutlichste Gewaltszenen aufgebaut ist. Splatterszenen gab es zwar schon seit Beginn des Kinos, aber noch nie einen ganzen Film lang - und in Farbe! Als sich Lewis und Friedman ihr fertiges Werk "Blood Feast" ansahen, bekamen sie selbst noch Skrupel. Sie brachten den Film trotzdem so ins Kino und er schlug voll ein. Ein neues Genre war geboren. Der Film selbst war handwerklich miserabel, aber das neue Rezept ging voll auf. Den Rest kennt jeder...
In Deutschland kam der Kultfilm erst 40 Jahre nach seiner Entstehung auf den Markt und wurde prompt beschlagnahmt. Was soll man dazu noch sagen?
Krugs Wertung: 10/10
Ushiaki No Kei
aka OXEN SPLIT TORTURING aka SHOGUN'S SADISM
Japan, 1969
Regie: Yuji Makiguchi
Darsteller: Yusuke Kazato, Rena Uchimura, Akira Shioji, Masataka Iwao
Inhalt: In drei Episoden werden uns diverse Folterschicksale aus der Tokugawa-Dynastie vorgeführt.
Inhaltlich versucht sich dieser Brutalo-Streifen an die erfolgreiche "Tokugawa"-Reihe von Teruo Ishii anzulehnen, ist aber kein Teil der selbigen (auch wenn oft anderes behauptet wird). Der Film ist nicht schlecht und die Inszenierung grundsolide. Es wird aber mehr wert auf die grausamen Effekte gelegt, als auf irgendeinen tiefergehenden Inhalt.
Krugs Wertung: 6/10
Hexen bis auf's Blut gequält
aka Mark of the Devil
Deutschland, 1970
Regie: Michael Armstrong, Adrian Hoven
Darsteller: Herbert Lom, Udo Kier, Olivera Vuco, Herbert Fux, Reggie Nalder
Erstaufführung: 19.2.1970
Inhalt: Ein Hexenjäger und sein junger Gehilfe wollen dem Hexentreiben in Österreich ein Ende setzen. Doch der junge Held verliebt sich in eine der Hexerei verdächtigten und steht zwischen den Fronten.
Herbert Lom, Udo Kier, Herbert Fux - diese Besetzung spricht für sich. Sie garantieren einen lupenreinen, kuscheligen Exploitation-Abend und halten ihr Versprechen ein. Nun, Regisseur Armstrong hatte eigentlich etwas anspruchsvolleres im Sinn und wurde nach kurzer Zeit durch Adrian Hoven ersetzt, der das Werk unkredetiert fertig stellte. Der Film ist eine für deutsche Verhältnisse sehr sadistische Exploitationperle, die sicher nicht jedem gefällt. Ich mag's und freue mich immer wieder über einen diabolisch chargierenden Herbert Fux.
Krugs Wertung: 7,5/10
Im Blutrausch des Satans
aka Reazione a Catene aka Blutrausch des Teufels aka Bay of Blood aka Twitch of the Death Nerve
Italien, 1971
Regie: Mario Bava
Darsteller: Claudine Auger, Luigi Pistilli, Claudio Camaso, Anna Maria Rosati, Cristea Avram
Erstaufführung: 8.9.1971
Inhalt: Der Mord eines Erbschleichers an eine alte Frau löst eine mörderische Kettenreaktion unter den Hinterbliebenen aus. Jeder der mit das Riesenanwesen läuft Gefahr Täter und/oder Opfer zu werden.
Dieser schwarzhumorige Giallo von Regiemeister Mario Bava gehört sicher nicht zu seinen besten Werken, ist aber immernoch überdurchschnittliche Genreware. Die Schlußpointe ist unschlagbar.
Auch ihn hat's schon mehrfach erwischt. Diverse deutsche Veröffentlichungen wurden beschlagnahmt.
Krugs Wertung: 6,5/10
Todesmarsch der Bestien
Spanien, 1972
Regie: Joaquin Luis Romero Marchant
Darsteller: Claudio Undari, Emma Cohen, Alberto Dalbés, Antonio Iranzo, Manuel Tejada
Erstaufführung: 10.7.1972
Inhalt: Ein Colonel zerrt einen Haufen Kettensträflingen ohne Rücksicht auf Verluste durch die Wüste. Er zieht die eigenwillige Aktion durch, um etwas zu verdecken...
Gar nicht mal uninteressanter Western, der auch Italo-Western-Freaks begeistern könnte. Einige Gewaltexzesse müssen den Film dann schon zwischendurch mal durch die Zeit retten, aber so schlecht ist die Story nicht. Aber auch nicht sehr ergiebig. Die Machart ist natürlich auch ziemlich sleazig, so daß der Film im Endeffekt nur hartgesottene B-Movie-Fans bei Laune hält.
Krugs Wertung: 5/10
Der unbezwingbare Super Chan
Hongkong, 1972
Regie: Sun Yan
Darsteller: Chin Chi, Choo Choo Chien, Han Shian Chin, Tan Ven, Yang Yang
Inhalt: Ein unbezwingbare Kung Fu-Meister namens Chan schwört nach einem regelrechten Blutbad nie wieder zu kämpfen. Nachdem einige Jahre ins Land gingen und er ein schönes Leben mit Frau und Kind führte, wird seine Tochter getötet und er startet ein Comeback.
Der miese Haudrauf-Streifen gehört zu den schlechteren seines Genres und ist eigentlich nicht der Rede wert. Es gibt weit aus bessere Handkanten-Filme, mit denen man sich die Zeit totschlagen kann.
Krugs Wertung: 3/10
The last House on the Left
aka Mondo Brutale
USA, 1972
Regie: Wes Craven
Darsteller: Sandra Cassel, Lucy Grantham, David Hess, Fred J. Lincoln, Jeramie Rain
Erstaufführung: 30.8.1972
Inhalt: Vier entflohene Schwerverbrecher angeführt von Krug Stillo entführen zwei Mädchen um an ihnen das "Sexverbrechen des Jahrhunderts" zu begehen. Sie demütigen, foltern, vergewaltigen und töten die Mädels schließlich. Doch die Tat soll nicht ungesühnt bleiben...
Tja, da hat der Wes aber ein Debüt vorgelegt. Mein lieber Scholli. Der Film ist leider immer noch viel zu unterbewertet und nur wenige erkennen dessen wirkliche Qualitäten. Der Film ist mit Wes Cravens späteren Werken nicht vergleichbar und aus heutigen Sehgewohnheiten heraus sehr gewöhnungsbedürftig. Viele bezeichnen ihn langweilig und harmlos, doch harmlos ist er nicht. Im Gegenteil, die wie in Hoopers "Chainsaw Massacre" im Subtext soziologisch begründete Gewalt wirkt auf den sich darauf einlassenden Zuschauer überaus beklemmend und apokalyptisch. David Hess, der auch die kongenialen Songs dazusteuerte, lieferte hier eine ungeheuer intensive Darstellerleistung ab. Ich nenn mich doch schließlich nicht nach einem Hanswurst! Oh Mann, ist dieser Typ krank. Kaum ein Psychopath in der Filmgeschichte, der mir soviel Respekt eingeflösst hat.
Nachdem der Film auf VHS leicht geschnitten lange unbehelligt geblieben war, wurde er im Rahmen der großen Astro-Beschlagnahme-Aktion des Amtsgerichts Tiergarten vom März 2000 kriminalisiert.
Krugs Wertung: 8/10
Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen
aka El Buque Maldito aka Das Geisterschiff der reitenden Leichen
Spanien, 1974
Regie: Armando de Ossorio
Darsteller: Maria Perschy, Jack Taylor, Barbara Rey, Carlos Lemos, Manuel de Blas
Inhalt: Ein Modefotograf und dessen Models werden auf offener See von den normalerweise auf Pferden reisenden Templern angegriffen und platt gemacht...
Eindeutig der schwächste aller Reitenden Leichen-Teile. Dabei hatte mal alles so schön angefangen... Der Film erschafft zu keinem Zeitpunkt die Atmosphäre seiner Kollegen und langweilt von Anfang bis Ende. Die Story (ist eine vorhanden?) ist dämlich und das die Leichen jetzt statt Pferden mit Schiffswracks unterwegs sind, bläst der ganzen Sache keinen frischen Wind ein. Völlig überflüssiger dritter Teil.
Das Kuriose an dem Verbot ist, dass der Film von der FSK ab 16 freigegeben wurde, weil die vom Gericht beanstandete Szene zu unrealistisch aussah. Letztendlich begründet sich das Verbot auf diese einzige lächerliche Szene, die den ganzen Film weder besser noch irgendwie "hart" macht. Die anderen Teile der Saga sind blutiger. Anstatt dieses völlig überflüssige Verbot nach fast 20 Jahren aufzuheben, werden auch noch die Neuauflagen beschlagnahmt. Mehr als lächerlich...
Krugs Wertung: 3/10
The Texas Chainsaw Massacre
aka Blutgericht in Texas aka Kettensägen-Massaker
USA, 1974
Regie: Tobe Hooper
Darsteller: Marilyn Burns, Allen Danziger, Paul A. Partain, William Vail, Teri McMinn
Inhalt: Brauch ich nichts mehr zu sagen
Jaaa, der Klassiker schlechthin! Für mich persönlich der beste Horrorfilm, der je gedreht wurde. Leatherface der König der Killer. Dieser Film schafft es immer noch, mir Angst zu machen. Ohne große grafische Gewalt erreicht er eine beklemmende Intensität. Szenen puren Horrors, die sich intensiv ins Gehirn einbrennen und eine intelligente Hintergründigkeit zeichnen das Terrormeisterwerk aus. Es folgten 3 Fortsetzungen, die von Teil zu Teil immer schlechter wurden und ein unwürdiges Remake.
Dem Richter, der den Film beschlagnahmen ließ, muss er ganz schön auf den Magen geschlagen haben. Der Beschlagnahmebeschluss lässt kein gutes Haar an ihm, stellt ihn völlig falsch dar, beschreibt nicht vorhandene Szenen und streitet ihm jeden Kunstanspruch ab, die ihm immer wieder attestiert wurden. Zum Glück scheint nicht jeder Richter so beschränkt zu sein, es wurde zwar vor langer Zeit auch das Holland-Tape konfisziert, jede Neuauflage ist bisher aber verschont geblieben. Selbst vom sonst so fleißigen Amtsgericht Tiergarten. Toi toi toi!!!
Krugs Wertung: 11/10
Invasion der Zombies
aka Non si deve profanare il sonno dei morti aka Das Leichenhaus der lebenden Toten aka Let sleeping Corpses lie
Italien/Spanien, 1974
Regie: Jorge Grau
Darsteller: Cristina Galbó, Ray Lovelock, Arthur Kennedy, Aldo Massasso, Girgio Trestini
Erstaufführung: 28.11.1974
Inhalt: Ein Hippie aus der Großstadt will hinaus aufs Land, um dort saubere Luft, Erholung und Ruhe zu finden. Nachdem er alles drei nicht entdecken kann, greift er sich die Umweltverpester, die eine mit strahlenden Insektengiften eine Zombie-Invasion auslösen.
Dieser Streifen entstand noch lange vor der großen (vornehmlich italienischen)Zombiefilm-Welle, die "Dawn of the Dead" 4 Jahre später auslöste. Sozusagen ein später Nachzügler von "Night of the living Dead", der mit einer aufgesetzten Öko-Botschaft so etwas wie Sinn reinzubringen versucht. Das ganze wirkt ganz nett und der Film ist auch nicht der Schlechteste seiner Zunft. Kann man mal gesehen haben.
Krugs Wertung: 5,5/10