Das war mal ein Kinobesuch nach meinem Geschmack:
Erst verschonte man mich mit der Werbung, dann bemerkte ich erst dass ich allein im grossen Saal sass, weiterhin wurde ich mit 6 Trailern (5 davon allein von CGI Filmen) beglückt und zu guter letzt war Monster House an sich eine ungemein positive und angenehm bodenständige Überrasschung!
Monster House könnte man am besten mit Burtons Nightmare Before Christmas vergleichen:
Verhältnissmässig anspruchsvolle und vorallem düstere Geschichte, spezielle Chararakterzeichnungen (Aussehen als auch Persönlichkeit) und sehr experimentierfreudige Inszenierung (viele Kameraspielereien und teils wirklich schaurig schöne Einstellungen). Bei MH kommen noch kleine satirische Seitenhiebe zum Zug die durch die Nebencharaktere herrlich dargestellt werden. Da wird ein Stereotyp nach dem anderen bedient, angefangen bei den unterbeschäftigten Polizisten, der rebellischen Babysitterin inkl. Rockerfreund, der vorzeige Vorstadteltern mit der überfürsorglichen Mutter und dem verständnisvollen aber emotional recht unterentwickelten Vater, der zielfixierten Streberin und der beiden männlichen Protagonisten welche im Film ihre Vorliebe für anderes als nur Süssigkeiten entdecken
Wirklich eine Wonne allen Charakteren bei ihrem Treiben und vorallem ihren kleinen Geplänkeln zuzusehen!
Der Film schafft dabei gekonnt den Spagat zwischen kurzweiligen Dialogen und actionorientierter Handlung, damit auch die Jüngeren nicht zu kurz kommen. Wobei MH wirklich kein Film für die Jüngsten ist, zweistellig sollte das Alter schon mindestens sein, denn die Macher gehen nicht gerade zimperlich mit den drei Hauptcharakteren um. Die Inszenierung allein ist schon düster und bedrohlich ausgefallen, von gewissen Handlungssträngen gar nicht zu sprechen.
Technisch fand ich den Film ausgezeichnet. Wie schon gesagt erinnert er sehr an die Stop Motion Filme von Burton, verhältnismässig recht naturalistische Charaktere und Hintergründe, dazu noch einige sehr gelungene Spielereien mit Licht und Kamera.
Die Musik vom Filmmusiknewcomer Douglas Pipes funktioniert im Film sehr gut, hat aber wenig wirklich prägnante Themen. Die ganze Orchestrierung und Klangfarbe erinnert sehr an Elfman, denke da waren einige Temptracks im Spiel.
Fazit:
Keine kunterbunten Tierchen die vergnügt durch die Geschichte hopsen und auch keine Aneinanderreihung von Schenkelklopfern sondern ein ambitionierter Film der mit Witz und Spannung unterhält, aber alles wohl dosiert und mit Figuren versehen, die etwas vielschichtiger sind als die üblichen nusssammelnden Viecher
8/10 Plumpsklos
(Wobei auch 9 Punkte nicht übertrieben wären....ich muss den Film mal etwas wirken lassen...)