Ich bin der sexyste lebende Schauspieler, weitere Drogen brauche ich nicht: SRK
Khalid Mohamed
Daily News & Analysis, 5. August 2006, 20:11 IST
Seine Begleiter sind seit ewigen Zeiten die gleichen: Subhash, Ravi dada, Mohan und Yasin. Das gleiche gilt für seine dauerhaften Beziehungen.
Ein Familienmensch und ein Freund in guten wie in schlechten Zeiten. Sein Status als Superstar hat ihn paradoxerweise nur noch erdverbundener gemacht. In seinem langerwarteten Film Kabhi Alvida Naa Kehna zeigt er das Porträt eines Mannes zwischen Liebe und Treue. Deshalb möchte ich von ihm wissen...
KM: Was halten Sie von Beziehungen?
SRK: Beziehungen sind Mini-Leben. Was wir nicht erwarten, ist ihre Vergänglichkeit, wir denken nicht daran, dass wir Beziehungen, wie unser eigenes Leben auch, nicht auf ewig festhalten können.
KM: Haben Sie Angst vor der Sterblichkeit?
SRK: Nein, ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich würde zwar meine Kinder hier verlieren, aber dafür meine Eltern dort oben wiedersehen. Aber das wird wohl nicht allzu bald passieren – angeblich sterben ja nur die Guten jung, also werde ich wohl noch mindestens 120 Jahre lang hier rumhängen.
KM: Wegen Ihrer Rückenprobleme ist Ihr Gesundheitszustand ständigen Schwankungen unterworfen. Müssen Sie deshalb nie das Tempo runterschrauben?
SRK: Niemals, irgendwie besteht da eine Übereinkunft zwischen mir und meinem Rücken, er lässt mich nie im Stich. Mein Kopf und mein Herz wissen, dass nichts mich daran hindern kann, ein großartiges Leben zu führen, persönlich wie beruflich. Das ist wie das Akzeptieren der Tatsache, dass ich zum Lesen eine Brille brauche.
KM: Was lesen Sie denn gerade?
SRK: The No. 1 Ladies' Detective Agency, Hello magazine.
KM: Sie spielen in KANK einen gemeinen, zynischen Ehemann. Killen Sie damit nicht Ihr Persönlichkeitsimage als Liebhaber?
SRK: Ja, als Raj und Rahul bin ich den Mädchen nachgelaufen, habe mir einen Bart wachsen lassen, alle Zeit der Welt mit ihnen verbracht und... in
Mohabbatein habe ich sogar eine Frau noch nach ihrem Tod geliebt. Ich war ein Geist, der liebte
(Paheli), ich habe 25 Jahre in einem Kerker im Zölibat gelebt für eine Frau
(Veer-Zaara).
Ich bin der ultimative Liebhaber gewesen; das ging so weit, dass die Frauen im Publikum dachten: Warum können unsere Ehemänner nicht so sein wie Shah Rukh Khan?
In KANK bin ich nichts von alledem, aber ich bin auch nicht fies genug. Im wahren Leben könnte ich vielleicht meine Frauen verlassen... Frauen im Plural, schließlich bin ich Muslim!... aber ich könnte niemals meine Kinder verlassen. Das wäre mein Ende. In meiner Darstellung habe ich mich zurückgehalten, ich könnte niemals böse Worte gebrauchen oder jemanden physisch misshandeln. Ich war weniger stilisiert, obwohl ich den Mund verzogen und Kaugummi gekaut habe... das sind Stützen, an denen sich ein Schauspieler festhalten kann. Ansonsten habe ich die Rolle real gespielt.
(Lacht) Wenn ich es recht bedenke, habe ich in meiner Karriere schon oft anderen Männern die Frauen ausgespannt, ob in Koyla, Kuch Kuch Hota Hai oder Yes Boss.
In aller Unbescheidenheit kann ich auch sagen, dass ich etwas geschaffen habe, was heute normal ist: einen Filmhelden, der auch negative Figuren spielt. Das Publikum hat mich in allen möglichen Rollen gesehen, erwartet aber dennoch nur, mich in fesselnden, unterhaltenden Filmen zu sehen. Ich habe keine Skrupel, jede Art von Rolle zu spielen. Es wäre doch klasse, einen Brokeback Mountain zu machen – wenn Anil Kapoor ihn produziert.
KM: Ist Untreue heutzutage eine große Sache?
SRK: Nein. Wenn ich von so vielen Menschen in meiner Umgebung höre, dass sie, obwohl verheiratet, in andere Partner verliebt sind, kann ich das verstehen. Aber ich würde nicht behaupten, dass ich aus den Gründen, die sie mir nennen, das gleiche tun würde. Jeder Mensch empfängt andere Schicksalsschläge.
KM: Was bedeutet Liebe?
SRK: (sieht mich mitleiderregend an)
KM: Wieviele Menschen werden von Ihnen geliebt?
SRK: 22, einfach weil das nach einer guten Zahl klingt. Es sind verschiedene Arten von Liebe, verschiedene Manifestationen. Wenn ich einen dieser 22 umarme, fühle ich mich aufgeregt, glücklich, angetörnt oder überwältigt. Geoid ist das Wort für die Form der Erde. Das Wort Liebe beschreibt Liebe auf ähnliche Weise. Man kann sich in den Richtigen oder in den Falschen verlieben – was beweist, dass die Liebe, obgleich wohl nicht völlig blind, aber doch ganz bestimmt kurzsichtig ist. Wenn man fürchtet, jemanden zu verlieren, dann ist das Liebe. Wann immer daher einer dieser 22 Menschen, die ich liebe, mit dem Flugzeug verreist, spreche ich ein Gebet für sie oder ihn.
KM: Okay, hat sich die Natur von Beziehungen verändert im Vergleich zu früher?
SRK: Wir lassen heute mehr zu. Wir haben das Gefühl für das Prickeln der ersten Berührung verloren. Jungen und Mädchen küssen heute allzu schnell... wenn die Liebe so leicht daherkommt, hat sie nicht genügend Wert. Ich habe mich in der Schule noch von den Mädchen ferngehalten, ich habe mich mehr mit Sport und anderem Zeug beschäftigt; Mädchen waren mir zu zimperlich. Ich war achtzehn, als ich mich in Gauri verliebte. Ich glaube immer noch ganz altmodisch daran, dass man sich erst richtig ineinander verlieben muss, bevor man zum Physischen übergeht. Heute dagegen finden Pärchen sich sexuell kompatibel und glauben dann, dass sie ineinander verliebt sein müssen. Ich hoffe nur, dass dieser Prozess sich in dieser schnelllebigen Zeit wieder umgekehrt hat, wenn es bei meinen Kindern soweit ist. Verliebt zu sein gibt einem das Gefühl, in der Luft zu schweben... ohne dafür Drogen oder Alkohol zu benutzen.
KM: Das klingt sehr nach besorgtem Vater.
SRK: Vielleicht. Jeder braucht solche rauschhaften Phasen. Ich kriege sie durch das Bewusstsein, der sexyste lebende Schauspieler zu sein; weitere Drogen brauche ich nicht.
KM: Der sexyste?
SRK: Yeah, checken Sie’s nach. Ob in Litauen, Russland, Polen, Deutschland oder Frankreich, überall nennt man mich Sexomatic!
Quelle:
http://www.dnaindia.com/sunreport.asp?Newsid=1045581
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