Genre: Science-Fiction/Action (Comicverfilmung) Story:
Über den Film: Die Wurzeln dieses Phänomens liegen 44 Jahre zurück, als Marvel-Verleger Martin Goodman nach einer Golfpartie mit einem Branchenkonkurrenten einen faszinierenden Einfall hatte, vom dem er Comic Legende Stan Lee erzählte. „Martin fragte mich, warum ich nicht ein Team von Superhelden erschaffen würde“, erinnert sich Lee. „So kreierten Jack Kirby und ich die Fantastic Four, die auch vier Jahrzehnte später noch das Prunkstück im Comic-Imperium von Marvel darstellen.“
Es war für Stan Lee ein wunderbares Gefühl, zu sehen, wie seine Comic Reihe zum Leben erweckt wurde, im wahrsten Sinne „Marvel-ous“. „Es ist wirklich sehr aufregend“, erzählt Lee. „20th Century Fox plante diesen Film schon eine sehr lange Zeit. Ich bin froh, dass die Verantwortlichen auf die richtige Geschichte und die richtige Technologie gewartet haben. Ganz sicher haben sie eine perfekte Besetzung gefunden, und man wird alles auf der großen Leinwand sehen können, was die Vier so fantastisch macht ... den Humor, die Dramatik, das Abenteuer, die Action und den Spaß.“ Über ein Jahrzehnt lang war eine Kinoadaption der Comic Reihe in Vorbereitung, suchten Produzenten wie Bernd Eichinger von Constantin Film und Chris Columbus von 1492 Productions nach dem passenden Skript. Über die Jahre verfassten verschiedene Autoren Drehbücher. Mit der Version von Michael France, der schon an Hulk („Hulk“, 2003) mitgearbeitet hatte, begann sich alles zusammenzufügen. „Seit ich ein Kind war, wollte ich einen Kinofilm mit den Fantastic Four sehen“, gibt France zu. „Selbst an einem solchen Projekt mitwirken zu können, war einer der Gründe, warum ich überhaupt in diese Branche wollte.“ Das zentrale Ziel war für France und die Produzenten, den richtigen Ton zu finden. „In diesem Punkt wollten wir den Original Comics folgen“, erzählt France. „Der Film sollte aufregend und voller Eindrücke sein, die man im Kino noch nie gesehen hatte.“ Nach mehreren anderen Skriptversionen nahm Mark Frost, Autor der Kultserie „Twin Peaks“ und selbst Fan der Comic-Reihe, die Arbeit auf, um das Drehbuch weiter zu verbessern. „Meiner Ansicht nach sollten wir zu den Wurzeln des Comics zurückgehen“, sagt Frost. „Nach meinem Gefühl war die Geschichte in ihrem Kern sehr einfach. Mein Instinkt sagte mir, dass die Story sich an die frühen Comics von Stan Lee und Jack Kirby anlehnen muss, sie sollte lebendig und temperamentvoll wirken. Wir wollten die aufregenden Momente einfangen, wie Fantastic Four zu ihren Kräften kamen, während wir ihre Mythologie einem neuen Publikum vorstellten.“
In all den Jahren, in denen das Drehbuch schließlich Form annahm, waren die Filmemacher immer mit den gleichen Fragen konfrontiert. Sie fragten sich, ob die Technik so ausgereift sei, dass man für drei Fan-Generationen, die zunehmend größere Ansprüche stellten, realistische und in ihren Kräften glaubwürdige Helden kreieren konnte. „Es besteht gar kein Zweifel, dass die Fortschritte in der Entwicklung visueller Effekte eine große Rolle dabei spielten, wann dieser Film gedreht werden konnte“, gibt Produzent Ralph Winter zu. „Selbst vor ein paar Jahren wäre es noch unmöglich gewesen. Die erforderliche Technologie existierte einfach noch nicht. Seitdem allerdings hat es große Fortschritte in Computergrafik und in digitalen Effekten gegeben, die es uns ermöglichten, ernsthaft daran zu glauben, dass wir es jetzt richtig machen konnten. Jetzt konnten wir den Körper eines Mannes realistisch dehnen und strecken, reale mit digitalen Feuerelementen kombinieren, um Human Torch glaubwürdig darstellen zu können. Wir konnten auch eine unsichtbare Figur erschaffen, die das Publikum trotzdem noch wahrnehmen kann. Darüber hinaus hat sich auch die Technik im Effekt-Make-up so verbessert, dass ein Schauspieler nun The Thing verkörpen konnte - im Unterschied zu einer völlig im Computer generierten Figur. Wir betrachteten all die Möglichkeiten, die uns nun zur Verfügung standen, und entschieden, dass die Zeit für eine Verfilmung jetzt reif war.“ Auch Regisseur Tim Story und Produzent Avi Arad schlossen sich dieser Ansicht an, wenngleich aus Gründen, die weit über Technik und Effekte hinausgingen. „Was Stan Lee und Jack Kirby in den Sechzigerjahren unter dem Begriff Science Fiction kreierten, ist im 21. Jahrhundert Science Fact geworden“, erläutert Arad. „Diese beiden waren echte Imaginauten, verfassten Geschichten über die Privatisierung des Raumflugs und die DNS-Forschung weit bevor diese Dinge überhaupt möglich und Teil des Massenbewusstseins wurden. Heute hören und lesen wir von diesen Dingen täglich.“
„Der größte Unterschied zwischen den Fantastic Four und anderen Comic Superhelden“, führt Story fort, „ist das Fehlen geheimer Zweitidentitäten oder verborgener Alter Egos. Wenn sie auf den Straßen Manhattans laufen, erkennen die Menschen Reed Richards oder eben Mr. Fantastic. Johnny Storm ist das perfekte Beispiel, wie man über Nacht zu einer Sensation wird, und er genießt als Human Torch seine Zeit im Rampenlicht. Das sind Tageslicht-Helden, die ganz offen neben uns stehen können. Solche Helden liebt das Publikum heute. Meiner Ansicht nach ist diese Zugänglichkeit einer der Gründe, warum der Comic so viele Jahre populär blieb.“ Einen Großteil der Last dieser „Zugänglichkeit“ musste der Produzent der visuellen Effekte, Kurt Williams, schultern. Er musste sich der Herausforderung stellen und die Darstellungen der Schauspieler nahtlos mit über 800 Effekteinstellungen im Film verschmelzen. „Tim wollte, dass dieser Film und seine Charaktere von einer fundierten und ganz organischen Beziehung zueinander geprägt sind“, erklärt Williams. „Während er und seine Darsteller sich in die verschiedenen Persönlichkeitsschichten der Charaktere einarbeiteten, entwickelten mein Team und ich die einzelnen Schichten der visuellen Effekte, die eingefügt werden würden, um für den Film einen sehr ausbalancierten, glaubwürdigen und fotorealistischen Look zu erreichen.“ „Für jede einzelne Figur und ihre Fähigkeiten kreierten wir besondere Regeln“, führt Williams weiter aus. „Sie entsprachen nicht den Gesetzmäßigkeiten unserer Welt, sondern sie bezogen sich auf die individuellen Kräfte der Figuren. Im Falle von Mr. Fantastic erlaubte uns das zum Beispiel, uns vorzustellen, wie sich sein Körper dehnen und strecken würde. Dabei ging es nicht nur um das Dehnen der Haut. Wir mussten uns auch überlegen, wie sich seine Knochen und Muskeln verhalten würden. Wir mussten Effekte entwickeln, die seine Superkraft glaubwürdig erscheinen ließen, die das Publikum nicht aus der Handlung herausrissen.“
Stan Lee und Jack Kirby, die Schöpfer der Comic Reihe, erfanden, verfassten und illustrierten die Kräfte der Fantastic Four und ihres Erzfeindes Dr. Doom als Erweiterungen der einzelnen Persönlichkeitszüge der Charaktere. Den Schauspielern half dieses Konzept, die Figuren realistisch und nachvollziehbar darzustellen. „Es ist wirklich ein ziemlich cleveres Konzept“, schwärmt Ioan Gruffudd, der Reed Richards / Mr. Fantastic verkörpert - einen brillanten Wissenschaftler und Anführer, der die Vaterfigur der Gruppe ist. „Reed ist ein sehr leidenschaftlicher Typ. Seine Arbeit bedeutet ihm alles, deshalb kann man sich seine besonderen Kräfte auf verschiedene Weise vorstellen. Er greift immer nach den Sternen. Weil er an so vielen Projekten und Experimenten gleichzeitig arbeitet, muss er sich vielleicht zu sehr strecken. Irgendwie hat er eine dehnbare Persönlichkeit, die seine Beziehungen beeinflusst, ganz besonders jene zu Sue, die für ihn einfach unerreichbar bleibt.“
Sue Storm / Invisible Woman ist laut ihrer Darstellerin Jessica Alba, „der Leim, der die Familie zusammenhält.“ Wie sich ihre Kräfte manifestieren, die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen und mächtige Kraftfelder zu schleudern, ist verankert in Sues Wesen, ihrem mütterlichen, emotionalen Kern. „Sue ist Wissenschaftlerin“, sagt Alba, „die sich in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten versucht. Sie will gesehen, angehört und als gleichrangig anerkannt werden, ob es nun um ihre Beziehung zu Victor, Reed oder ihrem Bruder Johnny geht. Sie will, dass ihre Ideen und Ansichten ernst genommen werden. Sie will nicht übersehen oder abgetan werden. Sie denkt oft darüber nach, dass sie genauso gut unsichtbar sein könnte, soweit es die anderen betrifft. Deshalb manifestiert sich diese Kraft auf der Grundlage ihres emotionalen Zustands zu einem bestimmten Augenblick.“
Stan Lee erinnert sich an seine Intentionen beim Erschaffen des Charakters von Sue Storm. „An einer typischen weiblichen Comicfigur, die ständig um Hilfe schreit, war ich nicht interessiert. Es sollte kein Mädchen sein, das ständig gerettet werden muss. Ich wollte sie zu einem wichtigen Mitglied des Teams machen, gab ihr deshalb zwei sehr faszinierende Fähigkeiten. Tatsächlich glauben manche Leute, dass Sue durch die Kombination der beiden Kräfte zur mächtigsten Figur der Gruppe wird.“ „Es ist eine große Herausforderung, Unsichtbarkeit mit visuellen Effekten darzustellen“, gibt Kurt Williams zu. „Weil Tims Vision von diesen Figuren sich so an den Darstellungen orientierte, entschieden wir uns, einige von Jessicas Merkmalen beizubehalten, wenn sie unsichtbar wird. Zum Beispiel gibt es immer ganz subtile Hinweise darauf, dass sie anwesend ist, auch wenn man sie „nicht sehen“ kann. Das können die Form ihrer Lippen, ihre Augen oder ihr Haar sein. Es ist ein sehr zarter, dezenter Effekt, der auch die Qualitäten spiegelt, die Jessica in ihre Darstellung einbrachte.“ „Der Prozess, unsichtbar zu werden, war äußerst interessant und erheblich schwieriger, als ich es erwartet hatte“, räumt Alba ein. „Ich musste jede Szene zweimal drehen. Es war ein komisches Gefühl, diese Emotionen mehrfach abzurufen, ob mir nun ein anderer Schauspieler gegenübersaß oder nicht.“ Sue Storms Bruder Johnny / The Human Torch ist das dritte Familienmitglied der Fantastic Four. Diesen hitzköpfigen, heißblütigen, aber endlos coolen Superhelden zu spielen, fiel Chris Evans nicht schwer. „Jeder kleine Junge träumt doch davon“, schwärmt Evans. „Welcher Junge hat sich nicht ein Handtuch um den Hals geworfen und ist dann wie ein Superheld von der Couch gesprungen? Obwohl ich mit dem Comic Fantastic Four nicht sehr vertraut war, erkannte ich sofort, dass mir meine Rolle ungeheuren Spaß machen würde. Johnny ist der Inbegriff eines jungen Typen, der nur seinen Spaß haben will. Er ist ein Draufgänger, ein Snowboarder, Motocross-Fahrer und Pilot eines Raumschiffs. Irgendwie glaubt er, unverwundbar zu sein und genießt es, wenn er im Rampenlicht steht. Er lebt für schnelle Autos, rasante Frauen und den Applaus. Ach ja, habe ich vergessen zu erwähnen, dass er in Feuer aufgehen und auch fliegen kann? Man kann wohl nicht mehr Aufmerksamkeit erreichen als dieser Typ.“
Auch hier ergänzte die Magie der visuellen Effekte die Darstellung des Schauspielers. „Die Feuerkräfte von Johnnys Figur resultieren aus der Verschmelzung realer und digitaler Feuereffekte“, erklärt Kurt Williams. „Wir haben im Studio Szenen mit echtem Feuer gedreht – das reichte von einer Flamme in Feuerzeuggröße bis hin zu einem riesigen, wirbelnden Tornado-ähnlichen Feuerelement für den ’Supernova’-Effekt. Diese real gedrehten Szenen wurden dann mit Computereffekten verstärkt. Wie auch im Falle von Jessicas Unsichtbarkeit wollten wir die Darstellung von Chris nicht vom Feuer überdecken lassen. Das Publikum sollte stets sein Gesicht und seine Augen sehen können, selbst wenn er völlig von Flammen eingehüllt ist.“ Auch Ben Grimm gehört zu denen, die Johnny gerne aufzieht. Als Michael Chiklis 18 Jahre alt war, erzählte er seinem Bruder: „Wenn sie jemals die Comic Reihe Fantastic Four verfilmen, werde ich Ben Grimm spielen“. Auf die Frage, ob das Wunschdenken oder die Prophezeiungskunst eines Teenagers gewesen sei, antwortet Chiklis mit einem breiten Grinsen: „Was soll ich sagen. Ich empfand schon immer starke Zuneigung zu den Fantastic Four, mochte dabei Ben Grimm besonders. Da las ich also als kleiner Junge von diesem bescheidenen Typen, der aus den gleichen bescheidenen Mittelklasse-Verhältnissen kam wie auch ich. Ben hat viele Hindernisse überwunden und wurde schließlich ein herausragender Pilot und Astronaut. Kindern wie mir hat er große Hoffnungen gemacht, dass auch wir unsere Träume erfüllen können. Jetzt, wo ich ihn in diesem Film dargestellt habe, ist tatsächlich einer meiner Träume in Erfüllung gegangen.“
„Diese Rolle gehört wirklich zu den größten Herausforderungen meines Lebens und meiner Karriere“, fährt Chiklis fort. „Angesichts der Aufgabe, die vor mir lag, musste ich meine Ängste und Befürchtungen überwinden. Ganz besonders, als mir klar wurde, was ich in puncto Make-up und Kostüm durchzumachen hätte. Als ich am ersten Tag in mein Kostüm schlüpfte, war das eine sehr intensive und furchterregende Erfahrung. Es war ein harter Test für mich, denn ich musste meine echten Ängste bewältigen.“ „Ich bin eigentlich überhaupt kein ängstlicher Typ“, setzt Chiklis seine Ausführungen fort. „Als ich dieses klaustrophobische Gefühl spürte, traf mich das völlig unvorbereitet. Für mich war das sehr irritierend. Es kam mir tatsächlich in den Sinn, dass ich diese Rolle vielleicht nicht würde spielen können. Deshalb kontaktierte ich am Abend dieses ersten Tages eine Therapeutin und sprach mit ihr darüber, was mir an diesem Tag passiert war. Ich bat sie um Rat, wie ich mit all dieser Angst umgehen sollte, und sie gab mir wirklich ein paar wichtige Tipps. Als Schauspieler bewegt man sich von einem Moment zum anderen, und ich spreche ihr meinen uneingeschränkten Dank aus, dass sie mir die Fähigkeiten vermittelte, jeden Tag in diesen Kokon zu schlüpfen und das Bestmögliche zu tun, um diese Figur zum Leben zu erwecken.“ Bei dem von Chiklis angesprochenen „Kokon“ handelt es sich um das über 30 Kilo schwere Latexkostüm und das spezielle Make-up, die Michael innerhalb von drei Stunden in The Thing verwandelten. Regisseur Tim Story, die Produzenten, das Team für die visuellen Effekte, die Designer für die Kostüme und das Spezial-Make-up trafen zusammen die Entscheidung, eine praktische statt eine Computer-generierte Darstellungsvariante für den felsigen Helden zu finden. „Diese Entscheidung gehörte zu den wichtigsten, die bei diesem Film gefällt werden musste“, erklärt Story. „Und wir trafen sie in einem sehr frühen Stadium, damit wir die nötige Zeit hatten, um The Thing richtig auf die Leinwand zu bringen. Im Unterschied zum Beispiel zu The Hulk verbirgt sich unter all diesen Steinen ein menschliches Wesen mit menschlichen Gefühlen, das spricht und sogar eine Romanze hat. Deshalb hielten wir es für unbedingt erforderlich, dass ein Schauspieler, nicht ein Computer diese Figur ’generierte’. Obwohl The Thing wie ein Monster aussieht, war es Michaels schauspielerische Leistung, die ihn als Mensch glaubwürdig erscheinen ließ.“
Monatelang arbeiteten verschiedene Kreative zusammen, um den Anzug von The Thing herzustellen. Dazu zählten Kostümdesigner José Fernandez, Mike Elizalde, der die Creature-Effekte überwachte, außerdem Kurt Williams, der für die visuellen Effekte verantwortlich war, und schließlich zahllose Künstler, Bildhauer, Creature-Designer und Techniker von Spectral Motion. An der Geburt von The Thing waren verschiedene Helfer beteiligt. Einen Anteil hatten erste Zeichnungen, Grafiken und auch die Modellskulpturen von Fernandez, einen weiteren die Recherchearbeit und Weiterentwicklung dieser Konzepte durch Elizaldes Team bei Spectral Motion, und schließlich auch die Applizierung des Make-up am Set durch die Spezialisten Bart Mixon und Jayne Dancose. Der Anzug besteht aus Latex und ist an manchen Stellen bis zu 12 oder 15 Zentimeter dick. Laut Kostümdesigner Fernandez war der Anzug ein richtiger „Schnellkochtopf“. „Man muss sich einen normalen Neoprenanzug vorstellen“, so Fernandez, „und dessen Dicke um einige Zentimeter verstärken. Dann bekommt man eine Vorstellung davon, was dieser Anzug wog. Im Unterschied aber zum Kostüm von The Thing ist der Kopf in einem Neoprenanzug frei, damit Hitze entweichen kann. Wenn Michael aber in seinem Anzug steckte, war er völlig eingeschlossen, und die Hitze konnte nirgendwohin abgeleitet werden. Ihm gebührt meine Hochachtung, denn er hat in diesem Anzug gekocht - und das sehr massiv.“ Das Spezialistenteam entwickelte ein Kühlsystem für Chiklis, indem einer der Steine an der Spitze seines Kopfes entfernt wurde. An dieser Stelle wurde ein Schlauch eingeführt, über den kühle Luft in den kleinen Raum zwischen der Haut des Darstellers und der Spandexauskleidung des Anzugs geblasen werden konnte. Außerdem wurde ein spezielles, abgeschrägtes Brett konstruiert, dass es dem Schauspieler ermöglichte, sich in einem Winkel von etwa 45 Grad zurückzulehnen. Dieses Brett, das Chiklis liebevoll „Folterbank“ taufte, machte es nicht nur möglich, dass sich der Darsteller in den Pausen zwischen den Takes bequemer entspannen konnte (schließlich war deutlich zu sehen, dass er nicht sitzen konnte oder in einen normalen Regiestuhl passte), sondern das Brett war auch eine Hilfe für die Make-up-Spezialisten und die Kostümleute. So konnte man nämlich leichter vom Kopf bis Fuß an den Schauspieler herankommen und sein spezielles Make-up entweder aufbessern oder neu auftragen.
Marvel Comics und Stan Lee mögen ihre innovative Comic-Buch Reihe Fantastic Four genannt haben, aber es gibt ein fünftes, elementar wichtiges Element, das die Reihe zu den erfolgreichsten des Genres machte: Superbösewicht Victor von Doom, auch bekannt als Dr. Doom. „Wir hatten großes Glück, dass es uns gelang, einige großartige Schurken zu kreieren“, sagt Stan Lee. „Aber für mich gehört Dr. Doom in dieser Kategorie zu meinen besten Schöpfungen. Er ist ein gebührender Gegner für unsere vier Superhelden. Sie bekämpfen keine Diebe, unachtsame Fußgänger oder Müllsünder, sondern gefährliche Typen wie Dr. Doom.“
Den Namen Dr. Doom nimmt der reiche Großindustrielle Victor von Doom nach dem Unfall im Weltall an, der auch seine DNS verändert. Nach Ansicht McMahons ging es in der Entwicklung seiner Figur vor allem darum, „alle Überzeugungen dieses Mannes komplett auseinander zu nehmen. Victor ist ein wohlhabender Milliardär, klug, charismatisch, aber wahnsinnig eitel. Ihn interessiert nur seine eigene Machtposition zu verbessern. Ich habe versucht, ihm eine Seele zu geben, die das Publikum verstehen kann. Für einen so eitlen Typen wie ihn ist jedoch ein Schnitt im Gesicht schon eine Katastrophe. Wenn also seine Metamorphose immer offensichtlicher wird, zerbricht er – im wörtlichen wie auch symbolischen Sinne. Er wird demontiert, entblößt sich völlig und hat vor, keine Gnade mehr zu zeigen. Das ist für niemanden ein schöner Anblick - weder für die Fantastic Four noch für die Welt und schon gar nicht für Victor selbst.“ „In unserer Interpretation dieser Figur ging es vor allem um Subtilität“, erklärt Kurt Williams. „Die Verwandlung beginnt sehr langsam, ist ein Prozess mit Pausen. Deshalb haben wir spezielle Details in das Make-up eingearbeitet. Wenn wir uns dann dem Höhepunkt des Films nähern, beschleunigt seine Metamorphose rasant. Hier mussten wir sicherstellen, dass seine Kräfte genauso organisch waren wie die der vier Helden. Wiederum ist es ein sehr subtiler Effekt. Man sieht, wie sich die Struktur seiner Anatomie verändert, nicht nur an seiner Haut, sondern auch an seinem Gefäßsystem, der Muskulatur und dem Knochenbau.“
„Was außerdem an Dr. Doom großartig ist“, ergänzt Williams, „ist, dass man ähnlich wie bei Michael Chiklis immer noch seine Augen sehen kann, obwohl er von Kopf bis Fuß zu Stahl geworden ist. Das zu erreichen, war elementar wichtig, um Tims Vision konsequent beizubehalten. Alle fünf Charaktere haben einen realen, glaubwürdigen, organischen Hintergrund, und keiner von uns wollte auch nur einen Teil davon verbergen. Es sind Menschen, keine Außerirdischen. Deshalb wird das Publikum wirklich alle menschlichen Emotionen sehen, die in diesem fantastischen Abenteuer zum Tragen kommen.“ Den Figuren Leben und Kraft einzuhauchen, war eine beachtliche Leistung. Ähnlich zeit- und arbeitsaufwändig war die Erschaffung der Welt, in der diese Helden leben. Von den glatten geraden Linien im Büro von Victor von Doom, zu den prächtigen kurvigen Formen der Raumstation bis hin zum architektonischen Detailmischmasch, der das berühmte Baxter Building kennzeichnet – für all diese Elemente ließ sich Produktionsdesigner Bill Boes von den Original Comics aus dem Jahr 1961 inspirieren.
Das größte für den Film gebaute Set war die Inneneinrichtung des Baxter Buildings, in dem sich Reed Richards Hochhaus-Labor und der Wohnbereich der Fantastic Four-Familie befindet. Nach Ansicht von Boes repräsentiert dieses Set all das, was er und die Filmemacher mit den Design Elementen zu erreichen versuchten. „Das Baxter Building ist ein um 1928 errichtetes Art Deco-Gebäude in Manhattan“, erklärt Boes. „Reed Richards bewohnt das oberste Stockwerk und hat diesem Bereich verschiedene Komponenten hinzugefügt – ein Labor, sein Büro, den Wohnbereich. Wenn man also das Gebäude von innen oder außen betrachtet, vermischt sich Altes mit Neuem. Mit diesem Set haben wir Jack Kirby Reverenz erwiesen, weil wir wussten, welche Bedeutung dieser Ort in der Geschichte der Fantastic Four besitzt.“ „Dieses Set zu entwerfen und schließlich zu bauen, war ein großer Spaß“, gibt Boes zu. „Es gibt große Varianz in den Farben und der Struktur, die den locker-heiteren Ton dieses Films widerspiegelt. Unser Film ist ein ’Tageslichtfilm’ im Unterschied zu der düsteren ’Nachtstimmung’ der X-Men-Filme. Das genau ist auch der Grund, warum ein Großteil der Handlung am Tag spielt. Das passt einfach besser zu diesem speziellen Comic und zu diesem Film.“ Boes war auch verantwortlich dafür, an den Originalschauplätzen in und um Vancouver, wo man im Herbst 2004 vier Monate lang drehte, visuelle Konsistenz zu gewährleisten. Zwei der größten Sequenzen im Film ereignen sich auf der Brooklyn Bridge und in einer höhlenartigen Stadionarena, dem Austragungsort der aufregenden Motocross X-Games.
„Es war äußerst wichtig, die Brücke richtig hinzubekommen“, fährt Boes fort, „denn sie ist Schauplatz für eine entscheidende und gewaltige Sequenz. Auf der Brooklyn Bridge nämlich entdecken die Fantastic Four schließlich das ganze Potenzial ihrer Kräfte und retten die Stadt das erste Mal.“ „Durch die Kombination der Aufnahmen an der Brücke“, so Produzent Ralph Winter abschließend, „mit unseren Luftaufnahmen in New York und Vancouver und den in der Postproduction entstandenen visuellen Effekten konnten wir dem Publikum das Gefühl vermitteln, als stünde es auf der Spitze der Brooklyn Bridge, 60 Meter über der Wasseroberfläche.“
Charaktere: Reed Richards / Mr. Fantastic Mathematiker und Physiker Reed Richards würde einfach alles tun, um die Finanzierung für seinen Traum von einem experimentellen Raumflug aufzutreiben – auch wenn er dafür, in einem letzten verzweifelten Versuch, ein Abkommen mit dem jetzigen Verehrer seiner Ex-Freundin schließen muss, bei dem es für ihn nichts zu gewinnen gibt. Doch eine kleine Fehlberechnung löst eine Tragödie aus, als ein gewaltiger kosmischer Sturm das Raumschiff und vor allem seine Crew schlimm zurichtet. Durch die kosmische Strahlung kann Reed seinen Körper nun auf jede erdenkliche Weise strecken, dehnen und verzerren. Als Anführer der Fantastic Four verfolgt der flexible Mr. Fantastic nun einen neuen Traum, der das Leben auf der Erde für jeden Menschen verbessern soll.
Sue Storm / Invisible Woman Die brillante und bildschöne Wissenschaftlerin Sue Storm leitet die Forschungsabteilung des weltberühmten „Institute for Science“, das ihrem Freund Victor von Doom gehört. Als von Doom sich einverstanden erklärt, einen Raumflug zu finanzieren, um Reed Richards’ Evolutionstheorie zu überprüfen, trifft Sue ihre frühere Liebe wieder – als Mitglied seiner Crew. Nach dem Unglück im All kann sich Sue als Invisible Woman unsichtbar machen, Kraftfelder erzeugen und aus ihren Händen heraus geballte Energie schleudern.
Johnny Storm / Human Torch Johnny Storm lebt ein gefährliches und aufregendes Leben, schnelle Autos, hübsche Frauen und extreme Sportarten. Oft bewegt er sich dabei auf dem schmalen Grat zwischen Albernheit und Spaß und ist fast genauso legendär für seinen Hang zum Risiko wie für den Zwang, anderen Streiche zu spielen. Als der beste Pilot unter den Astronauten zeigt er allerdings auch eine ernsthaftere Seite. Aber auch diese Talente können sein Schicksal bei Reeds verhängnisvollem Raumflug nicht verhindern. Kosmische Strahlung macht aus ihm einen menschlichen Feuerball, verändern sein Leben als Abenteurer für immer. Jetzt ist Johnny auf eine ganz andere Art hitzköpfig. Und wenn er nicht gerade als Human Torch seine glühenden Kräfte in den Dienst der Fantastic Four stellt, spielt er seinem ahnungslosen Kameraden Ben Grimm Streiche.
Ben Grimm / The Thing Ben Grimm wuchs auf der Straße, in den schäbigsten Vierteln New Yorks auf und hat alles versucht, dieses Leben hinter sich zu lassen. Dank eines Football-Stipendiums, das ihm den Zugang zu einer Elite-Universität verschaffte, gelang es ihm. Im College traf Ben den brillanten Reed Richards, der den gutmütigen Ben unter seine Fittiche nahm und ihm bei seinem Studium half. Im Gegenzug beschützte Ben seinen besten Freund, den Wissenschafts-Freak, vor Schlägern. Ben ist Reeds erste Wahl als Pilot für den geplanten Raumflug und deshalb alles andere als glücklich, schließlich nur Kopilot unter Jungoffizier Johnny Storm zu werden. Obwohl Johnny ein großartiger Pilot ist, liebt er es herumzualbern und Streiche zu spielen, ganz besonders dem altmodischen Ben Grimm. Durch den Unfall im All verwandelt sich Ben in The Thing, in eine übermenschlich starke Kreatur mit einer steinernen Hülle. Nach vielen Versuchen hat Reed immer noch kein Gewicht gefunden, das The Thing nicht stemmen könnte. Viele finden ihn hässlich, aber Ben versucht seine Würde und seinen Humor zu behalten. Denn unter der steinharten Schale klopft ein Herz aus purem Gold.
Victor von Doom / Dr. Doom Victor von Doom hat alles, was sich ein Mann nur wünschen kann – Reichtum, Macht, gutes Aussehen und die schöne Sue Storm als Freundin. Doch tief im Inneren bleibt er unsicher und will noch eines erreichen... endlich aus dem Schatten seines alten College-Konkurrenten Reed Richards zu treten. Als er Reeds Raumflug finanziert, besitzt er endlich Macht über den Rivalen. Als Teil der Vereinbarung nimmt auch von Doom an der Expedition teil – und bringt mehr aus dem All zurück, als ihm lieb ist. Durch die kosmische Strahlung mutiert von Dooms Haut zu einer stählernen Rüstung, erhält er übermenschliche Kräfte und die Fähigkeit, tödliche Elektroblitze zu schleudern. Wütender und aufgebrachter als je zuvor schwört Dr. Doom, an Reed und den Fantastic Four Rache zu nehmen.
Interviews: Was macht diese Figuren so zeitlos und worin liegt die Herausforderung in der Übertragung in eine dritte Dimension? Chris Evans: Jessica Alba: Was kann man in seiner Denkweise und Haltung dafür tun, dass so etwas authentisch wirkt? Chris Evans: Jessica Alba: Was war das für ein Gefühl, den blauen Elasthan - Anzug zu tragen? Fühlte man sich da nicht verletzlich? Jessica Alba: Chris Evans: Wie werden die Fantastic Four als Film sein? Chris Evans: Die vier Darsteller bilden eine sehr starke Einheit. Wie ist das gelungen? Jessica Alba: Wie opulent wird Fantastic Four in puncto Spezialeffekte sein? Jessica Alba: Chris Evans: Wie sehr wird sich der Film mit den Erwartungen der Fans decken oder sich davon unterscheiden? Michael Chiklis: Wie nähert man sich solchen Figuren, solchen Ikonen an? Ioan Gruffudd: Michael Chiklis: Ist es bequem, The Thing zu verkörpern? Michael Chiklis: Ioan Gruffudd:
Comics:
Zeichentrickserie:
Verantwortliche Redakteure: Baldur, Master-Of-Movie |





















Im Jahr 1961 wurde mit den Fantastischen Vier eine neue Comicheft-Serie gestartet, die gleichzeitig eine der bedeutensten der Geschichte wurde, da sie einfach "anders" war. Im Gegensatz zu vielen anderen Comichelden sind die Fantastischen Vier in der Öffentlichkeit beliebt, haben keine Geheimidentität und werden teilweise wie ein Unterhemen geführt. Außerdem werden hier die vier Elemente Erde (Das Ding), Luft (Invisible Woman), Wasser (Mister Fantastic) und Feuer (Human Torch) als Superkräfte verwendet bzw. zusammengeführt.
Zu den Superhelden gibt es auch eine eigene Zeichentrick-Serie mit insgesamt drei Staffeln. „Die Fantastischen Vier“ (1967 - 1968) handelt in 20 Episoden vom Bösewicht Maulwurf, der die Fantastic Four in eine Falle gelockt hat und die Weltherrschaft an sich reißen will, indem er die Hauptstädte der Welt versenkt. Die erste Fortsetzung „The Fantastic Four“ (1978) enthält 13 Episoden. Darin will ein außerirdisches Monster New York zerstören. Doch die Fantastic Four finden heraus, dass es sich dabei um das Kind einer außerirdischen Mutter handelt, welches die Menschheit aufgrund ihrer Behandlung der Umwelt ermahnen will. In den 26 Episoden der letzten Staffel „Die fantastischen Vier mit neuen Abenteuern“ (1994 - 1995) geht es darum, wie Reed Richards, seine Frau Sue, Johnny Storm und Ben Grimm zu den Fantastischen Vier wurden und von nun an die Welt beschützen.