Genre: Science-Fiction/Action/Thriller Story: Über den Film: „Hier geht es um böse E.T.s“, sagt Tom Cruise. „Diesen Außerirdischen möchtest du nicht über den Weg laufen“. Cruise spielt Ray Ferrier, dessen Fähigkeiten als Vater auf die äußerste Probe gestellt werden, als die Außerirdischen angreifen. „Die Frage ist: werden sie es schaffen?“, sagt Cruise. „Werden sie überleben? Und was würdest du tun, um deine Kinder zu beschützen?”.
Produzentin Kathleen Kennedy, die schon lange mit Spielberg zusammenarbeitet, weist darauf hin dass der Regisseur mit “Krieg der Welten” die Möglichkeit hatte, das Gegenteil von den Charakteren, die er in „E.T.“ und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ erschaffen hatte, zu erforschen. „Als wir anfingen, „E.T.“ zu entwickeln, handelte es sich um eine weitaus düstere Geschichte, die sich erst nach und nach zu etwas Liebevollerem entwickelte. Ich glaube, dass die düstere Geschichte von damals ihn nie verlassen hat. Nun erzählt er sie.“ „Dies ist die Schattenseite von dem, was wir vor 20 Jahren gesehen haben“, fügt Produktionsdesigner Rick Carter hinzu. „Damals wurden uns außerirdische Lebensformen vorgestellt, die sehr freundlich waren – und unsere großen Ängste vor ihnen waren unbegründet. Das Kind in uns verstand dies. Für den Mann, der Steven heute ist, und für die Zeiten, in denen er lebt, nehmen diese Außerirdischen eine andere Gestalt an.“ „Ich dachte mir, es würde Spaß machen, einen wirklich furchterregenden Film mit wirklich angsteinflößenden Außerirdischen zu machen, was ich bislang noch nie getan habe“, sagt Spielberg. „Krieg der Welten“ spielt in einer ganz normalen Welt, weitab von den Fluren des Pentagon oder des Oval Office. „Dies ist eine sehr einfache Geschichte“, sagt Spielberg. „Es ist eine Geschichte über das Überleben, über einen Vater, der versucht, seine Kinder zu beschützen. Es geht um die grundlegenden Elemente der menschlichen Natur im Konflikt mit einem außerordentlichen, unnatürlichen Ereignis.“
„Ich wollte, dass Ray so ist, wie viele von uns, weil er uns alle repräsentieren muss. Er und seine Familie stehen für unsere ureigenen Ängste, unsere Überlebensfähigkeit, unseren Erfindungsreichtum.“ Wie schon H.G. Wells wollte auch Spielberg eine zeitgemäße Geschichte erzählen und die Außerirdischen in die Welt bringen, die wir alle kennen. „Die Geschichte mag aus einem Fantasy-Element heraus entstanden sein, wird aber in einer äußerst realistischen Art und Weise erzählt“, erklärt Kennedy. „Steven erforscht immer das Außergewöhnliche vor dem Hintergrund der Normalität; und er nutzt dieses Motiv auch in ‚Krieg der Welten’“. Es ist ein Grundmotiv, das man bis zu H.G. Wells Roman zurückverfolgen kann. Co-Drehbuchautor David Koepp und Josh Friedman wurden damit betreut, die epische Geschichte in einem persönlichen Rahmen zu erzählen. „Hier zeigt sich die Brillanz des Drehbuchs“, sagt Kennedy. „Es hält sich an etwas, das H.G. Wells vorgegeben hat – die Idee einer persönlichen Perspektive. Ray und seine Familie sind von dem, was geschieht, persönlich betroffen.“ Koepp, der Spielberg bei “Jurassic Park” und “Vergessene Welt: Jurassic Park” half, Dinosaurier in unsere moderne Welt zu transportieren, sagt, dass die Geschichte unbedingt einfach gehalten werden musste. „Mein Gefühl war, dass eine Invasion der Erde ein so unmöglich großes Thema darstellt, dass wir es niemals akkurat hätten zeigen können.“ Das Resultat war, dass die Drehbuchautoren sich auf die Auswirkungen der Angriffe auf eine einzelne Familie konzentrierten. „Wir mussten das Ganze herumdrehen. Je mehr man sich auf diese drei Hauptcharaktere konzentriert, ihre Probleme – ihre Beschränkungen, das Fehlen jeglicher Information – desto schrecklicher und persönlicher wirkt es“, sagt Koepp. < img src="images/specials/krieg_der_welten/link_Krieg%20der%20Welten%20Bild12.jp g" width="200" height="133" hspace="5" border="1" align="right">„Steven und ich haben darüber gesprochen, dass dies der größte ‚kleine Film’ ist, den wir beide jemals gemacht haben“, fügt Cruise hinzu. „Es ist ein Epos – der größte einzelne Film, bei dem ich je mitgemacht habe. Aber es ist außerdem eine sehr intime Geschichte über eine Familie. Steven, David und ich haben darüber gesprochen, dass dies ein Film ist, den wir unseren Kindern widmen – und unserer unermesslichen Liebe zu ihnen. Ich denke, dass es sich um einen Film handelt, der zeigt, wie weit Eltern für ihre Kinder gehen würden.“ Wells’ Geschichte hatte einen so nachhaltigen Einfluss auf unsere Kultur, dass man sich schwer vorstellen kann, wie neu und radikal das Konzept von außerirdischen Besuchern aus dem Weltraum zur Zeit ihres Erscheinens war. Der Krieg der Welten legte den Grundstein für ein Genre – Bücher, Filme, Radio- und Fernsehproduktionen und mindestens ein Musical über die Invasion Außerirdischer. „Der Roman scheint immer dann wieder zum Vorschein zu kommen, wenn die Angst vor einer wirklichen Invasion da ist“, erläutert H.G. Wells’ Enkel, der Zoologe und Autor Dr. Martin Wells, der mit seiner Familie den Drehort besuchte. „Als der Roman erschien, waren die Briten sehr nervös über die Handlungen des Kaisers. Für die Welt, der die Geschichte erzählt wird – sei es als Ausstrahlung, Film oder Literatur – hat sie immer eine zweite Bedeutung." „Als ich Wells' Roman gelesen habe, hat mich sein außerordentliches Vorstellungsvermögen stark beeindruckt, weil er dieses so glaubwürdige Szenario entwerfen konnte, das den Leser in die Zeit der Geschichte und an ihren Ort versetzt", sagt Cruise. Regisseur Spielberg wollte die Kraft von Wells' Geschichte beibehalten, einige daraus entstandene Klischees allerdings vermeiden. "Wir haben eine Liste von den Dingen gemacht, die wir nicht im Film haben wollten", sagt Koepp. "Keine Zerstörung berühmter Sehenswürdigkeiten, keine Bilder von einem Manhattan, das in Schutt und Asche gelegt wird, keine Szenen mit Generälen, die um eine große Landkarte herumstehen und darauf Schiffe mit großen Stöcken verschieben, keine Fernsehteams, die die Zerstörung filmen." „Und keine Marsmenschen", fügt Spielberg hinzu. "Wir waren bereits auf dem Mars und wissen, dass dort niemand ist." "Was übrig blieb", sagt Koepp, "ist das Herz des Romans: ein Bericht in der Ich-Form über den Angriff Außerirdischer."
Die Gelegenheit ergab sich kurz vor dem Start von "Minority Report", als Cruise den Regisseur am Drehort seines Films "Catch Me If You Can" besuchte. „Er nannte mir drei mögliche Filmprojekte; 'Krieg der Welten' war das dritte", erinnert sich Cruise. „Wir sahen einander an, und uns ging gemeinsam ein Licht auf. Als ich den Titel hörte, sagte ich 'Oh mein Gott! "Krieg der Welten" – das ist es.' Und das war es." Der internationale Superstar und dreifach oscarnominierte Tom Cruise bringt eine außergewöhnliche Energie und Komplexität in die Rolle des Ray Ferrier ein. „Tom haucht dem Film Leben ein", kommentiert Spielberg. "Er hat eine so unwahrscheinliche Lebenskraft und eine so außergewöhnliche Präsenz. Er hat diese Energie, die ganze Szenen beleuchtet und den Charakter strahlen lässt." Cruises Enthusiasmus und Energie am Drehort waren ansteckend, wie auch Schauspieler Tim Robbins bemerkt. "Er verliert nie seine Haltung", sagt Robbins. "Er ist ein absoluter Profi und großzügiger Schauspieler. Wenn er eine Szene mit dir spielt und die Kamera nicht auf ihn zeigt, spielt er trotzdem seinen Charakter und gibt dir 100 Prozent." Ray Ferrier ist weit entfernt von den noblen oder diabolischen Charakteren, die Cruise in seinen jüngsten Filmen zum Leben erweckt hat. Spielberg erinnert sich: „Als wir mit dem Projekt angefangen haben, sagte ich zu Tom: ‚Ich möchte gern einen Film mit dir machen, in dem dein Charakter nicht heroisch ist, sondern wegrennt.' Rays wichtigstes Ziel ist: 'Wie halte ich meine Familie zusammen? Wie beschütze ich meine Kinder?' Tom fand das gut. Er mochte es, dass es in dem einzigen Krieg, in dem er kämpft, um die Sicherheit seiner Kinder geht." „Ich bin ein ganz anderer Vater als Ray", sagt Cruise. "Er versteht seine Kinder nicht; er versteht nur sich selbst. Wenn etwas schief geht, verlässt er sich auf sie. Er ist ein größeres Kind als sie es sind." „Ray hat sich nicht damit abfinden können, Vater zu sein", sagt Kennedy. „Er wollte nicht erwachsen werden. Das ist die Reise, auf die er sich begibt – er muss verstehen lernen, dass am Leben seiner Kinder teilzuhaben, das Wichtigste ist, was ihm passieren kann."
Zu Beginn der Geschichte existiert eine schmerzvolle Distanz zwischen dem Vater und seinen Kindern. Rachel (Dakota Fanning) und Robbie (Justin Chatwin) schleppen sich unwillig und mit wenig Enthusiasmus zum Haus ihres Vaters. Aber die Schwierigkeiten, die Ray mit einem mürrischen Teenager und einer schweigsamen Tochter hat, sind nichts gegen das, was noch kommen soll. Kurz nachdem seine Ex-Frau und ihr neuer Ehemann weggefahren sind, wird Ray mit dem ultimativen Test der Vaterschaft konfrontiert, den Spielberg so beschreibt: „Seine Liebenden zu beschützen und notfalls zu fliehen, damit sie mit dem Leben davonkommen".
Als die Welt buchstäblich um sie herum zusammenbricht, verstärken sich die Spannungen innerhalb der Familie exponential. Innerhalb von Minuten hat sich die Welt verändert, und Ray Ferrier muss zu dem Vater werden, der er bislang nicht sein konnte – oder seine Kinder werden sterben. "Dieser Film stellt die schlimmstmögliche Situation für Eltern dar", sagt Cruise. " Wenn sie überleben wollen, muss Ray eine ganz andere Art von Vater werden, als er es bislang gewesen ist." Rays Tochter Rachel wird von dem elfjährigen Schauspielphänomen Dakota Fanning dargestellt. Die junge Darstellerin spielte eine Hauptrolle in Steven Spielbergs preisgekrönter Miniserie "Taken" und dem DreamWorks Film “Ein Kater macht Theater”.
Fanning, die bislang neben Größen wie Robert De Niro und Denzel Washington vor der Kamera stand, ist eine beachtliche Schauspielerin. „Bei der ersten Szene, in der ich sie vor der Kamera sah, dachte ich: ‚Mann, dieses Mädchen ist 35 Jahre alt.'“, erinnert sich Tim Robbins. „Sie war so konzentriert und emotional so da – und das ganz plötzlich. Für ein Kind hat sie eine ungewöhnliche Reife." Für Fanning war die Zusammenarbeit mit Spielberg und Cruise ein Traumjob. „Mit Steven Spielberg und Tom Cruise an demselben Film zu arbeiten, hat mir so viel gebracht“, fügt Dakota Fanning hinzu. „Ich bin so dankbar für die Möglichkeit, mit Steven zu arbeiten, und Tom machte alles zu einem Vergnügen. Er ist so nett und machte alles zu etwas Besonderem." Für die Rolle von Rachels Bruder Robbie besetzte Spielberg den Newcomer Justin Chatwin. “Ich habe lange nach jemandem für die Rolle von Toms Sohn gesucht", sagt der Regisseur. “Wir haben Justin in ‘Chumscrubber’ gesehen”, erinnert sich die Produzentin Kathleen Kennedy. „Er hat mit diesem Film ein phänomenales Debüt hingelegt. Außerdem steht er in der zerstrittenen Beziehung, die Robbie mit seinem Vater hat, mit dem glaubhaften Verhalten eines 17-Jährigen durchaus seinen Mann."
Während es auf der Leinwand ausreichend Reibereien zwischen Filmvater und Sohn gab, war Cruise abseits der Kameras ein solider Ruhepol für den jungen Schauspieler. „Tom war immer für mich da", sagt Justin Chatwin. „Es ist großartig mit einem so großen Star zu arbeiten, der für dich als Schauspieler immer da ist."
Während der Dreharbeiten wurde aus der Beziehung zweier Geschwister eine enge Freundschaft zwischen den beiden jungen Schauspielern. „Für mich ist Justin inzwischen wie mein eigener Bruder", sagt Dakota Fanning. „Weil wir so lange zusammen waren – in New York, Virginia und Kalifornien. In diesem Sinne ist er wie mein wirklicher Bruder. Wir hatten viel Spaß zusammen.” Für Chatwin war die junge Schauspielerin eine Inspiration: „Dakota Fanning ist ein wunderbares Kind", sagt er. „Sie hat einen klugen Kopf. Sie ist phänomenal. Ich weiß nicht, wo sie Schauspielen gelernt hat, aber ich lerne jeden Tag von ihr".
Kennedy erklärt: „Es ist nicht so, als ob sich diese zwei Menschen nicht leiden können; das tun sie. Sie haben noch viel Zuneigung füreinander und hängen beide sehr an ihren Kindern, aber die Beziehung hat nie wirklich funktioniert". Die Schwangerschaft der Schauspielerin arbeitete Spielberg noch mehr heraus, um den Wechsel ihres Charakters in ein neues Leben zu finalisieren. „Es gibt diese zarte Kluft zwischen Ray und Mary Ann", sagt Spielberg, der das Paar als zwei Menschen sieht, die jung geheiratet haben und ihre verschiedenen sozialen Positionen nie überwinden konnten. „Er ist dieser Arbeitertyp, der Frachtcontainer auslädt und ein großes Herz hat. Er hat eine Aristokratin aus Connecticut geheiratet, die in ihrer Kindheit Pferde besessen hat – sie haben sich ineinander verliebt und hatten ein paar Kinder. Aber er ist ein sexy Typ – er ist immerhin Tom Cruise – und sie fand etwas in Ray, das sie trotz ihres anderen Lebensstils lieben konnte. Die beiden sind aber so verschieden aufgewachsen, dass sie nie wirklich einer Meinung sein konnten. Und ich fand diesen Kontrast toll." Obwohl sie in der Geschichte nur kurz vorkommt, fungiert Miranda Ottos Charakter für einen großen Teil des Films wie eine Art Kompass. David Koepp erklärt: „Rays erster Impuls ist, die Kinder zu ihrer Mutter zu bringen. Er weiß, dass sie auf sie aufpassen kann und glaubt, dass er dazu nicht in der Lage ist."
Schon zu Beginn seiner Karriere als Regisseur inszenierte Spielberg Barry in einer Science-Fiction-Episode der Fernsehserie “The Name of the Game”. „Ich fühle mich geehrt, dass man mich bittet, zurückzukommen", sagt Barry. „Wenn ich auf meine erste Performance im 'Krieg der Welten' zurückblicke – und das ist sehr lange her – war das zu seiner Zeit ein ganz besonderes Ereignis. Und nun, 53 Jahre später, feiere ich die Tatsache, dass Steven Spielberg 'Krieg der Welten' macht. Dass er mich gebeten hat, diesen Gastauftritt zu übernehmen, stellt einen großen Moment in meinem Leben dar." „Zurückzukommen, und das mit dem größten Regisseur der Welt und dem populärsten Schauspieler der Welt bedeutet, dass die Einladung zur Mitarbeit für mich ein großer Coup war", sagt Ann Robinson. „Diese zwei Schauspieler aus dem Film von 1953 zurückbringen zu können, war etwas ganz Besonderes für mich", kommentiert Spielberg. "Als ich damals Gene Barry arbeitete, war ich ein großer Fan von ihm. Meine zweite oder dritte Regiearbeit überhaupt war ‘The Name of the Game’, in dem er die Hauptrolle spielte. Und es war eine Science-Fiction-Episode, ganz untypisch für die Serie. Irgendwie denke ich dass Gene recht überrascht war, als ich ihn anrief und fragte, "Hey, kannst Du mit Ann Robinson zurückkommen und einen Gastauftritt machen?" In meiner Version von H.G. Wells Buch gibt es viele solcher Hommagen auf den ersten Film. Und er hat es gern getan – und Ann auch." Achtung, der folgende Text über Ogilvy enthält SPOILER!!! Der Fremde, der Vater und Tochter von dem Angriff der Außerirdischen weglotst, ist ein gebrochener Mann namens Ogilvy, gespielt von Oscargewinner Tim Robbins. “Ogilvy ist ein Mann, der seine gesamte Familie verloren hat, wie so viele andere Menschen auch", sagt Spielberg. „Er hat sich im Keller seines Bauernhauses versteckt. Er hat einen Plan, aber dieser Plan ist verrückt. Man vergibt ihm fast für seine geistige Umnachtung, weil er so hat leiden müssen und nicht mehr klar denken kann, aber er wird gefährlicher für Ray und Rachel als die Außerirdischen." „In der Mitte dieses Actionabenteuers haben wir dieses heftige psychologische Drama“, sagt Robbins. „Es ist nicht etwa eine aufgesetzte Psychose, sondern eine Psychose und eine Gefahr, die man vor dem Hintergrund der Geschehnisse durchaus nachvollziehen kann.“
Schauspieler Tim Robbins war genau die Art von imposanter Figur, die die Filmemacher im Sinn hatten. „Tim Robbins war eine sehr, sehr frühe Wahl von uns“, sagt Kennedy. „Wir dachten, dass die Fülle seiner Schauspielerfahrung es ihm erlauben würde, sich auf der Leinwand für diese relativ kurze Zeit zu behaupten und nicht von der Größe und dem Rahmen des restlichen Films überwältigt zu werden.“
Die Geschichte bewegt sich von einer urbanen Kreuzung, an Highways und Flüssen entlang, mit Flüchtlingen, die in die weiten Landschaften strömen, bis hin in diesen kleinen, dunklen Keller. „Die Reise geht durch eine trostlose Landschaft, in der die Charaktere auf das Einfachste reduziert sind – sie folgen der Straße, „Es ist eine Odyssee“, sagt Spielberg. „Es ist eine Reise, die aus dem Bauch heraus kommt. Sie startet in New Jersey und endet in Boston; eine sehr kurze Distanz, wenn man überlegt, wie weit diese Außerirdischen gereist sein müssen. Und gleichzeitig ist es auch eine ewige Reise.“ Über die Produktion: Nachdem Tom Cruise und Steven Spielberg sich entschlossen hatten, sich auf „Krieg der Welten“ zu konzentrieren, kam die Produktion mit halsbrecherischer Geschwindigkeit zustande. Produzentin Kathleen Kennedy erinnert sich an ein Gespräch, das sie zu Beginn mit Spielberg führte. „Steven sagte zu mir: ‚Okay, wir werden diesen Film machen, müssen ihn schnell vorbereiten und werden in drei Monaten anfangen zu drehen. Aber flipp bitte nicht aus, wenn du das Drehbuch liest. Denk einfach daran, dass der Film von drei Menschen handelt – das ist das Herz des Films. Gelegentlich rennen bloß 1000 Leute im Hintergrund rum.“ Im Herbst 2004 wurden eilig Produktionsteams an Ost und Westküste zusammengestellt, um den Drehstart vorzubereiten, Drehorte entlang der Ostküste zu suchen und Studiohallen und Setbauten fertig zu stellen, damit das Team bei seiner Rückkehr nach Los Angeles nach den Weihnachts- und Silvesterfeiertagen auf sie zurückgreifen konnte. „Wir hatten ein komplett arbeitendes Ostküsten-Produktionsteam mit vielen Crewmitgliedern von der Ostküste und simultan eine Crew an der Westküste, die alles für unsere Rückkehr vorbereitete“, erklärt Kennedy. Die Vorproduktion nahm genau genommen halb soviel Zeit in Anspruch, wie es bei einem Film dieser Größe normalerweise der Fall ist. Spielberg bemerkt allerdings: „Dies war kein übereilter Intensivkurs für ‚Krieg der Welten’, sondern mein längster Produktionszeitraum in zwölf Jahren. Wir haben uns Zeit gelassen.“ “Es gibt gewisse Gründe, warum wir den Film so schnell machen konnten”, bemerkt Kameramann Janusz Kaminski, der schon seit langem mit Spielberg zusammenarbeitet. „Vor allem der, dass wir einen Regisseur hatten, der sehr selbstsicher ist, das Genre sehr genau kennt und weiß, wie man Filme macht.“
Die Effizienz der Crew während der Vorproduktion resultierte daraus, dass die Crewmitglieder ihren Regisseur und sich gegenseitig sehr gut kannten. „Ein Grossteil der Leute, die wichtige Fachbereiche leiten, arbeiten mit Spielberg schon 15 bis 20 Jahre zusammen – ich eingeschlossen“, sagt Kennedy. Von dem versammelten Team hatten die meisten schon mit Spielberg gearbeitet – viele von ihnen an mehreren Projekten und schon seit Jahrzehnten: Produzentin Kathleen Kennedy (15 Filme), Produzent Colin Wilson (10 Filme), Kameramann Janusz Kaminski (9 Filme), Produktionsdesigner Rick Carter (6 Filme), Cutter Michael Kahn (19 Filme), Komponist John Williams (21 Filme), Senior Visual Effects Supervisor Dennis Muren (10 Filme), Kostümdesignerin Joanna Johnston (4 Filme), Stunt Koordinator Vic Armstrong (5 Filme), Set Decorator Anne Kuljian (3 Filme), Property Master Doug Harlocker (2 Filme) und Sound Mixer Ron Judkins (11 Filme). “Dass wir unseren Drehplan einhalten konnten, liegt meiner Meinung nach zum großen Teil daran, dass wir diese Gruppe von Leuten zusammenbekommen haben”, sagt Produzent Colin Wilson, der für Spielberg erst als Cutter arbeitete und im Laufe der Jahre mehrere Filme für ihn produziert hat. „Ein Großteil der Schlüsselpersonen bei diesem Film haben so oft miteinander gearbeitet, dass sie untereinander eine eigene Sprache sprechen.“ Spielbergs einzigartige Fähigkeit, die Welt der Spezialeffekte zu verbinden mit dem, was die Kamera aufzeichnet, zeigte sich schon bei den ersten Vorbereitungen. Der Drehplan war so ausgelegt, dass Dennis Muren, Pablo Helman und ihr Team bei Industrial Light & Magic soviel Zeit wie möglich zur Verfügung hatten, um an den Szenen mit Spezialeffekten zu arbeiten. „Wir wussten dass wir eine ganze Menge an Effekten hatten, aber nur eine limitierte Zeit für die Postproduktion”, sagt Kennedy. „Also wussten wir, dass wir die großen Szenen, die am meisten Effekte benötigen würden, schnellstmöglich drehen mussten, damit ILM möglichst früh mit ihnen anfangen konnte. Als wir an die Ostküste kamen, begannen wir mit der Sequenz an der Kreuzung, da sie viel Interaktion mit einer Menschenmenge und Effekte erforderte.“
Drei Monate später kam das Produktionsteam für den offiziellen Drehstart zu der fünfzackigen Kreuzung in Ironbound, einer eng verbundenen Gemeinde in Newark, New Jersey – benannt nach den Eisenbahnlinien, die den Stadtteil von vier Seiten eingrenzen. Bevölkert mit portugiesischen und brasilianischen Restaurants, stellte sich der Dreh dort als Heimkehr für Tom Cruise heraus. „Ich habe zweimal in New Jersey gewohnt“, sagt der Schauspieler. „Hier ist es genauso, wie dort, wo ich aufwuchs.“ Kameras und Vorvisualisierung: Der Look Achtung, der folgende Text enthält leichte SPOILER!!! Bevor die erste Klappe fiel, hatte sich Spielberg mit der Kreuzung in Newark und mehreren anderen Schlüsseldrehorten vertraut gemacht. Dank eines Prozesses namens Pre-Visualisation (oder ‚Pre-Viz’), bei dem traditionelle Storyboards in digitale 3D-Sequenzen umgewandelt werden, die nicht nur zeigen, wie die Szene aussehen wird, sondern auch jeden Aspekt des Drehorts wiedergeben, so wie Bauten, Schauspieler, Kameras und Crew, hatte er schon seit Beginn der Vorproduktion mit ihnen gearbeitet. Obwohl er schon zuvor Computer benutzt hatte, um Sequenzen in der Vorproduktion zu visualisieren, sagt Spielberg: „Dies ist der erste Film, bei dem ich Computer wirklich dazu genutzt habe, alle Storyboards zu animieren.“ Er hatte zuvor seinen guten Freund George Lucas besucht, der ihm zeigte, wie der ihm Prozess bei der Planung geholfen hatte. „Ich habe mir all die Experten geholt, die mit ILM bei [Star Wars] Episode I, II und III für George gearbeitet haben. Nachdem er abgedreht hatte, habe ich die meisten von ihnen einfach mitgenommen“, sagt Spielberg. „Es ist wirklich ein fantastisches Kommunikationsmittel“, sagt Produzentin Kathleen Kennedy. „Wir gingen im August los und suchten all die Drehorte. Dann scannten wir alles in den Computer ein und bauten unsere Szenen um die existierenden Drehorte herum. Steven lebte buchstäblich im selben Büro mit den Leuten, die dies alles auf dem Computer erschaffen haben. Es ist eine sehr präzise Darstellung von dem, was er nachher gedreht hat.“
Durch den Pre-Viz-Prozeß konnten die Schauspieler das sehen, was noch nicht da war. „Während des Drehs habe ich die Schauspieler an den Computer geholt, um ihnen die ganze Sequenz vorzuführen“, erzählt Spielberg. „Sie kannten daher die Größe dieser gigantischen Tripods, mit denen sie es zu tun hatten und wussten genau, wo sie in Relation zu ihnen stehen würden.“ „Wenn wir irgendetwas mit einem Außerirdischen machen, der nicht wirklich da ist, zeigt uns Steven das immer“, sagt Dakota Fanning. „Er zeigte uns, wie es aussehen würde und ganz genau, wo es später sein würde. Den Pre-Viz zum Anschauen zu haben, war echt toll.” „Ich wünschte mir, ich hätte das schon bei ‘Unheimliche Begegnung’ gehabt, weil die Schauspieler sich damals vollständig auf ihre Fantasie verlassen mussten“, sagt der Regisseur. „Während der Dreharbeiten hatte ich von einigen der UFOs noch keine genaue Vorstellung. Ich musste sagen: ‚Nun ja, es ist diese Kuchenschüssel da oben und sie ist riesengroß.' Bei diesem Film haben alle Schauspieler eine visuelle Referenz. Sie können ungefähr sehen, wie alles nachher im fertigen Film aussehen wird. Und das finden alle ziemlich aufregend.“ Nachdem er sich wochenlang mit dem 3D-Modell der Kreuzung beschäftigt hatte, an der die Dreharbeiten beginnen würden, flog der Regisseur schließlich nach New Jersey, um am wirklichen Drehort zu stehen. „Er kam zu der echten Kreuzung raus und sah sie sich an, um herauszufinden, wie er die Szene nun wirklich drehen würde“, erinnert sich Rick Carter. „Ich sagte zu ihm: ‚Und – was gefällt dir besser? Die digitale Kreuzung oder die wirkliche Kreuzung’ Und erst sagte er ‚Digital’, hat sich dann aber korrigiert und ‚Die Wirkliche’ gesagt. ‚Nein, ich mag sie beide gleich.’ Er war hin und her gerissen zwischen den beiden.“ Trotz strömenden Regens, hunderten von Schaulustigen und einer Horde von Paparazzi, verlief die erste Drehwoche reibungslos. „Wir haben die Szene an der Kreuzung in sechs Tagen abgedreht, aber es kam mir nie übereilt oder unvorbereitet vor“, sagt Cruise. „Wir haben uns konzentriert – wussten jeden Tag genau, was wir zu tun hatten. Durch die Vorvisualisierung war uns klar, was kommen würde.“ Realismus war die oberste Priorität – von den Drehorten und Bauten bis hin zu den Kostümen und Requisiten. Die wirkliche Welt beginnt im Film als ungeschminkte Version unserer täglichen Realität, als der Film aber die Wende zu einer groß angelegten Invasion der Außerirdischen nimmt, beginnt sich dies zu ändern. Kostümdesignerin Joanna Johnston fertigte 60 verschiedene Versionen von Rays Lederjacke an, um zu zeigen, wie sehr ihn die Reise von Anfang bis Ende mitnimmt. „Er beginnt mit der Jacke, einem Kapuzenshirt und zwei T-Shirts“, erklärt Johnston. „Dann streift er sie langsam ab, bis er nachher nur noch in Jeans und T-Shirt dasteht. Für mich, ist das so, als wenn sich langsam ein altmodischer Heldentyp herauskristallisiert.“
Robbie wurde von Johnston so angezogen, als würde er unbewusst seinen Vater nachahmen. „Sie sind sich ähnlicher, als ihnen wirklich bewusst ist, haben aber oberflächlich einen starken Kontrast“, erklärt sie. „Beide tragen Kapuzenshirts, Jeans und Baseballkappen – aber die Kappen sind von verschiedenen Teams.“ Johnston hatte die Möglichkeit, mit Anne Robinson, die in der Adaption von 1953 die Heldin spielte und in Spielbergs Film einen Gastauftritt hat, Erfahrungen auszutauschen. „Sie sah, wie wir tausende von Kostümen zusammenstellten und erzählte mir, dass sie und ein Assistent damals zwei Anzüge im May Co. Kaufhaus besorgt haben – das waren ihre Kostüme für den gesamten Film“. Produktionsdesigner Carter bemerkt, dass Spielberg den Angriff der Außerirdischen ähnlich inszenierte, wie die Kampfszenen in seinem Zweiter-Weltkrieg Epos. „Als Steven die Szene an der Kreuzung drehte, war es so, als würde er in der Normandie stehen.“
Spielberg wollte das Publikum mitten in die Ereignisse des Films transportieren. „Janusz wusste, dass ich auf einen realistischen Look aus war – nicht die Vogelperspektive, sondern die eines Mannes oder Kindes“, sagt Spielberg. „Er hat alles sehr natürlich mit naturalistischer Beleuchtung gefilmt.“ „Dies ist mein dritter Film mit Janusz und seiner Crew [nach “Jerry Maguire – Spiel des Lebens” und “Minority Report”]. Steven hat schon neun mit ihm gemacht”, sagt Tom Cruise. „Janusz ist ein echtes Original und ein wahrer Künstler. Steven wollte den Film intuitiv und realistisch aussehen lassen, aber es musste natürlich auch mit den Effekten zusammenpassen. Janusz konnte beides realisieren.” „Meine Arbeit an diesem Film ist ganz anders als das, was ich sonst für Steven gemacht habe”, sagt Kaminski. „Ich glaube, dass der Film visuell sehr poetisch und sehr raffiniert geworden ist. Er hat eine wirklich wunderschöne Farbpalette, die leicht bläulich beginnt und dann graduell immer farbiger wird. Er ist stilisiert, aber stilisiert innerhalb der Rahmenbedingungen des Realistischen. Die Ausleuchtung des Films ist sehr, sehr interessant.” Von den Lichtern am Himmel bis hin zu den kriechenden Schatten im Keller und den handgehaltenen Taschenlampen und Laternen der Flüchtlinge, versuchten Regisseur und Kameramann, die Schauspieler, Statisten und Spezialeffekte (wie Rauch und Feuer) möglichst geschickt mit den Hintergründen zu verbinden, um so das Fantastische so realistisch wie möglich aussehen zu lassen.
Kaminskis Aufgabe war es auch, eine visuelle Übereinstimmung zwischen den Drehorten an der Ostküste, den Studiohallen und, in einem Fall, drei verschiedenen Umgebungen – Ostküste, Westküste und Studiohalle – zu schaffen. „Es gibt diese sehr interessante Szene, die wir in Virginia begonnen haben. Unsere Helden laufen die Strasse entlang und auf einen Hügel zu, während außerdem noch Truppen ankommen“, beschreibt Kaminski. „Wir sehen Abertausende von Statisten in die Richtung dieses großen Hügels gehen. Wir haben mit dieser Szene am Abend in Virginia angefangen und dann in einer Studiohalle weitergemacht. Danach sind wir an einen Drehort in Südkalifornien gegangen und haben dieselbe Szene weitergedreht. Wir hatten hier also drei verschiedene Wetterbedingungen, drei verschiedene Umgebungen und drei verschiedene Lichtverhältnisse.“ Ein glücklicher Zufall sorgte für einen besonders regnerischen Winter in Kalifornien, was den Hügeln des Staates einen grünen Farbton verlieh, der Kaminskis Arbeit weitaus einfacher machte. Carter unterstreicht Spielbergs Fähigkeit, Realität und Fantasie nahtlos zu kombinieren. „Er gibt dir nie die Möglichkeit, herauszufinden, wie er etwas gemacht hat – zumindest nicht auf den ersten Blick“, sagt er. „Von Anfang an verwischt er alle Grenzen – nicht aus technischer Effekt*****erei, sondern weil er in seinem Kopf alles schon so sieht.“ Das Praktische und das Erdachte: Die Spezialeffekte Mit hunderten von schreienden Statisten umgeben von Feuer und Rauch, war es unumgänglich einen großen Teil der Szenen auf dem Computer herzustellen. „Als ich mich entschloss, ‚Krieg der Welten’ zu machen, ging einer meiner ersten Anrufe an Dennis Muren“, sagt der Regisseur. Der Empfänger von acht Oscars für die besten Spezialeffekte (drei davon für seine Arbeit an „E.T. – Der Außerirdische“, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ und „Jurassic Park“), ist weiterhin eine treibende Kraft in der sich ständig fortentwickelnden Kunst der Spezialeffekte. „Was Dennis Muren und alle bei ILM mitbringen, ist die Fähigkeit etwas in unserer Welt zu sehen, was man sonst nie sehen würde – und es filmbar zu machen, als sei es schon immer da gewesen“, sagt Produktionsdesigner Carter, der mit Muren bei mehreren Projekten eng zusammengearbeitet hat. „Ich bin immer auf der Suche nach etwas, was ich noch nicht getan habe“, sagt Muren. „Sobald meine Arbeit an einem Film beendet ist, denke ich mir: ‚Der Film ist überholt. Die Spezialeffekte sind überholt. Was kann ich Neues machen?’ Die Idee, den ‘Krieg der Welten’ zu machen, fand ich aufregend; besonders als wir zurück zum Roman gegangen sind, um herauszufinden, wie die Kriegsmaschinen aussehen sollen. Ich glaube, dass ich weiß, was man schon gesehen hat und was neu ist, weil ich mich genauso schnell oder noch schneller langweile als das Publikum. Wir haben viel Zeit mit der Vorbereitung verbracht, um einen interessanten Look für die Tripods oder die Außerirdischen zu finden. Wir haben nicht gleich das erste, zweite, dritte, zehnte oder fünfzehnte Design genommen.“ Trotz Murens Status an der vordersten Front der Spezialeffektkunst, arbeitete er mit Spielberg zusammen, um die bestmögliche Technik für jede Aufnahme zu finden und sich nicht zu sehr auf Computereffekte zu verlassen. „Da ich mit Miniaturmodellen angefangen habe, habe ich auch kein Problem damit, zu sagen: ‚Lasst uns das mit Miniaturen machen und das mit Computereffekten’ – ich bin für das, was für die Szene am besten ist“, sagt er. „Wir haben viele große Talente hier, Leute die wissen, wie man Modelle baut. Wir wissen, wie man sie in Szenen einsetzt. Es ist wirklich wichtig, dass man alle seine Werkzeuge nutzt, nicht bloß die Computergrafik.“
Der knappe Drehplan machte es für die Filmemacher unmöglich, die Postproduktion gemächlich anzugehen. Stattdessen wurden Arbeitsabläufe, die traditionell zur Prostproduktion gehören, in die Drehphase integriert. „Während unseres gesamten Aussendrehs wurden Video-Files hin und hergeschickt“, erinnert sich Muren. „Dadurch wurde der Prozess in Gang gehalten, was uns tatsächlich Wochen gespart hat. Wir haben parallel auf beiden Seiten des Kontinents gearbeitet und von Steven, der am Drehort war, immer alles abgenommen bekommen. Das funktionierte wirklich toll.“ Spielberg schnitt den Film, während er ihn drehte, so dass er ständig neue Szenen an ILM senden und sie abnehmen konnte, wenn sie fertig zurückkamen. Visual Effect Supervisor Pablo Helman bemerkt: „Steven ist der erste Regisseur mit dem ich gearbeitet habe, der seine Arbeit vor der Deadline abliefert. Als der Hauptdreh abgeschlossen war, gab er uns alle wichtigen Effektszenen. Das ist mir zum ersten Mal passiert.“ Das Unnatürliche in einer naturalistischen Welt: Die Entstehung der Tripods Die Vorvisualisierung diente nicht nur dazu, dass der Regisseur seine Kameraeinstellungen vor dem Dreh bestimmen konnte – sie spielte auch eine große Rolle in der Entwicklung der Außerirdischen. „Wir haben das Aussehen der Tripods, der Außerirdischen und der Welt in der sie leben nach dem Einfingersystem ermittelt – erst gesucht und dann ausprobiert“, erklärt Spielberg. „Es war mir wirklich wichtig, diese Aspekte zu erforschen – nicht zweidimensional, wie ich es seit 30 Jahren tue, sondern dreidimensional und in Farbe.“
Dazu Muren: „Mit dem Design für die Tripods zu beginnen, war berauschend. Wir haben so viele Künstler wie möglich dazu gebracht, ihre Ideen einzubringen. Dann haben wir den Prozess so wenig und gleichzeitig so stark beeinflusst, wie möglich. Er sollte frei genug sein, so dass Steven ein möglichst breites Spektrum an Ideen sehen konnte, aber trotzdem mit dem übereinstimmen, was für die Story und den jetzigen Zeitpunkt in der Filmgeschichte notwendig war.“ Muren weist darauf hin, dass Spielberg sehr genau weiß, was er will; man muss ihm nur die richtigen Elemente vorlegen. „Du machst eine Collage aus verschiedenen Dingen und bringst sie zu ihm“, sagt er. „Er wird etwas von A, etwas von B und etwas von C raussuchen – und wenn du sie zusammenbringst, denkst du: ‚Wow. Das sieht aus als hätten sie schon immer zusammengehört’. Mit Steven zu arbeiten ist sehr einfach, weil er so klar weiß, was er will. Der Entscheidungsprozess könnte nicht besser sein.“ Die Tripods, die in H.G. Wells Roman so eindringlich beschrieben sind, sollten laut Spielberg, wie bei Wells vor mehr als einem Jahrhundert, vor allem Angst machen. „Ich wollte, dass die Tripods wirklich furchteinflößend sind, weil sie die Außerirdischen repräsentieren sollen“, sagt er. „Ich wollte, dass das Publikum vor dem Äußeren dieser Dinger Angst hat.“ Konzeptdesigner Doug Chiang war sehr von der Idee der Tripods als „Metaphern des Schreckens“ inspiriert. „Für jeden ist das etwas anderes”, erklärt Chiang. “In gewisser Weise haben wir die Tripods aus dem heraus erschaffen, was mir Angst macht oder Rick [Carter] Angst macht. Es mag nicht jedem Angst machen, aber ich denke, wir haben versucht, eine Essenz zu finden.“ „Ich glaube, dass die Tripods den Leuten Angst machen werden“, fährt Chiang fort. „Nicht nur ihre Form, sondern auch wie sie fotografiert werden – gerade das, was man nicht sieht, ist immer am schrecklichsten.“
Dutra musste außerdem entdecken, dass das Experimentieren mit den Tripods sein Team in neue und aufregende Richtungen führte. „Das alte Sprichwort ‚Manchmal musst du deine Lieblinge töten’ bedeutet, dass du nichts benutzen kannst, wovon du schon weißt, dass es funktioniert. Du musst in eine andere Richtung gehen und etwas Neues mit einbringen“, sagt er.
Von Küste zu Küste: Die Drehorte Achtung, der folgende Text enthält leichte SPOILER!!! Lexington ist eine Kleinstadt, die das Virginia Military Institute, die Washington and Lee University und auch das Filmteam während der letzten Drehtage beherbergte. In einem kleinen Tal zwischen sanft geschwungenen Feldern, wurde der erste Teil der „Tal-Kriegssequenz“ gedreht. „Wir haben überall gesucht, um einen Ort zu finden, an dem man einen Hügel hinauflaufen kann, hinter dessen Kuppe sich etwas abspielen könnte, was man erst nicht sehen kann“, sagt Carter. „Etwas darunter gelegen wäre dann das Bauernhaus. Wie es sich herausstellte, gab es sogar ein solches Bauernhaus in der Nähe des Hügels in Virginia.“ Hunderte von zerlumpten und beschmutzten Statisten mit Schubkarren und Wagen voll mit einem Sammelsurium persönlichen Eigentums arbeiteten Seite an Seite mit der Nationalgarde, während Spielberg eine verheerende Begegnung mit den außerirdischen Angreifern orchestrierte.
Nach dem Umzug an die Westküste, wurden die Dreharbeiten an Orten im Umfeld von Los Angeles wieder aufgenommen, darunter Piru (verkleidet als Athens im Staate New York), wo eine Szene mit hunderten von Statisten fertig gedreht wurde und die klangvoll benannte Stadt Mystery Mesa, die circa 60 Meilen nördlich von Los Angeles liegt. Ein weiterer imposanter Drehort an der Westküste war eine massive, sorgfältig auseinander genommene Boeing 747, die man über einen kleinen Hügel auf dem Gelände der Universal Studios verstreut hatte. „Du gehst raus und rennst in den größten Alptraum, der dir widerfahren könnte“, sagt Rick Carter. „Ein Flugzeug landet in deiner Nachbarschaft und dezimiert alles und jeden.“ „Die Absturzstelle des Flugzeugs war eine monumentale Filmdekoration, was den Arbeitsaufwand angeht. Wir mussten eine 747 kaufen, die wir dann in einzelne Teile zerschnitten und über das Studiogelände verteilt haben. Dann haben wir Häuser um sie herum gebaut. Das war ein ganz schön großes Unterfangen.“ Auf dem Studiogelände nutzte das Filmteam auch das große Wasserbecken mit 75 Metern Durchmesser in Studiohalle 27, um dort die Unterwasserszenen für die Fährensequenz zu drehen.
„Sie machen genau genommen unsere Welt zu der ihren“, sagt Produzentin Kennedy. „Wir sehen, wie rotes Unkraut unser Landschaftsbild überrennt. Wenn wir dann herausfinden, warum es rot ist, wird es ein bisschen grausig.“
Schauspieler Tim Robbins bemerkt: „Steven Spielberg macht noch Hollywoodfilme, bei denen man das große Gefühl von ‚Hier sind wir in der Halle, in der zahlreiche epische Dramen gedreht wurden’ genießen kann. Du baust Kulissen und du setzt alles in Bewegung.“ Obwohl Spielberg eine bedeutende Rolle darin gespielt hat, modernste Technik und Film zusammenzubringen, schneidet er immer noch auf einem traditionellen Flachbett-Schneidetisch. Er ist kein Technikfeind, sondern ein Filmemacher mit viel Respekt und Bewunderung für das weite Feld der Filmkunst. „Ich brauche etwas, das mich inspiriert“, sagt Spielberg. „Etwas, das mir hilft, den Look des Films zu bestimmen. Wenn ich alles in der Postproduktion erfinden müsste, wäre das eine sinnlose Übung. Ich denke, ich werde das Hollywood-Handwerk – etwas zu bauen und Dinge zu konstruieren – aufrechterhalten so lange ich lebe. Weil ich die Männer und Frauen, die Welten durch ihr eigenes Handwerk, ihre eigene Kunst erschaffen können, wirklich respektiere. Du gehst in eine Studiohalle und plötzlich ist da eine Welt, wie du sie dir sonst nur nachts erträumen könntest." 72 Drehtage, mehrere Tausend Statisten, zwei Dutzend Drehorte, Kulissen an Ost- und Westküste und fünf Bundesstaaten später, beendete „Krieg der Welten“ seine Dreharbeiten. Hintergrund: Das Buch
Story: Das Hörspiel Im Jahr 1938 produzierte Orson Welles nach diesem Buch das vielleicht bedeutendste Hörspiel aller Zeiten. Zwar war es auch als solches angekündigt, doch die Menschen brachen in Panik aus und glaubten an das Ende der Welt. Der Grund: Die Bevölkerung hielt das Hörspiel für eine echte Reportage. Natürliche wurde das Werk von Welles und seine Person dadurch noch berühmter. Der Autor Biografie:
Nach Beendigung seiner Studien wurde er Lehrer in einer privaten Schule in Holt, North Wales. Dort hatte er beim Fußballspiel einen ernsten Unfall, an dessen Folgen er noch viele Jahre litt. Während dieser Zeit schrieb er die Geschichte "The Chronic Argonauts", deren Erfolg ihn ermutigte, weiter schriftstellerisch tätig zu sein. 1888 kehrte er nach London zurück und wurde 1889 Mitglied des Lehrerkollegiums der Henley House School in Kilburn. Im Oktober 1890 bestand er mit Auszeichnung seine akademische Prüfung in Zoologie an der Londoner Universität. Seine nächste Stellung (von 1891 bis 1893) war die eines Tutors für Biologie am College für Fernstudium der Universität. Nach einer schweren Lungenentzündung, infolge dessen er nur noch sitzende Tätigkeiten ausführen durfte, begann er, Kurzgeschichten, Essays und Buchbesprechungen für Zeitschriften zu schreiben, unter anderem für The Pall Mall Gazette, St. Jame`s Gazette, Black and White, New Review und The Sunday Review. 1893 wurde sein erstes bedeutendes Werk veröffentlicht: "A Textbook of Biology". 1895 erfolgte die Veröffentlichung eines Bandes von Kurzgeschichten: "The Stolen Bacillus", ein Band gesammelter Essays und zwei Romane: "The Time Machine"- eine Umarbeitung von "The Chronic Argonauts", und "The Wonderful Visit". "The Time Machine", einer seiner Bestseller, ist schließlich auch verfilmt worden.
Um die Jahrhundertwende verbesserte sich sein Gesundheitszustand erheblich, er unternahm Reisen auf das europäische Festland und in die USA. 1912 zog er nach London, wo er dann auch politisch tätig wurde. The New Machiavelli (1911) bedeutete eine neue Richtung in Wells' schöpferischem Werk: der Ideen- und Problemroman, in dem die Handlung der soziologischen und ideologischen Botschaft untergeordnet wurde. Die Werke "Mariage" (1912), "The Passionate Friends" (1913), "The Wife of Sir Isaac Harman" (1914) und "The Research Magnificent" (1915) gehören zu dieser Kategorie. Wells unterstützte den Ersten Weltkrieg als den "Krieg zur Beendigung des Krieges". 1918 wurde er kurze Zeit Propagandaleiter gegen Deutschland in Lord Northcliffes Komitee für Propaganda gegen den Feind. Sein bedeutendstes Werk, während des Krieges geschrieben und veröffentlicht, war "Mr. Britling sees it Through" (1916), mit dem er eine riesige Popularität gewann. Kurze Zeit nach dem Krieg (1920) besuchte er Sowjetrußland und nahm 1921 an der Washingtoner Konferenz teil. In den folgenden Jahren war er viel auf Reisen und verbrachte so manchen Winter außerhalb des ihm nicht zuträglichen rauhen englischen Klimas. Obwohl er weiterhin Romane schrieb - sein wichtigster Roman in der Zeit zwischen den Kriegen war "The World of William Clissold" (1926) wandte er sich mehr und mehr der Verbreitung seiner Ideen zu. Seine Haupttheorie, die er während der beiden letzten Jahrzehnte seines Lebens immer wieder vertrat war die, daß sich die Menschheit den materiellen Gewalten die sie entfesselt hatte, anpassen mußte oder untergehen würde.
Sein letztes Werk: "Mind at the End of its Tether" (1945) gab der ihn nun erfüllenden Verzweiflung Ausdruck. Nachdem er schon längere Zeit gekränkelt hatte, starb er am 13. August 1946 in seinem Londoner Heim. Werke: Anticipations, 1901 The History of Mr Polly, 1910 The Secret Places of the Heart, 1922 The Autocracy of Mr Parham, 1930 All Aboard for Ararat, 1940 Sachbücher: Anticipations of the Reaction of Mechanical and Scientific ..., 1902 Floor Games, 1911 Frank Swinnerton, 1920 (gemeinsam mit Arnold Bennett und Grant Overton) Divorce as I See It, 1930 The Common Sense of War and Peace, 1940 Zitate: "Moralische Entrüstung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein." "Schmeicheleien sind wie Falschgeld; sie machen denjenigen ärmer, der sie empfängt." "Zynismus: Humor in schlechtem Gesundheitszustand." "Erfahrungen sammeln heißt Fehler begehen." Links: Verantwortliche Redakteure: Baldur, Master-Of-Movie, SonOfTheDark |





