svenjacobs1
Ich habe den Film ja bereits anderthalb Monate vor dem deutschen Kinostart in der Sneak Preview gesehen, nur hier noch nichts reingeschrieben. Den Trailer fand ich damals nur okay, den Film hätte ich mir sicherlich nicht im Kino angesehen, aber ich dachte, dass ich mich einfach mal auf den Film einlassen sollte um zu sehen, wie er so ist. Leider war der Film so überhaupt nicht mein Fall.
Die Sneak Preview ist eigentlich immer ein Ort, an dem viel gelacht, applaudiert und (laut) kommentiert wird. Das war hier nicht der Fall. Ich erinnere mich noch an diese Nacht und ich habe noch nie in einer Sneak gesessen, die so ruhig war. Die Leute, die den Film nicht mochten, sind gegangen oder sind einfach ruhig sitzen geblieben, ich habe keine Ahnung, woran das gelegen hat. Ich habe mir auf jeden Fall etwas mehr Schwung im Kino gewünscht, da ich den Film ziemlich langweilig fand.
Zunächst fand ich die Thematik nicht wirklich interessant, die Rolle von Michael Clayton jedoch war recht interessant, meiner Meinung nach hätte da viel mehr draus gemacht werden können. Die erste Szene fand ich einen guten Einstieg und ich dachte da noch, dass der Film noch etwas werden könnte. Das hatte sich dann aber nach einer Weile als falsch herausgestellt, denn was zum größten Teil kam, fand ich ziemlich langatmig. Im Endeffekte hätte man das alles viel kürzer abhandeln können. Nur die letzte halbe Stunde war dann wieder okay, es kam ein klein wenig Spannung auf, aber das konnte den Film für mich auch nicht mehr retten. Ich habe nichts gegen Dialoge, denn der Film ist der dialoglastig, das ist aber nicht der Grund, weshalb ich mich mit "Michael Clayton" nicht wirklich anfreunden konnte.
Wenn man gepackt werden konnte von der Story, ist der Film mit Sicherheit gut, aber ich (und meine drei Kumpels) hatte/n das Glück nicht. Der Film hatte meiner Meinung nach seine guten Momente, aber leider waren das zu wenige. Auch sollte man sich an den vielen Dialogen nicht stören, denn der Film ist sehr dialoglastig. Die Schauspieler haben jedoch alle sehr überzeugt.
Leider leider nur:
4,5/10
Frank Castle
Habe den Film vor kurzem gesehen und empfinde ihn rückblickend doch als sehr gelungen. Zwar ist er von den drei bisher gesichteten, für den Oscar nominierten, Filmen die ich sehen konnte (Juno -> 8,5/10 , Abbitte -> 9-9,5/10) der klar schwächste, aber noch immer in sehr vielen Punkten ein enorm überdurchschnittlicher Film, dessen Oscarnominierung ich zwar vllt nicht ganz mittragen, aber doch zumindest akzeptieren kann.
Das herausragende Markenzeichen des Filmes sind seine Schauspieler und die exzellente Regieführung. George Clooney hat hier vllt die beste Rolle seiner Laufbahn erwischt, auf jeden Fall aber die kreditwürdigste und die prestigeträchtigste. Er spielt in jeder Situation gut bis hervorragend den Mann, der nicht genau weiß wo er steht, wo er stehen sollte.
Auf der einen Seite selbstsicher und vvlt schon arrogant, auf der anderen Seite aber auch geschafft durch die Umstände und durch, für ihn, unvorhersehbare Ereignisse.
Hervorragend agieren daneben Tom Wilkinson (dem der Oscar wohl wirklich nur aufgrund des enormen Buzzes für Javier Bardem entgangen ist) und auch die hier gescholtene Tilda Swinton. Sie verkörperte eine "typische" Oscarrolle und zwar immer engagiert und mit starkem Ausdruck. Man nimmt ihr die Verzweiflung und die Belastung ihrer Rolle immer ab, was wirklich zu den Meisterstücken der Schauspielkunst gehört.
Ein hervorragendes Beispiel für die unheimlich gelungene Regie bieten bereits die ersten Minuten, die zusammen mit Wilkinsons Text eine grandiose Gänsehautstimmung erzeugen. Und das mit den ersten Bildern, mit den ersten Zeilen! Das ist die wohl größte Leistung des gesamten Filmes, was aber auch nicht verwunderlich ist, denn meiner Meinung nach hat man mit diesem Beginn Perfektion erreicht.
In der Folge verpasst es der Film aber den Zuschauer weiter stark an sich zu binden, vor allem emotional. Die Story ist nicht unbedingt die, aus der Legenden sind, wenn ihr wisst was ich meine.
Erst ab der Hälfte werden die Bindung und die Intensität der Geschichte wieder sehr viel stärker. Die Geschichte wendet sich wieder etwas von den "großen Industrieverwicklungen" ab und richtet sich wieder mehr auf persönliche Dinge, was mit der zunehmend bedrohlicheren Atmosphäre den Film defintiv wieder stärkt.
Das größte Manko des Filmes ist die nur leicht überdurchschnittliche Thrillerstory, die, wie gesagt, es nicht erleichtert eine starke Bindung zu dem Film herzustellen.
Mit den Figuren gelingt das erheblich leichter.
Fazit: An sich nur leicht überdurchschnittlicher Thriller der aber durch enorm starke Schauspieler- und Regieleistungen und einem unauffälligen aber passenden Score überzeugen kann und alleine schon deswgen sehr sehenswert ist.
Empfehlenswert für alle die, die auch vor mehrheitlich sehr ruhig gehaltenen Thrillern nicht zurückschrecken.
7,5-8/10 Punkte
MadMax
Also ich fand den Film sehr Gut, hab mich schon vorher drauf eingestellt das es eher ruhiger zur sache werden wird. Der FIlm lebt von den grandiosen Darstellern allen voran Clonney der mal wieder eine Klasse Leistung abgibt, über den part von Tilda Swanton läßt sich schtreiten ob er wirklich Oscarwürdig war. Tom Wilkinson hat mir auch sehr gefallen, einfach klasse gespielt und das SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
sie ihn dann oder besser gesagt wie sie ihn umgebracht haben fand ich krass
SPOILER ENDE. Ein ruhiger Thriller mit top Darstellern
8,5/10
kane
sodalla. man ist einigermaßen gespannt - nicht zuletzt, weil mich tilda swintons oscargewinn eiskalt erwischt hat. man läuft sich warm mit einem blick in den thread hier... recht freundliche bewertungen. surft weiter zu rottentomatoes: sogar überschwenglich positive bewertungen da (aktuell 100% cream of the crop bzw 91% allgemein fresh!) - und fliegt eiskalt auf die nase. hab ich irgendwie nen anderen film gesehen?!
michael clayton ist für mich "
die firma meets
erin brockovich" - nur viel unspannender und viel unselbstironischer. die story war mir viel zu zerfahren, spielt auf viel zu vielen hochzeiten: neben dem eher typischen anwaltsplot, der mir allerdings sehr zusammengestöpselt aussah, noch die familienstory, die restaurantstory, die zweiter frühlingsstory etc - all das wird aber nur lauwarm aufgegossen und angerissen und wirkt auf mich recht plot hole-durchsetzt, auch wenn ich jetzt gerade nicht die muse habe, allzu intensiv meine zeit darauf zu verschwenden.
der spannungsaufbauch schlägt irgendwie völlig fehl. exemplarisch dafür erscheint mir der flashforward.
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
zu beginn fragt man sich was diese unfallstory soll, recht übel wirds dann, wenn clayton überaus unmotivert aus seinem auto steigt, um ein paar pferde anzustarren (hab dazu interessante symbolträchtige theorien im internet gelesen - die sind alle schön und gut, aber sind für den plot und als handlungsmotivation für clayton völlig unbrauchbar) und das mit ausufernden kameraschwenkern eingefangen werden muss, bleibt auch ungeklärt. später dann wird versucht eine hübsche kleine und vor allem spannungsgeladene, wenn auch viel zu langsame verfolgungsjagd aufzubauen - aber warum wurde das so in die länge gezogen? ist doch klar, dass nix passiert, bevor clayton nicht an den straßenrand fährt und die pferde anguckt
SPOILER ENDE
das einzige, was während dieser kaugummiszene recht positiv, wenn auch zurückhaltend auffällt - wie auch im ganzen film, ist der score.
die schauspielerischen leistungen fand ich ansändig. tom wilkinson ist wie immer exquisit. george clooney kann nicht immer herausragend spielen, macht seine sache aber durchaus gut. tilda swinton - ja, mei, ich liebe die frau, erinnert mich an eine alte freundin und ist mir deshalb schon sympathisch, aber schauspielerin kann sie natürlich auch und so wäre ich die erste, die ihr einen oscar selbst für diese rolle stellvertretend für ihr werk geben würde - aber halt nicht wenn cate blanchett so ne knock out-performance als bob dylan abliefert. außerdem ist swinton gut, aber so subtil, dass ich gar nicht begriffen hab, was sie mir mit ihrer subtilität eigentlich sagen wollte. dass da mehr dahinter steckte (stecken sollte?), kam bei mir an. nur nicht was.
joah. also alles in allem. routinierter thriller, der an sich keinem wehtut, aber schon zigmal da gewesen ist - und das besser. den hype soll mir mal bitte jemand erklären
Bimmler
Hatte ihn im Januar in einer Sneak gesehen, und wurde ganz gut Unterhalten Clooney in einer seiner besten Rollen. Meiner Meinung nach war die Nominierung OK. Tilda Swinton fand ich sehr stark in Michael Clayton ihre beste Rolle.
War ja vorher schon klar das es doch etwas ruhiger in diesem Film zur Sache geht, doch es passt zu 100%.
Guter Film den man alleine schon wegen tilda swinton sehen muss.
7,5/10