Das Streben nach Glück

chlis
Diesen Film habe ich mir gestern angesehen... und mir gefiel er ganz gut!

Was soll man sagen - "The Pursuit of Happyness" - es ist eine europäische Sicht (Gabriele Muccino ist ein Italiener, der sonst in Europa dreht und er hat auch seinen stark europäische Vorstellung in die Dreharbeiten einfliessen lassen) auf den "American Way of Life" - den berühmten Weg zum amerikanischen Traum. Chris Gardner hat wirklich eine Karriere vom Tellerwäscher bis zum Millionär hingelegt. Aber ich muss zugeben, dass ich mich auch vor dem Film und nach dem Film mich nicht mit der Persönlichkeit Gardners auseinandergesetzt habe.

Ich mag Will Smith und er hat eine gute schauspielerische Performance abgeliefert. Will spielte vor allem in der letzten paar Minuten einfach ergreifend SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
wo er die Mitteilung bekommt, dass er genommen wurde - die Tränen in den Augen, die Freude usw..)
SPOILER ENDE
Ebenfalls sein kleiner Sohn, Jaden Christopher Syre Smith machte seine Sache gut und er tat ja nichts anderes als süss kucken.. Aber er war wirklich süss zum anschauen, das Kind ist einfach zum Knuffen!!! *g*. Ebenfalls Thandie Newton machte ihre Sache gut.

Wobei ich als Schwachpunkt anmerken muss, dass er manchmal etwas zu langgezogen war und einige Wiederholungen drin waren. Ich dachte manchmal "hey, weiter im Text!" *lach*. Aber gross loben muss ich einfach das Zusammenspiel zwischen Will Smith & Jaden Christopher Syre Smith - die Chemie stimmte da einfach und es ist schön, den beiden zuzusehen.

Nichtdestotrotz lädt der Film ein, zum Überlegen, Mitfühlen und Nachdenken. Klar gibt es weitaus dramatischere Filme und anspruchsvollere. Aber dem Titel wurde der Film absolut gerecht, man sah einige Tiefpunkte und man konnte mit den Charakteren mitfühlen... Aber es ist nunmal so, dass in unserer Gesellschaft die Meinung herrscht, dass wenn man reich ist, auch glücklich ist.. Aber ob dies stimmt, sei nun mal dahingestellt. Jeder kann sich seine eigene Meinung darauf bilden smile .

Ich vergebe 7/10 Wege zum Glück!
kane
geht jetzt nicht nur speziell an tuni. hab die kritiken nur überflogen und tunis punkt rausgegriffen. vielleicht haben das noch andere angesprochen:

Zitat:
Original von tunikb
jedoch ist es fraglich ob man nur dann glücklich sein kann, wenn man reich ist. das ist irgendwie eine erschreckende botschaft die in die situation unserer gesellschaft leider zu gut passt.

diese botschaft mag erschreckend sein - ist aber nicht die des films. überleg mal (ich gebe zu, dein filmerlebnis ist jetzt schon länger her), was die letzte szene des films ist. die beiden ziehen nicht in ein großes protziges haus ein. natürlich gibts noch nen 5 zeiler, dass der echte chris gardener schließlich millionär wurde, um die "from diswasher to millionaire"-story noch deutlicher zu machen - im film aber nicht. natürlich wird "glück" bzw der traum vom glück im (nicht nur) diesem film in gesellschaftlichen statussymbolen übersetzt wie das große haus des ceo oder das schicke auto des stock brokers zu beginn. was man im kapitel "happyness" aber eigentlich sieht ist nicht geld, es ist "wow, endlich gibt mir jemand eine chance, wow endlich muss ich nicht mehr zur obdachlosenhilfe, wow endlich muss ich meinem sohn nicht mehr jeden noch so kleinen wunsch abschlagen, wow endlich komm ich aus dem riesenloch, in dem ich steckte raus" - und das muss nicht gleich ne villa sein, sondern vielleicht einfach mal wieder ne mietwohnung.

Zitat:
Original von tunikb
wer glücklich sein will, muss gut aussehen oder was erreichen.

definiere was erreichen - denn ganz klar, will ich auch was in meinem leben erreichen. wenn ich in 70 jahren immer noch an der selben stelle stehe, dann hätt ich das dumpfe gefühl, es irgendwie versemmelt zu haben. nur weil das generell die message des amerikanischen traums ist und der film nicht mit entsprechenden symbolen geizt, muss die grundidee noch lange nicht schlecht sein. ja, chris zieht sich selbst aus dem dreck und laut film tut er dasn nicht auf kosten anderer
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
(klar fliegen die anderen 19 raus, aber er war halt einfach der bessere und hat sie nicht irgendwie reingeritten).
SPOILER ENDE
er setzt sich ein ziel und setzt alles daran es zu erreichen. da die figur vor allem mit geldproblemen eingeführt wurde, ist es nur logisch, dass er sich das ziel setzt, sich von diesen geldproblemen zu befreien. würde sich der von geldproblemen geplagte protagonist das ziel setzen, seinen dad am anderen ende des landes zu finden, würde der film durchfallen - und das zurecht.


so dann mal zu mir. ich fand den film sehr bewegend. war sicher auch in der stimmung, bewegt werden zu wollen. und daher fand ich ihn jetzt nicht sooo schlecht. klar, kein meisterwerk, aber kann man anschauen.
handwerklich gibts sicher größere schnitzer. die misere wird wieder- und wiederholt vergrößert, schließlich auf kosten anderer handlungselemente. wie die mutter das feld räumt fand ich etwas hahnebüchern, aber man musste sie einerseits schnell loswerden, andererseits nicht zu biestig darstellen, sonst hätte ich da gleich ne klage kommen sehen. auch das ewige diesen ollen boxen hinterherrennen fand ich auf die dauer recht nervig und auch irgendwie hahnebüchen. was stellen die diebe damit an? selbst wenn sie es nicht schaffen, das ding zu versetzen, rennen sie trotzdem munter mit dem ding durch die straßen und ständig chris vor die augen.
auch will / kann ich nicht so ganz glauben, dass chris überhaupt keine freunde hat - außer diesem menschen, der ihn da von a nach b fährt, wenn man den überhaupt als freund bezeichnen will. keine eltern. kein gar nix.
mir persönlich wird zu sehr auf die misere konzentriert, wie er es eigentlich schafft, seine chefs von sich zu überzeugen (nicht das ich hier nen "how to do..."-plan erwarte), wird in einzelnen episoden fast nur im vorbeigehen geschildert.
als studentin der amerikanistik interessieren mich diese "from dishwasher to millionaire"-stories, die ideologie, die dahinter steckt, und die bedeutung, die sie in der amerikanischen gesellschaft haben (gerade zu diesem zeitpunkt?), einfach total. dass der film auf jemanden, der gegen amerikanische flaggen emotional imun ist, wie der rest der welt außerhalb der usa, eher wie heiße luft wirkt, wundert mich nicht. hier wird deutlich mehr auf emotion als auf story gesetzt und bei demjenigen, bei dem die emotion nicht ankommt, hat der film natürlich einen schweren stand.