@Lou
ach, damit leute von heute den film auch ertragen können, erbarmt sich hollywood und dreht ein remake. na toll.
was ich damit sagen wollte, dass man einen älteren film nicht nach heutigen maßstäben beurteilen kann, geht ein wenig in richtung der frage „was ist ein cineast?“ (siehe dazu meinen kommentar im
Ist man ein Filmfreak, wenn man die besten Hollywoodfilme hasst?-thread). meiner meinung nach sollte selbiger in der lage sein, filme auch in ihrer zeit und nicht nur aus heutiger sicht beurteilen zu können und sich um eine gewisse objektivität bemühen. wenn er einen film persönlich nicht mag, ist das absolut kein problem (beim thema filmvergnügen hab ich auch ein eher gespaltenes verhältnis zu hitchcock), aber er sollte trotzdem versuchen, seine vorzüge anzuerkennen (...aber hitchcock ist einfach der
master of suspense. auch wenn ich heute nicht bei seinen filmen vor angst hinter der couch verschwinde, ist es grandios, wie er mittel einsetzt, um handlung und spannung aufzubauen. das mag bei uns heutzutage nicht mehr die selben reaktionen und gefühle auslösen wie damals, aber das ergebnis, wie er spannung erzeugte, ist immer noch sichtbar)
nur weil sich heutige geschmäcker geändert haben, ist das noch lange keine hinreichende begründung, um hitchcock mit einem xx millionen dollar-projekt nachzuahmen oder gar ernsthaft versuchen zu wollen, ihn zu verbessern (denn wenn ich ein ernsthaft an kunst interessierter und nicht nur profitgeiler regisseur wäre, dann müsste ich doch den wunsch hegen, dass jeder meiner filme so gut wie möglich ist).
mal angenommen jemand würde
vertigo neu verfilmen. die „schwindel“-szene ließe sich heute mit sicherheit ja viel besser darstellen. na und? sie ist ein klassiker, auch wenn -vielleicht sogar gerade weil- es heute besser ginge.
wir sehen ja heute auch viel lieber farbfilme, warum also nicht
citizen kane in den farbtopf schmeißen?! ich erwähne dieses beispiel, weil hierzu sogar orson welles’ reaktion überliefert ist:
"keep ted turner and his goddamned crayolas away from my movie."
filme haben eine seele und diese wird durch unrühmliche remakes, sequels oder nachbearbeitungen beschädigt. das mag sich sehr blumig anhören, aber ich frage noch mal: worin läge der sinn -oder gar wert- eines solchen films?