The Life and Death of Peter Sellers

Data
Ich bin geschockt, zu sehen, dass es zu diesem Film noch keinen Thread gibt.

The Life and Death of Peter Sellers

Ich bin ein großer Peter Sellers Fan, und freue mich auf diesen Film.
Denn er zeigt das Leben eines Mannes, den wir alle als großartigen Schauspieler und begnadeten Komiker kennen, der im wahren Leben allerdings ein rücksichtsloser, Frauen-schlagender und auch sonst ein recht unangenehmer Zeitgenosse war.

Eine wirklich ergreifende Biografie, großartig gespielt von Geoffry Rush ("Pirates of the Carribean") und genial verfilmt.

Ich werde ihn mir auf jeden Fall ansehen - den Film, über den Mann mit den tausend Geichtern!
Blonder
Bin auch ein sehr großer Fan von Peter sellers, aber irgendwie interessiert mich die Biographie nicht so sehr. Er war wohl ein ziemliches Scheusal im wahren Leben. Naja vielleicht schau ich sie mir doch an

Kinostart ist übrigens der 28 April

kane
dat wird sicher was! obwohl ichs mit biopics nicht so hab (letzter tiefflieger... aviator Augen rollen ) , interessiert mich dieser film sehr.
finde, geoffrey rush sieht peter sellers auf manchen photos erschreckend ähnlich, haben sie gut hinbekommen.
Blonder
Auf der 40th Anniversary Limited Edition von Dr seltsam sind auch sehr interessante Dokus über Mr sellers enthalten. In Best Sellers und Peter Sellers und Dr. Seltsam erfährt man auch einiges über den Menschen Sellers.
Data
Lange, lange hats gedauert, aber für den Kinobesuch hat es mir seinerzeit nicht gereicht und die DVD war mir bisher immer zu teuer ... aber "The Life and Death of Peter Sellers" habe ich mir vor kurzem endlich für einen super Preis von ca. 8 € bei Amazon.de bestellen können (ist mittlerweile schon wieder auf ca. 16 € gestiegen) und hab ihn mir gestern abend dann auch angesehen. Und gelohnt hat sich die Warterei auf alle Fälle!

Wie ich oben schon geschrieben habe, bin ich ohnehin ein großer Fan von Peter Sellers. Ein begandeter Komiker und Schauspieler ist er gewesen ... jedoch auch ein Mann von tiefer innerer Zerrissenheit, der nie so recht gewusst hatte, wer er selber war. Er benahm sich daher auch dementsprechend und gilt auch bis heute als einer der schwierigsten und unberechenbarsten Schauspieler, die je gelebt haben. Ständige Wutausbrüche brachten ihn dazu, die Spielzeuge seiner Kinder zu zertreten, eine Ehe nach der anderen einzugehen und auch im wahren Leben nicht aus seinem Verkleidungswahn herauszukommen und immer wieder in andere Rollen zu schlüpfen. Oft weigerte er sich sogar, Inteviews ohne Kostüme zu geben.

Dargestellt wird Sellers in diesem Film von Goeffrey Rush und wenn man bisher der Ansicht war, dass ein Mensch wie Peter Sellers von niemanden authentisch gespielt werden könne, dann ist es spätestens nach diesem Film Zeit, seine Meinung zu revidieren. Denn die Autenzität und Eindringlichkeit, mit der Rush Sellers verkörpert, ist nicht nur optisch sonder vor allem auch schauspielerisch erschreckend groß. Das merkt man vor allem dann, wenn Rush in diverse Sellers Rollen wie Inspector Closeau oder Dr. Seltsam schlüpft und diese in tadelloser Perfektion nachahmt. Vielleicht sei an dieser Stelle noch der englische Originalton empfohlen (sowohl von jeweils Originalfilm als auch von "The Life and Death of Peter Sellers"), da gerade hier die Stimmennachahmung beinahe schon kongenial ist.

Die Erzählweise des Films ist in soweit auch interessant aufgebaut: Denn wie Peter Sellers einmal selbst gesagt hat, existiert er nicht. Er ist nur dann da, wenn er sich verkleiden und in andere Rollen schlüpfen kann. Und nur in diesem Zustand könne er sich selber auch beschreiben. Was die Autoren und Regisseur Stephen Hopkins also gemacht haben, war folgendes: Man hat Geoffrey Rush als Peter Sellers in besonders wichtige Rollen aus seinem näheren Familien- bzw. "Freundes"-Kreis schlüpfen lassen (wie z. B. seine ersten Frau Anne Sellers oder seine Mutter Pat) und ihn bestimmte Situationen durch die Augen anderer beschreiben lassen. Das mag Anfangs wirklich ungewohnt wirken und hört sich, wenn man das so erzählt, vielleicht sogar recht lächerlich an. Aber spätestens wenn er als seine erste Frau Anne Sellers verkleidet dasitzt und die Szene, in der sie ihn verlässt, so umsynchronisiert, dass die Ehe doch noch einen glücklichen Verlauf nimmt, fühlt man mit Sellers mit und zwar auf so eine emotionale Weise, dass man zum ersten mal im Film richtig Sympathie und Mitleid für ihn empfindet. Diese Szene zeigt wie vielleicht keine andere im Film, welchen inneren Kampf dieser Mann zu führen hatte und wie sehr er sich selber und seine Art verabscheute.
Auch hier darf man sagen, dass es wohl nur wenig anderere neben Goeffrey Rush gegeben hätte, die dieses Szenario, so lächerlich es auch anmuten mag, so ehrlich und seriös rüber gebracht hätten.

Ganz besonders interessant war für mich die Hassliebe zwischen ihm und Starregisseur Blake Edwards. Ob die beiden nun wirklich Freunde waren oder nicht, kann Edwards selber bis heute nicht sagen. Zwar arbeiteten sie doch stolze 6 mal miteinander, aber der berühmt-berüchtigte Konkurrenzkampf, den sie sich lieferten und der vor allem durch Sellers Sticheleien in der Öffentlichkeit oft ausartete, machte die Beziehung der beiden zueinander zu einer der am heißesten diskutierten der Filmgeschichte.

Der Aufbau der Story ist in meinen Augen ebenfalls gelungen. Man hätte zwar so viel mehr über Sellers Leben erzählen können (z. B. wurde seine dritte Ehe, die ebenfalls nicht wirklich glücklich verlief, noch nichtmal angesprochen; Oder auch seine Drogenprobleme wurden leider nur am Rande behandelt), aber letztlich hat man in die zwei Stunden Laufzeit so viel Informationen und Lebensabschnitte reingepackt, wie man erzählerisch konnte, um den Film nicht wie eine bloße Aneinanderreihung von Szenen erscheinen lassen zu müssen.

Alles in allem kann ich diesen Film vor allem jedem Cineasten und jedem Peter Sellers-Fan ans Herz legen. Man bekommt zwar nicht wirklich viel neues Wissen über das schwierige Leben dieser Schauspielikone geboten, das man nicht bereits im Internet oder diversen Biographien lachlesen konnte, aber das, was da ist, wird auf jeden Fall interessant, fesselnd und authentisch wiedergegeben. Das sich diese Biographie auch als solche anfühlt, ist klar. Leute, die noch nie was von Peter Sellers gehört haben, können mit dem Film wohl auch nur wenig anfangen. Vor allem mit den vielen Anspielungen auf seine grundverschiedenen Filme dürften wohl nur Kenner was anfangen können. Aber gerade für diese ist dieser Film wohl auch gedacht. An mir zumindest sind diese 120 Minunten vorbei gegangen, wie im Flug und wegen mir hätte er ruhig nochmal so lange gehen können. Wird bestimmt nicht jedem gefallen, gerade weil Sellers ein so schwieriger Mensch war, der ein so bizarres und teils auch widersprüchliches Leben geführt hat. Daher ist die Story keine einfache und der Film auch nicht leicht verdaulich; bestimmte Szenen gehen mir persönlich auch jetzt noch nicht so recht runter.

Wer aber auf Filmhistorik steht, großartige Schauspieler wie Goeffrey Rush, Charlize Theron oder John Lithgow in Bestform erleben will und wer Peter Sellers Fan ist, der ist hier auf jeden Fall super aufgehoben.
Wie gesagt, wird mit Sicherheit nicht jedem gefallen. Aber von meiner Seite aus gibts ne ganz klare Empfehlung zum Ansehen.
Der siebte Samurai
Hab mir den Film jetzt auch mal angesehen . Also ich bin im Grunde zufrieden - war ein sehenswerter Film - aber es wäre doch schon noch in ein paar Punkten besser gegangen . Geofrey Rush hat das schon klasse gespielt , aber er wirkte manchmal so , als würde er nicht genug aus sich raus gehen - kam mir zumindest so vor - aber solide gespielt war es allemal . Sonst gabs noch ein paar Punkte wie die etwas langweilige Atmo - hätte ein anderer Regiseur sicher besser hingekriegt - aber an und für sich war der Film schon ok . Das Drehbuch war auf jeden Fall ziemlich gut mit netten Ideen und wusste zu unterhalten . Der Film erinnerte mich zeitweise an einen Fellini - zum Beispiel als die Figuren in Form von Rush einfach am Filmset herumgingen und in die Kamera erzählten - das war schon ne witzige Idee .
Alles in allem nicht ganz das was ich mir vorgestellt hatte , aber auf jeden Fall kein Fehlkauf - Ich war heut auch irgendwie nicht in Filmlaune - vieleicht gefällt er mir beim zweiten Mal etwas besser - daweil geb ich ihm

8/10 Pkt.
TG@Home
Ich bin überrascht.
Ich wusste vorher nicht, dass dieser Komiker im privaten Leben so manisch psychopatisch war.

Zwar ist Life & Death of Peter Sellers der bisher "schwächste" Biographie-Film, den ich gesehen habe, doch das soll nichts heißen.
Geoffrey Rush kannte ich bisher nur aus Fluch der Karibik und Elizabeth. Ich finde, in diesem Film ist er kaum wieder zu erkennen. Diese Wandelbarkeit zeichnet doch einen Schauspieler aus. Sehr gut.
Hinzukamen diese unkonventionellen Szenen wie beispielsweise SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
das Intro, die Szene als Seller auf seine Rollen trifft oder als Rush auf einmal die Rollen von Sellers Mutter oder Blake Edwards übernahm und somit die Geschehnisse entsprechend kommentierte.
SPOILER ENDE


8/10 Punkten