Blonder
Das Meer in mir
Kinostart: 10.03.2005
Drama - Spanien/Frankreich/Italien. 2004
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 126 Min. - Verleih: Tobis
offizielle Homepage mit Trailer
Regie: Alejandro Amenábar
Drehbuch: Alejandro Amenábar
Schauspieler: Javier Bardem (Ramón), Celso Bugallo (Bruder José), Belén Rueda (Rechtsanwältin Julia), Mabel Rivera (Schwägerin Manuela), Lola Dueñas (Rosa), Tamar Novas (Neffe Javi), Clara Segura (Gené), Francesc Garrido (Marc), Joan Dalmau (Vater), José M. Pou (Vater Francisco)
Seit einem Tauchunfall im Alter von 25 Jahren ist Ramón Sampedro (Javier Bardem) vom Hals abwärts gelähmt und auf ständige Hilfe durch Freunde, Verwandte und Maschinen angewiesen. Für Ramon, einst ein begeisterter Sportler und Seefahrer, ist das kein Zustand. Lieber möchte er bewusst sterben, als in einem Leben ohne Freude dahin zu vegetieren. Gemeinsam mit der Anwältin Gené (Clara Segura) streitet er für sein Recht auf den Tod, weckt das Interesse der Medien und ist auch durch die aufrichtige Liebe einer Frau nicht von seinem Entschluss abzubringen.
Hochsensibel näherte sich der spanische Regisseur Alejandro Amenábar (THE OTHERS) diesem brisanten Thema und schildert die ergreifende Geschichte eines Menschen, der seine Lebensform in totaler Abhängigkeit als würdelos empfand. Er entwirft dabei ein eindringliches Plädoyer für Freiheit und Gerechtigkeit. Mit Javier Bardem (BEFORE NIGHT FALLS), einem Schauspieler, der bereits in vielen Rollen seine außergewöhnliche Begabung für Charaktere in extremen Situationen beweisen konnte, fand Amenábar einen kongenialen Darsteller seiner Visionen für einen Film in luziden und schmerzhaft klaren Bildern. DAS MEER IN MIR ist ein Film, der gleichzeitig lachen und weinen lässt, wie es nur Meisterwerke können.
Nachdem das ergreifende Drama DAS MEER IN MIR bereits in Europa mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde (u.a. beim Film Festival von Venedig und beim Europäischen Filmpreis), erreichte den Film nun auch der Ruf der berühmten Hollywood Film Academy: DAS MEER IN MIR gewann den Oscar als Bester Fremdsprachiger Film.
Der Film DAS MEER IN MIR beruht auf dem authentischen Fall des Spaniers Ramón Sampedro. Nach einem Badeunfall vom Hals ab gelähmt, kämpfte er öffentlich für das Recht auf einen selbstbestimmten Tod. Nicht nur sein couragierter Feldzug bis vor das oberste spanische Gericht, sondern auch sein 1996 erschienenes Buch „Cartas desde el infierno“ (Briefe aus der Hölle), eine Sammlung persönlicher Briefe, Petitionen und Eingaben, lösten in seiner Heimat und über die Landesgrenzen hinweg kontroverse Diskussionen um die Sterbehilfe aus.
"Ich bin ins Leben verliebt. Deshalb will ich etwas besseres" (Ramón Sampedro).
Da kommt ein sehr interessanter Film auf uns zu. Das Thema Sterbehilfe ist ja in seiner Brisanz kaum zu übertreffen. Ich hoffe der Film findet den Weg in ein Kino in meiner Nähe.
Selina
Auf diesen Film freu ich mich sehr. Den Hauptdarsteller kenn ich aus dem Film: "Montags unter der Sonne" und da hat er genial gespielt. Ich war sehr begeistert, von seiner Art der Darstellung. Schon allein wegen ihm, muss ich diesen Film sehen. Hoffentlich läuft der in meiner Stadt
dakeyras7
Einer der Filme auf die ich gar nicht mehr warten kann.
Hatte vor ein paar Wochen den Trailer gesehen und wa so was von angetan. Den werde ich auf keinen Fall verpassen.
Blade
Auf diesen Film freue ich mich auch! Gegen "Untergang" zu gewinnen ist schon etwas. Allerdings läuft der Film nicht in meiner Nähe, also muss ich mich bis zum DVD-Release gedulden. Ich hoffe das Warten lohnt sich!
tunikb
So wie ich mitbekommen habe läuft der Film leider auch nicht in meiner Stadt, deswegen werde ich mich auch gedulden müssen. Das ist echt ne Schande hier in Fulda zu wohnen, die guten Filme bekommt man alle nicht mit und den Mainstream-müll kriegen wir en masse serviert. Ich habs wirklich langsam satt.
Der Film scheint wirklich geil zu werden, ich bin sehr gespannt hört sich alles sehr gut an !
Blonder
Habe den Film gestern endlich gesehen und kann ihn nur weiter empfehlen. Der Film hat zurecht den Oscar erhalten. Die Geschichte über den behinderten Ramón Sampedro geht einem wirklich zu Herzen und man gerät in einen Zwiespalt mit sich selbst, wenn es um den Freitod von ihm geht. Man fühlt mit ihm und versteht seine Gründe aber gleichzeitig versteht man auch seine Verwandten und Freunde, die ihn nicht verlieren wollen. Ramon wird wirklich perfekt von Javier Bardem dargestellt. Ein trauriger, lustiger aber auch sehr nachdenklicher Film.
9/10 Punkten
MKatrix
kann ich nur zustimmen hammer film
werde ich mir auf dvd holen !
man kann sich denn ja auch ohne kino anschauen : D siehe
tip - info
FallinPearl
Ein ruhiger, intensiver Film über das Leben und den Tod!
Javier möchte sterben, die Art mit welcher Natürlichkeit und ohne Angst dieser Wunsch dargestellt wird, wie seine Familie und seine Geliebte darauf reagieren, hat mich fasziniert.
Einige besondere Szenen SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
wo Javier plötzlich aufsteht und zum Fenster rausfliegt, zu seiner Traumreise zum Meer! Ich war erst total baff: Wie, der kann doch laufen??? und dann total fasziniert über diese Flugszene bis zum Meer.
Dann, wo er seine Julia im Traum am Meer trifft, war so wunderschön gemacht!
SPOILER ENDE
Auch die Gedanken zum Thema Sterbehilfe waren interessant:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber was, wenn man selbst durch eine Krankheit seine Würde verloren hat? Ist dann der Wunsch zu sterben gerechtfertigt?
Wenn der eigene Selbstmordversuch misslingt, wird man nicht strafrechtlich verfolgt. Aber, wenn dir jemand dabei helfen soll, drohen höchste Strafen!
Ein sehr bemerkenswerter Film, der das Thema Sterbehilfe sensibel, aber selbstbewusst betrachtet!
9,5/10 Punkten
kane
ich sags mal gleich vorne weg:
SPOILER ZU DAS MEER IN MIR UND MILLION DOLLAR BABY
nun denn. habe den film inzwischen zum zweiten mal gesehen. wie man in diesem thread leicht bemerken kann, war es mir nach dem ersten mal nicht mal möglich, ein paar worte dazu zu schreiben. nicht weil er mir nicht gefallen hätte – ganz im gegenteil, beim ersten, wie auch beim zweiten mal. aber er hat mich doch recht mitgenommen. ein überaus gelungener, aber unglaublich schmerzhafter film. wenn man mich zwingen würde, einen kleinen minuspunkt zu benennen, dann ist es vielleicht der score – einfach weil er sich für mich mehr nach schottland, als nach spanien anhört, aber was soll’s, wunderschön ist er trotzdem!
was soll man über amenábar sagen? er hat’s einfach drauf! öffne die augen war gut, wenn auch nicht ganz mein fall, the others schon grandios, aber nun eben auch das meer in mir. es ist ganz wunderbar, wie der film die figuren in ihren jeweiligen situationen, ihren jeweiligen beweggründen und interessen, ihren entwicklungen
beleuchtet, parallelisiert und kontrastiert
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
(hier vielleicht ein klitzekleiner abstrich: ich fand es schon sehr interessant, wie julia von ihrem versprechen, ramón zu helfen, doch wieder absprang, auch wenn ihre beweggründe etwas arg im dunkeln bleiben, wohingegen rosa plötzlich das verständnis zeigt, dass liebe manchmal auch abschied bedeutet, obwohl sie davor als nicht ganz hell dargestellt wurde – erscheint mir nicht ganz aus einem guss, aber der film muss nun eben zu ende gebracht werden und so rum wars doch viel interessanter, als wenn die frauen es andersrum gemacht hätten.)
SPOILER ENDE
und sich intensiv mit dem thema der
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
sterbehilfe
SPOILER ENDE
auseinandersetzt. (hier drängt sich der vergleich zu million dollar baby natürlich einfach auf, nicht zuletzt da beide ihren großen auftritt bei den oscars 2005 hatten und da muss ich leider sagen, so gut eastwoods baby auch war, in das meer in mir findet er für mich doch seinen meister. beide filme mögen recht nah am wasser gebaut sein, das will ich gar nicht abstreiten, aber an der behandlung vom thema
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
sterbehilfe
SPOILER ENDE
in das meer in mir wird einfach deutlich, wie sehr million dollar baby das thema nur ins spiel bringt,
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
um die tragödie noch tragischer erscheinen zu lassen.)
SPOILER ENDE
ps. wer ist jamie foxx? das gesamte das meer in mir-ensemble ist der wahnsinn, aber was bardem da abliefert, ist unbeschreiblich und hätte min-des-tens ne nominierung verdient gehabt.
pps. eine der traurigsten szenen meines filmfandaseins:
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
ramóns abschied von seiner familie (die überhaupt fast übermenschlich hinter ihm stand) und als javi dann dem auto hinterher läuft, das fand ich dann doch ganz schön heftig.
SPOILER ENDE
goodspeed
Alejandro Amenabar ist ein Genie unserer Zeit, anders kann ichs nicht ausdrücken. Das vorweg.
Habe den Film nun zum ersten mal gesehen und bin zu tiefst erschüttert und begeistert zugleich. Von der Feinfühligkeit des Films, seiner offenen Art, von Javiers Spiel, seinem Aussehen, seiner Leidenschaft, von Amenabars grenzenlosem Talent für Dramatik, Emotionen, ausgeklügelter und wirklich, WIRKLICH hinreissender Inszenierung. Er inszeniert wie er schreibt und schreibt mit solch einem Verständnis für seine Charaktere und Geschichte. Man kann sich seinem Sog nicht entziehen. Dazu hat er noch die Musik gemacht die nicht bloss aus einigen Tonleitern besteht sondern tiefste Emotionen auslöst. Die Musik besitzt einerseits durch ihre irische volktümliche Art lebensbejahende Eigenschaften und der Film verliert diese nie. Trotzdem versteht sich der autodidaktische Komponist auch auf ernste Töne und dies stürzt den Zuschauer einige mal in eine emotionale Achterbahnfahrt.
Ein Film über Sterbehilfe für Sterbehilfe? Kaum, denn dann würde dem Film die Glaubwürdigkeit fehlen. Der Film lässt alle Parteien mehrmals zu Wort kommen und so kann und muss der Zuschauer selbst entscheiden ob er Ramons Wunsch billigt. Besser, ob er ihn dabei unterstützt und letztendlich verzeiht.
"No Country For Old Men" in Ehren, aber Bardem braucht nach einer solchen Darstellung wie in "Mar Adentro" keine Anerkennung in Form einer glänzenden Plakette. Er rührt als Ramon die Menschen zu Tränen und die Leute werden ihm dafür ewig dankbar sein. Mehr kann ein Schauspieler nicht erlangen.
Ich hab bei der einen bestimmten Szene, kane hat sie schon erwähnt, Tränen vergossen und das nicht bloss wegen Bardem, sondern weil das Gefühl vom Film zum Zuschauer einfach perfekt vermittelt wurde. Ich denke dass die wenigsten von uns eine solche Situation miterleben mussten, dennoch schafft es Amenabar zusammen mit dem Cast den Zuschauer direkt in die Gefühlslage der Angehörigen zu versetzten. Ich sags nochmals, Amenabar ist unglaublich.
Ich kannte bislang nur "The Others" von Amenabar und scheinbar war dieser nette Film kein Massstab für Amenabars Fähigkeiten. "Abre los ojos" wird noch diese Woche nachgeholt und ich sehe schon jetzt wie ich "Vanilla Sky" verfluchen werde.
Zu tiefst erschütterte und trotzdem für Film und Filmerfahrung dankbare 10/10 Anerkennungsschreiben
(Spielberg ist einer der Vorbilder von Amenabar und nach "Mar Adentro" bekam er einen persönlichen Gratulationsbrief von dem Starregisseur. Zu recht!

)
MadMax
@goodspeed
Schöne Kritik, seh ich genauso. Hab den Film vor kurzem in der Glotze gesehen und er war einfach wunderbar, tolle Schauspieler, traurige Geschichte und schöne Musik.
10/10
Scylla
Ein wunderschöner Film,kann ich auch nur empfehlen .
10/10