Delphi
2046
Story: Er war ein Autor und schrieb über die Zukunft, um herauszufinden, dass es die Vergangenheit war. In seinem Buch fährt hin und wieder ein Zug in das Jahr 2046. Jeder der dorthin fuhr hatte die selbe Absicht: Die verlorenen Erinnerungen wieder zu bekommen. Es wurde gesagt, dass im Jahr 2046 sich nichts verändert. Niemand wußte, ob all diese Befürchtungen wahr sind, denn es ist nie jemand zurück gekommen... bis auf einen, er war dort, er wählte 2046 zu verlassen und wollte sich ändern...
China/Hongkong 2004
Deutschlandstart: 13.01.2005
Laufzeit: 127 Minuten
Regie und Drehbuch: Wong Kar Wai
Hat schon jemand etwas darüber Gelesen ?, was haltet ihr von 2046 ?.
Soljah
Für mich persönlich eins der Highlights 2005!
Freu mich schon seit langem auf den Film.
quarker
also wenn es meine zeit zugelassen hätte bisher hätte ich ihn schon gesehen
habe seit 4 wochen die china dvd daheim liegen, den dort kam er schon lange raus
will aber erst noch den vorgänger wieder sehen, in the mood for love.
aber 2046 wird wohl echt einer der highlights für mich 2005, da geb ich euch recht
Baldur
So, dann will ich euch mal mit Infos füttern. Scheint ja doch einige zu interessieren der Film.
BESETZUNG
Chow Mo-Wan TONY LEUNG
Su Li Zhen GONG LI
Tak TAKUYA KIMURA
Wang Jing Wen / wjw1967 FAYE WONG
Bai Ling ZHANG ZIYI
Lulu / Mimi CARINA LAU
cc1966 CHANG CHEN
Ah Ping SIU PING-LAM
Mr. Wang / Train Captain WANG SUM
Unter besonderer Mitwirkung von
slz1960 MAGGIE CHEUNG
Bird THONGCHAI MCINTYRE (“Bird”)
Wang Jie Wen DONG JIE
STAB
Produktion/Regie/Drehbuch WONG KAR WAI
Producer CHAN YE-CHENG, REN ZHONGLUN
Executive Producers ERIC HEUMANN, REN ZHONGLUN, ZHU YONGDE
Ko-Produzenten JACKY PANG YEE-WAH, ZHUO WU
Associate Producers ZHONG ZHENG, FU WENXIA, LI XIAOJUN
Herstellungsleitung ALICE CHAN
Produktionsdesign, Schnitt WILLIAM CHANG
Ausstattung ALFRED YAU WAI-MING
Kamera CHRISTOPHER DOYLE, LAI YIU-FAI, KWAN PUN-LEUNG
Beleuchtung WONG CHI-MING
Originalmusik PEER RABEN, SHIGERU UMEBAYASHI
Zitierter Autor LAU YI-CHI
Schnitt WILLIAM CHANG
Ton CLAUDE LETESSIER
Produktion PARADIS FILMS, ORLY FILMS, BLOCK 2 PICTURES Inc.
In Zusammenarbeit mit ARTE FRANCE CINEMA, FRANCE 3 CINEMA, ZDF/ARTE
SYNOPSIS
Hongkong 1966: Der Schriftsteller Chow schreibt in seinem Hotelzimmer an einem Science-Fiction-Roman. Je weiter er seine fiktive, in der Zukunft spielende Liebesgeschichte vorantreibt, desto tiefer taucht er auch in einen Strudel von Erinnerungen an eigene Liebesaffären ein. Vor seinem inneren Auge treten die drei Frauen noch einmal auf, die für ihn wichtig waren. Jede hat ihre unauslöschliche Spur in seiner Seele hinterlassen, doch vor allem die Gedanken an seine einzige wirkliche, unerfüllt gebliebene Liebe verfolgen ihn. In seinem Kopf entsteht ein geheimnisvoller, faszinierend schillernder Bilderreigen, ein Sog aus schönen und traurigen Gefühlen, geheimen Sehnsüchten und wilden Leidenschaften. Und bald wird klar, dass Phantasie und sehnsuchtsvolle Erinnerungen untrennbar miteinander verbunden sind...
WONG KAR WAI ÜBER SEINEN FILM
Wir alle brauchen einen Ort, an dem wir bestimmte Erinnerungen, Gedanken, Impulse, Hoffnungen und Träume aufbewahren oder gar verstecken können. Diese sind Teil unseres Lebens; wir finden keine Lösung für sie und können keinen aktiven Einfluss auf sie nehmen, aber zugleich fürchten wir uns davor, sie über Bord zu werfen. Für manche Menschen ist dieser Ort physisch real, für andere ist es ein mentaler Raum, für eine kleinere Anzahl von Menschen weder das eine noch das andere.
„2046“ ist ein Projekt, das ich schon vor langer Zeit begonnen habe. Der Weg, auf dem dieser Film entstanden ist, war ereignisreich. Es hat lange gedauert, bis er fertig gestellt werden konnte. Nun ist es ebenso schwer, sich von ihm zu trennen, wie es schwer fällt, sich von Erinnerungen zu verabschieden, die man zärtlich liebt.
DIE MUSIK
WONG KAR-WAI ZUR MUSIK IN ‚2046’
Die musikalischen Auszüge folgen einer zyklischen Struktur – wie auch das Erinnern und das Vergessen. Einzelne Fragmente können von einem Film zum anderen wieder auftauchen, aber wie Züge, die auf Schienen dahinfahren, laden sie immer wieder zu derselben Reise ein. Die Teile vermischen sich miteinander, den vorhergehenden werden neue Eindrücke hinzugefügt, ohne dass die alten vollständig verblassen.
Wong Kar Wai
SHIGERU UMEBAYASHI – Originalmusik
Shigeru Umebayashis Karriere als professioneller Musiker begann, als er die New Wave-Rockband „EX“ in den frühen 1980er Jahren in Japan zum Starruhm führte. Als die Gruppe sich im Jahr 1985 auflöste, wandte er sich der Filmmusik zu. Seither konnte man seine Musik auf den Soundtracks von Filmen wie Morita Yoshimitsus „And Then …“ (1985), „All Under the Moon – Wo liegt der Mond“ (1993), Tony Aus „The Christ of Nanjing” (1995) und Zhang Yimous neuem Film „House of Flying Daggers” (2004) hören. Auch zu Wong Kar Wais „In the Mood for Love” (2000) schrieb er die Filmmusik.
PEER RABEN – Originalmusik
Peer Raben begann in den 1960er Jahren seine Zusammenarbeit mit der deutschen Regie-Legende Rainer Werner Fassbinder; zunächst in einer freien Theatergruppe, dem „Action Theater“. Später schrieb er die Filmmusiken zu fast allen Fassbinder-Filmen. Seine Musik und seine Arrangements waren u.a. zu hören in „Liebe ist kälter als der Tod“ (1969), „Warnung vor einer heiligen Nutte“ (1971), „Die Ehe der Maria Braun“ (1979), „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ (1982) und „Querelle – Ein Pakt mit dem Teufel“ (1982). Ferner schrieb er u. a. die Filmmusiken zu Robert van Ackerens „Die Venusfalle“ (1988) und „Die wahre Geschichte von Männern und Frauen“ (1992), sowie zu Doris Dörries „Happy Birthday, Türke“ (1992) und Daniel Schmids „Zwischensaison“ (1992). 1980 wurde Raben für die Musik zu van Ackerens Film „Die Reinheit des Herzens“ für das „Filmband in Gold“ nominiert. 2003 ehrten die Berliner Filmfestspiele ihn mit der Berlinale Kamera für seine besonderen Verdienste um den deutschen Film. Er komponierte die Fanfare, die seit über dreißig Jahren die Screenings der Berlinale einleitet.
MUSIKALISCHE UND EMOTIONALE REISEN
Zur Musik in Wong Kar Wais ‚2046’
Wie schon bei seinem letzten Film ist Shigeru Umebayashi auch diesmal wieder für das musikalische Hauptthema und seine Variationen verantwortlich; diesmal speist die Filmmusik sich jedoch aus den unterschiedlichsten Quellen und Inspirationen. Wiederkehrende Motive – wie zum Beispiel der Belcanto, lateinamerikanische Tänze aus den Nachtclubs der 1920er Jahre oder rein instrumentale Solos – dienen nicht nur dazu, die Figuren dieser Geschichte zu charakterisieren. Sie unterstreichen auch ein Gefühl des Verlusts, das in diesen nächtlichen Szenen von Hongkong und Singapur dominiert, und akzentuieren die Liebesgeschichten, die von Versprechen und von Verrat erzählen. Darüber hinaus bringt die Musik das schreckliche Gefühl der Leere zur Geltung, das uns im Niedergang des sagenumwobenen Shanghai der Zeit vor 1949 anweht. Das Vergehen der Zeit wird durch die regelmäßig wiederkehrenden Weihnachtsfeste markiert, die vom beruhigenden, weichen Gesang Nat King Coles begleitet werden.
Tony Leung (Chow Mo-Wan) tritt diesmal als ein Schriftsteller in Erscheinung, der von der Hand in den Mund lebt und wenig salonfähige Texte schreibt – ganz im Gegensatz zu dem ambitionierten Autor und fast treuen Ehemann, den er in „In the Mood for Love“ gab. Die drei Frauen in „2046“ gehören der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft an. Gong Li, die mysteriöse Spielerin, die ihren Namen erst preisgibt, als die beiden wieder auseinander gehen, ist eindeutig die komplexeste von ihnen. Ihren Auftritten sind elegische und nostalgische Stellen aus Umebayashis „Polonaise“ unterlegt sowie Teile der von Peer Raben für diesen Film neu komponierten Musik. Diese basiert auf einem musikalischen Thema, das er bereits in Fassbinders „Die dritte Generation“ (1979) verwendete. Als Carina Lau in der Geschichte von „2046“ auftaucht, wird ein gefühlvolles musikalisches Thema aus Rabens Filmmusik zu Fassbinders „Querelle – Ein Pakt mit dem Teufel“ (1982) eingeführt. Dieses begleitet dann auch weitere traurige Abschiede Chows von anderen Frauen. Die Reorchestrierungen sind wie neue Aufbrüche: Sie markieren den Beginn und das Ende musikalischer und emotionaler Reisen.
Ganz offensichtlich erweist Wong Kar Wai hier einigen ganz Großen der europäischen Filmmusik seine Referenz. Er lernte Raben auf Initiative von Prokino 2000 in Hamburg kennen, als „In the Mood for Love“ in die deutschen Kinos kam, und bat ihn, auch für ihn Filmmusik zu schreiben. Seine Adaptionen sind einerseits als Hommagen zu verstehen, aber zugleich stellten sie Komponist wie Filmemacher vor neue Herausforderungen. Wenn Materialen, die schon vorher existiert haben, in neuen Kontexten wieder auftauchen, vervielfachen sich die Bedeutungsebenen ins Exponentielle. Auf der anderen Seite verdeutlichen die klanglichen Verbesserungen, die diese Neuarrangements mit sich bringen, auf symbolische Art und Weise, welche neuen Kreationen die moderne Technologie erst möglich macht.
In diesem Film verwendet Wong Kar Wai zudem die musikalischen Themen von „Julien et Barbara“ von Georges Delerue (aus dem Soundtrack zu François Truffauts „Vivement Dimanche!“ („Auf Liebe und Tod“; 1983) und von „Decision“ von Zbigniew Preisner (aus dem Soundtrack zu „Du sollst nicht töten“ aus dem Jahr 1988 von Krzysztof Kieslowski) – doch diese wurden völlig unverändert übernommen.
Zhang Ziyi spielt in diesem Film die „gegenwärtigste“ der drei Frauen von Chow in „2046“. Sie bezieht das Zimmer neben seinem und stellt die größte Nähe zu Chow her, die auch das größte Verlangen und die größte Verzweiflung mit sich bringt – und schließlich ein Nachlassen der Lust und plötzliche Ausbrüche von Wut und Bitterkeit. Zhang steht hier für die dekadente und überschäumende Lebenslust. Einzelne Melodien-Stränge von Dean Martin, Connie Francis, Rumba- und Cha-Cha-Cha-Rhythmen werden zum Synonym für ihre erotische Ausstrahlung, die Chow zunächst anzieht.
Wong Kar Wai verwendet normalerweise bei den Dreharbeiten keine Musik. Hier machte er eine Ausnahme, indem er während der Liebesszenen zwischen Faye Wong (die den Androiden darstellt) und Takuya Kimura (der Reisende) „Adagio“ von Secret Garden abspielte. Die beiden Schauspieler reagierten intuitiv auf die Musik. Die Figuren von „2046“, die in der Zukunft spielen, sind in einem Zug-Abteil eingeschlossen; die Zeit ist stehen geblieben, und die Musik, die in regelmäßigen Intervallen wiederkehrt, hilft ihnen dabei, ihre Qual ein wenig leichter zu ertragen. „Adagio“ beschreibt eine unperfekte Liebe, die vielen Zwängen ausgesetzt ist und doch berauschend bleibt.
Faye Wong wird außerdem durch die beliebteste Belcanto-Arie, Bellinis zeitloses Meisterwerk „Casta Diva“ repräsentiert. Diese für eine Sopranstimme komponierte Koloratur hält das Publikum bereits seit zwei Jahrhunderten in ihrem Bann – vom passionierten Operngänger bis zum MP3-Hörer. Auch wenn es der Technik vergangener Jahrzehnte gelang, Maria Callas’ Stimme auf der Höhe ihrer Kunst (in den 1950er Jahren) einzufangen, wählt Wong Kar Wai hier eine neue Diva, Angela Gheorghiu, und benutzt eine Aufnahme aus dem Jahr 2000. Unsere moderne Aufnahmetechnik hält für uns alle die Zeit an, indem sie diese wunderbaren Stimmen einfängt.
Es gibt noch eine zusätzliche Ebene verborgener Referenzen in „2046“, die darin besteht, dass einzelne musikalische Elemente aus „Days of Being Wild“ (1990) und „In the Mood for Love“ (2000) angespielt werden. Wenn eine Melodie die Grenzen zwischen verschiedenen Filmen überschreitet, fügt sie der Geschichte eine weitere Ausdrucksfacette hinzu. Sie kann die Perspektive auf die Zukunft öffnen und verschüttete Erinnerungen wachrufen, oder aber sie kann im Hintergrund bleiben, unbewusst auf den Zuschauer einwirken und ihn dann plötzlich überraschen. Das Thema von „Siboney“ wurde zuvor als Instrumentalstück in „Days of Being Wild“ verwendet. In „2046“ kehrt es, durch die Stimme von Connie Francis verfeinert, zurück, um die Liebes-Rendezvous’ der Figuren zu untermalen. „Perfidia“ dagegen ist so eng mit bestimmten Stellen aus „Days of Being Wild“ mit der Darstellerin Carina Lau assoziiert, dass wir das Gefühl haben, uns über die Zeit hinwegzusetzen, wenn die Figur, die Carina Lau jetzt in „2046“ spielt, erneut durch die Arrangements von Xavier Cugat versinnbildlicht wird.
Die musikalischen Inspirationen von „2046“ entsprechen in ihrer Vielfalt einer Palette mit unendlich vielen Farbschattierungen. Atmosphäre und Handlung, Ton und Bild verbinden sich auf harmonische Weise zu einem sinnlichen Tableau – und lösen Erinnerungen in uns aus. Sogar solche, die wir vergessen zu haben glaubten.
Joanna C. Lee
-=Neo=-
nicht gegen alles...
aber das hört sich wieder mal nach einem ähnlichen Kack-film wie Oldboy
Delphi
Ich freu mich auch schon sehr auf 2046.
Hab schon viel drüber Gelesen und das hörte sich bis jetzt sehr vielversprechend an. Hoffentlich läuft er auch in kleineren Kinos, denke das er nicht so eine große Verbreitung haben wird.
quarker
die hoffnung heißt DVD!!!
Leider den ich denke auch nicht das er in vielen kinos laufen wird und somit kann
man da nur auf eine gute deutsche dvd hoffen
würde mir aber endlich eine deutsche dvd zu fallen angels, chungking express erhoffen
Dragonfire
klingt doch gut, hoffentlich kommt er in ein kinder der nähe
ne gute dvd würd ich auch sehr erhoffe und mal engl. subs auf ner hk-dvd wäre schön!
oldboy war doch ein guter film, ob das hollywood-remake so gut wird ist ne andere frage
Soljah
| Zitat: |
Original von quarker
die hoffnung heißt DVD!!!
Leider den ich denke auch nicht das er in vielen kinos laufen wird und somit kann
man da nur auf eine gute deutsche dvd hoffen
würde mir aber endlich eine deutsche dvd zu fallen angels, chungking express erhoffen |
Chungking-Express kam gestern nacht auf Vox.konnte leider nur den Anfang sehen,da ich heute arbeiten musste
quarker
mist und ich war nicht daheim
Leatherface
der läuft soweit ich weiß diese tage nochmal auf 3sat! wann genau weiß ich leider auch nich. hab den film am 28. selbst verpasst und es eben von nem freund erfahren!
Dr@gon
Bei uns läuft der Film ab heute endlich auch mal. Werden ihn mir wohl heute noch angucken, ansonsten im Laufe der Woche.
the mannequin
Man denke sich folgende Entstehungsgeschichte: Ein Regisseur, der für emotional aufwändige Film steht und dabei einen ganz gewissen Stil pflegt, möchte etwas Neues probieren: Keine Liebesstory, sondern eine Gechichte über einen Auftragskiller. Statt dem üblichen 60er-Jahre-Setting soll der Film in der Zukunft spielen. Statt dem Stamm-Hauptdarsteller, der bereits in fünf Filmen zuvor die Hauptrolle hatte, soll der japanische Star Takuya Kimura diesmal übernehmen. Formal soll der Film durch reichlich CGI eine neue Seite bekommen.
Aus dem Auftragskiller wird ein Postbote. Aus dem Japaner wird Tony Leung, seines Zeichens nicht Japaner und eben jener besagte Stammmime. Als Titel war bereits 2046 gewählt, weil das erstens in der Zukunft liegt und zweitens das letzte Jahr ist, für das die Volksrepublik China gewährt hat, in Hongkong keine großen Veränderungen vorzunehmen.
Aus dem Postboten wird ein Schriftsteller. Die Sache mit den CGI erweist sich auch als schwer zu realisieren, weil sie erstens dem spontanen Regiestil des Regisseurs nicht entgegenkommen und zweitens zuviel kosten. Entfallen also auch, größtenteils zumindest. Es war auch mal von Androiden die Rede, aber die wollen ebenfalls nicht mehr so recht passen, nachdem die Story in die gewohnten 60er Jahre zurückverlegt wurde.
Dafür würden sich ein paar Frauen nicht schlecht machen; also wird zum einen die Hauptfigur aus dem "Vorgänger" recycelt, zum anderen kommen ein paar neue hinzu. Der Synergieeffekte wegen handelte sich dabei natürlich ebenfalls um alte Bekannte aus früheren Filmen.
Summa summarum bleiben ein Schriftsteller im Hongkong der späten 1960er, ehemalige und neue Frauen, ein bisschen Zukunft, ein bisschen CGI, und sogar die Androiden tauchen auf. Weil das alles irgendwie recht schlecht in einen Film passt, wird die Zukunft kurzerhand in ein Buch innerhalb des Filmes verlagert, denn die schriftstellerische Kunst rechtfertigt jede noch so abstruse Idee.
Klingt verworren, unwahrscheinlich, unglaubwürdig, ist aber so in etwa die Geschichte von "2046", dem aktuellen Film von Wong Kar-wai. Wer seine Filme kennt, würde allerdings auch nicht unbedingt erwarten, eine einfache, offensichtliche, durchschaubare Handlung präsentiert zu bekommen, obwohl die meisten Filme geradezu monothematisch sind. Auch dieses Mal beherrschen Frauen den Film, und zwar leider in der Mehrzahl. Aufgrund der überdeutlichen Bezüge muss "2046" als direkte Fortsetzung von "In the Mood for Love" verstanden werden, und leider überkommt den Zuschauer nicht selten dass Gefühl, der Regisseur habe den Vorgänger "toppen" wollen. Das gibt insofern wenig Sinn, als die Filme nicht streng nacheinander entstanden sind, sondern teilweise parallel, aber trotzdem gibt es mehr Frauen, viel Sex, mehr erfolglose Beziehungen. Gerade das Zurückhaltende, Zarte, das eher weniger zuließ, machte den Reiz von "In the Mood for Love" aus. "2046" wirkt dagegen stellenweise grell, überdreht, zu laut.
Vielleicht tut man dem Film mit einem ewigen Vergleich aber auch unrecht, zumal Wong in einen Interview "In the Mood for Love" als Episode innerhalb "2046" bezeichnete (was recht schade wäre).
Doch auch bei der Betrachtung als eigenständiges Werk fällt auf, dass hier so manches zusammenkommt, was nicht recht zusammengehört - etwa der Titel, der kurzerhand zu einer Hotelzimmernummer herabbanalisiert wird. Und auch wenn die kleine Entstehungsgeschichte vielleicht überspitzt sein mag, so scheint der Film letztlich doch ein wenig unausgegoren, worauf auch das Bekenntnis Wongs hinweisen mag, ursprünglich habe der Film zur Hälfte in der Zukunft spielen sollen, was jedoch nicht finanzierbar gewesen sei.
Die zahlreichen Frauenfiguren sind zwar recht trefflich charakterisiert, aber dennoch in ihrer Überzahl verwirrend; ungeschulten westlichen Augen mag es gar schwer fallen, vier Frauen in mindestens drei Zeitzonen überhaupt auseinanderzuhalten. Entsprechend mäßig überzeugend gestaltet sich auch die Rahmenhandlung.
Seine gewohnte Stärke, den markanten Formalismus, der sich in einer ausgefeilten Bildsprache, minutiösier Inszenierung, präziser Stimmungsdarstellung und beeindruckender Akustik manifestiert, spielt Wong dagegen gekonnt aus. Die einzelnen Aufnahmen sind einmal mehr wie Gemälde komponiert, von eindringlicher Musik hinterlegt. Die Schauspieler üben trotz ihrer Zurückhaltung eine starke Präsenz aus.
Interessant ist auch die Weiterführung des Thema der unerfüllten Liebe. Fast schon im idealtypischen Sinne gesellen sich zum Typus "Beide wollen, können aber nicht" die übrigen Varianten "Sie will, aber er nicht", sowie "Er will, aber Sie nicht". Diese kleine Formenlehre ist, trotz aller Wirrungen, präzise herausgearbeitet, und lässt uns mit der Erkenntnis zurück, dass wir von der idealen Liebe, so wir sie einmal genossen habe, nicht mehr abkommen, so sehr wir es auch versuchen - jeder Versuch bleibt erfolglos, die Erinnerung bleibt dominant.
Das Motiv der Erinnerung beherrscht als Ergebnis der Vergangenheit gewordenen Subjektivität den Film. Sofern dies für Chow, den Schriftsteller, zutrifft, und auch für Chow, die Hauptfigur aus "In the Mood for Love", so stellt "2046" eine Art Entzauberung der idealen Liebe dar, denn die Erinnerungen sind wenig schmeichelhaft. Andererseits ist ein weiteres Motiv stets präsent: Die Bewegung, die meist zur Flucht wird. An einen anderen Ort, in eine andere Zeit, in eine andere Erinnerung, in eine andere Subjektivität - vielleicht rührt daher die Vielgestalt des Charakters von Chow, und vielleicht ist es die Flucht vor der Unerreichbarkeit des Ideals.
Dennoch: "Konzentration auf das Wesentliche" hätte Wongs Parole sein sollen. Zuoft wirken die verschiedenen Szenen unharmonisch, ein Zustand, dem man bei Wong sonst nie begegnet. So lässt der Film sowohl Kenner als auch Nichtkenner anderer Filme des Regisseurs unbefriedigt zurück.
quarker
ja hab ich gestern auch endlich gesehen
er ist schon gut gemacht
aber er hätte evtl zwei filme daraus machen sollen.
evtl eine fortsetzung von inmfl und einen anderen der nur den Buchinhalt von 2047 erzählt.
leider verliert sich die story etwas in den bilder.
trotzdem sehenswert
Wattstax
2046 ist mein aktueller Lieblingsfilm. Seit langem mal wieder ein Film, zu dem ich mehrmals ins Kino gegangen bin. Ich hoffe auf baldige DVD-Veröffentlichung.
Aber der Film ist sicher nicht für jedermann, da er doch sehr ruhig und anspruchsvoll ist (In einem Kino sind sogar 4 Leute nach 20 Minuten gegangen

)
Ich finde ihn, so wie er ist, vollkommen in Ordnung. Die Kameraführung ist mal wieder beeindruckend, und ich mag diese Hoffnungslosigkeit/Melancholie der Bilder. Meiner Meinung noch besser als der Vorgänger.
quarker
naja an seine alten und an in the mood for love kommt er nicht ran.
zu chaotisch
lieber zwei sachen draus machen wie so. aber technisch abolut genial
meine china dvd steht schon seit dezember hier im regal
Soljah
ich habe 2046 immer noch nicht gesehen
will erst noch den ersten Teil (in the mood for love) sehen, bevor ich 2046 mir anschaue
quarker
wäre auch besser, aber nicht zwingend!
aber dann erklärt sich so einiges
Wattstax
ich würde auch unbedingt empfehlen, vorher ITMFL zu sehen. Wong's Motive und Handlungen sind dann besser zu verstehen.
Aber vielleicht kann mir mal jemand in diesem Zusammenhang erklären, warum 2046 nur als "Quasi-Fortsetzung" bezeichnet wird. Was macht denn den unterschied zu einer "richtigen" Fortsetzung aus?
Und um das mal klar zu stellen: Auch ich mag ITMFL, finde aber 2046 besser, weil er mehr Charaktere besitzt und ich die Szenen im Zug sehr gut finde, allein von der Stimmung her (zB als dem Androiden mehrmals die gleiche Frage gestellt wird, er/sie/es aber nicht antwortet). Und das Ende finde ich perfekt, mit seiner Melancholie..
Mal ne Frage zur Rolle von Maggie Cheung:
Ist das richtig, das Sie nur zweimal kurz im Film zu sehen ist, nämlich in einer Rauch- und Taxi-Szene? Oder hab ich noch eine Szene übersehen?
quarker
wegen der vermischung beider storylines.
mir wäre es lieber gewesen hätte er das leben von tony leung weiter gesponnen wie er das buchs chreibt usw. und evtl in einem anderem film hätte er dann das buch verfilmt. dann wäre es nicht ganz so verschwommen gewesen
quasi fortsetzung evtl deswegen weil es ja fast nur um ihn geht und um sein leben.
und nicht um eine story von beiden