| Zitat: |
Original von Evilution
... Ich habe natürlich früher immer viele Filme gesehen und aus ihnen "gelernt", dabei aber vergessen, dass es neben dem Fernseher auch noch was anderes gibt.
Natürlich habe ich auch versucht, so cool wie Batman zu sein oder so liebenswert wie Forrest Gump.... |
Ui, ui, ui. Jetz' machst'e mich aber neugierig:
Wie wird man so cool wie Batsy? Schwarze Klamotten? Gimmick-Gürtel? Verbrecher jagen? Butler anstellen? Freundin durch ständiges mürrisch sein und der Besessenheit, das Böse zu bezwingen, vergraulen?
Wie wird man so leibenswewert wie Forrest G.? Wenn Du auf den Bus wartest, teils Du mit den Mitwartenden eine Schachtel Pralinen? Du joggst lange und ausgiebig und verteils dabei Lebenweiheiten? Du stellst Dich vor mit "Mein Name ist Evil Ution. Meine Freunde nennen mich Evil Ution."?
Ne, Scherz beiseite, sorry! War nur Spaß, ich will Dich NICHT ärgern, nur zum Nachdenken anregen. Ich denke schon, dass ich weiss, was Du meinst. Es ist aber eine Erfahrung, die sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Eine Erfahrung, die aus der sich einlullen lassenden Couchpotatoe den gekonnten Filmkenner reifen lässt. Es ist natürlich nicht leicht, zu erkennen, WAS man wohl aus einem Film als LEHRREICH mitnehmen kann (ist individuell) und wovon man sich eben nur unterhalten lässt.
Wie Du habe ich auch ein Problem mit dem "neuen deutschen Kino",
da bist Du nicht allein.
Ich bevorzuge die Klassiker und verehre die "alte Garde" wie eben Heinz Rühmann, Heinz Ehrhard, Gerd Fröbe, Blacky Fuchsberger, Klaus Kinski usw. DAS waren in meinen Augen noch Stars, wohingegen es mir heutzutage so vorkommt, als wird der Begriff "Star" in Deutschland einfach nur inflationär verwendet. Klar, es gibt viele sehr, sehr talentierte Leute wie z.B. Moritz Bleibtreu oder Detlev Buck, die aber oft die falschen Filme drehen oder Filme, denen man die Billigproduktion ansieht. Und dann noch die nahezu unüberschaubare Zahl an untalentierten Schönlingen und Soap-"Stars", die ohne Vollrauch oder Drogen nicht zu ertragen sind. Ein Freund hat mal argumentiert, dass er deutsche Filme schon deswegen nicht mag, weil "wenn man zwei alte Karren mit deutschem Nummernschild bei einem schlecht (im Sinne von nicht so rasant) gefilmten Car-Chase sieht und vergleicht das mit alten Aufnahmen wie die Verfolgungsjagd in Bullit, da haben die Amis, auch wenn der Film 10 Jahre mehr auf dem Buckel hat, die Nase vorn". Ist eine Meinung, die so ganz nicht von der Hand zu weisen ist.
Wenn man aber dem Deutschen Film mal eine Chace gibt, dann entdeckt man durchaus die eine oder andere Perle. Mal so bedeutungsschwerer Kram aussenvorgelassen, empfehle ich mal die Komödie "VC Venus". Der Film funktioniert auf der Spaß- und Unterhaltungsseite ebenso gut, wie bei anschließenden Diskussionen über "die Rolle der Frau", "das Zusammenleben von Mann und Frau", "wie gehe ich mit Enttäuschungen im Elternhaus um", "Wie sehr beeinflussen meine Freunde mein Leben mit meiner Liebsten", "Wie vereinbare ich Hobby und Beruf" usw. Durchaus kluge Themen, über die es sich lohnt, nachzudenken und auch zu diskutieren. Und das alles in einer "harmlosen" deutschen Komödie - die zudem noch ein schlechtes DVD-Cover hat.
Also nicht einlullen lassen, sondern lernen, die RICHTIGEN Fragen zu stellen.
Dann klappt's auch mit dem deutschen Film