"Fighter in the Wind" ein Martial-Arts-Feuerwerk oder ein dramatisches Werk über das Leben eines Mannes!?
"Fighter in the Wind" beruht ja bekanntermaßen auf einer wahren Begebenheit und die Regie achtete auch sehr darauf, dass der Film nicht zu einem herkömlichen Prügelfilm verkommt.
Es wird eine zum Teil sehr dramatische Geschichte erzählt, die viele Facetten des Lebens von Choi Bae-Dal aufzeigt. Sein Leben wird geprägt durch Demütigung, Armut, Leid und dem Tod. Nur im Kampfsport sieht er die einzige Möglichkeit, Respekt zu erlangen.
Der Charakter von Choi Bae-Dal wird im Film sehr stark ausgebaut und der Zuschauer kann sich immer besser in seine Lage hineinversetzen.
Doch was erwarten wir von dem Film nach den zahlreichen Trailern!? Eine dramatische Geschichte, deren Schwerpunkt das Leben eines Mannes ist oder eher einen Martial-Arts-Streifen, der sich am klassischen Bild orientiert!?
Bei mir war letzteres der Fall und ich freute mich auf einen Film, der sich wohl eher auf einen Rachegedanken konzentriert und mit Martial-Arts-Szenen durchzogen ist. Doch da habe ich mich sehr getäuscht und ich will auch nicht meinen, dass es sich hier um einen echten Kampfsportfilm handelt. Es ist für mich ein sehr besonderes Werk, dass mich einerseits sehr positiv überrascht hat und andererseits etwas enttäuschte.
Die gesamte Inszenierung finde ich definitiv gut, auch die weiteren Charaktere konnten mich überzeugen - Besonders Masaya Kato, der für mich einer der herausragensten Schauspieler Japans ist.
Aber leider werde ich mich wohl nicht mit der Kampfchoreografie bzw. -inszenierung anfreunden können, denn dafür wurden zu viele Fehler gemacht. Zu schnelle und teilweise unpassende Schnitte, kein Kampf wurde wirklich zu Ende geführt, wo sind denn die großen Kampfszenen, die ich mir nach dem Trailer erhofft habe - Um ehrlich zu sein, sie wurden größtenteils im Trailer bereits gezeigt. Aber auch der Versuch, mit künstlerisch wirkenden Filtern den Kampf zu verfeinern, ob die Schwarz-Weiß-Szenen oder die zahlreichen Wechsel zwischen Beschleunigungs- oder Zeitlupeneffekte - Für mich ist das eher ein Hilfeschrei, denn die Kunst besteht NICHT darin, viel gute Schläge durch Schnitte aneinanderzureihen, sondern einen komplexen und gleichzeitig gut choreografierten Kampf zu entwickeln, wobei jede Szene in die andere fließt.
So muss ich mich entscheiden, ob ich den Film "ins Verderben reiße", weil ich nur die Kämpfe bewerte, da ich mit einer falschen Einstellung herangegangen bin, die durch den Trailer verursacht wurde oder ob ich den Film als Drama ansehe, das mich dann doch positiv überrascht hat.
Ich werde zwei Bewerungen abgeben...
"Fighter in the Wind" - Der Martial-Arts-Film:
"Fighter in the Wind" - Das Drama: