Halcyon
Okay, wenn der Thread schon oben ist, post ich auch mal meine alte Review vom letzten Jahr hier. An meiner Meinung zum Film hat sich eh nichts geändert.
Der Samurai Okada Izo ist ein erbarmungsloser Attentäter, der für den Rebellen Hanpeita Takechi arbeitet. Im Jahre 1865 wird Izo gefasst und im Alter von 28 Jahren auf grausamste Art und Weise hingerichtet. Doch Izos Geist findet keine Ruhe. Geplagt von der Frage nach dem Grund für seine sinnlose Existenz und voll von Rachegelüsten, reist Izo quer durch die Jahrhunderte, um alle, die er für die Niederschläge in seinem Leben verantwortlich macht, umzubringen und letztendlich unsere moderne Gesellschaft zu stürzen. Dabei macht er selbst vor seiner eigenen Mutter oder normalen Bürgern keinen halt. Doch mit jeder getöteten Seele wird Izo mehr zum Monster, bis er schließlich nur noch ein blutdurstiger Dämon ist, der längst sein Ziel vor Augen verloren hat. Kann Izo überhaupt noch aufgehalten werden?
Mit Izo macht es Takashi Miike dem Zuschauer wahrlich nicht leicht. Nach einer kurzen Geburtsszene leitet der Film ohne Umwege zu einer der brutalsten Szenen im ganzen Film, nämlich der Kreuzigung und Ermordung von Izo, über. In den folgenden zwei Stunden verfolgt man Izo nun bei seiner Reise durch die Zeit und seinen Kämpfen gegen unzählige Widersacher. Einen kontinuierlichen Handlungsfaden findet man dabei jedoch nur schwer, oft wechseln Zeit und Schauplätze in Sekundenschnelle und ohne Überleitung. Sinnlos ist Izo deshalb jedoch bei Weitem nicht. Viel mehr lassen sich viele Szenen in Izo als Metapher sehen. Ja, selbst das Story-Grundgerüst des Films ist genau genommen eine Metapher. Okada Izo ist nicht nur ein untoter Samurai, der ziellos durch die Zeit reist und alles umbringt, was ihm in die Quere kommt. Viel mehr ist er der Spiegel unserer Gesellschaft, in der Gewalt und Hass auch nach so vielen Jahrhunderten Evolution immer noch fester Bestandteil sind. Unterstrichen wird dieser Gedanke dabei von immer wieder kurz eingeblendetem Filmmaterial zu Stalin, dem zweiten Weltkrieg oder auch dem Abwurf der Atombombe in Hiroshima. Wie heißt es doch so schön einmal im Film, Gnadenlosigkeit ist die Wurzel allen Lebens. Damit wären wir auch gleich bei einem weiteren Punkt, denn Izo steckt voll von Zitaten und philosophischen Gesprächen über Dinge wie den Sinn des Lebens oder das Leben nach dem Tod. Positive Antworten auf diese Fragen haben Miike und sein Drehbuch-Autor Shigenori Takechi (Agitator, Graveyard of Honor) dabei aber nicht auf Lager, Izo ist über seine ganze Laufzeit hinweg ein äußerst schwer von Nihilismus geprägter Film. Im krassen Kontrast dazu stehen immer wieder auftauchende Szenen, die von bizarrer Schönheit nur so sprühen, etwa wenn Izo mit leeren Augen in einem riesigen, farbprächtigen Blumenfeld steht oder aus dem Kopf einer enthaupteten Frau ein Schwarm Schmetterlinge herausfliegt.
Ein goldenes Händchen hat Miike bei der Wahl der Schauspieler scheinbar gehabt. In zahlreichen Gastrollen darf sich der Zuschauer auf Auftritte japanischer Filmstars wie Susumu Terajima, Ryuhei Matsuda, Mickey Curtis oder auch Takeshi Kitano freuen, wobei interessanterweise gerade der Auftritt von letzterem extrem unspektakulär ausgefallen ist. Zudem hat etwa alle 20 Minuten der japanische Folksänger Kazuki Tomokawa einen Gastauftritt und kommentiert das Geschehene mit kraftvollen Gesangseinlagen. Bei seiner Musik verhält es sich ähnlich wie mit dem Film selber: Entweder, es gefällt einem, oder man verabscheut es.. Insgesamt lässt sich sagen, dass Takashi Miike mit Izo einen sehr eigenwilligen, schweren aber auch faszinierenden Film abgeliefert hat, der viel Platz für hitzige Diskussionen lässt und durchaus auch den Zuschauer zum nachdenken anregen kann. Izo ist kein Film, der jedem gefallen wird, dafür ist er zu eigenwillig und radikal in seiner Präsentation. Wer jedoch bereit ist, sich mit diesem 130 Minuten langen Labyrinth auseinander zu setzen, wird mit einem Film belohnt, der reich an Subtexten, Symbolik und interessanten Gedankengängen ist.
Für die paar Leute, denen der Film hier zu sagte: Bei Yesasia und CD Japan kann man sich auch einige CD's von Kazuki Tomokawa kaufen, die auch einige der Lieder aus Izo enthalten.
Izo
Der Samurai Okada Izo ist ein erbarmungsloser Attentäter, der für den Rebellen Hanpeita Takechi arbeitet. Im Jahre 1865 wird Izo gefasst und im Alter von 28 Jahren auf grausamste Art und Weise hingerichtet. Doch Izos Geist findet keine Ruhe. Geplagt von der Frage nach dem Grund für seine sinnlose Existenz und voll von Rachegelüsten, reist Izo quer durch die Jahrhunderte, um alle, die er für die Niederschläge in seinem Leben verantwortlich macht, umzubringen und letztendlich unsere moderne Gesellschaft zu stürzen. Dabei macht er selbst vor seiner eigenen Mutter oder normalen Bürgern keinen halt. Doch mit jeder getöteten Seele wird Izo mehr zum Monster, bis er schließlich nur noch ein blutdurstiger Dämon ist, der längst sein Ziel vor Augen verloren hat. Kann Izo überhaupt noch aufgehalten werden?
Mit Izo macht es Takashi Miike dem Zuschauer wahrlich nicht leicht. Nach einer kurzen Geburtsszene leitet der Film ohne Umwege zu einer der brutalsten Szenen im ganzen Film, nämlich der Kreuzigung und Ermordung von Izo, über. In den folgenden zwei Stunden verfolgt man Izo nun bei seiner Reise durch die Zeit und seinen Kämpfen gegen unzählige Widersacher. Einen kontinuierlichen Handlungsfaden findet man dabei jedoch nur schwer, oft wechseln Zeit und Schauplätze in Sekundenschnelle und ohne Überleitung. Sinnlos ist Izo deshalb jedoch bei Weitem nicht. Viel mehr lassen sich viele Szenen in Izo als Metapher sehen. Ja, selbst das Story-Grundgerüst des Films ist genau genommen eine Metapher. Okada Izo ist nicht nur ein untoter Samurai, der ziellos durch die Zeit reist und alles umbringt, was ihm in die Quere kommt. Viel mehr ist er der Spiegel unserer Gesellschaft, in der Gewalt und Hass auch nach so vielen Jahrhunderten Evolution immer noch fester Bestandteil sind. Unterstrichen wird dieser Gedanke dabei von immer wieder kurz eingeblendetem Filmmaterial zu Stalin, dem zweiten Weltkrieg oder auch dem Abwurf der Atombombe in Hiroshima. Wie heißt es doch so schön einmal im Film, Gnadenlosigkeit ist die Wurzel allen Lebens. Damit wären wir auch gleich bei einem weiteren Punkt, denn Izo steckt voll von Zitaten und philosophischen Gesprächen über Dinge wie den Sinn des Lebens oder das Leben nach dem Tod. Positive Antworten auf diese Fragen haben Miike und sein Drehbuch-Autor Shigenori Takechi (Agitator, Graveyard of Honor) dabei aber nicht auf Lager, Izo ist über seine ganze Laufzeit hinweg ein äußerst schwer von Nihilismus geprägter Film. Im krassen Kontrast dazu stehen immer wieder auftauchende Szenen, die von bizarrer Schönheit nur so sprühen, etwa wenn Izo mit leeren Augen in einem riesigen, farbprächtigen Blumenfeld steht oder aus dem Kopf einer enthaupteten Frau ein Schwarm Schmetterlinge herausfliegt.
Ein goldenes Händchen hat Miike bei der Wahl der Schauspieler scheinbar gehabt. In zahlreichen Gastrollen darf sich der Zuschauer auf Auftritte japanischer Filmstars wie Susumu Terajima, Ryuhei Matsuda, Mickey Curtis oder auch Takeshi Kitano freuen, wobei interessanterweise gerade der Auftritt von letzterem extrem unspektakulär ausgefallen ist. Zudem hat etwa alle 20 Minuten der japanische Folksänger Kazuki Tomokawa einen Gastauftritt und kommentiert das Geschehene mit kraftvollen Gesangseinlagen. Bei seiner Musik verhält es sich ähnlich wie mit dem Film selber: Entweder, es gefällt einem, oder man verabscheut es.. Insgesamt lässt sich sagen, dass Takashi Miike mit Izo einen sehr eigenwilligen, schweren aber auch faszinierenden Film abgeliefert hat, der viel Platz für hitzige Diskussionen lässt und durchaus auch den Zuschauer zum nachdenken anregen kann. Izo ist kein Film, der jedem gefallen wird, dafür ist er zu eigenwillig und radikal in seiner Präsentation. Wer jedoch bereit ist, sich mit diesem 130 Minuten langen Labyrinth auseinander zu setzen, wird mit einem Film belohnt, der reich an Subtexten, Symbolik und interessanten Gedankengängen ist.
Für die paar Leute, denen der Film hier zu sagte: Bei Yesasia und CD Japan kann man sich auch einige CD's von Kazuki Tomokawa kaufen, die auch einige der Lieder aus Izo enthalten.

) und noch dazu hat mich als anarchistische veranlagte person der text von dem mädel in der schulszene beeindruckt.
wie schon erwähnt wurde: gedudel, dialoge zwischen adligen, geburtsszenen am schluss im schwimmbecken etc. Ich verurteile das nicht als schrott aber für mich ist das nichts...