Diese Kritik wird wahrscheinlich erst am Dienstag auf der Website online gehen, aber ihr könnt sie jetzt schon hier lesen! Viel Spaß!!!
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Ying Xiong (HERO)
Kung Fu Seifenoper!
Mit einem, für chinesische Verhältnisse, Rekordbudget von 30 MIO US-Dollar ist Zhang Yimous HERO der teuerste und gleichzeitig kommerziell erfolgreichste chinesische Film aller Zeiten.
Vom inhaltlichen ist Hero eine große Enttäuschung, aber vom Schauwert her spielt Zhang Yimous Kung Fu Epos Hero in der gleichen Liga wie Matrix oder Tiger&Dragon. Ein Film den man auf der großen Leinwand sehen sollte.
Während in Tiger&Dragon eine Story vom Anfang bis zu Ende erzählt wird, wird in Hero in Rashomo-Manier die gleiche Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt und so erfährt man erst am Ende die Wahrheit. Das Ergebnis ist, dass der Held am Ende nur ein Opfer der chinesischen Propaganda ist und eigentlich einen grausamen König unterstützt. Im Film ist nichts so, wie es auf den ersten Blick aussieht. Der Held stirbt für die Einigung und zukünftige Größe Chinas und der König vergießt sogar eine Träne für ihn.
Bei den Dialogen hat man oft den Eindruck, dass sie nur dazu dienen um zum nächsten Kampf überzugehen. Ob die Dialoge im Original auch so abgehackt und seelenlos rüberkommen, kann ich euch leider nicht sagen. Die Synchro war OK, aber einen Film wie HERO sollte man im Original mit Untertitel laufen lassen. Nur der Dialog zwischen Namenlos und dem König kam richtig emotional rüber:
„Mit den sechs Reichen gebt Ihr Euch nicht zufrieden?
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Was sind diese sechs Reiche schon wert? Ich habe ein starkes Heer. Unendlich viel Land werde ich erobern. Ich werde ein riesiges Reich errichten“
Wie der ganze Film, so kommen auch die Kämpfe der Protagonisten wegen der übertriebenen Perfektion oft seelenlos rüber. Waren in Tiger&Dragon dank Yuen Wo-Ping die Kämpfe perfekt abgestimmt und choreographiert, so sind sie in Hero immer nah an der Grenze ins lächerliche gezogen zu werden. Dass liegt daran, dass die Kämpfe kein bestimmtes Tempo haben und in einer Szene bewegt sich unser Held schneller als das Auge und in der nächsten ist er in Zeitlupe zu sehen.
Was mir außerdem nicht gefallen hat war die Musik. Die Hero Filmmusik hat kein gutes Tempo und das trägt oft dazu bei, dass die Kämpfe langweilig rüberkommen. Man hat auch oft den Eindruck, dass die falschen Instrumente für bestimmte Szenen benutzt wurden.
Natürlich hat der Film auch viele positive Seiten. An erster Stelle wären wohl die Schauspieler. Von denen hat mir am besten Chen Daoming in der Rolle des Königs gefallen. Er verkörpert den König Qin sehr gut. Die anderen Pluspunkte sind die wunderschönen Landschaftsaufnahmen und die tollen Sets. Yimou ist kein allegorisches Bild zu peinlich, kein Blick zu vielsagend, keine Zeitlupe zu langsam und keine Farbe zu dick aufgetragen um seinen Film wichtiger und tiefer zu erscheinen. Der leichte Kitsch in Hero mit blauen, weißen, roten und grünen wallenden Gewändern und Stoffbahnen kommt sehr gut rüber und trägt viel zu der Stimmung im Film bei. Die opulente Ausstattung und computergenerierten Massenszenen kommen fast an Herr der Ringe heran.
Die alte chinesische Weisheit, dass manchmal dein größter Feind zum wichtigsten Verbündeten werden kann wird euch am Ende des Films von Yimou gepredigt!
Fazit :
Unbedingt angucken und sich von der Bilderflut erschlagen lassen.
Wertung:
8/10









Gastwertung :
Stephanie 8,5/10