Hab eben den Piloten zur Serie gesehen, die in Zukunft ja Donnerstags nach Grey`s Anatomy laufen soll.
Ich kenne das britische Original nicht und hatte auch nicht die ganz große Vorfreude auf das Remake, von daher denke ich mal, dass ich relativ unbefangen an die Folge herangegangen bin.
Der Pilot, der doch noch deutliche Überlänge hat überraschte mich gleich zu Beginn mit einer sehr starken Optik, einer guten Regiearbeit und schönem Score. Inzwischen ist mir klar geworden, dass man an sich nichts anderes vom einzigen ABC-Piloten hätte erwarten dürfen aber selbst unter diesen Umständen ist der Beginn der Folge äußerst gelungen. Man ist sofort mittendrin und fiebert mit.
An sich macht man es sich mit solchen Projekten ja nicht einfach. Man hat eine sehr außergewöhnliche Grundstory, steht aber auch immer vor der Herausforderung, zum einen Screentime zu füllen und zum anderen dem Zuschauer in all dem außergewöhnlichen auch etwas vertrautes zu bieten um auch Casual-Seher anzusprechen.
Objektiv betrachtet ist die Serie eine Copkrimi-Serie. Alles schon gesehen, bei The Shield oder wie die Serien sich auch immer nennen. Und da es sich hauptsächlich um ein Procedural-Copdrama handelt werden wahrscheinlich zu einem guten Teil nicht einmal sonderlich spannende Fälle ihren Einzug in die wöchentliche Folgen finden. Der Aspekt der "zeitübergreifenden" Inhalte ist zwar nett, mit der Zeit wird aber auch das dröge und ich binmir nicht einmal sicher, ob man das auch beibehalten will.
Was bietet die Serie also davon abgesehen (und davon abgesehen, dass sie sehr hochwertig produziert wird)? Zum einen könnten die Charaktere Würze verpassen, wirklich aufregend oder interessant ist aber nur "Gene Hunt", der schieß- und prügelwütige Chef von Tyler. Der Rest ist 0815 und ziemlich blass, wobei mir alleine schon Stephanie Jacobsen, so gerne ich sie auch in "Razor" gesehen hatte irgendwie auf die Nerven geht...
Zum anderen kann die Serie natürlich immer wieder mit dem geistigen und körperlichen Zustand von Tyler spielen. Wie will man das aber auf die Dauer machen, wenn es nur den einen Zustand gibt, in dem die Welt in der er sich befindet überhaupt gibt? In dieser Hinsicht waren die Psychospielchen der Folge noch das erhellendste. Ein paar sehr nette Ideen, die das ein oder andere mal zu einem angenehmen "WTF" geführt haben. Wenn sie das beibehalten könnten, ja vllt sogar noch ausbauen würden könnte daraus etwas werden.
Bislang bin ich noch skeptisch, ob es funktioniert, das Thema in eine wöchentliche Unterhaltungssendung zu transferieren. Eine Folge werde ich mir wohl noch anschauen und danach entscheiden...es kommt noch so vieles in dieser Season, da kann man einfach nicht alles schauen.
Fazit: Ein ordentlicher Beginn, der aber auch noch Luft nach oben lässt und mich auch nicht dazu bringen konnte, unbedingt bei der nächsten Folge dabei zu sein. Anschauen werd ich sie aber trotzdem, alleine um zu sehen, ob das hohe Produktionsviveau gehalten werden kann.