Hulk
Gerade im Zeitalter der DVDs, der Beamer und Leinwände wird die Diskussion, ob sich ein Kinogang überhaupt noch lohnt weiter angeheitzt. Gerade gestern mittag habe ich mit einem Freund (der sich voor zwei Jahren im Keller eine schöne Heimkinoanlage gebaut hat) sehr lange darüber diskutiert. Dabei kamen wir zu folgenden Überlegungen:
Um eine entsprechende Aussage zu machen, muss man eine Vielzahl von Daten berücksichigen. Da es aber unzählig viele Sehverhalten von Filmkonsumenten gibt, ist eine für alle zutreffnde, "richtige" Antwort schwer zu finden. Aber man kann sich dem annähern, indem man zuerst einmal ein paar Sonderfälle ausschließt.
Ausschließen sollte man von vorneherein die ganzen illegalen "Nutzer", die sich damit zufrieden geben, downgeloadeten Kram aus dem Internet anzusehen. Erstens ist das, man kann es nicht genug wiederholen, strafbar und zweitens kann in diesem Fall von Qualität im Bild- und/oder Tonbereich nicht die Rede sein. Auch ausschließen sollte man die Nutzung von Bildschirmen. Klar, ein guter TV oder gar ein richtig großer Plasma-16:9 ist eine sehr feine Sache, kann aber nicht wirklich mit einer Leinwand mit mehreren Metern Durchmesser verglichen werden. Bei "normalen" Filmen ohne die "großen Schauwerte" mag das für viele unerheblich sein, aber so gut die Schlacht um Helms Klamm, King Kongs Amoklauf in NY, die Transformers-Action oder (um auch mal was älteres zu nennen) die Abenteuer des Indiana Jones auf dem Plasma aussehen, richtig FETT kommt das erst in der Höhe und Breite, wie sie ein großer Kinosaal liefert bzw. als Lichprojektion auf einer Leinwand! Das führt zu Punkt 3, denn so heimelich kleine Kinoecken sein mögen, so ungeeignet sind sie für Filme oben genannten Charakters. Natürlich kann man da auch wieder argumentieren, dass diese sogenannten "Bahnhofskinos" oder "Grind-House-Theatres" eben jenen Flair brauchen und eben auch ein Stückchen Kultur sind, aber dennoch sind das Sonder-Nieschen des Kinos, die man auch gesondert betrachten sollte und ebenfalls in einem breiten Vergleich aussschließen sollte.
Also was bleibt übrig? Die großen Kinos vs. ein anständiges Home-Entertainment!
Was die Endgröße angeht, ist die Leinwand im Kino dennoch überlegen, aber man kann zu Hause durchaus eine vergleichbare Atmosphäre schaffen. Aber auch hier muss man gewisse Kosten ausblenden, um wirklich vergleichen zu können. Da wären die Fahrtkosten zum Kino oder zur Videothek (plus Parkgebühren), da dies bei 100 Nutzern auch 100 mal verschieden sein kann. Auch sollten Mietkosten (plus Strom und Heitzung) nicht mit in die Heimkinokosten mit einfließen, weil man den Anteil einfach schlecht festlegen kann. Auch die Sitzgarnituren (Sofa, Sessel, Bank, Stühle, Sitzkissen oder auf dem Boden) sollte man als Kostenfaktor außen vor lassen. Ebenfalls aus der Rechnung rausfallen müssen die Verpflegungskosten (Cola, Chips usw.), da diesbezüglich auch jeder anders ist. Auch werden nur DVD-Leihgebühren berechnet und keine Kauf-DVDs berücksichtigt.
Nicht ausschließen, aber dem späteren Endergebnis zuzurechnen bzw. zu berücksichtigen sind die Laufenden Kosten bei der Heimanlage. Wenn man einen entsprechenden Beamer besitzt, kommen nach rund 4000 Stunden neue Lampenkosten (je nach Beamer und Nutzung) hinzu, außerdem ist die Lebensdauer eines Beamers eben auch begrenzt. Aber das nur zur Ergänzung.
OK, kommen wir zum Vergleich selbst:
Was kostet eine Heimanlage? Die folgenden Zahlen sind nur vage Schätzungen und können auf jeden Fall nach oben oder unten nachkorrigiert werden. Es sei folgendes angenommen:
Ein anständiger DVD-Player 120 Euro
Ein Beamer (mit gutem Schwarzwert) 1200 Euro
Eine Leinwand (mit Einbaukosten) 100 Euro
Eine 5.1 Anlage mit guten Boxen 700 Euro
Summe = 2120 Euro, um sich eine Heimkino-Anlage zu schaffen, bei der man das reine Seh- und Hörerlebnis tatsächlich mit einem Kinobesuch vergleichen kann.
Für einen Kinobesuch nehme ich im Schnitt (verbilligte Kinotage, Zuschläge für Überlänge) mal 7 Euro an, als Leihgebühr für eine neue DVD (am selben Tag wieder abgegeben) mal 1,50 Euro. Nun braucht man eine Gleichung, die aussagt, ab wann sich der Genuß von soundsoviel DVDs incl. der Anschaffungskosten für eine Heimkino-Anlage im Vergleich zu soundsoviel Kinobesuchen amortisiert haben bzw. ab wann das DVD-Vergnügen tatsächlich billiger wird als das Kinoerlebnis. Die Formel kann folgendermaßen zusammengefasst werden:
2120 + 1,5x = 7x
2120 = 7x - 1,5x
5,5 x = 2120
x = 386
Bedeutet: Ab der 386ten geliehenen DVD im Vergleich zu 386 Kinobesuchen ist das Leihen für zu Hause tatsächlich billiger als der Gang ins Kino.
Das gilt natürlich nur für den angestrebten Qualitätsanspruch "Heimanlage". Wenn man mit einem Bildschirm zufrieden ist oder gar die DVDs auf dem Computer zu Hause guckt, fallen die hohen Kosten für Beamer und Co. natürlich weg, aber IMHO kann man das NICHT mit einem Kinobesuch ernsthaft vergleichen.
Zusätzliche Abwägungen:
Plus für die DVD:
Eventuelle Bonus-Features wie Trailer, Making Ofs, Deleted Scenes usw.
Möglichkeiten, den Film zu unterbrechen (wegen z.B. Anruf, Toilette, Raucherpausen,..)
Verstärkter Alkoholgenuss (kann aber auch negativ bewertet werden)
Beginn nach eigenem Gutdünken
Plus für den Kinobesuch:
Filme kommen erst nach einer gewissen Zeit NACH dem Kinorelease auf DVD
News wie Werbung und Trailer (können aber auch negativ bewertet werden)
Dynamik und Reaktionen des Publikums (kann aber auch negativ bewertet werden)
Der Punkt "Gemeinschaftserlebnis mit Freunden" ist bei der Heimkinoanlage eventuell noch besser als im Kino, da zusätzliche Störfktoren wie der 2-Meter-Typ, der sich mit seinen 3 plärrenden Kindern direkt vor einen setzt, wegfallen. Und man kann danach sowieso noch ausgehen oder eventuell im Garten grillen usw. Auf der anderen Seite kann man dann aber die nette Blondine aus der Nebenreihe nicht kennenlernen...
Letztendlich, Mathematik hin oder her, die Frage, wieviel es einem Wert ist, einen Film im Kino zu sehen, selbst überlassen bzw. ist individuell zu bewerten. Ich persönlich mag beides, wobei - was die großen Effektmovies betrifft - natürlich das Kino durchaus bei mir den Vorzug hat. Auf der anderen Seite sind mir Komödien zu Hause lieber, seit ich damals bei der Vorpremiere von Naked Gun 2 1/2 in einem voll besetzten Kino direkt nebem einer Gruppe hysterischer Dauerlacher gesessen habe und weniger als die Hälfte des Films überhaupt hören konnte. Ich finde, dass sowohl Kino als auch Home-Entertainment nebeneinander existieren können. Aber Kino sollte man dennoch nie ganz vergessen, denn schließlich ist es auch Kultur!
Was denkt ihr?
Um eine entsprechende Aussage zu machen, muss man eine Vielzahl von Daten berücksichigen. Da es aber unzählig viele Sehverhalten von Filmkonsumenten gibt, ist eine für alle zutreffnde, "richtige" Antwort schwer zu finden. Aber man kann sich dem annähern, indem man zuerst einmal ein paar Sonderfälle ausschließt.
Ausschließen sollte man von vorneherein die ganzen illegalen "Nutzer", die sich damit zufrieden geben, downgeloadeten Kram aus dem Internet anzusehen. Erstens ist das, man kann es nicht genug wiederholen, strafbar und zweitens kann in diesem Fall von Qualität im Bild- und/oder Tonbereich nicht die Rede sein. Auch ausschließen sollte man die Nutzung von Bildschirmen. Klar, ein guter TV oder gar ein richtig großer Plasma-16:9 ist eine sehr feine Sache, kann aber nicht wirklich mit einer Leinwand mit mehreren Metern Durchmesser verglichen werden. Bei "normalen" Filmen ohne die "großen Schauwerte" mag das für viele unerheblich sein, aber so gut die Schlacht um Helms Klamm, King Kongs Amoklauf in NY, die Transformers-Action oder (um auch mal was älteres zu nennen) die Abenteuer des Indiana Jones auf dem Plasma aussehen, richtig FETT kommt das erst in der Höhe und Breite, wie sie ein großer Kinosaal liefert bzw. als Lichprojektion auf einer Leinwand! Das führt zu Punkt 3, denn so heimelich kleine Kinoecken sein mögen, so ungeeignet sind sie für Filme oben genannten Charakters. Natürlich kann man da auch wieder argumentieren, dass diese sogenannten "Bahnhofskinos" oder "Grind-House-Theatres" eben jenen Flair brauchen und eben auch ein Stückchen Kultur sind, aber dennoch sind das Sonder-Nieschen des Kinos, die man auch gesondert betrachten sollte und ebenfalls in einem breiten Vergleich aussschließen sollte.
Also was bleibt übrig? Die großen Kinos vs. ein anständiges Home-Entertainment!
Was die Endgröße angeht, ist die Leinwand im Kino dennoch überlegen, aber man kann zu Hause durchaus eine vergleichbare Atmosphäre schaffen. Aber auch hier muss man gewisse Kosten ausblenden, um wirklich vergleichen zu können. Da wären die Fahrtkosten zum Kino oder zur Videothek (plus Parkgebühren), da dies bei 100 Nutzern auch 100 mal verschieden sein kann. Auch sollten Mietkosten (plus Strom und Heitzung) nicht mit in die Heimkinokosten mit einfließen, weil man den Anteil einfach schlecht festlegen kann. Auch die Sitzgarnituren (Sofa, Sessel, Bank, Stühle, Sitzkissen oder auf dem Boden) sollte man als Kostenfaktor außen vor lassen. Ebenfalls aus der Rechnung rausfallen müssen die Verpflegungskosten (Cola, Chips usw.), da diesbezüglich auch jeder anders ist. Auch werden nur DVD-Leihgebühren berechnet und keine Kauf-DVDs berücksichtigt.
Nicht ausschließen, aber dem späteren Endergebnis zuzurechnen bzw. zu berücksichtigen sind die Laufenden Kosten bei der Heimanlage. Wenn man einen entsprechenden Beamer besitzt, kommen nach rund 4000 Stunden neue Lampenkosten (je nach Beamer und Nutzung) hinzu, außerdem ist die Lebensdauer eines Beamers eben auch begrenzt. Aber das nur zur Ergänzung.
OK, kommen wir zum Vergleich selbst:
Was kostet eine Heimanlage? Die folgenden Zahlen sind nur vage Schätzungen und können auf jeden Fall nach oben oder unten nachkorrigiert werden. Es sei folgendes angenommen:
Ein anständiger DVD-Player 120 Euro
Ein Beamer (mit gutem Schwarzwert) 1200 Euro
Eine Leinwand (mit Einbaukosten) 100 Euro
Eine 5.1 Anlage mit guten Boxen 700 Euro
Summe = 2120 Euro, um sich eine Heimkino-Anlage zu schaffen, bei der man das reine Seh- und Hörerlebnis tatsächlich mit einem Kinobesuch vergleichen kann.
Für einen Kinobesuch nehme ich im Schnitt (verbilligte Kinotage, Zuschläge für Überlänge) mal 7 Euro an, als Leihgebühr für eine neue DVD (am selben Tag wieder abgegeben) mal 1,50 Euro. Nun braucht man eine Gleichung, die aussagt, ab wann sich der Genuß von soundsoviel DVDs incl. der Anschaffungskosten für eine Heimkino-Anlage im Vergleich zu soundsoviel Kinobesuchen amortisiert haben bzw. ab wann das DVD-Vergnügen tatsächlich billiger wird als das Kinoerlebnis. Die Formel kann folgendermaßen zusammengefasst werden:
2120 + 1,5x = 7x
2120 = 7x - 1,5x
5,5 x = 2120
x = 386
Bedeutet: Ab der 386ten geliehenen DVD im Vergleich zu 386 Kinobesuchen ist das Leihen für zu Hause tatsächlich billiger als der Gang ins Kino.
Das gilt natürlich nur für den angestrebten Qualitätsanspruch "Heimanlage". Wenn man mit einem Bildschirm zufrieden ist oder gar die DVDs auf dem Computer zu Hause guckt, fallen die hohen Kosten für Beamer und Co. natürlich weg, aber IMHO kann man das NICHT mit einem Kinobesuch ernsthaft vergleichen.
Zusätzliche Abwägungen:
Plus für die DVD:
Eventuelle Bonus-Features wie Trailer, Making Ofs, Deleted Scenes usw.
Möglichkeiten, den Film zu unterbrechen (wegen z.B. Anruf, Toilette, Raucherpausen,..)
Verstärkter Alkoholgenuss (kann aber auch negativ bewertet werden)
Beginn nach eigenem Gutdünken
Plus für den Kinobesuch:
Filme kommen erst nach einer gewissen Zeit NACH dem Kinorelease auf DVD
News wie Werbung und Trailer (können aber auch negativ bewertet werden)
Dynamik und Reaktionen des Publikums (kann aber auch negativ bewertet werden)
Der Punkt "Gemeinschaftserlebnis mit Freunden" ist bei der Heimkinoanlage eventuell noch besser als im Kino, da zusätzliche Störfktoren wie der 2-Meter-Typ, der sich mit seinen 3 plärrenden Kindern direkt vor einen setzt, wegfallen. Und man kann danach sowieso noch ausgehen oder eventuell im Garten grillen usw. Auf der anderen Seite kann man dann aber die nette Blondine aus der Nebenreihe nicht kennenlernen...
Letztendlich, Mathematik hin oder her, die Frage, wieviel es einem Wert ist, einen Film im Kino zu sehen, selbst überlassen bzw. ist individuell zu bewerten. Ich persönlich mag beides, wobei - was die großen Effektmovies betrifft - natürlich das Kino durchaus bei mir den Vorzug hat. Auf der anderen Seite sind mir Komödien zu Hause lieber, seit ich damals bei der Vorpremiere von Naked Gun 2 1/2 in einem voll besetzten Kino direkt nebem einer Gruppe hysterischer Dauerlacher gesessen habe und weniger als die Hälfte des Films überhaupt hören konnte. Ich finde, dass sowohl Kino als auch Home-Entertainment nebeneinander existieren können. Aber Kino sollte man dennoch nie ganz vergessen, denn schließlich ist es auch Kultur!
Was denkt ihr?