kinski
John Landis'
FAMILY

Produktionsland : USA
Produktionsjahr : 2006
Genre : Horror
Lauflänge : 58 Minuten
Freigabe : ab 18 Jahren
Regie : John Landis
Drehbuch : Brett Hanley
Make-Up : Greg Nicotero
Musik : Peter Bernstein
Darsteller :
George Wendt
Meredith Monroe
Matt Keeslar
Haley Guiel
Kerry Sandomirsky
John B. Scott
Emily Tennant
Emily Hope
Nancy Whyte


Inhalt :
Eine idyllische Wohngegend in einer amerikanischen Stadt : Harold Thompson ist bei seiner täglichen Arbeit … im Keller seines schicken Eigenheims bastelt er sich seine eigene kleine Familie. Und weil er dies nicht auf normalem Wege zustande bringt, sucht er sich seine Familienmitglieder auf der Straße, entführt diese, tötet sie, übergießt sie in der Kellerbadewanne mit Säure und stellt sich die Skelette ins Wohnzimmer … selbstverständlich in ihrer ursprünglichen Bekleidung, die sie vor ihrem ungeplanten Ableben trugen.
Die Idylle wird empfindlich gestört, als nebenan das junge Ehepaar Celia und David Fuller einziehen. Die Beiden haben einen schweren Schicksalsschlag verkraften müssen und versuchen nun in einer neuen Stadt einen neuen Start. Gleich in der ersten Nacht fährt David leicht angetütert den steinernen Briefkasten von Harold um. Nur gut, dass weder er noch Celia die darin verborgenen Knochen finden. Am nächsten Morgen steht der Briefkasten jedoch schon wieder, als wenn ihm nichts passiert wäre. Grund genug, um dem netten Onkel von nebenan zumindest einen Anstandsbesuch abzustatten. Und so lernen sich die drei Nachbarn schließlich kennen. Nur dumm, dass Harold für „seine kleine Tochter“ noch eine große Schwester sucht … und Celia würde hervorragend zu ihr passen …

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Regisseur John Landis ist seit Jahrzehnten für seinen rabenschwarzen Humor – oftmals auch in Verbindung mit skurillem Horror - bekannt. Nicht nur die „Blues Brothers“ oder „American Werewolf“ gehen auf sein Konto – auch die Episode „Deer Woman“ aus der ersten MOH-Staffel wurde von ihm inszeniert. Im Gegensatz zu „Deer Woman“ gefällt mir „Family“ jedoch ausgesprochen gut und ist um Längen besser als die aktuellen Beiträge der Altmeister Carpenter und Argento.
John Landis hat mit „Family“ eine bitterböse Horror-Satire geschaffen, bei der einem das Lachen buchstäblich im Halse stecken bleibt. George Wendt („Cheers“) mimt den Harold Thompson mit dem Charme einer Dampfwalze und passt einfach perfekt zur Story. Stets behäbig wirkend hat der gute Harold ganz mächtig was am Sträußchen, ist jedoch ein absoluter Fuchs wenn es darum geht, sich sein nächstes Opfer an Land zu ziehen. Und wenn er dann mit Gasmaske bekleidet – im Hintergrund schicke Swingmusik oder Kirchenchoräle vom Band – seinen neuen Familienmitgliedern mit Hilfe der Säure das Fleisch von den Knochen löst, wirkt er so, als wenn er gerade bei einer entspannenden Partie „Mensch ärgere dich nicht“ wäre.
„Family“ würde in richtiger Spielfilmlänge wahrscheinlich nur besser funktionieren. So muss man die verschiedenen Charaktere jedoch in knapp 55 Minuten reiner Spielzeit dem Zuschauer nahe bringen, was zwar einigermaßen funktioniert, aber durchaus noch Fragen offen lässt. Das Ende von „Family“ hält dann nochmal einen richtigen Knalleffekt parat, gerät aber leider ebenfalls zu kurz. Landis hat es verstanden, in der Kürze eine richtig gute Horror-Episode zu erschaffen … in Spielfilmlänge wäre der Streifen aber wahrscheinlich ein richtiger Knaller geworden.
7 / 10
