Der Fall Serrano

kinski
Der Fall Serrano



Originaltitel : Mort D’un Pourri

Alternativtitel :
Death of a Corrupt Man
The Twisted Detective

Produktionsland : Frankreich
Produktionsjahr : 1977

Genre : Thriller
Lauflänge : 119 Minuten
Freigabe : ab 16 Jahren

amazon :

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Regie : Georges Lautner
Drehbuch : Raf Vallet, Michel Audiard

Darsteller :
Alain Delon
Ornella Muti
Stéphane Audran
Maurice Ronet
Klaus Kinski
Mirelle Darc
Michel Aumont
Jean Bouise
Carole Lange



Inhalt :
Philippe Duboye (Maurice Ronet) gesteht seinem Freund Xav (Alain Delon) den Mord an dem zwielichtigen Abgeordneten Serrano. Xav soll ihm ein Alibi verschaffen. Dabei wird Xav allmählich klar, dass der Mord nicht aus Notwehr geschehen ist, sondern weil Philippe erpresst wurde. Als Philippe ermordet wird, haben alle Leute aus der näheren Umgebung Grund genug, um ihr Leben zu bangen. Bei der Suche nach dem Mörder von Philippe gerät Xav in ein übermächtiges System von Korruption und Verbrechen. (DVD-Klappentext, universum / Tobis / ufa)




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Ich muss zugeben, dass eines der Genres, mit denen ich am wenigsten anfangen kann, der Polit-Thriller ist. Auch Kinskis „Der Fall Serrano“ (Originaltitel: „Mort d´un pourri“) macht da keine Ausnahme. Der französische Film bietet die für das Genre übliche Mischung aus politischen Verwicklungen, Machtgehabe und Mord. Nichts, was man nicht schon in ähnlichen Filmen bereits zigfach gesehen hätte.
Allerdings, und darin liegt der große Vorteil von „Der Fall Serrano“, kann man eine Riege von herausragenden Schauspielern vorweisen. Neben Klaus Kinski, der den dubiosen Geschäftsmann Nicolas Tomsky darstellt, sind unter anderem Alain Delon, Ornella Muti, Stéphane Audran, Maurice Ronet und Mireille Darc zu sehen. Das Wiedersehen mit derart vielen farnzösischen Stars ist zwar nett, täuscht jedoch nicht über einen langatmigen und lahmen Streifen hinweg, der nur ganz wenig Höhepunkte aufzuweisen hat.

4 / 10

kinski


Ausführliche Filmkritik zu "Der Fall Serrano" :

In den hohen Kreisen der Politik scheint jeder Abgeordnete korrupt zu sein. Erpressung und Verleumdung sind an der Tagesordnung. Der Abgeordnete Michel Serrano hat zudem noch eine Akte über mächtige Geschäftsmänner und Finanziers, Politiker und deren Machenschaften und allerlei andere verbrecherische Ak-tivitäten angelegt. Damit hat er sich allerdings auch zur Zielscheibe seiner Gegner gemacht. Seinem Abgeordneten-Kollegen Philippe Dubaye (Maurice Ronet) gehen schließlich die Nerven durch, Serrano wird von ihm brutal erschlagen. Um seine Tat zu vertuschen, überredet Dubaye seinen alten Freund Xavier (Alain De-lon), ihm ein Alibi zu verschaffen. Doch damit stellen sich Xavier und Philippe mitten in das Fadenkreuz der Mächtigen.
Scheinbar jeder ist hinter der verschwundenen Akte von Serrano her, die Dubaye nach seiner Tat mitgehen ließ. Er muss sehr schnell einsehen, dass sein Leben keinen einzigen Franc mehr wert ist. Auch auf seine Freundin Valerie (Ornella Muti) und Xavier werden wiederholt Attentate verübt. Dubaye wird schließlich getötet und Xavier muss sowohl die Akte als auch Valerie schützen. Der zwielichtige Geschäftsmann Nikolas Tomsky (Kinski) scheint ebenfalls an den Dokumenten interessiert zu sein und bietet Xavier scheinheilig seine Mithilfe an. Die Schlinge um Xaviers Hals zieht sich dabei immer enger zusammen. Zudem sitzt ihm noch die Polizei in Person von Kommissar Morot (Michel Aumont) zunehmend im Nacken. Als auch noch SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Dubayes Frau Christiane (Stéphane Audran) einem bedauerlichen ´Unfall´ zum Opfer fällt (sie stürzt unfreiwillig aus dem Fenster ihres Krankenhauszimmers zu Tode),
SPOILER ENDE verteilt Xavier Teile der Akte an verschiedene Pariser Zeitungen zur Veröffentlichung. In der Zwischenzeit versucht Tomsky nochmals Xavier zur Herausgabe der Akte zu überreden. SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Als dieser sich weigert wird auch Valerie umgebracht.
SPOILER ENDE
Für Xavier ist das Maß voll. Mit Waffengewalt erzwingt er von einem ´Freund´ den Namen von Dubayes Mörder und stellt ihm eine Falle. SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Der unscheinbare Kommissar Morot ist der Täter, der seinen eigenen Weg zur Beseitigung krimineller Subjekte gewählt hatte. Serranos Akte wird endgültig der Polizei übergeben. Xavier jedoch hat einen hohen Preis für seine Loyalität Dubaye gegenüber bezahlt.
SPOILER ENDE

Immer wieder verstrickt sich „Der Fall Serrano“ in undurchsichtigen Politgeschäften und der Zuschauer verliert zunehmend den Überblick. Die Story hält leider nicht, was die herausragenden Akteure versprechen. Zwar überzeugen sowohl Delon als auch besonders Maurice Ronet und Ornella Muti in ihren Rollen, das alleine kann jedoch in keinem Fall über die arg konstruierte Geschichte hinweghelfen.

Klaus Kinski spielt wieder einmal den zwielichtigen Geschäftsmann mit Verbindungen bis in die höchsten Kreise. Er bleibt jedoch weitest gehend ungewohnt zurückhaltend und farblos in seiner Darstellung. Zudem wird seine Rolle bis zum Schluss nicht ausreichend erklärt. In seiner letzten Szene sieht Kinski wirklich belustigend aus. Tomsky hat zur Jagd eingeladen und trägt zu diesem Anlass einen flaschengrünen Anzug, dazu eine unglaublich kleidsame Schirmmütze und hohe Stiefel. Das ist aber auch so ziemlich das Einzige, was einem von ihm in Erinnerung bleibt. Aber wie gesagt, Polit-Thriller sind nicht wirklich mein Ding.

Zum letzten Mal trifft Klaus Kinski in „Der Fall Serrano“ auf Maurice Ronet, mit dem er in den vergangenen zwölf Monaten bereits „Madame Claude“ und „Nuit d´or“ abgedreht hatte. Diesmal hat Ronet Gelegenheit, sich länger zu präsentieren und stellt sich erneut als gleichwertiger Partner Kinkis heraus. Maurice Ronet, ein hochkarätiger Mime, den man viel zu selten in seinem Können angemessenen Rollen sehen durfte.
Das erste filmische Zusammentreffen von Ornella Muti – so etwas wie die Sophia Loren der 70er 80er Jahre in Italien – und Klaus Kinski wäre besser auch das letzte geblieben. Leider fanden sich beide drei Jahre später mit „Geld und Liebe“ in einem der größten Reinfälle der Filmgeschichte wieder vereint.