Karate Jack

kinski
Karate Jack



Originaltitel : Il mio nome è Shanghai Joe

deutsche Alternativtitel :
Mein Name ist Karate Jack
Der Mann mit der Kugelpeitsche
Knochenbrecher im Wilden Westen
Karate Jack – Ich bin euer Richter

Produktionsland : Italien
Produktionsjahr : 1973

Genre : Eastern / Western
Lauflänge : 93 Minuten
Freigabe : ab 18 Jahren (deutsche X-Rated Hardbox)

Regie : Mario Caiano
Drehbuch : Mario Caiano
Musik : Bruno Nicolai

Darsteller :
Chen Lee
Klaus Kinski
Carla Romanelli
Gordon Mitchell
Giacomo Rossi Stuart
Robert Hundar
Piero Lulli
Katsotushi Mikuriya



Inhalt :
Zu jener Zeit, als der Wilde Westen seinem Namen noch alle Ehre machte, witterten verwegene Männer aus aller Welt, dass ihre Chance in Amerika liegt. So kommt auch ein seltsamer Fremder ins Land, um Cowboy zu werden. Sein sanftes Gebaren und seine Freundlichkeit belsutigen die Cowboys auf den verschiedenen Ranches, wo er Arbeit sucht.
Aber eines Tages macht sich der Fremde Luft, als er in einem Saloon verhöhnt und verspottet wird. Im Handumdrehen schlägt er alle Anwesenden nieder und macht aus der Einrichtung Kleinholz. In diesem Moment beginnt sein Ruf als Held und Verteidiger der Schwachen, die es schwer haben, sich im Wilden Westen durchzusetzen.
Des Fremden Gerechtigkeitssinn stört die schmutzigen Geschäfte eines gewissen Palmer, den bedeutendsten Gangsterboss dieser Gegend. Palmer entschließt sich, den Eindringling aus dem Weg zu räumen und beauftragt fünf Killer, die alle einen gefürchteten Namen haben … (VHS-Klappentext, Gloria Video)



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Anfang der 70er Jahre war der Stern des Italo-Western schon fast gesunken, der eines neuen Genre war aber schon in Sichtweite: der Eastern. Was lag also näher als beides miteinander zu vermischen? Heraus gekommen ist dabei „Karate Jack“ – oder alternativ „Der Mann mit der Kugelpeitsche“ - (weiterer Alternativ-Titel: „Mein Name ist Karate-Jack“). Um den kunterbunten Reigen der verschiedensten Titel komplett zu machen, hat man den Streifen dann auf DVD schließlich „Knochenbrecher im Wilden Westen“ genannt.
Doch ganz egal, unter welchem Titel dieser ´Italo-Eastern´ nun auch laufen sollte – dieser Film ist Schrott. Sorry, aber welche Leichenfledderei hier mit dem aussterbenden Spaghetti-Western betrieben wird, ist wirklich nicht besonders schön anzusehen. (Ausführliches Review folgt)

3 / 10

kinski


Ausführliches Review zu "Karate Jack" ("Knochenbrecher im Wilden Westen") :
Titelheld der Geschichte ist der Chinese Karate-Jack (Chen Lee), der sich nach Texas aufmacht, um dort Cowboy zu werden. Doch aufgrund seines Aussehens und seiner Herkunft wird er nicht ernst genommen und trifft auf immer neuen Widerstand. Unser Held muss zahlreiche Abenteuer bestehen, kann jedoch dank seiner speziellen Kampftechnik jedes Problem beseitigen. Als er beim reichen Spencer als Viehhüter anheuert, kann er nicht ahnen, dass dieses sogenannte Vieh aus mexikanischen Arbeitern besteht, die Spencer wie Sklaven für seine Zwecke nutzt. Karate-Jack rebelliert natürlich gegen so viel Ungerechtigkeit und zieht sich damit den Zorn seines neuen Arbeitgebers zu, der ihn in eine Arena lockt und ihn hilflos einem wilden Stier vor die Füße wirft. Doch natürlich kann Jack auch das kleine Tierchen umhauen und jagt nun seinerseits Spencer. Doch anstatt diesen zu töten, schüchtert er ihn nur ein.
Spencer lässt sich diese Erniedrigung nicht gefallen und heuert einige Killer an, um Jack den Garaus zu bereiten. Einer dieser Killer ist Scalper Jack (Klaus Kinski), ein eiskalter Mörder, dessen Vorliebe es ist, seinen noch lebenden Opfern die Kopfhaut vom Schädel zu ziehen. Dieser scheint gegen Karate-Jack die Oberhand zu behalten. Alle anderen Killer hatten recht schnell das Nachsehen gegen den gewitzten Chinesen. Wobei meistens nur der Name der Jäger furchterregend war: ´Sam, der Totengräber´ (Gordon Mitchell), ´Jim, der Kannibale´ (Robert Hundar) oder auch ´Jerry, der Colt´ (Giacomo Rossi Stuart).
Doch Scalper-Jack ist etwas hartnäckiger, bis ihm seine eigenen Waffen zum Verhängnis werden. In den Innentaschen seiner Jacke trägt Scalper Jack ein ganzes Arsenal an Messern. Als es zum entscheidenden Kampf zwischen ihm und seinem chinesischen Kontrahenten kommt, rammt Karate-Jack ihm sämtliche Messer in die Seiten. Anschließend verliert der Killer seinen Skalp (was allerdings nicht in allen Versionen zu sehen ist).
Als letzte Möglichkeit hat Spencer einen Kampfesbruder von Karate-Jack engagiert. Wie Jack ist auch dieser ein Träger der eintätowierten Lotusblüte. Karate-Jack gewinnt auch diesen letzten Kampf und fühlt sich von nun an zum Kämpfer für Recht und Ordnung berufen.

Leider ist Klaus Kinski auch in diesem Film der einzige Höhepunkt. Als er nach knapp 70 Minuten endlich für ein paar Szenen auftaucht, ist der Film jedoch nicht mehr zu retten. Der Hauptdarsteller Chen Lee, der so gerne einmal so berühmt werden will wie Jackie Chan oder Bruce Lee, hat nicht die Spur von Talent. Die Kampfszenen (mitsamt den dazu gehörigen Geräuschen) sind lächerlich inszeniert, vom Dialog mal ganz zu schweigen. Lediglich Kinski liefert eine schöne Leistung ab. Mit dem Lächeln eines Dämons bringt er seine Opfer zum Reden, nur um ihnen danach die Kopfhaut abzutrennen. Es gibt einige schöne Nahaufnahmen seiner irren Visage, und die Rolle des Scalper Jack ist ihm geradezu auf den Leib geschnitten. Mit seinem X-beinigen Gang wirkt er fast unbeholfen, im nächsten Moment aber schon verwandelt er sich in einen irren Killer.
Neben Kinski sind u.a. die Italiener Giacomo Rossi Stuart und als ´Spencer´ Piero Lulli zu sehen, die auch schon bessere Tage gesehen haben. Beide haben gemeinsam einen absoluten Kultfilm des Horror-Genre gedreht, und zwar „ Die toten Augen des Dr. Dracula“ (Kill, Baby, Kill / Originaltitel: „Operazione Paura“). In „Mein Name ist Karate-Jack“ jedoch bleiben diese beiden Darsteller weit unter ihren Möglichkeiten. Klaus Kinski aber hat dem total dümmlichen Skript zum Trotz wieder einmal bewiesen, das er auch aus nur fünf Minuten seinen eigenen, sehenswerten Film machen kann.