kinski
Stumme Liebe

Originaltitel : La Femme Enfant
Alternativtitel : L’ombre du loup
Produktionsland : Frankreich
Produktionsjahr : 1980
Genre : Drama
Lauflänge : 100 Minuten
amazon.fr :
http://www.amazon.fr/femme-enfant-Penelo...04852844&sr=8-1
Regie : Raphaele Billetdoux
Drehbuch : Raphaele Billetdoux
Musik : Vladimir Cosma
Darsteller :
Klaus Kinski
Penelope Palmer
Michel Robin
Helene Surgere
Ary Aubergé
Georges Lucas
Inhalt :
Im Mittelpunkt von „La Femme Enfant“ (französischer Originaltitel, alternativ auch „L´ombre du loup“) steht der stumme Gärtner Marcel, der in einer leidenschaftlichen, väterlichen Liebe mit der erst 13jährigen Elisabeth verbunden ist. Warum und wieso wird nicht erklärt. Elisabeth steht jeden Morgen eine Stunde früher auf und besucht Marcel bevor sie zur Schule muss. Dieser wartet dann bereits ungeduldig auf seine Freundin, hat ihr das Frühstück zubereitet oder kleine Überraschungen für sie. Die beiden toben herum wie Kinder und was Marcel mit Worten nicht ausdrücken kann, vermittelt er mit Gebärden und Handlungen. Das morgendliche Treffen ist für beide ein fester Bestandteil ihres Tagesablaufes geworden.
Für Elisabeth ist Marcel eine Zuflucht vor ihrem stupiden und konversativen Elternhaus. Vater und Mutter betreiben einen Frisörsalon in diesem kleinen, französischen Kaff mitten im Nirgendwo. Sie haben kein Auge für die Interessen oder die Entwicklung ihrer Tochter. Die Mutter ist eine ewig nörgelnde Nervensäge, der Vater sitzt meistens stumm in seine Zeitung vertieft am Tisch. Elisabeth hingegen träumt davon, Organistin zu werden. Aus diesem Grund spielt sie die Orgel in der örtlichen Kirche und nimmt an einem Wettbewerb teil, den sie schließlich auch gewinnt. Damit beginnt für Elisabeth ein neuer Lebensabschnitt. Aber das bedeutet auch, dass sie ihren kleinen Ort verlassen muss … und ebenso Marcel …
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Marcel erfährt von Elisabeths Plänen nichts. Sie weiß genau, dass sie ihm das Herz brechen wird und schafft es nicht, ihm die Wahrheit zu sagen. So wartet Marcel eines Morgens vergebens auf Elisabeth. Nachdem er ein paar Tage hat verstreichen lassen, begibt er sich auf die Suche nach seiner Freundin. Doch weder an ihrer Schule noch am Elternhaus findet er sie. Schlussendlich geht er sich in den Frisörsalon, um so während des Haareschneidens vielleicht Informationen über Elisabeths Verbleib zu bekommen. Er belauscht ein Gespräch zwischen der Mutter und einer Kundin und muss erkennen, dass Elisabeth ihn verlassen hat. Mit ihr ist auch sein Lebensinhalt gegangen. Als der Vater ihn rasieren will ergreift Marcel dessen Hand mit dem Rasiermesser und schneidet sich die Kehle durch. Elisabeth findet bei ihrer Rückkehr nur noch seine leere Wohung vor ...
SPOILER ENDE

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Originaltitel : La Femme Enfant
Alternativtitel : L’ombre du loup
Produktionsland : Frankreich
Produktionsjahr : 1980
Genre : Drama
Lauflänge : 100 Minuten
amazon.fr :
http://www.amazon.fr/femme-enfant-Penelo...04852844&sr=8-1
Regie : Raphaele Billetdoux
Drehbuch : Raphaele Billetdoux
Musik : Vladimir Cosma
Darsteller :
Klaus Kinski
Penelope Palmer
Michel Robin
Helene Surgere
Ary Aubergé
Georges Lucas
Inhalt :
Im Mittelpunkt von „La Femme Enfant“ (französischer Originaltitel, alternativ auch „L´ombre du loup“) steht der stumme Gärtner Marcel, der in einer leidenschaftlichen, väterlichen Liebe mit der erst 13jährigen Elisabeth verbunden ist. Warum und wieso wird nicht erklärt. Elisabeth steht jeden Morgen eine Stunde früher auf und besucht Marcel bevor sie zur Schule muss. Dieser wartet dann bereits ungeduldig auf seine Freundin, hat ihr das Frühstück zubereitet oder kleine Überraschungen für sie. Die beiden toben herum wie Kinder und was Marcel mit Worten nicht ausdrücken kann, vermittelt er mit Gebärden und Handlungen. Das morgendliche Treffen ist für beide ein fester Bestandteil ihres Tagesablaufes geworden.
Für Elisabeth ist Marcel eine Zuflucht vor ihrem stupiden und konversativen Elternhaus. Vater und Mutter betreiben einen Frisörsalon in diesem kleinen, französischen Kaff mitten im Nirgendwo. Sie haben kein Auge für die Interessen oder die Entwicklung ihrer Tochter. Die Mutter ist eine ewig nörgelnde Nervensäge, der Vater sitzt meistens stumm in seine Zeitung vertieft am Tisch. Elisabeth hingegen träumt davon, Organistin zu werden. Aus diesem Grund spielt sie die Orgel in der örtlichen Kirche und nimmt an einem Wettbewerb teil, den sie schließlich auch gewinnt. Damit beginnt für Elisabeth ein neuer Lebensabschnitt. Aber das bedeutet auch, dass sie ihren kleinen Ort verlassen muss … und ebenso Marcel …
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Marcel erfährt von Elisabeths Plänen nichts. Sie weiß genau, dass sie ihm das Herz brechen wird und schafft es nicht, ihm die Wahrheit zu sagen. So wartet Marcel eines Morgens vergebens auf Elisabeth. Nachdem er ein paar Tage hat verstreichen lassen, begibt er sich auf die Suche nach seiner Freundin. Doch weder an ihrer Schule noch am Elternhaus findet er sie. Schlussendlich geht er sich in den Frisörsalon, um so während des Haareschneidens vielleicht Informationen über Elisabeths Verbleib zu bekommen. Er belauscht ein Gespräch zwischen der Mutter und einer Kundin und muss erkennen, dass Elisabeth ihn verlassen hat. Mit ihr ist auch sein Lebensinhalt gegangen. Als der Vater ihn rasieren will ergreift Marcel dessen Hand mit dem Rasiermesser und schneidet sich die Kehle durch. Elisabeth findet bei ihrer Rückkehr nur noch seine leere Wohung vor ...
SPOILER ENDE

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Die Geschichte von „Stumme Liebe“ klingt nicht nur banal, sie ist es auch, wenn auch durchaus im positiven Sinn. Der Film lebt einzig und allein von der Kraft der Darstellung eines Klaus Kinski. Seine Mitspieler bleiben mit Ausnahme der jungen Penelope Palmer als Elisabeth äußerst blass. Kinski stellt den sensiblen Marcel dementsprechend mit sparsamsten Mitteln und ohne Worte dar.
Nie kommt eine sexuelle Komponente hinzu, wie man aufgrund der Konstellation vermuten könnte. Marcels Gefühle sind rein freundschaftlicher Natur, wenngleich er Elisabeth oft küsst und umarmt. Das große Plus dieses Film – ein Kinski ohne Worte – wird allerdings in dem Augenblick zum Nachteil, wenn der Zuschauer die Beweggründe und Entwicklung dieser ungleichen Liebe erfahren möchte. Diese Frage bleibt leider unbeantwortet. „Stumme Liebe“ erweist sich als reine Momentaufnahme.
Sehr zu Unrecht ist dieses französische Drama wohl auf ewig in den Archiven der Fernsehsender verschollen, denn hier sieht man Klaus Kinski in einer seiner ungewöhnlichsten und stärksten Rollen. Ohne Worte kann er sich ganz auf Mimik und Gesten konzentrieren, was ihm als Theaterschauspieler nur entgegen kommt. Kinski drückt alles aus – von kindlicher Freude über Eifersucht, Leidenschaft, Verletzlichkeit, Zorn, Hingabe und Sehnsucht – und schafft es wie kein Anderer stumm all diese Emotionen glaubhaft darzustellen.
„Stumme Liebe“ ist in vielerlei Hinsicht ein sehr leiser Film. Er kommt zumeist ohne Worte aus, einzig und allein von einer sanften Musik getragen. Auch Kinski agiert sehr zurückgenommen und überzeugt gerade deswegen. Die Szenen, in denen er begreift, dass Elisabeth nicht mehr zu ihm zurückkommen wird, sind in ihrer Dramatik und Schlichtheit ergreifend. Wie seine Rollenfigur Marcel hatte auch Klaus Kinski erfahren müssen, was es bedeutet den Menschen, der einem am meisten bedeutet, zu verlieren. SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Dem Sinn seines Lebens beraubt schneidet sich Kinski/Marcel schließlich die Kehle durch. Auch diese Szene wird ohne zusätzliche dramatische Mittel gezeigt. Man sieht kein Blut, man sieht nur Kinskis Verzweiflung und begreift, dass es für ihn keine andere Möglichkeit geben kann.
SPOILER ENDE
7 / 10

