Schizoid

kinski
Schizoid



Produktionsland : USA
Produktionsjahr : 1980

Alternativtitel : Murder by Mail

Genre : Horror, Thriller
Laufzeit : 85 Minuten
Freigabe : ab 18 Jahren

Regie : David Paulsen
Drehbuch : David Paulsen
Musik : Craig Hundley

Darsteller :
Klaus Kinski
Mariana Hill
Craig Wasson
Christopher Lloyd
Donna Wilkes
Flo Gerrish
Joe Regalbuto
Richard Herd



Inhalt :
Im Rahmen einer Gruppentherapie versucht Dr. Fales die verborgenen Probleme seiner Patienten zu lösen. Und damit auch seine eigenen, die mit denen von Julie, Pat und Sally unheilvoll verbunden sind. Da geht es um Liebe und Leidenschaft, um Hass und Eifersucht. Es entwickelt sich ein Drama mit tödlichem Ausgang, das keinen der Beteiligten verschont …
Feinnervig führt David Paulsen die Regie in einem beklemmend-spannenden Psycho-Thriller, der durch Klaus Kinski in der Hauptrolle geprägt wird. Ein bedrückender Film, der Menschen demaskiert, indem er ihre Seele zeigt. Dieser Film zeigt, welche Grausamkeit und Leidenschaft in jedem von uns stecken können. (VHS-Klappentext, VPS)

A chilling suspense thriller about a murderer who kills psychiatric patients – a terrifying experience – a masterful combination of Hitchcock’s „Psycho“ and Carpenter’s „Halloween“ … A must for those who want to be scared to death. (Klappentext der australischen VHS)

One by one, the beautiful female members of a noted psychiatrist’s therapy group are being fiendishly murdered. Is the scissor-wielding maniac one of the doctor’s unbalanced patients ? A jealous husband ? The doctor’s sexually frustrated daughter ? Or could it be the good doctor himself ? With time running out – and the terrified therapy group dwindling corpse by corpse – the psychotic killer is maneuvered into a final, nerve-shredding confrontation ! (Klappentext der US-VHS)


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Unterschiedlicher können Filmbeschreibungen eigentlich kaum sein, wie man an den oben aufgeführten Klappentexten sehen kann. Und in der Tat ist SCHIZOID ein Mischmasch aus Horrorfilm und Thriller.
Zum Thriller fehlt dem Film eindeutig der letzte Schliff, die Horror-Sequenzen sind jedoch leider nicht mit der nötigen letzten Konsequenz ausgeführt worden. Was übrig bleibt kann sich dennoch sehen lassen, spannende Unterhaltung wird nicht zuletzt durch eine recht interessante Darstellerriege garantiert. Ausführliche Kritik folgt …

8 / 10

kinski


Filmbesprechung "Schizoid" :

Klaus Kinski stellt den Psychiater Dr. Pieter Fales dar, und das zunächst mit einer für ihn ungewöhnlichen Zurückhaltung. Es ist nicht so, dass Kinski weniger überzeugend wirkt als in anderen Rollen. Aber zumindest in der ersten Hälfte des Films hat man den Eindruck, dass er seine Rolle ausnahmsweise einmal wirklich nur ´spielt´ anstatt sie wie sonst üblich zu verkörpern. Doch zum Glück bekommt man nachher den gewohnten Kinski zu sehen, mit allem was ihn so einzigartig macht – gequälter Gesichtsausdruck, hektische und fahrige Bewegungen. Und natürlich auch mit dem geheimnisvollen Etwas, bei dem der Zuschauer wieder nicht weiß, auf welcher Seite Kinski steht.

Ein unbekannter Killer ermordet die Mitglieder einer Psychotherapie-Gruppe, dessen Leitung Dr. Fales (Kinski) hat. Er tötet stets mit einer Schere und immer sind seine Opfer die Frauen der Gruppe. Zur gleichen Zeit bekommt die Zeitungsredakteurin Julie (Mariana Hill), ebenfalls Mitglied der Therapiegruppe, seltsame Morddrohungen per Post. Die Polizei sieht zunächst keine Verbindung mit den Frauenmorden und somit auch keinen Handlungsbedarf. Einzig und allein ihr Ex-Mann Doug (Craig Wasson) versucht, Julie zu helfen.
So sucht sie Unterstützung bei Fales, mit dem sie kurze Zeit später ein Verhältnis anfängt – sehr zum Unwillen seiner Tochter Alison (Donna Wilkes), die den Tod ihrer Mutter nie verkraftet hat und in Julie eine Gefahr und weibliche Konkurrenz um die Gunst ihres Vaters sieht, mit dem sie eine Art Hassliebe verbindet. Fales hat zwar bei seiner Therapie großen Erfolg, bei seiner eigenen Tochter hat er jedoch versagt … und Alison gibt ihm eine nicht unerhebliche Mitschuld am Tod der Mutter.
Der Zuschauer wird auf verschiedene – falsche – Fährten gesetzt. Ist Kinski der Mörder, obwohl er dieses Mal auf der Seite des Guten zu stehen scheint ? Oder vielleicht doch die leicht debile Tochter? Möglicherweise ist es auch Gilbert, ein weiteres Mitglied der Gruppe. Fast zu spät scheint Dr. Fales zu begreifen, dass Alison die Drohbriefe geschrieben hat. Doch da hat sie Julie und Doug bereits in der Redaktion von Julies Zeitung als Geiseln genommen. Fales eilt ebenfalls in das Gebäude und hört Schüsse, von denen er annimmt, dass seine Tochter sie abgegeben hat.
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Doch so wie Kinski ist auch der Zuschauer erneut im Irrtum – der Killer ist Doug, der Fales und seiner Gruppe die Schuld an seiner Scheidung von Julie gibt und sich dafür rächen will. In einem spannenden Showdown tötet Alison den Mörder mit seiner eigenen Schere, als dieser im Begriff ist ihren Vater umzubringen.
SPOILER ENDE

Trotz mancher Holprigkeiten und einer dünnen Produktion schafft es „Schizoid“, dem Zuschauer mehr als nur eine Schrecksekunde zu verpassen. Neben Klaus Kinski, auf den der Streifen mit zunehmender Spielzeit immer mehr zugeschnitten zu sein scheint, spielt u.a. noch Christopher Lloyd, der ein paar Jahre später in „Zurück in die Zukunft“ seinen großen Durchbruch hatte, als Gilbert eine der Nebenrollen.
Der B-Movie-Fan der 1980er Jahre kommt auch bei den weiteren Darstellern auf seine Kosten. Donna Wilkes als durchgedrehte Kinski-Tochter Alison ist dem Zuschauer als Teenie-**** aus den berühmt-berüchtigten ´Angel´-Streifen bekannt. Und Craig Wasson kam zu Trash-Ehren durch seine Darstellung in Brian de Palma´s „Der Tod kommt zweimal“, in dem er einen Schauspieler spielt, der in seiner Rolle als Vampir durch klaustrophobische Neigungen beim Betreten seiner Schlafstätte jämmerlich versagt und sich nebenbei noch mit allerlei brutalen Morden herumschlagen muss. Desweiteren sah man ihn neben Fred Astaire in dem zu Unrecht unterschätzten Horror-Movie „Rache aus dem Reich der Toten“.

Kinski ist jedoch der einzige wirkliche Star in diesem Streifen und mit zunehmender Spieldauer konzentriert sich die Handlung dann auch immer stärker auf seine Person. Den Showdown hat er schließlich fast für sich allein und kann dort all seine Vorzüge und sein Können zum Tragen bringen, die er am Anfang noch unterdrücken musste oder wollte.
„Schizoid“ ist eigentlich ein kleiner und unbedeutender Film, er ist aber phasenweise so dermaßen trashig, dass er fast schon wieder gut ist. Jedenfalls bekommt man ausreichend Gelegenheit Klaus Kinski in einer doch eher ungewohnten Rolle zu betrachten und das alleine genügt doch schon.

Bewertung : 8 / 10