Fallen Angels

CoolCat
Ein sehr schöner film von Wong Kar-Wai von glaub ich 1995 oder so.

In dem Film geht es um die Hauptprotagonisten sind der auftragsmörder wong, seine agentin und vermittlerin die er noch die getroffen hat, aber die in ihn verliebt ist, eine etwas ausgeflippte blondierte Frau namens baby, den stummen He und die durchtriebene charly.

Bis auf Wong und seine Agentin kennt sich sonst niemand zu beginn des films, doch im laufe der geschichte kreuzen sich die wege immer wieder. In kurzen Ich-erzählungen erfährt man immer wieder ein bisschen was von den jeweiligen Protagonisten, wie zum beispiel, dass He als kind eigentlich immer gern und viel geredet hat bis zu dem zeitpunkt als er eine ananasdose die bereits abgelaufen war, verzehrt hat.
Obwohl die figuren eigentlich vollkommen unterschiedlich sind, merkt man anhand ihrer erzählungen, dass sie eigentlich eins gemeinsam haben: ihre einsamkeit. Und wie sie sie auf ihre eigene (etwas groteske) weise versuchen zu überwinden.

Eine etwas kurze zusammenfassung, ich weiss, aber es ist zwei jahre her wo ich den film gesehen hab.




goodspeed
Wong Kar Wai wie ich ihn bislang (fast) nicht kannte. Unter der rauhen, experimentellen Oberfläche erkennt man zwar seine visuelle Handschrift, aber an den schon fast dogmatischen Inszenierungsstil und die behäbige Erzählweise musste ich mich erst gewöhnen. Die Story wird angetrieben durch die Monologe der drei Hauptcharaktere. Ihre Gedanken und Gefühle, aber in erster Linie ihre Sorgen lassen den Film langsam voranschreiten. Es ist anfangs befremdlich zwischen den kurzen Monologen lange Sequenzen von monotonen Tagesabläufen und belanglos scheinenden Situationen und Begegnungen serviert zu bekommen. Erst gegen Ende merkt man in welche Richtung der Film sich bewegt und was seine eigentlichen Absichten sein könnten.

Für mich funktioniert der Film als eine Art pessimistische Grossstadtmetapher. Eine Welt der Isolation und Einsamkeit in der für die klassische Liebe mit all ihrer verromantisierten rosa Vorstellungen keinen Platz herrscht sondern jeder auf seine eigenen egozentrische und verkapselte Weise sein Leben lebt. Diesen inhaltlichen Ansatz gepaart mit der wundervollen Kameraarbeit von Christopher Doyle und Kar Wai macht aus Fallen Angels etwas besonderes. Anstrengend, experimentell, interpretationsfreudig, andererseits aber mit einer einzigartigen visuellen Kraft, einem sehr eindringlichen Soundtrack (wie kann es anders sein) und trotz allem Pessimismus versprüht der Film dank seiner wunderschönen Schlussszene einen Hauch von Hoffnung.

7 oder 8/10 vertrauten Fremden oder entfremdeten Vertrauten (je nach Stimmung)