Schwester der Königin, Die - Special

Tomtec

im Verleih von
UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL GERMANY



Die Schwester der Königin



Kinostart: 6. März 2008




DIE BESETZUNG

Anne Boleyn
Natalie Portman

Mary Boleyn
Scarlett Johansson

Heinrich VIII.
Eric Bana

Herzog von Norfolk
David Morrissey

Lady Elizabeth
Kristin Scott Thomas

Sir Thomas Boleyn
Mark Rylance

George Boleyn
Jim Sturgess

Katharina von Aragon
Ana Torrent

William Stafford
Eddie Redmayne

William Carey
Benedict Cumberbatch

Jane Parker
Juno Temple



DER STAB

Regie
Justin Chadwick

Produktion
Alison Owen

Drehbuch
Peter Morgan

Ausführende Produktion
Scott Rudin
David M. Thompson

Kamera
Keiran McGuigan

Produktionsdesign
John-Paul Kelly

Schnitt
Carol Littleton
Paul Knight

Kostümdesign
Sandy Powell

Musik
Paul Cantelon


DIE SYNCHRONISATION

ROLLE - DARSTELLER - SPRECHER

Anne Boleyn - Natalie Portman - Manja Doering
Mary Boleyn - Scarlett Johansson - Luise Helm
Heinrich VIII. - Eric Bana - Benjamin Völz
Herzog von Norfolk - David Morrissey - Thorsten Münchow
Lady Elizabeth - Kristin Scott Thomas - Traudl Haas
Sir Thomas Boleyn - Mark Rylance - Pierre Franckh
George Boleyn - Jim Sturgess - Manuel Straube
Katharina von Aragon - Ana Torrent - Elena Alvarez
William Stafford - Eddie Redmayne - Benedikt Gutjan
William Carey - Benedict Cumberbatch - Jens Kretschmer
Jane Parker - Juno Temple - Mareike Oeffinger


Buch/Regie: Ian Odle / Cornelius Frommann
Originaltitel: The Other Boleyn Girl
Filmlänge: 114 Minuten




DER KURZINHALT

England, im 16. Jahrhundert. Zwei Schwestern, Anne (Natalie Portman) und Mary (Scarlett Johansson) Boleyn, werden von ihrem ehrgeizigen Vater (Mark Rylance) und Onkel (David Morrissey) in dem Vorhaben, die Macht und den Status der eigenen Familie zu erhöhen, dazu getrieben, um die Zuneigung des englischen Königs Heinrich VIII. (Eric Bana) zu buhlen.

Über Nacht müssen sie einfache Landleben hinter sich lassen und werden in die gefährliche und aufregende Welt des Lebens bei Hof hineingestoßen - doch was als Unterstützung für die Familie Boleyn begonnen hatte, verwandelt sich schon bald ein eine skrupellose Rivalität zwischen Anne und Mary: beide wollen nämlich die Liebe des Königs erobern.

Anfangs kann Mary die Gunst des Königs für sich gewinnen, wird seine Geliebte und gebärt ihm ein uneheliches Kind. Doch Anne ist clever, berechnend und furchtlos; in ihrer nie nachlassenden Jagd auf den König verdrängt sie die eigene Schwester und sogar Heinrichs Ehefrau, Königin Katharina von Aragon Ana Torrent). Trotz Marys aufrichtiger Gefühle für König Heinrich ist Anne fest entschlossen alles zu tun, um Königin von England zu werden…



DER INHALT

Anne (Natalie Portman) und ihre jüngere Schwester Mary (Scarlett Johansson) sind für ihren ehrgeizigen Vater Sir Thomas Boleyn (Mark Rylance) kostbare Aktivposten, deren Privatleben sorgfältig gesteuert werden muss, um der Familie den größtmöglichen finanziellen und gesellschaftlichen Vorteil zu sichern. In der Überzeugung, dass Anne über das Potential verfügt, einen höhergestellten Bewerber anzulocken, lehnt Sir Thomas das Eheangebot einer angesehenen Händlerfamilie ab und bietet statt dessen Mary als Braut.

Schon bald sieht Sir Thomas eine einmalige Gelegenheit gekommen, um Annes Schönheit und Intelligenz im besten Licht zu präsentieren: sein Schwager, der Herzog von Norfolk (David Morrissey), arrangiert einen Besuch im Hause der Boleyns - Gast soll König Heinrich VIII. (Eric Bana) höchstpersönlich sein. Sir Thomas weiß nur zu genau, dass Königin Katharina von Aragon (Ana Torrent) keinen männlichen Thronfolger zu gebären vermochte und König Heinrich bereits Ausschau nach einer Mätresse hält; daher weist er Anne an, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, um den Monarchen zu beeindrucken. Der König ist augenblicklich von der wagemutigen jungen Frau gebannt, doch Anne erweist sich als zu eigensinnig für diesen König, der sich stattdessen für die sanftmütige und ebenso hübsche - wenn auch jungvermählte - Mary interessiert.

Zutiefst bezaubert von Mary, ruft der König die gesamte Boleyn-Familie - inklusive Mutter (Kristin Scott Thomas), Vater, Norfolk, beide Schwestern und ihren Bruder George (Jim Sturgess) - an den königlichen Hof, in der ausdrücklichen Absicht, Mary zu seiner Geliebten zu machen. Sir Thomas und der Herzog von Norfolk sind von dieser Wendung begeistert - und sogar Marys passiver Ehemann stimmt pflichtgetreu dem zweifelhaften Arrangement zu. Doch Mary, im Herzen ein einfaches Mädchen vom Lande, hat kein Interesse am Leben einer Mätresse bei Hof. Anne hingegen hat die Zurückweisung durch den König nicht verwunden und frisst die Wut auf ihre Schwester zunächst in sich hinein. In einem verzweifelten Versuch, ihre eigene Zukunft und ihr Glück zu sichern, flieht sie in eine verbotene, geheime Eheschließung, doch sehr schnell kommt ihr ihre Familie auf die Schliche. Sie schicken Anne nach Frankreich und verbannen sie vom Tudor-Hof.

Trotz ihrer anfänglichen Widerwilligkeit verliebt sich Mary schon bald aufrichtig in den zärtlichen und aufmerksamen Heinrich. Sie wird von ihm schwanger und alles läuft zur Zufriedenheit - bis Komplikationen in der Schwangerschaft sie ans Bett fesseln und das romantische Interesse des Königs erlischt. Das ist der Moment, auf den Anne gewartet hat. Gerade als Mary und George ihre Stellungen am Hof allmählich bedroht sehen, kehrt die noch immer verbitterte Anne zurück, befeuert von einem einzigen Ziel: Sie hat vor, den König zu verführen und Rache zu üben für das, was sie als unverzeihlichen Verrat ihrer Schwester Mary ansieht.

Die intrigante Anne sorgt sogar dafür, dass König Heinrich ihre Schwester Mary und das neugeborene Kind - einen Jungen! - des Hofes verweist und zurück zu aufs Land geschickt wird. Nachdem Mary aus dem Weg geschafft wurde, beginnt Anne mit ihrer ausgefeilten Strategie - denn sie will nicht nur die Mätresse des Königs, sondern selbst Königin werden. Sie gibt sich ihm nicht hin, sondern verlangt, dass der König seine 20jährige Ehe mit Katharina von Aragon annulliert und die alternde Königin wegschickt. Heinrich lehnt zunächst ab - denn eine solche Entscheidung würde bedeuten, mit dem Papst in Rom zu brechen und Englands Zukunft aufs Spiel zu setzen.

Als dieser missglückte Spielzug droht, ihre gesamte Strategie zu Fall zu bringen, besinnt sich die berechnende Anne auf den einzigen Menschen, auf den sie sich immer wird verlassen können: sie ruft ihre Schwester Mary zurück an den Hof. Mary ihrerseits möchte mit ihrer Schwester Frieden schließen und überredet Heinrich, auf Anne zu vertrauen; und der König, von „dem anderen Boleyn-Mädchen“ überzeugt, nimmt Anne, die nun von ihm schwanger ist, zur Frau. Anne hat gewonnen - sie wird zur Königin von England gekrönt.

Doch Annes Sieg fordert einen hohen Tribut. Heinrichs umstrittene Eheschließung mit Anne wächst sich am Hofe zum Skandal aus, und die Auswirkungen seines Bruchs mit Rom bringen England an die Schwelle zum Krieg. Der König fühlt sich von sich selbst und seiner frisch angetrauten Frau enttäuscht - und da die Augen der ganzen Welt auf seinen Hof gerichtet sind, weiß er genau, dass diese Schmach und Erniedrigung nur wieder gutzumachen sind, wenn Anne einen Sohn gebärt. Doch Anne bringt nur eine Tochter zur Welt und versucht dann, die aus ihrer zweiten Schwangerschaft resultierende Fehlgeburt zu verheimlichen. Ja schlimmer noch: Anne fasst den Plan schnell noch einmal schwanger zu werden und dem König ein Kind unterzuschieben. Hastig wir eine „Liebesnacht“ anberaumt und der dafür vorgesehen Kandidat ist niemand andere als Annes eigener Bruder George…

Da hat die Geduld des Königs mit der Boleyn-Familie ein Ende. Anne, Mary und George sind auf Wohl und Wehe einem rachsüchtigen König und den gnadenlosen Hofschranzen ausgeliefert. In einem spektakulären Schauprozess wird George zum Tode verurteil - und geköpft.

Das Schwert des Henkers wartet auch auf Anne - und außer Mary ist niemand bereit, für Anne einzustehen. Dieses Mal jedoch können nicht einmal Marys Worte das Leben ihrer Schwester retten. Und trotzdem ist es das immerwährende Band zwischen Schwestern, das Anne in ihren letzten Augenblicken Halt gibt.



DIE PRESSENOTIZ

„Die Schwester der Königin“ basiert auf dem Roman-Bestseller aus der Feder von Philippa Gregory und erzählt eine packende Geschichte von Intrigen, Romanzen und Verrat vor dem Hintergrund einer Epoche machenden Ära.

Regisseur Justin Chadwick ist mit seinem Kinofilmdebut „Die Schwester der Königin“ gelungen, eine fesselnde, historisch verbürgte Tragödie in einem opulenten, herzergreifenden Kostümdrama darzustellen. Und er hat damit - ganz en passant - das Prequel zu allen „Elizabeth I.“-Filmen geschaffen.

In den Hauptrollen sehen wir Natalie Portman und Scarlett Johansson, die ihren Ruf, mit die besten Schauspieler ihrer Generation zu sein, auf das Vortrefflichste bestätigen.

Ein Kino-Kronjuwel.



PRODUKTIONSNOTIZEN


In ihrem Roman-Bestseller Die Schwester der Königin (The Other Boleyn Girl) gibt Philippa Gregory einer sehr alten Geschichte eine ganz neue Wendung: der unglücklichen Romanze zwischen König Heinrich VIII. und seiner zweiten Frau Anne Boleyn. Im Mittelpunkt stehen Heinrichs Beziehung zu Anne sowie seine unrechtmäßige Liebschaft mit Annes Schwester Mary; der Roman zeichnet das Leben am Hofe der Tudors als Hort von Sex, Intrigen und Machtspielen.

„Bevor ich den Roman schrieb, wusste wahrscheinlich kaum jemand etwas über Mary Boleyn“, sagt Romanautorin Gregory. „Sie war eine Figur im Schatten der Geschichte, vielleicht weil sich die Historiker nicht für sie interessierten, da sie für die Geschichtsschreibung nicht ausschlaggebend gewesen war. Doch ich sah in ihrer Biographie den Kontrast zwischen beiden Schwestern, und dieser Kontrast war ein fruchtbares und ergiebiges Feld. Er wurde zu einer Parabel dafür, wie Frauen sich die ihnen sich bietenden Gelegenheiten jeweils zu Nutze machen.“

Für Regisseur Justin Chadwick ist der Dreh- und Angelpunkt in „Die Schwester der Königin“ nicht notwendigerweise die berühmte Beziehung zwischen König Heinrich VIII. und Anne, sondern das Verhältnis von Anne zu ihrer Schwester Mary und der Kampf der beiden um die Gunst des Königs. „Anne und Mary tun sich gegenseitig schreckliche Dinge an, sie sind Rivalinnen, eifersüchtig - doch letztendlich bleiben sie Schwestern“, erklärt Chadwick. „Zur eigenen Schwester hat man eben eine Beziehung, die sich von allen anderen unterscheidet. Man unterhält sich hinter verschlossenen Türen und ganz anders als mit anderen Menschen. Mit der eigenen Schwester kann man völlig aufrichtig und ehrlich sein. Wie Mary sagt: Sie sind wie zwei Hälften ein und derselben Person.“

Natürlich können Schwestern auf grausam zueinander sein. „Es ist wie eine Mafia-Geschichte am Hofe der Tudors“, meint Produzentin Alison Owen. „Die Story bietet Sex, Rivalität, Eifersucht, Ehrgeiz, Skandal - und in der Mitte stehen zwei Schwestern.“

Chadwick fand die Darstellerinnen für seine Boleyn-Schwestern in den preisgekrönten Schauspielerinnen Natalie Portman und Scarlett Johansson. „Sie brachten für diese Rollen etwas Besonderes mit, die Nähe zwischen den Geschwistern, das Verständnis füreinander, und so konnten wir die Szenen über das hinausführen, was im Drehbuch stand. Im Verlauf der Films verändert sich die Beziehung zwischen den Schwestern, doch sie bleiben immer verbunden. Natalie und Scarlett haben das meisterhaft vermittelt.“

Natalie Portman spielt Anne Boleyn, die ihre Schwester Mary als Mätresse des Königs verdrängen und schließlich sogar seine Ehefrau und Königin werden sollte. „Man kann diese Ereignisse durch ihre Bedeutung leicht in die Geschichtsschreibung einordnen, doch im Grunde ist es eine Familiengeschichte, sind es die Erfahrungen zweier Schwestern“, sagt Portman.

Scarlett Johansson spielt „die Schwester der Königin“, Mary Boleyn, die als historische Figur in Vergessenheit geraten war. „Beziehungen zwischen Geschwistern sind kompliziert“, sagt Johansson. „Jeder kann diese Eifersucht und das Wetteifern nachvollziehen. Geschwister stehen sich sehr nahe; nur Geschwister können einen so genau durchschauen und instinktiv begreifen, wie man sich wirklich fühlt.“

Wenn diese Rivalität zwischen zwei Schwestern jedoch an einem Wendepunkt der Weltgeschichte ausbricht, geht es um viel mehr - das Risiko ist hoch, die mögliche Belohnung ebenso. Chadwick meint. „Wir beginnen mit drei unschuldigen Kindern, Anne, Mary und George Boleyn, und zeichnen ihre Geschichte vom Leben auf dem Lande über ihre Zeit am Hofe bis hin zum Tod durch Hinrichtung nach. Durch Ehrgeiz und die Gier nach Macht werden ihre Leben zerstört. Die Gemeinheiten und Intrigen werden die Zuschauer von heute ansprechen, sie zum Nachdenken anregen über das Besessensein von Ruhm und Reichtum, und als Warnung davor dienen, dass man - wortwörtlich - vor lauter Ehrgeiz nicht seinen Kopf verlieren sollte.“

Peter Morgan, der für sein Drehbuch zu „Die Queen“ für einen Oscar nominiert war, freute sich auf das Verfassen der Kino-Adaption von Philippa Gregorys Roman: „Obwohl ich bereits mit der Figur von Heinrich VIII. gearbeitet hatte (für einen preisgekrönten TV-Film mit Ray Winstone in der Hauptrolle), konnte ich es kaum erwarten, loszulegen, als ich feststellte, dass diese Geschichte von einem ganz anderen Blickwinkel ausgeht“, berichtet der Drehbuchautor. „Das Buch ist mit solcher Energie und mit solchem Elan geschrieben, und die beiden Schwestern bilden so großartige Antipoden. Anne ist eine ausgewachsene Diva aus dem 16. Jahrhundert - entschlossen, stur und manipulativ -, die eine der großen historischen Verführungen zuwege bringt, indem sie ihre Gunst dem mächtigsten Mann ihrer Welt vorenthält, bis sie bekommt, was sie will. Sie ist der Liebling ihrer Familie, startet in der Pole Position, und braucht das Rampenlicht. Mary ist viel komplizierter: sie verfügt über weitaus mehr emotionale Intelligenz, eine ausgeprägte Spiritualität und ist auf ihre Art ziemlich unnachgiebig.“

„Welche Schwester auch immer aus dem Wettkampf um die Zuneigung des Königs siegreich hervorgeht - die andere wird stets zur „anderen“ Boleyn“, erklärt Portman. „Anne legt sich in ihrem Wetteifer voll ins Zeug, während Mary sich für einen Weg entscheidet, glücklich zu sein ohne am Hofleben teilzunehmen - und letztendlich gewinn Mary dadurch, dass sie Anne den Sieg zugesteht, der Anne schließlich zerstören wird. Es ist eine Familiengeschichte voller Liebe und Intrigen, über Kinder, die von einer Welt korrumpiert werden, die sie zur Zwietracht anhält statt zur Solidarität. Mary, die Überlebende, ist diejenige, die diese Welt ablehnt.“

Neben Portman und Johansson spielt Eric Bana die Rolle von König Heinrich VIII.; Kristin Scott Thomas ist Lady Elizabeth, Jungstar Jim Sturgess ist George Boleyn, Mark Rylance spielt Sir Thomas Boleyn und David Morrissey verkörpert den Herzog von Norfolk.

Für die Verfilmung engagierte Chadwick ein ganzes Team von Spezialisten, darunter der Emmy-preisgekrönte Produktionsdesigner John-Paul Kelly sowie die zweimalige Oscar-Gewinnerin Sandy Powell als Kostümdesignerin. Außerdem wurde ein Etikette-Berater an Bord geholt: Noel Butler gab den Mitwirkenden den nötigen Einblick in die Sitten und Gebräuche am damaligen englischen Hof.

Chadwick fasst seine Erfahrungen folgendermaßen zusammen: „Ich möchte die Zuschauer glauben lassen, dass es für Anne Hoffnung geben könnte, obwohl jeder genau weiß, was für ein Schicksal ihr beschieden war. Ich hoffe, die Zuschauer werden den vielen Wendungen der Story folgen und sich wünschen, dass Anne letztlich doch begnadigt wird.“

Zu den Schauspielern

Die Oscar-nominierte Schauspielerin Natalie Portman sagt, sie habe sich der Rolle als Anne Boleyn zunächst über Recherchen genähert. Sie verließ sich nicht nur auf die im Roman beschriebenen Figur, sondern griff auch auf historische Quellen zurück - und stellte dabei fest, dass Anne eine Frau war, die ganz im Einklang mit ihrer Epoche stand, aber auch ihrer Zeit weit voraus war: „Anne hatte einen Sinn für Selbstachtung, der für die Frauen ihrer Epoche ungewöhnlich war. Sie war davon überzeugt, einen Status zu verdienen, der ihr nicht von Geburt an zuteil geworden war - und genau das wurde ihr letztlich zum Verhängnis. Damals ging es bei einer Eheschließung nicht um Liebe; man wollte Familienbande stärken und Machtpositionen ausbauen. Anne akzeptiert das, doch es trifft sie unerwartet, dass König Heinrich charmant, gut aussehend und gebildet ist. In ihm findet sie ein intellektuell ebenbürtiges Gegenüber; indem sie ihn herausfordert, will sie seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.“

Als Einzelkind vertraute Natalie Portman auf die Erfahrungen ihrer Mitdarstellerin Scarlett Johansson, um die Beziehungen zwischen Geschwistern verstehen zu lernen: „Scarlett ist eine von vier Geschwistern. Ich hatte das Gefühl, eine Mitverschwörerin zu haben - sie ist eine wunderbare Schauspielerin und eine sehr spielerische Person. Peter Morgan stimmte zu, dass in jeder Szene zwanzig Dinge gleichzeitig zwischen den Mädchen passieren - Liebe, Streit, Schuldgefühle, Rivalität, doch vor allem stehen sie sich doch immer nahe.“

Johansson recherchierte auch über die historische Epoche bevor sie sich an die Rolle machte: „Es ist sehr interessant über die Zeit am Hofe der Tudor zu lesen. Während der Rest der Welt litt und sich in Religionskriegen und um Territorien blutige Schlachten lieferte, lebte der Hof in seiner ganz eigenen, kleinen Welt.“

Dennoch war Scarlett Johanssons wichtigstes Werkzeug zur Hintergrundrecherche für ihre Rolle der Roman: „Es ist nicht viel über Mary Boleyns Leben bekannt“, erklärt sie. „Man kann verschiedene Versionen darüber lesen, wie es zu ihrer Affäre mit König Heinrich kam, und über ihrer Persönlichkeit weiß man gar nichts. Es wurden keine Artikel über sie geschrieben, die Öffentlichkeit hatte keinerlei Interesse an ihrer Person. Sie war einfach eine weitere der Mätressen des Königs. Das beste Forschungsmaterial war für mich also Philippa Gregorys Vorstellung von dieser Person, und der Roman war für meine Rolle unglaublich hilfreich.“

„Die Boleyn-Schwestern werden beschrieben als zwei Hälften ein und derselben Person. Ich denke, das trifft immer auf Schwestern in ähnlichem Alter zu, auch wenn sie das nicht immer zugeben wollen“, meint Johansson. „Das, was Mary an Anne bewundert und verabscheut, sind Merkmale, die sie selbst gerne hätte. Genauso stellt Anne gegen Ende der Geschichte fest, dass sie selbst gerne über einige von Marys Wesenszügen verfügen würde.“

Scarlett Johansson war auch glücklich über die Gelegenheit, mit Natalie Portman zusammenarbeiten zu können. „Die Filmbranche kann ein so wettbewerbsorientiertes Business sein, und es ist sehr selten, dass zwei so starke Frauenrollen in einem Film vereint sind“, sagt die Schauspielerin. „Natalie ist freundlich und großzügig, sowohl persönlich wie auch in ihrer Darstellungsweise. Mit ihr zusammenzuarbeiten ist eine echte Inspiration.“

Für Chadwick bot sich in der Verfilmung von „Die Schwester der Königin“ außerdem die Gelegenheit, König Heinrich VIII. so zu zeigen, wie Anne und Mary ihn sehen: mächtig, charmant und sexy, ganz anders als das Bild des alternden Mannes, das man sonst von ihm hat. „Philippa Gregory hatte Heinrich als den gut aussehenden und intelligenten Mann dargestellt, der er war, bevor der Wahnsinn sich seiner bemächtigte“, berichtet der Regisseur.

Um den jungen König zu verkörpern, engagierte Chadwick Eric Bana. Der Schauspieler hat sich in Hollywood gut etabliert, doch überraschenderweise war es seine Erfahrung in der Comedy-Improvisation, die den Regisseur für ihn einnahm: „Eric ist ein attraktiver Filmstar, aber seine Bühnenerfahrung in der Improv-Comedy erlaubt es ihm, die Warmherzigkeit und menschliche Seite dieses Mannes zu zeigen, der König von England war.“

„Meine Frau hatte den Roman bereits gelesen, genauso wie viele Frauen aus meinem Bekanntenkreis, wie ich dann feststellen solle“, erzählt Bana. „Ich denke, Frauen fühlen sich davon stark angesprochen weil er zwei sehr ausgeprägte Seiten der weiblichen Psyche zeigt: modern gesprochen ist Anne die ehrgeizige Karrierefrau, während Mary sich nach Liebe und Familie sehnt. Ich liebe Philippas Schreibstil - der Roman ist sehr lebendig, voller saftiger und auch schwer zu verdauender Figuren.“

„Besonders hat mir die Komplexität des Mannes zugesagt“, fährt Bana fort. „Ich hatte das Gefühl, dass auch wenn er sich schlimm benahm, ich die dahinter steckende Logik gut nachvollziehen konnte. Gegen Ende des Films können wir erahnen, wohin das führen wird - er verwandelt sich in ein verwöhntes Bald, wird unvorhersehbar und gefährlich. In gewissem Sinne führt er ein Doppelleben - er ist der Mann, auf den am Hofe alle Augen gerichtet sind, doch hinter verschlossenen Türen hat Anne ihn vollständig in ihren Bann gezogen.“

Eric Bana ist voll des Lobes für Portman und Johansson, und beschreibt sie als „zwei wahnsinnig großartige Schauspielerinnen. Sie sind wie zwei sprudelnde Quellen des Talents und der emotionalen Bandbreite. Ich war sprachlos vor Bewunderung während ich sie bei der Arbeit beobachtete. Nachdem man ja verfolgen konnte, wie sich ihre Karrieren entwickelt haben, erscheint es bizarr, dass beide noch so jung sind. Auch ihre Beziehung als Schwestern ist so mühelos gediehen.“

Die Oscar-nominierte Schauspielerin Kristin Scott Thomas spielt Mary und Annes Mutter, Lady Elizabeth Boleyn, die versucht, ihre Töchter zu beschützen und deren Erfolg im Leben zu gewährleisten. „Wenn es um das Überleben ging, drehte sich bei einer Frau damals alles um die Ehe“, stellt die Schauspielerin fest. „Je nachdem, wie „günstig“ man heiratete, hatte man eben einen Wohnort und konnte sich ernähren. Gleichzeitig ist sie im Film eine gläubige Frau - sie möchte für ihre Töchter das Beste und befürchtet, dass die Mädchen auf den falschen Weg geraten könnten. Sie dient als moralischer Kompass und steht stellvertretend für die Zuschauer, als beide Mädchen in den Wirren des Hofes verloren gehen.“

„Es ist eigenartig, die damalige Zeit zu beschreiben, denn die Worte, die wir benutzen, sind alle modern. Andererseits haben sich die Menschen eigentlich nicht sehr verändert“, fährt die Schauspielerin fort. „Man benimmt sich natürlich anders, aber die Gefühle und Emotionen sind genau die gleichen.“

David Morrissey spielt den Herzog von Norfolk, Annes und Marys Onkel. Er ist der Mann, der hinter dem Thron die Fäden in der Hand halten würde, und spinnt seine Intrigen um den Status seiner Familie bei Hofe zu steigern - durch alle erdenklichen Mittel.

Morrissey sagt: „Der Herzog von Norfolk drängt nicht nur sowohl Mary als auch Anne zum König, sondern war auch - und das spricht der Film gar nicht an - der Onkel von Katherine Howard, der fünften Ehefrau von Heinrich VIII. Er war ein Macher, ehrgeizig, hoch intelligent und ziemlich skrupellos - zumindest hinsichtlich seiner Nichten. Obwohl man sich heutzutage empören würde, wenn jemand seine Verwandten so behandelte, waren die Frauen zur damaligen Zeit nur eine Tauschware.“

Jim Sturgess, der George Boleyn spielt, beschreibt seine Figur als „liebenswerten Draufgänger, einen energiegeladenen jungen Mann, der unkritisch das Leben am Hofe und alles, was damit zusammenhängt, ersehnt und liebt. Er blüht am Hof auf und lässt es sich gut gehen, ist aber gleichzeitig genauso ehrgeizig wie sein Vater und sein Onkel. Und er versteht, dass er in diesem Strategiespiel eine bestimmte Rolle spielen muss - auch wenn er nur als Unterpfand dient.“

Zusätzlich zu der Chance, mit Portman und Johansson zusammenzuarbeiten, war Sturgess interessiert an der Art Film, den Chadwick plante: „Er wollte wirklich die schmutzigen Details und die Realität des damaligen Lebens am Hof darstellen - und auch die Ränke und den Wahnsinn zeigen, der sich hinter den Pforten abspielte“, erzählt der Schauspieler.

„George, Anne und Mary sind definitiv ein Trio“, meint Sturgess. „George fungiert praktisch als Vermittler zwischen den Mädchen. Er ist seinen beiden Schwestern sehr zugetan. Vielleicht würde er sich eher auf die Seite von Anne stellen, da sie die ehrgeizigere der beiden Schwestern ist, doch er liebt beide wirklich aufrichtig. Tatsächlich ist es auch seine Liebe und Loyalität zu Anne, die ihn letztendlich auf gewisse Weise umbringt.“

Zur Produktion

„Die Schwester der Königin“ wurde in High Definition gedreht. Regisseur Justin Chadwick berichtet: „Wir haben die TV-Serie „Bleak House“ in HD gedreht und die herausragende Qualität des Endprodukts wirklich zu schätzen gelernt; deswegen hat es mich gefreut, dass Sony daran interessiert war, dass wir wieder in HD drehen. Der große Vorteil liegt darin, dass nichts verborgen bleibt - man kann jedes einzelne Detail sehen. Bei den Nahaufnahmen hat man das Gefühl, den Schauspieler erreichen und berühren zu können; man kann ihnen tief in die Augen blicken. Das ist für einen Kostümfilm nicht die nahe liegende Wahl, aber ich wollte die Darstellungen in den Mittelpunkt rücken und nicht nur Weitwinkelaufnahmen der wunderschönen Drehorte zeigen. Dieser Film wird einen ganz eigenen und einmaligen Look haben.“

„Das Drehen in HD eröffnete uns etliche Möglichkeiten“, sagt Kristin Scott Thomas. „Wir konnten viele Takes machen. Justin war ein sehr großzügiger, feinfühliger Regisseur, und gab uns die Gelegenheit, einen sehr leidenschaftlichen Film zu verwirklichen.“

Chadwick war fest entschlossen, so weit wie möglich an Originalschauplätzen zu drehen. „Wenn die Figuren sich in ihrer echten Umgebung wie zuhause fühlen, dann beflügelt das auch die Darstellungen“, erklärt der Regisseur. Die meisten der Außenaufnahmen wurden in echten Schlössern und Anwesen in ganz England gedreht; für einige der Innenaufnahmen jedoch erforderte der von Chadwick gewünschte, realistisch gealterte Look auch die Errichtung von Studiosets. „Wir haben viele der echten Schauplätze besucht, z.B. Hever Castle, in dem die Boleyn-Familie eine Zeit lang gelebt hatte, doch die meisten dieser unter Denkmalschutz stehenden Gebäude werden heutzutage touristisch genutzt und sind daher instand gesetzt worden und sehr gepflegt. Sie bieten einfach nicht die Atmosphäre, die sie während der Epoche von Heinrich VIII. ausgestrahlt haben.“

Die Herangehensweise von Produktionsdesigner John-Paul Kelly begann damit, über die Tudor-Epoche zu recherchieren und potentielle Drehorte zu besuchen. „Anfangs machte ich mich mit Justin und dem Kameramann Keiran McGuigan auf die Suche. Wir fuhren zu möglichen Drehorten und unterhielten uns darüber, wie der Film aussehen könnte. Justin wollte einen relevanten, modernen und lebendigen Stil. Die Tudor-Epoche war unglaublich energiegeladen, es war eine Zeit massiver Veränderungen auf der Welt, und Heinrichs Hof war der Anfang des modernen Großbritannien, in dem wir heute leben. Wir wollten den Hintergrund lebendig, vibrierend und interessant gestalten. Unser Ausgangspunkt war eine Balance zwischen akkurat dargestellter historischer Epoche und einer modernen und aufregenden Story.“

Um diese einzigartige Stimmung zu erzeugen, studierte Kelly alte Fotografien aus aller Welt auf der Suche nach Inspirationsquellen. Die Ideen für sein Design des Tudor-Hofes bezog er aus so unterschiedlichen Aufnahmen wie die von Straßenszenen in Indien und aus Nachtclubs in Berlin. Kelly berichtet, dass es den Filmemachern wichtig war, keine anachronistischen Elemente aufzunehmen, man gleichzeitig versucht habe, „die Quintessenz der Epoche darzustellen, ohne alles mit Details zu überfrachten. Ich wollte das Flair und die Attraktivität der Bilder, die uns aufregend schienen, widerspiegeln.“

Zwei der zentralen Schauplätze des Films sind das Haus der Familie Boleyn und Whitehall Palace, wo Heinrichs Hof ansässig ist. Um die Ball-Sequenz in Whitehall zu drehen, errichteten Kelly und sein Team weitläufige Areale von Whitehall auf zwei Bühnen im George Lucas Building in den Londoner Elstree Studios. Dies ist laut Kelly eine Schlüsselszene: „Hier erleben beide Boleyn-Schwestern den ganzen Glanz von am Hofe von Heinrich VIII. zum ersten Mal. Und natürlich reagieren beide auf unterschiedliche Weise: Anne ist dieser Welt mit Haut und Haar verfallen, Mary wäre am liebsten ganz woanders.“

Kellys Sets betont noch die Bedeutung dieses Augenblicks: „Wir wollten einen massiven, langen Korridor, der den Dimensionen des Palastes entsprach. Der Ball sollte eher wie eine Party wirken, auf der man von Raum zu Raum gehen kann und sich in jeder Ecke aufregende Dinge abspielen, und eben nicht wie diese großen, typischen Königsbälle, die man oft in Kostümfilmen sieht. Es sieht zwar nicht aus wie ein Nachtclub in Berlin, fühlt sich aber hoffentlich genauso aufregend an.“

Kellys Lieblingsset war Heinrichs Schlafzimmer, das ebenfalls im Studio errichtet wurde. Der Produktionsdesigner erzählt: „Ich dachte, es wäre interessant, wenn Heinrich mit Mary in einen waldgetäfelten Raum geht, also beschloss ich, ein Wandbild rundherum zu ziehen in Farben, die auch für Gobelins hätten benutzt werden können. Und weil aus jener Zeit auch nur wenige Möbelstücke erhalten sind, haben wir selbst viel davon entworfen und gebaut. Das war ein fantastischer Moment des Exzesses für mich, als ich das Bett von Heinrich VIII. entwerfen und bauen konnte.“

Whitehall Palace war niedergebrannt und wurde später wieder aufgebaut, weshalb es wenig Referenzen zum Originalpalast aus den 1530er Jahren gab. „Der echte Palast hatte wahrscheinlich viele langweilige Korridore und war spärlich in Braun möbliert. Die Herausforderung in einem Kostümfilm liegt eben darin, eine Realität zu erzeugen, die der Geschichte treu bleibt, uns jedoch gestattet die Geschichte so zu erzählen wie man es möchte“, sagt Kelly.

Sowohl Kelly als auch Kostümdesignerin Sandy Powell stützen sich auf die Farbpalette, die der Porträtmaler Hans Holbein eingesetzt hat: „Als Holbein den Hof von Heinrich VIII. porträtierte, arbeitete er ganz anders als seine Zeitgenossen“, erklärt Kelly. „Seine Palette war sehr außergewöhnlich; er verwendete viele Türkis-Nuancen, starkes Blau und tiefe Grüntöne. Unsere Entwürfe basierten auf diesen Vorgaben und ergänzten sich gegenseitig, so dass die Einrichtung und die Garderobe komplementär sind. Sie erzählen dieselbe Geschichte.“

Zu den Kostümen

Kostümdesignerin Sandy Powell war bereits sieben Mal für den Oscar nominiert und wurde zwei Mal mit der Auszeichnung bedacht: für „Shakespeare in Love“ und „Aviator“. Die Chance, an „Die Schwester der Königin u arbeiten, sah sie als große Herausforderung; sie und ihr Team waren dafür verantwortlich, hunderte von Originalkostümen zu entwerfen und zu fertigen, die der Tudor-Ära angemessen waren.

Genau wie ihr Kollege, der Produktionsdesigner John-Paul Kelly, stützte sich Sandy Powell für die Entwürfe der Garderobe von Heinrich VIII. und den Boleyns auf die Gemälde von Hans Holbein: „Er war der einzige Maler seiner Zeit, der den Hof von Heinrich VIII. porträtierte, und das auch noch so detailliert. Unser heutiges Bild von Heinrich ist geprägt von Holbeins Porträt, das in der National Gallery hängt: der König steht breitbeinig und hat beide Hände auf den Hüften. Im Film zeigen wir natürlich einen jüngeren Heinrich, also haben wir uns unser eigenes Bild von ihm gemacht.“

Laut Powell ist das Einfangen des authentischen Looks jener Zeit und die gleichzeitige Aufrechterhaltung von hoher Kreativität und Originalität ein Balanceakt für jeden Designer, der sich einer gewissen Epoche auseinandersetzt: „Man muss sich immer gewisse künstlerische Freiheiten nehmen; man kann niemals nur strikt authentisch sein, und außerdem weiß niemand wirklich genau was authentisch bedeutet“, erklärt die Designerin. „Wir haben keine vollständigen Informationen zu der Garderobe jener Zeit, und wir haben nicht die gleichen Stoffe. Ich recherchiere, und daraus entwickle ich dann meine eigene Version. Ich tue das, was für die Figur, oder den Schauspieler, oder die Szene, oder für den Film als ganzes richtig ist. Wir wollen eine Geschichte erzählen.“

Einer der Schlüsselelemente des Films ist die Unterscheidung zwischen Mary und Anne Boleyn. Powell erläutert: „Es gibt keine große Vielfalt in der Formgebung oder Silhouette der Kleider aus der Tudor-Zeit, und die Mädchen hatten den gleichen Lebensstil und bewegten sich größtenteils in den gleichen Kreisen, zuhause sowie am Hof. Deshalb habe ich unterschiedliche Farbtöne und Nuancen eingesetzt um sie zu differenzieren. Marys Figur ist etwas sanftmütiger und romantischer als Anne, die wir als energischer und stärker empfinden. Ohne also so eindeutig sein zu wollen und die eine in Rot, die andere in Blau zu kleiden, habe ich ihrer Garderobe unterschiedliche Grundtöne gegeben.“

Powell setzte die Garderobe auch dazu ein, um die Politik jener Zeit auf subtile Weise zu verdeutlichen: „Für den Vater der Mädchen zum Beispiel, Sir Thomas Boleyn, habe ich jedes Gewand etwas prächtiger als das vorherige gemacht, gegen Ende sogar etwas vulgär. Seine Macht am Hof nimmt zu, und damit auch sein Vermögen. Genau wie ein Emporkömmling oder Neureicher heutzutage hat er eben Geld und will das auch zur Schau stellen.“

Die Designerin hat ein Lieblingsoutfit: „Natalie trägt das Lilien-Kleid während sie reitet“, sagt Powell. „Es ist strahlend Grün und vorne mit Lilien bestickt.“

„Die Ausstattung ist immer sehr hilfreich“, sagt Johansson und betont, dass dies besonders auf Kostümfilme zutreffe. „Wie man sich hält und wie großartig man sich fühlt, wenn man solche Roben trägt. In Marys Fall verändert sich ihr Charakter genauso wie sich auch ihre Kleidung verändert. Auf dem Land trägt sie einfache Baumwollkleider, mit denen sich einfacher arbeiten lässt. Später im Film wird sie sehr mütterlich, hält ein Kind im Arm - und in den ausladenden Hofgewändern ist das unmöglich. Man fühlt die Charakterveränderung.“

Zu den Drehorten

Das Haus und Anwesen von Great Chalfield Manor in der Nähe von Bath wurde von den Filmemachern als Landhaus der Boleyns genutzt. Dort wurden zwei Schlüsselszenen gedreht: Marys Hochzeit mit William Carey und der Besuch des Königs, der mit Anne und George auf die Jagd geht. Das Manor House und die kleine Gemeindekirche von All Saint, die auf dem Anwesen liegt, wurden im 15. Jahrhundert wieder aufgebaut, und seither war das Haus stets bewohnt - in den vergangenen 130 Jahren von ein und derselben Familie. 1905 restaurierte Familie Fuller restaurierte das Anwesen und 1943 überschrieb sie Haus und Grundstücke in einer Schenkung an das National Trust. Das Manor ist ein hervorragend erhaltenes Beispiel der Architektur jener Zeit: ein Amalgam aus mittelalterlichen Merkmalen, darunter ein gewölbte Eingangshalle, Erkerfenster und eine große Zentralhalle mit der „modernen“ (aus dem 16. Jahrhundert stammenden!) Anbau eines Empfangszimmers.

Ganz in Nähe liegt die Lacock Abbey, deren Gärten, Wandelgänge und Räume als Drehorte für Szenen im Whitehall Palace dienten, wo Königin Katharina zum ersten Mal den Boleyn-Schwestern entgegentritt und Anne mit dem jungen Heinrich ihr Spiel treibt, um den König an seinen Wunsch nach einem Sohn und Thronfolger zu erinnern. Lacock Abbey wurde im 13. Jahrhundert von der Countess von Salisbury gegründet; in der Regel lebten dort zwischen 15 und 25 Nonnen. Die armen Dorfbewohner der Ortschaft profitierten von diesem Kloster, denn die Nonnen versorgten die Mittellosen mit Nahrung und Geld. Die meisten Dorfbewohner arbeiteten als Pachtbauern für das Kloster und zahlten ihre Abgaben in Naturalien, z.B. mit Korn oder Wolle. Nach König Heinrichs Bruch mit der Römischen Kirche wurde Lacock Abbey, genau wie viele weitere Ordenshäuser, an einen wohlhabenden Landbesitzer verkauft. Seit dem 16. Jahrhundert liegt es im Besitz einer einzigen Familie.

Die Saint Bartholomews Church in der Gegend von Smithfield bei London war der Drehort für den Prozess gegen Königin Katharina und für die düstere Hochzeit der schwangeren Anne Boleyn mit König Heinrich. Direkt neben Saint Bartholomews Hospital und dem Smithfield Market gelegen, in einem für seine Bars und Restaurants zunehmend begehrten Viertel, ist Saint Bartholomews eine aktive anglikanisch-episkopalische Kirche; errichtet wurde sie 1123 als Heinrich I., Sohn von Wilhelm dem Eroberer, König von England war. Diese Kirche überstand sowohl den großen Brand von London im Jahr 1666 als auch die Bombenangriffe im ersten und zweiten Weltkrieg.

Die Hinrichtungen von Anne und George Boleyn, die in Wirklichkeit im Londoner Tower stattfanden, wurden für den Film in Dover Castle gedreht. Diese Burg liegt hoch auf den Klippen an der südöstlichen Küste Englands, mit Blick auf die engste Stelle des Ärmelkanals nach Frankreich; schon zu Zeiten der römischen Besatzung stand an diesem strategisch wichtigen Standort eine Festung. König Heinrich VIII. wusste die wehrhafte Bastion zu schätzen, als England von einer scheinbar unvermeidlichen Invasion durch die Katholiken bedroht schien, nachdem er seine Ehe mit Katharina von Aragon aufgelöst hatte und das Friedensabkommen zwischen Spanien und England zerbrochen war. Heinrich befahl die Aufrüstung der Verteidigungsanlagen im Lande und gab die Errichtung einer Reihe von Artillerie-Festungen entlang der Küste in Auftrag. 1539 besuchte er auch Dover Castle, um sich persönlich von den Fortschritten der Bauarbeiten zu überzeugen.

Knole House, ein repräsentatives Anwesen in der Grafschaft Kent im Südosten Englands, ist wegen seiner 365 Räume als „Kalender-Haus“ bekannt. Nachdem Heinrich VIII. den Erzbischof von Canterbury enteignet hatte, war es im Besitz des Königs, der es für Jagdausflüge nutzte. Heinrichs Tochter, die spätere Königin Elizabeth I.. schenkte das Haus samt 1.000 Hektar Wildpark ihrem Cousin Thomas Sackville, dessen Nachkommen, die Herzöge und Earls von Dorset und die Barone von Sackville seither dort beheimatet sind. Im Film wird das Anwesen für die Außenaufnahmen von Whitehall Palace genutzt; die Dächer des Hauses verkörpern auch die Turmspitzen von London bei Nacht, als Mary Boleyn vom Hofe flieht, um zu William Stafford aufs Land zurückzukehren.

Marys Reise zu Pferd führt sie auch durch das Derbyshire Peak District und zeigt die spektakuläre Landschaft um Dovedale und Stannage Edge. Als sie zu dem Haus kommt, in dem sie mit William Stafford und ihren Kindern lebt, sehen wir die Fassade von North Lees Hall; diesem Gebäude wird nachgesagt, es habe Charlotte Brontë zur Beschreibung von Thornfield Hall angeregt, dem Wohnsitz von Mr. Rochester in ihrem Roman Jane Eyre.

Die Räumlichkeiten von Haddon Hall, ebenfalls im Peak District gelegen, dienten weiteren Innenaufnahmen des Hauses der Boleyn-Familie. Haddon Hall ist eines der best erhaltenen mittelalterlichen Häuser im Tudor-Stil und wurde beschrieben als „das perfekteste Haus, das aus dem Mittelalter bis in die heutige Zeit überlebt hat“. Seit 1567 ist es im Besitz der Familie Manners; nachdem es 200 leer stand, wurde es in den 1920er Jahren vom Herzog und der Herzogin von Rutland restauriert.

Penshurst Place liegt ebenfalls in Kent und war im Film der Drehort für die Gärten und den Großen Speisesaal von Whitehall Palace. Dieses Manor House ist das vollständigste heute noch erhaltene Beispiel für ein Privatwohnhaus aus dem 14. Jahrhundert. Heinrichs Sohn, Edward VI., vermachte das Anwesen 1552 Sir William Sidney; seither ist es der Wohnsitz der Familie gewesen. Die vorherigen Eigentümer waren die Herzöge von Buckingham, von denen einer Heinrich VIII. im Jahre 1519 in der Baron’s Hall bewirtete. Zwei Jahre später war diese Gastfreundschaft in Vergessenheit geraten und der Herzog wurde wegen Hochverrats geköpft. Tatsächlich verloren während der Tudor-Regentschaft gleich drei Herzöge von Buckingham nacheinander ihren Kopf.

Über König Heinrich VIII.

Henry Tudor wurde 1491 geboren, als zweiter Sohn von König Heinrich VII. von England. Sein älterer Bruder Arthur starb und so trat Heinrich die Thronfolge an. Heinrichs erste Ehefrau war Katharina von Aragon, die Witwe seines Bruders Arthur - eine Eheschließung, die unter der römisch-katholischen Kirche nur gestattet wurde, weil man anführte, dass die Ehe zwischen Katharina und Arthur niemals vollzogen worden sei. Mit Katharina hatte Heinrich eine Tochter, Mary. Heinrich ließ sich von Katharina scheiden, nachdem er sich in Anne Boleyn verliebt hatte. Sein Wunsch nach einem männlichen Thronfolger war ausschlaggebend dafür, dass Heinrich die schwangere Anne zur Frau nehmen wollte - doch auch Anne gebar ihm nur eine Tochter, Elizabeth. Die Ehe von Heinrich mit Anne währte nur drei Jahre, bevor Anne des Ehebruchs angeklagt und hingerichtet wurde. Überstürzt heiratete Heinrich dann Jane Seymour, die im Kindbett starb, als sie Heinrich den lang ersehnten Sohn und Erben, Prinz Edward, das Leben schenkte.

Daraufhin arrangierte Heinrich die Ehe mit Anne von Cleves, nachdem er laut Überlieferung das schöne Porträt sah, das Hans Holbein von ihr angefertigt hatte. Die Anne von Cleves in Fleisch und Blut sagte ihm jedoch nicht zu, und die Ehe wurde niemals vollzogen. Catherine Howard, eine weitere Nichte des berechnenden Herzogs von Norfolk, wurde Heinrichs fünfte Ehefrau, doch innerhalb von nur zwei Jahren wurde auch sie des Ehebruchs angeklagt und geköpft. Heinrichs sechste und letzte Ehefrau war Caherine Parr, die den König überlebte. Er starb 1547 im Alter von 56 Jahren.

Zunächst folgte ihm sein damals neunjähriger Sohn, Edward VI., auf den Thron; seine Herrschaft währte sechs Jahre. Als er starb, kam Lady Jane Grey an die Macht, doch da sie nicht in der Erbfolge stand, wurde sie gezwungen, nach nur neun Tagen auf die Krone zu verzichten, als Mary, die Tochter von Katharina von Aragon, triumphierend in London einritt. Mary bekam aufgrund ihrer unnachgiebigen Haltung gegenüber allen Nichtkatholiken den Beinamen „Bloody Mary“. Nach Marys Tod wurde Anne Boleyns Tochter Elizabeth zur Königin von England gekrönt; so begann eine lange und gefeierte Regentschaft, die als „goldenes Zeitalter“ bekannt wurde.

Als junger und tatkräftiger König fiel Heinrich in Frankreich ein, besiegte in der Schlacht am Flodden Field die Schotten und verfasste ein Traktat gegen die Reformation, wofür ihm der Papst den Titel „Verteidiger des Glaubens“ verlieh. Doch Heinrichs fixe Idee, einen männlichen Erben zu zeugen, der ihm auf dem englischen Thron folgen sollte, führte zu seiner Scheidung von Katharina von Aragon; da der Papst sich zuvor geweigert hatte, die Ehe zu annullieren, folgte auf die Scheidung der Bruch mit Rom. Heinrich spaltete die Anglikanische Kirche von der römisch-katholischen Kirche ab - ein Ereignis, das die englische Politik und das gesamte westliche Christentum zutiefst veränderte, da somit die unangefochtene Vorherrschaft der römischen Kirche untergraben war.



DIE BESETZUNG


NATALIE PORTMAN (Anne Boleyn)

Seit ihrem Kinodebüt mit nur elf Jahren in Luc Bessons „Leon - Der Profi“ war Natalie Portman u.a. in „Beautiful Girls“, „Alle sagen - I love you“, „Mars Attacks!“, „Überall, nur nicht hier“, „Wo dein Herz schlägt“ sowie im Theaterstück „Das Tagebuch der Anne Frank“ zu sehen.

Während sie ihr Psychologiestudium in Harvard absolvierte, spielte sie u.a. auch in den „Star Wars“-Prequels mit, außerdem in „Unterwegs nach Cold Mountain“, an der Seite von Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman in der Inszenierung von „The Seagull“ am Public Theater’s im Central Park, in „Garden State“ und in „Hautnah“, für den sie eine Oscar-Nominierung erhielt und in der Kategorie Beste Nebendarstellerin mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Erst vor kurzem konnte man sie in Filmen wie „Mr. Magoriums Wunderladen“, in Milos Formans „Goyas Geister“, Wong Kar Weis „My Blueberry Nights“ sowie in „V for Vendetta“ sehen. Außerdem spielte sie auch noch in Wes Andersons „Darjeeling Limited“ mit. Demnächst wird sie an der Seite von Jake Gyllenhaal unter der Regie von Jim Sheridan in „Brothers“ zu sehen sein.


SCARLETT JOHANSSON (Mary Boleyn)

Scarlett Johansson steht schon seit über zehn Jahren vor Filmkameras, wurde viermal für den Golden Globe nominiert und mit einem BAFTA ausgezeichnet und hat sich als eine der talentiertesten jungen Schauspielerinnen in Hollywood erwiesen. Mit ihrer Hauptrolle neben Bill Murray in „Lost in Translation“, der von der Kritik gefeierten zweiten Regiearbeit von Sofia Coppola, riss Johansson die Presse zu Stürmen der Begeisterung hin und gewann auf den Filmfestspielen in Venedig den Preis als Beste Schauspielerin. Sie spielte auch die Titelrolle in „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, der Adaption des gleichnamigen Romans über ein Gemälde von Johannes Vermeer (dargestellt von Colin Firth). Für ihre Rollen in „Lovesong für Bobby Long“ und Woody Allens „Match Point“ wurde sie ebenfalls jeweils für einen Golden Globe nominiert.

Im Alter von vierzehn Jahren zog sie mit ihrer Rolle als Grace Maclean, dem durch einen Reitunfall traumatisierten Mädchen in Robert Redfords „Der Pferdeflüsterer“, die Aufmerksamkeit der Zuschauer und Kritiker weltweit auf sich. Darauf spielte sie in Terry Zwigoffs „Ghost World“ eine der Hauptrollen und wurde dafür vom Kritikerverband in Toronto mit dem Preis als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Zu ihren weiteren Filmen gehört auch das düstere Drama „The Man Who Wasn’t There“ mit Billy Bob Thornton und Frances McDormand unter der Regie der Coen-Brüder. Vor kurzem war sie in „The Nanny Diaries“ neben Laura Linney zu sehen, außerdem in Christopher Nolans „Prestige - Die Meister der Magie“ mit Hugh Jackman und Christian Bale, in dem von der Kritik gefeierten Film „Reine Chefsache“ unter der Regie der Weitz-Brüder sowie in „Die Insel“ mit Ewan McGregor unter der Regie von Michael Bay.

Zu ihren weiteren Filmen zählen z.B. Rob Reiners Komödie „North“, der Thriller „Im Sumpf des Verbrechens“ mit Sean Connery und Laurence Fishburne sowie eine Bahn brechende Rolle im von der Kritik gefeierten „Manny & Lo“, für die sie eine Nominierung zum Independent Spirit Award bekam. Scarlett Johansson stammt aus New York und gab ihr Schauspieldebüt mit acht Jahren, in der Off-Broadway-Inszenierung von „Sophistry“ am Playwright’s Horizons an der Seite von Ethan Hawke.


ERIC BANA (König Heinrich VIII.)

Eric Bana spielte in Steven Spielbergs umstrittenem und von der Kritik gefeiertem Drama „München“ die Hauptrolle. Für seine vielschichtige Darstellung des Avner - der israelische Agent, der eine Elitetruppe anführen soll, um die Verantwortlichen für den Terroranschlag von 1972, der während der Olympischen Spiele zum Tod von elf israelischen Athleten führte, aufzuspüren und zu töten - wurde Bana von der Kritik hoch gelobt.

Dem amerikanischen Publikum wurde der gebürtige Australier Bana zunächst durch die Titelrolle als Mark „Chopper“ Read im Spielfilm „Chopper“ bekannt. Unmittelbar nach dem Erfolg in Australien hatte der Film 2001 auf dem Sundance Film Festival seine US-Premiere und kam dann in ausgewählte Kinos. Für seine Titelrolle wurde Bana in der Kategorie Bester Schauspieler mit dem Preis des australischen Kritikerverbandes und des Australian Film Institute ausgezeichnet.

2001 stand er neben Josh Hartnett, Ewan McGregor und Tom Sizemore in Ridley Scotts Kriegsdrama „Black Hawk Down“ vor der Kamera und spiele einen der US-Soldaten, deren Truppe eine unglückselige Mission in Somalia absolviert.

Daraufhin war er als Bruce Banner zu sehen, den Genforscher, dessen Experiment ihn zur Titelfigur der Spielfilms „Hulk“ werden lässt, basierend auf der beliebten Marvel-Comicserie. Unter der Regie von Ang Lee waren auch Jennifer Connelly, Josh Lucas und Nick Nolte mit von der Partie. 2004 spielte Bana dann den Hector in Wolfgang Petersens auf Homers Ilias basierendem epischem Drama „Troja“ mit Brad Pitt und Orlando Bloom.

Vor kurzem war er an der Seite von Drew Barrymore in Curtis Hansons „Glück im Spiel“ zu sehen; zu seinen weiteren aktuellen Filmen gehören auch der australische „Romulus, My Father“, sowie demnächst die Filmadaption des Romanbestsellers „The Time Traveller’s Wife“ mit Rachel McAdams und J.J. Abrams neuem „Star Trek-Film“.


DAVID MORRISSEY (Herzog von Norfolk)

David Morrissey gehört zu den vielseitigsten britischen Schauspielern seiner Generation und war bereits in einer eklektischen Auswahl von Kino-, Fernsehfilmen und Theaterinszenierungen zu sehen.

Vor kurzem spielte er in „The Water Horse: Legend of the Deep“; gerade hat er in der Rolle des Colonel Brandon die Dreharbeiten zu einer TV-Adaption von „Sense and Sensibility“ abgeschlossen.

Morrissey war in einigen der beliebtesten und meist gelobten britischen TV-Produktionen mit von der Partie, darunter „Our Mutual Friend“, „Clocking Off“, „Holding On“ - der ihm eine renommierte RTS-Nominierung einbrachte -, den sechsteiligen BBC-Polit-Thriller „State of Play“ - in einer Rolle, für die er eine BAFTA-Nominierung bekam - sowie eines der umstrittensten Dramen bei Channel Four, „The Deal“ unter der Regie von Stephen Frears, in dem Morrissey die Rolle des Gordon Brown spielte und mit einem RTS Award ausgezeichnet wurde. Im vergangenen Jahr hatte er eine Hauptrolle in „Viva Blackpool“, einem 90minütigen Programm von BBC1, das auch in den USA bei BBC America ausgestrahlt wurde. Diese Serie bekam eine Nominierung für den Golden Globe. Die amerikanischen Fernsehzuschauer sahen Morrissey vor kurzem in dem TV-Siebenteiler „Meadowlands“. Dieses packende Psycho-Drama zeichnet das Leben einer Familie nach, die ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wird, und befasst sich mit der Suche nach der wahren Identität.

Morrisseys gelungene TV- und Theaterauftritte brachten ihm dann auch Kinorollen ein, u.a. in Spielfilmen wie „Hilary und Jackie“, „Some Voices“, „Born Romantic“, „Correllis Mandoline“, „Entgleist“, Stephen Woolleys „Stoned“ und „The Reaping - Die Boten der Apokalypse“.

Neben seiner Arbeit als Schauspieler hat Morrissey auch seine eigene Produktionsfirma Tubedale Films gegründet, unter deren Banner er bei Kurzfilmen und britischen TV-Produktionen Regie führte. Sein Spielfilmregiedebüt gab er vor kurzem mit „The Pool“, der in seiner Heimatstadt Liverpool spielt.


KRISTIN SCOTT THOMAS (Lady Elizabeth Boleyn)

Kristin Scott Thomas ist ein internationaler Filmstar. Die gebürtige Engländerin war im Film, Fernsehen und am Theater sowohl in Hollywood, England als auch in Frankreich tätig.

Die Aufmerksamkeit der Zuschauer zog sie zunächst an der Seite von Hugh Grant in der erfolgreichen romantischen Komödie „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ auf sich; daraufhin spielte sie in Robert Redfords „Der Pferdeflüsterer“ die Mutter der von Scarlett Johansson verkörperten, traumatisierten Grace. Für ihre Darstellung in Anthonty Mighellas „Der englische Patient“ war sie für einen Oscar nominiert; auch für ihre Rolle in Robert Altmans „Gosford Park“ wurde sie stürmisch gefeiert. Vor kurzem war sie in der britischen Spielfilmproduktion „The Walker“ zu sehen. In der Originalfassung des Fantasy-Movies „Der goldene Kompass“ ist außerdem ihre Stimme zu hören.

Kristin Scott Thomas spricht fließend Französisch und arbeitete daher auch mit etlichen französischen Regisseuren zusammen, darunter jüngst in „Le Doublure“ für Francis Veber.

Am Londoner West End stand sie in der erfolgreichen Inszenierung von „The Seagull“ auf der Bühne. 2004 war sie für ihre Theaterrolle in „Three Sisters“ für den renommierten Olivier Award nominiert.

2003 wurde ihr anlässlich der Verleihung der Queen’s Birthday Honors für ihren Beitrag zu den Künsten der OBE zuteil.


MARK RYLANCE (Sir Thomas Boleyn)

Mark Rylance war von 1995 bis 2005 der erste künstlerische Leiter des wiedererrichteten Globe Theatre, das genau am Standort von Shakespeares ursprünglicher Bühne neu aufgebaut wurde. Im Laufe dieser zehnjährigen Tätigkeit stand er auch in jeder Saison selbst auf der Bühne und inszenierte Stücke von Shakespeare und seinen Zeitgenossen. Zuvor war Rylance Mitglied der Royal Shakespeare Comapny gewesen und hatte vor begeistertem Publikum an Inszenierungen am West End, am Royal National Theatre, am Royal Opera House sowie am Royal Court mitgewirkt. Er wurde mit dem Olivier Award als Bester Schauspieler ausgezeichnet.

Seine Filmkarriere umfasst u.a. die Hauptrolle in Gillies MacKinnons „Grass Arena“ - für die er mit dem BBC Radio Times Award in der Kategorie Bester Newcomer ausgezeichnet wurde -, „Intimacy“ von Patrice Chereau, „Institute Benjamenta oder dieser Traum, den man menschliches Leben nennt“ von der Quay-Brüdern, dem TV-Movie „Love Lies Bleeding“ von Michael Winterbottom, und an der Seite von Kristin Scott Thomas „Engel und Insekten“ von Philip Haas.

Vor kurzem wurde er für seine Rolle als Dr. David Kelly in dem TV-Film „The Government Inspector“ mit einem BAFTA ausgezeichnet.

Derzeit steht er am The Guthrie Theatre in Minneapolis in „Peer Gynt“ auf der Bühne, demnächst wird er am Broadway in „Boeing Boeing“ zu sehen sein.


JIM STURGESS (George Boleyn)

Jim Sturgess hat sich schnell als einer der gefragtesten Hauptdarsteller Hollywoods etabliert.

Sein Spielfilmdebüt gab er letztes jahr an der Seite von Evan Rachel Wood in Julie Taymors Bahn brechendem Musical „Across the Universe“.

Im Laufe von 2008 wird er an der Seite von Kate Bosworth, Kevin Spacey und Laurence Fishburne in einer Hauptrolle in Robert Luketics „21“ zu sehen sein. Dieser Film lehnt sich an die Geschichte von fünf Studenten an, die zu Experten im Kartenzählen ausgebildet wurden und daraufhin in Las Vegas in verschiedenen Casinos Millionengewinne abräumten.

Gerade hat Sturgess die Dreharbeiten zu Wayne Kramers „Crossing Over“ mit Harrison Ford, Ashley Judd und Sean Penn abgeschlossen. Dieser Spielfilm handelt von mehreren Charakteren und ist ein Drama über Einwanderer verschiedener Herkunft, die darum kämpfen in Los Angeles eine legale Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Das Thema wird sowohl aus der Sicht der Immigranten wie auch aus der Perspektive der Einwanderungsbehörden und Grenzpolizisten analysiert.

Sturgess lebt in London.



DER STAB


JUSTIN CHADWICK (Regie)

Justin Chadwick führte vor kurzem bei der TV-Serie „Bleak House“ Regie, der mehrfach preisgekrönten Adaption des Romanklassikers aus der Feder von Charles Dickens. Diese Drama-Serie wurde weltweit hoch gelobt, mit zwei Emmys ausgezeichnet (nach fünf Nominierungen, darunter auch in der Kategorie Beste Regie) und mit zwei BAFTA geehrt (14 Nominierungen), darunter auch in der Kategorie Best Drama Series. „Bleak House“ bekam auch zwei Nominierungen für den Golden Globe, vier Royal Television Society Awards, drei Broadcasting Press Guild Awards, drei Satellite Awards sowie den Television Critics Award.

Zuvor hatte Chadwick bereits bei zeitgenössischen Dramen für das britische Fernsehen Regie geführt, darunter in den beliebten TV-Serien „Spooks“, „Red Cap“ und „The Vice“.


ALISON OWEN (Produktion)

Alison Owen produzierte 1991 Peter Chelsoms „Hear My Song - Ein Traum wird wahr“; für das Drehbuch zeichneten Chelsom und Adrian Dunbar verantwortlich. Dieser Film wurde für einen Golden Globe und mehrere BAFTA nominiert, auf der Preisverleihung der Comedy Awards in der Kategorie Best Comedy Film ausgezeichnet und brachte Owen auch eine Nominierung der Producer Guild of America in der Kategorie Most Promising New Producer ein.

Daraufhin produzierte sie „The Young Americans - Todesspiele“ (1993) unter der Regie von Danny Cannon; die Hauptrollen spielten Harvey Keitel und Viggo Mortensen. 1995 verwirklichte sie „Moonlight & Valentino“, ihre erste Zusammenarbeit mit Schauspielerin Gwyneth Paltrow, nach einem Drehbuch von Ellen Simon und unter der Regie von David Anspagh. Weitere Hauptrollen darin spielten Kathleen Turner, Whoopi Goldberg und Elizabeth Perkins.

1998 produzierte Owen für Working Title Films „Elizabeth“ unter der Regie von Shekhar Kapur nach einem Drehbuch von Michael Hirst. Dieser Film wurde zu einem der großen Kinoerfolge des Jahres und stand mehrere Wochen lang sowohl in den USA als auch in Großbritannien unter den Top Ten; der opulente Film wurde mit sieben Oscar- und zwölf BAFTA-Nominierungen bedacht, ausgezeichnet wurde er dann mit einem Oscar und sieben BAFTA.

Nach dem Erfolg von „Elizabeth“ gründete Alison Owen 1999 die Produktionsfirma Ruby Films, unter deren Banner sie „Is Harry on the Boat“ und 2001 dann „Hand in Hand mit dem Tod“ produzierte.

2003 kam dann „Sylvia“ unter der Regie von Christine Jeffs, ein dem die leidenschaftliche und oft turbulente Beziehung zwischen den Dichtern Sylvia Plath und Ted Hughs thematisiert wurde; die Hauptrollen spielten Gwyneth Paltrow und Daniel Craig. Dieser Film wurde in den USA von der Kritik hoch gelobt und war 2004 der Abschlussfilm des Londoner Filmfestivals.

Mit Gwyneth Paltrow arbeitete Alison Owen auch bei „Der Beweis“ zusammen, der Filmadaption von David Auburns Theaterstück; Regie fürhte John Madden, weitere Hauptrollen übernahmen Anthony Hopkins, Jake Gyllenhaal und Hope Davis. Ende 2004 konnte sie große Erfolge an den Kinokassen verzeichnen; als ausführende Produzentin betätigte sie sich am internationalen Zombie-Romcom-Hit „Shaun of the Dead - Ein Zombie kommt selten allein“ von Simon Pegg und Edgar Wright.

Außerdem produzierte sie die romantische Komödie „Love & Other Disasters“, Regie und Drehbuch von Alek Keshishian („In Bed With Madonna“) mit Brittany Murphy in der Hauptrolle.

Vor kurzem produzierte sie den Film „Brick Lane“ unter der Regie von Sarah Gavron, der in Großbritannien bereits begeistert aufgenommen wurde.


PETER MORGAN (Drehbuch)

Für sein Drehbuch zu „Die Queen“ war Peter Morgan für den Oscar nominiert, gewann einen Golden Globe, wurde von den Kritikerverbänden in New York, Los Angeles, London, Chicago und Toronto geehrt und 2006 auf den Filmfestspielen in Venedig mit dem Osella Award ausgezeichnet. Dieser Film unter der Regie von Stephen Frears mit Hellen Mirren in der Titelrolle war an den US-amerikanischen und britischen Kinokassen ein großer Erfolg.

Für seine Adaption von Giles Fodens Roman „Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht“, verfilmt unter der Regie von Kevin McDonald mit Forest Whitaker und James McAvoy in den Hauptrollen, wurde Morgen ebenfalls mit einem BAFTA in der Kategorie Beste Drehbuchadaption ausgezeichnet.

2006 wurde vom britischen Fernsehen sein Film „Longford“ ausgestrahlt, in dem die umstrittene Beziehung zwischen Lord Longford und Myra Hindley, einer verurteilten Kindsmörderin, die ihre lebenslange Haftstrafe in einem britischen Gefängnis absaß, thematisiert wird. Dieses Drehbuch brachte Morgan einen BAFTA ein.

Seine Karriere begann Morgan als Script-Doktor in Hollywood. Sein erstes eigenes Spielfilmdrehbuch schrieb er 1989 unter dem Titel „Shalom Joan Collins“. Seither hat er weitere TV-Dramas verfasst, darunter „Micky Love“, „Metropolis“, „The Jury“ und 1993 das Emmy-preisgekrönte „Henry VIII“ mit Ray Winstone in der Hauptrolle.

1993 wurde sein Polit-Drama „The Deal“ über Tony Blair und Gordon Brown, respektive britischer Premierminister und Kanzler, vom britischen Fernsehen ausgestrahlt. Für dieses Drehbuch wurde Morgen mit einem BAFTA in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch ausgezeichnet. Regie führte Stephen Frears.

Morgans neuestes Werk, das Theaterstück „Frost/Nixon“, zog aus dem Londoner West End weiter an den Broadway. Schauspieler Frank Langella wurde für seine Darstellung von Nixon mit einem Tony Award ausgezeichnet; Morgan bekam ebenfalls eine Tony-Nominierung. Vor kurzem adaptierte Morgan das Stück selbst zu einem Drehbuch, das unter der Regie von Ron Howard verfilmt und 2008 in die Kinos kommen wird.


SCOTT RUDIN (Produktion)

Scott Rudin ist einer der erfolgreichsten Produzenten Hollywoods. Zu den vielen Filmen, die er
In den letzten 25 Jahren produziert hat gehören u.v.a. „There Will Be Blood“, „Darjeeling Limited“, „Tagebuch eines Skandals“, „Die Queen“, „Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse“, „Hautnah“, „Die Tiefseetaucher“, „I © Huckabees“, „The Village - Das Dorf“, „Die Frauen von Stepford“, „The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit, “Team America”, “School of Rock”, “Spurwechsel”, “Nix wie raus aus Orange County”, “Iris”, “Die Royal Tenenbaums”, “Zoolander”, “Shaft - Noch Fragen?”, “Sleepy Hollow”, “Die Asche meiner Mutter”, “Rules - Sekunden der Entscheidung”, “Die Wonder Boys”, “Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung”, “South Park - Der Film”, “Die Truman Show”, “Zivilprozeß”, “In & Out - Rosa wie die Liebe”, “Kopfgeld”, “Marvins Töchter”, “Der Club der Teufelinnen”, “Im Zwielicht”, “Clueless - Die wichtigen Dinge des Lebens”, “Sabrina”, “Nobody’s Fool - Auf Dauer unwiderstehlich”, “Die Firma”, “Sister Act - Eine himmliche Karriere”, “Sister Act 2 - In göttlicher Mission”, “Die Addams Family”, “ Die Addams Family in verrückter Tradition”, “Das Wunderkind”, “In Sachen Henry”, “Fremde Schatten”, ”Flatliners - Ein schöner Tag zum sterben”, ”Jennifer 8 ist die Nächste”, ”Flucht zu dritt” and ”He Makes Me Feel Like Dancing” (Oscar für den Besten Dokumentarfilm).

Als Theaterproduzent realisierte er z.a. „Passion“ - mit dem Tony-Award als Bestes Musical ausgezeichnet -, „Indiscretions“, „Hamlet“, „Seven Guitars“, „Skylight“, „On the Town“, „The Chairs“, „The Judas Kiss“, „Stupid Kids“, „The Blue Room“, „The Most Fabulous Story Ever Told“, „Closer“ - Inzenierungen in London und New York -, „Amy’s View“, „The Wild Party“, „The Ride Down Mt. Morgan“, „Copenhagen“ - ausgezeichnet mit dem Tony-Award als Bestes Theaterstück -, „The Designated Mourner“, „The Caretaker“ in London, „The Goat“ - ausgezeichnet mit dem Tony-Award als Bestes Theaterstück -, „Medea“, „Beckett/Albee“, „Caroline, or Change“, „The Normal Heart“, „Who’s Afraid of Virgina Woolf?“, „Doubt“ - Tony-Award als Bestes Theaterstück -, „Red Light Winter“, „Well“, „Faith Healer“, „The History Boys“ - Tony-Award als Bestes Theaterstück -, „Shining City“, „The Vertical Hour“, „The Year of Magical Thinking“, „Deuce“ und „Gypsy“.

Zu seinen neuen Filmen gehören Kim Pierces „Stop-Loss“, Alan Balls Towelhead“, Wes Andersons „Fantastic Mr. Fox“, Ken Lonergans „Margret“, Stephen Daldrys „The Reader“, John Patrick Shanleys „“Doubt“, Sam Mendes „Revolutionary Road“ und Nora Ephrons „Julie an Julia“.


DAVID M. THOMPSON (Ausführende Produktion)

David M. Thompson begann seine Laufbahn als Dokumentarfilmer bei BBC. Während seiner Arbeit an der BBC-Dokumentarserie „Everyman“ begann er auch als Produzent tätig zu werden und verwirklichte das Original „Shadowlands“ unter der Regie von Norman Stone, das mit dem British Academy Award in der Kategorie Bestes Drama sowie mit einem internationalen Emmy Award ausgezeichnet wurde. Zu seinen darauf folgenden Produktionen gehören u.a. der BAFTA-preisgekrönte „Safe“ unter der Regie von Antonia Bird, „The Firm“ von Alan Clarke und „Road“.

Im Mai 1997 wurde er zum Leiter von BBC Films ernannt und zeichnete somit für eine Reihe von TV- und Kinoproduktionen verantwortlich, darunter John Maddens gefeierter „Ihre Majestät Mrs. Brown“, Stephen Daldrys „Billy Elliot - I Will Dance“ - der bisher erfolgreichste Spielfilm des Unternehmens hat weltweit bereits über 100 Millionen Dollar eingespielt, wurde mit drei BAFTA ausgezeichnet und für drei Oscar nominiert -, Richard Eyres „Iris“ mit Dame Judi Dench, Kate Winslet und Jim Broadbent - der für seinen Rolle einen Oscar gewann -, Stephen Frears’ „Kleine, schmutzigen Geschäfte“, Michael Winterbottoms „In This World“ - BAFTA-preisgekrönt und Gewinner der Goldenen Bären auf der Berlinale -, Lynne Ramsays „Ratcatcher“ und „Morvern Cellar“, Roger Michells „Die Mutter“, Christine Jeffs „Sylvia“ mit Gwyneth Paltrow und Daniel Craig, Ken Loachs „Sweet Sixteen“, Pawel Pawlikowskis „Last Resort“ und „My Summer of Love“, Danny Boyles wunderbarer Familienfilm „Millions“, den Golden Globe-Gewinner „The Life And Death Of Peter Sellers“, einem Film mit Starbesetzung unter der Führung von Geoffrey Rush, Saul Dibbs Debutfilm „Bullet Boy“, Stephen Frears’ „Lady Henderson präsentiert“ mit Judi Dench und Bob Hoskins in den Hauptrollen, Woody Allens erster Film, den er in England gedreht hat „Match Point“ mit Scarlett Johansson und Jonathan Rhys Meyers, Michael Winterbottoms kongeniale Romanadaption „Tristram Shandy: A Cock and Bull Story“, Michael Caton-Jones „Shooting Dogs“, „Confetti“, mit Englands führenden Komikern darunter Martin Freeman, Jessica Stevenson, Stand-Up-Comedian Jimmy Carr und Alison Steadman.

Außerdem noch Andrea Arnolds „Red Road“ - auf den Filmfestspielen in Cannes mit der Preis der Jury ausgezeichnet -, Nicholas Hytners „The History Boys“ und Richard Eyres „Tagebuch eines Skandals“, der mit vier Oscar-Nominierungen bedacht wurde. Vor kurzem fungierte Thompson als ausführender Produzent von David Cronenbergs „Tödliche Versprechen“.

Zu seinen neuen Filmen gehören u.a. Gareth Carrivicks „Frenquently Asked Questions About Time Travel“, James Honeybornes Dokumentarfilm „Meerkats“, Julian Jarrolds „Brideshead Revisited“ mit Matthew Goode, Ben Wishaw und Hayley Atwell, außerdem „The Edge of Love“ von John Maybury mit Keira Knightley, Matthew Rhys, Sienna Miller und Cillian Murphy in den Hauptrollen, „Bright Star“ von Jane Campion mit Ben Whishaw und Abbie Cornish, sowie der mit Spannung erwartete „Revolutionary Road“ unter der Regie von Sam Mendes, mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen.

Thompson wird in Kürze als Chef von BBC Films zurücktreten, um eine neue, unabhängige Produktionsfirma zu gründen. Zu den Schwerpunkten dieser Firma, die im Laufe von 2008 ihre Arbeit aufnehmen wird, gehören TV-Filme und Kinofilme. Ein First-Look-Deal mit der BBC ist bereits unter Dach und Fach. Thompson wird aber auch in den nächsten Jahren noch weiterhin für die BBC Filme produzieren und bereist bestehende Projekte weiterentwickeln und zu Ende bringen.


KEIRAN McGUIGAN (Kamera)

Keiran McGuigan arbeitete mit Regisseur Justin Chadwick bereits an der international erfolgreichen TV-Serie „Bleak House“ zusammen. Für seine Kamera bekam McGuigan einen Emmy und wurde außerdem für einen BAFTA und den Royal Television Society Award nominiert.

Zu seinen vorherigen Filmen gehören z.B. die beliebten britischen TV-Serien „Hustle“, „Vincent“, „The Amazing Mrs. Pritchard“ und „Murder Prevention“.



JOHN-PAUL KELLY (Produktionsdesign)

John-Paul Kelly arbeitete vor kurzem mit Regisseur Roger Michell am preisgekrönten Spielfilm „Venus“ mit Peter O’Toole in der Hauptrolle. Dies war nach „Enduring Love“ mit Daniel Craig bereits seine zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Michell.

Demnächst wird seine Arbeit in „Hippie Hippie Shake“ zu bewundern sein; Regie führte Beeban Kidron, die Hauptrollen spielten Cillian Murphy und Sienna Miller.

Zu seinen weiteren Filmen als Produktionsdesigner gehören u.a. „Lassie kehrt zurück“ von Charles Sturridge, „Tristram Shandy: A Cock and Bull Story“ von Michael Winterbottom basierend auf Lawrence Sterns Romanklassiker, „I Capture the Castle“ von Tim Fywell, „Bloody Sunday“ von Paul Greengrass - 2002 ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale sowie mit dem Publikumspreis auf dem Sundance Film Festival - und „TwentyFourSeven“ von Shane Meadows, der 1997 auf den Filmfestspielen in Venedig sowohl mit dem europäischen als auch dem internationalen Preis der Kritik ausgezeichnet wurde.

Kellys erstes Produktionsdesign war Carine Adlers „Under the Skin“, der 1997 auf dem Filmfestival in Edinbugh als Bester Film und auf dem Filmfestival in Toronto mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet wurde.

Zu seinen vielen Entwürfen für TV-Filme gehören große BBC-Kostümproduktionen wie „Byron“ unter der Regie von Julian Ferino - für den Kelly 2004 eine Nominierung zum Royal Television Award bekam -, außerdem der gefeierte TV-Film „The Lost Prince“ - der ihm den BAFTA für das Beste Produktionsdesign sowie einen Emmy in der Kategorie Beste Art Direction in einer Miniserie oder einem Film einbrachte. Stephen Poliakoff führte Regie bei „The Lost Prince“, der auch mit einem Emmy in der Kategorie Beste Miniserie bedacht wurde.

1999 war Kelly für „Shooting the Past“, erneut unter der Regie von Stephen Poliakoff, für einen Royal Television Society Award (RTS) in der Kategorie Bestes Produktionsdesign nominiert; dieser Film gewann 1999 den Prix Italia und wurde mit dem RTS Award als Bestes Drama ausgezeichnet.


CAROL LITTLETON (Schnitt)

Carol Littleton verließ ihre Heimat Oklahoma, um mit einem Fulbright-Stipendium in Frankreich zu studieren. Dort begann sie sich für den Filmschnitt zu interessieren, nachdem die das kraftvolle Dokudrama „The Battle of Algiers“ gesehen hatte. Nach ihrer Rückkehr in die USA ließ sie sich in Südkalifornien nieder und arbeitete als Cutterin für TV-Werbespots. Als Schnittassistentin war ihr erster Spielfilm Alan Rudolphs Kinodebüt „Premonition“.

Zu ihren weiteren Spielfilmen gehören u.v.a. „Body Heat - Eine heißkalte Frau“, „E.T. - Der Außerirdische“, „Der große Frust“, „Ein Platz im Herzen“, „Brighton Beach Memoirs“, „Swimming to Cambodia“, „Die Reise des mr. Leary“, „Frühstück bei Ihr“, „Grand Canyon“, „Benny und Joon“, „Im Zwielicht“, „Menschenkind“, „Die Wahrheit über Charlie“, „The Manchurian Candidate“ sowie „Margot at the Wedding“.

Für den Schnitt von „E.T. - Der Außerirdische“ war Carol Littleton für einen Oscar, einen BAFTA und den Preis der American Cinema Editors nominiert. Für den TV-Film „Tuesdays with Morrie“ wurde sie mit einem Emmy ausgezeichnet.


PAUL KNIGHT (Schnitt)

Paul Knight arbeitete bereits an der preisgekrönten BBC-Miniserie „Bleak House“ mit Regisseur Justin Chadwick zusammen; für diese Serie wurde er mit einem BAFTA und dem RTS ausgezeichnet.

Zu seinen Werken für das britische Fernsehen gehören außerdem die Serien „Spook“ - BAFTA-Nominierung -, „Murder Prevention“, „Red Cap“, der TV-Film „Last Rights“ sowie die neue HBO/BBC-Miniserie „The Passion“.

Zu seinen Spielfilmen gehören u.a. „Nine Lives“ und „Ali G Indahouse“. Als Schnittassistent betätigte er sich z.B. an „Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück“, „The Beach“, „Best Laid Plans“, „Les Miserables“, „Sie liebt ihn - Sie liebt ihn nicht“, „One Night Stand“ und „Leaving Las Vegas“.


SANDY POWELL (Kostümdesign)

Für die Kostüme in „Aviator“ unter der Regie von Martin Scorsese und in „Shakespeare in Love“ unter der Regie von John Madden wurde Sandy Powell jeweils mit einem Oscar ausgezeichnet; zusätzlich bekam sie fünf weitere Nominierungen: für „Lady Henderson präsentiert“, „Gangs of New York“, „Velvet Goldmine“, „Die Flügel der Taube“ und „Orlando“. Für „Velvet Goldmine“ wurde sie außerdem mit einem BAFTA ausgezeichnet; insgesamt war sie neun Mal für diese Auszeichnung nominiert. Weitere Ehrungen wurden ihr mit dem Evening Standard Award für „Orlando“ und „Edward II“ zuteil.

Sandy Powell studierte an der Central School of Art in London; ihre Karriere im Film begann durch die Zusammenarbeit mit Derek Jarman in „Caravaggio“. Zu ihren weiteren Filmen gehören z.B. „Interview mit einem Vampir“, „Michael Collins“, „Der Schlächterbursche“ und „Das Ende einer Affäre“, alle unter der Regie von Neil Jordan. Außerdem hat sie auch mit Martin Scorsese an dessen Oscar-preisgekrönten Film „Departed - Unter feinden“ zusammengearbeitet.


PAUL CANTELON (Musik)

Paul Cantelon stammt aus Los Angeles, Kalifornien, wo er seine Karriere als Violinist begann; sein Debüt gab er bereits mit 13 Jahren mit einem Auftritt in der Royce Hall. Doch schon bald nachdem er ein Konzert mit dem zurückgezogen lebenden Pianisten Donalee Reubenet gehört hatte, änderte er seinen Plan und beschloss, sich dem Klavierstudium hinzugeben.

Mit 15 begann er am Konservatorium in Paris seine Ausbildung beim legendären Pianisten Vlado Perelmuter und widmete sich ganz einer aussichtsreichen Laufbahn als Konzertpianist. Mit 17 erlitt er jedoch einen schwerwiegenden Fahrradunfall und lag einen Monat lang im Koma; darauf folgte eine ausgeprägte Amnesie, die seine Fortschritte am Klavier stark beeinträchtigten.

Nach diesem unglückseligen Zwischenfall steckte Paul seine gesamte Energie ins Komponieren und entwickelte sich zu dem Musiker, der er heute ist. Anfang der 90er Jahre gründete er die eklektische Rockband The Wild Colonials mit Sängerin Angela McCluskey, spielte für Geffen Records zwei Alben ein und trat mit Künstlern wie Joe Cocker, The Kinks, The Red Hot Chili Peppers, George Clinton, Rickie Lee Jones, King Crimson und Ry Cooder auf. Nachdem er anlässlich des 100. Geburtstages des Stummfilmklassikers „Panzerkreuzer Potemkin“ von Eisenstein einen besonderen Soundtrack dazu komponiert hatte, schloss Paul Cantelon 1995 eine neue Sammlung von Werken für Solopiano und Pianotrio ab, mit der das Jazzfestival in Montreux eröffnet wurde. Diese Kompositionen wurden von verschiedenen Musikern begeistert aufgenommen, darunter Pete Townsend, Chick Corea und Phillip Glas. Vor kurzem komponierte Paul Cantelon eine Reihe von Stücken für den international renommierten Cellisten Yo-Yo Ma, der bei einem exklusiven Konzert zusammen mit Paul diese Kompositionen sowie Stücke aus dem Standardrepertoire für Cello und Piano spielte.

Seinen Weg in die Filmmusikbranche fand Cantelon 2005 mit dem ehrgeizigen Soundtrack zu „Alles ist erleuchtet“. Vor kurzem komponierte er auch die Filmmusik zum preisgerönten „Schmetterling und Taucherglocke“.


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