Hollywood-Verschwörung, Die - Special

Tomtec



DIE
HOLLYWOOD-VERSCHWÖRUNG



DIE SCHAUSPIELER

Louis Simo
Adrien Brody

Toni Mannix
Diane Lane

George Reeves
Ben Affleck

Edgar Mannix
Bob Hoskins

Helen Bessolo
Lois Smith

Leonore Lemmon
Robin Tunney




DER STAB

Regie
Allen Coulter

Drehbuch
Paul Bernbaum

Produktion
Glenn Williamson

Ausführende Produktion
Jake Myers
J. Miles Dale
Joe Pichirallo

Kamera
Jonathan Freeman

Produktionsdesign
Leslie McDonald

Schnitt
Michael Berenbaum, A.C.E.

Musik
Marcelo Zarvos

Kostümdesign
Julie Weiss






PRESSENOTIZ

Der Film „Die Hollywood-Verschwörung“ fiktionalisiert das mysteriöse Ableben des TV-Superman-Darstellers George Reeves, das im Juni 1959 ganz Amerika erschütterte. Denn in dieser Nacht starb nicht irgendein Schauspieler, sonder Superman schlechthin. Die enorme Popularität, die Reeves sich in den 50er Jahren als der heroische „Mann aus Stahl“ – nicht nur bei Kindern - erarbeitet hatte, strahlte zum Zeitpunkt seines Todes heller denn je. Regisseur Allen Coulter, der bisher u.a. bei Episoden von „Sex and the City“, „The Sopranos“ und „Rome“ Regie führte, nahm sich diese Tragödie zur Vorlage, um daraus ein packendes Drama im Film-Noir-Stil zu machen, das hinter die glamourösen Kulissen von Hollywood schaut und auch den Blick in seelische Abgründe nicht scheut. Dabei geht der Film nicht nur der Frage nach, ob Ruhm und Reichtum die Persönlichkeit beschädigen können, sondern zeichnet auch – ganz in der Tradition großer Detektiv-Movies – ein Stimmungsbild der Zeit und seiner Protagonisten.
Für die Rolle des tragischen Superman-Darstellers George Reeves wurde Ben Affleck bei den Filmfestspielen in Venedig 2006 als bester Schauspieler ausgezeichnet. Weitere Hauptrollen wurden mit so hochkarätigen Schauspielern wie dem Oscarpreisträger Adrien Brody sowie Diane Lane und Bob Hoskins besetzt.



KURZINHALT

In der Nacht des 16. Juni 1959 stirbt der TV-Superman-Darsteller George Reeves (Ben Affleck) im Schlafzimmer seines Hauses durch einen Kopfschuss. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt: War es Selbstmord – wie Reeves Verlobte Leonore Lemmon (Robin Tunney) steif und fest behauptet? War es ein Auftragsmord? Ein Mord aus Eifersucht?
Reeves Mutter Helen Bessolo (Lois Smith) glaubt jedenfalls nicht an die Selbstmord-Version. Sie beauftragt Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody), den wahren Grund für das Ableben ihres Sohnes herauszufinden. Auf den Spuren von Philip Marlowe und Sam Spade riskiert Louis Simo einen Blick hinter die glitzernde Glamour-Fassade von Hollywood und lernt dabei nicht nur die Schattenseiten der Filmstadt kennen, sondern auch etwas über die dunklen Seiten seiner eigenen Seele…



INHALT

In der Nacht des 16. Juni 1959 schießt sich der TV-Superman-Darsteller George Reeves (Ben Affleck) im Schlafzimmer seines Hauses im Benedict Canyon mit einer 9mm-Luger in den Kopf. Nackt und auf seinem Doppelbett liegend findet ihn seine Verlobte Leonore Lemmon (Robin Tunney). Diese hatte mit ein paar Freunden im unteren Stockwerk gerade eine kleine Party gefeiert und - pikanterweise, kurz bevor der Schuss gehört wurde - prophezeit, dass sich Reeves, der sich von der Party gerade zurückgezogen hatte, jetzt mit einer Pistole umbringen würde. Die erst nach längerer Zeit herbeigerufene Polizei von Los Angeles stellt ohne Umschweife Selbstmord als Todesursache fest und stört sich nicht im geringsten an den seltsamen Umständen oder an den mysteriösen Indizien der Tragödie.

Am nächsten Morgen löst die Schlagzeile „Superman tötet sich selbst!“ große Bestürzung und Trauer bei seinen vielen Fans in ganz Amerika aus. Auch den kleinen Evan Simo (Zach Mills) hat es schwer erwischt. Aufmunternde Tröstungsversuche seitens seines Vaters Louis Simo (Adrien Brody) zeigen jedenfalls kaum Wirkung. Privatdetektiv Louis Simo, der getrennt von seinem Sohn und seiner Frau Laurie (Molly Parker) lebt, hat aber eigentlich auch ganz andere Sorgen. Reeves’ Mutter Helen Bessolo (Lois Smith), die absolut nicht an die Selbstmord-Version glaubt, hat ihn nämlich damit beauftragt, die Wahrheit über das Ableben ihres Sohnes herauszufinden. Bei seinen Nachforschungen stößt Louis Simo schon bald auf viele Ungereimtheiten…

Einige Jahre zuvor. Der Schauspieler George Reeves (Ben Affleck), dessen bis dato größter Erfolg eine Rolle in dem Kinohit „Vom Winde verweht“ war, trifft in einem glamourösen Nachtclub am Sunset-Strip auf das Ex-Ziegfeld Follies-Showgirl Toni Mannix (Diane Lane). Die beiden fangen nach ein paar Drinks heftig miteinander zu flirten an und verbringen die Nacht zusammen. Am nächsten Morgen entdeckt Reeves zufällig, dass Toni mit Eddie Mannix (Bob Hoskins), dem früheren Generaldirektor des Hollywood-Studios MGM, verheiratet ist. Eddie, dem man gute Kontakte zur Mafia nachsagt, ist einer der mächtigsten Männer Hollywoods. George, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich seinen großen Durchbruch als Filmschauspieler zu haben, will auf keinen Fall Ärger mit Eddie riskieren und eigentlich schnell wieder aus der One-Night-Stand-Nummer heraus. Doch Toni kann ihn beruhigen. Sie und Eddie würden eine offene Ehe führen, Eddie hätte selbst eine Mätresse und wäre absolut nicht eifersüchtig. George lässt sich von der etwas älteren, aber ungeheuer attraktiven und sinnlichen Toni becircen. Das ist der Beginn einer langjährigen Liebesaffäre, von der vor allem George anfänglich sehr profitiert. Toni kauft ihm nämlich nicht nur ein Auto, teure Uhren und ein schickes Haus am Benedict Canyon, sondern versucht auch hie und da ihren Lover in der Filmindustrie zu protegieren.

Kurze Zeit später wird George Reeves dann überraschenderweise als Superman-Darsteller in dem Low-Budget-Film „Superman and the Mole-Men“ engagiert. Er findet dies zunächst ganz lustig. Als er aber - auf Anraten seines Agenten Art Weisman (Jeffrey DeMunn) - Superman auch noch in einer TV-Serie spielt, wird er schnell unzufrieden. Und das nicht nur, weil er sich als Charakterdarsteller völlig unterfordert fühlt, sondern vor allem auch deshalb, weil man ihn - aufgrund des großen Erfolges der Serie - bald nur noch als Superman sieht. Besonders schmerzhaft muss er das bei der Premiere von „Verdammt in alle Ewigkeit“ erfahren, wo sich das Publikum über Reeves, als er zusammen mit Burt Lancaster auf der Leinwand zu sehen ist, als „Superman“ lustig macht. Im Abspann des Films wird Reeves erst an 21. Stelle genannt. Ein schwerer Schlag für sein Ego. Liegen hier die Anfangsgründe für seinen späteren Selbstmord?

Doch noch lässt sich George Reeves nicht unterkriegen. Als weitere Filmrollen ausbleiben, versucht er sein Glück in New York. Toni ist darüber alles andere als erfreut. Und sie hat auch, wie sich schnell herausstellt, für ihre Eifersucht allen Grund. In New York verliebt sich Reeves nämlich Hals über Kopf in das Society-Girl Leonore Lemmon. Zu allem Überfluss bringt Reeves sie auch noch nach Los Angeles mit – und trennt sich kurzerhand von Toni. Die verschmähte Ex-Geliebte findet das alles andere als lustig, versucht aber trotzdem immer wieder ihren abtrünnigen Lover zurück zu gewinnen. Tonis loyaler Ehemann Eddie sieht die Dinge allerdings anders. Niemand darf „seiner“ Toni ungestraft wehtun. Initiiert er etwa einen Auftragsmord? Oder tötet Toni ihren Ex-Geliebten gar aus Eifersucht?

Genau diese Fragen lassen auch Louis Simo keine Ruhe. Und mehr noch. Da er langsam aber sicher immer mehr Gefallen an seiner Rolle als Privatdetektiv findet, wird er auch immer selbstbewusster, um nicht zu sagen dreist. Ohne mit der Wimper zu zucken, legt er sich mit der mächtigen – und mächtig korrupten – Polizei von Los Angeles an, indem er sie gegen die nach Schlagzeilen gierende Sensationspresse ausspielt. Ebenso skrupellos ist er im Umgang mit Kollegen und Ex-Kollegen. Zu allem Überfluss fetzt er sich dann auch noch mit seiner Frau und entfremdet sich sogar langsam von seinem Sohn. Er schleicht sich unter einem Vorwand ins Haus der Mannix’ ein und fast gelingt es ihm sogar, die – nach dem Tode von George völlig am Boden zerstörte Toni – zu sprechen. Ein mächtig großer Fehler, wie sich bald herausstellt. Denn es dauert nicht lange, da bekommt Louis Besuch von zwei finsteren Gestalten mit locker sitzenden Fäusten und einer Eisenkette.

Immer wieder fährt Louis spät nachts zu Reeves’ Haus und lässt die verschiedenen Mord- und Selbstmord-Versionen vor seinem geistigen Auge wie einen Film ablaufen. Hat sich Reeves tatsächlich aus Lebensüberdruss und aus Frust, dass seine Karriere nicht mehr lief, selbst erschossen? Immerhin war er schon so weit am Boden, dass ihn sein Agent in eine dubiose Zirkus-Boxer-Nummer hineinquatschen wollte. Oder war es Toni, die sich rächen wollte, weil er ihr den Laufpass gab? Oder Eddie, der seiner Frau damit einen Gefallen tun wollte? Und warum eigentlich nicht Leonore, die Louis bei einem seiner nächtlichen Ausflüge in Reeves’ Schlafzimmer überrascht? Hatte sie nicht längst die Nase voll von George Reeves, dem Hollywood-Verlierer? Oder ist der Schuldige ganz woanders zu suchen?

Auf seiner Reise ins schwarze Herz von Hollywood stellt Louis nach und nach fest, dass nicht nur die Traumfabrik von gefährlichen Dämonen regiert wird…



ÜBER DIE PRODUKTION


Die Vorbilder zu den Charakteren in „Die Hollywood-Verschwörung“


George Reeves kam am 5. Januar 1914 in Iowa als George Keefer Brewer zur Welt. Häufig wird jedoch der 5. April 1914 als sein Geburtsdatum angegeben – denn er wurde innerhalb von weniger als neun Monaten nach der Hochzeit seiner Eltern geboren. Sogar seine eigene Mutter Helen sagte zu Reeves, er habe am 5. April Geburtstag, und erst als Erwachsener erfuhr er die Wahrheit. Von seinem Stiefvater wurde er dann adoptiert und bekam den Namen George Bessolo, bevor er den Künstlernamen George Reeves annahm.

George Reeves wuchs in Pasadena auf und war eine Zeitlang als Amateurboxer und Musiker tätig, bevor er am Pasadena Playhouse zum Schauspieler ausgebildet wurde, was seiner wahren Berufung entsprach. Sein Theaterdebüt gab er 1935 und war im Laufe der darauffolgenden 18 Jahre in etlichen Inszenierungen auf der Bühne zu sehen. Einer seiner frühen Auftritte erregte die Aufmerksamkeit eines Talentsuchers aus Hollywood, und Ende 1938 – da hatte er schon den Künstlernamen George Reeves angenommen - ergatterte er seinen ersten Studiovertrag samt Filmrolle: im Klassiker „Gone With the Wind“ („Vom Winde verweht“) spielte er Brent Taleton.

In den Folgejahren spielte er weitere Rollen am Theater und im Film, darunter eine Hauptrolle an der Seite von Claudette Colbert in „So Proudly We Hail!“ (1943) unter der Regie seines Mentors Mark Sandrich. Reeves kämpfte im Zweiten Weltkrieg und war zehn Jahre lang mit der Schauspielerin Ellanora Needles verheiratet. Als Reeves dann für seine berühmteste Rolle engagiert wurde, geschahen gerade große Umwälzungen in der Filmindustrie – durch das Aufkommen des neuen Massenmediums Fernsehen. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich das System der großen Filmstudios aufgrund der Konkurrenz durch das Fernsehen zu wandeln; Verträge mit siebenjähriger Laufzeit für die Künstler wurden seltener.

1950 gab es für Reeves kaum Aussichten auf eine große Spielfilmrolle – also stimmte der Schauspieler zu, in dem einstündigen Low-Budget-Film „Superman and the Mole-Men“ die Hauptrolle als Clark Kent/Superman zu übernehmen. Kirk Alyn, der in diesen Rollen gerade für einige Episodenfilme vor der Kamera gestanden hatte, wurde für den Spielfilm unter der Regie von Lee Sholem nicht wieder engagiert. Reeves wurde - an der Seite von Phyllis Coates in der Rolle der Lois Lane – als neuer Superman ausprobiert und machte im Laufe der zwölftägigen Dreharbeiten einen so guten Eindruck auf den Regisseur und die Produzenten, dass ihm ein weiteres und längerfristiges Engagement als Superman angeboten wurde.

So kam es, dass Reeves 1951 - im selben Jahr, als der Generalmanager der MGM-Studios, Edgar (Eddie) Mannix, seine langjährige Geliebte Camille (Toni) Lanier heiratete – einen schlecht bezahlten, aber langfristigen Vertrag unterzeichnete, durch den er an eine neue, halbstündige TV-Serie gebunden war: „Adventures of Superman“. Reeves war sich dessen bewusst, dass TV-Rollen geringer geschätzt wurden als Spielfilmrollen – doch schon bald erwarb er sich den Ruhm, der ihm bei den Kinofilmen versagt geblieben war. Allerdings ging diesen Ruhm nicht mit dem Reichtum einher.

Diese TV-Serie, bei der in mehreren Episoden Sholem Regie führte, war die erste Fernsehsendung über die Abenteuer dieses Superhelden, der in den 1930er Jahren als Comic entstanden und schon Ende jenes Jahrzehnts zu einem internationalen Erfolg geworden war. Der „Mann aus Stahl“ war (von 1940 bis 1951) in Radiosendungen vertreten und trat in 17 Animationsfilmen sowie in zwei Kinofilmen auf. Es war jedoch Reeves‘ Darstellung der Figur des Superhelden, die sich durch die Verbreitung des Fernsehens am stärksten in das kollektive Gedächtnis der Zuschauer einprägte.

Die Dreharbeiten zur Serie begannen im Juli 1951; 24 Episoden wurden produziert. Neben Reeves und Coates war auch Jack Larson als Jimmy Olsen mit von der Partie. Als Grundlage zur Vorbereitung auf die TV-Sendung wurde „Superman and the Mole-Men“ zu Thanksgiving 1951 in die Kinos gebracht und erfreute sich einer erfolgreichen Saison. 1952 bekam Reeves eine weitere Rolle, die seine letzte große Spielfilmproduktion werden sollte: „Verdammt in alle Ewigkeit“.

Denn nachdem die von Kellog’s gesponsorten „Adventures of Superman“ ab September 1952 über die Mattscheibe flimmerten, wurden sie augenblicklich zu Publikumserfolgen: die Sendung war ein fester Termin für Millionen Kinder und machte den beliebten Hauptdarsteller landesweit berühmt. Ein Jahr später war Reeves (in seiner Doppelrolle als Clark Kent und Superman) auf dem Titelblatt des TV Guide; die dazugehörige Schlagzeile lautete: „George Reeves – Mann und Superman“. Der „Mole-Men“-Spielfilm war unterteilt und als zwei weitere Episoden der TV-Serie gesendet worden; man begann mit den Dreharbeiten zu weiteren 26 halbstündigen Episoden (wobei Coates nun von Noel Neill abgelöst wurde, die in den Kinofilmen bereits die Rolle der Lois Lane verkörpert hatte).

Der enge Terminplan der Produktion und das knapp bemessene Budget machten es erforderlich, dass Reeves ganze fünf Episoden gleichzeitig abdrehte – und das in nur zwölf Arbeitstagen. Zusätzliche Drehs zu weiteren 26 Folgen fanden in den darauf folgenden Jahren in unregelmäßigen Abständen statt, wobei man dann auf Farbfilm umstieg. Die Gesamtzahl der Episoden (inklusive der „Mole-Men“ Episoden) belief sich auf 104; bei drei davon führte Reeves auch selbst Regie. In all dieser Zeit saß eine ganze Generation vor den Fernseher, um Supermans Heldentaten wieder und wieder zu genießen – „für Wahrheit, Gerechtigkeit und Amerika“.

Reeves war vertraglich verpflichtet, auch persönlich im Superman-Kostüm aufzutreten – wobei dann Heerscharen von Kindern versuchten, „seine“ Unbesiegbarkeit zu testen, oft auch körperlich. In einer besonders präzisen Einschätzung der Intensität, mit der seine Superman-Darstellung die Pop-Kultur beeinflusst hatte, trat Reeves 1957 als Gast in einer weiteren äußerst erfolgreichen halbstündigen TV-Show auf: „I Love Lucy“. Die Episode, in der zwei der beliebtesten Stars der frühen Fernsehjahre gemeinsam auftraten, trug – gemäß der heroischen Tradition – den Titel „Lucy and Superman“ und handelte von Little Rickys Wunsch, Superman möge doch zu seiner Geburtstagsparty kommen.

Im November 1957 schloss Reeves die Dreharbeiten zu 26 weiteren Superman-Episoden ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Sender ABC damit begonnen, täglich eine der alten Episoden zu senden – was der Serie noch mehr neue Zuschauer bescherte und den Schauspieler in den Augen der Filmindustrie noch stärker auf die Rolle als Superman festlegte. Die letzte neue Episode wurde im April 1958 gesendet, und auch vorhergehende Episoden wurden weiterhin gezeigt – weltweit.

Als die Serie startete, hatte Reeves bereits eine Affäre mit Toni, einem ehemaligen Showgirl der Ziegfeld Follies. Ihren zukünftigen Ehemann, den Generalmanager des MGM-Filmstudios, hatte das Showgirl bereits 1936 kennen gelernt, als sie im Spielfilm „Der große Ziegfeld“ zu sehen war – und Eddies Geliebte wurde. Eddie Mannix, der ehemalige Gangster aus New Jersey, war einst in etlichen Mordfällen unter Tatverdacht geraten – und ihm wurde nachgesagt, seine Mafia-Verbindungen stets aufrechterhalten zu haben, auch lange nachdem er sich in Hollywood als „Fixer“ etabliert hatte. Diese so genannten „Fixer“ standen auf den Gehaltslisten der großen Studios und wurden engagiert, um die Probleme der Stars zu lösen – das heißt, sie vertuschten deren Verbrechen und Skandale und sorgten dafür, dass deren Geheimnisse gewahrt blieben, und zwar unter Einsatz aller erdenklichen Mittel zum Zweck, die Namen der Stars in unliebsamen Zusammenhängen aus der Presse heraus zu halten. Die Mannix‘ führten eine offene und unkonventionelle Ehe, und Tonis Beziehung zu Reeves war in Hollywood ein streng gehütetes und doch offenes Geheimnis. Aus Respekt und auch aus Angst hat die Presse (die von MGM-Pressechef Howard Strickling professionell in Schach gehalten wurde) diese Affäre nie ans Tageslicht gebracht.

Toni war mindestens acht Jahre älter als Reeves; er war zwar der Prominente, doch sie war es, die für sein Haus im Benedict Canyon in den Hollywood Hills bezahlte und seinen Lebensunterhalt finanzierte. Mitte des Jahres 1958 aber verließt Reeves sie für eine Jüngere: das New Yorker Society-Girl und Möchtegern-Starlet Leonore Lemmon. Toni war am Boden zerstört – und Eddie außer sich.

Da ihm keine Spielfilmrollen mehr angeboten wurden und weitere 26 Superman-Episoden zwar geplant, aber noch nicht in Produktion waren, zog der nun arbeitslose Reeves sogar in Betracht, sich im Showkampf zu versuchen. Lemmon, mit der er nun verlobt war, gab in seinem Haus Partys. Bei einer solchen Festlichkeit hielt sie sich gerade im unteren Stockwerk auf, als Reeves in den frühen Morgenstunden des 16. Juni 1959 an einer einzigen Schusswunde starb. Er war 45 Jahre alt.

In Windeseile verbreitete sich die Nachricht, Reeves habe Selbstmord begangen; der Grund dafür sei das ewige Typecasting und/oder der Niedergang seine Schauspielkarriere gewesen. Dennoch tauchte zehn Tage später ein Bericht auf, in dem es hieß, die Polizei habe unter dem Teppich in dem Raum, wo Reeves gefunden worden war, zwei weitere Einschusslöcher gefunden – abgefeuert aus der selben Luger-Automatikwaffe, die Reeves getötet hatte. Eine der Kugeln hatte den Boden durchstoßen und sich in die Vertäfelung des Wohnzimmers im Untergeschoss gebohrt; die andere Kugel wurde in einem Deckenbalken aufgespürt. Im Schlafzimmer fand man jedoch nur eine Patronenhülse – und auf der Waffe keinerlei Fingerabdrücke.

Lenore Lemmon gab an, Wochen zuvor einen Schuss in den Deckenbalken abgegeben zu haben um einer Freundin zu demonstrieren, wie laut der Knall eines Schusses werden könne. Die betreffende Freundin bestätigte diese Angaben und Lemmon verließ Hollywood umgehend. Sie kehrte ihrer Traumkarriere den Rücken und zog wieder nach New York, wo sie 1990 verstarb.

Reeves‘ Mutter, Helen Bessolo, glaubte nicht daran, dass ihr Sohn Selbstmord begangen haben könnte. Schon bald gab sie eigenständige Ermittlungen in Auftrag, doch eine Autopsie ergab, dass alle Umstände auf Selbstmord hinwiesen. Helen verstarb 1964.

Eddie Mannix starb 1963; seine Witwe Toni verbrachte bis zu ihrem Tode im Jahre 1983 Jahrzehnte in Luxus und Reichtum in Beverly Hills.

Fast 50 Jahre später ranken sich noch immer etliche Spekulationen um den Tod von George Reeves – weiterhin eines der ungeklärten Mysterien von Hollywood und eine der dunklen Legenden um einen talentierten Schauspieler, dessen Karriere auf so schicksalhafte Weise ein jähes Ende fand.

Auf dem Weg zur „Hollywood-Verschwörung“

Der Tod des bei einem Millionenpublikum beliebten Superman-Darstellers George Reeves im Jahr 1959 ist eines der ungelösten Geheimnisse von Hollywood und erregt auch 50 Jahre nach dem Vorfall großes Interesse. Obwohl die Umstände, die zu seinem Tod führten, niemals vollständig aufgeklärt wurden, ist die Dokumentation zu diesem Todesfall dennoch sehr umfangreich. Drehbuchautor Paul Bernbaum konnte aus dem Vollen schöpfen: in das Original-Drehbuch flossen zu gleichen Teilen die Ergebnisse der Recherche anhand der echten Ermittlungsakten und Dokumente sowie die eigene künstlerische Inspiration mit ein.

Bernbaum meint: „Als Kind waren die „Adventures of Superman“ mein Ein und Alles. Ich habe die Comics gelesen, die Zeichentrickfilme gesehen – aber es war da etwas ganz Besonderes an Reeves... Mir war schon klar, dass er ein Schauspieler war, ich wusste, dass das eine TV-Serie war – aber ich wusste auch, dass wenn es Superman wirklich gäbe, er eben genauso wäre wie Reeves. Es gab eine Verbundenheit zwischen ihm und mir, zwischen ihm und jedem anderen Kind, das sich die Serie anguckte. Als Erwachsener blickte ich dann zurück und stellte fest, dass meine Begeisterung für diese Serie ungebrochen war – ich habe z.B. auf einer Auktion eines der Original-Kostüme ersteigert. Es ging mir einfach nicht aus dem Kopf, dass es da etwas Besonderes an diesem Mann geben musste – und das gab es auch.“

„Jahrelang habe ich mit der Idee gespielt, ein Drehbuch über Reeves zu schreiben: sein Leben war abwechslungsreich, interessant und endete tragisch. Allerdings wollte ich auch zeigen, wie unwohl er sich eigentlich in seiner Superman-Haut fühlte, obwohl seine Fans total begeistert waren. Er war ein Schauspieler, der ein Star werden wollte und ein Superstar wurde – sogar weitaus berühmter, als er jemals zu hoffen gewagt hatte – aber nur in den Augen von Kindern. Und obwohl er mit dieser Enttäuschung lebte und sich dessen bewusst war, dass die Rolle als Superman alle Chancen zunichte machte, jemals als „anerkannter Schauspieler“ Karriere zu machen, erkannte er trotzdem die Zuneigung an, die Millionen von Kindern ihm entgegenbrachten. Er hat diese Kinder niemals enttäuscht; für sie war er Superman – und das macht ihn in meinen Augen zu einem echten Helden.“

Produzent Glenn Willliamson sagt: „Die Originalität in Pauls Werk beruht darauf, dass er das Drehbuch auf der Figur des Privatdetektivs Louis Simo aufgebaut hat. Das hat es ihm ermöglicht, mit dem Fall George Reeves sehr authentisch umzugehen. Man wird durch diesen berühmten ungelösten Todesfall in den Film hineingezogen – und mitgerissen von einem sehr vielschichtigen und menschlichen Drama.“

Im Herbst 2001 begann Williamson mit der Arbeit am Drehbuch zu diesem Spielfilm. „Ich wusste sofort, dass jeder Schauspieler diese Rollen liebend gerne übernehmen würde; das Drehbuch behandelt ein ergreifendes und universelles Thema. Wir sind doch alle auf die Dinge fixiert, die wir nicht haben – und erkennen gar nicht, was wir eigentlich haben.“

„Aus historischer Sicht bedeutete der Tod von George Reeves für eine ganze Generation das Ende der Unschuld. Sein Ableben berührte Millionen Menschen. Wenn man sich die Schlagzeilen aus jener Zeit anschaut, dann steht dort fast immer etwas wie „Superman ist tot“ oder „TV-Superman stirbt“ – und nicht „George Reeves ist gestorben“. Es geht um einen Schauspieler, der einen unbesiegbaren Superhelden verkörpert – doch seiner eigenen Lebensspanne wurde ein abruptes Ende gesetzt. Wir wollten zeigen, wer dieser Mensch war; auf der Suche nach der Persönlichkeit des Verstorbenen erfährt nun ein anderer Mann immer mehr über sich selbst.“

Regisseur Allen Coulter las das Drehbuch ein Jahr später und fand es „clever und unglaublich gut geschrieben. Es ist die Geschichte zweier Männer, die jemand anderes sein wollen als sie selbst. Es erschien mir auch wie ein einmaliger Einblick in eine großartige Epoche, die Ära nach der Blüte der Kinostudios und der Übergang ins Fernsehzeitalter, die in dieser Form in einem ernsthaften Film bisher noch nicht gezeigt worden ist. Im selben Augenblick, als ich das Drehbuch fertig gelesen hatte, rief ich meinen Agenten an.“ Kurz darauf verpflichtete sich Coulter, mit diesem Projekt sein Kinodebüt als Regisseur zu geben.

Bezüglich der kraftvollen Story und ausdrucksstarken Charaktere meint Coulter: „Die einzelnen Geschichten bringen sich gegenseitig zur Geltung, und beide Erzählstränge werden dadurch bereichert. Beide Männer sind zu sehr in ihrem Traum von Hollywood verstrickt und wissen nicht zu schätzen, was der wahre Reichtum in ihrem Leben ist. In ihrer jeweiligen Branche haben beide weniger Status erlangt, als sie es sich gewünscht hatten; sie sind der Ansicht, erst durch den Erfolg könnten sie vor der Welt bestehen – und damit auch vor sich selbst. Erst durch seine Ermittlungen zu Georges Werdegang gelingt es Simo, auch sein eigenes Leben mit anderen Augen zu betrachten.“

„Für Simo sind diese Ermittlungen zu Beginn lediglich ein Auftragsjob, für den er bezahlt wird. Doch im Verlauf der Geschichte vertieft sich der Detektiv immer mehr in Reeves Leben – und schert sich überhaupt nicht um diesen Mann. Außerdem stellt er lakonisch fest: ‚Jeder muss mal sterben’.“

Nachdem sie einige Jahre an „Die Hollywood-Verschwörung“ gearbeitet hatten, entwickelten sowohl der Regisseur als auch der Produzent großen Respekt und Mitgefühl für den verstorbenen Schauspieler. Coulter sagt: „Reeves litt meiner Ansicht nach darunter, dass er meinte, niemals sein ganzes Potential als Schauspieler eingesetzt haben zu können. Es belastete ihn sehr, dass man ihn seiner Meinung nach nicht als seriösen Darsteller anerkannte, sondern in ihm ‚nur diesen Kerl, der Superman spielt‘, sah. Wir hoffen, neues Licht in diese Geschichte gebracht zu haben und damit den Menschen zeigen zu können, welcher Rang Reeves in Hollywood wirklich gebührt.“

„Wir haben doch alle einen Plan für unser Leben – bis das Leben selbst diese Pläne umwirft. Reeves Lebensplanung wurde vom Zweiten Weltkrieg verändert. Seine Karriere startete einst mit einem so glücklichen Zufall – immerhin war „Gone With the Wind“ („Vom Winde verweht“) sein erster Kinofilm - doch als er nach dem Dienst an der Waffe in sein Heimatland zurückkehrte, bekam er innerhalb des Hollywood-Systems kein Fuß auf den Boden. Er war bereits Anfang 30 und galt als ‚etwas zu alt‘ für Hollywood. Dann wurde er ein Fernsehstar – aber das bedeutete ihm nicht viel, und ganz gewiss verdiente er keine Millionen, wie die heutigen Darsteller von Superhelden.“

Coulter staunt: „Millionen Kinder sahen in diesem Mann – der im wahren Leben kinderlos blieb – eine starke und allwissende Vaterfigur. Das kleine Augenzwinkern, das er der Figur mitgab, sprach die Kinder direkt an: sie dachten, er zwinkere ihnen zu. In diesem jungen Alter konnten sie nicht unbedingt zwischen dem Schauspieler und der Rolle unterscheiden.“

Williamson fügt hinzu: „Als kreativer Künstler sehnte sich Reeves danach, andere Dinge zu tun. Doch ironischerweise machte gerade der große Erfolg der TV-Serie dies unmöglich. Reeves war die Schlüsselfigur in einem Ereignis, das für eine ganze Generation von großer Bedeutung war – doch das war ihm in seinem Privatleben nicht genug. Wenn man sich die Zeit nimmt, seine Superman-Episoden anzusehen, wird man natürlich gut unterhalten, kann aber gleichzeitig feststellen, dass sie eine Botschaft der Toleranz und guten Werte vermitteln und für Ehre und Gerechtigkeit werben.“

Um dem Vermächtnis von George Reeves die Ehre zu erweisen, dessen waren sich die Filmemacher bewusst, war es absolut ausschlaggebend die Hauptrolle mit einem Schauspieler zu besetzen, der sowohl die private als auch die berufliche Seite von Reeves zur Geltung bringen konnte. „Ben Affleck hat großen Respekt vor dem Menschen George Reeves“, berichtet Coulter. „Er hat von Anfang an sehr intensiv recherchiert und widmete sich dieser Rolle und diesem Tribut mit voller Hingabe.“

Affleck offenbart: „Ich habe eine noch größere Verantwortung verspürt, als man sie normalerweise sowieso trägt, wenn man historische Personen darstellt. Hier geht es um einen Mann, dem im echten Leben keine Anerkennung für seine wahre Persönlichkeit zuteil wurde. Bei der Recherche habe ich herausgefunden, dass er einmal einen Autounfall hatte und praktisch in Ohnmacht fiel. In den Schlagzeilen stand dann zu lesen: ‚Supermann wird ohnmächtig beim Anblick des eigenen Blutes‘. Die Menschen haben ihn damals ziemlich unsensibel und grob behandelt. Es war erniedrigend, und er hatte besseres verdient.“

„Dieser Kontrast hat mich interessiert: er war sehr frustriert und traurig, aber jeder dachte, er müsse doch eigentlich glücklich sein. Er hatte diese Rolle angenommen, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen und als Schauspieler aktiv zu bleiben; er war auch einer der ersten Schauspieler, der die Erfahrung durchmachte, wie frustrierend die Festlegung auf eine bestimmte Rolle ist. Jeder Superman-Zuschauer fühlte sich ihm automatisch nahe und zugehörig – und ich denke, dabei fühlte er sich unwohl und unsicher. Die Menschen erwarteten ja von ihm, wirklich Superman zu sein. Meines Erachtens äußert sich „Die Hollywood-Verschwörung“ auch darüber, wie unsere Gesellschaft die kulturellen Ikonen anbetet und dann verschlingt.“

„Ich habe zuvor schon mit Ben zusammengearbeitet und ihn nie so glücklich auf die Arbeit konzentriert gesehen wie bei diesem Film“, berichtet Williamson. „Es gab viele Schauspieler, die diese Hauptrolle übernehmen wollten, doch ich wusste, dass sich Ben mit der Rolle als Reeves völlig identifizieren und in ihr aufgehen würde.“

„Ben hat bestimmte Dinge über Reeves sehr verinnerlicht; sie haben auch einige Charakterzüge gemeinsam“, fügt Coulter hinzu. „Nach allem, was wir gehört und gelesen haben, war Reeves ein wirklich liebenswerter und charmanter Mann. Genau wie Ben – und der hat ja ebenfalls die ein oder andere Erfahrung damit gemacht, wie es ist, als Schauspieler in Hollywood verletzlich zu sein.“

Affleck zieht seinen Recherchen zu Reeves ein Fazit: „Man kannte ihn auch als ‚Honest George‘, den ‚Ehrlichen George‘; er verbrachte viel Zeit damit, sich darum zu bemühen, dass andere Menschen sich besser fühlten – teilweise auch um sich selbst aufzuwerten. Er war großzügig und hat wohl auch weitaus mehr Geld verliehen, als er selbst hatte; er war unterhaltsam und witzig, konnte Gitarre spielen und sprach mehrere Sprachen. Er war ein echter Mann, im wahrsten damaligen Sinne des Wortes. George war nicht perfekt; er war zu ehrgeizig und ungeduldig, zu sehr am schönen Schein und an Oberflächlichkeiten interessiert. Doch meiner Meinung nach hat er sein Leben mit viel Charakter geführt.“


Den Überblick behalten

„Die interessantesten Figuren sind doch diejenigen, die uns etwas über unser eigenes Wesen erzählen“, meint Adrien Brody, der in „Die Hollywood-Verschwörung“ die Rolle des Louis Simo spielt. „Als Schauspieler möchte ich von meiner Rolle und dem Szenario ergriffen werden. Außerdem suche ich nach Rollen, die ich bei früheren Gelegenheiten noch nicht habe spielen können. Dieses Drehbuch bot all das und noch mehr; es ist sehr fließend und geschmeidig."

„Simo ist in seinem Leben in Hollywood an einem Punkt angekommen, an dem sich viele Menschen wiederfinden: sie wollen ein bestimmtes Ziel erreichen, haben aber wahrscheinlich nicht die richtigen Schritte unternommen, um dort hin zu gelangen. Simo ist in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen etwas kindisch und muss erwachsen werden. Er versucht, gut auszusehen, aber das ist nur Fassade – er agiert. Irgendwann muss er seine hektische Betriebsamkeit einstellen und damit beginnen, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Es war großartig, diese Rolle auszuloten.“

Allen Coulter erläutert: „Es gibt eine Sequenz in einem Diner, wo ein ehemaliger Geschäftspartner zu Simo sagt, er versuche wie Ralph Meeker auszusehen - ein Schauspieler, der damals für seine Rollen als Privatdetektiv bekannt war. Simo bemüht sich zwar, ein wirklich moderner Ermittler zu sein, doch statt wirklich wie ein Profi zu handeln, spielt er diese Rolle als Privatdetektiv nur, ganz so, als wären Kameras auf ihn gerichtet.“

„Für die Rolle des Simo brauchten wir einen Schauspieler, der sexy und charmant sein konnte und gleichzeitig Intensität und Gefahr ausstrahlte. Adrien ist genau der außergewöhnliche Schauspieler, den wir benötigten.“

Glenn Williamson fügt hinzu: „Adrien verleiht dieser Figur in jeder Szene eine eindringlich nuancierte Komplexität. Er ist als Simo einfach umwerfend.“

Brody meint: „Anfangs geht Simo der Sache nur nach, um aufzufallen und in seiner Branche aufzusteigen. Doch im Laufe der Ermittlungen beginnt Simo die Traurigkeit im Innersten von George Reeves zu erfassen.“

Die Ermittlungen zum Tode von George Reeves verlaufen, wie in „Die Hollywood-Verschwörung“ dargestellt, in verschiedene Richtungen. „Es wird viel darüber spekuliert, welche Ursachen – oder Personen – für Reeves‘ Tod verantwortlich waren“, berichtet Brody. „War es ein falsches Spiel oder Selbstmord? Allen und ich haben darüber debattiert und beschlossen, die Antwort für mich als Schauspieler offen zu lassen – denn meine Filmfigur weiß auch nichts darüber, sondern versucht ja gerade, die Einzelheiten herauszufinden.“

„Reeves‘ Tod hat immer hitzige Kontroversen ausgelöst“, meint Paul Berbaum. „Besonders drei Theorien wurden angeführt: 1) er habe Selbstmord begangen, 2) er sei entweder versehentlich oder vorsätzlich von Leonore Lemmon erschossen worden oder 3) Eddie Mannix habe seine Ermordung angeordnet. Bei der Arbeit am Drehbuch wollte ich alle drei Theorien mit einflechten – und jeder ausreichend Glaubwürdigkeit verleihen, damit die Zuschauer beim Verlassen des Kinosaals drei unterschiedliche Meinungen zum wahren Tathergang in jener Nacht vertreten.“

Coulter sagt: „Wir bringen die drei Möglichkeiten ins Spiel und haben versucht, jeden Beteiligten und alle Details jeweils so plausibel wie nur möglich einzubauen.“ Williamson meint: „Wir haben uns alle – auch mit den Schauspielern – darüber unterhalten, dass wir uns wünschen, dass das Kinopublikum nach dem Film diskutieren sollte, was wohl in jener Nacht wirklich geschah.“

Manche dieser Diskussionen unter den Schauspielern und Filmemachern wurde auch abgebrochen. Brody merkt an: „Was auch immer geschehen sein mag, es war ein tragischer Vorfall.“

Noch deutlicher wird die Hauptdarstellerin Diane Lane, die meint: „Das waren fürchterliche Gespräche, denn das ganze Thema ist so traurig. Ich habe mich wirklich mit Tonis Emotionen identifiziert – vor allem mit diesem Gefühl des Verlusts.“

Lane hatte sich viele Gedanken um ihre Herangehensweise an die Rolle als Reeves‘ langjährige Geliebte gemacht. „Diane war über Jahre hinweg ein echter Fan dieses Projekts und verfolgte aufmerksam die Fortschritte des Drehbuchs“, erinnert sich Williamson.

Was die Schauspielerin jedoch nicht bemerkte, war, dass das Drehbuch sie im Auge hatte. Bernbaum erklärt: „Diese Rolle habe ich mit Diane im Hinterkopf geschrieben, also hat sich alles wunderbar zusammengefügt!“

Coulter sagt: „Diane hat in einigen ihrer Filme bereits Frauen gespielt, die von unkontrollierbaren Emotionen getrieben werden. Man könnte sagen, dass dies auch auf Toni in „Die Hollywood-Verschwörung“ zutrifft – aber Toni ist noch weitaus tougher und wagemutiger. Diane hat diesen Charakterzug schon in anderen Rollen zur Geltung gebracht, hier hat sie nun Gelegenheit, das noch weiter auszubauen. Sie ist eine sehr kraftvolle Schauspielerin.“

Lane meint: „Die Beziehung zwischen Toni und George fand ich ungeheuer interessant. Für eine Frau in der damaligen Zeit war sie sehr selbstbewusst; sie war eine große Dame – nicht unbedingt ein gutes Mädchen, aber sicher eine vielschichtige Persönlichkeit. Ben und ich haben Bücher gelesen, in denen beschrieben wurde, wie Toni in das Leben von George hinein passte. Wir haben auch mit Jack Larson, Reeves‘ Schauspielkollegen aus Superman, gesprochen: er hat Toni und George und deren Beziehung wirklich sehr gemocht.“

„Toni war eine sehr lebenslustige und vor Energie sprühende Frau; sie war älter als George, hatte die Kontrolle über die Finanzen und scheute sich auch nicht, diese Machtposition auszuspielen. Sie führten eine erotische, lebendige und reife Beziehung, die durchaus auch Belastungen gewachsen war. Es hätte eine oberflächliche Affäre bleiben können, aber das war es nicht. Ihr Verhältnis entwickelte und vertiefte sich, und sie hatten ein Arrangement. Sie war dankbar dafür, ihn in ihrem Leben zu haben.“

Ben Affleck sagt: „Als Toni in Georges Leben trat, repräsentierte sie etwas, wonach er sich sehnte: einen neuer Anfang zu machen, um sich jünger und lebendiger zu fühlen. In gewisser Hinsicht benutzte sie die Tatsache, dass sie ihm Geld gab – denn sie bezahlte seine Rechnungen mit dem Geld ihres Ehemannes - um ihn zu kontrollieren. Obwohl ich überzeugt bin, dass sie sich wirklich geliebt haben, verwandelte sich Toni in Georges Augen dennoch in etwas, das ihn unglücklich machte. Doch sobald sich ihre Wege trennten, lief sein Leben völlig aus der Bahn.“

Zum Ausgang dieser Beziehung meint Lane: „Wie in jeder Beziehung war es auch zwischen Toni und George so, dass die Dinge ihren Lauf nehmen, wenn sich die Partner nicht weiterentwickeln. Und Toni wollte nicht wirklich, dass George sich weiterentwickelt – sie wollte, dass er so blieb wie sie ihn kannte. Sie hat ihn geliebt und ich denke, sie hat die Trennung nie wirklich verkraftet.“

Nachdem sie nun die Rolle spielen konnte, der sie über Jahre nachgespürt hatte, wollte Lane „Toni natürlich nicht betrügen. Ich musste sie so authentisch wie nur möglich porträtieren. Ich bin Schauspielerin, keine Geschichtswissenschaftlerin – aber ich fühlte ihr gegenüber eine Verantwortung. Außerdem machte es mir großen Spaß, eine Frau zu verkörpern, die älter sein soll als ich selbst – es war sehr befreiend! Ich musste mir keine Sorgen machen, ob ich auch jung wirke... das ist so langweilig und beengend. Obwohl es natürlich wunderbar war, so schön ausgeleuchtet so werden. Toni hätte das genauso verlangt...“

Affleck meint: „Diane ist eine der besten – wenn nicht gar die beste Schauspielerin, mit der ich je zusammengearbeitet habe. Sie ist außergewöhnlich, und dazu noch sehr nett und ein echter Profi. Oft ertappte ich mich dabei, wie ich dachte: ‚Später werde ich stolz darauf sein, in diesem Film mitgespielt zu haben, allein schon wegen der Zusammenarbeit mit jemandem, der eine solche Performance abliefert‘. Ihre Darstellung in unseren Szenen war so aufrichtig und realistisch.“

Lane hatte vor zwei Jahrzehnten bereits in „Cotton Club“ mit Bob Hoskins zusammengearbeitet, der in „Die Hollywood-Verschwörung“ ihren Ehemann spielt. Sie meint bewundernd: „Allein schon durch diese frühere gemeinsame Erfahrung spürten wir auf Anhieb eine enge Verbundenheit – wir waren augenblicklich gute Kameraden! Es war toll, wieder an der Seite von Bob vor der Kamera zu stehen; er ist wirklich süß.“

Hoskins erzählt: „Als ich herausfand, dass Diane in „Die Hollywood-Verschwörung“ mitspielen würde, dachte ich: Das ist cool! Sie war schon damals als Teenager eine außergewöhnliche Schauspielerin. Sie hatte damals – genau wie heute noch – die unglaubliche Fähigkeit, überall auf der Stelle einschlafen zu können. Sie geht einfach in ihren Wohnwagen und tut es – das ist beeindruckend... Es war wunderbar spannend, erneut mit ihr zusammenarbeiten zu können, und das bei einem so großartigem Drehbuch.“

Hoskins hat im Laufe seine Schauspielkarriere bereits mehrfach real existierende Personen im Film porträtiert und meint: „Ich bin einzig und allein dafür verantwortlich, niemals irgendein Urteil über die jeweilige Figur zu fällen. Zwar habe ich allerhand über Eddie Mannix gelesen, wollte aber nicht allzu viel Recherche betreiben und mich auf vorgefasste Meinungen festlegen, denn Allen sollte das aus mir herausholen können, was er sich für die Rolle wünschte.“

„Mannix war ein komplizierter Mann. Als „erster Offizier“ von MGM war er sehr mächtig, aber er war auch sehr krank. Ich glaube auch, dass die sexuelle Leidenschaft schon früh aus seiner Ehe gewichen war und dass er mit Toni eine eher geschwisterliche Beziehung führte.“

Diane Lane meint: „Ganz sicher wussten Toni und Eddie über die jeweiligen Affären des anderen Bescheid. In ihnen war die Überzeugung gereift, dass jeder den anderen glücklich sehen wollte – doch gleichzeitig wollte keiner dieses Arrangement und die Vorteile, die ihnen diese Ehe bot, auf Spiel setzen.“

Hoskins sagt: „Eddie war knallhart – und konnte zu Toni dennoch so sanft sein. Ihm wurde bewusst, dass - wenn er sie als Ehefrau halten wollte – er ihr sexuelle Freiheit zugestehen musste. Im Grunde bedeutete das: Du kannst mit meiner Frau ins Bett gehen – aber wenn du sie zum Weinen bringst, bist du tot. Es war eine außergewöhnliche Epoche, denn die großen Filmstudios waren praktisch die Eigentümer ihrer Mitarbeiter und schrieben ihren Angestellten vor, wie sie ihr Leben führen sollten.“

Brody meint: „Wir alle haben das glamouröse Hollywood vor Augen – und in diesem Film lassen wir eine unglaublich aufregende und faszinierende Epoche wieder aufleben. Es gab jedoch immer und überall auch die Schattenseiten, die düstere Kehrseite der Medaille.“

Coulter fügt hinzu: „Unser Film ist eine weitaus bedrohlichere Version jener Epoche als die, die man üblicherweise zu sehen bekommt. Während der Recherche zu „Die Hollywood-Verschwörung“ habe ich sehr viel gelesen und festgestellt, dass ein Teil der glanzvollen Fassaden von den Studios erzeugt wurde – um eine Fantasie-Welt zu erschaffen, die von jedermann bewundert werden sollte. Wir blicken hinter diese Kulissen, um die echten Menschen mit ihren privaten Problemen zu zeigen – denn die schöne Garderobe hat diese Personen nicht vor menschlichen Dramen beschützen können.“

Die verschiedenen Facetten von „Hollywoodland“

Der Originaltitel der Films lautet „Hollywoodland“ – so stand es ursprünglich auch auf dem weltberühmten Schriftzeichen, das später zu „Hollywood“ verkürzt wurde, als sich der internationale Ruhm der Stadt etabliert hatte.

Sogar für einen Ort, der abwechselnd – und manchmal sogar gleichzeitig – seine Vergangenheit entweder verherrlicht oder niederreißt, stand das Hollywood der frühen 50er Jahre in scharfem Kontrast zur Stimmung, die gegen Ende jenes Jahrzehnts herrschte. Die traditionelle Formalität und Naivität wich dann nämlich einer eher modernistischen und lässigeren Attitüde, was sich auch in der Unterhaltung, Mode und Architektur widerspiegelte. Da die Geschichte in „Die Hollywood-Verschwörung“ im Laufe der 50er Jahre spielt, ließen Allen Coulter und sein Team, darunter Kameramann John Freeman, Produktionsdesignerin Leslie McDonald und Kostümdesignerin Julie Weiss, hier bei den Details ganz besondere Sorgfalt walten.

Coulter sagt: „Jonathan hat großartige Arbeit geleistet, indem er den zwei verschiedenen Epochen einen ganz unterschiedlichen Look verliehen hat. Seine Kamera ist formeller und zurückhaltender, wenn George Reeves‘ Hollywood gezeigt wird, hier setzt er auch sattere Farbtöne ein. In der Welt von Louis Simo scheinen die Farben von der scharfen kalifornischen Sonne ausgeblichen worden zu sein. Um dieses Gefühl noch zu unterstreichen haben wir mit einer Belichtung gedreht, die die fast unerträgliche Hitze fühlbar macht, und die Kamerabewegungen sind unsteter und unruhig.“

Adrien Brody meint: „Allen hat die Szenen mit Simo in einem schnellen Rhythmus gedreht; aber daran war ich aus etlichen Independent-Filmen bereits gewöhnt. Das hält uns alle auf Trab, doch Jonathan war immer bereit für den spezifischen Stil und die besondere Energie, die für die jeweiligen Szenen notwendig waren.“

Coulter fügt hinzu: „Das Hollywood, in dem sich Simo bewegt, ist zunehmend gekennzeichnet von informellem Verhalten – sowohl körperlich als auch sonst. George ist noch in einem Hollywood aufgewachsen, wo elegante Ausstrahlung auf der Tagesordnung stand. Die Menschen verhielten sich eher zurückhaltend und in gewisser Weise vielleicht sogar würdevoll. Diesen Kontrast haben wir auch bei etlichen anderen kreativen Entscheidungen sichtbar machen wollen. In Reeves‘ Welt spielen Live-Bands in Clubs und Restaurants noch Klassiker und feinen Jazz; in Simos Umgebung finden wir Radiomusik, Plattenspieler und Jukeboxes, aus denen Rock ‘n‘ Roll dröhnt.“

„Außerdem spielt sich Georges Leben in einem eher ruhigen Umfeld ab: das Meer rauscht, aus der Ferne hört man die sanften Klänge einer Jazz-Band und in dem Raum, in dem er mit Toni über die Zukunft spricht, ist es ansonsten still. In Simos Alltag prasselt aber pausenlos eine Lärmkulisse auf uns ein.“

Coulter analysiert auch die Arbeit an einem Kostümfilm und weiß, dass die Filmemacher in einem solchen Fall zuerst das berücksichtigen müssen, was das Publikum sehen wird: „Wir haben es absichtlich vermieden, die typischen Postkarten-Motive zu filmen, die zu sagen scheinen: ‚Wir haben viel Geld ausgegeben, um diese alten Autos und Kostüme zu mieten, also wollen wir sie auch zur Schau stellen.‘ Wir aber wollten alles echt aussehen lassen; wir hatten zwar tolle Autos und Kostüme, haben sie dann aber als etwas ganz Natürliches betrachtet. Ich habe ständig gesagt: ‚Lasst die Autos nicht so sauber sein!‘ - außer es handelte sich um das Begräbnis oder die Szenen im Anwesen der Mannix...“

„Bei den unverwechselbaren Sehenswürdigkeiten wie Ciro’s oder Cocoanut Grove haben wir versucht, die dazugehörige Stimmung einzufangen und zu vermitteln. Ist unser Ciro’s eine architektonisch akkurate Nachbildung? Nein. Aber wir haben die damalige Beleuchtung, die Lampen und das Outfit der Menschen reproduziert – und ich bin davon überzeugt, dass genau die entsprechende Atmosphäre entstanden ist. Wir haben uns so getreu wie nur möglich an das gehalten, was die Quintessenz dieser Orte ausmacht.“

McDonald meint: „Viele dieser legendären Lokale existieren nicht mehr, also haben wir uns bemüht, genau die Wirkung zu erzeugen, die diese Umgebung damals entfaltete. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es gewesen sein muss, sich jeden Abend in Schale zu werfen und in solche Nachtclubs zu gehen, aber George und seine Zeitgenossen haben es so gemacht. Allen hat sehr genau auf bestimmte Dinge wie z.B. die Farbpalette geachtet. Julie, Jonathan und ich haben lange mit ihm darüber gesprochen.“

„Als Drehort für Simos Wohnung haben wir nach einem Apartmenthaus in Hollywood gesucht. Es sollte ein Gebäude sein, das - wie Simo selbst - Ecken und Kanten hat. Im heutigen Hollywood war das schwer zu finden, aber wir wurden in Long Beach fündig, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Interessant war, dass dieses Anwesen über einen Pool in Form eines Sarges verfügte. Es war einfach perfekt, denn schon auf den ersten Blick macht diese Wohnanlage einem klar, dass Simos Ehe in die Brüche gegangen ist.“

Während der siebenwöchigen Dreharbeiten zu „Die Hollywood-Verschwörung“ wurde auch im Hancock Park und in den Parkwood Estates gefilmt, dem ehemaligen Wohnsitz von Sam McLaughlin, dem Gründer von General Motors Canada. Dieses Anwesen stellt im Film die Villa des Ehepaars Mannix dar und ist eines der ganz seltenen intakten Beispiele für die mittlerweile fast vollständig verschwundene Architektur der Nachkriegszeit.

Die Party, auf der sich Reeves und Toni kennenlernen, wurde auf der Dachterrasse eines Kaufhauses aus den 1930er Jahren gefilmt, das vor kurzem restauriert worden ist und nun wieder in alter Pracht erstrahlt.

Glenn Williamson staunt: „Eines Tages am Set war ich total schockiert, als all diese Statistinnen wirklich Handschuhe trugen – aber so kleideten sich die Leute damals eben, alles verlief sehr steif und förmlich. Diane Lane ist ja eine sehr schöne Frau; doch bereits nach der ersten Kostümprobe war sie völlig verwandelt: die Haare, die gezupften Augenbrauen, die Kleider...“

Diane Lane meint: „Diese glamourösen Schauspieler und das elegante Hollywood gehören ausschließlich in die damalige Zeit. Davon ist heutzutage absolut nichts mehr übrig, leider – ein weiterer Grund, um jene Epoche nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

„Jeder Mitwirkende an diesem Film hat sein Bestes gegeben, um diese Ära wieder aufleben zu lassen – und das sieht man. Obwohl ich sicher bin, dass sie sich eher als Reaktion auf die tolle Geschichte und Allens wunderbare Regiearbeit so ins Zeug gelegt haben, und nicht nur weil es eben eine Story über Hollywood ist. Julie Weiss und ihr Team haben sich mit den Kostümen und der Ausstattung selbst übertroffen.“

Julie Weiss hat als Kostümdesignerin bereits zwei Oscar-Nominierungen erhalten; über zwei Jahre hinweg beobachtete sie die Entstehung des Filmprojekts: „Ich wollte unbedingt an diesem Film mitwirken. Er erinnert uns daran, dass wir unseren Idolen applaudieren, uns umdrehen und dann nicht mehr zurückblicken – doch der Mensch steht noch immer auf der Bühne. Wir sollten diejenigen, die uns zum Träumen verholfen haben, viel freundlicher behandeln als man George Reeves behandelt hat. Die Menschen in „Hollywoodland“ sind auf der Suche nach sich selbst, und zwar zu einer Zeit, als die Stadt selbst im Wachstum begriffen war. Die Orangenbäume wurden gefällt, neue Häuser hochgezogen. Da ich selbst in Los Angeles aufgewachsen bin weiß ich sehr wohl, dass man sich entweder bewusst machen kann, an welchem Ort man sich wirklich befindet – oder aber man tut so, als sei man an dem Ort, nach dem man sich sehnte.“

„Es lag in meiner Verantwortung, die Schauspieler dabei zu unterstützen, dieses kleine Etwas aufzuspüren, durch das sie sich in ihre Rollen hineinversetzen können. Es geht um den Augenblick, wenn aus dem Kostüm ihre zweite Haut wird. Ab da wirkt alles natürlich, und die Zuschauer betrachten die Darsteller und haben das Gefühl, über eine Brücke in die Vergangenheit getragen zu werden. Das Filmpublikum wird hoffentlich nicht unterscheiden können, welche Elemente neu geschneidert und welche Kostüme ausgeliehen worden sind.“

Bob Hoskins gibt zu: „Alle meine Anzüge waren Originalteile aus den 50er Jahren, es war wunderbar! Ich trug ja Sachen, die Edward G. Robinson vielleicht einmal angehabt hat...“

Hinter den Kulissen

Allen Coulter hat sich lange darauf vorbereitet, mit „Die Hollywood-Verschwörung“ sein Regiedebüt zu geben und berichtet: „Jeden Tag, wenn ich ans Set kam, hatte ich bereits jede Einstellung in allen Einzelheiten vor Augen. Das heißt aber nicht, dass sich im Laufe der Dreharbeiten nicht doch alles veränderte – und zwar ständig!“

Drehbuchautor Paul Bernbaum erzählt: „Dass Allen als Regisseur engagiert wurde, hat mich total begeistert – besonders nachdem wir uns persönlich kennen gelernt hatten. Wir standen auch während der Dreharbeiten in Kontakt und ich verbrachte einige Tage mit ihm am Set. Er ist verdammt intelligent, sehr umsichtig und ein großartiger Regisseur.“

Produzent Glenn Williamson fügt hinzu: „Nachdem ich so lange an diesem Projekt gearbeitet hatte, war ich überglücklich, dass sich alles so gut gefügt hat. Ich habe bereits mit vielen Filmemachern zusammengearbeitet, und Allen wusste sehr genau, was er wollte. Er wusste aber auch, wie wichtig es ist, am Drehort eine Atmosphäre zu erzeugen, in der sich die Mitwirkenden wohl fühlen und die Gewissheit haben, dass sie ihre denkbar beste Leistung werden vollbringen können. Das traf insbesondere auf das hoch talentierte Schauspielensemble zu.“

Coulter meint: „Mir gefällt diese Arbeitsweise, bei der ich gemeinsam mit den Schauspielern herauszufinden versuche, wer die Figuren sind und wie wir sie glaubwürdig gestalten können."

„Sobald Ben Affleck für die Rolle als George Reeves zugesagt hatte, begann ich ihm Material zuzuschicken. Er hat sich auch weit mehr Episoden von „Adventures of Superman“ angesehen als ich. Wir haben außerdem eine Kassette aufgetrieben, auf der George Reeves persönlich spricht, und nicht als Superman. Ben war davon völlig fasziniert und hat sich auch am Set diese Tonaufnahmen angehört, manchmal auch Auszüge aus Reeves‘ Filmen oder TV-Auftritten. Das tat er unmittelbar bevor wir zu drehen begannen. Er hat sich Reeves‘ Stimmlage, Haltung und Gesten vollständig angeeignet.“

Affleck gibt zu: „Für diesen Film habe ich mehr recherchiert als jemals zuvor; ich habe mich sehr intensiv auf diese Rolle vorbereitet. Ich habe über 20 Pfund zugenommen, und deswegen hieß es oft: ‚Ich gehe gleich ins Bett, lass‘ mich nur erst noch diese Pizza essen...‘. Wenn man einen Film dreht, bekommt man oft kleine Begrüßungsgeschenke von der Produktion; in diesem Fall schenkte man uns glücklicherweise iPods, also konnte ich mir eine Datenbank mit Auszügen von Georges Stimme anlegen. Diese Aufnahmen habe ich genutzt, um mich in George hineinzuversetzen. Außerdem habe ich mir alle 104 Folgen von „Adventures of Superman“ sowie Reeves‘ Spielfilme angesehen. Seine Arbeit hat mich wirklich inspiriert, denn er war ein sehr guter Schauspieler, so natürlich und charmant.“

„Er hat sowohl Clark Kent als auch Superman so gut und mit einem solchen Enthusiasmus gespielt - denn er verstand, dass die Serie darauf basiert, dass der Zuschauer über seine geheime Identität Bescheid wussten, während die anderen Figuren der Serie ahnungslos sind. George Reeves kam sich im Superman-Kostüm lächerlich vor; für mich hingegen war die Arbeit mit Allen beim Nachstellen der „Superman“-Szenen eine große Freude.“

Coulter bestätigt: „Ben hat das Superman-Kostüm und das Clark-Kent-Outfit wahnsinnig gern getragen. In diesen Szenen hat er auch als Reeves gerne improvisiert. Aus unseren Gesprächen mit Jack Larson wussten wir, dass Reeves am Set ständig improvisierte.“

Stunt-Koordinator Matt Birman fügt hinzu: „Ben hat alle Stunts am Drahtseil selbst übernommen, darunter auch unsere Inszenierung des Vorfalls, der sich damals wirklich am Set ereignete, als ein Seil – entweder am Gerüst oder direkt am Superman-Kostüm - plötzlich riss und George Reeves aus über drei Metern Höhe zu Boden stürzte. Ihm war nichts Schlimmes passiert – aber er ließ sich nie mehr auf solche Stunts ein.“

Coulter ist auch voll des Lobes für Leslie McDonald und ihr Team, die das Set der legendären Tageszeitung Daily Planet gemäß der Serienvorlage nachgebildet haben: „Ausgenommen jene Fans, die genau wissen, wo jeder einzelne Bleistift lag, sind wir der Überzeugung, dass wir dem Original verdammt präzise nahegekommen sind.“

McDonald erläutert: „Das Original-Set der TV-Serie veränderte sich mit den Jahren ja auch, also mussten wir einige Entscheidungen treffen hinsichtlich der Dinge, die wichtig waren. Ein großer Spaß war sicher, das schlechte Kulissenbild der Brooklyn Bridge hinter der Figur von Perry White neu zu erschaffen!“

Viele der Mitarbeiter von Dennis Berardi, dem Leiters der Abteilung für visuelle Effekte, wollten unbedingt an „Die Hollywood-Verschwörung“ mitarbeiten. Berardi erklärt: „Wir haben hier Künstler, die große Fans der Superman-Comics sowie der Original-Serie sind.“

Berardi weiter: „Um den einstigen Schwarz-Weiß-Vorspann von „Adventures of Superman“ wieder entstehen zu lassen, haben wir beschlossen, dass es am Besten wäre, Ben vor einer Green Screen zu filmen, alles andere dann in Farbe zu drehen. So hatten wir ausreichend Spielraum, um in der Post-Produktion auf digitalem Weg der alten Vorlage gerecht zu werden. Sich mit diesen frühen technischen Finessen wieder vertraut zu machen war ein faszinierender Vorgang.“

Eine noch größere Herausforderung für den Schauspieler und die Fachleute war es, Affleck als Reeves in Originalszenen von „Verdammt in alle Ewigkeit“ einzubauen – und zwar in einer Szene an der Seite des Hauptdarstellers Burt Lancaster. Berardi sagt: „Wir haben Ben vor einer Green Screen gefilmt, besonders auf seine Blickrichtung geachtet und uns sehr genau ein die vorgegebene Kameraeinstellung gehalten. Ben konnte Burts Text über einem Knopf im Ohr hören und spielte dann Reeves‘ Rolle so, als stünde er wirklich direkt neben Burt. Ben hat das großartig gemeistert.“

Das Team für Spezialeffekte musste das Filmmaterial auch für den Kontext in „Die Hollywood-Verschwörung“ einfügen, denn im Film ist „Verdammt in alle Ewigkeit“ während einer Kinovorführung auf der Leinwand zu sehen. Berardi betont: „Damals wurden Kinofilme in einem anderen Verhältnis von Perspektive und Winkeln gedreht als heutzutage, deswegen mussten wir erst herausfinden, welche Linsen wir einsetzen und wie wir die Geometrie der Szene aufbauen mussten, damit alles echt wirkt.“

Eine weitere, körperlich noch anspruchsvollere Sequenz waren die Szenen, in denen Reeves in einer „Western-Stadt“ vor einem Kinderpublikum einen Werbeauftritt im Superman-Kostüm absolviert. Birman meint: „Es hat Spaß gemacht, traditionelle Western-Stunts zu drehen und mit Kindern und Pferden zu arbeiten. Doch im Film selbst ist dies eine eher furchteinflößende und bittersüße Sequenz, denn im wahren Leben hat dies dazu geführt, dass Reeves eine Waffe im Haus hatte.“

Um diese Sequenz zu drehen, wurden rund 100 Kinder als Statisten engagiert und am Drehort versammelt. In einem nahe gelegenen Zelt kleideten Julie Weiss und ihr Team jedes der Kinder im damaligen Stil ein; wenn doch einmal eines der Kinder versehentlich mit einem allzu modernen Armband bis zum Drehort gelangt war, korrigierte Weiss den Stilbruch kurzerhand, bevor die Kameras liefen. Sie meint: „Man hätte sagen können, das macht doch nichts. Aber es macht viel aus. Diejenigen unter uns, die sich an den Tag erinnern, als Superman starb, wissen, dass er niemals hätte sterben sollen. Wir waren zu jung, um zu trauern, und zu jung, um uns Gehör zu verschaffen.“

„Deshalb war es sehr aufregend für mich, Teil der Mannschaft von „Die Hollywood-Verschwörung“ sein zu können. Ich hatte das Gefühl, Ben habe sich wirklich in George Reeves verwandelt. Wenn er am Set mit mir sprach, hörte ich Georges Stimme.“

Bernbaum meint: „Alle Schauspieler haben in diesem Film großartige Darstellungen abgeliefert. Das Publikum wird hoffentlich der gleichen Meinung sein und auch einem weiteren Schauspieler – George Reeves – den Respekt zollen, nach dem er sich immer sehnte.“

Williamson sagt: „Wir wünschen uns für diesen Film ein breites Publikum, das George Reeves als Menschen begreift und durch Simos Entwicklung dazu angeregt wird, Bilanz darüber zu ziehen, was im eigenen Leben wirklich wertvoll ist.“

Coulter merkt an: „Man könnte sagen, „Die Hollywood-Verschwörung“ kombiniert zwei widersprüchliche Elemente: das nostalgische Flair und das emphatische Naturell des Hier und Jetzt. Ich hoffe aber, dass wir vermitteln konnten, wie die Herausforderungen und die Selbsterkenntnis, der sich George Reeves und Louis Simo stellen, uns auch heutzutage noch alle betreffen. Ich bin überzeugt, dass sich jeder mit dieser Geschichte wird identifizieren können – denn genau wie George mit seinen Träumen vom Ruhm und genau wie Simo mit seinem Geltungsdrang leben wir doch alle in „Hollywoodland“!“




ÜBER DIE SCHAUSPIELER


ADRIEN BRODY (Louis Simo)

Für die Titelrolle in Roman Polanskis „The Pianist“ (Der Pianist, 2002) wurde Adrien Brody mit einem Oscar als Bester Schauspieler ausgezeichnet. Er ist der bisher jüngste Preisträger in dieser Kategorie. Seine Darstellung als Wladyslaw Szpilman, der einst wirklich den Holocaust überlebte, brachte im außerdem weitere Ehrungen ein: die National Society of Film Critics sowie die Boston Society of Film Critics zeichneten ihn als Besten Schauspieler aus, er gewann den César – das französischen Pendant zum Oscar – und bekam Nominierungen zum Golden Globe, der Screen Actors Guild und für den BAFTA Award.

Adrien Brody ist in New York City geboren und aufgewachsen. Er besuchte dort die High School for the Performing Arts und studierte dann an der American Academy of Dramatic Arts.

Größere Aufmerksamkeit zog er zunächst durch eine Hauptrolle in Steven Soderberghs „King of the Hill“ (König der Murmelspieler, 1993) auf sich, danach war er in zwei Spielfilmen unter der Regie von Eric Bross zu sehen: „Ten Benny“ (1997) und „Restaurant“ (1998 ). Letzterer brachte Brody eine Nominierung für den Independent Spirit Award ein.

Zu seinen weiteren Filmen gehören u.a. „Harrison’s Flowers“ (2000) von Elie Chouraquis, „Bread and Roses“ (2000) von Ken Loach, „The Thin Red Line“ (Der schmale Grat, 1998 ) von Terrence Malick, „The Affair of the Necklace“ (Das Halsband der Königin, 2001) von Charles Shyer, „Liberty Heights“ (1999) von Barry Levinson, „Summer of Sam“ (1999) von Spike Lee, „The Singing Detective“ (2003) von Keith Gordon, „The Village“ (The Village – Das Dorf, 2004) von M. Nights Shyamalan und „The Jacket“ (2005) von John Maybury.

Erst vor kurzem war er in Peter Jacksons Oscar-preisgekröntem Remake von „King Kong“ (2005) zu sehen. Gerade abgeschlossen hat er die Dreharbeiten zum mit Spannung erwarteten romantischen Kostüm-Drama „Manolete“ - Drehbuch und Regie dazu übernahm Menno Meyjes. An der Seite von Penélope Cruz verkörpert Adrien Brody in diesem Film Spaniens berühmtesten Stierkämpfer Manuel Rodríguez Sánchez.


DIANE LANE (Toni Mannix)

Diane Lane gehört zu den seltenen Schauspielerinnen, deren Karriere als Kinderstar begann und bis heute erfolgreich verläuft.

Ihre Darstellung in Adrian Lynes „Unfaithful“ (Untreu, 2002) an der Seite von Richard Gere und Olivier Martinez brachte ihr eine Oscar- sowie eine Golden Globe-Nominierung und eine Nominierung zum Screen Actors Guild Award in der Kategorie Beste Schauspielerin ein. Ausgezeichnet wurde sie in dieser Kategorie vom Filmkritikerverband in New York sowie von der National Society of Film Critics.

Die gebürtige New Yorkerin war bereits mit sechs Jahren professionelle Schauspielerin. Als das La Mama Experimental Theater nach Kinderdarstellern suchte, ergatterte sie eine Rolle in Andrei Serbians einzigartiger Inszenierung von „Medea“. In den darauffolgenden fünf Jahren stand sie für diesen Regisseur u.a. in „Elektra“, „The Trojan Women“, „The Good Woman of Sezchuan“ und „As You Like“ sowohl in New York als auch in Theaterfestivals rund um die Welt auf der Bühne.

Nachdem sie während der Spielzeit 1976-77 in Joseph Papps Inszenierungen von „The Cherry Orchard“ und „Agamemnon“ am Lincoln Center mitgewirkt hatte, bekam sie in Papp’s Public Theater eine Hauptrolle in „Runways“. Schon bald danach gab sie an der Seite von Laurence Olivier in George Roy Hills „A Little Romance“ ihr unvergessliches Filmdebüt. Im August 1979 war sie auf dem Titelblatt des Time Magazins zu bewundern.

Seither hat Diane Lane etliche Spielfilme gedreht, darunter bisher vier unter der Regie von Francis Ford Coppola: „The Outsiders“ (Die Outsider, 1983), „Rumble Fish“ (1983), „Jack“ (1996) und „The Cotton Club“ (Cotton Club, 1984), in dem sie bereits an der Seite ihres jetzigen Filmpartners Bob Hoskins vor der Kamera stand.

Zu ihren vielen weiteren Filmen zählen u.a. John Maddens neues Werk „Killshot“, basierend auf dem Roman von Elmore Leonard, in dem auch Lois Smith mitspielt, außerdem Tony Goldwyns „A Walk on the Moon“ (1999), für den Diane Lane zum Independent Spirit Award nominiert wurde, Audrey Wells „Under the Tuscan Sun“ (Unter der Sonne der Toskana, 2003), der ihr eine weitere Golden Globe-Nominierung einbrachte, Wolfgang Petersens „The Perfect Storm“ (Der Sturm, 2000), Jay Russells „My Dog Skip“ (Mein Hund Skip, 2000), Stacy Cochrans Independent-Film „My New Gun“ (1992), Gary David Goldbergs „Must Love Dogs“ (Frau mit Hund sucht Mann mit Herz, 2005), Lamont Johnsons „Cattle Annie and Little Briches“ (Zwei Mädchen und die Doolin-Bande, 1981) sowie Richard Attenboroughs „Chaplin“ (1992), in dem sie eine andere historische Hollywood-Persönlichkeit verkörperte: die Schauspielerin Paulette Godard.

Zu ihren TV-Filmen gehören u.a. Hauptrollen in klassischen Miniserien wie „Lonesome Dove“ mit Robert Duvall unter der Regie von Simon Wincer. Für diese Rolle wurde Diane Lane für einen Emmy nominiert. Weitere TV-Rollen sind z.B. Bill Pullmans Remake von „The Virginian“, Glenn Jordans TV-Remake von „A Streetcar Named Desire“, Arthur Allan Seidelmans „Grace & Glorie“ an der Seite von Gena Rowlands und Ken Camerons Miniserie „Oldest Living Confederate Widow Tells All“, in der sie die Titelrolle innehatte, die sie über die Geschichte hinweg als Teenager bis ins Alter von 60 Jahren hinein verkörperte.


BEN AFFLECK (George Reeves)

Gemeinsam mit Matt Damon verfasste Ben Affleck das Drehbuch zu „Good Will Hunting“ (Good Will Hunting - Der gute Will Hunting, 1997), das ihm einen Oscar, einen Golden Globe sowie den Humanitas Prize einbrachte. Affleck und Damon übernahmen auch die Hauptrollen in Gus Van Sants gefeiertem Film, der mit etlichen Ehrungen ausgezeichnet wurde, darunter eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Film.

Afflecks neuestes Drehbuch heißt „Gone, Baby, Gone“, das er mit Aaron Stockard nach Dennis Lehanes gleichnamigem Roman adaptierte. Ben Affleck wird bei diesem Spielfilm, der 2007 in die Kinos kommen soll, auch für die Regie verantwortlich zeichnen. Die Hauptrollen spielen Casey Affleck, Morgan Freeman, Ed Harris und Michelle Monaghan.

Zu seinen weiteren Spielfilmen als Darsteller gehören u.a. der „Smokin‘ Aces“, Regie und Drehbuch übernahm Joe Carnahan, außerdem „Changing Lanes“ (Spurwechsel, 2002) von Roger Michell, „Boiler Room“ (Risiko – Der schnellste Weg zum Reichtum, 2000) von Ben Younger, der Oscar-preisgekrönte „Shakespeare in Love“ (1998 ) von John Madden, „Dazed and Confused“ (Confusion – Sommer der Ausgeflippten, 1993) von Richard Linklater, „Man About Town“ (2006) von Mike Binder, „Daredevil“ (2003), von Mark Steven Johnson, „The Sum of All Fears“ (Der Anschlag, 2002) von Phil Alden Robinson, „Paycheck“ (Paycheck – die Abrechnung, 2003) von John Woo, „Armageddon“ (Armageddon – Das jüngste Gericht, 1998 ) und „Pearl Harbor“ (2001) von Michael Bay, „Going All the Way“ (Der lange Weg der Leidenschaft, 1997) von Mark Pellington, etliche Spielfilme unter der Regie von Kevin Smith, darunter „Chasing Amy“ (1997) und „Dogma“ (1999), sowie „Forces of Nature“ (Auf die stürmische Art, 1999) von Bronwen Hughes, basierend auf einer Idee von Glenn Williamson, der bei „Die Hollywood-Verschwörung“ als Produzent fungiert.

Im Jahr 2000 gründete Ben Affleck gemeinsam mit Matt Damon, Chris Moore und Sean Bailey die Firma LivePlanet, Inc. Ihre erste Produktion unter diesem Banner war die TV-Show „Project Greenlight“, die die Aufmerksamkeit der Kritik, der Zuschauer und der gesamten Filmbranche auf sich zog, da sie einen Einblick in die Herausforderungen gewährte, die Neulinge bewältigen müssen, wenn sie ihren ersten Film verwirklichen wollen. Alle drei Folgen dieser Sendung wurden für Emmy Awards nominiert.

Ben Affleck unterstützt auch etliche gemeinnützige Organisationen, darunter das A-T Children’s Project und The Jimmy Fund.


BOB HOSKINS (Edgar Mannix)

Für seine Darstellung in Neil Jordans „Mona Lisa“ (1986) wurde Bob Hoskins als Bester Schauspieler für einen Oscar nominiert. Ausgezeichnet wurde er für diese Rolle mit einem Golden Globe, dem BAFTA, den Preisen der Kritikerverbände in New York, Los Angeles und Boston, dem Preis der National Society of Film Critics und auch auf den Filmfestspielen in Cannes.

Zu seinen vielen weiteren Spielfilmen gehören u.a. „The Long Good Friday“ (Rififi am Karfreitag, 1980), für den Hoskins eine BAFTA-Nominierung erhielt und „Beyond the Limit“ – auch bekannt als „The Honorary Consul“ (Der Honorarkonsul, 1983), für den er ebenfalls eine BAFTA-Nominierung bekam, beide unter der Regie von John Mackenzie. Außerdem „Pink Floyd – The Wall“ (1982) von Alan Parker, „The Cotton Club“ (Cotten Club, 1984) von Francis Ford Coppola, in dem er bereits an der Seite von Diane Lane vor der Kamera stand, „Brazil“ (1985) von Terry Gilliam, Robert Zemeckis Kinohit „Who Framed Roger Rabbit?“ (Falsches Spiel mit Roger Rabbit, 1988 ), für den Hoskins zum Golden Globe nominiert wurde, „Mermaids“ (Meerjungfrauen küssen besser, 1990) von Richard Benjamin, „Hook“ (1991) von Steven Spielberg, „Nixon“ (1995) von Oliver Stone, „Michael“ (1996), von Nora Ephron, „The Secret Agent“ (Joseph Conrads Der Geheimagent, 1996) von Christopher Hampton, „TwentyFourSeven (1997) von Shane Meadows – für den er mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde – sowie „A Room for Romeo Brass“ (1999), „Felicia’s Journey“ (Felicia, mein Engel, 1999) von Atom Egoyan, „Enemy at the Gates“ (Duell – Enemy at the Gates, 2001) von Jean-Jacques Annaud, „Maid in Manhattan“ (Manhattan Love Story, 2002) von Wayne Wang, „Vanity Fair“ (2004) von Mira Nair, „Beyond the Sea“ (2004) von Kevin Spacey, „Unleashed“ (Unleashed – Entfesselt, 2005) von Louis Leterrier, „Mrs. Henderson Presents“ (Lady Henderson präsentiert, 2005) von Stephen Frears, bei dem er ebenfalls als ausführender Produzent fungierte und wofür er zum Golden Globe sowie zum British Independent Film Award nominiert wurde. Vor kurzem hat Hoskins an der Seite von Sean Bean die Dreharbeiten zu Nick Loves „Outlaw“ abgeschlossen.

Als Regisseur drehte Bob Hoskins „The Raggedy Rawney“ (Raggedy – Eine Geschichte von Liebe, Flucht und Tod, 1988 ), zu dem er das Drehbuch verfasste und auch selbst eine Hauptrolle spielte. Zu seinen weiteren Regiearbeiten gehören der Spielfilm „Rainbow“ (Rainbow – Die phantastische Reise auf dem Regenbogen, 1996), in dem er auch als Darsteller mitwirkte, sowie verschiedene Episoden der TV-Serie „Tube Tales“ und „Tales from the Crypt“, in der er ebenfalls mitspielte.

Zu seinen herausragenden TV-Rollen gehört z.B. Dennis Potters klassische Miniserie „Pennies from Heaven“ unter der Regie von Piers Haggard, für die Bob Hoskins für einen BAFTA nominiert wurde sowie der TV-Film „Don Quixote“ unter der Regie von Peter Yates sowie „Noriega: God’s Favorite“ von Roger Spottiswoode.

Bei den British Independent Film Awards 2004 wurde Bob Hoskins für den „herausragenden Beitrag eines Schauspielers zum britischen Film“ mit dem Richard Harris Award geehrt.


LOIS SMITH (Helen Bessolo)

Lois Smith gab ihr Filmdebüt an der Seite von James Dean in Elia Kazans „East of Eden“ (Jenseits von Eden, 1955).

Bereits zuvor hatte sie ihre Ausbildung am Actors Studio beim legendären Lee Strasberg begonnen und hatte seither unzählige Rollen in Theater, Film und Fernsehen inne.

Zwei Mal wurde sie bereits für einen Tony nominiert, und zwar für ihre Darstellungen in den Inszenierungen von „The Grapes of Wrath“ und „Buried Child“, die zunächst von der Steppenwolf Theatre Company in Chicago, deren Mitglied sie ist, auf die Bühne gebracht wurden. Vor kurzem spielte sie eine Hauptrolle in Harris Yulins Off-Broadway-Inszenierung von Horton Footes „The Trip to Bountiful“, für die sie mit dem Drama Desk Award, dem Preis des Outer Critics Circle, dem Obie und dem Lucille Lortel Award ausgezeichnet wurde.
Ihre TV-Auftritte rangieren in der Bandbreite von Filmen wie z.B. „The United States Steel Hour“ mit John Cassavetes und „Naked City“ an der Seite von George C. Scott bis hin zu Serien wie u.a. „Frasier“ oder „Law & Order: Criminal Intent“. Sie war u.a. auch in den TV-Filmen „Iron Jawes Angels“ von Katja von Garnier und Joseph Sargents „Skylark“ zu sehen.

Für ihre Rolle in „Five Easy Pieces“ (Ein Mann sucht sich selbst, 1970) an der Seite von Jack Nicholson und unter der Regie von Bob Rafelson wurde sie von der National Society of Film Critics zu den Besten Nebendarstellerinnen gezählt. Zu ihren vielen weiteren Spielfilmen gehören u.a. „Dead Man Walking“ (Dead Man Walking – Sein letzter Gang, 1995) und „The Pledge“ (Das Versprechen, 2001), beide unter der Regie von Sean Penn, „Minority Report“ (2002) mit Tom Cruise unter der Regie von Steven Spielberg, „Twister“ (1996) von Jan De Bont, „How to Make an American Quilt“ (Ein amerikanischer Quilt, 1995) von Jocelyn Moorhouse, „Ressurection“ (Der starke Wille, 1980) von Daniel Petrie, „Foxes“ (Jeanies Clique, 1980) und „Fatal Attraction“ (Eine verhängnisvolle Affäre, 1987), beide unter der Regie von Adrian Lyne, „Black Widow“ (Die schwarze Witwe, 1987) von Bob Rafelson, „Green Card“ (Green Card – Scheinehe mit Hindernissen, 1990) von Peter Weir, „Fried Green Tomatoes“ (Grüne Tomaten, 1991) von Jon Avnet, „Falling Down“ (Falling Down – Ein ganz normaler Tag, 1993) von Joel Schumacher sowie der neue „Killshot“ mit Diane Lane unter der Regie von John Madden.

Zurzeit steht Lois Smith gerade für George LaVoos „A Dog Year“ neben Jeff Bridges vor der Kamera.


ROBIN TUNNEY (Leonore Lemmon)

Robin Tunneys schauspielerische Leistung an der Seite von Henry Thomas in Bob Gosses „Niagara, Niagara“ brachte ihr 1997 auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig die Auszeichnung als Beste Schauspielerin und eine Nominierung für einen Independent Spirit Award ein.

Die aus Chicago stammende Robin Tunney zog mit 18 nach Los Angeles, um Schauspielerin zu werden. Zu ihren Spielfilmen gehören u.a. „Open Window“ (2006) von Mia Goldman, „Cherish“ (2002) von Finn Taylor, „Empire Records“ (Das Empire Team, 1995) von Allan Moyle, „The Craft“ (Der Hexenclub, 1996) und „The In-Laws“ (Ein ungleiches Paar, 2003), beide unter der Regie von Andrew Fleming, „End of Days“ (End of Days – Nacht ohne morgen, 2001) von Peter Hyams, „Vertical Limit“ (2000) von Martin Campbell sowie „Investigating Sex“ (2001) und „The Secret Lives of Dentists“ (2002), beide unter der Regie von Alan Rudolph. Zurzeit spielt sie eine Hauptrolle in der erfolgreichen TV-Serie „Prision Break“.




ÜBER DIE FILMEMACHER


ALLEN COULTER (Regie)

„Die Hollywood-Verschwörung“ (im Original: „Hollywoodland“) ist Allen Coulters Debüt als Spielfilmregisseur. Für seine Regiearbeit an jeweils zwei Episoden der Serien „The Sopranos“ und „Sex and the City“ wurde er insgesamt bereits vier Mal für den Regiepreis der Directors Guild of America nominiert.

Für „The Sopranos“ erhielt er außerdem etliche Emmy-Nominierungen, sowohl als Regisseur einzelner Episoden als auch in seiner Funktion als Produzent der Serie, für die er mitsamt dem Produzenten-Team bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, als die Serie den Golden Globe in der Kategorie Beste TV-Serie/Drama gewann.

Auch die Regie eines Budweiser-Werbespots brachte Allen Coulter bereits eine Emmy-Nominierung ein. In der Welt der Werbung konnte er bereits viel Erfahrung hinter der Kamera sammeln. Zu seinen weiteren TV-Arbeiten gehört z.B. die Regie von etlichen Episoden von „Millennium“, „Rome“, „Six Feet Under“, „Prince Street“ – bei der er zum ersten Mal mit Kameramann Jonathan Freeman zusammenarbeitete – und „The X-Files“ sowie der Pilotfilm zur Miniserie „Kingpin“.

Zuvor war er Drehbuchautor, Produzent und Regisseur des preisgekrönten Kurzfilms „The Hobbs Case“ und führte Regie bei dem für verschiedene Preise nominierten CableACE-Kurzfilm „The Secret Life of Mary Margaret“ mit Calista Flockhart in der Hauptrolle.

Allen Coulter ist in Texas geboren und aufgewachsen. Seine Laufbahn in der Unterhaltungsindustrie begann als Laufbursche für eine kleine, in New York City ansässige Filmproduktion.


PAUL BERNBAUM (Drehbuch)

„Die Hollywood-Verschwörung“ (im Original: „Hollywoodland“) ist Paul Bernbaums erstes verfilmtes Drehbuch.

Vor kurzem verkaufte er ein Exposé mit dem Titel „Counter-Clockwise“ an Universal Pictures. Er wird das Originaldrehbuch dazu verfassen und als Hauptdarstellerin und Produzentin wird Jennifer Aniston mit an Bord sein.

Paul Bernbaum arbeitet zurzeit auch an verschiedenen Filmproduktionen, darunter „The Warden“ für HBO Films, „Wild Ride“ für Misher Films, „Lifeguard“ für Jaffe Films – basierend auf dem gleichnamigen Buch von James Patterson und Andrew Gross – sowie „Tele-Vision“ für Miramax Films.

Seinen Studienabschluss in Filmwissenschaften machte Paul Bernbaum am Ithaca College.


GLENN WILLIAMSON (Produktion)

Back Lot Pictures ist Glenn Williamsons unabhängige Filmproduktionsgesellschaft, unter deren Banner er vor kurzem das erfolgreiche Remake von „The Omen“ (Das Omen, 2006) unter der Regie von John Moore produzierte.

Er fungierte als ausführender Produzent von „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ (Vergiss mein nicht, 2004) von Focus Features unter der Regie von Michel Gondry nach einem Oscar-preisgekrönten Drehbuch von Charlie Kaufman sowie von „The Ice Harvest“ (2005) unter der Regie von Harold Ramis.

Die Firma Back Lot entwickelt für Focus gerade eine weitere Hollywood-Story: die Kostüm-Komödie „Señor Dracula“, bei der Cheech Martin die Regie übernehmen soll. Außerdem hat das Unternehmen eine Option auf die Spielfilmrechte von J. Robert Lennons Roman „The Funniest“ gezeichnet.

Glenn Williamson war zuvor Präsident der Produktionsabteilung von Focus Features, wo er verantwortlich zeichnete für Filme wie Todd Haynes‘ preisgekrönten „Far from Heaven“ (Dem Himmel so fern, 2002) mit Julianne Moore und Dennis Quaid, Christine Jeffs „Sylvia“ (2003) mit Gwyneth Paltrow und Daniel Craig sowie Mira Nairs „Vanity Fair“ (2004) mit Reese Whitherspoon und Bob Hoskins.

Unmittelbar vor der Gründung von Focus Features arbeitete Williamson als Präsident der Produktionsabteilung bei USA Films, danach sieben Jahre lang als Senior Production Executive bei DreamWorks, zu der er bereits im Gründungsjahr 1994 hinzugestoßen war. In dieser Zeit brachte er hier Allan Balls Drehbuchentwurf zu „American Beauty“ (1999) ins Gespräch und überwachte die Produktion der Verfilmung unter der Regie von Sam Mendes, die schließlich mit fünf Oscars ausgezeichnet werden sollte, darunter als Bester Film, für die Beste Regie und das Beste Originaldrehbuch. Seine Arbeit war auch ausschlaggebend dafür, das Cameron Crowe sich dem Studio anschloss, „Almost Famous“ (Almost Famous – Fast berühmt, 2000) realisiert werden konnte und Crowe der Oscar für das Beste Originaldrehbuch zuteil wurde.

Zu seinen weiteren Produktionen bei DreamWorks gehören z.B. „Road to Perdition“ (2002) von Sam Mendes, „The Mexican“ (Mexican, 2001) von Gore Verbinski, „Forces of Nature“ (Auf die stürmische Art, 1999) von Bronwen Hughes - basierend auf Williamsons eigener Vorlage mit Ben Affleck in der Hauptrolle.

Williamson studierte an der University of Virginia; seine Karriere in der Filmentwicklung begann als Mitarbeiter von Walter Parkes und Laurie MacDonald, den derzeitigen Vorsitzenden von DreamWorks, als beide noch für die bei Sony ansässige Produktionsfirma Aerial Pictures tätig waren. Williamson ging dann gemeinsam mit dem Duo zu Amblin Entertainment und zeichnete u.a. für Filme wie Barry Sonnenfelds Kassenerfolg „Men in Black“ verantwortlich. Auch nachdem Amblin Entertainment in DreamWorks aufging, hielt Williamson stets engen Kontakt zu Parkes und MacDonald.

Vor seiner Zeit bei Aerial Pictures hatte er sich mit Cameron Crowe an der Produktion von „Singles“ (Singles – gemeinsam einsam, 1992) und mit Tim Burton an „Edward Scissorhands“ (Edward mit den Scherenhänden, 1990) betätigt. Sein allererster Job in der Filmindustrie war bei Castle Rock Entertainment; darauf arbeitete er zwei Jahre lang in einer Werbeagentur in New York City.


JAKE MYERS (Ausführende Produktion)

Jake Myers betätigt sich gerade als ausführender Produzent von Mikael Håfstöms „1408“ mit John Cusack und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen.

In den letzten zehn Jahren arbeitete er sowohl als Filmproduzent als auch als Studio Executive an den verschiedensten Projekten, von kleinen Spielfilmen bis hin zu großen Spielfilmproduktionen. Seine Laufbahn begann in der unabhängigen Filmszene in New York, wo er u.a. Joel Hopkins BAFTA-preisgekrönten Film „Jump Tomorrow“ (2001) produzierte.

Als Manager bei Miramax Films und Dimension Films zeichnete Jake Myers für die Produktion von Rob Marshalls Oscar-preisgekröntem Film „Chicago“ (2002) verantwortlich. Zu seinen weiteren Filmen während seiner vier Jahre bei diesen Unternehmen gehören u.a. „Dirty Pretty Things“ (Kleine schmutzige Geschäfte, 2002) von Stephen Frears, „Ella Enchanted“ (Ella – Verflixt & zauberhaft, 2004) von Tommy O’Haver, „The Adventures of Sharkboy and Lavagirl 3-D“ (2005), „Derailed“ (Entgleist, 2005) von Mikael Håfström und Terry Gilliams „The Brothers Grimm“ (Die Gebrüder Grimm, 2005), für den er auch als Co-Produzent fungierte.


J. MILES DALE (Ausführende Produktion)

J. Miles Dale arbeitet derzeit an der ausführenden Produktion eines weiteren Focus Features-Films, Kasi Lemmons „Talk to Me“ mit Don Cheadle und Chiwetel Ejiofor in den Hauptrollen.

Zu seinen Produktionen gehören z.B. Danny Leiner beliebter Kultfilm „Harold & Kumar Go To White Castle“ (2004), LeVar Burtons Familienfilm „Blizzard“ (2003), James Tobacks „Harvard Man“ (2001) mit Adrian Greiner und Sarah Michelle Gellar und „The Skulls III“ (2003), bei dem er auch Regie führte.

J. Miles Dale war der Produzent von einem der USA Network-Fernsehfilmen mit der höchsten Einschaltquote aller Zeiten: der von der Kritik gefeierte „All-American Girl: The Mary Kay Letourneau Story“ unter der Regie von Lloyd Kramer mit Penelope Ann Miller in der Titelrolle.

Zu seinen TV-Produktionen gehören auch die Serie „F/X: The Series“, bei der er in etlichen Episoden auch die Regiearbeit übernahm, die Produktion und einige Male die Regie bei „RoboCop: The Series“ sowie für die beliebte Reality-Serie „Top Cops“ und die Produktion von drei Staffeln von „Friday The 13th: The Series“.

Als Regisseur fungierte er außerdem für Episoden von Serien wie „Andromeda“ und „Earth: Final Conflict“ und überwachte außerdem die Produktion von Daniel Petries „The Execution Of Raymond Graham“, einem zweistündigen Live-Fernsehfilm.

Sein Vater, James Dale, arbeitete als musikalischer Leiter für so bahnbrechende TV-Produktionen wie „The Smothers Brothers Comedy Hour“ und „The Sonny and Cher Show“.

J. Miles Dale schreibt zurzeit am Drehbuch für den Spielfilm „Stolen Fire“, bei dem er auch die Regie übernehmen möchte.


JOE PICHIRALLO (Ausführende Produktion)

Joe Pichirallo ist seit über 13 Jahren als Studio Executive tätig und überwacht Spielfilmproduktionen in aller Welt. Zurzeit leitet er die Produktions- und Entwicklungsabteilung bei Overbrook Entertainment, der Filmfirma von Will Smith, die einen First-Look-Deal mit Sony Pictures abgeschlossen hat.

Als Executive Vice-President der Produktionsabteilung bei Focus Features zeichnete er für alle Entwicklungs- und Produktionsphasen von „Die Hollywood-Verschwörung“ (im Original: „Hollywoodland“) verantwortlich. Zu seinen weiteren Filmen gehören u.a. Sanaa Hamris „Something New“ (2006) mit Sanaa Lathan und Simon Baker sowie (für Rogue Pictures) Don Mancinis „Seed of Chucky“ (Chucks Baby, 2004).

Vor seiner Zeit bei Focus arbeitete Pichirallo fast acht Jahre lang als Senior Vice-President bei Fox Searchlight Pictures, wo er einer der Verantwortlichen war, die 1994 die Abteilung aus der Taufe hoben. Er überwachte über ein Dutzend Searchlight-Produktionen, darunter Denzel Washingtons preisgekröntes Regiedebüt „Antwone Fisher“ (2002), Mark Romaneks „One Hour Photo“ (2002) mit Robin Williams, Bob Dolmans „The Banger Sisters“ (Groupies Forever, 2002) mit Goldie Hawn, Susan Sarandon und Geoffrey Rush, Tamara Jenkins‘ „Slums of Beverly Hills“ (Hauptsache Beverly Hills, 1998 ) mit Alan Arkin, Marisa Tomei und Natasha Lyonne, Edward Burns‘ „The Brothers McMullen“ (Kleine Sünden unter Brüder, 1995) und „She’s the One“ (1996) mit Jennifer Aniston und Cameron Diaz sowie Philip Kaufmans „Quills“ (Quills – Macht der Besessenheit), der für drei Oscars nominiert wurde.

Bevor er sich an der Gründung von Searchlight betätigte, war Pichirallo Manager bei HBO Pictures, wo er für John Frankenheimers „Against the Wall“ mit Samuel L. Jackson, für „The Burning Season“ mit Raul Julia sowie für Robert Harmons „Gotti“ verantwortlich zeichnete.

Zuvor arbeitete er als Reporter der The Washington Post und berichtete über Themen wie die nationale Sicherheit, den Kongress, Politik und Gerichtsurteile. Er verbrachte ein Jahr als Stipendiat des American Film Institute (AFI), wo er zurzeit ein Seminar mit dem Titel „The Profession“ abhält. Außerdem ist er Mitglied im Beirat des AFI Conservatory Board, zuständig für die Studienpläne der Filmhochschule. Seinen Hochschulabschluss machte er an der University of California in Berkeley, wo er auch als Chefredakteur der Hochschulzeitung arbeitete.


JONATHAN FREEMAN (Kamera)

Jonathan Freemans neueste Kameraarbeit ist Jane Andersons „The Prize Winner of Defiance, Ohio“ mit Julianne Moore und Woody Harrelson in den Hauptrollen.

Er wurde für seine Arbeit an Daniel Sackheims TV-Film „Homeland Security“ mit dem Preis der American Society of Cinematographers (ASC) ausgezeichnet. Eine erste ASC-Nominierung wurde ihm für eine Episode der TV-Serie „Prince Street“ zuteil, seine erste Zusammenarbeit mit „Die Hollywood-Verschwörung“-Regisseur Allen Coulter.

Für die Kameraführung in Robert Lepages „Possible Worlds“ wurde er für einen Genie und für einen Jutra Award nominiert.

Er hat auch etliche Male mit Regisseur Ernest Dickerson zusammengearbeitet, darunter hinter der Kamera für TV-Filme wie „Good Fences“, „Monday Night Mayhem“, „Strange Justice“ – für den er eine ASC-Nominierung bekam – und „Futuresport“. Er drehte auch mehrere Episoden der epischen Miniserie „Taken“ (ASC-Nominierung) sowie den Pilotfilm zur Erfolgsserie „Rescue Me“. Unter der Regie von Russell Mulcahy drehte Freeman den Spielfilm „Resurrection“ und den TV-Film „The Lost Batallion“.


LESLIE McDONALD (Produktionsdesign)

Leslie McDonald zeichnete für das Produktionsdesign von Peggy Rajskis „Trevor“ (1994) verantwortlich, der mit dem Oscar für den Besten Kurzfilm bekam und dazu beitrug, den gemeinnützigen Verein „The Trevor Project“ ins Leben zu rufen.

Zu ihren weiteren Werken als Produktionsdesignerin gehören u.a. „Intolerable Cruelty“ (Ein (un)möglicher Härtefall, 2003) von Joel und Ethan Coen, „The Indian in the Cupboard“ (Der Indianer im Küchenschrank, 1995) von Frank Oz, „The Shaggy Dog“ (2006) von Brian Robbins, „Confessions of a Teenage Drama Queen“ (Bekenntnisse einer Highschool-Diva, 2004) von Sara Sugarman, „Snow Day“ (Schneefrei, 2000) von Chris Koch, „Out of the Cold“ (1999) von Aleksandr Buravsky und „Jingle All the Way“ (Versprochen ist versprochen, 1996) von Brian Levant.

Als Art Director arbeitete sie bereits mit Joel und Ethan Coen bei „Miller’s Crossing“ (1990), „Barton Fink“ (1991) und „The Hudsucker Proxy“ (Hudsucker – Der große Sprung, 1994). Zu ihren weiteren Filmen in dieser Funktion zählen auch „Bugsy“ (1991) von Barry Levinson (Oscar für die Beste Art Direction/Set Decoration), „The Grifters“ (Grifters, 1990) und „Hero“ (Ein ganz normaler Held, 1992), beide unter der Regie von Stephen Frears, „Minority Report“ (2002) von Steven Spielberg (für den sie an einer Nominierung zum Art Directors Guild Award teilhatte), „Field of Dreams“ (Das Feld der Träume, 1981) von Phil Alden Robinson sowie der Oscar-preisgekrönte „Forrest Gump“ (1994) von Robert Zemeckis.


MICHAEL BERENBAUM (Schnitt)

Zu Michael Berenbaum neuesten Filmen gehören Alex Steyermarks „One Last Thing...“ (2005) und Charles McDougalls TV-Film „Surrender Dorothy“.

Für den Schnitt der ersten Episode von „Desperate Housewives“, bei der Charles McDougall Regie führte, wurde Berenbaum mit einem Emmy ausgezeichnet. Zuvor hatte er bereits für seine Arbeit an Episoden von „Sex and the City“ zwei American Cinema Editors (A.C.E.) Eddie Awards gewonnen.

Zu seinen weiteren Spielfilmen als Cutter gehören z.B. Julian Schnabels „Before Night Falls“ (2000) und „Basquiat“ (1996), John Turturros „Illuminata“ (1998 ) und „Mac“ (1992), Norman Renés „Reckless“ (Wer hat Angst vorm Weihnachtsmann, 1995), Peters Mastersons TV-Film „Mermaid“, Susan Seidelmans TV-Film „A Cooler Climate“ und Al Pacinos „Chinese Coffee“. Außerdem zeichnete er für den Schnitt von David Frankels „Dear Diary“ (1996) verantwortlich, der mit einem Oscar in der Kategorie Bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde.

Für Joel und Ethan Coen betätigte er sich mehrfach als Schnittassistent oder Co-Cutter, darunter in „Raising Arizona“ (Arizona Junior, 1987), „Miller’s Crossing“ (1990) und „Barton Fink“ (1991).


MARCELO ZARVOS (Musik)

Marcelo Zarvos hat für viele künstlerische Produktionen die Musik komponiert.

Zu seiner Filmmusik gehören z.B. Tod Williams „The Door in the Floor“ (The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung, 2004), Robert Carys „Ira & Abby“ (2006), der vor kurzem auf dem Filmfestival in Los Angeles den Publikumspreis für den Besten Narrativen Spielfilm gewann, Matt Taubers „The Architect“ (2006), der jüngst auf dem Tribeca Filmfestival Premiere feierte, Susan Seidelmans „Boynton Beach Club“ (2005), Paul Dinellos „Strangers With Candy“ (2005), Charles Herman-Wurmfelds „Kissing Jessica Stein“ (Kissing Jessica, 2001), Rachel Boyntons Dokumentarfilm „Our Brand is Crisis“ (2005), Michael Burkes „The Mudge Boy“ (2003), Hilary Briminghams „Tully“ (2000), der für vier Independent Spirit Awards nominiert wurde – und Paulo Machlines Oscar-nominierter Kurzfilm „A Soccer Story“ (1999). Zusätzlich komponierte er vor kurzem den Score zu „Cosmic Collisions“, der neuen Show im Rose Center for Earth and Space, der Stenwarte des Amerikanischen Museums für Naturgeschichte.

Zu seinen Kompositionen im Bereich Tanzmusik gehören „Aquatica“ (für Pilobolus) sowie „Divinity“ (für Cleo Parker Robinson Dance) und „The Patch“; die beide am Joyce Theater in New York City aufgeführt wurden.

Im Bereich Kammermusik komponierte er das Streichquartett „Nepomuk’s Dances“, das am Lincoln Center und in der Library of Congress aufgeführt wurde, „Changes“, ein Bläserquintett mit Piano sowie eine neue NEA-Auftragsarbeit, die das Streichquartett Ethel im Herbst 2006 aufführt.

Als Musiker hat Zarvos auf dem Label MA Recordings bereits drei von der Kritik gefeierte Alben herausgebracht: „Dualism“, „Music Journal“ und „Labyrinths“, das von CDNow unter die 10 Besten Jazz-CDs des Jahres 1999 eingereiht wurde.

Als Arrangeur und Pianist hat er mit dem Paul Winter Consort zusammengearbeitet und als Gastdirigent ist er mit Sadao Watanabe und dem Symphonischen Kammerorchester Tokios aufgetreten.


JULIE WEISS (Kostümdesign)

Julie Weiss hat bereits für Theater, Film und Fernsehen die verschiedensten Kostüme entworfen.

Zu ihren Arbeiten für die Bühne gehören u.a. die Broadway-Shows „Piaf“ und „Total Abandon“. Für die Kostüme in der Original-Broadwayinszenierung von „The Elephant Man“, die später- ebenfalls unter der Regie von Jack Hofsiss – für das Fernsehen aufgezeichnet wurde, war sie für einen Tony nominiert. Die TV-Version brachte Julie Weiss ihre erste Emmy-Nominierung ein.

Weitere Emmy-Nominierung wurden ihr zuteil: für das Kostümdesign von Waris Husseins Miniserie „Little Gloria... Happy at Last“, gemeinsam mit Isaac Mizrahi für Fielder Cooks Miniserie „Evergreen“, für „Liza Minnelli Live From Radio City Music Hall“ und jüngst für Phyllis Nagys TV-Film „Mrs. Harris“. Mit dem Emmy ausgezeichnet wurde sie für ihre Arbeit in Daniel Petries TV-Film „The Dollmaker“ mit Jane Fonda in der Hauptrolle sowie für das Kostümdesign von Robert Greenwalds Miniserie „A Woman of Independent Means“ mit Sally Field.

Außerdem wurden ihr bereits zwei Oscar-Nominierungen zuteil: für Terry Gilliams „Twelve Monkeys“ (12 Monkeys, 1995) und Julie Taymors „Frida“ (2002). Für letzteren bekam Julie Weiss auch den Satellite Award und wurde für den BAFTA und den Preis der Costume Designers Guild (CDG) nominiert. Den CDG-Award bekam sie für das Kostümdesign von Sam Mendes‘ Oscar-preisgekröntem Film „American Beauty“ (1999).

Zu ihren vielen weiteren Filmen gehören u.a. auch Ron Howards „The Missing“ (2003), Gore Verbinskis „The Ring“ (Ring, 2002), Paul Schraders „Auto Focus“ (2002), Sam Raimis „A Simple Plan“ (Ein einfacher Plan, 1998 ) und „The Gift“ (The Gift – Die dunkle Gabe, 2000), Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas“ (Angst und Schrecken in Las Vegas, 1998 ), Steven Zaillians „Searching for Bobby Fischer“ (Das Königsspiel, 1993), Andrew Bergmans „The Freshman“ (Freshman, 1990), „Honeymoon in Vegas“ (…aber nicht mir meiner Braut – Honeymoon in Vegas, 1992), „Steel Magnolias“ (Magnolien aus Stahl, 1989) von Herbert Ross, „Tequila Sunrise“ (Tequila Sunrise - Eine gefährliche Mischung, 1988 ) von Robert Towne, „F/X“ (F/X – Tödliche Tricks, 1986) von Robert Mandel sowie der neue Film von Emilio Estevez, „Bobby“ (2006).


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