Tomtec
New Line Cinema präsentiert
in Zusammenarbeit mit Ingenious Film Partners
eine Scholastic Produktion
eine Depth of Field Produktion

Nicole Kidman
Sam Elliott
Eva Green
IAN McKellen
Ian McShane
freddie highmore
kathy bates
KRISTIN SCOTT THOMAS
und Daniel Craig
Regie CHRIS WEITZ
Drehbuch CHRIS WEITZ
nach dem Roman „ Northern Lights“ von Philip Pullman
Produzenten Deborah Forte, Bill Carraro
Executive Producers Bob Shaye, Michael Lynne
Toby Emmerich, Mark Ordesky,
Ileen Maisel, Andrew Miano, Paul Weitz
Kamera Henry Braham, B.S.C.
Produktionsdesign Dennis Gassner
Schnitt PETER HONESS, A.C.E., Anne V. Coates, A.C.E., KEVIN TENT, A.C.E.
Kostümdesign Ruth Myers
Senior Visual Effects Supervisor Michael Fink
Musik Alexandre Desplat
Casting Fiona Weir and Lucy Bevan
Deutscher Kinostart: 6. Dezember 2007
im Verleih von Warner Bros. Pictures Germany
a division of Warner Bros. Entertainment GmbH
www.DerGoldeneKompass-derFilm.de
ANMERKUNGEN VON AUTOR/REGISSEUR CHRIS WEITZ
Für Lyra, das Kind im Zentrum von „Der Goldene Kompass“, beginnt die Reise in der relativen Sicherheit ihrer Heimat in Oxford und führt sie bis ans Ende der Welt. Meine Reise mit dieser Story begann vor sieben Jahren in London, als mir ein Freund die Romane von Philip Pullman empfahl, während ich in relativer Sicherheit einen Films namens „About a Boy“ inszenierte.
Sofort war mir klar, dass ich diese Bücher auf die Leinwand bringen wollte. Die Romane begeisterten mich mit ihrer fantasievollen und waghalsigen Intelligenz. Pullmans Ideen beziehen sich auf Alltägliches ebenso wie auf Metaphysisches – seine großartige Trilogie ist nichts Geringeres als ein Manifest für die Freiheit und das Potenzial der menschlichen Seele. „Der Goldene Kompass“, das erste Buch der Reihe, bietet alles, was sich ein Filmemacher nur wünschen kann: eine mitreißende Story, faszinierende Figuren, psychologische und philosophische Substanz und im Zentrum ein fundamentales Wunder. Ich hätte mich in den vergangenen Jahren keiner besseren Herausforderung stellen können.
Der Autor eines literarischen Werks muss sehr stark sein, um zu ertragen, wie jemand sein Buch in ein anderes Medium übersetzt – deshalb stehe ich tief in Mr. Pullmans Schuld. Denn er vertraute mir eines der fantasievollsten Werke des 20. Jahrhunderts an und unterstützte das Projekt immer wieder mit Rat und Tat.
Ewig dankbar bin ich auch New Line für die Chance, „Der Goldene Kompass“ zu drehen, für das Vertrauen, das man während des langen Entwicklungsprozesses in mich setzte, und für die Unterstützung beim Zusammenstellen der außergewöhnlichen Besetzung und Crew. Ich bin nur einer der vielen Mitwirkenden in diesem Team, die sich von den Büchern inspirieren ließen, und immer wieder staunte ich über das Engagement, die Mühe und Kreativität, die sie in dieses Projekt investierten. Angesichts der gigantischen Dimensionen des Films, die uns tagtäglich und oft genug auch nachts in Atem hielten, erweist sich diese Produktion wahrhaftig als Liebesarbeit.

INHALT
Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) ist erst zwölf Jahre alt, kennt aber genau den Unterschied zwischen aufgepfropften Verhaltensmaßregeln und ihrem angeborenen Sinn für Recht und Wahrhaftigkeit. Das rebellische Waisenkind lebt am Jordan College in Oxford, gehört aber auch einer von vielen Parallelwelten an – unsichtbaren, unberührbaren Dimensionen, in denen sich die Menschheit unmerklich weiterentwickelt.
Doch Lyra ist in ihrer Welt niemals allein – stets wird sie von ihrem Dæmon, dem kleinen, wandelbaren Tier namens Pantalaimon begleitet. In unserer Welt wohnt die Seele still und unsichtbar im menschlichen Körper – in Lyras Welt ist der Dæmon ein lebenslanger Gefährte.
Doch Lyras Welt verändert sich. Die alles beherrschende Verwaltung namens Magisterium unterjocht die Bevölkerung – im Zuge dunkler Machenschaften werden zahlreiche Kinder von den geheimnisvollen Gobblern gekidnappt. Auch die Kinder des Seefahrer-Volkes der Gypter werden entführt, und sie berichten von Gerüchten, dass die Kinder in ein Forschungslabor im Norden verschleppt und dort unaussprechlichen Experimenten ausgesetzt werden.
Als Lyras bester Freund Roger (Ben Walker) verschwindet, schwört sie, ihn zu retten – und wenn sie bis ans Ende der Welt gehen muss.
Lyras ebenso eleganter wie ungehobelter Onkel, der Forscher Lord Asriel (Daniel Craig), macht sich zur gleichen Zeit auf, um ein rätselhaftes, „Staub“ genanntes kosmisches Phänomen zu untersuchen, dessen Ursprung er in den Sphären des Nordlichts über dem eisigen Polarkreis vermutet.
Lyra will ihren Onkel unbedingt begleiten, doch der lehnt kategorisch ab. Eine zweite Chance bekommt sie, als eine Wissenschaftlerin aus der Stadt das College besucht: Die attraktive Forscherin und Weltreisende Mrs. Coulter (Nicole Kidman) zaubert Lyra aus ihrer bisherigen Umgebung fort und lockt sie mit Londoner Abenteuern.
Zuvor hat Lyra ein seltsames, uraltes Instrument namens Alethiometer erhalten: Es soll seiner Besitzerin wahrsagen können – wenn sie herausbekommt, wie man es benutzt.
In Lyras Welt erzählt man sich den Mythos von einem Kind, das dazu bestimmt ist, die Macht des Schicksals zu brechen: Das Kind wird seine Geschichte selbst in die Hand nehmen – und es wird in dem bevorstehenden Krieg eine entscheidende Rolle spielen. Könnte Lyra als Rogers Retterin dieses Kind sein?
Unerwartete Hilfe bekommt Lyra von den gyptischen Seefahrern, einer geheimnisvollen Hexe, einem riesigen Panzerbär und einem texanischen Ballonfahrer. Ihre Abenteuer führen sie über die Meere und durch den Himmel bis in die Wildnis des eisigen Nordens, wo sie die Geheimnisse der menschlichen Seele ergründet.
Ein gewaltiger Krieg steht bevor – er bedroht nicht nur ihre Welt, sondern alle Parallelwelten jenseits der Nordlichter. Um ihn zu verhindern, wird Lyra die neu gewonnenen Erfahrungen brauchen. Und sie wird all ihren Mut aufbringen müssen.
ÜBER DIE PRODUKTION
IN DIESER WILDEN KLUFT
„Der Goldene Kompass“ – die Kinoversion
Autor/Regisseur Chris Weitz las das erste Buch aus Philip Pullmans beliebter und preisgekrönter Trilogie während der Dreharbeiten zu seinem berühmten Film „About a Boy“ (About a Boy oder Der Tag der toten Ente), der ihm (zusammen mit seinem Bruder Paul) eine Oscar-Nominierung für das Drehbuch einbrachte. „Freunde erzählten mir von einer fantastischen, epochalen britischen Fantasy-Serie, die ,für Kinder – aber eigentlich für Erwachsene – geschrieben ist‘“, erinnert er sich. „Mich hat der Einfallsreichtum, der Mut und die Intelligenz der Bücher total überwältigt. Was Anspruch und philosophischen Gehalt angeht, übertrafen sie bei Weitem alles, was ich bisher gelesen hatte.“
Um die Chance zu bekommen, Pullmans mitreißende Geschichte für die Leinwand aufzubereiten, präsentierte Weitz New Line Cinema ein Manifest, in dem er sein Filmkonzept darlegte, und widmete die folgenden drei Jahre der Umsetzung seiner Vision. „Das Buch enthält alles, was Filmemacher fasziniert – eine packende Geschichte, interessante Figuren, psychologische und philosophische Substanz, Wunder – und die Chance, daraus einen schönen Film zu machen“, erklärt Weitz. „Die Story ist fantastisch, sie behandelt tiefschürfende Themen – den menschlichen Geist, Treue, Güte und freien Willen. Wer einen Film inszeniert, muss sich in jeden Aspekt des Projekts total einbringen – und bei dieser Produktion gibt es wirklich nichts, in das ich mich nicht mit voller Leidenschaft gestürzt hätte.“
Wie Pullman hat auch Weitz in „Oxbridge“ studiert – in diesem Fall am Trinity College in Cambridge, wo er sich auf die Literatur des 17. Jahrhunderts spezialisierte und mit den Werken von John Milton anfreundete, dessen Einfluss in Pullmans Büchern immer wieder zu spüren ist. Sogar den (nur im Englischen gebräuchlichen) Titel der Trilogie („His Dark Materials“) entnahm Pullman dem zweiten Buch in Miltons „Paradise Lost“ (Das verlorene Paradies), in dem er thematisch ähnlich von dem „dunklen Rohstoff“ spricht – der Essenz des Universums:
„Into this wild abyss,
the womb of nature and perhaps her grave,
Of neither sea, nor shore, nor fire,
But all these in their pregnant causes mixed
Confusedly, and which thus must ever fight,
Unless the almighty maker them ordain
His dark materials to create more worlds,
Into this wild abyss the wary fiend
Stood on the brink of hell and looked a while,
Pondering his voyage…“
Übersetzung aus der deutschen Buchausgabe des Carlsen-Verlags:
„In dieser wilden Kluft
Schoß der Natur, und wohl auch deren Grab,
Nicht See, nicht Land, nicht Luft, nicht Feuer noch
Doch angelegt in einem Urgemisch
Auf alle diese hin, im Wirrwarr schwanger,
Die so auf immer sich bekämpfen müssen,
Wenn nicht des Schöpfers Allmacht sie bestimmt
Zum dunklen Rohstoff neuerschaffner Welten –
In diese Kluft hinaus am Höllenrand
Stand der wachsame Feind und überlegte
Ausschauend seine Reise eine Weile…“
Für Produzentin Deborah Forte begannen die Bemühungen um die Verfilmung der Pullman-Romane bereits vor fast elf Jahren, als sie „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) (britischer Titel: „Northern Lights“) als Manuskript las und sich sofort für die Firma Scholastic Media um die Filmrechte bemühte. „Damals dachte ich: „Ein außergewöhnlicher Autor – wo der hingeht, dahin will ich ihn begleiten“, erinnert sich Forte. „,Der Goldene Kompass‘ entwirft eine Welt, die nicht den traditionellen Fantasy-Elementen entspricht, auch nicht der Science-Fiction“, fährt Forte fort. „Die Leser tauchen ein in eine sofort faszinierende Welt, in der man sich gut zurechtfindet, obwohl sie sehr originell ist.“
Pullmans Trilogie „His Dark Materials“ mit den drei Romanen „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass), „The Subtle Knife“ (Das Magische Messer) und „The Amber Spyglass“ (Das Bernsteinteleskop) begeisterte nicht nur die Kritiker, sondern war auch ein phänomenaler Bestseller mit bisher 14 Millionen verkauften Exemplaren weltweit. Außerdem erhielt die Trilogie Auszeichnungen, darunter den renommierten Whitbread-Preis, den kein Kinderroman zuvor erhalten hatte.
Executive Producer Ileen Maisel von New Line Cinema entdeckte die Bücher ebenfalls und merkte dann, dass etliche ihrer Kollegen, darunter Mark Ordesky und Michael Lynne, schon vor ihr in Lyras Welt eingetaucht waren. „Ein kleines Mädchen sucht sich selbst und muss lernen, welche Konsequenzen der freie Wille nach sich zieht“, berichtet Maisel. „Das spielt sich in außergewöhnlichen Fantasy-Welten, aber auch in der Realität ab. Daher spricht Philip auch nicht von Fantasy, sondern von einem Realitätsroman. Und genauso sehen wir das auch. Das Spannende daran: Lyra tut all das, was wir uns wünschen, wenn wir ihre Fähigkeiten hätten und den Mut dazu aufbringen würden. Genau deswegen können wir uns so gut in sie hineinversetzen, deswegen glauben wir an sie.“
So fanden der Stoff und der Bearbeiter auf ideale Weise zueinander. „Chris Weitz ist sehr umsichtig, er denkt an jedes Detail“, sagt Executive Producer und New-Line-Produktionschef Toby Emmerich. „Er ist humanistisch geprägt, ein echter Künstler, hat einen ausgeprägten Instinkt für alles, was Spaß macht, für unterhaltsame Filme. Wir können von Glück sagen, dass Chris dieses Projekt gestaltet, und wir vertrauen fest darauf, dass er einen mitreißenden, spannenden Film zustandebringt.“
„Alle Beteiligten waren bestens vorbereitet – jede Filmabteilung, jeder Einzelne im Filmteam hat den Stoff von vornherein verinnerlicht“, sagt Forte. „Sie wissen ihn zu schätzen. Und sie interpretierten ihn genau wie Chris – also konnte es sofort losgehen, als Chris an Bord kam.“
Weitz, Forte und das Filmteam merkten schnell, dass sie einen mächtigen und unerschütterlichen Verbündeten hatten – Pullman persönlich. „Ich habe Philip Pullmans Vorlage für das Kino bearbeitet“, erklärt Weitz. „Also mussten wir etwas kürzen, aber ich habe mich immer bemüht, seinem Konzept und der von ihm geschaffenen Welt gerecht zu werden.“
„Mein Teil der Arbeit war getan“, sagt Pullman. „Ich übergab sie Chris und seiner Mannschaft – sie haben den Film gemacht. Ich hätte die Story keinem besseren Team anvertrauen können – ich weiß: Sie ist in guten Händen.“
Immer wieder setzten Weitz und Pullman sich in der Vorbereitungs- und Drehphase zusammen und diskutierten das Filmprojekt. Außerdem reiste Weitz auf die norwegische Inselgruppe Spitzbergen – 1600 Kilometer nördlich von Oslo. An diesem entscheidenden Schauplatz der Story – im Buch heißt sie wie im Norwegischen Svalbard – schrieb er den größten Teil seines Drehbuchs.
„Welch ein Potenzial der Film hat, wurde mir klar, als Chris vor zweieinhalb Jahren seine 156 Seiten lange Version ablieferte“, erinnert sich Executive Producer Andrew Miano. „Er hat wirklich sein Herzblut in den Stoff investiert, und er glaubt fest an das Universum, das Pullman geschaffen hat.“ Und Produzent Bill Carraro fügt hinzu: „Chris Weitz schrieb eine traumhafte Kinofassung – und mit dem gleichen Engagement stürzte er sich dann auch auf die Inszenierung. Der Autor in ihm stand jedem mit Rat und Tat zur Verfügung, denn immer hatte er die entscheidenden Elemente klar vor Augen – von der Ausstattung über die Stunts, die Schauspielerleistungen bis hin zu den Effekten.“
Die Produktion erforderte einen gewaltigen Aufwand – atemberaubende Panoramen, unzählige Fabelwesen und visuelle Effekte auf dem neuesten Stand der Technik. Doch für Weitz war und blieb der Schlüssel zu seiner Kinoversion die Essenz von Pullmans Story. „Der Zauber der Vorlage liegt in den Beziehungen ebenso wie in dem Potenzial für spektakuläre Bilder“, sagt er. „Obwohl die Parallelwelt hervorragend konzipiert ist, geht es darin letztlich um unsere eigene Welt, um unsere Kindheitserfahrungen, unsere Erfahrungen als Eltern, als Mitglieder der Gesellschaft. Und obwohl die Heldin ein Kind ist, hat die Story nichts Kindliches oder Albernes an sich. Man muss sie mit menschlicher Sympathie angehen – sowohl was die Gefühle der Helden angeht als auch in Bezug auf die Überbrückung der Maßstäbe der kosmischen und persönlichen Dimensionen – genauso, wie es Pullman gelungen ist.“
New-Line-Produktionschef Toby Emmerich fügt hinzu: „Als ich das Buch las, gefiel mir vor allem die Beziehung zwischen Lyra und dem Panzerbären Iorek. Chris setzt das im Film wunderbar um, er filmt Dakota Blues Spitzendarstellung und verbindet sie nahtlos mit unglaublichen Computereffekten. Eine so außergewöhnliche Beziehung kann es nur in Lyras Welt geben – aber dennoch ist sie zutiefst menschlich und emotional.“
VON MENSCHEN UND DÆMONEN
Story und Besetzung von „Der Goldene Kompass“
Im Film geht es um die frühreife zwölfjährige Lyra Belacqua, die durch ihre eigensinnige Neugier Geheimnissen auf die Spur kommt, die das Schicksal ihrer Welt bestimmen. Als Waisenkind wird Lyra in dem überwiegend männlich geprägten Jordan College in Oxford unter der Leitung des Rektors (Jack Shepherd) erzogen. Ihr bester und engster Freund ist der Küchenjunge Roger (Ben Walker). „In ,Der Goldene Kompass‘ geht es um den freien Willen, um unsere Wahlfreiheit, und Lyra ist dafür das beste Beispiel“, sagt Executive Producer Mark Ordesky. „Lyra macht ihre alltäglichen Erfahrungen, ohne zu ahnen, dass sich ihre Entscheidungen am Ende auf Wohl und Wehe ihrer Welt und aller übrigen Parallelwelten auswirken werden. Aber letztlich ist ihre Persönlichkeitsentwicklung noch nicht abgeschlossen – sie ist ein Wildfang, dickköpfig und frühreif.“
Um die richtige Darstellerin für die alles entscheidende Rolle der Lyra zu finden, schauten sich die Besetzungschefinnen Fiona Weir und Lucy Bevan in ganz Großbritannien um – insgesamt wurden über 10.000 junge Schauspielerinnen getestet. „Wir organisierten Vorsprechtermine in mehreren Städten“, erinnert sich Produzent Bill Carraro. „Buchstäblich Tausende von Mädchen strömten zusammen – echt selbstbewusste, tolle Persönlichkeiten. Aus diesen wurde eine Gruppe für die engere Wahl des Regisseurs ausgewählt. Und als wir auf unsere Lyra stießen, schien ihr die Rolle wie auf den Leib geschrieben.“
Eine junge Darstellerin hob sich eindeutig von den anderen ab – Dakota Blue Richards. „Dakota ist von einem Geist beseelt, der uns sofort aufhorchen ließ“, erinnert sich Weitz. „Ich schaute mir die Kassetten an, und da erschien dieses verloren wirkende Mädchen mit unordentlichen Haaren, das einen sehr starken und interessanten Eindruck hinterließ.“
„Sie ist eine außergewöhnliche junge Frau“, sagt Forte. „Sie ist erst zwölf und hat noch nie eine Profi-Rolle gespielt, aber wenn sie vor die Kamera tritt, zeigt sie die intelligenten, ungezähmten Qualitäten einer Katze – für Lyra einfach perfekt. Wir schickten die Kassetten an Philip, und auch er identifizierte Dakota als die einzig Richtige.“
Dazu Pullman: „Ich freue mich sehr, dass Dakota Blue Richards die Rolle der Lyra übernommen hat. Als ich Dakotas Probeaufnahmen sah, war mir sofort klar: Wir brauchen gar nicht weiterzusuchen. Sie bringt genau den Cocktail aus Eigenschaften mit, die Lyras kompliziertem Charakter entsprechen.“
Dakota Blue Richards kannte die Bücher und hatte auch eine Bühnenfassung von „Der Goldene Kompass“ gesehen – begeistert nahm sie nun die Chance wahr, ihre leidenschaftliche Seelenschwester persönlich darzustellen. Richards bewundert vor allem Lyras Mut und Entschlusskraft: „Weil Lyra ihre Eltern nie gekannt hat, meint sie, dass ihr niemand etwas zu befehlen hat – deshalb widersetzt sie sich grundsätzlich allen Vorschriften“, erklärt Richards. „Sie wagt Dinge, die sich andere nie trauen würden – sie klettert aufs Dach des Jordan College, in dem sie wohnt, und sie prügelt sich. Sie lässt gern durchblicken, dass sie sich für etwas Besseres hält, weil sie mutiger und intelligenter als die anderen ist, und wenn sie gerade mal nichts zu erzählen hat, dann erfindet sie eben etwas.“
Auf Schritt und Tritt wird Lyra von ihrem Dæmon Pantalaimon begleitet. Der Dæmon ist laut Philip Pullman eigentlich „die Person selbst. Man kann die beiden nicht trennen. Sie sind zwei Facetten derselben Person. Das geht so weit, dass, wenn ein Dæmon die Gestalt einer Katze hat und einer echten Katze begegnet, die echte Katze den Dæmon nicht als Katze, sondern als Menschen wahrnehmen würde.“
Immer wieder wird Lyra auf ihrer Reise von Pan unterstützt, getröstet und manchmal auch behutsam ermahnt. „Ein sehr verführerisches Konzept: Das ganze Leben lang führt man einen ständigen Dialog mit der eigenen Seele“, meint Weitz.
Doch all das ändert sich dramatisch, als Lyra Mrs. Coulter kennenlernt, die wunderschöne, bezaubernde Leiterin der Oblations-Behörde im Magisterium, die dienstlich im College zu tun hat. Die Wissenschaftlerin und Forscherin Mrs. Coulter verkörpert alles, was Lyra selbst einmal werden möchte. „Nur wenige könnten diese Rolle überzeugend spielen“, sagt Weitz. „Alle Kreativen im Team dachten jedenfalls sofort an Nicole Kidman als Mrs. Coulter.“
Executive Producer Maisel hat mit Kidman bereits „Birth“ (Birth) gedreht und berichtet, dass Pullman der Schauspielerin und ihrer Familie handsignierte Exemplare der Romane schickte. „Nicole hat Mrs. Coulters Natur sofort erkannt“, stellt Maisel fest. „Sie begriff die Macht, über die sie verfügt, das Charisma, aber auch ihre Verletzlichkeit.“
Dazu Executive Producer Miano: „Wir haben ausschließlich Nicole wegen dieser Rolle angesprochen. Philip hatte sie als Mrs. Coulter schon viele Jahre vor Augen, und Chris schickte das Drehbuch zuerst an Nicole. Wir Produzenten habe die Rolle nie diskutiert, weil sie unsere einzige Wahl war. Und wir hatten Glück – sie beurteilte das Projekt genauso enthusiastisch wie wir.“
Die Oscar-Preisträgerin begeistert sich für die komplexe Rolle der Marisa Coulter, die der kleinen Lyra die wahre Beziehung der beiden verschweigt. „Natürlich habe ich früher schon Figuren dargestellt, die schreckliche Dinge tun“, berichtet Kidman. „Aber es kommt kaum vor, dass ich die Figur verurteile, die ich spiele. Man muss sie aus dem Inneren entwickeln, die Beweggründe entdecken: Warum ist sie überzeugt, dass sie hier richtig handelt? So kann man hoffentlich auch ihre menschliche Seite herausarbeiten.“
„Zwischen Mrs. Coulter und Lyra entsteht eine ganz besondere Beziehung“, sagt Chris Weitz. „Mrs. Coulter wirkt sehr anziehend und glamourös, aber dahinter steckt noch mehr, was Lyra aber erst später herausfindet. Nicole bringt ungeheuer viel Erfahrung, Mitgefühl, Intelligenz und Einsicht in diese Rolle ein, und ihr Stil passt perfekt zu Dakotas sehr natürlichem, instinktivem Spiel. Ihre Beziehung ist zwar unglaublich kompliziert, entwickelt sich vor der Kamera aber ganz von selbst.“
Mrs. Coulter vertritt das Magisterium, eine übermächtige Behörde, die die Menschen in Lyras Welt immer massiver kontrollieren will. „Jede Gesellschaft spürt den Widerspruch zwischen der lebensspendenden Kraft aufrichtiger Ehrfurcht einerseits und der politischen Macht andererseits, die sich mit der Einführung menschlicher Strukturen zwangsläufig entwickelt“, stellt Philip Pullman fest. „Sobald die Menschen etwas organisieren, übernehmen bestimmte Leute die Macht und üben sie auf andere aus. Daher gibt es auch Leute, die von dieser Macht unterdrückt werden und die selbst an der Macht teilhaben wollen. Diese menschlichen Strukturen widersprechen dem natürlichen menschlichen Impuls, dem Leben in diesem Universum eigentlich mit Staunen und Freude begegnen zu wollen.“
Die Strukturen seiner Epoche, seiner Umgebung will Lyras einflussreicher, rätselhafter Onkel Lord Asriel aufbrechen. Gespielt wird er von Daniel Craig, dessen Leistung in „Casino Royale“ (James Bond 007 – Casino Royale) der James-Bond-Serie neue Impulse gab. Craig schätzt Pullmans Bücher seit Langem und freute sich über die Gelegenheit, den Lord Asriel spielen zu können. „Er ist ein Forscher und Wissenschaftler“, erklärt Craig. „Er hat eine Mission zu erfüllen. Sie stellt seiner Meinung nach nicht nur sein Lebensziel dar, sondern zeigt auch maßgebliche Auswirkungen auf seine gesamte Welt. Er hat die Verbindung der Welten entdeckt, er ist überzeugt, dass Millionen und Abermillionen von Welten nebeneinander existieren, die den Kundigen durchaus zugänglich sind. Und diesen Zugang will er unbedingt finden – gegen den ausdrücklichen Wunsch des Magisteriums.“
Wie im Fall von Mrs. Coulter bestimmt auch Lord Asriels Beziehung zu Lyra ganz elementar ihre Existenz und ihre Zukunft. „Wie jedes Kind wünscht sich Lyra Eltern. Und wie Lord Asriel sie behandelt, prägt Lyra, formt sie zu einem wunderbaren Menschen“, erklärt Craig. „Er behandelt sie sehr ruppig, aber er kann sich keine andere Methode vorstellen, weil sie unbedingt genauso so tough werden muss wie er. Sie hat keine andere Wahl: Sie muss ihre eigene Mission selbstständig erfüllen. Umso wichtiger sind ihre Freundschaften und Verbindungen. Deshalb halten die Menschen daran fest – ihre Tapferkeit und ihre Integrität sind letztlich das, was zählt.“
„Daniel ist stark, unerschrocken und skrupellos – aber skrupellos mit Gefühl“, kommentiert Executive Producer Maisel. „Er behandelt Lyra nicht gerade besonders zartfühlend, aber man spürt von Anfang an, dass mehr dahintersteckt – das halten wir ihm zugute. Weil Daniel und Nicole überzeugend spielen, begreifen wir, warum sie so handeln, wie sie handeln – wir werfen ihnen das nicht vor. Das allein ist schon eine unglaubliche Leistung.“
Lord Asriel erzählt Lyra als Erster von dem auffälligen Phänomen, das er im Norden erforschen will: Staub. „Sie hat keine Ahnung, worum es sich dabei handelt, weil niemand ihr davon erzählt hat“, erklärt Richards. „Gerade auf diese Einzelheit hat sie niemand hingewiesen. Also will sie natürlich alles darüber in Erfahrung bringen. Als sie es Mrs. Coulter gegenüber erwähnt, reagiert die so unerwartet, dass Lyra Angst bekommt. Was Lyra nicht begreifen kann, denn ihr Onkel hat ganz offen darüber gesprochen – aber offenbar will niemand sonst darüber reden.“
Als sich die Mächte gemeinsam auf den Norden zubewegen, wo Lyras Abenteuer beginnt, ergibt sich aus einem nur hinter vorgehaltener Hand erwähnten Begriff „Staub“ eine sehr konkrete Frage, die auf den Kern ihres waghalsigen Abenteuers zielt. „Ich stellte mir den Staub im Zusammenhang mit der rätselhaften, in der Astronomie als ,dunkle Materie‘ bezeichneten Substanz vor“, erklärt Pullman. „Die Wissenschaftler wissen nicht so recht, worum es sich dabei handelt, aber der Begriff regt unsere Fantasie an – dunkle Materie – und weil das so gut zum Zitat aus ,Das verlorene Paradies‘ passt, habe ich beides verbunden.“
Lyra wird von Mrs. Coulter heimlich nach London gebracht – plötzlich befindet sie sich auf der Flucht, weil sie ein sehr begehrtes Instrument dabei hat, das ihr der Rektor des Jordan College (Jack Shepherd) vor ihrer Abreise anvertraut hat: ein Alethiometer, eine Art Kompass, der seinem Träger immer die Wahrheit sagt. „Das ist ein Hilfsmittel“, erklärt Richards. „Es zeigt an, was man tun soll und welche Richtung man einschlägt, wenn man sich verlaufen hat. Aber wahrscheinlich hat es einen eigenständigen Verstand, denn es beantwortet zwar alle Fragen, aber nie in der umfassenden Weise, wie man es sich wünschen würde. Wahrscheinlich entscheidet es selbst, wie viel Information ausreicht, denn wir erfahren nicht mehr, als wir unbedingt wissen müssen.“
„Man hat ihr dieses Alethiometer geschenkt, diesen goldenen Kompass, der wahrsagen kann, als sie herausbekommt, wie man ihn benutzt“, fügt Executive Producer Ordesky hinzu. „Sie verwendet ihn, um ihre eigene Weisheit und Erfahrung zu testen, die sich natürlich erst entwickelt, weil sie ja noch ein Kind ist. Im Lauf der Geschichte befragt sie den Kompass immer wieder von ihrer ganz unschuldigen Warte aus, denn auf die Wahrheit ist sie nicht vorbereitet.“
Lyra hält Mrs. Coulter für ihre Mentorin und erschrickt zutiefst, als sie von ihrer Funktion in der Oblations-Behörde erfährt, denn die ist verantwortlich für die heimlichen Kindesentführungen in Lyras Welt – die Kinder werden in einem Labor in Bolvangar geheimen Experimenten unterzogen. „Die Schurken in diesem Stück sind überzeugt, dass diese Experimente zum Besten der Kinder sind“, kommentiert Weitz. „Ein fieseres Verbrechen kann man sich gar nicht vorstellen. Lyra kann es gar nicht fassen, dass die von ihr bewunderte Frau in die Entführung ihres besten Freundes verstrickt ist.“
Durch diese Erkenntnis ist sie wie vom Donner gerührt.
Lyra flieht und wird von einer Gruppe Gypter aufgenommen, bevor die Gobbler – die Schergen der Oblations-Behörde – ihrer habhaft werden können. „Dieser Stamm der Wasserzigeuner beobachtet Lyra schon längere Zeit, und als sie in eine bedrohliche Situation gerät, retten sie die Kleine und nehmen sie mit zum Polarkreis“, erklärt Jim Carter, der den Gypterkönig John Faa spielt.
Obwohl sie nicht ahnt, welche Rolle sie in der schicksalhaften Entwicklung ihrer Welt spielen wird, verbündet sich Lyra mit drei Menschen, die ihr bei der Erfüllung ihrer Aufgabe helfen und die Kinder vor dem schrecklichen Schicksal bewahren, das das Magisterium für sie vorsieht. Zu den dreien gehört Serafina Pekkala (Eva Green), die Klan-Königin der Hexen vom Enara-See, die Lyra ihre bedeutende Rolle im bevorstehenden Krieg erklärt. „Sie ist keine herkömmliche Hexe“, erklärt Green, die zuvor in „Casino Royale“ und „Kingdom of Heaven“ (Königreich der Himmel) zu sehen war. „Sie ist sehr mütterlich, nimmt Lyra unter ihre Fittiche. Sie steckt voller Geheimnisse, was ich an der Rolle besonders mag.“
Außerdem bittet sie den texanischen Ballonfahrer Lee Scoresby um Hilfe – gespielt wird er von Sam Elliott. „Mit seinen außerordentlichen Fähigkeiten gelingt es Sam, alle unsere Vorstellungen von einem Cowboy in sich zu vereinen“, stellt Philip Pullman fest. „In Ehren ergraut. Der weiße Schnauzbart. Die scharfen Augen, die 1000 Meter weit schauen. Alles zusammen. Er schafft es, tough und gleichzeitig weise aufzutreten, ebenso bedrohlich und gefährlich wie warmherzig zu wirken.“
Lyras dritter Gefährte ist der einsame Panzerbär namens Iorek Byrnison. „Als sie ihn kennenlernt, hat sie Angst vor ihm, weil er so riesig und stark ist, und er ist verletzt“, beschreibt ihn Richards. „Aber ihr ist klar, dass sie keine zweite Chance erhält, wenn sie einen Panzerbären als Freund haben will.“ Wie sich herausstellt, sind Lyra und Iorek verwandte Seelen – sie kann sich hundertprozentig auf ihn verlassen. „Iorek ist der Einzige, dessen Überlegenheit Lyra akzeptiert“, sagt Richards. „Nur ihm gesteht sie zu, dass er größer, stärker und tapferer ist als sie selbst. Zwar kann sie auch zu anderen Leuten aufsehen und ihre Bedeutung begreifen, aber er bildet die Ausnahme in ihrer Überzeugung, dass sie letztlich allen anderen überlegen ist.“
Zur Besetzung zählen schließlich auch Ian McShane, der in der englischen Fassung des Films dem Bärenkönig Ragnar Sturlusson seine Stimme leiht; Tom Courtenay als weiser Gypter Farder Coram; Simon McBurney als der zwiespältige Fra Pavel; Derek Jacobi als Gesandter des Magisteriums; und Clare Higgins als gyptische Matriarchin Ma Costa.
Am Polarkreis begegnet Lyra unerwartet Roger wieder. Außerdem bekommt sie langsam eine Ahnung von ihren eigenen Lebensumständen, von ihrer Welt und den Menschen in ihrer Umgebung. Als sich ihr Schicksal offenbart, muss Lyra ihre gesamten Kräfte mobilisieren und sich auf die Unterstützung ihrer Freunde verlassen, um diesem Schicksal die Stirn zu bieten.
„Aus dem relativ sicheren Oxford reist Lyra bis ans Ende der Welt, wo die Nordlichter erstrahlen und die parallelen Universen aneinanderstoßen“, sagt Chris Weitz. „Sie entwickelt sich von der Unschuld über die Erfahrung zur Weisheit und muss bei diesem Abenteuer körperlich und seelisch ungeheuer anstrengende Aufgaben bestehen. Es ist die sehr urwüchsige, mythische Geschichte eines Mädchens, das zunächst ein ganz persönliches Anliegen hat: Sie will ihren besten Freund Roger retten. Doch als sie ihr Ziel erreicht, verblasst Rogers Rettung angesichts ihrer eigentlichen Bestimmung, nicht nur ihre Welt, sondern alle Welten zu retten.“
„Eine sehr spannende Geschichte über das Wesen des Menschen, über die Schwierigkeiten der Menschlichkeit“, fügt Daniel Craig hinzu. „Es geht um das Erwachsenwerden: Die Kindheitserlebnisse sind der bedeutendste Abschnitt unseres Lebens.“
DUNKLER STOFF:
Ausstattung und Schauplätze in „Der Goldene Kompass“
Um die neuesten technischen Entwicklungen in ihre Produktion zu integrieren, stellten Regisseur Weitz und die Filmemacher ein Team von Künstlern, Technikern und Handwerkern zusammen, die die Parallelwelt in „Der Goldene Kompass“ schaffen.
Produktionsdesigner und Oscar-Preisträger Dennis Gassner konzipierte mit Weitz jedes Detail vom College in Oxford bis zur Schneewüste am Nordpol, wo die Panzerbären zu Hause sind, von den Londoner Raffinessen der Mrs. Coulter über den geschäftigen Nordmeerhafen Trollesund und den Eispalast des Eisbärkönigs Ragnar Sturlusson bis nach Bolvangar, wo Lyra die entführten Kinder entdeckt. Für dieses Projekt waren Hunderte von Mitarbeitern erforderlich, die eine komplette Welt buchstäblich aus dem Nichts erschufen. Die Figuren und ihre Dæmonen mussten perfekt aufeinander abgestimmt werden – und zwar mit einer Kombination aus real gefilmten und digitalen Effekten. Außerdem brauchte man ein funktionierendes Alethiometer – den goldenen Kompass des Titels – sowie Zeppeline, Kutschen, Himmelsfähren, Panzerbären, fliegende Spione, Boote, Lastkähne, beispiellose Maschinen und Kunstwerke eines parallelen Zeitalters.
„Es geht immer nur um die Übertragung von uns verständlichen Begriffen in eine völlig andere Sprache“, stellt Gassner fest. „Für diesen Blick in eine andere Welt, die uns bekannt vorkommt, aber doch ganz einzigartig ist, brauchen wir also eine ganz neue Handschrift. Ich nenne das ,Klittern‘: Wir verwenden ein Element und kombinieren es mit einem anderen, um etwas Neues zu schaffen. Es kommt zu einer Fusion, zu einem Hybrid – genau das ist der Film in Bezug auf die Ausstattung. Man verbindet Ideen mit Konzepten, theoretische mit physikalischen Dimensionen.“
Gassner und sein Team – das von den Ausstattern Richard Johnson, Andrew Nicholson und Chris Lowe, Innenrequisiteurin Anna Pinnock, Requisiteur Barry Gibbs und Bauleiter Andrew Evans geleitet wurde – erweckten die detailreiche Welt des Buches zum Leben.
Bei der Gestaltung des Jordan College verwendete Gassner die Außenansichten vorhandener Gebäude in Oxford, Greenwich und Chatham sowie Innenräume, die komplett in den Shepperton Studios gebaut wurden. „Als ich erstmals nach Oxford fuhr, führte mich Philip Pullman durch die Stadt – er kennt die Universität und den Ort besser als alle anderen“, erinnert sich Gassner. „Unsere Mitarbeiter sind im Team dabei, weil sie die Bücher schätzen. Mit dem Regisseur habe ich mich ausführlich über die emotionale Atmosphäre des Films unterhalten – jetzt ging es darum, diese Atmosphäre konkret zu gestalten.“
Manche Sets richtete man in dem prächtigen Hedsor House in Buckinghamshire ein. „Wir übernehmen die Grundstruktur der Villa, haben aber äußerlich viel verändert, um sie der von uns geschaffenen Welt anzupassen“, sagt Gassner. „Ein weiterer realer Schauplatz war das Londoner Park Lane Hotel – es bildet den Hintergrund für die Restaurantsequenz und den Frisörsalon.“
Die Shepperton Studios wurden von der Produktion praktisch komplett mit Beschlag belegt – in großen Studiohallen richtete sich die Ausstattungsabteilung ein, in einer Schmiede entstanden die für den Film notwendigen umfangreichen Messingarbeiten, hinzu kamen die Kostümschneiderei und Büros. In weiteren Studiohallen installierte man Greenscreens, Flugapparaturen und die bis ins letzte Detail eingerichteten Innenschauplätze.
In der Schmiede entstanden etliche Versionen des rätselhaften Instruments, das Alethiometer genannt wird. Es handelt sich um „eine Uhr mit magnetischen Eigenschaften“, berichtet Gassner. „Wobei der emotionale Gehalt des Geräts eine entscheidende Rolle spielt. Die Geschichte der Zeit, der Evolution lässt sich mit nichts vergleichen – deshalb wollten wir ein magisches Instrument in den Mittelpunkt stellen, das aus der Zeit-Familie stammt.“
Pullman zeigte Gassner im Mechanik-Museum Ausstellungsstücke, die ihn zu dem Instrument inspiriert hatten. „Das Alethiometer ist letztlich eine Kombination all dieser Einflüsse“, erklärt der Produktionsdesigner. „Die Summe seiner Einzelteile. Viele meiner Teamarbeiter konzentrierten sich auf die Symbolik, auf die Funktionen und Lyras Anwendung des Instruments. So entsteht ein kleines Teilstück des Puzzles. Unsere Aufgabe bei diesem Projekt ist es, für jeden Einzelbereich das rechte Teil zu finden.“
Die Objekte wurden zunächst als Computermodelle entworfen und dann in eine ganz neuartige Prototyp-Maschine übertragen, die aus Computervorlagen dreidimensionale Kunstharzmodelle herstellt. Die Modelle wurden überarbeitet, graviert, mit Kupferstichornamenten versehen und entsprechend den jeweiligen Anforderungen mehr oder weniger detailliert bemalt. „Einige Modelle sollten zum Ablesen der Funktionen verwendet werden, anderen sollten zu Boden fallen können, oder Lyra sollte sie in ihrer Tasche herumtragen“, sagt Requisiteur Barry Gibbs. „Die alchemistischen Symbole auf dem Objekt mussten absolut präzise sein – das mussten wir von Graveuren ausführen lassen.“
Die Rüstung der Bären wurde ebenfalls in der Schmiede angefertigt, nachdem man die Bären selbst und ihre Rüstung als originalgroße Skulpturen gestaltet hatte, die man in den Computer einscannen konnte.
Ähnliche Modelle fertigte man von den einzelnen Dæmonen an – von Lyras Pan bis zu Mrs. Coulters goldenem Affen. Nur die Hunde-Dæmonen wurden von realen, dressierten Tieren gespielt.
Das Design der Gegenstände in der Parallelwelt erlebten Gassner und sein Team „als neuartig, interessant, spannend und anregend – vor allem in Zusammenarbeit mit der kleinen Lyra-Darstellerin, die diese Welt auf ihrer Reise erkundet.“
Die zweifache Oscar-Kandidatin Ruth Myers hat sich unter anderem mit den Kostümen zu „L.A. Confidential“ (L.A. Confidential) und „Emma“ (Emma) profiliert. In enger Abstimmung mit Regisseur Weitz und Gassner schuf sie Kostüme, die sich hundertprozentig in Lyras Welt einfügen und dennoch fremdartig wirken: „Ich diskutierte mit Chris Weitz die Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Stoffen zu spielen, damit nicht alles so offensichtlich wirkt, nicht alles aus Rupfen und simplen Geweben besteht. Wir bemalten, bedruckten und färbten die Stoffe, um sie ganz unverwechselbar zu gestalten. Den Gyptern wollten wir eine ethnische Dimension geben, die aus Einflüssen aller Herren Länder besteht. Für Mrs. Coulter stellten wir uns das Ambiente der glamourösesten Epoche vor – wir landeten bei den Filmstars der 30er- und 40er-Jahre. So entwickelten sich die Kostüme.“
So chaotisch die Kleider der Hexenkönigin Serafina Pekkala wirken sollten, so eindeutig sollte der Anzug des Magisterium-Gesandten die Autorität in Lyras Welt repräsentieren. Auch Lyras Entwicklung von der frechen Göre über ihre Formung durch Mrs. Coulter bis zur Reise in den Norden sollte sehr präzise ihr wachsendes Selbstbewusstsein ausdrücken.
In Regisseur Weitz fand Myers einen ansprechbaren und erfahrenen Partner: „Chris kennt sich in dem einschlägigen Umfeld sehr gut aus. Er ist wohl der erste Regisseur, dem ich auch die außergewöhnlichsten Stichworte an den Kopf werfen kann – immer weiß er aufgrund seiner Bildung damit etwas anzufangen. Das ergab eine wunderbare Zusammenarbeit.“
„Ruth leistet traumhafte Arbeit“, sagt Weitz. „Ich stellte mir vor, dass die Kostüme das Beste aus allen Epochen vereinen und daraus einen Hybrid bilden sollten. Unglaublich, wie exakt Ruth ins Detail geht – alles sieht wirklich abgetragen und benutzt aus. Alles stimmt genau.“
Weil alle Kostüme extra angefertigt werden mussten, richtete Myers ihre Schneiderei auf dem Shepperton-Gelände ein: „Mir war klar, dass all das nur funktionieren konnte, wenn ich mich als Teil der Ausstattungsabteilung verstand und selbst eine riesige Werkstatt einrichtete.“
Das Make-up und die Frisuren vertraute man Peter King an, der mit der New-Line-Cinema-Produktion „The Lord of the Rings“ (Der Herr der Ringe) einen Oscar gewann. So war er bestens vorbereitet auf eine Riege unterschiedlicher Figuren, die parallele Welten bevölkern.
NORDLICHTER
Kamera und visuelle Effekte in „Der Goldene Kompass“
Von Anfang an wollten die Filmemacher die optische Palette zu „Der Goldene Kompass“ durch eine Abfolge unterschiedlicher Stimmungen gestalten, die Lyras Reise subtil prägen.
Kameramann Henry Braham gewann mit „Shackleton“ den Emmy und wurde außerdem für den Preis der British Film Academy (BAFTA) nominiert. Er entwickelte mit Weitz die Panoramen, die er sich vorstellte, ohne die jeweilige psychische Verfassung der Helden in den Szenen außer Acht zu lassen.
„Zunächst wirken die Farben sehr warm, satt und in goldenes Licht getaucht“, berichtet Braham. „Wir befinden uns in einer Parallelwelt, in der auch die Nacht und sogar der Mond golden wirken – im Gegensatz zu einem normalerweise blau-silbern schimmernden Mond. Das ist die Oxford-Welt.“
In London zeigt sich Lyra beeindruckt von den dramatischen Unterschieden zu ihrer vertrauten Oxford-Umgebung: „Sie geht auf die fantastische Reise und erlebt Mrs. Coulters London als glitzernd und verführerisch. Bei den realen Scheinwerfern achteten wir darauf, dass das Licht besonders hell und hart wirkt. Doch als Lyra dann vor Mrs. Coulter flieht, wirkt das nächtliche London unserer Parallelwelt eher grünlich. Auf der Reise nach Norden werden die Landschaften immer „kälter, sie glitzern silbrig-bläulich – also eine romantische Sicht des Nordens. Ich habe einige Zeit im arktischen Eis verbracht – es ist tatsächlich wunderschön. Das Eis schillert in den vielfältigsten Farben.“
Die umfangreichen visuellen Effekte mussten von Anfang an in den Produktionsplan integriert werden, damit man schon vor den eigentlichen Dreharbeiten Tests durchführen konnte. „Im Grunde wurden alle Verfahrensfragen und – noch wichtiger – alle Begründungen für das jeweilige Verfahren viel früher als sonst üblich diskutiert und geklärt“, erinnert sich Braham. „Manche Szenen erforderten aufwendige Computer-Gemälde im Bereich der visuellen Effekte, und die im Rechner erstellten Testaufnahmen halfen uns dabei, alle Elemente aufeinander abzustimmen.“
Weitz vertraute diese komplexe Arbeit dem für die visuellen Effekte verantwortlichen Michael Fink und seiner Effekte-Produzentin Susan MacLeod an. Drei auf visuelle Effekte spezialisierte Firmen wurden in großem Stil in das Projekt eingebunden: Cinesite und Framestore CFC in Großbritannien sowie Rhythm & Hues in den USA. Die bei Cinesite für die Effekte verantwortliche Sue Rowe, Framestore-CFC-Leiter Ben Morris und Supervisor Bill Westenhofer von Rhythm & Hues lieferten 40 Effekte-Einstellungen pro Woche – von Produktionsbeginn bis hin zur endgültigen Abmischung.
Gassner, Braham und Weitz stimmten sich präzise mit der Abteilung Visuelle Effekte ab, um die Realaufnahmen nahtlos mit den digitalen Effekten zu verschmelzen. „Sie gaben mir die Freiheit, die Gegenstände wie Schachfiguren zu verschieben – ich konnte ständig Änderungen einbringen, wenn die Erzählstruktur es erforderte“, erinnert sich Weitz. „Für Mike und sein Team ist absolut nichts unmöglich. Erstaunlich, wie flexibel, wie genial sie auf alle Anforderungen reagiert haben.“
Nach der Erstellung des Storyboards produzierte man eine als Animatic bezeichnete Testversion der Sequenzen, mit der man in jeder Szene die Effekte-Elemente genau festlegen konnte, die anschließend kreiert und dann ins Bild eingefügt werden sollten. „Noch nie habe ich an einem so umfangreichen und komplexen Projekt gearbeitet“, stellt Fink fest. „30 Jahre habe ich an meinen Fähigkeiten gefeilt, und mir kommt es vor, als ob meine ganze Laufbahn als Vorbereitung auf diesen einen Film diente.“
„Am kompliziertesten waren die umfangreichen Filmszenen mit Menschenmengen, in denen neben den vielen Menschen auch zahlreiche Dæmonen zu sehen sind“, sagt Weitz. „Solche Szenen hätten wir unmöglich mit echten Tieren drehen können, weil sich Dæmonen nicht so wie Haustiere verhalten – sie sind ein aktiver Teil der Menschen, die sie begleiten.“
Die auffälligsten und ständig auftauchenden Effekte-Elemente im Film sind die zwei nichtmenschlichen Hauptfiguren: Lyras Dæmon Pan, der sich wie alle Kinder-Dæmonen ständig verwandelt, und der in seiner Rüstung steckende Eisbär Iorek Byrnison.
Rhythm & Hues übernahm die Animation der Dæmonen und bereitete die Szenen für die Interaktionen mit den menschlichen Darstellern vor. „Man muss genau festlegen, wie groß das Wesen ist, wie viel es wiegt, wie es sich bewegt, und das muss man den Schauspielern vermitteln – man muss ihnen bei der Aufnahme einen passenden Stellvertreter zur Verfügung stellen, ob es nun eine grüne Socke ist oder ein Puppenspieler, der die Rolle pantomimisch spielt“, sagt Bill Westenhoffer von Rhythm & Hues. „Mrs. Coulters Affe ist ein gelassener Typ im Gegensatz zu Pan, der ständig herumspringt. Das soll sich in seinem Spiel ausdrücken. Wenn also der Puppenspieler die Rolle übernimmt, wissen die Schauspieler genau, wie sich ihr Dæmon verhält.“
Ebenso entscheidend war Iorek Byrnisons Auftritt. „Er ist kein Eisbär, sondern ein Panserbjørn, der eine Rüstung trägt und sprechen kann“, berichtet Fink. „Entsprechend mussten wir den gesamten Bären animieren – ob er mit Lyra auf dem Rücken über einen Fjord rennt, kämpft, sich ruhig unterhält – seine Muskeln, seine Mimik, sogar die Bewegungen des Fells mussten ganz exakt auf die Figur und die jeweilige Situation zugeschnitten werden.
Während der gesamten Produktion konzentrierten sich Fink und sein Team vor allem auf die wichtigste Aufgabe der digitalen Helden – sie sollten als Schauspieler überzeugen. „Sie müssen den Vergleich mit den menschlichen Schauspielern aushalten“, erklärt Fink. „Die ganze Technik ist vergleichsweise unwichtig – das Fell, die Rüstung, die Kratzer, der Dreck unter den Fingernägeln. Viel entscheidender ist, dass diese Figuren in ihrer Darstellung Gefühle transportieren.“
Während der gesamten Dreharbeiten und der Endfertigung war ständig die erfahrene Cutterin Anne V. Coates vor Ort, um die Arbeit der übrigen Mitarbeiter in die richtige Reihenfolge zu bringen. Schon 1963 gewann sie den Oscar mit David Leans Film „Lawrence of Arabia“ (Lawrence von Arabien), und unermüdlich arbeitet die inzwischen über 80-Jährige weiter. „Ich halte ,Lawrence von Arabien‘ für den besten Film aller Zeiten und wollte immer schon mit Anne Coates arbeiten“, sagt Weitz. „Zufällig interessierte auch sie sich für die Bücher. Das war fantastisch – so darf ich mit einer der größten Cutterinnen der Filmgeschichte arbeiten. Anne bringt ihre reichhaltigen Erfahrungen in die Erzählstruktur ein. Sie arbeitet sehr schnell und behält ständig auch die visuellen Effekte im Auge.“
Das Endresultat überzeugt sogar den glühendsten Fan der Bücher: „Der Film entspricht hundertprozentig meinen Vorstellungen“, sagt Darsteller Daniel Craig. „Es zeugt von Chris’ Leidenschaft, von der harten Arbeit seines Teams und von Philips unglaublicher, absolut zeitloser Geschichte, dass diese Welt auf so atemberaubende, geschlossene Weise zum Leben erweckt werden konnte.“
DÆMONEN UND STAUB:
Die Sprache in „Der Goldene Kompass“
Alethiometer
Ein Instrument zum Wahrsagen – es beantwortet die Fragen, die im Kopf des Benutzers entstehen.
Anbarische Energie
Eine Art elektrischer Strom, der in Lyras Welt verwendet wird.
Bolvangar
Das nördliche Versuchslabor, in dem die Gobbler die von ihnen entführten Kinder verstecken.
Dæmon
Die Seele jedes einzelnen Menschen, die durch ein bekanntes Tier verkörpert wird. In der Kindheit verwandelt sich der Dæmon ständig und drückt damit die unstete Natur der Kinder aus. Als Erwachsener verändert er sich nicht mehr und behält die Form, die am besten der inneren Natur seines Menschen entspricht.
Fliegende Spione
Kleine mechanische Insekten, die angeblich aus Maschinenteilen und gefangenen Seelen hergestellt werden.
Gobbler
Die Schergen der Oblations-Behörde, die für das Verschwinden der Kinder im ganzen Land verantwortlich sind.
Gypter
Ähnlich wie die Sinti und Roma sind die Gypter ein Nomadenvolk. Sie fahren zur See und leben auf Kanalbooten.
Hexen
Weibliche Wesen, die durch die Luft fliegen und Menschen um Hunderte von Jahren überleben.
Interzision
Das Verfahren, bei dem ein Mensch von seinem Dæmon getrennt wird.
Jordan College
Ein florierendes College in Lyras Oxford, Zentrum der experimentellen Theologie.
Magisterium
Die Gremien, die die zentrale Verwaltung in Lyras Welt darstellen. Derzeit verstärkt das Magisterium den Druck auf die Bevölkerung, um den freien Willen auszuschalten. Lord Asriels Erforschung des Staubs wird dort als Ketzerei bezeichnet.
Nordlicht (Aurora Borealis)
Stürme aufgeladener Partikel und intensive Sonnenstrahlen führen zu diesen Lichtgebilden über dem Polarkreis. Lord Asriel glaubt, dass die Nordlichter als Tarnung einer gewaltigen Himmelsstadt dienen.
Norden
Das ebenso schöne wie vielfältige und gefährliche Reich ist der Lebensraum der Panzerbären, der Tataren, Hexen und unzähliger anderer Wesen. Lord Asriel hat von seinem Stützpunkt im Norden den Staub und eine Art Gegenwelt in den Nordlichtern fotografiert.
Panserbjørne
Panzerbären, die in der Nordregion Svalbard leben. Sie haben keine Dæmonen, stellen aber spezielle Rüstungen her, die sie als ihre Seelen ansehen.
Photogramm
Ein fotografisches Bild; ein Diapositiv.
Samojeden
Jäger des Nordens, die Lyra entführen und nach Bolvangar bringen.
Staub
Mystische Partikel, die am Polarkreis in höchster Konzentration auftreten.
Svalbard
Eine kalte, unwirtliche Region im Norden, in der Panzerbären leben.
Tataren
Ein Kriegervolk des Nordens.
DARSTELLER
Nicole Kidman
Marisa Coulter
Die amerikanischen Zuschauer wurden auf Nicole Kidman aufmerksam, als sie 1989 in Phillip Noyces mitreißendem Psycho-Thriller „Dead Calm“ (Todesstille) eine viel gepriesene Leistung zeigte. Seitdem hat die international für ihre Bandbreite und Wandlungsfähigkeit berühmte Schauspielerin etliche Preise gewonnen. 2003 erhielt Kidman den Oscar als Beste Darstellerin für ihre überwältigende Darstellung der Virginia Woolf in „The Hours“ (The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit). Außerdem gewann sie dafür den Golden Globe als Beste Darstellerin in einem dramatischen Film, den Preis der British Film Academy (BAFTA) und den Silbernen Bären auf der Berlinale. Im Jahr davor bekam sie ihre erste Oscar-Nominierung und einen zweiten Golden Globe für ihre Leistung in Baz Luhrmanns „Moulin Rouge!“ (Moulin Rouge). Ihren ersten Golden Globe verbuchte sie mit ihrer Darstellung der skrupellos ehrgeizigen Suzanne Stone in Gus Van Sants „To Die For“ (To Die For). Vier weitere Golden-Globe-Nominierungen erhielt sie für ihre Leistungen in „Birth“ (Birth) „Cold Mountain“ (Unterwegs nach Cold Mountain), „The Others“ (The Others) und „Billy Bathgate“ (Billy Bathgate).
2005 übernahm Kidman die Titelrolle in Sydney Pollacks Thriller „The Interpreter“ (Die Dolmetscherin) und trat neben Will Ferrell in Nora Ephrons „Bewitched“ (Verliebt in eine Hexe) auf. Als Sprecherin war sie beteiligt an der Dokumentation „God Grew Tired of Us“, die 2006 in Sundance den Jury-Preis und den Publikumspreis gewann. Außerdem war sie in Steven Shainbergs „Fur: An Imaginary Portrait of Diane Arbus“ zu sehen, der auf dem Telluride Film Festival uraufgeführt wurde und auf dem RomeFilmFest zu sehen war. Als Sprecherin interpretierte sie Norma Jean, die Mutter des Pinguins Mumble, in George Millers Oscar-preisgekröntem Animationsfilm „Happy Feet“ (Happy Feet). Aktuell war sie in Oliver Hirschbiegels Thriller „The Invasion“ (Invasion) mit Daniel Craig zu sehen, und sie wirkt in Noah Baumbachs „Margot at the Wedding“ neben Jennifer Jason Leigh und Jack Black mit.
Als Erzählerin war Kidman an der Simon-Wiesenthal-Filmbiografie „I Have Never Forgotten You“ (Ich habe Euch nicht vergessen) beteiligt. In der Endfertigung befindet sich das Liebesepos „Australia“ mit Hugh Jackman – inszeniert von „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann. Der Film soll 2008 in die Kinos kommen.
Weitere Filme: Robert Bentons „The Human Stain“ (Der menschliche Makel); Lars von Triers „Dogville“ (Dogville); Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“ (Eyes Wide Shut); Mimi Leders „The Peacemaker“ (Projekt: Peacemaker) mit George Clooney; Jane Campions „The Portrait of a Lady“ (Das Porträt einer Lady); „Batman Forever“ (Batman Forever); „Malice“ (Malice – Eine Intrige); und Ron Howards „Far and Away“ (In einem fernen Land).
Im Januar 2006 wurde Kidman mit dem höchsten australischen Orden ausgezeichnet: dem „Companion in the Order of Australia“. Außerdem wurde sie zur Sonderbotschafterin des Unifem (Entwicklungsfonds für Frauen) der Vereinten Nationen ernannt – als solche kämpft sie gegen die Einschränkung der Frauenrechte in allen Teilen der Welt. Während der letzten neun Jahre war sie bereits Unicef-Botschafterin für Australien. Vor drei Jahren wurde sie die erste weibliche Vorsitzend des Women’s Health Fund (Gesundheitsfonds für Frauen) an der David Geffen School of Medicine unter dem Dach der University of California/Los Angeles.
DAKOTA BLUE RICHARDS
Lyra Belacqua
Dakota Blue Richards kam 1994 in London zur Welt. Als die Mutter ihr den Namen Dakota Blue gab, konnte sie nicht ahnen, dass dieser Name gut zehn Jahre später weltweit auf den Kinoplakaten erscheinen würde, als das Mädchen die Hauptrolle der Lyra in „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) übernahm.
Richards ist ein Fan von Philip Pullmans Büchern, seit ihre Mutter der Neunjährigen die Trilogie vorlas. Außerdem sah sie die Bühnenfassung am National Theatre in London und eröffnete ihrer Mutter, dass sie die verlässliche und enthusiastische Heldin Lyra aus „Der Goldene Kompass“ werden wollte.
Richards lebt mit ihrer Mutter im englischen Brighton. Mit „Der Goldene Kompass“ gibt sie ihr Kinodebüt.
SAM ELLIOTT
Lee Scoresby
Aktuelle Rollen spielte Elliott in „Ghost Rider“ (Ghost Rider), „Thank You for Smoking“ (Thank You for Smoking) und „Lies & Alibis/The Alibi“ (Alibi – Ihr kleines schmutziges Geheimnis ist bei uns sicher!). Außerdem sprach er den Patriarchen in der Komödie „Barnyard“ (Der tierisch verrückte Bauernhof) und trat neben Joan Allen in „Off the Map“ auf, der 2003 in Sundance uraufgeführt wurde. Hauptrollen übernahm er in „Hulk“ (Hulk), „We Were Soldiers“ (Wir waren Helden), „The Contender“ (Rufmord – Jenseits der Moral), „The Hi-Lo Country“ (Hi-Lo Country), „The Big Lebowski“ (The Big Lebowski), „Tombstone“ (Tombstone) und „Gettysburg“ (Gettysburg).
Sein TV-Auftritt in „Buffalo Girls“ (Buffalo Girls) brachte ihm Nominierungen für den Emmy und den Golden Globe ein. Weitere TV-Rollen: „Fail Safe“ (Fail Safe – Befehl ohne Ausweg) und „You Know My Name“ (Die Gesetzlosen); dieser TNT-Film gewann den ersten Goldenen Stiefel: den „Best of the West“ Award.
Vor etlichen Jahren erlangte Elliott Kultstatus mit seiner Hauptrolle in „Lifeguard“ (Lifeguard). Es folgten „Mask“ (Die Maske), „Fatal Beauty“ (Fatal Beauty), „Prancer“ (Jessica und das Rentier), „Rush“ (Fieberhaft – Undercover in der Drogenhölle) und die Miniserien „Murder in Texas“ (Mord in Texas), „Gone to Texas: The Sam Houston Story/Houston: The Legend of Texas“, „The Yellow Rose“ und „Fugitive Nights“.
EVA GREEN
Serafina Pekkala
Der Oscar-preisgekrönte Regisseur Bernardo Bertolucci beschreibt sie als „unanständig schön“ – ihr Filmdebüt gab sie in seinem von der Kritik gefeierten „I sognatori / The Dreamers“ (Die Träumer – Verbotene Spiele zu dritt), einer Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund der Pariser Unruhen von 1968. Die weiteren Hauptrollen übernahmen Michael Pitt und Louis Garrel.
Green kam in Paris zur Welt und machte ihre Ausbildung an der St. Paul Drama School. Dann belegte sie einen Kurs an der Londoner Weber Douglas Academy of Dramatic Art.
Ihre Schauspielerkarriere begann sie 2001 mit zwei Bühnenauftritten: Gerard Descartes’ Inszenierung „Turceret“ und Didier Longs „Jalousie en trois fax“. Letzteres Stück wurde begeistert aufgenommen und brachte ihr als Nachwuchsdarstellerin eine Nominierung für den renommiertesten französischen Theaterpreis, den Molière, ein.
2003 trat sie neben Kristin Scott Thomas und Romain Duris in Jean-Paul Salomes französischsprachigem „Arsène Lupin“ (Arsène Lupin) auf. 2005 gab sie ihr Hollywood-Debüt als Hauptdarstellerin in Ridley Scotts Kreuzzugsepos „Kingdom of Heaven“ (Königreich der Himmel) mit Orlando Bloom und Liam Neeson.
Zuletzt war sie neben Daniel Craig, ihrem Partner in „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass), in „Casino Royale“ (James Bond 007 – Casino Royale) als Finanzbeamtin Vesper Lynd zu sehen.
DANIEL CRAIG
Lord Asriel
Seinen Einstand als James Bond, Agent 007 des British Secret Service MI6, gab Craig in Martin Campbells Blockbuster „Casino Royale“ (James Bond 007 – Casino Royale), dem 21. Film der Serie, die Michael G. Wilson und Barbara Broccoli produzierten.
Craig stammt aus dem englischen Chester und wuchs in Liverpool auf. Als 17-Jähriger kam er ans National Youth Theatre in London. Er setzte seine Ausbildung an der renommierten Londoner Guildhall School of Music and Drama fort und machte dort 1991 seinen Abschluss.
Sein Filmdebüt gab er 1992 in dem südafrikanischen Boxerdrama „The Power of One“ (Im Glanz der Sonne). Kritiker und Casting-Agenten wurden auf ihn aufmerksam, als er 1996 in der viel gepriesenen TV-Serie „Our Friends in the North“ die Rolle des Geordie Peacock übernahm. 1998 spielte Craig George Dyer, den aus der Arbeiterklasse stammenden Gefährten des Malers Francis Bacon, in John Mayburys eindringlicher Filmbiografie „Love Is the Devil“ (Love Is the Devil). 2000 wurde er in die Gruppe der „Shooting Stars“ des europäischen Films aufgenommen. Dann folgten der Hollywood-Blockbuster „Lara Croft: Tomb Raider“ (Lara Croft: Tomb Raider), in dem er als Lara Crofts Freund zu sehen war, sowie die schwarze Komödie „Hotel Splendide“ (Hotel Splendide) und „The Trench“ (Der Schützengraben), den der berühmte Autor William Boyd schrieb und inszenierte.
2002 trat Craig in Sam Mendes’ Film „Road to Perdition“ (Road to Perdition) auf und wurde für seine Darstellung des Connor, des schwierigen Sohnes von Gangsterboss John Rooney (Paul Newman), sehr gelobt. Ein Jahr später folgte Roger Michells mitreißender „The Mother“ (Die Mutter – The Mother), in dem er einen jungen Mann spielt, der eine Affäre mit einer 60-Jährigen beginnt. Anschließend übernahm er neben Gwyneth Paltrow die Rolle des Ted Hughes in „Sylvia“ (Sylvia), der Story der Schriftsteller Ted Hughes und Sylvia Plath.
2004 war Craig in Roger Michells „Enduring Love“ (Enduring Love) nach dem Roman von Ian McEwan und in Matthew Vaughns erfolgreichem Regiedebüt „Layer Cake“ (Layer Cake) aus dem kriminellen Drogenmilieu zu sehen.
Nach John Mayburys Thriller „The Jacket“ (The Jacket) mit Adrien Brody und Keira Knightley drehte Craig die TV-Fassung von „Archangel“ (Die rote Verschwörung) nach dem Bestseller von Robert Harris. Eine Hauptrolle übernahm er in Steven Spielbergs Oscar-Kandidat „Munich“ (München). Darin spielte Craig einen südafrikanischen Söldner, der vom Mossad ausgewählt wird, um die Terroristen zu eliminieren, die beim Überfall auf das olympische Dorf 1972 den Tod von elf Israelis zu verantworten hatten.
Aktuell spielte er neben Toby Jones als Truman Capote (Autor des Bestsellers „In Cold Blood“/Kaltblütig) den Perry Smith in „Infamous“, in dem es um die von Smith und Dick Hickock begangenen Morde geht. In Oliver Hirschbiegels Horror-Thriller „The Invasion“ (Invasion) trat Craig mit Nicole Kidman auf.
Neben seiner Filmarbeit profiliert sich Craig auch als fähiger Bühnendarsteller. Zu seinen Theaterhauptrollen zählen „Hurlyburly“ am Old Vic sowie „Angels in America“ (Engel in Amerika) am National Theatre. 2002 wurde er mit „A Number“ (Die Kopien) für den Theater-Preis des Evening Standard nominiert – in diesem Stück spielte er neben Michael Gambon drei verschiedene Rollen.
TOM COURTENAY
Farder Coram
Courtenay kam 1937 in Hull/Yorkshire zur Welt. Seine Ausbildung absolvierte er an der Royal Academy of Dramatic Art in London. Sein Bühnendebüt gab er 1960 in Tschechows „The Seagull“ (Die Möwe) am Old Vic. Im West End spielte er „Billy Liar“, 1963 war er in dieser Rolle auch in John Schlesingers Filmversion („Billy Liar“/Geliebter Spinner) zu sehen.
Sein Filmdebüt gab Courtenay in Tony Richardsons berühmtem „The Loneliness of the Long Distance Runner“ (Die Einsamkeit des Langstreckenläufers). Unvergessliche Leistungen zeigte er auch in „King and Country“ (Für König und Vaterland) neben Dirk Bogarde sowie in Bryan Forbes’ Kriegsgefangenenfilm „King Rat“ (Sie nannten ihn King; auch: Diamantenjagd im Land der Krokodile). Als Revolutionär Pasha in David Leans „Doctor Zhivago“ (Doktor Schiwago) wurde er für den Oscar nominiert – bei den Dreharbeiten begann seine lebenslange Freundschaft zu Rod Steiger.
Auf der Bühne profilierte er sich in Dramen (sein bewunderter „Hamlet“ auf dem Edinburgh Festival 1968 ) und Komödien – als Hauptdarsteller in Alan Ayckbourns gefeierter Trilogie „The Norman Conquests: Table Manners/Living Together/Round and Round the Garden“ (Normans Eroberungen: Tischmanieren/Trautes Heim/Quer durch den Garten). Er wirkte als Garderobier in der Uraufführung von „The Dresser“ (Der Garderobier) neben Albert Finney als alternder Schauspiellegende mit – beide Darsteller wiederholten ihre Rollen in Peter Yates’ Kinofassung („The Dresser“/Ein ungleiches Paar, 1983) des Stücks von Ronald Harwood. Finney und Courtenay wurden mit diesen Leistungen für den Oscar nominiert.
Mit Joanna Lumley traten Courtenay und Finney Ende der 90er-Jahre auf dem Bildschirm in dem preisgekrönten „A Rather English Marriage“ (Eine sehr englische Ehe) auf. Einen Bestatter spielte Courtenay in „Last Orders“ (Letzte Runde) nach dem Booker-preisgekrönten Roman von Graham Swift.
Neujahr 2001 wurde Tom Courtenay für seine Verdienste als Schauspieler geadelt.
DEREK JACOBI
Magisterial Emissary
Jacobi wird als einer der besten Schauspieler seiner Generation gefeiert. Die Theaterbesucher in Großbritannien und Amerika schätzen ihn seit Langem. Einem weitaus größeren Publikum wurde er Mitte der 70er-Jahre als römischer Kaiser Claudius in der preisgekrönten BBC-Serie nach Rupert Graves’ „I, Claudius“ (Ich, Claudius, Kaiser und Gott) bekannt.
Als Student in Cambridge war Jacobi der Kommilitone von Ian McKellen und Trevor Nunn. Er wurde ins Ensemble des Birmingham Repertory Theatre aufgenommen. Dann lud ihn Laurence Olivier ein, als Gründungsmitglied ans National Theatre zu kommen.
Er wurde als „Hamlet“ (Hamlet) gefeiert und ging im Zuge des Erfolgs von „Ich, Claudius, Kaiser und Gott“ mit dem Stück auf umfangreiche Tourneen. Oft ist er im Londoner West End aufgetreten – von seinem Debüt in „Breaking the Code“ über „Becket“ (Becket oder Die Ehre Gottes) bis zu aktuellen Erfolgen wie Schillers „Don Carlos“ und John Mortimers „A Voyage Round My Father“.
Zu seinen Filmen zählen „The Day of the Jackal“ (Der Schakal), „Henry V“ (Heinrich V.), „Dead Again“ (Schatten der Vergangenheit), „Up at the Villa“ (Die Villa), „Gladiator“ (Gladiator), „Gosford Park“ (Gosford Park) und „Nanny McPhee“ (Eine zauberhafte Nanny).
Auf dem Bildschirm spielte er Augusto Pinochet in „Pinochet in Suburbia“. Und einen Traum erfüllte er sich kürzlich als Schurke in der BBC-Serie „Doctor Who“, bevor er seine Rolle in „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) übernahm.
BEN WALKER
Roger
Walker, Jahrgang 1993, trat unter der Regie von Adrian Noble im Londoner West End in dem erfolgreichen Musical „Chitty Chitty Bang Bang“ auf. Neben Ray Winstone war er Weihnachten 2006 in der BBC-TV-Produktion „Sweeney Todd“ zu sehen.
ADAM GODLEY
Pantalaimon
Godley wirkte zuletzt in den Filmen „Nanny McPhee“ (Eine zauberhafte Nanny), „Charlie and the Chocolate Factory“ (Charlie und die Schokoladenfabrik), „Love, Actually“ (Tatsächlich... Liebe) und „Armadillo“ mit.
Einen aktuellen Bühnenauftritt absolvierte er in Mike Leighs „Two Thousand Years“ am britischen Cottesloe Theatre. Am National Theatre trat er in Martin McDonaghs „The Pillowman“ (Der Kissenmann) und Terry Johnsons „Cleo, Camping, Emmanuelle and Dick“ (Achtung Cleo! Cäsar liebt dich) auf. Weitere Bühnenrollen spielte er in „The White Devil“ (Der weiße Teufel) und „A Midsummer Night’s Dream“ (Ein Sommernachtstraum) für die Royal Shakespeare Company, „Cabaret“ (Cabaret) am Donmar Warehouse Theatre sowie „Private Lives“ (Hochzeitsreise), „An Inspector Calls“ (Ein Inspektor kommt) und „The Revengers’ Comedies“ (Die Komödie der Rächer) im West End.
SIMON McBURNEY
Fra Pavel
McBurney stammt aus Cambridge. Sein Handwerk lernte er an der Schauspielschule Jacques le Coq in Paris. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Théatre de Complicité. Das 1983 gegründete Theater ist für seine provokanten und fantasievollen Inszenierungen bekannt.
Als Choreograf gewann McBurney 1997 den Laurence Olivier Theatre Award für „The Caucasian Chalk Circle“ (Der kaukasische Kreidekreis) an der Olivier-Bühne des National Theatre. Als Regisseur erhielt er 1998 eine Tony-Nominierung für seine Neuinszenierung von Eugene Ionescos „The Chairs“ (Die Stühle). Sein Stück „Mnemonic“ am Riverside Theatre in London gewann 1999 als Bestes neues Stück den Kritikerpreis.
Kinorollen übernahm McBurney in „Kafka“ (Kafka), „Tom & Viv“ (Tom & Viv), „Cousin Bette“ (Cousine Bette), „Onegin“ (Onegin – Eine Liebe in St. Petersburg), „Bright Young Things“, „The Manchurian Candidate“ (Der Manchurian Kandidat) und „The Last King of Scotland“ (Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht).
NONSO ANOZIE
Iorek Byrnison
Nach dem Abschluss seiner Schauspielausbildung spielte Anozie den „King Lear“ (König Lear) im Ensemble der Akademie der Royal Shakespeare Company. Mit 25 Jahren übernahm er die Titelrolle in „Othello“ (Othello), die er im britischen Ensemble Cheek by Jowl auf einer Welttournee spielte – von Sydney über Schanghai bis nach Istanbul, Moskau und Prag. Mit dieser Rolle gewann er den Ian Charleson Award und 2004 in China den Magnolien-Bühnenpreis. Er ist der jüngste Darsteller der Theatergeschichte, der den „König Lear“ gespielt hat.
Auf dem Bildschirm war Anozie zuletzt in „Prime Suspect: The Final Act“ (Heißer Verdacht: Das Finale) zu sehen. Aktuell trat er in Joe Wrights „Atonement“ (Abbitte) und Doug Leflers „The Last Legion“ (Die letzte Legion) auf.
Jim Carter
John Faa
Carter ist in den über 26 Jahren seiner Karriere in über 100 Film- und TV-Rollen zu sehen gewesen. Nach seinem Debüt in „Flash Gordon“ (Flash Gordon; 1980) folgten unter anderem „A Private Function“ (Magere Zeiten), „The Singing Detective“ (Der singende Detektiv), „Haunted Honeymoon“ (Hochzeitsnacht im Geisterschloss), der TV-Film „A Very British Coup“ (In den Fängen der Macht), „A Month in the Country“, „The Rainbow“ (Der Regenbogen), die Miniserie „Lipstick on Your Collar“ (Lippenstift am Kragen), „The Madness of King George“ (King George – Ein Königreich für mehr Verstand), „Richard III“ (Richard III.), „Brassed Off“ (Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten), „Shakespeare in Love“ (Shakespeare in Love), „102 Dalmatians“ (102 Dalmatiner), die Miniserie „The Way We Live Now“ und „Ella Enchanted“ (Ella – Verflixt & zauberhaft).
Ein Tagebucheintrag des Bühnenautors Alan Bennett, der „Magere Zeiten“ schrieb, hielt fest, dass Carter sich in den Drehpausen die Zeit mit Zaubertricks vertrieb. Deshalb bekam er im Film die Gelegenheit, als Inspector Noble einen solchen Trick vorzuführen. In „Shakespeare in Love“ kann man ihn als Jongleur bewundern.
Jim Carter ist mit der Schauspielerin Imelda Staunton verheiratet – sie haben eine Tochter: Bessie.
CLARE HIGGINS
Ma Costa
Higgins zählt zu den bedeutendsten Bühnendarstellerinnen ihrer Generation. Dreimal gewann sie den Olivier Award (mit „Sweet Bird of Youth“/Süßer Vogel Jugend am National Theatre 1995; „Vincent in Brixton“/Vincent in Brixton am National Theatre und am Wyndham’s Theatre 2002; und mit „Hecuba“/Hekabe am Donmar Warehouse 2006).
Clare Higgins stammt aus Norwich. Ihre Ausbildung machte sie an der Londoner Academy of Music and Dramatic Art. Frühe Erfolge verbuchte sie in Manchester am Royal Exchange Theatre mit zahlreichen Hauptrollen, darunter „Measure for Measure“ (Maß für Maß) und die Stella in „A Streetcar Named Desire“ (Endstation Sehnsucht). Dann wechselte sie nach London und wurde ins Ensemble des National Theatre aufgenommen, wo sie zahlreiche Aufgaben fand und oft unter der Regie von Richard Eyre arbeitete.
2005 spielte sie neben Woody Harrelson die Hauptrolle in „Night of the Iguana“ (Die Nacht des Leguan).
Zu ihren seltenen Filmauftritten gehören die zwielichtige Julia in „Hellraiser“ (Hellraiser – Das Tor zur Hölle) und im Sequel „Hellraiser II“ (Hellbound – Hellraiser II), außerdem „B. Monkey“ (B. Monkey), Richard Eyres „Stage Beauty“ (Stage Beauty) und „Bigger Than the Sky“ (Bigger Than the Sky).
JACK SHEPHERD
Rektor des Jordan College
Shepherd stammt aus Leeds in Yorkshire. Er studierte Kunst am Kings College in Newcastle und machte seine Schauspielausbildung an der Central School. Er gehört zu den Gründern des Drama Centre in London.
In den 60er-Jahren trat er vier Jahre lang am renommierten Royal Court Theatre auf. Er wirkte in der Uraufführung von Edward Bonds “Saved” (Gerettet), in „Narrow Road to the Deep North“ (Schmaler Weg in den tiefen Norden) und „Early Morning“ (Trauer zu früh) mit. 1967 wurde er mit seiner Leistung in David Storeys „The Restoration of Arnold Middleton“ zum Besten Nachwuchsdarsteller gekürt.
In den 70er-Jahren leitete er mit Richard Wilson eine Schauspielschule, die Profis Workshops anbot, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Er schrieb etliche Stücke, die von der BBC produziert wurden. Ende der 70er-Jahre bis Mitte der 80er-Jahre war er Mitglied des National Theatre. Dort trat er in vielen gefeierten Inszenierungen auf und wurde mit „Glengarry Glen Ross“ (Hanglage Meerblick) als Bester Darsteller ausgezeichnet.
Auch auf dem Bildschirm hat er viele Rollen gespielt – bekannt wurde er mit den „Wycliffe“-Krimis als Detective Superintendent Charles Wycliffe. Auch als Theaterregisseur hat er sich profiliert – zum Beispiel mit „Two Gentlemen of Verona“ (Zwei Herren aus Verona) während der Eröffnungsspielzeit des Globe Theatre.
Zu seinen Filmen gehören „The Virgin Soldiers“ (Rekruten im Todesdschungel), „The Last Valley“ (Das vergessene Tal) und „Charlotte Gray“ (Die Liebe der Charlotte Gray).
MAGDA SZUBANSKI
Mrs. Lonsdale
Ihre bekannteste Rolle spielte Szubanski als Mrs. Hoggett im mit dem Golden Globe preisgekrönten und für den Oscar nominierten Familienabenteuer „Babe“ (Ein Schweinchen namens Babe) und im Sequel „Babe: Pig in the City“ (Schweinchen Babe in der großen Stadt). Kürzlich sprach sie die Miss Viola in ihrem dritten George-Miller-Film „Happy Feet“ (Happy Feet). Weitere Filme: „The Crocodile Hunter: Collision Course“ (Crocodile Hunter – Auf Crash-Kurs) mit dem verstorbenen Steve Irwin und „Son of the Mask“ (Die Maske 2: Die nächste Generation) mit Jamie Kennedy und Alan Cumming.
Inzwischen hat sie die Rolle der Mrs. Plonk in der aktuellen Komödie „Dr. Plonk“ von Rolf de Heer abgedreht. Auf der Bühne trat sie im Ensemble der Melbourne Theatre Company in „The 25th Annual Putnam County Spelling Bee“ auf und wurde für den Hellman Award nominiert. Weitere Bühnenrollen: die landsweite Tournee „Grease: The Arena Spectacular“ mit John Farnham; und „The Rise and Fall of Little Voice“ mit der Sydney Theatre Company.
2002 gewann sie als Beste Nebendarstellerin den Preis des Australian Film Institute (AFI) mit der erfolgreichen TV-Komödienserie „Kath & Kim“ – zwei weitere Nominierungen folgten für die anschließenden Staffeln. Außerdem gewann sie mehrere Logies (australischer TV-Preis), australische People’s Choice Awards und Preise der Writers Guild (Gewerkschaft der Autoren). Zu ihren TV-Auftritten zählen auch die Dogwoman-Fernsehfilme „Big Girl’s Blouse“ und „Something Stupid“, in denen sie nicht nur auftrat, sondern die sie auch schrieb und produzierte.
IAN McSHANE
Ragnar Sturlusson
2005 gewann McShane als charismatischer Al Swearengen mit der zweiten Staffel der erfolgreichen HBO-Serie „Deadwood“ (Deadwood) den Golden Globe, und er wurde für den Emmy sowie den Preis der Screen Actors Guild (US-Gewerkschaft der Film- und TV-Schauspieler nominiert. Mit seiner Leistung in der ersten Staffel der Serie (2004) wurde er mit dem Preis der amerikanischen TV-Kritiker ausgezeichnet, eine zweite Nominierung folgte 2005. Und das Magazin GQ kürte ihn zum „Mann des Jahres“.
In seiner langen Karriere hat der renommierte Ian McShane über 25 Filme gedreht, darunter „The Battle of Britain“ (Die Luftschlacht um England), „The Last of Sheila“ (Sheila), „Villain“ (Die alles zur Sau machen) mit Richard Burton, „Exposed“ (Gefährliches Dreieck) und „Agent Cody Banks“ (Agent Cody Banks). In Jonathan Glazers berühmtem „Sexy Beast (Sexy Beast – Bankraub wider Willen), zeigte er neben Sir Ben Kingsley und Ray Winstone eine mitreißende Leistung als zwielichtiger Gangster Teddy Bass.
Aktuelle Rollen übernahm er für Autor/Regisseur Rodrigo Garcia in „Nine Lives“ (Nine Lives), in McGs „We Are Marshall“ (We Are Marshall) und in Woody Allens „Scoop“ (Scoop – Der Knüller). In „Shrek the Third“ (Shrek der Dritte) war er als Captain Hook zu hören; und als Sprecher wirkte er auch in dem animierten Fantasy-Film „Coraline“ und in der Animationskomödie „Kung Fu Panda“ (Kung Fu Panda) mit, in dem neben vielen anderen Stars auch Jackie Chan zu hören ist. Demnächst ist er in der Action-Komödie „Hot Rod“ (Hot Rod – Mit Vollgas durch die Hölle) und neben Renée Zellweger in dem Thriller „Case 39“ (Case 39) zu sehen.
Seit vielen Jahren tritt McShane auch im britischen und amerikanischen Fernsehen auf – zum Beispiel in David Wolpers bahnbrechender Miniserie „Roots“ (Roots) aus den 70er-Jahren. 2006 war er in Großbritannien und den USA in der BBC-Comedy-Serie „Trust“ zu sehen. Eine Hauptrolle spielte er in „Whose Life Is It Anyway?“ für Granada TV. Als Heathcliff trat er in der BBC-Produktion „Wuthering Heights“ auf, und eine weitere bedeutende TV-Rolle übernahm er in Harold Pinters Emmy-preisgekröntem „The Caretaker“ (Der Hausmeister). Den Judas spielte er in Franco Zeffirellis NBC-Miniserie „Jesus of Nazareth (Jesus von Nazareth); Fürst Rainier in dem NBC-Film „The Grace Kelly Story“ (Grace Kelly); und die Titelrolle in „Disraeli“ für das Masterpiece Theatre. Weitere Miniserien: „Charlie the Kid“, „A.D.“ (Anno Domini – Kampf der Märtyrer), „The Great Escape II“ (Gesprengte Ketten – Die Rache der Gefangenen), „Marco Polo“, „Evergreen“ und Dan Curtis’ „War and Remembrance“ (Feuersturm und Asche).
Ende der 1980er-Jahre gründete er McShane Productions – mit dieser Firma produzierte er die beliebte Serie „Lovejoy“ für BBC und A&E: Dieses Projekt gab ihm die Gelegenheit, auch zu produzieren und Regie zu führen. Dann produzierte er für BBC und Showtime die Komödie „Soul Survivors“ mit sich in der Hauptrolle des Madson.
2000 kehrte McShane ans Londoner West End zurück und gab sein Musical-Bühnendebüt in Cameron Mackintoshs erfolgreicher Inszenierung „The Witches of Eastwick“ (verfilmt als Die Hexen von Eastwick) mit der Rolle des Darryl Van Horne. Auf der Bühne spielte er auch den Hal in der Uraufführung von „Loot“ (Beute), den Titelhelden in „The Admirable Crichton“ (Zurück zur Natur) auf dem Chichester Festival, den Tom in Tennessee Williams’ „The Glass Menagerie“ (Die Glasmenagerie) und den Charlie in „The Big Knife“. Neben Dame Judi Dench und Sir Ian McKellen trat er in der erfolgreichen Londoner Inszenierung „Promise“ auf, die später auch am Broadway zu sehen war. In Los Angeles war er in drei Stücken am Matrix Theatre zu sehen: in der Welturaufführung von Larry Atlas’ „Yield of the Long Bond“ und in zwei Inszenierungen, die ihm den Preis der Theaterkritiker von Los Angeles einbrachten: „Inadmissible Evidence“ (Richter in eigener Sache) und „Betrayal“ (Betrogen).

HINTER DER KAMERA
CHRIS WEITZ
Drehbuch/Regie
Zuletzt produzierte Weitz den von der Kritik gefeierten „In Good Company“ (Reine Chefsache) zusammen mit seinem Bruder und Mitarbeiter Paul Weitz. Davor inszenierte er mit seinem Bruder den preisgekrönten Filmhit „About a Boy“ (About a Boy oder Der Tag der toten Ente) nach dem Roman von Nick Hornby. Das Drehbuch wurde für den Oscar, den Preis der British Film Academy (BAFTA), den Preis der Writers Guild (Gewerkschaft der Autoren), den Preis der Filmkritiker in Chicago und den Humanitas-Preis nominiert. Das American Film Institute nahm ihn in die Liste „Filme des Jahres“ auf. Der Film wurde in der Kategorie Beste Komödie für den Golden Globe nominiert und auf dem amerikanischen Comedy Arts Festival als Beste Studio-Komödie ausgezeichnet.
1999 gründete Weitz mit seinem Bruder die in Los Angeles ansässige Produktionsfirma Depth of Field. Sie bereiten derzeit zahlreiche Projekte vor: das Remake des Bette-Davis-Klassikers „A Stolen Life“ unter der Regie von Miguel Arteta („The Good Girl/The Good Girl); die Kinofassung von Michael Moorcocks Fantasy-Epos „The Elric Saga“ (Elric Saga); die Komödien „Army Geek“ und „The Last Bachelor Party“; und den im Ersten Weltkrieg spielenden „Silent Night“ (Stille Nacht, heilige Nacht).
Erstmals arbeiteten die Brüder an „American Pie“ (American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen) zusammen: auf den phänomenalen ersten Teil der „Pie“-Serie folgten „American Pie 2“ (American Pie 2) und der Abschluss „American Wedding“ (American Pie 3 – Jetzt wird geheiratet), die Chris Weitz als Executive Producer betreute.
Schon vor dem Skript zu „About a Boy oder Der Tag der toten Ente“ hatten die Brüder etliche Drehbücher verfasst, zum Beispiel „Antz“ (Antz – Was krabbelt da?) und „Madeline“ (die Kinofassung des beliebten Kinderbuchs). Chris Weitz gab sein Debüt als Darsteller in dem in Sundance erfolgreich gestarteten „Chuck & Buck“ (Chuck & Buck).
PHILIP PULLMAN
Romanvorlage
Pullmann wurde 1946 in Norwich geboren. Er studierte Englisch am Exeter College in Oxford. Als Lehrer war er an verschiedenen Schulen in Oxford tätig, um ab 1986 acht Jahre lang am Westminster College zu lehren.
Pullmans erstes Kinderbuch war „Count Karlstein“ (Graf Karlstein; 1982). 1986 folgte „The Ruby in the Smoke“ (Der Rubin im Rauch), das erste von vier Büchern um die viktorianische Abenteurerin Sally Lockhart. 2006 wurde das Buch mit Billie Piper und Julie Walters erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt.
Pullmans gefeierte Trilogie „His Dark Materials“ gab 1995 ihren Einstand mit „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) (britischer Titel: „Northern Lights“). Es folgten 1997 „The Subtle Knife“ (Das Magische Messer) und 2000 „The Amber Spyglass“ (Das Bernsteinteleskop). Diese Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet – darunter mit dem Whitbread Award „Buch des Jahres“ für „Das Bernsteinteleskop“ – erstmals wurde dieser Preis an ein Kinderbuch vergeben. Mittlerweile hat die Trilogie eine weltweite Auflage von 14 Millionen Exemplaren.
Derzeit arbeitet Pullman an einer Fortsetzung der Trilogie unter dem Titel „The Book of Dust“.
DEBORAH A. FORTE
Produzentin
Forte ist President der Firma Scholastic Entertainment und Executive Vice President von Scholastic Inc. Die preisgekrönte Produzentin verantwortete viele Kinder-Medienformate: Kinofilme, Fernsehsendungen, CD-ROMs und Websites, mit denen sie zu einem führenden Vermarkter von kindgerechten Marken aufstieg. Außerdem ist Forte im Bereich interaktiver Medien tätig: Dazu zählen Software, Software-Clubs und Weston Woods Studios. Sie bereitet das Scholastic-Unternehmen auf die Breitband-Medien vor und leitet die Markenprofil-Initiative der Firma. Forte ist sowohl im kreativen wie auch im wirtschaftlichen Bereich die verantwortliche Managerin von Scholastic Entertainment.
Forte gründete Scholastic Entertainment 1997 und schuf damit die einzige ganz auf Kinder ausgerichtete Produktions-, Marken- und Merchandising-Firma der Branche, die erfolgreich Kindermarken für den weltweiten Markt entwickelt, produziert und vermarktet. Als Executive Producer betreute sie über 300 TV-Produktionen. Außerdem produziert sie Spielfilme wie „Clifford’s Really Big Movie“ (Clifford’s Really Big Movie) für Warner Bros. Pictures, „The Baby-Sitters Club“ (Angriff der Schnullerbrigade), „The Mighty“ (The Mighty – Gemeinsam sind sie stark) und „Tuck Everlasting“ (Bis in alle Ewigkeit).
Als Executive Producer betreute sie auch die quotenstarke Serie „Clifford the Big Red Dog“ (Clifford, der große rote Hund) und die äußerst erfolgreiche Spinoff-Serie „Clifford’s Puppy Days“ (Clifford, der kleine rote Hund) auf PBS KIDS; „Dear America“; den Emmy-preisgekrönten „I SPY“ auf HBO Family; Scholastics Emmy-preisgekrönte Serie „The Magic School Bus“ für den The Learning Channel und Discovery Kids; „Animorphs“ und „Goosebumps“ (Gänsehaut – Die Stunde der Geister). Aktuell fungierte Forte als Executive Producer der Animationsserie „Maya & Miguel“, die beim Start im Oktober 2004 auf PBS KIDS GO! begeisterte Kritiken bekam. Forte entwickelte das Originalkonzept zu dieser Serie und schuf damit das Kernstück einer Multimedia-Inititative, die sich an alle Kinder richtet, für kulturelle Vielfalt eintritt und den englischen Spracherwerb fördert, indem sie sich besonders auf die wachsende Latino-Bevölkerung konzentriert.
Fortes Produktionen wurden mit über 100 Preisen ausgezeichnet. Die von ihr derzeit betreuten CD-ROMs und Internetseiten gewannen Dutzende von Preisen, darunter den Parents’ Choice Award und den Webby für die Beste Kinderwebsite.
BILL CARRARO
Produzent
Als Produzent von „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) hat Carraro mit New Line Cinema, dem kreativen Team um Autor/Regisseur Chris Weitz, fast drei Jahre investiert, um diesen Film auf die Leinwand zu bringen.
Der unabhängige Produzent Carraro stammt aus Brooklyn/New York. Seinen College-Abschluss in Film und Fotografie machte er am Ithaca College. Carraro begann seine Laufbahn in der Werbung – er arbeitete an Dutzenden von Werbespots, bevor er sich der Filmproduktion zuwandte.
Als Produzent oder Executive Producer verantwortete Carraro unter anderem „The Sentinel“ (The Sentinel – Wem kannst du trauen?) mit Michael Douglas, Kiefer Sutherland, Eva Longoria und Kim Basinger; „My Super Ex-Girlfriend“ (Die Super-Ex) mit Uma Thurman und Luke Wilson; „Stay“ (Stay) mit Ewan McGregor, Naomi Watts und Ryan Gosling; „The Best Man“ (The Best Man – Hochzeit mit Hindernissen) mit Taye Diggs, Nia Long und Morris Chestnut; „Frequency“ (Frequency) mit Dennis Quaid und Jim Caviezel; „Undercover Brother“ (Undercover Brother) mit Eddie Griffin, Chris Kattan und Denise Richards; „American History X“ (American History X) mit Oscar-Kandidat Edward Norton in einer mitreißenden Rolle und Edward Furlong.
Vor seiner Teamarbeit mit Regisseur Chris Weitz an „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) betreute Carraro Filme von Ivan Reitman, Woody Allen, Brian De Palma, Malcolm Lee, Gregory Hoblit, Joan Micklin Silver, Marc Forster und James Foley.
Carraro war außerdem Produktionschef bei Aaron Russo Films, wo er unabhängige und co-finanzierte Projekte betreute – darunter einen First-Look-Vertrag mit Orion Pictures.
Carraro produzierte den Emmy-preisgekrönten und für den Golden Globe nominierten HBO-Film, „The Tuskegee Airmen“ (Die Ehre zu fliegen), der die Geschichte der ersten farbigen US-Kampfpilotin erzählt. Die Hauptrollen übernahmen Laurence Fishburne und Cuba Gooding, Jr. Mit diesem viel gepriesenen Film wurde Carraro von der Directors Guild (US-Gewerkschaft der Regisseure) für Hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Den Preis der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP; Vereinigung zur Förderung der Farbigen) gewann er als Produzent von „The Best Man – Hochzeit mit Hindernissen“. Und den Saturn Award erhielt er als Produzent von „Frequency“.
Carraro ist Mitglied der Producers Guild (Gewerkschaft der Produzenten) und der Directors Guild of America und hat oft als Regisseur des 2. Drehteams gearbeitet.
Sieben Jahre lang lebte Carraro mit seiner Familie in Los Angeles – inzwischen sind sie nach New York umgezogen.
BOB SHAYE
Executive Producer
Shaye gründete New Line Cinema 1967 – seitdem hat er die Firma von einem privaten Arthouse-Verleih zu einem der führenden Independent-Filmstudios ausgebaut.
Aktuell kehrte Shaye zu seinen Filmemacher-Anfängen zurück und inszenierte das New-Line-Science-Fiction-Abenteuer „The Last Mimzy“ (Mimzy – Meine Freundin aus der Zukunft). Darin geht es um zwei Kinder, die eine Schachtel voll technisch komplizierter Spielsachen entdecken, mit deren Hilfe sie erstaunliche Fähigkeiten entwickeln. 1990 hatte Shaye bereits die Liebeskomödie „Book of Love“ (Nachhilfe in Sachen Liebe) inszeniert.
Seine Filmemacherkarriere begann Shaye als 15-Jähriger: Er drehte einen Ausbildungsfilm für die Angestellten im Supermarkt seines Vaters. Der nächste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Shaye gewann den ersten Preis des renommierten Rosenthal-Wettbewerbs der Society of Cinematologists, bei dem sich Shaye und Martin Scorsese den Preis für den Besten Film eines amerikanischen Regisseurs unter 25 Jahren teilten.
Während er im Museum of Modern Art arbeitete, sammelte Shaye erste Erfahrungen im Verleihbereich und gründete New Line Cinema in seinem Apartment im New Yorker Greenwich Village. Der Verleih setzte dabei auf die Wiederaufführung von Kultfilmen wie „Reefer Madness“ (Reefer Madness – Kiffen macht crazy) und auf die Uraufführung von ausländischen Filmen. Kommerzieller waren dann der Kinoeinsatz von beliebten Kinoserien wie „Street Fighter“ (Streetfighter – Die entscheidende Schlacht), „Teenage Mutant Ninja Turtles“ (Turtles) und „A Nightmare on Elm Street“ (Nightmare). Sie schafften die Voraussetzung für spätere New-Line-Hits wie „Rush Hour“ (Rush Hour), die „Austin Powers“-Serie, „Dumb and Dumber“ (Dumm und Dümmer), „The Wedding Singer“ (Eine Hochzeit zum Verlieben), „Se7en“ (Sieben), „Boogie Nights“ (Boogie Nights), „The Mask“ (Die Maske) und „Blade“ (Blade).
Mit Shaye als Co-Vorsitzendem hat sich New Line den Ruf erworben, in Nischenmärkten Wunder zu bewirken – die Vorreiterrollen in der Branche verdankt die Firma ihren innovativen Geschäftsstrategien, die oft als Vorbild für die gesamte Filmbranche dienten.
Nie fiel der unangepasste Stil des Studios mehr auf als 1998, als Autor/Regisseur Peter Jackson bei New Line 25 Testminuten für seine Leinwandfassung von J.R.R. Tolkiens Klassiker „The Lord of the Rings“ (Der Herr der Ringe) vorstellte – er wollte damals aus den drei Büchern zwei Filme machen. Shaye schlug Jackson drei Filme vor und verantwortete später die beispiellose gleichzeitige Verfilmung aller drei Teile.
Das schwindelerregende Risiko zahlte sich aus: Insgesamt verbuchte „Der Herr der Ringe“ 30-Oscar-Nominierungen und 17 Gewinne, darunter allein elf für „The Return of the King“ (Die Rückkehr des Königs), unter anderem als Bester Film, für die Regie und das Drehbuch nach einer Vorlage. An der Kinokasse haben die drei Filme zusammen fast drei Milliarden Dollar umgesetzt.
Damit etablierte sich New Line als erfolgreichste Independent-Filmfirma aller Zeiten. Doch der Erfolg beschränkt sich nicht auf das „Ringe“-Phänomen. Andere herausragende Hits waren die erfolgreichste Komödie 2005, „Wedding Crashers“ (Die Hochzeits-Crasher) sowie Kassenknüller wie „Monster-in-Law“ (Das Schwiegermonster), „The Notebook“ (Wie ein einziger Tag), „Elf“ (Buddy – der Weihnachtself), „Freddy vs. Jason“ (Freddy vs. Jason) „The Texas Chainsaw Massacre“ (Michael Bays The Texas Chainsaw Massacre) und Oscar-Kandidat „A History of Violence“ (A History of Violence).
2007 feiert das New-Line-Studio sein 40-jähriges Bestehen mit einer Riege spannender neuer Filme: „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) nach der Bestseller-Trilogie „His Dark Materials“ von Philip Pullman; „Rush Hour 3“ (Rush Hour 3); und die Kinoversion des mit dem Tony ausgezeichneten Broadway-Musicals „Hairspray“ (Hairspray) mit John Travolta und Queen Latifah.
Shaye studierte Betriebswirtschaft an der University of Michigan und promovierte in Jura an der Columbia University Law School in New York. Er war Fulbright-Stipendiat, ist in New York als Anwalt zugelassen und ist Mitglied im Treuhändergremium der Motion Picture Pioneers und des American Film Institute.
MICHAEL LYNNE
Executive Producer
Lynne gehört zu den Vorsitzenden und Chief Executive Officers der New Line Cinema Corporation. Seit über 20 Jahren gehört er zu den Dynamos des Unternehmens, das zur erfolgreichsten unabhängigen Filmfirma der Welt aufstieg – die einzelnen Abteilungen betreuen die Produktion, Marketing und den Vertrieb von Kinofilmen, aber auch Video, TV, Musik, Theater, Lizenzen und Merchandizing.
Lynne verantwortete als Executive Producer die New-Line-Trilogie „The Lord of the Rings“ (Herr der Ringe), deren dritter Teil „The Return of the King“ (Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs) 2003 den Golden Globe als Bester dramatischer Film und den Oscar als Bester Film gewann. New Line ist ein Pionier auf dem Gebiet der Kinoserien, und die „Herr der Ringe“-Trilogie ist die erfolgreichste Filmserie der Welt – seit Kurzem ist „Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ einer von nur zwei Filmen, die weltweit über eine Milliarde Dollar umgesetzt haben.
Mit Bob Shaye, der wie Lynne Vorsitzender und Chief Executive Officer ist, hat Lynne in der Filmbranche neue Wege beschritten – sie entwickelten unkonventionelle Strategien für die Produktion, das Marketing und den Vertrieb, darunter beispielsweise den Vorabverkauf der internationalen Verleihrechte, sie schufen und nutzten „Nischen“-Serien, kümmerten sich um Kinomarkt-Zeiträume mit geringeren Zuschauerzahlen und stellten sich dem beispiellosen Risiko, die drei Filme der „Herr der Ringe“-Trilogie gleichzeitig zu produzieren.
Neben „Der Herr der Ringe“ war Lynne bei New Line verantwortlich für eine breit gefächerte Mischung erfolgreicher und gefeierter Kinofilme. Zu ihnen zählen „Elf“ (Buddy – Der Weihnachtself), „About Schmidt“ (About Schmidt), „I Am Sam“ (Ich bin Sam), die „Austin Powers“-Trilogie (Austin Powers), „Blade“ (Blade), „Rush Hour“ (Rush Hour), „Magnolia“ (Magnolia), „Shine“ (Shine – Der Weg ins Licht), „Se7en“ (Sieben), „Dumb and Dumber“ (Dumm und Dümmer), „The Mask“ (Die Maske), „Teenage Mutant Ninja Turtles“ (Turtles), „Hairspray“ (Hairspray; daraus entstand später die vom Studio co-produzierte Broadway-Show, die als Bestes Musical den Tony gewann) und die „Nightmare on Elm Street“ (Nightmare – Mörderische Träume)-Serie.
Im Lauf der Jahre betreute Lynn die New-Line-Entwicklung vom kleinen Unternehmen zu einer an der US-Börse notierten Firma (1986): 1990 wurde die Tochterfirma Fine Line Features gegründet. 1993 wurde das Unternehmen von Ted Turners Turner Broadcasting System übernommen; 1996 kaufte Time Warner Turners Unternehmen. Und 2001 verschmolz AOL mit Time Warner.
Bevor Lynne 2001 zu einem der Vorsitzenden und Chief Executive Officers aufstieg, war er ab 1990 President of New Line Cinema. Zuvor hatte er ein Jahrzehnt als oberster juristischer Berater für die Firma gearbeitet. Seit 1983 gehört er dem Vorstand (heute Executive Committee) an. Seine Partnerschaft mit Bob Shaye geht auf das Jahr 1961 zurück, als beide an der Columbia Law School Jura studierten.
Bevor Lynne zu New Line stieß, war er 20 Jahre lang Sozius in der Kanzlei Blumenthal & Lynne mit dem Spezialgebiet Unterhaltungsbranche. Außerdem arbeitete er für die Branchen-Sozietät Barovick & Konecky und als juristischer Berater für Embassy Pictures.
Lynne ist Vorstandsmitglied des Museum of Modern Art, der karitativen Organisation Citymeals-on-Wheels, des American Museum of the Moving Image, des Drawing Center, und er ist Vorsitzender des Museum Committee der Guild Hall in East Hampton/New York. Er ist Mitglied des Besucherrats der Columbia Law School und des Beirats der School of the Arts unter dem Dach der Columbia University. Lynne ist in New York als Anwalt zugelassen. 1964 promovierte er an der Columbia Law School in Jura. 1961 schloss er seine Ausbildung am Brooklyn College mit dem Hauptfach Englische Literatur ab.
Lynn lebt mit seiner Frau Ninah und ihren beiden Kindern in New York City.
TOBY EMMERICH
Executive Producer
Emmerich ist Produktionschef von New Line Cinema. Seit er diesen Posten im Januar 2001 übernahm, war er für die erfolgreichste Periode in der Geschichte der Firma verantwortlich.
Unter Emmerichs Leitung verlieh New Line Hits wie den Oscar-preisgekrönten Blockbuster „The Lord of the Rings: The Return of the King“ (Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs); „Wedding Crashers“ (Die Hochzeits-Crasher), die umsatzstärkste Komödie von 2005; „Monster-in-Law“ (Das Schwiegermonster), „The Texas Chainsaw Massacre“ (Michael Bays Texas Chainsaw Massacre), „Elf“ (Buddy – Der Weihnachtself), „The Notebook“ (Wie ein einziger Tag) und „About Schmidt“ (About Schmidt), mit dem Jack Nicholson den Golden Globe gewann.
Emmerich ist schon lange für das Studio tätig. Er leitete nicht nur New Line Music, sondern profilierte sich auch als Drehbuchautor und Produzent: Er schrieb und produzierte den New-Line-Überraschungserfolg „Frequency“ (Frequency) mit Dennis Quaid und Jim Caviezel.
Emmerich begann 1992 in der Firma als Manager im Entwicklungs- und Musikbereich. Als President of Music verantwortete er unter anderem die Entwicklung der vergoldeten und Platin-veredelten Soundtracks „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“, „Buddy – Der Weihnachtself“, „Freddy vs. Jason“ (Freddy vs. Jason), „Austin Powers: The Spy Who Shagged Me“ (Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung), „Next Friday“ (Next Friday), „Austin Powers: International Man of Mystery“ (Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat), „Love Jones“ (Love Jones), „Who’s the Man“ (Die Hip-Hop-Cops), „Menace II Society“ (Menace II Society; auch: Die Straßenkämpfer), „Above the Rim“ (Above the Rim), „The Mask“ (Die Maske), „Don Juan DeMarco“ (Don Juan DeMarco), „My Family“ (Meine Familie), „Friday“ (Friday), „Dumb and Dumber“ (Dumm und Dümmer), „Now and Then“ (Now & Then – Damals und heute), „Mortal Kombat“ (Mortal Kombat) und „Se7en“ (Sieben).
Vor New Line war Emmerich bei Atlantic Records von 1987 bis 1992 für Künstler und Repertoire verantwortlich. Emmerich studierte an der Calhoun School und an der Wesleyan University, wo er 1985 in die akademische Ehren-Gemeinschaft Phi Beta Kappa aufgenommen wurde. Er wurde im Fach Englisch ausgezeichnet und studierte mit Schwerpunkt auf klassischer Literatur und Film.
Mit Ehefrau Julie und einer Tochter lebt Emmerich in Los Angeles.
MARK ORDESKY
Executive Producer
Schon sein ganzes Leben lang schätzte Mark Ordesky J.R.R. Tolkiens Romane. Entsprechend enthusiastisch förderte er Peter Jacksons Oscar-preisgekröntes Projekt „The Lord of the Rings“ (Der Herr der Ringe), und als Executive Producer und aktiver Mitwirkender betreute er alle drei Filme.
Neben „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) betreute Ordesky gleichzeitig auch „Inkheart“ (Tintenherz), die Verfilmung des Bestsellers von Cornelia Funke. „Tintenherz“ wird von Iain Softley („Wings of the Dove“/Die Flügel der Taube) inszeniert. Die Hauptrollen spielen Brendan Fraser, Paul Bettany, Helen Mirren, Jim Broadbent, Andy Serkis und Newcomerin Eliza Bennett.
1997, nachdem er den späteren Oscar-Sieger „Shine“ (Shine) akquiriert hatte, wurde Ordesky Chef von Fine Line Pictures. Bei Fine Line förderte Ordesky eine Filmkultur, die den Kreativen der Branche große Freiheiten einräumt. Das drückt sich in langfristigen Absprachen mit Filmemachern wie Bernardo Bertolucci, Lars von Trier und David Mamet aus. Nachwuchstalente wie Sundance-Gewinner Gavin O’Connor („Tumbleweeds“/Tumbleweeds), Bob Pulcini und Shari Spring Berman („American Splendor“/American Splendor) finden hier ein Zuhause. Außerdem ist Ordesky für Akquisitionen wie „Dancer in the Dark“ (Dancer in the Dark), „Saving Grace“ (Grasgeflüster), Bernardo Bertoluccis „L’assedio/Besieged“ (Shandurai und der Klavierspieler), den Oscar-nominierten „Before Night Falls“ (Before Night Falls) und „The Sweet Hereafter“ (Das süße Jenseits“) verantwortlich.
Ordeskys Karriere bei New Line Cinema begann vor 18 Jahren, als er als Drehbuch-Lektor erste Erfahrungen mit Filmstoffen sammelte. Beständig arbeitete er sich innerhalb der Firma nach oben. Dabei war er unter anderem zuständig für die langjährige Zusammenarbeit der Firma mit Filmemacher John Waters, und er sorgte dafür, dass Jackie Chan mit „Rumble in the Bronx“ (Rumble in the Bronx) erfolgreich in den USA Fuß fassen konnte.
ILEEN MAISEL
Executive Producer
Im Laufe ihrer langen Karriere war Maisel für so unterschiedliche Filme wie „Dirty Dancing“ (Dirty Dancing) und „Dangerous Liaisons“ (Gefährliche Liebschaften) verantwortlich. Sie produzierte die gefeierte Patricia-Highsmith-Verfilmung „Ripley’s Game“ (Ripley’s Game) mit John Malkovich und betreute als Executive Producer Jonathan Glazers „Birth“ (Birth) mit Nicole Kidman.
In ihren zehn Jahren als Senior Vice President von New Line betreute Maisel besonders viele europäische Produktionen. 2007 war sie an zwei der mit größter Spannung erwarteten Filmen beteiligt: „The Golden Compass“ (Der Goldene Kompass) und „Inkheart“ (Tintenherz), der Verfilmung des Kinderbuch-Bestsellers von Cornelia Funke mit Brendan Fraser, Dame Helen Mirren und Paul Bettany. Aufgrund ihrer Erfahrung weiß Maisel inzwischen bestens, wie Hollywood funktioniert. Und sie hat ein leidenschaftliches Gespür für europäische Talente entwickelt.
ANDREW MIANO
Executive Producer
Als Executive Producer betreute Miano zuletzt Paul Weitz’ viel gepriesenen „In Good Company“ (Reine Chefsache). 1999 wurde er Partner von Paul und Chris Weitz und überwachte im Rahmen ihrer Produktionsfirma in Los Angeles alle Produktionsphasen. Aktuell arbeiten sie an der Verfilmung von Michael Moorcocks Fantasy-Epos „The Elric Saga“ (Elric Saga) für Universal Studios sowie die Komödien „Army Geek“ und „The Last Bachelor Party“. In der Entwicklung befinden sich auch „Nick & Norah’s Infinite Playlist“ für Focus Features; sowie „The Game“, den Miano nach der Vorlage von Bestsellerautor Neil Strauss produziert.
Miano produzierte auch die WB-TV-Serie „Off Centre“ und betreut für Depth of Fields den kürzlich abgeschlossenen TV-Vertrag mit NBC Universal Television.
Bevor Miano zu den Weitz-Brüdern stieß, arbeitete er drei Jahre lang für die Künstleragentur William Morris Agency, in der er als Azubi begann. Seine College-Ausbildung machte Miano an der State University of New York in Oswego, wo er seinen Bachelor in Theaterwissenschaften und Creative Writing machte.
PAUL WEITZ
Executive Producer
Zuletzt schrieb und inszenierte Weitz die gefeierten Filme „American Dreamz“ (American Dreamz – Alles nur Show) und „In Good Company“ (Reine Chefsache), die er mit seinem Bruder und Mitstreiter Chris Weitz auch produzierte. Gemeinsam inszenierten sie auch den preisgekrönten Hit „About a Boy“ (About a Boy oder Der Tag der toten Ente), zu dem die beiden das Drehbuch nach Nick Hornbys Roman schrieben. Als Autoren wurden sie für den Oscar nominiert, außerdem für den Humanitas-Preis sowie die Preise der British Film Academy (BAFTA), der Writers Guild (Gewerkschaft der Autoren) und der Filmkritiker in Chicago. Das American Film Institute nahm ihn in die Liste der „Filme des Jahres“ auf. Der Film wurde in der Kategorie Beste Komödie für den Golden Globe nominiert und auf dem amerikanischen Comedy Arts Festival als Beste Studio-Komödie ausgezeichnet.
1999 gründete Weitz mit seinem Bruder die in Los Angeles ansässige Produktionsfirma Depth of Field. Sie bereiten derzeit zahlreiche Projekte vor: das Remake des Bette-Davis-Klassikers „A Stolen Life“ unter der Regie von Miguel Arteta („The Good Girl/The Good Girl); die Kinofassung von Michael Moorcocks Fantasy-Epos „The Elric Saga“ (Elric Saga); die Komödien „Army Geek“ und „The Last Bachelor Party“; und den im Ersten Weltkrieg spielenden „Silent Night“ (Stille Nacht, heilige Nacht).
Erstmals arbeiteten die Brüder an „American Pie“ (American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen) zusammen, dem phänomenalen ersten Teil der „Pie“-Serie. Schon vor dem Skript zu „About a Boy oder Der Tag der toten Ente“ hatten die Brüder etliche Drehbücher verfasst, zum Beispiel „Antz“ (Antz – Was krabbelt da?). Sein Debüt als Darsteller gab Weitz in dem in Sundance erfolgreich gestarteten „Chuck & Buck“ (Chuck & Buck).
Weitz stammt aus New York, er ist der Enkel des legendären Künstleragenten Paul Kohner (der Filmemacher wie John Huston, Billy Wilder und Ingmar Bergman vertrat). Seine Eltern sind der Modedesigner/Autor John Weitz und die Schauspielerin/Oscar-Kandidatin Susan Kohner. Weitz machte seinen Abschluss an der Wesleyan University im Hauptfach Film. Während seines letzten Studienjahres wurde sein „Mango Tea“ Off-Broadway mit Marisa Tomei und Rob Morrow vom New Yorker Ensemble Studio Theatre (EST) aufgeführt. Das EST führte auch seine folgenden Stücke „Captive“ und „All for One“ sowie aktuell die Ensemble-Komödie „Roulette“ mit Larry Bryggman, Anna Paquin, Ana Gasteyer und Shawn Hatosy auf – Letzteres beschrieb die The New York Times als „originelles Juwel“. Weitz’ Stück „Privileg“ wurde kürzlich am Second Stage Theatre inszeniert.
HENRY BRAHAM, B.S.C.
Kamera
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