Tomtec
WARNER BROS. präsentiert
eine Produktion der ROTHKIRCH/CARTOON-FILM
in Co-Produktion mit WARNER BROS. FILMPRODUCTIONS GERMANY
MABO FILMPRODUKTION und COMET FILM

nach den Büchern von HANS DE BEER und SERENA ROMANELLI
erschienen im NORD SÜD VERLAG
mit den Stimmen von
MARIO ADORF
RICK KAVANIAN
LENA BEYERLING
SANDRO IANNOTTA
Regie UTE VON MÜNCHOW-POHL und THILO GRAF ROTHKIRCH
Produzenten MAYA GRÄFIN ROTHKIRCH und THILO GRAF ROTHKIRCH
Co-Produzenten JAKOB BOSCH,
WARNER BROS. FILMPRODUCTIONS GERMANY
CGI Compositing JÖRN RADEL,
FLORIAN WESTERMANN, SEBASTIAN HOFMANN
Set Design Supervisor RALF NIEMEYER
Künstlerische Leitung MAN ARENAS
Animationsregie KRIS VAN ALPHEN, ALBERTO CAMPOS
Drehbuch MICHAEL MÄDEL, UTE VON MÜNCHOW-POHL,
ROLF GIESEN, ALBERTO CAMPOS, THILO GRAF ROTHKIRCH
Musik HENNING LOHNER
Filmlänge: 75 Minuten
Deutscher Kinostart: 1. Januar 2008
im Verleih von Warner Bros. Pictures Germany
a division of Warner Bros. Entertainment GmbH
www.KleinerDodo.de

KURZINHALT
Im tiefen grünen Regenwald wohnt der kleine Orang-Utan-Junge Dodo. Er liebt Töne und Geräusche und kann fast alle – vom fallenden Wassertropfen bis zum Grillenzirpen – nachmachen.
Eines Tages findet er ein rätselhaftes „Dingsbums“, das der liebenswert tollpatschige alte Orang-Utan Darwin als Geige bezeichnet. Mit den nie gehörten, mal schrillen und mal wunderschönen Tönen des Dingsbums kann der gelehrige Dodo nicht nur seine beste Freundin, das kleine Nashorn Patna, zum Lachen bringen, sondern auch eine gefürchtete Tigerin verjagen. Als der Fluss austrocknet und die Tiere unter der großen Dürre leiden, entdeckt Dodo das größte Geheimnis seiner Musik…

INHALT
„Kleiner Dodo“ ist quasi das Prequel zur Fernsehserie, die die kleinen Zuschauer seit Anfang 2007 kennen. In der Serie ist Dodo bereits der Freund des alten Affen Darwin, des Nashornmädchens Patna und des Krokodils Arnold. Im Kinofilm erleben wir nun, wie diese Freundschaft begann.
Der kleine Orang-Utan Dodo lebt mit seinen Eltern unbeschwert in den Wipfeln der Urwaldriesen. Dodos Mutter ermahnt ihren neugierigen Sohn so oft, dass er es schon auswendig kann: „Lockt der Boden auch zum Toben – kleine Affen bleiben oben!“ Das fällt Dodo besonders schwer, denn er ist fasziniert von den Geheimnissen des Dschungels.
Als ein Jeep durchs Unterholz rattert, fällt dem kleinen Dodo ein schwarzes „Dingsbums“ vor die Füße. Bevor er es genauer untersuchen kann, wird es ihm von dem kauzigen alten Orang-Utan Darwin abgenommen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd kann Dodo das Dingsbums zurückerobern, um gleich darauf der gefährlichen Tigermama mit ihrer Kleinen vor die Füße zu fallen. Zum Glück kann Darwin die Tiger mit schaurigen Tönen aus dem Dingsbums verscheuchen.
Der alte Affe hat das Klettern verlernt, seit er einst bei den Menschen gelebt hat. Inzwischen hat er seine Höhle mit dem Komfort der Zivilisation eingerichtet. Er freundet sich mit Dodo an und erklärt ihm, dass es sich bei dem Dingsbums um eine Geige handelt, der man wunderschöne Töne entlocken kann – wenn man sie zu spielen versteht. Weil Dodos Eltern Darwin und alle Menschendinge ablehnen, beginnt Dodo ein Doppelleben: Heimlich lernt er bei Darwin, dem Dingsbums Musik zu entlocken. Zunächst bringt er jedoch nur jaulende Töne hervor, verstört damit alle Tiere in der Nähe von Darwins Höhle und regt das Nashornmädchen Patna zu wüsten Monster-Fantasien an.
Auch das komische Krokodil Arnold findet das Kratzen des Bogens auf den Saiten schrecklich. Was auch sein Gutes hat, denn Arnold würde Dodo liebend gern verspeisen. Zum Glück ist er aber zu einfältig, als dass er Dodo wirklich gefährlich werden könnte.
Dodos Eltern und die anderen Tiere warnen Dodo eindringlich davor, sich mit den Utensilien der Menschen zu beschäftigen, da sie angeblich nur Unheil bringen. Doch Dodo lässt sich von seiner Freundschaft mit Darwin nicht abbringen, der bekanntlich ganz anderer Meinung ist und technische Errungenschaften wie Badewanne, Kühlschrank, Stethoskop und Desinfektionsmittel zu schätzen weiß. Aber als der alte Darwin schwer verletzt wird, findet Dodo nur noch eine leere Medizinflasche. Er will Darwin unbedingt helfen und macht sich zur Menschensiedlung auf, um neue Medizin zu besorgen.
Wie alle Tiere im Dschungel leiden auch die Tiger unter der herrschenden Dürre, die Suche nach Wasser hat sie auf weiten Wegen aus ihrer Heimat hierhergeführt. Dodo erlebt mit, wie die durstige Tigermutter nahe der Siedlung von den Menschen entdeckt, gejagt und angeschossen wird. Dodo entwendet in der Apotheke eine Flasche Desinfektionsmittel, mit der er die schwer verwundete Tigerin behandelt. Der plötzliche Schmerz macht die Tigerin wütend, und wieder erweist sich Dodos Geige als Retter in der Not: Inzwischen kann der kleine Orang-Utan so einfühlsam spielen, dass er die große Raubkatze mit seiner Melodie besänftigt.
Dodos Eltern schimpfen, weil er sich so unvorsichtig weit von zu Hause fort gewagt hat. Doch wie alle Tiere hören sie gebannt seinem Geigenspiel zu. Denn durch Dodos Musik geschieht ein Wunder: Die Schleusen des Himmels öffnen sich. Dodo spielt die Regenmusik. Weil es endlich regnet und weil Dodo so schön spielen kann, sind alle Dschungelbewohner wieder glücklich und zufrieden.

ÜBER DIE PRODUKTION
Wie im Fall des berühmten kleinen Eisbären Lars hat der holländische Autor Hans de Beer auch die Buchvorlagen zu „Kleiner Dodo“ gezeichnet – die Dodo-Texte stammen von de Beers Frau Serena Romanelli. Der erste Bestseller der im NordSüd Verlag erschienenen Buchreihe hieß „Kleiner Dodo, was spielst du?“ – er schildert Dodos Erlebnisse mit der Geige, die im Spielfilm das zentrale Motiv bilden.
Hans de Beer und seine Frau begleiten die Filmproduktion und gewährleisten, dass der „Geist“ der Bücher bei der Umsetzung auf die Leinwand erhalten bleibt. „Sie haben in unserer Arbeit nie etwas gefunden, was diesem Geist widerspricht – wie auch immer man ihn definieren mag“, freut sich Regisseur Thilo Rothkirch.
Die mit den erfolgreichen Kinofilmen und TV-Serien um den kleinen Eisbär begonnene Zusammenarbeit von de Beer und der Berliner Cartoon-Film („Lauras Stern“, „Tobias Totz und sein Löwe“) fand somit eine kongeniale Fortsetzung im Dschungel. Als die ersten Bildsequenzen vorgeführt werden konnten, zeigten sich die de Beers hellauf begeistert, denn erst die bewegten Bilder transportieren jene Gefühle von Filmheld Dodo, seinen Eltern, Darwin und all den anderen, die den de Beers besonders am Herzen liegen.
„Die Figuren des Buchs bilden die Inspiration, bekommen im Film aber eine wesentlich ,rundere‘ Form, eine Vorgeschichte, die über die Handlung hinausgeht, sie entwickeln Charakter“, berichtet Regisseurin Ute von Münchow-Pohl. „Ein Beispiel: Der alte Affe Darwin lebt im Buch in seiner mit den Zivilisationsutensilien vollgestopften Höhle. Wir fragten uns zunächst, wie er überhaupt dorthin gekommen ist. Wir erfanden eine Geschichte für ihn, die seinen Charakter geprägt hat: dass er von Menschen aufgezogen und erst spät in die Natur zurückgekehrt ist.“
Bezeichnenderweise entwickeln die Figuren bei der Arbeit am Drehbuch ein Eigenleben: Mit ihren Eigenarten ,drängeln‘ sie sich in der Geschichte vor und entwickeln in ihrer Konstellation eine spezifische Dynamik, deren Entstehung man später kaum noch rekonstruieren kann. Aus der Idee wächst die Story, und es kommt vor, dass ein erzählerisches Element von Darwin auf das Nashorn-Mädchen Patna übertragen wird, weil sie in dieser Sequenz einfach geeigneter erscheint, dieses Element zu transportieren.
„Die Mitarbeiter enwickeln bei ihrer Arbeit eigene Ideen, die manchmal die Gewichtung verlagern – irgendwann steht man den Filmhelden als autonomen Figuren gegenüber, die nach eigenen Handlungsmustern und Bedürfnissen vorgehen“, sagt Regisseurin von Münchow-Pohl.
Traditionell arbeitet man bei Cartoon-Film nicht mit einem abgeschlossenen Drehbuch. Mehrere Ideen werden entwickelt, eine schließlich vertieft, aber neben den fünf Drehbuchautoren arbeiten auch schon die engagierten und sehr kreativen Storyboard-Zeichner, die der Handlung weitere Impulse geben und so das Drehbuch ebenfalls beeinflussen. Auf diese Weise wurde zum Beispiel das ursprünglich ausführlichere Finale schneller auf den Punkt gebracht.
Über seine Co-Drehbuchautoren sagt Rothkirch: „Rolf Giesen ist Dramaturg, aber einer, der seine Entscheidungen mit dem Herzen und mit dem Bauch trifft. Ute von Münchow-Pohl beurteilt jeden Aspekt von der Regieseite her – mit einer besonderen Begabung für dramatische Akzente. Alberto Campos hat als Animationsregisseur die Story von der zeichnerischen Seite entscheidend mitgestaltet. Und Michael Mädel ist der geborene Autor, der das Handwerkliche des Drehbuchschreibens in den Prozess mit einbringt und schon oft sein Gespür für Kinderbuchstoffe bewiesen hat. Jeder hat seine spezielle Begabung, und wir glauben an den Mix der Kreativität. Natürlich ist es nötig, diese Kreativität zu kanalisieren, anzuleiten – das ist dann die Aufgabe von uns Regisseuren.“
Co-Regisseurin Ute von Münchow-Pohl war als Animatorin bereits an Rothkirchs erstem Kinofilm „Tobias Totz und sein Löwe“ beteiligt. Zu „Lauras Stern“ steuerte sie Storyboards bei. Und für die Hamburger Trickompany inszenierte sie den Ottifanten-Film „Kommando Störtebeker“. Schon während der Arbeit an „Lauras Stern“ waren sich von Münchow-Pohl und Rothkirch einig, dass „Kleiner Dodo“ genau das Projekt war, bei dem sie ihr an Otto Waalkes’ Ottifanten gewachsenes Komödiengespür erneut unter Beweis stellen konnte: Von vornherein hielt sie gekonnt die Balance zwischen Comic- und naturalistischen Elementen. Das kommt bei Dodo besonders zum Tragen, denn er unterscheidet sich vom kleinen Eisbären Lars deutlich in seiner eher an Comics orientierten Gestaltung.
Dodo sieht nicht aus wie ein echter Orang-Utan – er ist die Comic-Version eines Affen – im Gegensatz zum kleinen Eisbären, der durchaus einem Eisbären ähnelt und vom Äußeren her nicht komisch wirkt – sein Körper verzerrt sich nie auf lustige Weise, wie das bei Dodo mit seinem großen Kopf auf dünnem Hals der Fall ist. „Natürlich bleiben die realen Orang-Utans immer unser Vorbild, aber wie Dodo sich bewegt, erinnert deutlich an traditionelle Comics, ohne das Ernsthafte der Figur zu überdecken“, sagt Rothkirch.
„Das kommt nicht nur in Dodos Figur zum Tragen, sondern auch in den vielen lustigen Tieren, die ihm im Dschungel begegnen“, fügt von Münchow-Pohl hinzu. „Unsere Aufgabe ist es, die Komik aus ihnen herauszukitzeln.“
Anders als bei Lars’ Abenteuern wird die Geschichte diesmal eher aus den Figuren heraus entwickelt. Natürlich ist der Auftakt ein Motiv aus den Dodo-Büchern: Dodo findet eine Geige und entdeckt seine Liebe zur Musik. Aber alles andere entwickelt sich aus den Beziehungen der Figuren und ihrer Kontraste. So bekommt der alte Darwin eine eigene Biografie, er unterscheidet sich deutlich von den anderen Tieren, und dieses Anderssein ist sehr lustig: Er versteht seine Artgenossen nicht, verehrt und benutzt vielmehr die Errungenschaften der menschlichen Zivilisation. Auch das Krokodil Arnold kommt im Buch vor, hat aber im Film eine deutlich größere Rolle und entwickelt sich zum Dschungel-Comedian bei seinen tollpatschigen Versuchen, Dodo zu fressen.
Ton-Künstler
Im Gegensatz zur üblichen Synchronarbeit wendete man bei „Kleiner Dodo“ diesmal das amerikanische System an und ließ die prominenten Sprecher ihre Texte bereits aufnehmen, als nur rudimentäre Filmbilder vorlagen. Statt sich also in eine auf der Leinwand komplett präsentierte Filmwelt einzufühlen, mussten die Schauspieler in diesem Fall eine Menge Fantasie aufbringen – eine besondere Herausforderung. „Es war sehr reizvoll, den Profis im Tonstudio bei der Arbeit zuzuschauen“, sagt Ute von Münchow-Pohl.
Der große Vorteil für die Filmemacher: Wenn die endgültige Sprachfassung schon früh vorliegt, stehen den Animatoren ungleich bessere akustische Vorlagen für das Animieren der Bewegungen zur Verfügung – ein Verfahren, das Ute von Münchow-Pohl seit ihrer Arbeit an „Kommando Störtebeker“ kennt und schätzt. Der Aufwand wird allerdings auch dadurch größer, dass die Stars meist in der Endphase der Produktion zu Retakes eingeladen werden, weil sich bestimmte Dialoge während der Animationsphase verändert haben.
Identifikationsfigur für die kindlichen Zuschauer ist der kleine Dodo: Er mag Töne – findet dafür wenig Verständnis, geht aber trotzdem unbeirrt seinen Weg. „Er verwirklicht sich als Künstler. Darin unterscheidet er sich nicht von den Superstars. Insofern hat Dodo durchaus Vorbildcharakter“, sagt Rothkirch.
Dodo wird von Sandro Iannotta gesprochen, der bereits bei „Lauras Stern“ als Lauras Bruder mitwirkte. Der zur Zeit der Aufnahmen Siebenjährige konnte inzwischen zwar lesen, aber er liest seine Texte meist nicht ab, sondern bekommt sie vorgesprochen und lernt sie so auswendig. „Er hat das Gespür fürs Synchronisieren quasi in den Genen, weil auch schon seine älteren Brüder in dem Metier arbeiten“, berichtet Postproduction Supervisor Michael Braun. „Sandro hat sich das Kindliche erhalten, auch wenn er heute zwischen den Aufnahmen keine Pausen mehr auf dem Spielplatz einlegen muss, um bei Laune zu bleiben – er ist sehr konzentriert bei der Sache. Das Naive in seiner Stimme gibt dem Dodo eine wunderbare Farbe.“
Regisseurin von Münchow-Pohl staunte nicht schlecht, als sie die beiden im Studio beobachtete: „Synchronregisseur Frank Schaff wirbelt Sandro schon mal durch die Luft, um ihm die gewünschten Quietschlaute zu entlocken. Sandro reagiert kindlich authentisch und bietet so die gesamte Gefühlspalette.“
Die Rolle des betagten Außenseiters Darwin übernimmt das schauspielerische Urgestein Mario Adorf. „Ihm bei der Arbeit zuzusehen ist ein Erlebnis“, sagt Rothkirch. „Er bringt seine Persönlichkeit allein durch die Stimme ein und macht den Darwin rein akustisch zum Kunstwerk – es war ein echtes Highlight der Produktion zu erleben, wie solch ein Interpret mit der von ihm dargestellten Figur verschmilzt. Ein Star seines Kalibers steht über allen Allüren – er macht uns die Arbeit sehr einfach. Mario Adorf hat sofort gespürt, wie gut der alte Darwin zu ihm passt. Als er vor Jahren mal einen Esel gesprochen hat, fiel ihm das vom Sujet her deutlich schwerer. Der liebenswerte, wunderbar weise Darwin lag ihm von Anfang an viel mehr, weil er Dodos Freund wird und ihm wirklich etwas beibringen kann – das Zusammenspiel zwischen ihm und dem kleinen Sandro ist die absolute Idealbesetzung.“
Dem Krokodil Arnold leiht Comedian Rick Kavanian seine Stimme. Dazu Michael Braun: „Arnold ist Dodos Gegenspieler, ein Angeber: Er hält sich für ein gefährliches Krokodil, was er aber gar nicht ist. Seine Versuche, Dodo zu fressen, sind also eher spielerischer Natur. Selbst bei der Verfolgungsjagd ist Dodo kaum ängstlich, sondern lacht eher über den komischen Arnold. Arnold ist also der Clown – eine Bombenrolle für Rick: Er gibt dem Krokodil genau die spielerische Verve, die nötig ist. Ich habe schon oft mit ihm gearbeitet: Auch als Synchronsprecher ist er ein echter Profi. Das macht Spaß.“
Zeichen setzen – Bleistift oder Maus?
Jedes Kind nimmt eines Tages einen Stift in die Hand, beginnt zu kritzeln und interpretiert seine Umwelt. Es ist sehr stolz, wenn es in seinen Zeichnungen Gegenstände wiedererkennt. Und mit viel Fantasie können ihm die Eltern dabei folgen. „Das Gehirn führt die Hand, und je nach Talent hat das Resultat Charme, es kommt nicht aus der Retorte – Handarbeit im wahrsten Sinne“, sagt Rothkirch. „Es ist das Höchste für den Zeichner, mit nur wenigen Strichen etwas auszudrücken. Dieses Prinzip verfolgen wir von Anfang an. Uns geht es nicht vornehmlich um die Brillanz der Bewegung, denn das ist nur der eine Aspekt. Wenn ich in die Augen einer Cartoon-Figur blicke, möchte ich die Seele sehen – verbunden mit dem vom Zeichner gestalteten Charme. Das ist 2-D.“
„Die Animatoren bringen ihre eigene Persönlichkeit in die Zeichnungen mit ein – ich kann erkennen, welche Sequenz von welchem meiner Mitarbeiter animiert wurde“, sagt Ute von Münchow-Pohl. Im Gegensatz dazu wird eine 3-D-Figur nur in der Anfangsphase im Computer als Modell gestaltet: Diese Figur übernimmt vielleicht etwas von der Persönlichkeit des Modellbauers, aber dann ist der „Schöpfungsakt“ abgeschlossen – sie verändert sich unter der Hand der übrigen Animatoren nicht mehr. Das ist zwar ein ökonomischer Vorteil – aber immer stellt sich die Frage, ob der Charme der Figuren nicht verloren geht. „Wir glauben an die Kombination von beiden Arbeitsmethoden“, sagt Rothkirch. „Die 3-D-Technik kann durchaus nützlich sein (bei der Gestaltung von unbelebten Objekten wie der Geige oder des Jeeps), aber wir unterwerfen uns nicht dem Computer. Immer sehen die Objekte wie gezeichnet aus. Und immer steht die Frage im Vordergrund: Wie können wir die Szene charmant gestalten?“
„Auf mich wirkt 3-D nach wie vor ,kälter‘ als 2-D“, bestätigt Ute von Münchow-Pohl. „Gezeichnete Mimik und Gestik erlebe ich als sehr anrührend und glaubwürdig, sie vermitteln einen direkteren Bezug zu den Figuren. Natürlich gibt es wunderbare 3-D-Filme. Doch 2-D entwickelt eine eigene Persönlichkeit, hat etwas Unperfektes, was sehr charmant ist. Wenn es keinen Zeichentrick mehr gäbe, empfände ich das als Verarmung unserer Erfahrung. Außer den finanziellen Aspekten gibt es also keinen Grund, auf 2-D zu verzichten – diese Animation hat ihre Berechtigung, erlaubt einen direkten Zugang und spricht besonders Kinder an.“
Über ihre kreative Arbeit sagt die Regisseurin: „Es gelingt mir nie hundertprozentig, die Idee, die ich im Kopf habe, mit dem Stift aufs Papier zu bringen – es gilt also, die Kluft zwischen meinem Kopf und meiner Hand zu überwinden. Aber wenn auf dem Papier etwas entsteht, kommuniziere ich sofort mit meiner Zeichnung: Es kommt vor, dass ich verzweifele, weil ich meine Vorstellung nicht umsetzen kann, oder aber ich bin höchst beglückt, weil mir etwas gelingt, was ich gar nicht voraussehen konnte.“
Weil inzwischen Animationsfilme vorwiegend in 3-D-Technik produziert werden, war Cartoonfilm in der glücklichen Lage, mit den weltbesten 2-D-Animatoren arbeiten zu können. Noch nie hat ein so hervorragendes Team zusammengearbeitet wie bei „Kleiner Dodo“. Unter der bewährten Anleitung von Animationsveteranen wie Kris van Alphen und Alberto Campos produzierten sie eine zeichnerische Qualität, die buchstäblich Weltformat hat.
Und Teamarbeit ist für die Regisseurin der entscheidende Faktor bei der Produktion: „Eine Gruppe von vielen Künstlern arbeitet engagiert auf ein gemeinsames Ziel hin – das ist der Reichtum des Films: Dieser Prozess prägt nicht nur das Produkt, sondern wirkt auch auf die Mitarbeiter, die ja nur an Teilbereichen arbeiten und am Schluss oft überrascht sind, wenn sie den fertigen Film erstmals in Farbe und komplett abgemischt sehen: ein wunderschönes Erlebnis!“
Saitenklänge im Dschungel
Geigenmusik klingt erst schön, wenn sie gut gespielt wird. Dramaturgisch knifflig war also der Umstand, dass Dodo erst gegen Ende des Films virtuose Fertigkeiten auf dem Instrument entwickelt – vorher übt er nur, und das hört man auch. Es galt daher immer abzuwägen, wie lange man den Zuschauern die kratzig falschen Töne zumuten kann.
Dodos Instrumentalauftritte übernimmt der Jazzgeiger Valentin Gregor, der Dodos gefühlvolles Spiel genau auf den Punkt bringt, obwohl er kein klassischer Konzertgeiger ist. Er synchronisierte auch Dodos falsche Töne angemessen schräg, sehr präzise und absolut synchron – eine außergewöhnliche Leistung unter besonderen Anforderungen.
Die Melodien komponierte Henning Lohner, der im Team mit Hans Zimmer bereits die Musik zu „Lauras Stern“ beisteuerte. Lohner leugnet nicht, dass er seinem Lehrmeister Zimmer viel zu verdanken hat, und in dessen Geist gestaltet er auch den Score zu „Kleiner Dodo“.
Überleben in Sumatra
Es fing an mit „Der kleine Eisbär 2 – Die geheimnisvolle Insel“: Um die Geografie und Fauna auf Galapagos naturgetreu nachzuempfinden, flog Co-Regisseur Piet de Rycker damals mit einem Filmteam zum Archipel, er „roch und fühlte“ die Landschaft vor Ort und brachte umfangreiches Material mit – was dem Film große Authentizität verlieh, wie Experten bestätigen.
Dieses Prinzip wendete Ute von Münchow-Pohl jetzt auch auf „Kleiner Dodo“ an: „Ich bin schon in der Entwicklungsphase nach Sumatra in den Regenwald gereist, wo die Orang-Utans zu Hause sind. Dort erforscht eine tschechische Tierärztin das Leben der letzten Orang-Utans. Wir haben viele Fotos gemacht und mit den Menschen vor Ort gesprochen. Für die Bewegungen der Affen verwenden die Animatoren außerdem Anschauungsmaterial aus Dokumentarfilmen. Immer geht es um die Frage: Was fühlt sich richtig an? Der indonesische Urwald sieht anders aus als der Dschungel am Amazonas.“
„Zeichnerisch ist das im Grunde ein Albtraum“, sagt die Regisseurin. „Es gibt nichts Komplizierteres als Natur, Wald – eben nicht nur Wald, sondern speziell den Dschungel. Dagegen hat der Nordpol sehr klare Formen und wenige Details. Die vielen Pflanzen sind eine große Herausforderung, gleichzeitig aber auch sehr reizvoll, weil man in vielfältigen Farben und Formen schwelgen kann. Der Aufwand ist beträchtlich.“
Unterschwellig zieht sich das Thema des Klimawandels durch den Film. „Dieses Problem in einer Fantasiewelt zu beschreiben wäre für keinen Zuschauer überzeugend“, weiß Regisseur Rothkirch. „Umso wichtiger war es, die Welt des Dschungels mit einem gewissen Realismus darzustellen. Das war uns ein großes Bedürfnis.“
Daher freuten sich die Filmemacher, als sie für ihren Leinwand-Urwald das Gütesiegel der BOS Stiftung (Borneo Orangutan Survial Foundation) erhielten, die sich dem Schutz der Orang-Utans und des Regenwalds verschrieben hat.
Die Recherche-Reise hat Spuren in der Geschichte hinterlassen – ein Aspekt der Story ist die herrschende Dürre. Als die Regisseurin auf Sumatra war, wurde die Region im Gegensatz dazu nach anhaltenden Regenfällen von einer Überschwemmung heimgesucht. „Dadurch rückte das Umweltthema für mich deutlicher in den Vordergrund“, sagt sie. „Die Bedrohung des Regenwalds durch Abholzung hatte dort sehr greifbare, für ein Dorf verheerende Folgen.“
„Die Tiere auf den Bäumen in ihren Nestern zu beobachten hat mir geholfen, wie wichtig es ist, bei den gestalterischen Aspekten nahe an der Realität zu bleiben“, fährt Ute von Münchow-Pohl fort. „Natürlich machen wir keinen Dokumentarfilm, haben einige Aspekte vereinfacht. Aber wir versuchen dieser Welt und den Orang-Utans gerecht zu werden. Ein Beispiel: In der Realität bauen sich die Orang-Utans jeden Tag ein neues Schlafnest. In unserem Film wohnen Dodo und seine Eltern immer im selben Nest, um die Geschichte nicht zu komplizieren. Und es gibt unter den Affen auch nicht – wie wir es im Film zeigen – die typische Kleinfamilienkonstellation Vater-Mutter-Kind.“
„Wir verfilmen eine Bilderbuchgeschichte, aber wir beziehen uns auf eine reale Spezies. Und dabei kämpfen wir mit einem traurigen Widerspruch: Wir erfinden eine bewegende Affengeschichte und wissen gleichzeitig genau, dass die Tage der tatsächlichen Orang-Utans in freier Wildbahn gezählt sind, weil ihr ohnehin begrenzter Lebensraum (es gibt sie nur auf Sumatra und Borneo) durch menschliche Eingriffe täglich schrumpft. Wahrscheinlich wird es schon in zehn Jahren keine frei lebenden Orang-Utans mehr geben, zumal sie auch als Haustiere begehrt sind und gefangen werden. Eine Zeit lang gab es die weltweit größte Orang-Utan-Dichte in Taiwan! Die Orang-Utans sind unsere Verwandten, sind Teil unseres Lebens – es wäre ein großer Verlust, wenn es uns nicht gelingt, sie zu schützen.“
Die Geschichte des alten Darwin bezieht sich auf die Probleme von unter Menschen aufgezogenen Orang-Utans, die man erst als Erwachsene wieder auswildert – das ist eine mühsame Aufgabe, weil man ihnen die Überlebenstechniken, die sie als Baby nicht gelernt haben, erst beibringen muss. Darwin stattet seine Traumhöhle mit dem Müll der Menschen aus – mit dem, was von dem einen oder anderen Auto heruntergefallen ist. Erst als erwachsener Affe ist er in die Natur zurückgekehrt, wo er heute aber als Einzelgänger lebt. Weil er einsam ist, freut er sich über seinen neuen Freund Dodo, endlich bekommt er Gelegenheit, die von ihm geschätzten Errungenschaften der Menschen auch jemand anderem schmackhaft zu machen. Umgekehrt bringt Dodo unbewusst Darwin die Natur wieder näher. Denn Darwin wollte bisher unbedingt wie die Menschen laufen – dabei hangeln sich Orang-Utans normalerweise durch die Bäume. Mit Dodos Hilfe schafft es Außenseiter Darwin am Schluss, von den Tieren des Dschungels wieder akzeptiert zu werden.
„,Kleiner Dodo‘ ist jetzt der fünfte 2-D-Kinderfilm, den wir mit Warner Bros. produzieren“, sagt Rothkirch. „Von der Ästhetik und der Animationsqualität her gesehen sind wir auf dem Weg, Weltniveau zu erreichen. Willi Geike, President von Warner Bros. Deutschland und Österreich, hat uns stets ermutigt, ,nur‘ für Kinder zu produzieren. Wo wäre der deutsche Animationskinderfilm ohne Warner Bros.! Mit Willi Geike und Jakob Bosch, dem zweiten Co-Produzenten, haben wir Idealisten und Top-Medienexperten an unserer Seite. Nur so kann man in Deutschland noch Qualität produzieren, die international vermarktbar ist. Wir werden öfter darauf angesprochen, wann wir denn mal einen ,richtigen‘ Film machen. Für uns ist ein Kinderfilm ein richtiger Film! Vielleicht haben wir uns ja etwas bewahren können – das Kind im Erwachsenen!“
Angesichts der langen Produktionszeit von Animationsfilmen (bei „Kleiner Dodo“ waren es zweieinhalb Jahre) müssen die Filmemacher Wahrsager sein, um vorhersehen zu können, welches Thema beim Start des Films aktuell sein wird – das ist immer ein Vabanque-Spiel. In diesem Fall holte die Realität das Projekt ein: Klimawandel und Umweltschutz sind gerade jetzt in aller Munde – der Grundton des Films trifft genau den Nerv unserer Zeit. Auch das Schicksal der Orang-Utans ist derzeit in den Medien überdurchschnittlich präsent, weil ihr Lebensraum durch Abholzung des Regenwaldes immer bedrohlicher eingeschränkt wird.
„Wenn die Orang-Utans überleben, dann hoffentlich auch mit unserer Hilfe“, sagt Rothkirch. „,Kleiner Dodo‘ ist also auch eine Hommage an die Affen. Wir wollen das Bewusstsein für ihr Schicksal schärfen, wir setzen uns dafür ein, dass etwas für sie getan wird. Das ist ein Thema für die Kindergärten, die Schulen. Es passt in unsere Zeit. Wir glauben an unsere Qualität – und an den richtigen Zeitpunkt. Der ist jetzt gekommen.“
Informationen über die prekäre Situation der Orang-Utans finden Sie auf der Website der Borneo Orangutan Survival Foundation:
www.bos-deutschland.de

DIE SPRECHER
Mario Adorf
Darwin
1930 in Zürich geboren, wuchs Mario Adorf in Mayen/Eifel auf. Seine schauspielerische Laufbahn begann er als Ensemblemitglied der renommierten Münchner Kammerspiele. Mit der Darstellung des Serienmörders in Robert Siodmaks meisterhaftem Kriminalfilm „Nachts, wenn der Teufel kam“ erzielte Adorf seinen Durchbruch auf der Leinwand. 1957 wurde er für diese Rolle mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Es folgten große Spielfilmrollen, unter anderem in „Das Mädchen Rosemarie“ (1958 ) , „Winnetou 1. Teil“ (1963), „Der letzte Ritt nach Santa Cruz“ (1964), „Die Blechtrommel“ (1979; erster deutscher Film, der als Bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar ausgezeichnet wurde), „Lola“ (1981) und „Epsteins Nacht“ (2002). Große Popularität erlangte er mit der Fernsehhauptrolle in „Der große Bellheim“ (1992).
Mario Adorf hat zweifellos die europäische Kinogeschichte mitgeschrieben. Vielseitig wie ein Chamäleon arbeitete er in rund 200 Filmen mit Regielegenden wie Billy Wilder, Sam Peckinpah, Franco Rossi und Rainer Werner Fassbinder. Er ist ein Schauspieler, der dramatische und komische Rollen mit der gleichen Ausdruckskraft und Intensität darstellt.
Zu seinen Filmen zählen unter anderem auch „Die rote Zora“, Volker Schlöndorffs „Enigma – Eine uneingestandene Liebe“ (TV), „Es ist ein Elch entsprungen“, Helmut Dietls „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“, „Alles nur Tarnung“, „König der letzten Tage“ (TV), „Ex und Hopp“, „Pizza Colonia“, „Des Teufels Paradies“, „Via Mala“ (TV), „Momo“, die TV-Serie „Kir Royal – Wer reinkommt, ist drin“, Billy Wilders „Fedora“, Michael Verhoevens „Gefundenes Fressen“ und „MitGift“, „Der Mafia-Boss – Sie töten wie Schakale“, „Deadlock“, „Das Totenschiff“ und „08/15“.
Ausgezeichnet wurde Adorf mit dem Cine-Merit Award, dem Deutschen Bundesfilmpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film, dem Crystal Award, dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises (Auszeichnung für das Lebenswerk), dem Bayerischen Fernsehpreis für „Der Schattenmann“, dem Romy in Platin (Österreich), dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und der Goldenen Kamera für „Der große Bellheim“, dem Deutschen Filmpreis (Filmstreifen in Gold) für „Pizza Colonia“, der Goldenen Kamera für seine künstlerische Gesamtleistung, dem Deutschen Darstellerpreis als Bester Darsteller für „Via Mala“, dem Bundesfilmpreis (Filmband in Silber) für „Lola“, dem Bambi als Beliebtester deutscher und internationaler Schauspieler des Jahres 1977 für „Der Hauptdarsteller“ und dem Ernst-Lubitsch-Preis.
Rick Kavanian
Arnold
Rick Kavanian wurde am 26. Januar 1971 in München geboren. Von 1990 bis 1994 studierte er Politikwissenschaften, Nordamerikanische Kulturgeschichte und Psychologie.
1990 begann die Zusammenarbeit mit Michael „Bully“ Herbig vor dem Mikrofon und als Autor für die Münchner Kult-Radio-Show „Langemann und die Morgencrew“.
1995 ging er für ein Jahr nach New York ans Lee Strasberg Theatre Institute.
1996 kam er nach Deutschland zurück und nahm gemeinsam mit Michael Herbig den BLM-Hörfunkpreis für die Hörfunk-Comedy-Serie „Die Bayern Cops“ entgegen, die sie 1991 ins Leben gerufen hatten. 1997 arbeitete er als Autor und Co-Moderator für die erste wöchentlich bundesweit ausgestrahlte Radioshow: „Bully’s Late Light Show“.
Im selben Jahr ging die „Bullyparade“ auf Sendung, in der Kavanian von Beginn an als Autor und Darsteller mitwirkte. Die „Bullyparade“ wurde 1999/2000 für die Goldene Rose von Montreux und 2000/2001 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.
Bei Bully Herbigs unglaublichem Kinoerfolg „Der Schuh des Manitu“ arbeitete Kavanian als Co-Autor am Drehbuch mit und übernahm die Rolle des Dimitri. „Der Schuh des Manitu“ wurde mit drei Goldenen Leinwänden ausgezeichnet, erhielt den Comedy Award 2001 für die Beste Kinokomödie und den Bambi 2001. Bei Herbigs Kinoproduktion „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ (2004) war Kavanian als Co-Autor am Drehbuch beteiligt und übernahm gleich drei Rollen. Dafür gewann er mit dem Ensemble einen Spezial-Bambi und den Deutschen Comedy Award. 2007 ist er in Herbigs 3-D-Animationsfilm „Lissi und der wilde Kaiser“ ebenfalls wieder in mehreren Rollen zu hören.
Ab Dezember 2007 ist Rick Kavanian als cholerischer Chefredakteur in Til Schweigers neuer Kinokomödie „Keinohrhasen“ zu sehen.
2002 spielte er die Hauptrolle des Türlich in dem Kinoerfolg „Feuer, Eis und Dosenbier“. Parallel dazu trat er in der Komödie „Erkan & Stefan gegen die Mächte der Finsternis“ in der Rolle des Cem auf. 2006 war er als Charles in „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ (2006) zu sehen. Kavanian hat „South Park“ (1999), „Happy, Texas“ (1999), „Till Eulenspiegel“ (2003), „Felix – Ein Hase auf Weltreise“ (2005), „Das hässliche Entlein & ich“ (2006), „Cars“ (2006) und „Happy Feet“ (2006) synchronisiert sowie auch „Austin Powers“ (1999) seine Stimme geliehen.
Seit Herbst 2006 ist Rick Kavanian mit seinem Solo-Bühnenprogramm „Kosmopilot“ auf Tournee. Termine unter www.rick-kavanian.de.
Lena Beyerling
Patna
Erste Medienpräsenz hatte Lena Beyerling (Jahrgang 1995) bereits 1998 in regionalen Werbefilmen. Ihre erste Filmrolle spielte sie in der 2002 ausgestrahlten TV-Serie „Alicia!“.
Seither ist sie in verschiedenen Rollen in TV-Serien und Filmen zu sehen, so spielte sie unter anderem in „Schöne Lügen“, „SOKO Leipzig – Einsame Herzen“, „Abschnitt 40 – Morgengrauen“, „Unser Charly“, „LiebesLeben“, „Wolffs Revier – Herzblut“, „Die Liebe eines Priesters“, „Im Namen des Gesetzes – Wer hat, der hat“, „SOKO Leipzig – Allein zu Hause“ und „Die Alpenklinik – Eine Frage des Herzens“. Im Frühjahr 2007 reiste sie für fünf Wochen nach Malaysia und stand für den ZDF-Film „Die Blüten der Sehnsucht“ vor der Kamera.
Kinorollen übernahm sie in Jan Krügers „Unterwegs“ (2004 ausgezeichnet mit dem VPRO Tiger Award in Rotterdam) und Joseph Vilsmaiers „Der letzte Zug“.
Bekannt wurde Lena durch verschiedene Werbespots, z.B. für eine Fast-Food-Kette mit dem Spruch „Papa, wann ist Weihnachten?“ (2002) oder für eine Bausparkasse („Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden“).
Als Kinderreporterin war sie in „RTL – Exclusiv“ und im MDR zu sehen, und als Patin wirkte sie bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2005 und im gleichen Jahr bei „Ein Herz für Kinder“ mit.
Auch in anderen Bereichen ist Lena aktiv. Im September 2006 hat sie gemeinsam mit Bruder Laurin „Der kleine Eskimo“gesungen. Mit dem Titel traten die Geschwister in mehreren Fernsehshows auf. Ihre ersten Moderationserfahrungen sammelte sie im Herbst 2007. Gemeinsam mit Inka führte sie durch die Sendung „Der lange Samstag“ und gemeinsam mit Stefan Mross berichtete sie vom Roten Teppich der Henne-Gala.
Lena besucht derzeit die 5. Klasse eines Gymnasiums. Die 4. Klasse der Grundschule beendete sie mit einem Notendurchschnitt von 1,0 als Klassenbeste. Lena malt und bastelt gerne, lernt Stepptanz und spielt Schlagzeug, interessiert sich für Nintendo-Spiele und bewegt sich gern im Internet. Sie schaut gerne Animationsfilme, und mit der Synchronisation der Rolle „Patna“ erfüllte sich für Lena ein langgehegter Wunsch. Wie ihre „großen“ Schauspielerkollegen wollte auch sie einmal einer Figur ihre Stimme leihen.
SANDRO IANNOTTA
Dodo
Sandro Michael Iannotta kam 1998 in München zur Welt. Da seine älteren Brüder Marco (16) und Kevin (14, er spielte den Joschka in dem Kinofilm „Wilde Kerle“) schon seit mehreren Jahren als Synchronsprecher arbeiteten, dauerte es nicht lange, bis auch Sandro vor dem Mikrofon debütierte und sofort merkte, dass ihm die Arbeit großen Spaß macht. Seine erste Synchronrolle sprach er in dem amerikanischen Kinofilm „50 First Dates“ (50 erste Dates).
Für den Kinofilm „Lauras Stern“, für „Lauras Weihnachtsstern“ und die dazugehörenden Hörbücher sprach er den kleinen Bruder von Laura, den Tommy. Die Titelrolle des kindlichen Ugly synchronisierte er in dem Film „Das hässliche Entlein & ich“ (The Ugly Duckling & Me) neben Wilson Gonzales Ochsenknecht (als Teenager Ugly).
2006 spielte er in der ARD-Serie „Das Beste aus meinem Leben“ den kleinen Sohn Luis.
2006/2007 wirkte Sandro als Statist am Bayerischen Staatsschauspiel in dem Stück „Medeia“ mit.
2007 drehte er den fünften Teil der Kinoserie „Die wilden Kerle“ (Kinostart 2008 ). Er spielt in diesem Film (Titel: „Die Schattensucher“) den kleinen Vampir Jeckyl.
In der Freizeit spielt Sandro sehr gerne Fußball. Lesen und Schwimmen machen ihm auch viel Spaß.
THOMAS HACKENBERG
Maki
Der gebürtige Kölner Thomas Hackenberg, Jahrgang 1962, betätigt sich seit gut 25 Jahren als Autor, Radiojournalist und Moderator. Bei WDR 5 führt er aktuell durch die Sendungen „LebensArt“, „Gans und Gar – Alles rund ums Essen“ und „Die telefonische Mord(s)beratung“.
Seinen Durchbruch im Fernsehen schaffte Hackenberg 1992 in der RTL-Verbrauchershow „Wie Bitte!?“, deren Ensemble er sechs Jahre lang in über 100 Folgen angehörte.
Ab 1999 trat Hackenberg in den Sat.1-Comedyformaten „Voll witzig“, „Die Barilla-Comedyküche“ und „Mensch Markus“ auf – stets an der Seite seines Kollegen Markus Maria Profitlich, mit dem er auch 2004–2005 mit dem Programm „Mensch Markus Live“ auf Deutschlandtournee war.
Seit April 2006 ist seine mobile Rateshow „Quiz Taxi“ auf Kabel Eins zu sehen, mittlerweile wurden über 500 Folgen ausgestrahlt.
So viel Engagement macht hungrig: Als Hobbykoch und Kölner Gastronom betreibt Thomas Hackenberg zusammen mit Andreas Schmidt die Tapas-Bar „La Bodega“ in der Friesenstraße.
Hinter der Kamera
Maya Gräfin Rothkirch
Produzentin
thilo graf rothkirch
Drehbuch, Regie, Produzent
Nach dem Grafikdesign-Studium in Kassel arbeitete Thilo Graf Rothkirch als Grafikdesigner, Storyboardzeichner, Hintergrundmaler, Cartoonist und Regisseur in London und Bonn. Von 1975 bis 1978 lehrte er Zeichentrick an der GHK Kassel und an der Fachhochschule für Design in Dortmund.
1997 kam das Buch „Tobias Totz und der verliebte Löwe“ mit Illustrationen von Thilo und Maya Rothkirch im Ravensburger Buchverlag heraus. Seit 1997 arbeitete Rothkirch auch an der Kinoversion der beliebten Geschichte. Schon 1988 hatte er eine erste 26-teilige Fernsehserie mit dreiminütigen Tobias-Totz-Bildergeschichten für den Hessischen und den Norddeutschen Rundfunk produziert. 1994 bis 1996 folgte die 26-teilige Serie „Tobias Totz und sein Löwe“ für SWF und RTV.
Noch bevor „Tobias Totz“ 1999 in die Kinos kam, begann Graf Rothkirch die Arbeit an der zweiten Kooperation mit Warner Bros. Pictures, „Der kleine Eisbär“, jetzt zusammen mit seiner Frau Maya Gräfin Rothkirch – seitdem teilen sich die beiden die Produktionsaufgaben ihrer erfolgreichen Firma Cartoon-Film: Maya konzentriert sich auf den Finanzierungs- und Organisationsbereich, Thilo auf die künstlerische Gestaltung.
Im Anschluss an den großen Erfolg des ersten „Eisbär“-Kinofilms schufen die Rothkirchs „Lauras Stern“ nach den beliebten Kinderbüchern von Klaus Baumgart. Dieser Film lief 2004 in den deutschen Kinos. 2005 folgte „Der kleine Eisbär 2 – Die geheimnisvolle Insel“.
Daneben entstanden unter dem Cartoon-Film-Label die Fernsehserien „Otto, der Straßenhund“, „Lisa und Paul“, „Beastly Behaviour“, „Lena und Paul“, „Feodor“ und die Serienversion von Klaus Baumgarts kleinem grünen Ungeheuer „Tobi“.
Bisherige Höhepunkte waren 2003 die Emmy-Nominierung für die TV-Serie „Der kleine Eisbär“ sowie der Deutsche Filmpreis in der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm 2005 für „Lauras Stern“.
Ute von Münchow-Pohl
Drehbuch, Regie
Die in Bremen geborene Ute von Münchow-Pohl war nach einem Kunststudium an der Akademie in Münster von 1987 bis 1990 für die Hahn-Film GmbH in Berlin tätig, bei der sie unter anderem für die TV-Serie „Benjamin Blümchen“ und den Kinofilm „Werner – Beinhart“ zeichnete. Danach verließ sie Berlin: Sie führte Animationsworkshops in San José, Costa Rica, durch und animierte für Universal Pictures in London „Feivel, der Mauswanderer im Wilden Westen“ (1991).
Bis 2002 arbeitete sie für die TFC Trickompany in Hamburg an zahlreichen Projekten, unter anderem „Der kleene Punker“ (1992), „Die Ottifanten (1993), und „Felidae“ (1994). Bei „Werner – Das muss kesseln“ (1996) und „Pippi Langstrumpf“ (1998 ) führte sie Animationsregie, und „Kommando Störtebecker“ war 2001 ihr erster Kinofilm als Regisseurin.
Regelmäßig war sie von 1998 bis 2004 an der Animationschool Hamburg als Dozentin tätig.
Für Cartoon-Film in Berlin animierte sie „Tobias Totz und sein Löwe“ (1999), machte Storyboards für „Lauras Stern“ (2004) und „Der kleine Eisbär 2 – Die geheimnisvolle Insel“ (2005). Ute von Münchow-Pohl ist auch Regisseurin der TV-Serie „Kleiner Dodo“.
HANS DE BEER
Buchvorlagen
Hans de Beer wurde 1957 in Muiden (Holland), einem kleinen Dorf in der Nähe von Amsterdam, geboren. 1984 schloss er die Ausbildung als Illustrator an der Rietveld Art Academy in Amsterdam ab. Seither arbeitet er als freischaffender Illustrator. 1987 erschien sein erstes Bilderbuch im NordSüd Verlag: die Geschichte von Lars, dem kleinen Eisbären, der sich in die Tropen verirrt hat. „Der kleine Eisbär“ – übrigens seine damalige Examensarbeit – wurde zum internationalen Bestseller. Inzwischen sind acht Bilderbuchbände über Lars im NordSüd Verlag erschienen.
Heute wohnt Hans de Beer mit seiner Frau, Serena Romanelli, in Holland und Italien. De Beers Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt und gewannen Preise in Holland, Frankreich, Italien, Japan und auf der Illustratoren-Biennale in Bratislava. Inzwischen beträgt die Auflage seiner Werke über zehn Millionen Exemplare. Ab 1990 gab es die Geschichten vom Nordpol auch im TV zu sehen – sie erreichten bei den Drei- bis 13-Jährigen einen Marktanteil von sagenhaften 40 Prozent: Weit über 100 Millionen Zuschauer haben die Erlebnisse des kleinen Eisbären am Bildschirm verfolgt. Sogar die Deutsche Post verewigte Lars auf einer Briefmarke. Der erste Kinofilm erwies sich beim Start 2001 als erfolgreichster deutscher Kinderfilm aller Zeiten.
Henning Lohner
Musik
Henning Lohner stammt aus Bremen. Mit seinen Eltern emigrierte er in die USA – er wuchs in Kalifornien auf. In Frankfurt/Main studierte er Musik, Kunstgeschichte und romanische Sprachen. Während des Studiums war der griechische Komponist Iannis Xenakis sein Mentor. 1985 wurde Lohner Assistent des Komponisten Karlheinz Stockhausen. An der Scala in Mailand führte Stockhausen ihn bei der Arbeit an Stockhausens Oper „Licht“ in die visuellen Medien ein. 1989 begann Lohner als musikalischer Berater und Regieassistent seine Zusammenarbeit mit Regisseur Louis Malle („Eine Komödie im Mai“).
Inzwischen arbeitet er in den Bereichen Neue Musik, Theater und Film. Beteiligt war er an Projekten wie Steve Reichs „The Cave“ und „Different Trains“ sowie Giorgio Strehlers Inszenierung „Goethes Faust I & II“. Die Zusammenarbeit mit Frank Zappa an „Peefeeyatko“ (1991) und „The Yellow Shark“ (1992) sowie mit John Cage an „one11 and 103“ (1992) führte zu den Musikfilmen „The Revenge of the Dead Indians“ (1993) und „In a Metal Mood“ (1996) mit Pat Boone. Lohner ist auch als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig gewesen.
Seine audiovisuelle Installation „raw material, vol. 1–11“ (1995) war in bedeutenden europäischen Galerien zu sehen: im Gemeente Museum in Den Haag, auf dem Sonic Art Festival in Rom und auf dem Video Art Festival in Berlin. Seit 1996 lebt Henning Lohner in Los Angeles. Als Komponist arbeitet er in den von Hans Zimmer gegründeten Filmmusikstudios Media Ventures.
Für Cartoon-Film hat Henning Lohner neben Hans Zimmer bereits an „Lauras Stern“ mitgearbeitet.
Zu seinen Filmmusiken zählen „Schwerter des Königs – Dungeon Siege“, „Wildfires – Lauffeuer“, „Hellraiser: Deader“, „Santa’s Slay – Blutige Weihnachten“, „Ring 2“, „Mimic 3: Sentinel“, „Kein Himmel über Afrika“ (TV), „Prinz und Paparazzi“ (TV), „Sterne leuchten auch am Tag“ (TV), „Ancient Warriors“, „666 – Traue keinem, mit dem du schläfst!“, „Bloodrayne“, Til Schweigers „Der Eisbär“ und Bernd Eichingers „Der große Bagarozy“. Daneben schrieb er einen neuen Soundtrack zum berühmten Stummfilm „Orlacs Hände“ (1924).
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