Nach einer langen Serie grottenschlechter Horrorfilmremakes, die gar nicht mehr zu enden schien, wurde mir gestern dann endlich mal wieder ein anderer Sneak Film serviert.
Nach "40 Years old Virgin" , "Knocked Up" und "Superbad" folgt eine neue Komödie, in der, wie sollte es auch anders sein, mal wieder Judd Apatow seine Finger im Spiel hatte.
Die Rede ist von "Forgetting Sarah Marshall" oder "Nie wieder Sex mit der Ex".
Die Story des Films ist schnell erzählt. Der Filmmusiker Peter führt ein glückliches Leben mit seiner berühmten Freundin Sarah Marshall. Sarah hat die weibliche Hauptrolle in einer Krimiserie, ganz im Stil von CSI & Co. Doch eines Tages kommt es, wie es kommen muss, Sarah verlässt Peter wegen eines anderen Kerls.
Am Boden zerstört, verliert sich Peter immer mehr in seinem Frust und bekommt seinen Alltag nicht auf die Reihe. Seine Freunde überzeugen ihn letztendlich Urlaub zu machen, um Sarah ein für alle mal zu vergessen. Doch anstatt eines befreienden Urlaubs auf Hawaii erwartet ihn sein persönlicher Albtraum: Wie durch Zufall macht Sarah Marshall genau im gleichen Hotel zur Zeit Urlaub und obendrein mit ihrem neuen Freund, dem eingebildeten Rocker Aldous Snow.
Für Peter beginnt eine Zeit des Frusts und einzig die Hotelangestellte Rachel scheint ein Ausweg aus seiner Krise zu sein.
Zugegeben das Grundgerüst des Films ist nicht sonderlich innovativ und im Vergleich zu "Superbad" oder "40 Year old Virgin" deutlich schlechter, allerdings verleiht gerade die Besetzung von Jason Segel als Peter Bretter und Kristen Bell als Sarah Marshall dem Film einen unheimlichen Charme.
Jason Segel, der bereits in eingen Nebenrollen zu sehen war, überzeugt vom ersten Moment. Es ist sicherlich nicht übertrieben zu sagen, dass er mit Seth Rogen, Jonah Hill, Michael Cera eine glänzende Zukunft in der Comedy Branche vor sich hat. Nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Schreiber stellt er im Film seine Fähigkeiten unter Beweis, denn das Script stammt auch von ihm. Für ein Erstlingswerk sei ihm viel Respekt gebührt, da gab es auch schon deutlich schlechtere Komödienversuche.
An Segels Seite befindet sich, zumindestens noch Anfangs, Kristen Bell. Bell, hier einmal, als äußerst unsympathische Herzensbrecherin "Sarah Marshall" zu sehen. Auch Bell spielt ihre Rolle überzeugend, die Figur der karrieresüchtigen Herzensbrecherin nimmt man ihr sofort ab. Als weibliche Unterstützung findet man Mila Kunis vor. Mila, die den meisten eher unbekannt ist, verleiht in den USA der Figur "Meg Griffin", in der Kultserie "Family Guy", ihre Stimme. Zur Zeit dreht sie mit Wahlberg die Videospielverfilmung "Max Payne". Mila Kunis Figur "Rachel" ist äußerst herzlich und dem Zuschauer auf den ersten Blick, nicht nur äußerlich, sympathisch. Einfühlsam versucht sie Peter auf andere Gedanken zu bringen.
Unweigerlich ergibt sich beim Zuschauer der Kampf Rachel vs. Sarah und ich liege sicherlich nicht verkehrt zu behaupten, dass der Kampf eigentlich schon in der ersten Minute entschieden ist - wer kann so einem schönen Lächeln, wie es Mila Kunis hat, widerstehen?
Ich hoffe wir bekommen in Zukunft von Mila Kunis mehr zu sehen, es ist kaum zu glauben, dass eine so schöne Frau einer Comicfigur ihre Stimme verleiht. Zumindestens in "Forgetting Sarah Marshall" glänzt sie in ihrer Rolle. Im rein schauspielerischen Vergleich zu Kristen Bell schneidet sie etwas schlechter ab. Dies ist allerdings auch nicht verwunderlich, ist die Figur der Sarah Marshall doch etwas komplizierter darzustellen.
Erwähnenswert wäre noch Russell Brand, der den Rocker "Aldous Snow" spielt. Bisher kannte ich Russell Brand auch noch nicht und die Vorstellung, die er im Film liefert ist einfach unglaublich. Ich würde fast behaupten, er verinnert sich die Rolle dermaßen, dass man fast denken könnte, es würde Johnny Depp spielen. Insgeheim war er für mich der Star des Films. Mit seiner übertrieben arroganten und eingebildeten Art und Weise, die letztendlich doch sympathisch ist, gewinnt er den Zuschauer schnell für sich. Ich hoffe, dass Russell Brand in Zukunft sein Talent unter Beweis stellen kann und "Forgetting Sarah Marshall" kein einmaliger Höhepunkt für ihn war.
Als nette Sidekicks gibt es noch Jonah Hill und Bill Hader, die aber nicht sonderlich hervorstechen.
Lustige Momente gibt es in "Forgetting Sarah Marshall" zu genüge. Auf einer Kurve gesehen beginnt der Film stark, lässt zwischendurch einmal kurz nach und hält dann wieder sein anfängliches Niveau. Vergleicht man "Forgetting Sarah Marshall" mit anderen Filmen, wie z.b. "The Heartbreak Kid (In 7 Tagen Ausgeflittert)", der in einem ähnlichen Setting spielt, so kommt er bei weitem nicht so übertrieben daher.
Der Humor, den es bereits in "Superbad" oder "Knocked Up" zu sehen gab, wird auch hier beibehalten. In dem Sinne ist der Film keine Komödie alá Ben Stiller, in der viel rumgealbert wird.
Leider ist der eingedeutschte Titel im Vergleich zum Original etwas unpassend gewählt, denn letztendlich hängt Jason Segels Figur Peter doch noch sehr an seiner geliebten Sarah Marshall.
Leider schafft es auch "Nie wieder Sex mit der Ex" nicht, dass leider allzutypische Ende vieler Liebeskomödien besser zu machen. Man kann hoffen, dass es hier aus dem Lager rund um Jason Segel & Co, in Zukunft, noch etwas Innovation gibt.
Für Fans von Judd Apatow's Werken und sicherlich auch für alle anderen Komödien Liebhaber ist der Film uneingeschränkt zu empfehlen. Natürlich gilt auch hier, wie bei vielen anderen Komödien: Umso mehr Zuschauer, umso lustiger - Gemeinsam lacht es sich besser.
Forgetting Sarah Marshall 7/10 Punkten
PS: Für alle, die auf nackte Haut aus sind, gibt es im Film auch etwas zum schaun. Neben diverser, sich übertrieben oft wiederholenden, nackt Szenen von Jason Segel, bei denen man auch sein "Bestes Stück" sieht, gibt es auch ein "Oben Ohne Foto" von Mila Kunis