Mein Kind vom Mars - Special

Tomtec


NEW LINE CINEMA präsentiert
eine David Kirschner/CoreY Sienega/Ed Elbert Produktion


John Cusack



Amanda Peet
Sophie Okonedo
Oliver Platt
Bobby Coleman
und Joan Cusack


Regie Menno Meyjes
Drehbuch Seth E. Bass & Jonathan Tolins
nach der Geschichte „The Martian Child“ von David Gerrold
Produzenten David Kirschner, Corey Sienega, Ed Elbert
Executive Producers Toby Emmerich,
Mark Kaufman, Matt Moore, Mike Drake
Co-Produzenten Seth E. Bass, Jonathan Tolins
Kamera Robert Yeoman, A.S.C.
Produktionsdesign Hugo Luczyc-Wyhowski
Schnitt Bruce Green, A.C.E.
Kostümdesign Michael Dennison
Aufnahmeleiter Luke Ryan
Musik Aaron Zigman


Deutscher Kinostart: 8. November 2007
Filmlänge: 106 Minuten
im Verleih von Warner Bros. Pictures Germany
a division of Warner Bros. Entertainment GmbH
www.MeinKindvomMars.de






KURZINHALT

Der Science-Fiction-Autor David (John Cusack) wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie: Deshalb adoptiert er den sechsjährigen Dennis (Bobby Coleman). Doch Dennis ist kein gewöhnlicher Junge: Er hält sich für einen Marsmenschen!
David und seine beste Freundin Harlee (Amanda Peet) hören nicht auf die Erziehungstipps von Davids Schwester Liz (Joan Cusack) und werden Zeuge verschiedener seltsamer Vorfälle, die tatsächlich darauf hindeuten, dass Dennis die Wahrheit sagt…
Menno Meyjes inszenierte die Kinoversion der preisgekrönten Kurzgeschichte des SF-Gurus David Gerrold.




INHALT

Der Science-Fiction-Autor David Gordon (John Cusack) hat kürzlich seine Frau verloren. Im Zuge seiner Trauerarbeit möchte er den Waisenjungen Dennis (Bobby Coleman) adoptieren, der sich fast völlig von seiner Umwelt abgeschottet hat und behauptet, vom Mars zu stammen. Wie schwierig es ist, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen, weiß David ganz genau, denn – ob er will oder nicht – ständig bekommt er gut gemeinte Ratschläge von seiner Schwester Liz (Joan Cusack) und der für die Adoption zuständigen Waisenhausdirektorin Sophie (Sophie Okonedo). Dennoch besteht David darauf, Dennis als seinen Sohn anzunehmen – auch wenn der auf seiner Alien-Vision beharrt.
Unterstützt wird David von seiner besten Freundin Harlee (Amanda Peet), und zwischen den beiden entwickelt sich zögernd eine sehr behutsame Liebesbeziehung. Aber trotz Harlees Hilfe erweist sich Davids Aufgabe als Vater viel komplizierter, als zunächst angenommen.
Vor allem droht David den Abgabetermin für seinen nächsten Roman zu versäumen, was seinen Agenten Jeff (Oliver Platt) äußerst nervös macht. Außerdem schnüffelt der Sozialarbeiter Lefkowitz (Richard Schiff) in Davids Privatleben herum, weil er als Vorsitzender des Adoptionsausschusses sicherstellen muss, dass David seiner Vaterrolle gewachsen ist. Und das bezweifelt Lefkowitz ernsthaft.

Denn der kleine Dennis verhält sich nach wie vor sehr seltsam: Obwohl sich David liebevoll um ihn kümmert, kann er den Kleinen nicht bewegen, die Marsmensch-Theorie aufzugeben. Und weil David mehrfach äußerst merkwürdige Dinge mit Dennis erlebt, beginnt er sich ernsthaft zu fragen, ob dessen Behauptungen wirklich nur frei erfunden sind. Gleichzeitig möchte er den einsamen Jungen nicht mehr missen – denn er spürt, wie sehr er sich selbst durch die intensive Sorge um seinen Ziehsohn verändert.





ÜBER DIE PRODUKTION

Es war vor über zehn Jahren, als Produzent Ed Elbert („Anna and the King“/Anna und der König) den Produzenten David Kirschner und Corey Sienega David Gerrolds mit dem Hugo und dem Nebula Award ausgezeichnete Kurzgeschichte „The Martian Child“ zu lesen gab. Kirschner erinnert sich: „Corey war von der Story sofort begeistert. Sie rief mich an und schwärmte: ,Die musst du lesen, sie ist einfach perfekt.‘“
Tatsächlich waren die Produzenten gerade auf der Suche nach einer Story wie „The Martian Child“. Dazu Kirschner: „Stoffe über Kindheitsmotive liegen uns, aber auch Fantasy-Elemente schätzen wir besonders.“

Vor allem Kirschner fühlte sich von der Story ganz persönlich angesprochen: „Ich war bei der Lektüre tief gerührt von der Vater-Sohn-Beziehung, denn ich habe meinen Vater sehr früh verloren – immer wieder begeistern mich Projekte, in denen es um die Bedeutung von Männern im Leben von Jungen geht. Diesmal stimmte wirklich alles: der Humor und vor allem die Gefühle.“
„Wir bemühten uns um die Filmrechte, bekamen sie zunächst nicht, dann glücklicherweise aber doch“, berichtet Corey Sienega. „Und schließlich haben wir den Film zustande gebracht – nur kurze zehn Jahre später! David Kirschner und ich sind sehr froh, dass diese langjährige Liebesarbeit endlich Früchte trägt.“
Kirschner gibt zu, dass auch er sich als Kind einsam gefühlt hat. Deshalb betont er, dass das Thema Entfremdung die meisten Menschen anspricht: „Der kleine Dennis passt nicht ins Raster gesellschaftlicher Normen. Wahrscheinlich machen wir alle in einem bestimmten Alter unsere ,Mars-Periode‘ durch. Wir fühlen uns als Außenseiter, wie Aliens. Manchen passiert das als Erwachsenen, manchen als Kids, und manchen macht das tagtäglich zu schaffen.“
John Cusack stand von Anfang an ganz oben auf der Wunschliste der Filmemacher für die Rolle des David Gordon – die Rolle wurde ihm quasi auf den Leib geschrieben, wie Kirschner berichtet: „Die Drehbuchautoren Seth Bass und Jonathan Tolins erzählten, dass sie schon beim Schreiben John Cusack als David stets vor Augen hatten. John Cusack ist ein echter Jedermann, er bringt die Qualitäten eines James Stewart mit – aber er ist nicht der Jedermann aus den Frank-Capra-Filmen, sondern ein Jedermann in unserer heutigen Zeit – neurotisch, manchmal paranoid, aber immer humorvoll und mit einem schlagfertigen Spruch auf den Lippen.“

„John bringt nicht nur seine erstaunliche Begabung als Schauspieler mit“, fährt Kirschner fort. „Für mich liegt seine Stärke auch darin, dass er sich bei seinem Publikum zu einer Art Markenzeichen entwickelt hat – denn er wählt seine Filme sehr klug aus. Für uns war es daher ein großer Tag, als er die Rolle annahm, denn wir wussten wirklich nicht, wie er darauf reagieren würde, dass er hier einen Vater spielen sollte. Das hat er bisher noch nie getan, also bildet der Film einen Meilenstein in seiner Karriere – er ist jetzt alt genug, um als Vater zu überzeugen.“
John Cusack ließ sich nicht nur von der Story an sich begeistern, sondern auch von den kreativen Möglichkeiten, die ihm die Rolle als Schauspieler bot.

„Die Story ist dramatisch, geheimnisvoll, aber sie beschränkt sich auf eine übersichtliche Umgebung, ist fast ein Kammerspiel, wenn man sie von den Figuren her analysiert“, sagt Cusack. „Ein Mann möchte einen Jungen adoptieren, und die beiden versuchen nun, sich gegenseitig zu ergründen. Als Schauspieler gefällt mir das, weil die Figuren im Mittelpunkt stehen. Das Moderne an der Geschichte ist der Umstand, dass der Kleine ein Außenseiter ist, er kommt mit seiner Umwelt nicht klar. Mir gefiel die Vorstellung, dass er sich für einen Außerirdischen wie David Bowie in ,The Man Who Fell to Earth‘ (Der Mann, der vom Himmel fiel) hält. Das funktioniert als Metapher für die Entfremdung, für sein Unvermögen, sich anzupassen und seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden. In gewisser Weise glauben David und Dennis, dass sie einander helfen können, vor allem aber brauchen sie einander. Das ist sehr schön, es birgt dramatisches Potenzial – einfach eine sehr gute Geschichte.“
Cusack selbst brachte Menno Meyjes als Regisseur ins Gespräch – die beiden hatten bereits an Meyjes’ Regiedebüt „Max“ zusammengearbeitet.
Die Produzenten kannten Meyjes auch als berühmten Drehbuchautor – David Kirschner hatte Meyjes bereits vor 20 Jahren kennengelernt: „Als mich Steven Spielberg Menno 1984 vorstellte, reichte ihm sein Haar bis zum Gürtel. Er hatte gerade das Skript zu ,The Color Purple‘ (Die Farbe Lila) abgeschlossen, und ich begann zu der Zeit mit ,An American Tail‘ (Feivel der Mauswanderer). Wir ahnten beide nicht, dass wir uns 20 Jahre später wieder sehen würden und er diesen Film inszenieren sollte.“

Auch Meyjes fühlte sich von den ungewöhnlichen Qualitäten der Story angesprochen, die sich besonders den Vaterpflichten widmet: „Diese intensive Liebesgeschichte zwischen Kind und Mann ist auch ein Gedicht auf das, was Elternschaft bedeutet, auf die Schwierigkeiten und heldenhaften Anstrengungen, die damit verbunden sind und die sich nur mit Selbstlosigkeit bewältigen lassen.“
Auf der Suche nach einem geeigneten Kinderdarsteller schaute sich Besetzungschefin Mary Gail Artz in ganz Nordamerika um. Von Toronto bis New York, von Philadelphia bis San Francisco und Seattle sammelte man buchstäblich Tausende von Probevideos.
„Das war ein unglaubliches Unternehmen“, erinnert sich Produzentin Corey Sienega. „Wahrscheinlich war dies die schlimmste Phase der gesamten Produktion: Jahrelang hatten wir von diesem Film geträumt. Wir entwickelten das Skript, hatten das große Glück, dass John Cusack mitmachte, wir bekamen grünes Licht, und dann merkten wir plötzlich, dass der gesamte Film von der Besetzung dieses außergewöhnlichen Jungen als Partner von John Cusack abhängt, denn er tritt in praktisch jeder Szene auf.“

Als Bobby Coleman hereinkam, merkten sie sofort, dass ihre Suche erfolgeich beendet war. „Bobby wirkt so anders, so ungewöhnlich und so ausgeglichen“, erinnert sich Sienega. „Unisono reagierten wir: ,Wow, der spielt gar nicht, er ist wirklich schon eine komplette Persönlichkeit.‘“
„Er hat Persönlichkeit, wirkt sehr lebhaft“, bestätigt David Kirschner. „Er gehört eindeutig nicht zu den Kids, die man in Hollywood im Dutzend bekommt. Ich vermeide zwar den Ausdruck ,alte Seele‘ – den finde ich nämlich eher peinlich. Trotzdem: Auf Bobby passt er. Er erfasst die Rolle intuitiv – einfach unglaublich. Als er sich mit Menno Meyjes unterhielt, wirkte das wie ein Gespräch zwischen Erwachsenen. Als ob er außer seinen bisherigen zehn Jahren schon weitere 30 Jahre gelebt hätte.“

Meyjes zweifelte keinen Augenblick, dass der junge Darsteller die Rolle bewältigen würde. „In dem Moment, als er zur Tür hereinkam, war mir klar, dass er das Marskind ist“, erinnert er sich. „Was Bobby auszeichnet: Er ist auf Zuneigung nicht angewiesen. Ich stellte mir die Figur des Marskindes Dennis so vor, dass es manchmal sehr schwer ist, ihn zu lieben. Genau das drückte Bobby auf äußerst charmante und geheimnisvolle Weise aus. Er trug keine Schuhe. Er trug Jeans mit Löchern und hatte eine Plastiktasche dabei, weil Dennis alles mögliche Zeugs sammelt und es in Plastiktüten stopft. Als ich ihn sah, dachte ich sofort: ,Der ist mein Junge.‘“
Sobald John Cusack zugesagt hatte, wirkte er wie ein Katalysator auf seine Kollegen, die als weitere Darsteller zum Team stießen. Zu ihnen zählt Amanda Peet, mit der er bereits den erfolgreichen Mystery-Thriller „Identity“ (Identität) gedreht hat.
„Bei ,Identität‘ habe ich zugesagt, weil ich schon als Teenager total in John verknallt war, seit ich ihn in ,Say Anything‘ (Teen Lover) gesehen hatte“, erinnert sich Peet. „Ich brauchte eine Weile, bis ich mich normal mit ihm unterhalten konnte und den Menschen hinter der Rolle entdeckte, denn ich war von seinen Filmen vollkommen besessen.“
John Cusack in Verbindung mit dieser Story erwies sich für die junge Schauspielerin einfach als unwiderstehlich: „Mir gefällt das erlösende Moment des Films, denn auch David/John Cusack empfindet sich am Anfang als Außenseiter – und dann nimmt er das Kind unter seine Fittiche. Das fand ich einfach wunderbar.“

Peet zieht Vergleiche zwischen dem Filmthema Entfremdung und jugendlicher Rebellion: „Das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, setzen Jugendliche manchmal konkret um, indem sie bestimmte Vorlieben entwickeln – für Punk-Klamotten, für eine bestimmte Clique. Oder sie finden eine andere Möglichkeit, um ihre Entfremdung offiziell zu demonstrieren.“
John Cusack hat bereits acht frühere Filme mit seiner Schwester Joan gedreht und dachte natürlich auch jetzt wieder an sie, als es um die Rolle von Davids Schwester in „Mein Kind vom Mars“ ging. Für Cusack lag es auf der Hand, Joan zu besetzen: „Das war eine schlaue Idee von mir, denn sie braucht nur auf der Leinwand zu erscheinen, und sofort trifft sie den Nagel auf den Kopf. Sie ist eine tolle Schauspielerin und Komikerin – wenn ich sie also dazu bringe, in einem meiner Filme mitzuwirken, habe ich wirklich großes Glück. Und diesmal passte ihr die Rolle wie angegossen.“
Cusack stammt aus einer Showbusiness-Familie – Vater, Bruder und drei Schwestern sind ebenfalls Schauspieler. Von seiner Schwester Joan schwärmt er in den höchsten Tönen: „Wahrscheinlich hat sie das reinste Talent in unserer Familie. Sie kann sehr ernst sein und dann im Handumdrehen derart auf total flippig umschalten, wie das sonst niemandem gelingt. Sie geht ihre Rolle auf ungewöhnliche Weise an. Offenbar muss sie einfach nur irgendwelche Schotten öffnen – und dann gelingt ihr einfach alles. Meine Einstellung zu ihr: Wenn ich mit ihr eine Szene spiele, ducke ich mich einfach und versuche zu vermeiden, dass sie mich total plattwalzt. Und mit etwas Glück kann ich mich dann an ihre Rockschöße hängen.“
Seine Schwester bestätigt ihrerseits, dass sie sehr gern mit John arbeitet, weil sie seine Filmauswahl bewundert: „Die Filmbranche ist ein hartes Geschäft, es ist sehr schwierig, ein Projekt überhaupt auf die Beine zu stellen – erst recht, wenn es um komplexere Themen geht. John schraubt seinen Anspruch sehr hoch, er möchte nur an den denkbar besten Projekten mitwirken. Und er setzt sich mit aller Energie dafür ein, außergewöhnliche Filme auf die Leinwand zu bringen.“
Typisch direkt und lakonisch beschreibt Joan Cusack den Kern der Geschichte: „Das Leben ist reichlich verrückt und kann manchmal schon sehr seltsam sein – wen würde es da wundern, wenn wir uns manchmal wie Marsmenschen vorkommen? Doch im Grunde stehen die Beziehungen im Vordergrund: Wie geht man Probleme an? Wie bewältigt man Schwierigkeiten? Wie geht man mit seinen Schutzbefohlenen um? Wie akzeptiert man sie als eigenständige Persönlichkeiten?“
John Cusack beschreibt den Enthusiasmus, mit dem seine Kollegen für den Film unterschrieben: „Als die anderen Schauspieler Mennos Film ,Max‘ sahen, merkten sie, dass sie es mit einem begabten Regisseur zu tun haben. Manche Kollegen kannte ich bereits, und attraktiv war das Projekt wahrscheinlich wegen der Kombination dieser Faktoren. So bekamen wir für den Film ein Ensemble großartiger, sehr engagierter Schauspieler zusammen – viele begabte Leute fühlten sich angesprochen. Eine echt tolle Besetzung.“
Gut befreundet mit beiden Cusacks ist auch Oliver Platt, der mit John „The Ice Harvest“ (The Ice Harvest) und mit Joan „Working Girl“ (Die Waffen der Frauen) gedreht hat.
„Oliver Platt hat drei Kinder und begeisterte sich für den Vaterschaftsaspekt im Film – er wollte unbedingt dabei sein. Außerdem wollten wir gern wieder zusammenarbeiten“, erinnert sich John Cusack.

Sophie Okonedo wurde mit „Hotel Rwanda“ (Hotel Ruanda) für den Oscar nominiert. Diesmal spielt sie die Waisenhausdirektorin, und sie gibt sofort zu, dass auch für sie John Cusack in der Hauptrolle den Ausschlag gab: „Ich war schon vorher ein Fan von John. Letztlich habe ich auch deshalb zugesagt, weil ich mit ihm arbeiten wollte.“
Richard Schiff (TV-Serie „The West Wing“) hat ebenfalls bereits mit Cusack vor der Kamera gestanden. Weil er weiß, wie der Schauspieler seine Rollen auswählt und welche Begabung er mitbringt, fiel es ihm nicht schwer, sich für dieses Projekt zu entscheiden: „Mit John habe ich vor etlichen Jahren ,City Hall‘ (City Hall) gedreht, was damals viel Spaß gebracht hat. Ich hatte schon immer größte Hochachtung vor seinem Talent: Durch ihn wird der Stoff mit Leben erfüllt. Er sagt klar seine Meinung, ist ein aufrechter Kerl. Einem solchen Typen begegnet man nicht alle Tage.“
Aber Schiff hatte auch einen eher persönlichen Grund, in „Mein Kind vom Mars“ mitzuwirken: „Mir gefällt die Geschichte so gut, weil mein Sohn Gus so alt wie Dennis und selbst ein ganz besonderes, außergewöhnliches Kind ist. Auf jeden Fall habe ich mich als Kind sehr ähnlich gefühlt. Der gesamte Film fungiert als große Metapher für die Außenseitergefühle, die die meisten von uns in Kindertagen empfunden haben. Dennis reagiert extrem, aber wir alle können seine Emotionen sehr gut nachvollziehen. Wir kamen uns vor wie Marsmenschen – zumindest die, die nicht ständig im Mittelpunkt standen.“

Weil die Geschichte derart von den Figuren dominiert wird und Bobby Coleman darin seine erste Hauptrolle übernahm, entschieden sich die Filmemacher zu dem ungewöhnlichen Schritt, die meisten Szenen in der chronologischen Abfolge des Drehbuchs zu filmen – das kann man am besten als „Theatermethode“ definieren.
„Menno schlug vor, am Anfang zu beginnen und jeden Tag eine Live-Atmosphäre wie auf der Theaterbühne zu schaffen“, sagt Produzentin Corey Sienega.
Das war ein ganz entscheidendes Hilfsmittel, mit dem John Cusack Davids Beziehung zu Bobby/Dennis in ganz natürlichen Schritten entwickeln konnte. Laut Story dauert es geraume Zeit, bis der entfremdete Dennis Vertrauen zu seinem Ziehvater fasst. Um diese Entwicklung möglichst auch in der Realität nachzuvollziehen, blieb Cusack in den ersten Wochen auch während der Drehpausen auf Distanz zu Coleman.

„Ich wollte die Beziehung praktisch vor der Kamera mit ihm zusammen entwickeln“, erklärt Cusack. „Außerdem wollte ich ihm Gelegenheit geben, eine Beziehung zu Menno und zu seiner Rolle aufzubauen. Im Wesentlichen dreht sich der Film darum, wie Dennis und David unter einem Dach zusammenzuleben und zu kommunizieren versuchen. Also lag mir daran, mich nicht allzu schnell mit ihm anzufreunden. Das sollte sich ganz natürlich entwickeln.“
Bobby Coleman bewies bemerkenswerte Einsichten für einen so kleinen Jungen, als er dieses Verfahren sofort begriff und zu würdigen wusste: „Weil John gleich zu Anfang sagte, er wolle zunächst nicht so viel mit mir spielen, waren wir im Umgang miteinander irgendwie nervös. Aber mit der Zeit wurde er immer verspielter. Und das hat sehr geholfen.“
Instinktiv begriff Bobby seine Rolle – dass er zum Schauspieler geboren ist, merkten die Filmemacher und das Team sofort. Schon in der ersten Drehwoche, in der die Szenen vor dem Waisenhaus entstanden, wo David Dennis in dessen Pappkarton besucht, begann Bobby Anmerkungen für Regisseur Meyjes zu notieren. Cusack, die Filmemacher und die Mitarbeiter amüsierten sich köstlich, als Bobby vor der Wiederholung der Szene sagte: „Menno, halt dich nächstes Mal mit dem ,Cut‘ etwas zurück, weil John und ich noch weitermachen wollen.“ Bobbys Eltern schauten zu und waren sprachlos über die Vermessenheit ihres Sohnes, aber schnell wurde deutlich, dass Bobby einen ausgeprägten Schauspielerinstinkt hat.
Im weiteren Verlauf der Dreharbeiten erwies sich ein ums andere Mal, dass der Nachwuchsstar seine Begabung als Darsteller in die Wiege gelegt bekam. „Ich habe noch nie einen so natürlich begabten Schauspieler erlebt wie Bobby“, sagt Meyjes. „Er kam als Schauspieler auf die Welt. Beim täglichen Anschauen der Muster haben wir uns schlapp gelacht, weil er direkt vor der Einstellung Faxen machte wie der Tasmanische Teufel aus den Comics. Und wenn ich dann ,Action!‘ rief, verkroch er sich sofort in sich selbst und wurde zu Dennis. Das war einfach fantastisch!“
Auch John Cusack äußert sich enthusiastisch über seinen jungen Partner: „Er ist erstaunlich instinktsicher, bildet sich eine ganz eigene Meinung, und achtet tatsächlich intensiv auf sein Spiel – viel mehr als ich. Ich höre gern zu und lasse mich dann zu Reaktionen inspirieren, und erst später versuche ich festzulegen, was ich machen will. Doch Bobby hatte von vornherein ganz spezifische Vorstellungen: Dennis macht dies, aber jenes würde er nie tun. Bobby ist ein wirklicher toller Typ, der von Geburt an spielen konnte – solch eine Subtilität kann man niemandem beibringen.“

Cusack beschreibt, wie Bobby die psychologische Verfassung seiner Figur instinktiv erfasste und beschloss, jede Anbiederung zu vermeiden, mit der er sich die Sympathie der Zuschauer hätte erschleichen können: „Er hätte leicht in die Falle stolpern können, die Rolle sentimental zu übertreiben. Aber Bobby interessiert sich gar nicht für den Applaus der anderen. Vielmehr konzentrierte er sich darauf, Dennis auf den Grund zu gehen. Bobby ist sicher eine sehr verletzliche Persönlichkeit, aber er hat durchaus auch etwas von Jimmy Cagney an sich. Er ist sehr aufmerksam und so stark, dass er uns einfach mitreißt. Als Schauspieler kann er vollkommen ruhig vor der Kamera stehen und gar nichts tun – er lässt die Kamera quasi zu sich kommen. Ganz raffiniert. Er ist also wirklich begabt und wird von seinen Eltern wunderbar gefördert.“
In den Drehpausen mauserte sich Bobby in seiner fröhlichen und ansprechenden Art schnell zum Liebling des gesamten Teams. In dieser Hinsicht gleicht er den meisten anderen Kindern. Stolz wies er darauf hin, dass er direkt vor Drehstart seinen ersten Milchzahn verloren hatte. Und mit unbändiger Neugier registrierte er seine Umgebung. Gleichzeitig demonstrierte sich immer wieder seine außergewöhnliche Intelligenz.
Produzentin Corey Sienega beschreibt, dass die Arbeit mit dem jungen Darsteller wie ein Echo der Filmstory wirkte: „Wohl jeder im Team hatte das Gefühl, an der Erziehung des kleinen Marsjungen Dennis mitzuwirken. Er war mit wunderbarem Enthusiasmus bei der Sache und stellte uns Millionen von Fragen. Gleichzeitig sprach er manchmal wie ein regelrechter Philosoph und verblüffte uns damit immer wieder. Ein gutes Beispiel ist sein Kommentar zu Joan Cusack und ihre Filmrolle als Johns Schwester. Zu John sagte er: ,Wenn deine Schwester nächste Woche kommt und du sagst: ,Hey, Schwesterherz‘, denkt sie dann, du sagst das als ihr echter Bruder, oder denkt sie, dass du deine Rolle spielst?‘ Er macht sich wirklich tiefgründige Gedanken.“
Joan Cusack ist selbst Mutter zweier kleiner Söhne und staunte über die natürliche Begabung des jungen Coleman: „Bobby ist ein toller Junge. Ich finde Kinder mit ihrer Weltsicht allgemein ganz großartig und fabelhaft. Es gelingt Bobby, seine Rolle zu entwickeln, in sie hineinzuschlüpfen, was Kindern wunderbar hinbekommen. Vor allem kann er das bestens und mit großem Selbstbewusstsein artikulieren.“
Obwohl John Cusack auf der Leinwand bisher keine Vaterrolle gespielt hat, bringt er Erfahrungen als Onkel mit und kann sehr gut mit Kindern umgehen, wie seine Schwester Joan bestätigt: „Auch wenn Johns Persönlichkeit nicht leicht zu entschlüsseln ist, so bildet seine Vergötterung der Kids doch einen entscheidenden Hinweis. Er mag sie sehr und amüsiert sich prächtig mit ihnen. So habe ich ihn mein ganzes Leben lang erlebt, und auch mit meinen eigenen Kindern geht er so um – einfach toll!“

John Cusack beschreibt David als einen exzentrischen Einzelgänger, der den kleinen Dennis unbedingt adoptieren möchte, weil er in dem Jungen sich selbst als Kind wiedererkennt: „Offenbar entdeckt er in dem Kleinen Aspekte seiner eigenen Kindheitserfahrungen – diese frühe Flucht in eine Fantasiewelt ist dabei eine Überlebenstechnik. Wie viele Menschen projiziert er wahrscheinlich manches auf den Jungen – er glaubt, dass er Dennis retten muss, um sich selbst zu retten. Dennis ist eines von den Kindern, die sicher nur schwer Adoptiveltern finden, weil sie besondere Zuwendung brauchen und existenzielle Probleme aufarbeiten müssen. David beschließt also, ihm so viel Liebe zu geben, dass Dennis auf seine Mars-Fantasie verzichten und sich wieder ins Menschengeschlecht einreihen kann. Doch Dennis denkt gar nicht daran, seine Fantasien aufzugeben.“

David steht also vor einem persönlichen Problem, das man aber als zentrales Dilemma aller Eltern beschreiben kann.
„Einerseits muss David dem Kleinen Sozialtugenden beibringen, damit er sich ins Leben integrieren kann“, sagt Cusack. „Aber andererseits darf er Dennis’ Persönlichkeit auch nicht verbiegen. Das ist letztlich die schwere Aufgabe, vor der die meisten Eltern stehen. Ich habe das in der Beziehung zu meinen Eltern erlebt und beobachte es jetzt auch in den Beziehungen meiner Schwester zu ihren Kindern und bei Freunden, die Eltern sind. Das ist eine Art Kunstform: Wie weit muss man gehen, um die Kids in Einklang mit der Welt zu bringen? Wie weit muss man ihnen die Freiheit geben, ihre Persönlichkeit zu entwickeln? Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Leute, die behaupten, dass die Antwort leicht sei, haben bestimmt keine eigenen Kinder. Diese Gratwanderung muss also auch David bewältigen.“
Während sich David dem Risiko und den schwierigen Aufgaben seiner plötzlichen Vaterschaft stellt, wird er uneingeschränkt von Harlee, der Freundin seiner verstorbenen Frau, unterstützt. Amanda Peet beschreibt die Situation aus der Sicht der von ihr gespielten Figur und ihrer Rolle in Davids Leben: „Als Harlee spreche ich das aus, was Davids verstorbene Frau sagen würde. Sie bestärkt ihn, verstärkt ihn positiv. Wenn wir jemanden verloren haben, wäre es schön, wenn wir immer auch jemanden fänden, der als Sprecher des Verstorbenen auftritt, weil man als Hinterbliebener leicht Schuldgefühle bekommt und wahrscheinlich glaubt, dass man das nicht ertragen kann. Man ist überzeugt, dass man nie mehr glücklich werden kann. Wahrscheinlich fürchtet man, dass man bei einer neuerlichen Berührung genauso alles kaputt macht, wie es bisher kaputtgegangen ist. Doch Harlee macht David klar, dass sich alles zum Guten wendet, dass er sein Herz erneut öffnen und Freude empfinden kann. Das gefällt mir an ihr. Sie ist eine gute Seele.“
Wie reagiert Harlee auf den merkwürdigen Jungen, den ihr Freund adoptieren will? Dazu Amanda Peet: „Harlee hält es für ganz normal, dass Dennis seine Macken hat – gegen individuelle Eigenarten ist nichts einzuwenden. Als Optimistin gönnt sie ihm seinen Karton, und sie lässt ihn auch kopfüber von der Stange hängen, wenn er das will. Denn das schadet doch niemandem!“
Im Gegensatz zu Harlees Ansatz hält die von Joan Cusack gespielte Liz überhaupt nichts von Davids Plan, den eigenartigen Jungen zu adoptieren.
„Als liebevolle Schwester macht Liz sich Sorgen – das kann ich sehr gut nachvollziehen“, erklärt Cusack. „Denn sie findet, dass er zunächst eine Familie gründen und ein normales Leben führen sollte, bevor er ein Kind adoptiert. Er hat gerade eine Tragödie hinter sich – vielleicht ist er noch nicht bereit für den Jungen. Wenn man einen Sinn im Leben sucht, sind Kinder bestens dafür geeignet, aber man muss sich vorbehaltlos für sie engagieren und Opfer bringen. Meiner Meinung nach bereichern Kinder das Leben außerordentlich – in diesem Sinne ist es also kein Opfer. Doch in jedem Fall muss man sein Ego zurückstellen. Und Liz macht sich eben Sorgen, ob David dazu schon bereit ist.“
Bobby Coleman interpretiert auf ganz persönliche Weise, was Dennis’ Aufgabe auf diesem Planeten ist und welche Probleme das mit sich bringt.
„Dennis’ Auftrag besteht darin herauszufinden, was die Menschen auf der Erde machen“, sagt Bobby. „Er findet das Leben auf der Erde reichlich kompliziert. Für ihn birgt das Leben große Probleme, und von den Erdlingen im Waisenhaus wird er immer nur herumgeschubst. Die Kinder um ihn herum behandeln ihn sehr gemein, aber er hält sie gar nicht für gemein, weil er davon ausgeht, dass sich alle Menschen so verhalten. Und irgendwie stimmt das ja sogar, denn alle sind manchmal gemein.“
„Er haust in einem Karton, weil er Angst vor der Sonne hat“, fährt Coleman fort. „Diese Angst ist schon komisch. Und er schmiert sich dick mit der Sonnencreme ein, die David ihm schenkt. Außerdem hat er Probleme mit der Schwerkraft. Ständig trägt er den Gürtel mit Gewichten, damit er nicht davonfliegt. Aber da liegt er völlig falsch, weil die Erde eine viel stärkere Schwerkraft hat als der Mars. Doch so steht es nun mal in der Geschichte.“
Sophie Okonedo übernimmt die Rolle der Waisenhausdirektorin, die David mit dem kleinen Marsjungen bekannt macht. Auch sie war beeindruckt vom schauspielerischen Scharfsinn des kleinen Bobby Coleman.
„Bobby ist absolut fantastisch“, schwärmt Okonedo. „Was sehr außergewöhnlich ist, denn oft tun sich Kinderdarsteller schwer mit Regieanweisungen. Doch Bobby ist phänomenal. Am ersten Drehtag sagte ich zu John: ,Warum geben wir nicht gleich auf und gehen nach Hause, denn wie könnten wir es jemals mit diesem kleinen Schauspielgenie aufnehmen?‘“
Auch das Improvisationstalent des Schauspieldebütanten verblüffte Okonedo: „Wenn wir improvisierten, stellte er sich sofort auf uns ein – und das ist sehr schwierig. Tatsächlich haben wir jede Wiederholung anders gedreht. Er musste also immer genau überlegen, was er sagte. Er brachte sich total ein und stellte sich dem Test. Ein unglaublich kluger Kopf!“
Produzent David Kirschner schreibt John Cusack den entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von Bobby Colemans schauspielerischem Talent zu: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Arbeit mit John für Bobby Wunder gewirkt hat“, sagt Kirschner. „Bobby hörte John zu, sog alles auf und konnte daraufhin Dennis’ Gefühle deutlich besser ausdrücken. Oft starrte ich auf den Monitor, und mir lief es dabei kalt den Rücken herunter.“
Im Lauf der Dreharbeiten entwickelte sich eine enge Vertrautheit aller Hauptdarsteller. Weil sich viele von ihnen bereits über John Cusack kannten, erlebten alle Beteiligten sehr angenehme Dreharbeiten.
Dazu Amanda Peet, die sich auf den neuen Film mit John Cusack freute: „Ich arbeite liebend gern mit ihm zusammen – ein wirklich fähiger Kollege, ein echter Schauspieler für Schauspieler, sehr zuvorkommend und freigebig. Und er ist sehr verspielt, reagiert ganz spontan, was sehr lustig ist. Er ist überhaupt nicht pingelig – so macht die Arbeit immer Spaß.“
Auch „Marskind“ Bobby Coleman äußert sich begeistert über seinen berühmten Filmpartner. Über seine Lernerfahrung sagt er: „Es war toll, John kennenzulernen, denn es bringt echt Spaß, mit ihm zu arbeiten. Mir gefällt, wie er die Szenen gestaltete. Zum Beispiel machte ich manchmal einen kleinen Fehler und sagte ein falsches Wort oder so, und er stellte sich sofort darauf ein, um mich besser aussehen zu lassen. Und deswegen sah ich tatsächlich besser aus. Er hielt die Szene zusammen – das war echt cool.“
Regisseur Menno Meyjes beschreibt, wie sich das Verhältnis zwischen John Cusack und Bobby Coleman am Set entwickelte und zu ganz unerwarteten Resultaten führte: „Für mich war es eine Offenbarung mitzuerleben, wie Johns Zuneigung und Respekt vor Bobby als Schauspieler wuchs. Dann begann er mit Bobby sogar zu improvisieren, dass ich echt staunte. Gemeinsam erfanden sie vor der Kamera neue Varianten, die uns begeisterten.“
Tief bewegt erlebte auch Produzentin Corey Sienega mit, wie Cusack und Coleman den Zauber der Story gemeinsam zum Leben erweckten: „John und Bobby bei der Arbeit zu beobachten war faszinierend. John ist als Schauspieler immer der Wahrheit auf der Spur. Wir haben noch nie mit jemandem gearbeitet, der sich so sehr dieser Wahrheitssuche verschreibt. Und was ich an Bobby so unfassbar finde: Er kann gar nicht anders als absolut wahrhaftig aufzutreten. John hat das in ihm erkannt und respektiert. Sie entwickelten gegenseitiges Vertrauen auf Augenhöhe und experimentierten in ihren Szenen. Offenbar fühlte sich Bobby vollkommen wohl dabei, die Szenen auszuloten und sich mit John die Bälle zuzuspielen. Er ließ sich nicht ins Bockshorn jagen und niemals einschüchtern. Bobby und John waren am Set absolut gleichberechtigt – es war eine Wonne, das mitzuerleben.“

Cusack gibt ein verblüffendes Beispiel für Bobbys überraschendes Selbstvertrauen in seine eigenen Schauspielfähigkeiten: „In einer Szene sollte Bobby laut Skript in der Küche auf mich zugehen, während ich das Frühstück vorbereite. Bei der Probe verlassen also alle den Set, ich streiche auf der Arbeitsfläche das Sandwich und warte darauf, dass Bobby erscheint. Er kommt herein, schaut mich aber nicht einmal an, sondern setzt sich am anderen Ende des Raums einfach hin. Da lachen wir los und meinen: ,Na ja, das können wir ja wohl gleich so drehen!‘ Doch dann fragen wir: ,Bobby, glaubst du nicht, dass Dennis morgens zu David rübergehen und irgendwie hallo sagen würde?‘ Darauf sagt er: ,Nein, das würde Dennis wohl nicht machen.‘ Er hatte ganz präzise Vorstellungen davon, was Dennis tun und lassen würde. Einfach toll.“
Und der Kontrast zwischen Bobby und seiner Rolle äußerte sich laut Cusack durchaus dramatisch: „Bobby ist ein total lockerer, angenehmer Typ. Aber wenn er sich in Dennis verwandelte, verkroch er sich völlig in sein Inneres und wurde unglaublich still. Manchmal musste man sich wirklich noch einmal klarmachen, wie jung er noch ist.“
Ein wesentlicher Einfluss beim kreativen Prozess am Set war natürlich das inszenatorische Konzept von Regisseur Menno Meyjes. John Cusack würdigt Meyjes’ Fähigkeit, Bobby Coleman die Entwicklung seiner Filmfigur zu überlassen und auf die Instinkte des kleinen Darstellers zu vertrauen: „Menno hat als Regisseur, Künstler und Mensch die nötige Reife erlangt, um zu erkennen, wie wichtig der Instinkt ist. Konventionelles Filmemachen interessiert ihn nicht. Er wünscht sich, dass alles von den Schauspielern ausgeht. Er hat genau auf Bobbys Instinkt gehört. In gewisser Weise halten wir uns einfach nur abseits und lassen Bobby erzählen, was Dennis tut und lässt. Am klügsten verhalten wir uns, indem wir ihn wie einen Erwachsenen behandeln, als echten Partner.“

„Was mir an Menno so besonders gefällt: Er hat eine erstaunliche Beobachtungsgabe, mit der er das Leben, die Interaktionen, die Beziehungen analysiert“ fügt Produzent David Kirschner hinzu. „So gestaltete er in diesem Film ungemein bewegende, wunderschöne Momente, von denen zuvor niemand auch nur geträumt hatte. Er eröffnet der Story eine neue, tiefgründige, intelligente und humorvolle Dimension.“
Vielleicht ist Dennis nur ein verstörter Waisenjunge, der behauptet, vom Mars zu stammen. Andererseits scheint er unheimliche Fähigkeiten zu besitzen. Die Zweideutigkeit dieser kindlichen Figur interpretierten die Filmemacher jeweils auf eigene Art, was manchmal beim Dreh zu interessanten Diskussionen führte.

John Cusack präsentiert seine persönliche Version des Geheimnisses im Zentrum der Story. Er beschreibt zunächst, wie sich dieser Aspekt in Bezug auf David und Dennis entwickelt. Er bezieht sich auf die angebliche Fähigkeit des Jungen, Farben „schmecken“ zu können und mit seinen „Marswünschen“ unter anderem den Signalwechsel der Verkehrsampeln oder das Ergebnis eines Baseball-Spiels zu beeinflussen: „Je mehr Zeit David mit Dennis verbringt, desto mehr begreift er, wie engagiert der Kleine seine Mission verfolgt, die menschliche Existenz auf Erden zu dokumentieren. Dennis behauptet, vom Mars zu stammen, vollzieht viele Rituale, von denen keines logisch erscheint, aber das System besteht aus jeder Menge von ihm ausgearbeiteter Details. Später im Film tut er merkwürdige Dinge oder beweist ungewöhnliche Einsichten in Vorgänge, die sich auf der Grenze zwischen Taschenspielertricks und außerirdischen Fähigkeiten bewegen. Das alles ist derart seltsam, dass sich David langsam selbst für verrückt hält. Der Film deutet an, dass der Kleine aus einer anderen Galaxis stammen könnte – oder auch nicht. Aber keiner der Erwachsenen im Film nimmt das richtig ernst, keiner geht darauf ein. Sie betrachten das vielmehr als Metapher für die Entfremdung. Dennoch bleibt eine Restmenge jener Vermutung, dass er tatsächlich die Wahrheit sagt.“

Ganz ähnlich sieht auch Produzent David Kirschner die ungeklärte Herkunft des Jungen: „Dennis zeigt sehr minutiös ausgearbeitete Emotionen. Als wir den Kleinen kennenlernen, hat John Cusack/David ihm eine Flasche Sonnencreme mitgebracht, später bekommt er eine Sonnenbrille. Dennis trägt einen Gürtel mit Gewichten, und seine Schuhe haben punkartige, dicke Sohlen, was irgendwie komisch wirkt, weil wir den Grund dafür nicht kapieren. Aber im Lauf der Geschichte tut uns der Junge immer mehr Leid. Denn es ist doch sehr traurig, dass er überzeugt ist, ohne den Ballast-Gürtel davonzufliegen, und dass die Sonne durch seine Haut dringt, wenn er sich nicht wie ein Kabuki-Darsteller mit Sonnencreme einschmiert. Trotzdem fragt man sich im Verlauf des Films immer öfter, ob er vielleicht wirklich aus einer anderen Welt stammt.“
Regisseur Menno Meyjes scheint dieses Rätsel eher gutzuheißen: „Dennis lässt sich nicht vollständig erklären. Und obwohl wir den Film deutlich realistischer gestalten, als man anhand des Drehbuchs erwarten konnte, bleiben einige seiner Fähigkeiten ungeklärt. Aber das spielt keine große Rolle, weil er die Welt aus der Sicht eines Marsmenschen betrachtet – und am Ende könnte sich das als absolut legitim erweisen.“

Ähnlich beurteilt das auch Produzentin Corey Sienega, und sie betont, dass es in der letzten Szene des Films nicht um die Klärung der vom Kind behaupteten Alien-Herkunft geht, sondern um Liebe und Anerkennung: „Am Ende merkt David, dass Dennis sein Sohn ist – egal ob er nun vom Mars stammt oder nicht. Die große Frage, die sich durch den Film zieht, ist damit bedeutungslos geworden. Vielmehr geht es darum, dass er den Jungen in seiner Eigenart akzeptiert. Er vertraut ihm und sagt: ,Ich liebe dich, wer du auch bist.‘“
Gegen Ende der Dreharbeiten kam hoher Besuch an den Set und löste bei Darstellern und Team Begeisterung aus: Der berühmte Science-Fiction-Autor David Gerrold, Autor der preisgekrönten Kurzgeschichte, die die Vorlage zu „Mein Kind vom Mars“ bildet, erschien mit seinem Adoptivsohn Sean, stellte sich den Darstellern vor und schaute bei den Aufnahmen zu.
Für Gerrold und Sean war es sehr bewegend, die Kinofassung jener Geschichte zu erleben, die Motive ihrer eigenen Beziehung verarbeitet. Nachdem Gerrold sich mit John Cusack über die Unterschiede zwischen den tatsächlichen Ereignissen und der Filmversion unterhalten hatte, rief er: „Also, die Einzelheiten interessieren mich gar nicht – ihr habt Herz und Seele der Story genau getroffen. Denn das Entscheidende ist die Beziehung der beiden.“
Sehr gerührt war Gerrold, als er zuschaute, wie David das Museum betritt und den winzigen Dennis vor der gigantischen Marslandschaft wahrnimmt.

„Das trieb mir buchstäblich die Tränen in die Augen, weil ich ihre Beziehung spürte, die Liebe, die der Mann für seinen adoptierten Sohn empfindet. Ein mitreißender Moment“, sagt Gerrold.
Weil die Story vor allem die Figuren in den Mittelpunkt stellt, dienten die Sets im Wesentlichen dazu, die Entwicklung der Beziehung zwischen David und Dennis zu unterstreichen.
Das Team drehte vorwiegend in Vancouver im kanadischen British Columbia, wo man Gebäude auftreiben musste, die das Wesen der Filmhelden komplementieren.
Der etwas introvertierte Science-Fiction-Autor David wohnt in einem Haus, das von rechten Winkeln, Ecken und Kanten beherrscht wird – ein sehr moderner Kasten inmitten wuchernder Vegetation. Dieses Konzept ergab sich aus Dennis’ Verhalten, der Schutz sucht, indem er sich in einem Pappkarton verkriecht. Als Dennis bei David einzieht, sind die Wände seines Zimmer daher exakt in der braunen Farbe der Pappe gestrichen.

Dabei muss man allerdings darauf hinweisen, dass dieses gestalterische Konzept sehr subtil angewandt wird, wie Produktionsdesigner Hugo Luczyc-Wyhowski berichtet: „Entfremdung ist eine sehr merkwürdige Sache – selbst in ganz normalen Aspekten unseres Alltags findet man sie. Wichtig war uns, das Thema Entfremdung im Film nicht zu dick aufzutragen. Wir beschreiben die Umgebung von entfremdeten Personen, ohne in Klischees zu verfallen. Im Film stehen die Leistungen der beiden Hauptpersonen eindeutig im Mittelpunkt, jede Design-Überlegung ordnet sich dieser Beziehung völlig unter. In diesem Film springen uns Design-Ideen auf keinen Fall demonstrativ ins Gesicht.“

Dass in Vancouver gedreht wurde, war auch für die Beschreibung des nicht gelösten Geheimnisses im Zentrum der Story durchaus wichtig, wie Luczyc-Wyhowski erklärt: „Für uns war sehr günstig, dass wir nicht in Los Angeles drehten, denn der Grad der Polarisation in Vancouver unterstützt unseren Ansatz. Beim Dreh in L.A. wären Licht und Atmosphäre völlig anders gewesen. In Vancouver herrscht eine diffusere, eher mehrdeutige Atmosphäre, die ich besonders schätze, weil sie einen wichtigen Aspekt des Films unterstreicht.“
Natürlich war einer der beeindruckendsten Sets des Films die Marslandschaft im Observatorium, das David mit Dennis besucht. Sie ist vor gigantischen Transparenten mit Fotos vom Mars installiert. Vor dieser Kulisse der Felsenwüste auf dem Roten Planeten steht der kleine Dennis ganz verloren und lernt die Realität seiner eingebildeten „Heimat“ kennen.
Bei der Gestaltung des Sets wurde das Filmteam von der Nasa unterstützt – sie stellte die Filmbilder zur Verfügung, die im Museum auf mehreren großen Monitoren zu sehen sind, aber auch das echte Modell des berühmten Space Rover. Außerdem fertigten die Ausstatter riesige Poster nach echten Fotos von der Planetenoberfläche an.
Als das Ende der Dreharbeiten nahte, äußerten die Schauspieler und Filmemacher ihre Hoffnungen, die sie für den Film und die Zuschauerreaktionen hegten.
„Ich hoffe, dass die Zuschauer sich gut unterhalten, dass sie in der Überzeugung nach Hause gehen: Väter und Mütter sind echte Alltagshelden“, sagt John Cusack. „Dieser Tanz der Eltern mit ihren Söhnen und Töchtern ist im Grunde das Drama des Lebens. Vielleicht können wir zeigen, wie schwer und hip es ist, Vater und Mutter zu sein. Das wäre schön.“
Bobby Coleman entwickelte ganz eigene scharfsinnige Erkenntnisse zum möglichen Effekt des Films: „Hoffentlich merken die Zuschauer, dass Dennis und David als Kinder ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und hoffentlich erkennen sie, dass die beiden sich immer näher kommen. Manchmal streiten sie sich und entfernen sich wieder, aber letztlich kommen sie zusammen und sind glücklich. Hoffentlich versteht das jeder.“
Sein Regisseur pflichtet ihm voll und ganz bei: „Ich hoffe, dass die Leute in gute Stimmung versetzt werden“, sagt Menno Meyjes. „Bestimmt fühlen sich die Zuschauer am Schluss besser als am Anfang.“

Produzentin Corey Sienega äußert die Hoffnung, dass der Film als Würdigung der Elternschaft verstanden wird: „Wir möchten den Film als Liebesbrief an all jene Eltern verstanden wissen, die sich anstrengen, alles richtig zu machen. Die Zuschauer sollen stolz darauf sein, dass sie gute Arbeit leisten und ihr Bestes geben. Der Film ist ein Tribut an die Familie.“
Es scheint nur angemessen, dass sich David Gerrold abschließende Gedanken über die ernüchternde Realität der Story macht, die Teil seines Lebens ist, aber auch das Schicksal vieler amerikanischer Kinder spiegelt: „Die Zahlen sind beängstigend: Eine halbe Million Kinder lebt in Pflegeheimen. Und 100.000 – das ist eine mittelgroße Stadt – von ihnen werden nie Adoptiveltern finden. Denn es gibt kaum geeignete Paare, die sich der Herausforderung stellen, ein besonders betreuungsbedürftiges Kind aufzunehmen. Ein Kind, das misshandelt wurde, das emotional gestört und hyperaktiv, vielleicht auch HIV-positiv ist. Doch auch diese Kinder brauchen Liebe, sehnen sich verzweifelt nach Zuwendung. Daher wünsche ich mir, dass der Film diesen Kids ermöglicht, die Waisenheime zu verlassen und Eltern zu finden, die sie nachts zudecken, in den Arm nehmen, ihnen eine Geschichte vorlesen und versichern, wie sehr sie sie lieb haben. Kein einziges Kind sollte ohne Vater und Mutter aufwachsen müssen.“




DARSTELLER

JOHN CUSACK
David

Mit seiner beeindruckenden Filmografie hat sich John Cusack im Lauf der vergangenen zwei Jahrzehnte als einer der angesehensten Hollywood-Schauspieler seiner Generation profiliert. Für seine ernsten und komischen Rollen erntete er nicht nur Kritikerlob, sondern auch begehrte Auszeichnungen.
Derzeit arbeitet Cusack an Jan de Bonts Action-Thriller „Stopping Power“ (Stopping Power), der von IM Global verliehen wird. Cusack spielt darin einen Testpiloten, der mit etlichen halsbrecherischen Verfolgungsjagden seine gekidnappte Tochter vor einem flüchtigen Dieb zu retten versucht.
Anschließend trat Cusack für The Weinstein Company in „Grace Is Gone“ auf und verantwortete mit seiner Firma New Crime Productions auch die Produktion. Der Film lief 2007 in Sundance und gewann den Publikumspreis. Cusack spielt darin den jungen Vater Stanley Phillips, der mit seinen Töchtern spontan eine Reise macht, als er erfährt, dass seine Frau beim Kriegseinsatz im Irak umgekommen ist. Der von James C. Strouse geschriebene und inszenierte Film lief am 6. Oktober in den USA an.

Im Sommer 2007 war Cusack in dem Dimension-Films-Kassenknüller „1408“ (Zimmer 1408 ) zu sehen. Darin spielt Cusack den auf übernatürliche Phänomene spezialisierten Autor Mike Enslin, der beweisen will, dass es sich bei einem Spukhotel in New York nur um Humbug handelt. Bei der Recherche für sein Buch mietet sich Enslin in dem berüchtigten Zimmer 1408 ein und lernt auf die harte Tour, dass die Mythen und Vorkommnisse grausige Realität sind. Die Regie führte Mikael Håfstrom, das Drehbuch schrieben Matt Greenberg, Scott Alexander und Larry Karaszewski nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King.
Inzwischen abgedreht ist Cusacks Film „Brand Hauser: Stuff Happens/War, Inc.“ mit Joan Cusack, Marisa Tomei, Hilary Duff und Sir Ben Kingsley, den er mit New Crime Productions auch produzierte. Joshua Seftel inszenierte den Film im bulgarischen Sofia. Cusack verfasste das Drehbuch mit Jeremy Pikser und Mark Leyner. In dem Science-Fiction-Film spielt Cusack einen Auftragskiller, der in der Wüstenstadt Turagistan den Chef eines großen Konzerns eliminieren soll und zwischen Pflicht und Liebe entscheiden muss.
2005 übernahm Cusack neben Billy Bob Thornton die Hauptrollen in der schwarzen Komödie „The Ice Harvest“ (The Ice Harvest). Harold Ramis inszenierte den Film nach dem Roman von Scott Phillips für Focus Features. Im Jahr zuvor trat Cusack in „Runaway Jury“ (Das Urteil – Jeder ist käuflich) neben den Hollywood-Legenden Gene Hackman und Dustin Hoffman auf. Gary Fleders verfilmte John Grishams gleichnamigen Bestsellerroman. 2003 wirkte Cusack für Columbia Pictures neben Amanda Peet, Alfred Molina und Ray Liotta in James Mangolds Thriller „Identity“ (Identität) mit.

Im Dezember 2002 lief Menno Meyjes’ umstrittener Film „Max“ in den USA an. Cusack spielt den eleganten, klugen ehemaligen Kavallerieoffizier Max Rothman, der in seine Heimatstadt München zurückkehrt, um eine Kunstgalerie zu eröffnen. Dort trifft er einen weiteren ehrgeizigen Künstler, den jungen Adolf Hitler (gespielt von Noah Taylor). Der von Cusack auch produzierte Film rief 2002 auf dem Filmfestival in Toronto heftige Reaktionen hervor und war in den USA wegen seines Sujets lange Zeit ein Thema in den Medien.
2001 erhielt Cusack eine Nominierung für den Golden Globe in der Kategorie Bester Darsteller in einer Komödie/Musical: Gewürdigt wurde sein Auftritt in der Verfilmung von Nick Hornbys britischem Roman „High Fidelity“ (High Fidelity). Neben seiner Hauptrolle fungierte Cusack auch als Co-Produzent, und er schrieb das Drehbuch zusammen mit Steve Pink und D.V. DeVincentis. Weitere Rollen übernahmen Jack Black, Lisa Bonet, Catherine Zeta-Jones und Johns Schwester Joan Cusack.

1999 trat Cusack in der schwarzen Komödie „Being John Malkovich“ (Being John Malkovich) auf. Mit seiner Darstellung wurde er für den Independent Spirit Award nominiert. Im selben Jahr war Cusack in dem Ensemble-Film „Cradle Will Rock“ (Das schwankende Schiff) zu sehen, den Tim Robbins schrieb und inszenierte. Cusack spielte den Nelson Rockefeller, weitere Rollen übernahmen Emily Watson, Cary Elwes, Angus McFadden, Susan Sarandon, Hank Azaria, John Turturro, Ruben Blades und Vanessa Redgrave. Mit Billy Bob Thornton, Angelina Jolie und Cate Blanchett trat er in Mike Newells Komödie „Pushing Tin“ (Turbulenzen – und andere Katastophen) auf. Im selben Jahr übernahm er die Hauptrolle in dem HBO-Film „The Jack Bull“ (Reiter auf verbrannter Erde), einem traditionellen Western nach einem Drehbuch seines Vaters Dick Cusack. Als Executive Producers fungierten neben Cusack Steve Pink und D.V. DeVincentis für New Crime Productions.

Im Dezember 1998 wirkte Cusack in dem Weltkriegsfilm „The Thin Red Line“ (Der schmale Grat) nach dem Roman von James Jones über die Schlacht von Guadalcanal mit. Regie führte Terrence Malick für 20th Century Fox. Zum Ensemble gehörten George Clooney, Woody Harrelson, Nick Nolte, Gary Oldman, Sean Penn, Bill Pullman und John Travolta.
1997 spielte Cusack neben Joan Cusack, Dan Aykroyd und Minnie Driver für Buena Vista Pictures die Hauptrolle in „Grosse Pointe Blank“ (Ein Mann – ein Mord; auch: Grosse Pointe Blank – Erst der Mord, dann das Vergnügen). Cusack erhielt begeisterte Kritiken für die Komödie, die er auch als Produzent und Co-Autor verantwortete. Es geht darin um einen Auftragskiller, der ein Ehemaligentreffen seiner Schule besucht und dadurch sein Leben infrage stellt. Mit diesem Film gab seine Firma New Crime ihren Einstand.

1997 war Cusack außerdem neben Nicolas Cage, John Malkovich und Steve Buscemi in Simon Wests Buena-Vista-Blockbuster „Con Air“ (Con Air) zu sehen. Im selben Jahr trat er neben Kevin Spacey für Warner Bros. in Clint Eastwoods „Midnight in the Garden of Good and Evil“ (Mitternacht im Garten von Gut und Böse). In der Verfilmung von John Berendts gleichnamigem Sachbuchbestseller spielte Cusack den Filmerzähler John Kelso. Daneben wirkte Cusack als Sprecher in dem animierten Fox-Film „Anastasia“ (Anastasia) mit – seine Kollegen waren Meg Ryan als Anastasia, Christopher Lloyd als Rasputin und Kelsey Grammer als Vladimir.
1995 spielte Cusack für Castle Rock und Columbia Pictures neben Al Pacino die Hauptrolle in Harold Beckers Polit-Thriller „City Hall“ (City Hall). 1994 arbeitete er zum zweiten Mal mit Woody Allen zusammen, der ihn bereits 1991 in „Shadows and Fog“ (Schatten und Nebel) besetzt hatte. Diesmal spielte er den Theaterautor David Shayne in dem berühmten „Bullets Over Broadway“ (Bullets Over Broadway) für Miramax. Zum Ensemble zählten Chazz Palminteri, Jennifer Tilly, Dianne Wiest und Tracey Ullman. Weitere Spielfilme: „The Road to Wellville“ (Willkommen in Wellville), „True Colors“ (Der Preis der Macht), „Broadcast News“ (Nachrichtenfieber – Broadcast News), „Stand by Me“ (Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers) und „Better Off Dead“ (Lanny dreht auf). Außerdem hat Cusack in etlichen romantischen Komödien mitgewirkt, darunter für Miramax in Peter Chelsoms „Serendipity“ (Weil es dich gibt) mit Kate Beckinsale; und für Sony Pictures neben Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones und Billy Crystal in „America’s Sweethearts“ (America’s Sweethearts).
Bekannt wurde Cusack in den Filmklassikern der 1980er-Jahre wie „The Sure Thing“ (Der Volltreffer), „Say Anything“ (Teen Lover) und „Sixteen Candles“ (Das darf man nur als Erwachsener). In der Folge legte Cusack sein Image als Teen-Lover ab, indem er sich in dramatischen Filmen, Komödien und Thrillern bewährte: „The Grifters“ (Grifters), „Eight Men Out“ (Acht Mann und ein Skandal), „Adaptation“ (Adaption), „Being John Malkovich“ (Being John Malkovich), „High Fidelity“ und „Grosse Pointe Blank“.

Cusack lebt abwechselnd in Los Angeles und Chicago.


AMANDA PEET
Harlee

Mit ihrem überzeugenden Stil und einer entwaffnenden Schlagfertigkeit gehört Amanda Peet zu den aufstrebenden Stars. Die wandlungsfähige Schauspielerin bewährt sich in romantischen Komödien, Dramen und Thrillern. Aktuell trat sie neben Zach Braff und Jason Bateman in der Liebeskomödie „The Ex/Fast Track“ (Dein Ex – mein Albtraum) auf und war als Jordan McDeere neben Matthew Perry und Bradley Whitford in Aaron Sorkins TV-Serie „Studio 60 on the Sunset Strip“ zu sehen.
2008 ist Peet neben ihren Kollegen Luke Wilson, Evan Rachel Wood und Dennis Quaid in dem animierten Film „Terra“ zu hören.

2006 gab Peet ihr Broadway-Debüt in der Neuinszenierung von Neil Simons Komödie „Barefoot in the Park“ (Barfuß im Park). Sie und Patrick Wilson spielten ein frischverheiratetes Paar, das in den 1960er-Jahren in ein kleines Apartment in Greenwich Village zieht. Zuvor trat Peet neben Ben Stiller und Jeffrey Wright in Neil LaButes Off-Broadway-Stück „This Is How It Goes“ (Wie es so läuft) auf.

Zu ihren zahlreichen Kinoauftritten gehört auch der von Warner Bros./Section Eight produzierte, für den Oscar nominierte Thriller „Syriana“ (Syriana) mit Matt Damon, George Clooney und Chris Cooper. 2005 spielte Peet neben Ashton Kutcher die Hauptrolle in Nigel Coles „A Lot Like Love“ (So was wie Liebe). Weitere Filme: Woody Allens „Melinda & Melinda“ (Melinda & Melinda) mit Will Ferrell; „The Whole Nine Yards“ (Keine halben Sachen) und die Fortsetzung „The Whole Ten Yards“ (Keine halben Sachen 2 – jetzt erst recht); außerdem war sie 2003 in dem Hit „Something’s Gotta Give“ (Was das Herz begehrt) mit Jack Nicholson und Diane Keaton, und ebenfalls 2003 neben John Cusack und Ray Liotta in dem Thriller „Identity“ (Identität) zu sehen. 2002 wirkte Peet neben Morgan Freeman und Ashley Judd in Carl Franklins Thriller „High Crimes“ (High Crimes – Im Netz der Lügen) und in „Changing Lanes“ (Spurwechsel) neben Samuel L. Jackson, Ben Affleck und Sydney Pollack mit. Im selben Jahr spielte sie Jeff Goldblums schöne, gut situierte und drogensüchtige Geliebte in Burr Steers’ „Igby Goes Down“ (Igby!).
Die amerikanischen Fernsehzuschauer begeisterte Peet als Jack in der Warner-Bros.-Serie „Jack and Jill“.

Amanda Peet stammt aus New York. Ihren College-Abschluss machte sie in Amerikanischer Geschichte an der Columbia University. Gleichzeitig nahm sie Schauspielunterricht bei Uta Hagen – dadurch entschloss sie sich schließlich für eine Schauspielkarriere.


SOPHIE OKONEDO
Sophie

Sophie Okonedo spielte 2005 neben Don Cheadle die Hauptrolle in Terry Georges von der Kritik gefeierten „Hotel Rwanda“ (Hotel Ruanda). In dem außergewöhnlichen Film geht es um einen heldenhaften Hotelgeschäftsführer, der während des Völkermords im Ruanda der 90er-Jahre Tausenden von Menschen das Leben rettete. Okonedo erhielt für ihre Leistung neben der Nominierung für den Oscar auch den Preis der Screen Actors Guild (US-Gewerkschaft der Film- und TV-Schauspieler und den Preis der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP; Vereinigung zur Förderung der Farbigen). Der Film wurde auf dem Filmfestival in Toronto uraufgeführt und gewann dort den renommierten People’s Choice Award.
Nach ihrem Abschluss an der Londoner Royal Academy of Dramatic Arts war Okonedo zwei Jahre lang Ensemblemitglied der Royal Shakespeare Company und begann ihre langjährige Arbeit am Royal Court Theatre, dessen Direktion sie heute angehört und in dem sie in zehn Inszenierungen auftrat. Der Durchbruch gelang ihr, als sie im Team von Trevor Nunn und Jon Cairds am National Theatre die Cressida in „Troilus and Cressida“ (Troilus und Cressida) übernahm.
2002 spielte sie die Hauptrolle in dem preisgekrönten britischen Film „Dirty Pretty Things“ (Kleine schmutzige Tricks). Ihre Darstellung der Juliette brachte ihr 2003 eine Nominierung für den Independent Spirit Award in der Kategorie Beste Nebendarstellerin ein. Außerdem war sie in Erfolgsfilmen wie „This Year’s Love“ (Lover oder Loser), „The Jackal“ (Der Schakal), „Young Soul Rebels“ (Young Soul Rebels) und „Stormbreaker“ zu sehen.
Zu Okonedos bedeutenden TV-Auftritten zählen Filme von Paul Abbot und Tony Marchant: Paul Abbots schwarze Thriller-Komödie „Alibi“ und die BBC-Serie „Clocking Off“. Mit Tony Marchants „Never Never“ auf Channel 4 erhielt sie eine Nominierung der Royal Television Society. Bekannte Rollen spielte sie auch in „Whose Baby“ auf ITV, in der Liebeskomödie „Sweet Revenge“, „Dead Casual“ und „Deep Secrets“. Hinzu kommt der erfolgreiche „Go Now“ (Go Now! Jetzt erst recht) sowie „Born With Two Mothers“ auf Channel 4. Auf dem Bildschirm war sie aktuell in Harold Pinters „Celebration“ und in dem mitreißenden, aufwühlenden „Tsunami: The Aftermath“ (Tsunami – Die Killerwelle) zu sehen, der ihr den NAACP Image Award sowie eine Nominierung für den Golden Globe einbrachte.

Inzwischen hat sie ihren Auftritt als Nancy in der BBC-Neuverfilmung von „Oliver Twist“ abgedreht. Derzeit arbeitet sie in Südafrika an „Skin“.
Okonedo lebt in London.


OLIVER PLATT
Jeff

Oliver Platt feierte große Erfolge auf Leinwand, Bildschirm und Bühne. Kürzlich wurde er als Hauptdarsteller am Broadway mit Connor McPhersons „Shining City“ erstmals für den Tony nominiert. „Shining City“ erhielt auch eine Nominierung in der Kategorie Bestes Stück. Außerdem gewann er den Golden Globe und erhielt zwei aufeinander folgende Emmy-Nominierungen als Russell in der Showtime-Serie „Huff“ und eine weitere Emmy-Nominierung als Präsidentenberater Oliver Babish in der beliebten Politserie „The West Wing“.
Derzeit arbeitet Platt für Universal an dem Kinoprojekt „Frost/Nixon“. Gelegentlich tritt er als arroganter TV-Produzent Freddy Prune in der Serie „Nip/Tuck“ (Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis) auf. Aktuell war er in David Wains „The Ten“ zu sehen.

Zuvor wirkte Platt in Lasse Hallströms „Casanova“ (Casanova) neben Heath Ledger und Sienna Miller sowie in „The Ice Harvest“ (The Ice Harvest) mit John Cusack und Billy Bob Thornton mit. Weitere Filme: „Funny Bones“ (Funny Bones – Tödliche Scherze), „Bulworth“ (Bulworth), „Married to the Mob“ (Die Mafiosi-Braut), „Working Girl“ (Die Waffen der Frauen), „Flatliners“ (Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben), „Postcards From the Edge“ (Grüße aus Hollywood), „Indecent Proposal“ (Ein unmoralisches Angebot), „The Three Musketeers“ (Die drei Musketiere), „A Time to Kill“ (Die Jury), „Doctor Dolittle“ (Doctor Dolittle), „Simon Birch/Angels and Armadillos“ (Über Gürteltiere, Simon und mich; auch: Simon Birch – Ein kleiner Held und sein außergewöhnliches Schicksal; auch: Simon Birch – Kleiner Held ganz groß!), „Lake Placid“ (Lake Placid – Der Schrecken aus der Tiefe), „Don’t Say a Word“ (Sag’ kein Wort) und „Pieces of April“ (Pieces of April – Ein Tag mit April Burns).

Seinen Einstand als Produzent gab Platt mit dem Independent-Film „Big Night“ (Big Night – Nacht der Genüsse), den die Schauspieler Stanley Tucci und Campbell Scott gemeinsam inszenierten. Später arbeitete Platt mit Tucci auch an „The Impostors“ (The Impostors – Zwei Hochstapler in Not) zusammen.

Auf dem Bildschirm übernahm Platt kürzlich die Rolle des George Steinbrenner in der erfolgreichen ESPN Miniserie „The Bronx Is Burning“ mit John Turturro und Daniel Sunjata.
Oliver Platt machte seinen College-Abschluss an der Tufts University in Medford/Massachusetts im Hauptfach Schauspiel. Daraufhin fand er auf Anhieb Rollen an Provinzbühnen und Off-Broadway in New York. Zu seinen Theaterauftritten zählen „The Tempest“ (Der Sturm), „Moon Over Miami“, „Sparks in the Park“ und „Urban Blight“. Hauptrollen spielte er in „Ubu“ (König Ubu) am New Yorker Lincoln Center und in Jules Feiffers „Elliot Loves“, produziert von Mike Nichols. Begeisterte Kritiken verbuchte er als Sir Toby Belch in Brian Kulicks Inszenierung von „Twelfth Night“ (Was ihr wollt).
Platt wurde 1963 in Washington/DC als Sohn eines Diplomaten geboren und verbrachte einen Teil seiner Jugend in Asien und im Mittleren Osten.
Mit seiner Frau und drei Kindern lebt er in New York.


JOAN CUSACK
Liz

Joan Cusack trat im Kino kürzlich für Picturehouse Films in „Kit Kittredge: An American Girl Mystery“ neben Abigail Breslin und Stanley Tucci auf. Weitere aktuelle Rollen spielte sie in Nicole Holofceners „Friends with Money“ (Freunde mit Geld) mit Jennifer Aniston, Catherine Keener und Frances McDormand, Disneys „Ice Princess“ (Die Eisprinzessin) mit Kim Cattrall und Michelle Trachtenberg, Garry Marshalls „Raising Helen“ (Eine Liebe auf Umwegen) mit Kate Hudson und in der Komödie „The Last Shot“ (The Last Shot – Die letzte Klappe) mit Alec Baldwin. Als Sprecherin war sie an „Toy Story 2“ (Toy Story 2) und an „Chicken Little“ (Himmel und Huhn) als hässliches Entlein beteiligt. Cusack ist bereits zweimal für den Oscar nominiert gewesen: für ihre komische Darstellung als Sekretärin aus Staten Island in „Working Girl“ (Die Waffen der Frauen) mit Harrison Ford und Melanie Griffith, und mit ihrer Rolle als die von Kevin Kline sitzengelassene Braut in dem gefeierten „In & Out“ (In & Out – Rosa wie die Liebe).

Eine Emmy-Nominierung erhielt sie vor Kurzem als Sprecherin in der PBS-Show „Peep and the Big Wide World“. Und als Komikerin konnte sie sich in der ABC-Serie „What About Joan“ ausleben.
Weitere Filme: „The School of Rock“ (The School of Rock), „Arlington Road“ (Arlington Road), Tim Robbins’ „Cradle Will Rock“ (Das schwankende Schiff), „Runaway Bride“ (Die Braut, die sich nicht traut), „High Fidelity“ (High Fidelity), „Where the Heart Is“ (Wo dein Herz schlägt), „Grosse Point Blank“ (Ein Mann – ein Mord), „Broadcast News“ (Nachrichtenfieber – Broadcast News), „Say Anything“ (Teen Lover), „Married to the Mob“ (Die Mafiosi-Braut) und „Sixteen Candles“ (Das darf man nur als Erwachsener) und andere.

Die wandlungsfähige Schauspielerin gab ihr Filmdebüt in Tony Bills „My Bodyguard“ (Die Schulhofratten von Chicago). Ihre Ausbildung absolvierte Cusack am Piven Theatre Workshop in Evanston/Illinois, wo sie aufwuchs. Während ihres Studiums an der University of Wisconsin in Madison trat sie im Improvisationsensemble The Ark auf. Ihren Abschluss machte sie im Hauptfach Englisch. Zu Cusacks Bühnenauftritten zählt die Uraufführung von „Cymbeline“ (Cymbeline) am Joseph Papp Public Theatre in New York. Die Helena spielte sie in „A Midsummer Night’s Dream“ (Ein Sommernachtstraum) am Goodman Theatre in Chicago, und Joanne Akalitis inszenierte sie in „’Tis a Pity She’s a Whore“ (Schade, dass sie eine **** ist).
Auf dem Bildschirm gehörte Cusack 1985–86 zum Ensemble der Comedyshow „Saturday Night Live“. Neben Anne Bancroft wirkte sie in der BBC-Verfilmung von Paddy Chayefskys „The Mother“ mit.


Bobby Coleman
Dennis

Der zehnjährige Bobby Coleman spielt in „Martian Child“ (Mein Kind vom Mars) seine erste Hauptrolle. In kleinen Rollen war er in Filmen wie „Must Love Dogs“ (Frau mit Hund sucht... Mann mit Herz) und „Friends with Money“ (Freunde mit Geld) zu sehen.
Weil seine ältere Schwester bereits als Schauspielerin arbeitete, lernte Coleman Filmsets schon sehr früh kennen und gab sein Debüt mit sechs Jahren, was sofort zu Auftritten in über einem Dutzend Werbespots führte.

Gastrollen übernahm er in TV-Serien wie „JAG“ (J.A.G. – Im Auftrag der Ehre), „Medium“ (Medium – Nichts bleibt verborgen) und „Dragnet“ (Polizeibericht Los Angeles).
Coleman wird von seinen Eltern privat unterrichtet, die ihn auch als Schauspieler ausbilden. Der außergewöhnlich dynamische und kreative Coleman zeichnet gern und fährt gern Fahrrad. Derzeit konzentriert er sich zwar auf seine Schauspielerkarriere, gibt aber an, dass er später einmal „singender Wissenschaftler“ werden möchte.

Aktuell trat Coleman gelegentlich in der NBC-Science-Fiction-Serie „Surface“ (Surface – Unheimliche Tiefe) auf. Auch im Pilotfilm der Serie hat er bereits mitgewirkt. Hauptrollen übernahm er in den Spielfilmen. „The Glass House 2: The Good Mother“ (The Goode’s House) und „Crossing Paths/Take“ als Minnie Drivers Sohn.
Mit Mutter Doris, Vater Bob und seiner älteren Schwester „Holli“ Holliman lebt er in Los Angeles.

Richard Schiff
Lefkowitz
Der versierte Charakterdarsteller Richard Schiff ist dem amerikanischen Fernsehpublikum vor allem als Toby Ziegler aus der preisgekrönten Serie „The West Wing“ bekannt: Für diese Nebenrolle gewann Schiff 2000 den Emmy. Weitere Nominierungen folgten 2001 und 2002.
Schiff stammt von der amerikanischen Ostküste. Er begann seine Laufbahn in New York als Theaterregisseur Off-Broadway und Off-Off-Broadway und war künstlerischer Leiter des Manhattan Repertory Theatre. Im Gegensatz zur üblichen Laufbahn wurde ihm dann klar: „Eigentlich möchte ich als Schauspieler arbeiten.“

Zunächst trat er in einigen New Yorker Inszenierungen auf und war dann in etlichen unabhängig produzierten Filmen zu sehen, darunter Robert Longos „Arena Brains“ mit Michael Stipe, Steve Buscemi und Ray Liotta. Anschließend zog er nach Los Angeles.
Schiff blieb dem Theater verbunden, wurde Mitglied in Tim Robbins’ preisgekröntem Ensemble „Actors Gang“, trat gleichzeitig aber auch in anderen Inszenierungen auf, zum Beispiel als Goose in der Westküstenpremiere von David Rabes „Goose and Tom Tom“. Dafür wurde er als Bester Darsteller mit dem Dramalogue Award ausgezeichnet. Sein Auftritt in „Urban Folktales“ wurde für den Ovation Award nominiert.

Bekannt wurde Schiff in Spielfilmen wie David Finchers „Se7en“ (Sieben) mit Brad Pitt und Morgan Freeman und „City Hall“ (City Hall) mit Al Pacino. Seit seinem Filmdebüt hat Schiff bereits über 40 Kinorollen gespielt, darunter in Spike Lees „Malcolm X“ (Malcolm X), Danny DeVitos „Hoffa“ (Jimmy Hoffa), Nora Ephrons „Michael“ (Michael) und als heldenhafter Eddie Carr in Steven Spielbergs „Jurassic Park: The Lost World“ (Vergessene Welt – Jurassic Park). 1998 wirkte er in zwei der größten Hits des Jahres mit: „Deep Impact“ (Deep Impact) und „Dr. Doolittle“ (Dr. Dolittle). Außerdem feierten ihn die Kritiker für seine Leistung in „Living Out Loud“ (Wachgeküsst) mit DeVito.

Weitere Kinorollen: „Heaven“ (Heaven), „Forces of Nature“ (Auf die stürmische Art), „Lucky Numbers“ (Lucky Numbers) mit John Travolta und Lisa Kudrow sowie „What’s the Worst That Could Happen?“ (Schlimmer geht’s immer!) mit Martin Lawrence und Danny DeVito.
Vor „The West Wing“ spielte Schiff seine wohl bekannteste TV-Rolle als bedrängter Barry Roth in der von der Kritik gepriesenen Serie „Relativity“ (Beziehungsweise). Auch als Gaststar hat er sich profiliert – bedeutende Leistungen zeigte er in Serien wie „Ally McBeal“ (Ally McBeal), „The Practice“ (Practice – Die Anwälte), „Chicago Hope“ (Chicago Hope – Endstation Hoffnung) und NBCs „ER“ (Emergency Room – Die Notaufnahme).
Im Londoner West End trat Schiff in dem Ein-Personen-Stück „Underneath the Lintel“ auf.
Er ist verheiratet mit der Schauspielerin Sheila Kelley („L.A. Law“/L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse; „Sisters“/Ein Strauß Töchter). Sie leben in Los Angeles.




Hinter der Kamera

Menno Meyjes
Regie

Menno Meyjes stammt aus Bloemendaal in den Niederlanden. Seine Ausbildung absolvierte er an der Internationalen Schule in seiner Heimat, am Alvescott College in England, und den Bacholor und Master macht er am San Francisco Art Institute.
In seiner Karriere als Autor hat Oscar-Kandidat Meyjes mit vielen der bedeutendsten Regisseure, Produzenten und Schauspieler in Hollywood gearbeitet, darunter Steven Spielberg, Francis Ford Coppola, George Lucas, Robert Zemeckis, Kevin Costner, Bruce Willis und Denzel Washington.
Zu seiner beeindruckenden Filmografie zählen viele Spielberg-Filme wie „The Color Purple“ (Die Farbe Lila), mit dem Meyjes eine Oscar-Nominierung erhielt und die Preise der British Film Academy (BAFTA) und der Writers Guild (US-Gewerkschaft der Autoren) gewann, der Film wurde außerdem mit dem Humanitas Prize ausgezeichnet; die Episode „The Mission“ (Fantastische Geschichten: Die Notlandung) mit Kevin Costner; „Indiana Jones and the Last Crusade“ (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug), zu dem Meyjes die Story mit George Lucas schrieb; und „Empire of the Sun“ (Das Reich der Sonne). Weitere Filme: „Contact“ (Contact) von Robert Zemeckis; Ed Zwicks „The Siege“ (Ausnahmezustand), Jean-Jacques Annauds „Enemy at the Gates“ (Duell – Enemy at the Gates); Franklin Schaffners „Lionheart“ (Richard Löwenherz und die Kinder Gottes) für Orion Pictures, produziert von Francis Ford Coppola; der mit dem Drehbuch-Goya ausgezeichnete „El sueño del mono loco“ von Fernando Trueba; und Russell Mulcahys „Ricochet“ (Ricochet – Der Aufprall; Autor der Story).

Sein Regiedebüt gab Meyjes 2002 mit dem umstrittenen „Max“, dessen Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg spielt. Darin spielt John Cusack einen jüdischen Kunsthändler, der sich mit dem jungen, ernüchterten Adolf Hitler (Noah Taylor) anfreundet. Meyjes schrieb auch das Drehbuch zu dem von der Kritik gefeierten Film.

Derzeit arbeitet Meyjes an der Endfertigung von „Manolete“ mit Adrien Brody und Penélope Cruz. Im November beginnt er die Dreharbeiten zu „Last Battle Dreamer“, einem historischen Liebesepos vor dem Hintergrund der Wikinger-Invasionen. Die Hauptrollen übernehmen Ryan Phillippe, Abbie Cornish und Sean Bean.

Meyjes lebt heute in London.


Seth E. Bass
Drehbuch

Seit fast 20 Jahren arbeitet Seth E. Bass mit seinem Schreibpartner Jonathan Tolins zusammen. Gemeinsam schrieben und co-produzierten sie den preisgekrönten Film „The Twilight of the Golds“ (Das letzte Gold) nach dem gleichnamigen Broadway-Stück von Tolins. „Twilight“ wurde auf dem Chicago Film Festival uraufgeführt, lief in Sundance, kam ins Kino und wurde von Showtime ausgestrahlt. Aktuelle Projekte sind für Columbia Pictures „American Neurotic“; die Verfilmung des Kinderbuchs „Santa Kid“ von James Patterson und die Komödie „Significant Mother“ jeweils für New Line. Für das Fernsehen schrieben Bass und Tolins Pilotfilme für Bette Midler und Aisha Tyler. Im Herbst kommt „Martian Child“ (Mein Kind vom Mars) nach der Premiere auf dem Hamptons Film Festival ins Kino.

Bass lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Glendale/California. Er engagiert sich für die Lokalpolitik und etliche karitative Organisationen, und er gehört dem Überwachungsausschuss der Schulen seiner Kinder an.


Jonathan Tolins
Drehbuch

Jonathan Tolins ist Theater- und Drehbuchautor. Zu seinen Bühnenstücken zählen „The Last Sunday in June“, das Off-Broadway von Trip Cullman inszeniert und von der Kritik gefeiert wurde; „The Twilight of the Golds“ (Das letzte Gold), am Broadway inszeniert von Arvin Brown; und „If Memory Serves“ (Wenn mich nicht alles täuscht), Off-Broadway inszeniert von Leonard Foglia. Alle drei Stücke wurden als Sammlung im Verlag Grove/Atlantic veröffentlicht. Sein neues Stück „Secrets of the Trade“ wird 2008 am Black Dahlia Theatre in Los Angeles von Matt Shakman inszeniert.

Mit seinem Drehbuchpartner Seth E. Bass schrieb und co-produzierte Tolins für Showtime die Kinoversion „The Twilight of the Golds“, die auf den Festivals in Sundance und Chicago lief und auch ins Kino kam. Weitere Drehbücher schrieben sie für New Line, Disney, Paramount, MGM, Dreamworks und Columbia Pictures. Aktuelle Projekte sind die Verfilmung des Kinderbuchs „Santa Kid“ von James Patterson und die Komödie „Significant Mother“ jeweils für New Line.
Im Fernsehbereich arbeitete Tolins als Autor an „Night Rap“ für HBO, „Queer as Folk“ (Queer as Folk) für Showtime (erste Staffel, auch als Co-Produzent), an der Oscar-Show 2000 und 2002 und als einziger Autor an der Verleihung der Tonys 2003, die von Gary Smith produziert und von Hugh Jackman moderiert wurde. Mit Seth Bass schrieb er Pilotfilme für Columbia und CBS. Als Autor betreute er „Pushkin 200: A Celebration“ in der Carnegie Hall und als Co-Autor „The Divine Millennium Tour“ mit Bruce Vilanch, Mark Waldrop und Bette Midler. Er veröffentlichte Artikel in Opera News, Opera Monthly, TheaterWeek, Frontiers, Avenue, und Time Magazine.
Mit seinem Partner, dem Autor und Regisseur Robert Cary, und Tochter Selina lebt er in Los Angeles und New York. Er ist Mitglied der Dramatists Guild (US-Gewerkschaft der Bühnenautoren) und der Writers Guild of America (US-Gewerkschaft der Autoren). Tolins’ Blog „Toll House“ können Sie unter web.mac.com/jontolins <http://web.mac.com/jontolins> lesen.


David Kirschner
Produzent

Kirschner hat bereits über 20 Filme und Hunderte von Fernsehstunden produziert. Sein Hang zum Fantastischen zieht sich auch durch seine aktuellen Projekte. Mit seiner Produzentenpartnerin Corey Sienega konzentriert er sich vornehmlich auf Familien- und Genrefilme. Aktuell tat er sich mit Mike Medavoys Phoenix Pictures zusammen, um „Miss Potter“ (Miss Potter) mit René Zellweger zu produzieren. Diese zauberhaft romantische Biografie der berühmten Kinderbuchautorin und -illustratorin Beatrix Potter („The Tale of Peter Rabbit“/Peter Hase) brachte der Oscar-Preisträgerin Zellweger eine Nominierung für den Golden Globe ein. Weitere Hauptrollen spielen Ewan McGregor und Oscar-Kandidatin Emily Watson. Das Drehbuch zu „Miss Potter“ schrieb der dreifach Tony-Preisträger Richard Maltby („Miss Saigon“/Miss Saigon; „Ain’t Misbehavin’“), die Regie übernahm Oscar-Kandidat Chris Noonan („Babe“/Ein Schweinchen namens Babe).
Im Februar 2006 brachte Universal die animierte Kinoversion der klassischen Curious-George-Bücher als „Curious George“ (Coco – Der neugierige Affe) in die Kinos. Den Film produziert Kirschner gemeinsam mit Ron Howard. Als Sprecher wirkten Will Ferrell und Drew Barrymore mit. Der Kinoerfolg des Films führte zu einem hitträchtigen Soundtrack und zum Auftrag von PBS für eine Animationsserie mit 60 Folgen.
Im Herbst 2003 brachte New Line Kirschners erfolgreichen Familienfilm „Secondhand Lions“ (Löwen aus zweiter Hand) in die Kinos. Die Hauptrollen spielten die Oscar-Preisträger Michael Caine und Robert Duvall sowie Oscar-Kandidat Haley Joel Osment. Drehbuch und Regie verantwortete Tim McCanlies („The Iron Giant“/Der Gigant aus dem All).
2002 produzierte Kirschner für Lionsgate Bill Paxtons von der Kritik gefeierten Thriller „Frailty“ (Dämonisch). Die Hauptrollen spielten Paxton und Matthew McConaughey. Der Film wurde für seine Hervorragende Machart vom National Board of Review (branchenunabhängige Institution zur Förderung der Filmkunst) gewürdigt.
Kirschner stammt aus einem Vorort von Los Angeles und begann seine Laufbahn als Illustrator von Jim Hensons Muppets und Figuren zur „Sesame Street“ (Sesamstraße). Mit 23 schrieb und illustrierte er eine Kinderbuchreihe namens „Rose Petal Place“ mit 16 Büchern – sie brachte zwei TV-Specials und 1100 Merchandizing-Produkte hervor.
1986 konzipierte Kirschner mit Steven Spielberg den großen Hit „An American Tail“ (Feivel, der Mauswanderer) an dem er auch als Executive Producer beteiligt war. Der Film mauserte sich zu einem der erfolgreichsten Animationsfilme der Filmgeschichte. Es folgte „An American Tail 2: Feivel Goes West“ (Feivel, der Mauswanderer im Wilden Westen), eine animierte Serie und die Videopremieren „American Tails 3, 4 and 5“ (Feivel, der Mauswanderer 3, 4, und 5). Kirschners zweiter Spielfilm war der Horrorhit „Child’s Play“ (Chucky – Die Mörderpuppe). Kirschner selbst konzipierte die animatronische Puppe Chucky, die sich zum Kultstar entwickelte und ebenfalls eine erfolgreiche Serie nach sich zog: „Child’s Play II“ (Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist zurück), „Child’s Play III“ (Chucky 3) und 1998 die Nummer eins an der Kinokasse, „Bride of Chucky“ (Chucky und seine Braut) mit Jennifer Tilly. Die erfolgreiche Horrorkomödie „Seed of Chucky“ (Chuckys Baby) kam als fünfter Teil der beliebten Serie im November 2004 in die Kinos.
Kirschners nächste Produktion, Disneys erfolgreicher Comedy-Thriller „Hocus Pocus“ (Hocus Pocus – Drei zauberhafte Hexen) war die Verfilmung seiner Kurzgeschichte. Die Hauptrollen übernahmen die Golden-Globe- und Emmy-Preisträgerinnen Bette Midler und Sarah Jessica Parker.
Als Co-Autor und Produzent verantwortete Kirschner den NBC-Emmy-Kandidaten „The Dreamer of Oz“. John Ritter spielt in dem TV-Ereignis den Schöpfer des berühmten „The Wonderful Wizard of Oz“ (Der Zauberer von Oz), L. Frank Baum. Kirschner produzierte auch den Emmy-preisgekrönten „The Halloween Tree“ von Autor/Erzähler Ray Bradbury. Als Executive Producer betreute Kirschner „Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict“ (Mission Erde: Sie sind unter uns). Die fünf Staffeln der Serie wurden zweimal für den Emmy nominiert und laufen rund um die Welt im Fernsehen. Als Executive Producer war Kirschner auch an der fünfstündigen Science-Fiction-Thriller-Miniserie „5ive Days to Midnight“ (5ive Days to Midnight) beteiligt. Oscar-Preisträger Timothy Hutton spielte die Hauptrolle. Dieses TV-Ereignis wurde 2005 auf dem Sci-Fi Channel ausgestrahlt.
Im Kinobereich betreute Kirschner als Executive Producer den Kassenknüller „The Flintstones“ (Familie Feuerstein), wieder gemeinsam mit Spielberg. Als Co-Autor und Produzent arbeitete er für Twentieth Century Fox/Turner an dem real gefilmten und animierten „The Pagemaster“ (Der Pagemaster – Richies fantastische Reise). Dieser Film bezog sich auf das von Kirschner als Co-Autor verfasste Buch, das von der American Library Association zum Kinderbuch des Jahres gekürt wurde.

Im Sommer 2000 brachte Twentieth Century Fox das Weltraumabenteuer „Titan A.E.“ (Titan A.E.) in die Kinos, das sich an Robert Louis Stevensons Klassiker „Treasure Island“ (Die Schatzinsel) anlehnte. Außerdem produzierte Kirschner den von der Kritik hoch gelobten Animationsfilm „Cats Don’t Dance“ (Danny, der Kater), den Warner Bros. im Frühjahr 1997 in die Kinos brachte. „Danny, der Kater“ gewann die Goldene Krone in Annecy und den renommierten Annie Award (den amerikanischen Animationspreis) als Bester Film des Jahres – damit schlug er Disneys „Hercules“ (Hercules) und Warner Bros.’ „Space Jam“ (Space Jam) aus dem Rennen.


Corey Sienega
Produzentin

Sehr überrascht war Produzentin Corey Sienega, als sie im Oktober 2007 im Branchenblatt The Hollywood Reporter auf der Liste der 25 mächtigsten Latinas in Hollywood erschien – wodurch ihr klar wurde, dass in der Filmbranche noch längst nicht genug Latinas tätig sind. Sienega stammt aus Lodi/California und kann daher mit Recht behaupten, dass der von Creedence Clearwater im Rock-Klassiker „Stuck in Lodi“ besungene Ort ihre Heimatstadt ist, und sie besucht diese Hochburg der Zinfandel-Traube auch heute noch gern. Nachdem sie die Filmschule unter dem Dach der San Francisco State University besucht hatte, kam Sienega nach Hollywood – nur mit einem Traum und einer zerlesenen Ausgabe von Julia Phillips’ „You’ll Never Eat Lunch in This Town Again“ unterm Arm, aber keinen Kontakten in der Branche. Sie begann ihre Laufbahn in der Buchabteilung von Susan Smith & Associates, wo sie schon bald nervöse Zuckungen im Gesicht bekam und merkte, dass sie nicht das Zeug zur Agentin hatte. Anschließend arbeitete sie in der Entwicklungsabteilung von Meg Ryans Fandango Films und lernte dort den Entwicklungsmanager und aufstrebenden Drehbuchautor Seth Bass und seinen Schreibpartner Jon Tolins kennen. Sie verstanden sich beruflich und privat bestens. Zu diesem Zeitpunkt lernte sie auch David Kirschner kennen – 1993 wechselte sie zu David Kirschner Productions, und seit 1998 ist sie seine Produktionspartnerin, was sie als großes Glück empfindet.
Inzwischen auf DVD erschienen ist Sienegas „Miss Potter“ (Miss Potter), die Filmbiografie der berühmten Kinderbuchautorin Beatrix Potter, die Sienega und Kirschner mit Mike Medavoys Phoenix Pictures produziert haben. Das Drehbuch zu dem romantischen Drama schrieb Tony-Preisträger Richard Maltby („Miss Saigon“/Miss Saigon; „Fosse“/Fosse), die Hauptrollen übernahmen Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger („Cold Mountain“/ Unterwegs nach Cold Mountain; „Chicago“/Chicago), Ewan McGregor („Star Wars“/Star Wars; „Trainspotting“/Trainspotting – Neue Helden) und Oscar-Kandidatin Emily Watson („Hilary and Jackie“/Hilary & Jackie), Regie führte Chris Noonan („Babe“/Ein Schweinchen namens Babe). Zellweger wurde mit ihrer Leistung für den Golden Globe nominiert. Der Film wurde in London und auf der Isle of Man gedreht und in den USA von der Weinstein Company vertrieben. Der internationale Hit läuft immer noch in den Kinos in aller Welt.

2003 produzierten Sienega und Kirschner für New Line Cinema den Familienhit „Secondhand Lions“ (Löwen aus zweiter Hand). Die Hauptrollen spielen die Oscar-Preisträger Michael Caine („Cider House Rules“/Gottes Werk & Teufels Beitrag; „Hannah and Her Sisters“/Hannah und ihre Schwestern) und Robert Duvall („Tender Mercies“/Comeback der Liebe; „The Godfather“/Der Pate) und Oscar-Kandidat Haley Joel Osment („The Sixth Sense“/The Sixth Sense – Der Sechste Sinn). Drehbuch und Regie verantwortete Tim McCanlies („Iron Giant“/Der Gigant aus dem All). Der Film wurde komplett in Austin/Texas gedreht. (Zum Teil auch in Pflugerville/Texas, das sich netter anhört, als es ist.)
2002 produzierte Sienega für Lions Gate den von der Kritik gefeierten Psycho-Horrorfilm „Frailty“ (Dämonisch). Regie führte Bill Paxton („Titanic“/Titanic; „Big Love“; und einer von Sienegas Lieblingsfilmen: „Weird Science“/L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn), die Hauptrollen spielten Paxton, Matthew McConaughey („Dazed and Confused“/Confusion – Sommer der Ausgeflippten; „A Time to Kill“/Die Jury), Powers Boothe (Oliver Stones „U-Turn“/U-Turn – Kein Weg zurück) und Jeremy Sumpter („Peter Pan“/Peter Pan). Der Film entstand in Los Angeles und wurde für seine Hervorragende Machart vom National Board of Review (branchenunabhängige Institution zur Förderung der Filmkunst) gewürdigt.

2004 produzierte Sienega im rumänischen Bukarest den Kinohit „Seed of Chucky“ (Chuckys Baby) als fünften Teil der erfolgreichen „Chucky“-Horrorserie für Universal Pictures und Focus Features/Rogue Films. Die Hauptrollen in „Chuckys Baby“ spielten die Oscar-Kandidaten Jennifer Tilly („Bullets Over Broadway“/Bullets Over Broadway) und Brad Dourif („One Flew Over the Cuckoo’s Nest“/Einer flog über das Kuckucksnest). Billy Boyd („Lord of the Rings“/Der Herr der Ringe) und Rap-Star Redman („How High“/So High) übernahmen weitere Hauptrollen. Mit diesem Film gab der Serienautor und -schöpfer Don Mancini sein Regiedebüt – gemeinsam überlebten sie Rumänien. Als Executive Producer betreute Sienega 1998 auch den Universal-Hit „Bride of Chucky“ (Chucky und seine Braut). Der in Toronto gedrehte „Chucky und seine Braut“ wurde von Hongkong-Legende Ronny Yu („Bai fa mo nu zhuang“/Jiang-Hu – Magie des Schwertes) inszeniert, hinter der Kamera stand Oscar-Preisträger Peter Pau („Crouching Tiger, Hidden Dragon“/Tiger & Dragon). (Ja, alles, was Sie über Peters Können gehört haben, ist wahr – Sie haben großes Glück, wenn er bereit ist, für Sie zu arbeiten!)

2004 betreute Sienega mit Kirschner im Fernsehbereich als Executive Producer die Science-Fiction-Thriller-Miniserie „5ive Days to Midnight“ (5ive Days to Midnight). Die Hauptrollen übernahmen Oscar-Preisträger Timothy Hutton („Ordinary People“/Eine ganz normale Familie) und Golden-Globe-Preisträger Randy Quaid („LBJ“/Johnsons Weg ins Weiße Haus; „Independence Day“/Independence Day). Das TV-Ereignis wurde im kanadischen Vancouver gedreht und an vier Abenden auf dem Sci-Fi Channel ausgestrahlt.

Im November bringt New Line Cinema Sienegas Produktion „Martian Child“ (Mein Kind vom Mars) in die Kinos. Die Vorlage bildet die mit dem Hugo und dem Nebula Award preisgekrönte Kurzgeschichte des Science-Fiction-Gurus David Gerrold (von ihm stammt die klassische „Star Trek“-Episode „The Trouble with Tribbles“/Kennen Sie Tribbles?). Sienega bekam die Geschichte vor zehn Jahren zugesandt – und sofort erkannten sie und Kirschner, welch einen Film man daraus machen konnte. Damit schloss sich der Kreis zu Sienegas ehemaliger Chefin Meg Ryan (die sie als Mentorin betreut hatte), denn Seth Bass und sein Schreibpartner Jon Tolins schrieben das Drehbuch zu „Mein Kind vom Mars“. Die Hauptrollen übernahmen John Cusack („High Fidelity“/High Fidelity; „1408“/Zimmer 1408; und seine klassische Rolle als Lloyd Dobler in „Say Anything“/Teen Lover) und der achtjährige Nachwuchsdarsteller Bobby Coleman. Es geht um die Neurosen eines Science-Fiction-Autors, der einen Jungen adoptiert, der behauptet, ein Marsmensch zu sein. Zur beeindruckenden Besetzung zählen auch Amanda Peet („Something’s Gotta Give“/Was das Herz begehrt; „Identity“/Identität – Identity; Peet kann übrigens die Dialoge zu „Tootsie“/Tootsie; und „Broadcast News“/Nachrichtenfieber – Broadcast News; auswendig, was Sienega ebenfalls kann und deshalb echt cool findet), Oscar-Preisträgerinnen Joan Cusack („In & Out“/In & Out – Rosa wie die Liebe; „Working Girl“/Die Waffen der Frauen) und Anjelica Huston („Prizzi’s Honor“/Die Ehre der Prizzis), Emmy-Kandidat Oliver Platt („Huff“) und Oscar-Kandidatin Sophie Okonedo („Hotel Rwanda“/Hotel Ruanda). Inszeniert wurde die dramatische Komödie im schönen und freundlichen Vancouver von Menno Meyjes („Max“, Oscar-Nominierung für „The Color Purple“/Die Farbe Lila).
Sienega und Kirschner bereiten viele weitere Geschichten vor, die Ihnen in naher Zukunft hoffentlich das Herz erwärmen oder die Haare zu Berge stehen lassen werden.


Ed Elbert
Produzent

Ed Elbert ist Co-Manager und Partner in der Filmfirma Grand Illusions Entertainment, die er zusammen mit Jonathan Sanger und Sarah Black gründete, wobei sie von David Steiner unterstützt wurden, dem Besitzer der Steiner Studios in Brooklyn/New York. 2007 produzierte er mit seinen Partnern den Fantasy-Thriller „100 Feet“. Als Executive Producer betreute er den spanischsprachigen „Paraiso Travel“. Beide Filme befinden sich in der Endfertigung.
Zuvor produzierte Elbert „Anna and the King“ (Anna und der König) für Twentieth Century Fox. Die Hauptrollen übernahmen Oscar-Preisträgerin Jodie Foster und Asiens Superstar Chow Yun-Fat. „Anna und der König“ wurde für zwei Oscars und zwei Golden Globes nominiert.
Außerdem produzierte er „The Mighty Quinn“ (Big Bad Man; auch: Mord in der Karibik) für Metro Goldwyn Mayer. Die Hauptrolle spielte Oscar-Preisträger Denzel Washington. Die Kritiker Siskel & Ebert nahmen „Big Bad Man“ in ihre Jahresbestenliste und später auch in ihre Liste „Die Besten des Jahrzehnts“ auf.
Mit Jonathan Sanger produzierte Elbert den auf 70mm gedrehten Konzertfilm „*NSYNC, Bigger Than Live“.
Als Executive Producer betreute Elbert sechs weitere Low-Budget- und TV-Filme.
Bevor er Produzent wurde, arbeitete Elbert im Marketingbereich bei Fortune 100 und der Hertz Corporation, wo er die Abteilung Marketing im US-Freizeitbereich leitete, sowie bei der American Express Corporation, wo er die Abteilungen Firmen-Marketing-Dienste und Interne Beratungsgruppe leitete.
Dann wechselte er in die Entertainment-Branche, wo er im Musikbereich zunächst Assistent des President bei Motown Records war und später in der gleichen Funktion für das Warner Label Warner Special Products arbeitete.
In der Filmbranche begann er bei Twentieth Century Fox im US-Kinovertrieb. Als Project Officer betreute er Oscar-Sieger und Oscar-Kandidaten wie „Star Wars“ (Krieg der Sterne), „The Omen“ (Das Omen), „Julia“ (Julia) und „The Turning Point“ (Am Wendepunkt) sowie außerdem „Silver Streak“ (Trans-America-Express) und „Mel Brooks’ Silent Movie“ (Mel Brooks’ letzte Verrücktheit: Silent Movie).

Als Vice President of Marketing arbeitete er für Robert Altmans Produktionsfirma Lionsgate Films (die nichts mit dem Verleih Lions Gate zu tun hat) während des Kinoeinsatzes von Filmen wie „A Wedding“ (Eine Hochzeit).

Dann wechselte er als Vice President of Marketing zu der neuen Firma Producers Sales Organization (PSO), die im Weltvertrieb unabhängiger Filme Pionierarbeit leistete.
Zwischen den Filmproduktionen hat Elbert in den vergangenen zehn Jahren auch im Technikbereich gearbeitet – er ist Partner in einer kleinen Firma, die unter anderem die private Weiterentwicklung der innovativen Brennstoffzellentechnik auf Grundlage der Raketenantriebstechnik der Nasa förderte. Die Firma unterstützt auch etliche erfolgreiche Internet-Gründungen.
Seinen Bachelor macht Elbert an der Tufts University in Medford/Massachusetts, seinen Master in Betriebswirtschaft an der Harvard Graduate School of Business in Boston/Massachusetts. Außerdem studierte er an den Kennedy School of Government unter dem Dach der Harvard University, an der Universität in Stockholm und an der New York University.
In seiner Jugend macht Elbert während der Amtszeit von John F. Kennedy in Washington/DC ein politisches Praktikum im Innen- und Wirtschaftsministerium. Als Blues-Gitarrist trat er in Stockholmer Clubs auf.

Mit seiner Frau Karen Martin-Messner, einer klassisch ausgebildeten Pianistin und Filmkomponistin, wohnt er in Los Angeles.


Robert Yeoman, A.S.C.
Kamera

Robert Yeoman drehte aktuell Wes Andersons „The Darjeeling Limited“ (The Darjeeling Limited) in Indien. Zuvor entstanden Wes Cravens „Red Eye“ (Red Eye) und Noah Bombachs Sundance-Sieger „The Squid and the Whale“ (Der Tintenfisch und der Wal).
Yeoman arbeitet seit vielen Jahren mit Wes Anderson zusammen: „Bottle Rocket“ (Durchgeknallt), „Rushmore“ (Rushmore), „The Royal Tenenbaums“ (Die Royal Tenenbaums) und „The Life Aquatic With Steve Zissou“ (Die Tiefseetaucher). Zu Yeomans zahlreichen Filmen gehören auch Roman Coppolas „CQ“, David Veloz’ „Permanent Midnight“ (Permanent Midnight – Voll auf Droge), Kevin Smiths „Dogma“ (Dogma) und William Friedkins „Rampage“ (Rampage – Anklage Massenmord). Yeoman gewann den Independent Spirit Award mit Gus Van Sants „Drugstore Cowboy“ (Drugstore Cowboy). Yeoman stammt aus Pennsylvania und wuchs in einem Vorort von Chicago auf. Seinen Bachelor machte er an der Duke University, seinen Master in Filmproduktion an der University of California. Heute lebt er in Santa Monica.


Hugo Luczyc-Wyhowski
Produktionsdesign

Hugo Luczyc-Wyhowski war an berühmten Independent-Filmen wie Guy Ritchies „Snatch“ (Snatch – Schweine und Diamanten), Guy Ferlands „Dirty Dancing: Havana Nights“ (Dirty Dancing) und Jonathan Demmes „The Truth About Charlie“ (Die Wahrheit über Charlie) beteiligt. Außerdem betreute er Gary Oldmans Regiedebüt „Nil by Mouth“.

Luczyc-Wyhowski stammt aus Schottland und wuchs im Süden Englands auf. Sein Kunststudium absolvierte er an der University of Newcastle Upon Tyne. Der renommierte Maler begann seine Entertainment-Karriere mit der Ausstattung von Rock-Musikvideos und TV-Werbespots.
Nachdem er mit Stephen Frears an einem Werbespot gearbeitet hatte, bekam Luczyc-Wyhowski die Chance, seinen ersten Spielfilm auszustatten: Frears’ mehrfach preisgekrönten „My Beautiful Laundrette“ (Mein wunderbarer Waschsalon). Weitere gemeinsame Filme folgten: „Prick Up Your Ears“ (Das stürmische Leben des Joe Orton), „Sammy and Rosie Get Laid“ (Sammy und Rosie tun es), „Dirty Pretty Things“ (Kleine schmutzige Tricks) und „Mrs. Henderson Presents“ (Lady Henderson präsentiert).

Außerdem arbeitete er an dem Miramax-Film „Birthday Girl“ (Birthday Girl – Braut auf Bestellung) mit Nicole Kidman, „Cousin Bette“ (Cousine Bette; auch: Die Cousine im heißen Feuer der Eifersucht) mit Jessica Lange, „Madeline“ (Madeline) für Columbia Tristar und Stephen Gyllenhaals „Waterworld“ (Waterworld).
Luczyc-Wyhowski lebt in London.


Michael Dennison
Kostümdesign

Michael Dennison arbeitete aktuell an „The Spirit“ (in Produktion), „The Eye“ (The Eye), „Mirrors“, „Married Life“ (Married Life), „King of California“ (König von Kalifornien) und „World Trade Center“ (World Trade Center). Er entwarf auch die Kostüme zu „Ice Princess“ (Die Eisprinzessin) mit Joan Cusack, Kim Cattrall und Michelle Trachtenberg, zum Science-Fiction-Action-Thriller „The Chronicles of Riddick“ (Riddick – Chroniken eines Kriegers) mit Vin Diesel und zu „Mona Lisa Smile“ (Mona Lisas Lächeln) mit Julia Roberts, Kirsten Dunst und Julia Stiles.

Dennison stammt aus Baton Rouge/Louisiana. Seinen Bachelor machte er an der University of Huston. Dann zog er nach New York und begann seine Laufbahn, indem er Kostüme für den berühmten Zirkus Ringling Brothers anfertigte. Später ging er mit John Hustons The Acting Company auf Tournee. Nach einem Zwischenspiel als Assistent des technischen Leiters bei der berühmten Twyla Thorpe Dance Company arbeitete er am Broadway an bedeutenden Inszenierungen wie „Annie“.

1978 begann er seine Filmkarriere als Leiter der Kostümabteilung und arbeitete in den nächsten 23 Jahren mit den wichtigsten Kostümbildnern zusammen. Zu seinen Filmen zählen „Almost Famous“ (Almost Famous – Fast berühmt), „What Women Want“ (Was Frauen wollen), „Snow Falling on Cedars“ (Schnee, der auf Zedern fällt), „Chaplin“ (Chaplin), „Jacob’s Ladder“ (Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits), „Beaches“ (Freundinnen), „Moscow on the Hudson“ (Moskau in New York), „The World According to Garp“ (Garp und wie er die Welt sah) und „Sophie’s Choice“ (Sophies Entscheidung), um nur einige zu nennen.
Heute lebt er in Taos/New Mexico.


BRUCE GREEN, A.C.E.
Schnitt

Bruce Green schnitt in Hollywood viele der kommerziellen und von der Kritik gefeierten Hits. Seit Langem arbeitet er mit Regisseur Garry Marshall zusammen – von den „The Princess Diaries“-Filmen (Plötzlich Prinzessin) über „Raising Helen“ (Liebe auf Umwegen) bis zu „Runaway Bride“ (Die Braut, die sich nicht traut) und „The Other Sister“ (Ganz normal verliebt).
Zu Greens Komödien gehören auch „Big Momma’s House“ (Big Mamas Haus), „While You Were Sleeping“ (Während du schliefst), „Three Fugitives“ (Das Banken-Trio), „Punchline“ (Punchline – Der Knalleffekt), „Cool Runnings“ (Cool Runnings) und „Freaky Friday“ (Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag). Dramatische Stoffe waren „Just Like Heaven“ (Solange Du da bist), „Phenomenon“ (Phenomenon), „The Doctor“ (Der Doktor – Ein gewöhnlicher Patient) und die Action-Thriller „The Vanishing“ (Spurlos) und „Young Guns II“ (Blaze of Glory – Flammender Ruhm).
Seine Laufbahn begann der Filmemacher als Assistent bei wegweisenden Abenteuerfilmen: Im Abspann von „Star Wars“ (Krieg der Sterne), „Raiders of the Lost Ark“ (Jäger des verlorenen Schatzes) und „Indiana Jones and the Temple of Doom“ (Indiana Jones und der Tempel des Todes) wird er als Schnittassistent genannt. Er war Vice President des Direktoriums der Motion Picture Editors Guild (Gewerkschaft der Cutter) und gehört zur Fakultät des American Film Institute.
Derzeit arbeitet Green für Universal Pictures an der Komödie „Baby Mama“ mit Tina Fey und Amy Poehler. Der Film kommt 2008 in die Kinos.


Aaron Zigman
Musik

Aaron Zigman zählt zu den wandlungsfähigsten jungen Filmkomponisten in Hollywood. Als einer der derzeit fähigsten Filmkomponisten hat sich Aaron Zigman mit seinen hervorragenden, poetischen und bewegenden Soundtracks einen Namen gemacht.
Er stammt aus San Diego und zeigte schon als Sechsjähriger musikalisches Talent. Seine Mutter, Pianistin und Harfespielerin, gab ihm klassischen Klavierunterricht. Im dritten Studienjahr an der University of California/Los Angeles unterschrieb Zigman einen Vierjahresvertrag als Songschreiber beim Großverleger Almo Irving. Er schrieb, produzierte, arrangierte und orchestrierte für viele Spitzenkünstler der Musikbranche. Als einer der vier Songschreiber des Verlags schrieb er Lieder für Carly Simon und zusammen mit anderen für David Lasley, Jerry Knight und Steve Cropper.
Mit 20 machte Zigman eine Ausbildung bei seinem berühmten Cousin George Bassman, dem renommierten MGM-Komponisten, der als Orchestrator an „The Wizard of Oz“ (Der Zauberer von Oz) und für den hervorragenden Andre Kostelanetz gearbeitet hatte. Bassman schrieb auch Tommy Dorseys Klassiker „Getting Sentimental Over You“ und arrangierte Musik für Lena Horne und Benny Goodman.

Bald wechselte Aaron Zigman zur Studiomusik und arbeitete mit den Produzenten Don Was, Gary Katz, Steely Dan und Stewart Levine. Durch diese Erfahrung erwarb er sich einen guten Ruf als Produzent und Schreiber, was zu Aufträgen der Musikikonen Aretha Franklin, Phil Collins, Tina Turner, Patti LaBelle, Chicago und den Pop-Superstars Christina Aguilera, Sting und Seal führte.
Aufgrund seiner Orchestrierungen begann er eigene Konzertwerke zu komponieren. Zu seinen Werken zählt eine 35-minütige symphonische Tondichtung in fünf Sätzen, die er zum Andenken an Yitzhak Rabin schrieb. Sie wurde von der Los Angeles Jewish Symphony aufgeführt. Das Symphonieorchester der University of Southern California führte Zigmans Bläsersuite „Impressions“ auf. Und sein Konzertstück „Vis Vitae“ wurde im Rahmen des 3. jährlichen Beverly Hills International Music Festival präsentiert.

Dann wandte sich Zigman der Filmbranche zu. Er arbeitete an „Mulan“ (Mulan), „What’s Love Got to Do With It“ (Tina – What’s Love Got to Do With It), „The Birdcage“ (The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel), „License to Kill“ (James Bond 007 – Lizenz zum Töten), „Caddyshack“ (Caddyshack – Wahnsinn ohne Handicap) und „Pocohantas“ (Pocohantas). Weil er sich auf Orchestermusiken konzentrierte, war es nur eine Frage der Zeit, bis Zigman Scores zu den bedeutendsten Filmen beisteuerte.

So profilierte er sich auch als Filmkomponist. Um sein Können zu beweisen, engagierte er ein Orchster mit 55 Musikern und schrieb ein außergewöhnliches sechsminütiges Stück für die Eröffnungsszene zu „John Q“ (John Q – Verzweifelte Wut), das er als Demo an Regisseur Nick Cassavetes schickte. Aufgrund dieses Erfolgs arbeitete er mit Cassavetes dann auch bei der Lovestory „The Notebook“ (Wie ein einziger Tag) und dem urban-hektischen „Alpha Dog“ (Alpha Dog) zusammen.

In nur fünf Jahren hat Zigman 25 Filmmusiken komponiert. 2006 lieferte er die Soundtracks zu „Flicka“ (Flicka – Freiheit, Freundschaft, Abenteuer), „ATL“, „Akeelah and the Bee“ (Akeelah ist die Größte), „Take the Lead“ (Dance!), „Step Up“ (Step Up) und „10th & Wolf“. 2007 folgten „The Jane Austen Book Club“ und „Why Did I Get Married?“. 2008 läuft mindestens ein Zigman-Film pro Monat an. Nach „Martian Child“ (Mein Kind vom Mars) folgt „Mr. Magorium’s Wonder Emporium“ (Mr. Magoriums Wunderladen) im November und „Christmas Cottage“ im Dezember. Nicht nur die Kritiker sind von Zigmans Musik begeistert – er hat auch etliche Preise gewonnen, darunter einen Emmy, zwei BMI Film Music Awards, außerdem wurde er für den Black Reel Award nominiert.



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