Dark Water - Dunkle Wasser (2005) - Special

Tomtec





DARK WATER -
DUNKLE WASSER


DER STAB

Regie
WALTER SALLES

Drehbuch
RAFAEL YGLESIAS

Basierend auf dem Roman “Honogurai Mizuno Soko Kara” von
KOJI SUZUKI

Sowie auf dem Film “Dark Water” von
HIDEO NAKATA

Produktion
TAKA ICHISE
BILL MECHANIC
ROY LEE
DOUG DAVISON

Ausführende Produktion
ASHLEY KRAMER

Kamera
AFFONSO BEATO, A.S.C., A.B.C.

Produktionsdesign
THERESE DEPREZ

Schnitt
DANIEL REZENDE

Kostümdesign
MICHAEL WILKINSON

Co-Produktion
DIANA POKORNY

Associate Producer
KERRY FOSTER

Musik
ANGELO BADALAMENTI

Casting
MALI FINN, C.S.A.

In liebender Erinnerung an
MARGARET JOSKOW


DIE BESETZUNG

Dahlia
JENNIFER CONNELLY

Mr. Murray
JOHN C. REILLY

Jeff Platzer
TIM ROTH

Kyle
DOUGRAY SCOTT

Veeck
PETE POSTLETHWAITE

Lehrerin
CAMRYN MANHEIM

Cecilia
ARIEL GADE

Natasha / Junge Dahlia
PERLA HANEY-JARDINE

Lehrerin der jungen Dahlia
DEBRA MONK

Mediatoren
LINDA EMOND
BILL BUELL

Mann in Traum
J.R. HORNE

Dahlias Mutter
ELINA LOWENSOHN

UPS-Mann
WARREN BELLE

Leiter der Radiologie-Klinik
ALISON SEALY-SMITH

Mann im Fahrstuhl
SIMON REYNOLDS

Lehrergehilfin
KATE HEWLETT

Mary
JENNIFER BAXTER

Nachtportier
DIEGO FUENTES

Natashas Mutter
ZOE HEATH

Platzers Kunde
MUMS

Steve
MATT LEMCHE

Billy
EDWARD KENNINGTON





KURZINHALT

Dahlia Williams (Jennifer Connelly) will nach der Trennung von ihrem Ehemann Kyle (Dougray Scott) zusammen mit ihrer fünfjährigen Tochter Cecilia (Ariel Gade) ein neues Leben beginnen. Dabei soll ihr ein neuer Job und eine neue Wohnung - auf Roosevelt Island, einer kleinen Insel im East River vor Manhattan - helfen. Doch leider ist die Wohnung im neunten Stock nicht nur sehr heruntergekommen und beengend, sondern entpuppt sich nach und nach als schreckliche Falle. Vor allem ein mysteriöser dunkler Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke wirkt auf Dahlias angeschlagene Psyche immer bedrohlicher.

Seltsame Geräusche aus der Wohnung über ihr, ein undurchsichtiger und wenig hilfreicher Hausmeister (Pete Postlethwaite), ein geschwätziger Wohnungsvermittler (John C. Reilly) und überhaupt die gesamte, sehr bedrückende Aura des Hochhauses lassen Dahlia immer tiefer in eine gefährliche Paranoia abdriften.

Oder spielt Dahlias Phantasie ihr nur einen üblen Streich? Egal, was es auch ist, Dahlia lässt sich nicht aufhalten, um hinter die rätselhaften Geschehnisse zu kommen. Und als sie auch noch befürchten muss, dass ihre Tochter von den dunklen Kräften bedroht wird, eskaliert die Situation lebensgefährlich…



PRESSENOTIZ


Unter der Regie des brasilianischen Filmemachers Walter Salles („Die Reise des jungen Che“, „Central Station“) hat der japanische Horror-Klassiker „Dark Water - Dunkle Wasser“ von Hideo Nakata - der mit den Kinohits „Ring 1 + 2“ das Horror-Genre weltweit revitalisierte - eine aufregend neue, westliche Prägung bekommen.

Die Horror-Elemente des Originals wurden von Salles subtil zu einem Psycho-Thriller verfeinert. Regenverhangene Bilder, düstere Farben und stimmungsvolle Musik schaffen eine traumatische Atmosphäre, in die man unaufhaltsam hineingesogen wird.

Hochkarätig besetzt, u.a. mit der Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly in der Hauptrolle, markiert dieser außerordentliche Film (Drehbuch: Rafael Yglesias; „From Hell“, „Der Tod und das Mädchen“) nicht nur Walter Salles’ Hollywood-Debüt, sondern offeriert dem Zuschauer auch eine weitere, sehr moderne Lesart des Originals und öffnet „Dark Water - Dunkle Wasser“ damit auch einem Zuschauerkreis jenseits des Horror-Genres.



INHALT

Es regnet. Es regnet in Strömen. Es sieht so aus, als ob es in New York seit Tagen nichts anderes als Regen gegeben hat. Doch das schlechte Wetter ist nicht der Grund, warum sich Dahlia Williams (Jennifer Connelly) so unwohl fühlt. Es ist die schwierige Trennung von ihrem Noch-Ehemann Kyle (Dougray Scott), der ihr auf den Kopf zusagt, dass sie gar nicht in der Lage sei, sich allein um ihre gemeinsame Tochter Cecilia (Ariel Gade) zu kümmern, ja, dass sie nicht einmal fähig wäre, auf sich selbst aufzupassen. Und genau das ist doch Dahlias größter Wunsch: Zusammen mit der fünfjährigen Ceci ein neues Leben zu beginnen.

Dahlia nimmt alle Kraft zusammen und es gelingt ihr, einen neuen Job und eine neue Wohnung zu finden: 540 Eastwood, Roosevelt Island. Weder Dahlia noch Ceci sind von der tristen, beengenden und ziemlich heruntergekommenen Wohnung im neunten Stock eines Hochhauses begeistert. Aber ein aalglatter Wohnungsmakler (John C. Reilly) redet auf die beiden so lange ein, dass sie das Apartment 9F schließlich und in Ermangelung einer günstigen Alternative, doch nehmen.

Ceci beginnt ohne Umschweife ihr neues Zuhause zu erkunden und findet einen nagelneuen roten Kinderrucksack auf dem Dach des Hochhauses. Was zu einer unschönen Auseinandersetzung zwischen Dahlia und dem sehr mürrischen Hausmeister (Pete Postlethwaite) führt, dem sie für die grobe Fahrlässigkeit, die Tür nicht verschlossen zu haben, schwere Vorwürfe macht.

Noch am Abend des Einzugs entdeckt Dahlia einen dunklen Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke, der über Nacht noch größer wird und anfängt zu tropfen. Nachdem Dahlia ihre Tochter in die nahegelegene Schule gebracht hat, meldet sie den ekligen Schimmelfleck dem Makler, der ihr verspricht, es sofort dem Hausmeister mitzuteilen. Der allerdings denkt nicht daran, den Schaden zu beheben, da das schließlich nicht sein Job sei.

Inzwischen ist der Kübel, den Dahlia unter den tropfenden Fleck gestellt hatte, bis zum Überlaufen voll mit dunklem Wasser. Als Dahlia dann auch noch mysteriöse Geräusche aus der Wohnung über ihr - dem Apartment 10F - hört, beschließt sie, dem Spuk ein Ende zu machen und fährt mit einem dringend reparaturbedürftigen Aufzug in den zehnten Stock. Sie klopft an der Tür, die sich daraufhin einen Spalt öffnet. Dahlia betritt die fremde Wohnung und muss zu ihrem großen Schrecken feststellen, dass die Wohnung völlig überflutet ist. Aus den geöffneten Wasserhähnen strömt nur so das Wasser. Als sie die Situation dem Hausmeister meldet, gibt er den Kindern aus der Nachbarschaft die Schuld. Sie hätten wohl den Schlüssel zu der schon länger leerstehenden Wohnung geklaut und dann die Wasserhähne aufgedreht. Diesmal kümmert sich der Haumeister um den Wasserschaden in Dahlias Schlafzimmer.

Der Stress um die Scheidung, das Desaster in der Wohnung, ein unbestimmtes Gefühl der Bedrohung - das alles ist Gift für Dahlias angeschlagene Psyche. Sie wirkt zunehmend depressiv. Und als man ihr dann auch noch mitteilt, dass Ceci ernstzunehmende Schwierigkeiten bei der Eingliederung in der neuen Schule hat, weil sie sich fast nur noch mit ihrem „unsichtbaren Freund“ unterhält, trägt das auch nicht gerade zu Dahlias seelischer Stabilisierung bei. Ein Gespräch zwischen Mutter und Tochter hat wenig Erfolg und fördert nur zu Tage, dass der „unsichtbare Freund“ eigentlich eine Freundin ist. Nämlich Natasha aus dem Apartment 10F. In dieser Nacht plagen Daliah fürchterliche Alpträume, die mit ihrer Kindheit - und ganz besonders mit ihrer Mutter - zu tun haben.

Da Dahlia langsam glaubt, ihr Noch-Ehemann wolle ihr Ceci abspenstig machen, wendet sie sich hilfesuchend an einen Rechtsanwalt (Tim Roth), der verspricht, ihr bei der Scheidung zu helfen. Trotzdem empfindet Dahlia ihre Umwelt - und vor allem die gespenstische Atmosphäre in dem Hochhaus - als immer bedrohlicher. Im Waschraum fühlt sie sich zudem von Punk-Kids bedroht, und findet dort auch zufällig den roten Rucksack wieder, von dem der Hausmeister behauptet hat, dass ihn ein Kind längst abgeholt habe. Und von der Schlafzimmerdecke tropft weiterhin schwarzes Wasser… das Leben sieht düster aus. Um neue Energie zu tanken, nimmt Dahlia ein paar Beruhigungspillen und fällt schließlich in einen tiefen Schlaf.

Als sie nach 24 Stunden wieder aufwacht, fühlt sie sich immer noch wie zerschlagen, schöpft aber doch wieder etwas neuen Lebensmut. Sie trifft sich mit ihrem Anwalt, um alle weiteren Schritte zu besprechen. Sie erzählt ihm auch davon, dass sie das Gefühl hat, ihr Mann wolle sie langsam verrückt machen. Der Anwalt ist zwar skeptisch, hört aber aufmerksam zu und bietet ihr seine Hilfe an. Währenddessen hat Ceci in der Schule einen Nervenzusammenbruch und wird zur Behandlung in ein nahegelegenes Hospital gebracht. Dahlia kann ihre Tochter vorübergehend nicht erreichen und macht sich deshalb unendliche Vorwürfe. Und wieder überall dunkles Wasser…
Doch diesmal bekommt Dahlia tatkräftige Unterstützung von ihrem Anwalt. Der trommelt nicht nur den Hausmeister und den Wohnungsmakler zusammen, sondern setzt ihnen auch ein Ultimatum, die Wohnung 9F endlich instand zu setzen. Man verspricht es hoch und heilig. Doch kaum sind sie alle gegangen, hört Dahlia erneut Geräusche aus der Wohnung über ihr. Auf dem Gang entdeckt sie zudem noch Fußspuren, die auf das Dach führen. Dort angekommen, traut Dahlia ihren Augen nicht: Das Wasserreservoir läuft über! Kurz entschlossen klettert sie die Leiter hoch, öffnet eine Luke - und sieht die Wasserleiche eines Mädchens darin treiben. Es ist - wie sich schnell herausstellt - Natasha, die früher mit ihren Eltern im Apartment 10F gewohnt hat. Noch in derselben Nacht wird der Hausmeister von der Polizei unter Mordverdacht abgeführt.

Für Dahlia ist das Maß jetzt voll. Sie will sofort aus der Wohnung, aus dem Haus, von Roosevelt Island wegziehen. Sie bespricht den Plan mit Ceci und Kyle - alles scheint sich zum Guten zu wenden.

Doch als sie am Abend ihrer Tochter Ceci eine Gutenachtgeschichte vorlesen will, sitzt da plötzlich Natasha neben ihr auf dem Sofa. Oder ist das nur eine böse Halluzination? Will sie Ceci etwas antun? Ist das auch nur ein Hirngespinst? Spielt Dahlias Phantasie nun endgültig verrückt? Das kann nicht sein! Dahlia ist fest davon überzeugt, das Leben ihrer Tochter retten zu müssen…
REGISSEUR WALTER SALLES ÜBER „DARK WATER - DUNKLES WASSER“



In meiner Kindheit lebte ich einige Jahre lang in einem mir fremden Land. Aufgrund des Wetters litt ich an rheumatischem Fieber und konnte nicht in die Kälte hinausgehen. Ganz in der Nähe unserer Wohnung befand sich ein Kino, das nur Double Features zeigte. Dieses Kino wurde zu meinem zweiten Zuhause, einem Ort, an dem die Geschichten auf der Leinwand weitaus interessanter waren als die Wirklichkeit, in der ich lebte. Dort genoss ich das Privileg, Filme von Rossellini und Antonioni, Godard und Truffaut, Ford und Hawks zu entdecken. Jenes Kino zeigte aber auch Genre-Filme, also wurde ich auch schon früh in Werke wie Ulmers „Detour“ („Umleitung“, 1946)“ und Tourneurs „Cat People“ („Katzenmenschen“, 1942) eingeführt.

In diesen prägenden Jahren begann ich mich für Genre-Filme zu interessieren, besonders für solche, die über ihre üblichen Nischen hinausgingen. Der Film noir z.B. gestattete es, die Fehlfunktionen der Gesellschaft durch ihre Spalten zu erkennen. Geistergeschichten waren besonders fesselnd, wegen des Umgangs mit unserer Furcht vor dem Unbekannten - und vor dem Fremden. Erst viel später, als ich ein Interview las, das Michel Ciment (vom französischen Magazin Positif) mit Stanley Kubrick zu „The Shining“ („Shining“, 1980) geführt hatte, konnte ich wirklich verstehen, was das Publikum an diesem Genre fasziniert. „Die unbewusste Faszination einer Geistergeschichte liegt in der Verheißung der Unsterblichkeit. Das zeigt Wirkung, nicht weil wir uns vor Geistern fürchten, sondern weil wir, wenn wir sie fürchten, dann auch die Möglichkeit akzeptieren müssen, dass es im Jenseits mehr als nur Leere und Vergessen gibt“, sagte Kubrick.

Später dann, als ich mit der Regie von Dokumentarfilmen begann, drehte ich eine fünfstündige Serie über den Konflikt zwischen Modernität und Tradition in Japan. Um diese mir so fremde Kultur zu verstehen, widmete ich mich mehrere Monate lang der japanischen Literatur sowie dem dortigen Kino und Theater. Kabuki-Aufführungen, Mizoguchis „Ugetsu Monogatari“ („Ugetsu - Erzählungen unter dem Regenmond“, 1953) und die Lektüre von Kawabata haben mir gezeigt, welch große Rolle die Frage nach dem Jenseits in der japanischen Kultur spielt (interessanterweise genau wie in den afrikanischen Religionen, die in Brasilien so verbreitet sind).

Damit will ich sagen, dass ich bei der ersten Begegnung mit dem Drehbuch zu „Dark Water - Dunkle Wasser“ feststellte, dass das Kernthema des Films mir näher lag, als es anfangs scheinen könnte. Zunächst las ich das Drehbuch, weil es von einem Autor verfasst wurde, den ich kenne und bewundere, Rafael Yglesias. Er ist nicht nur ein begabter Romanautor, sondern hatte auch die Drehbücher zu zwei Filmen geschrieben, die ich sehr mag: Roman Polanskis „Death and the Maiden“ („Der Tod und das Mädchen“, 1994), basierend auf Ariel Dorfmans Theaterstück, und Peter Weirs „Fearless“ („Fearless - Jenseits der Angst“, 1993), eine Adaption von Rafaels eigenem Roman.

Das Drehbuch zu „Dark Water - Dunkle Wasser“ war wunderbar und beinhaltete verschiedene Ebenen: Der Dreh- und Angelpunkt war die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter, ein Thema, das mich seit „Central do Brasil“ („Central Station“, 1994) beschäftigt. Es handelte von den Gespenstern, die wir in uns tragen, die Geister aus unserer Vergangenheit; außerdem handelte es von Verlassenheit und der Einsamkeit in der Großstadt; und schließlich hatte es etwas, das man in solchen Geschichten nur selten findet: keinerlei Blut oder ekelhaftes Szenen. Was man nicht sah war viel wichtiger als das, was man sehen konnte. Und es fand auch keine Glorifizierung der Hauptfigur statt - eine Seltenheit in den zeitgenössischen Filmen.

Gut geschriebene Rollen sind jedoch gar nichts ohne gute Schauspieler. Ich hatte den Vorzug, bei diesem Film mit einer ganzen Reihe vorzüglicher Darsteller arbeiten zu können: Jennifer Connelly ist eine unglaublich begabte, intelligente und sensible Schauspielerin, außerdem eine der hingebungsvollsten Personen, mit der ich jemals zusammengearbeitet habe. Tim Roth ist das ultimative Chamäleon; ich liebe ihn als Schauspieler, Regisseur und nun auch als Freund. John C. Reilly ist ein außergewöhnliches Improvisationstalent, ein Schauspieler, der einen Monolog über beliebig viele Takes immer neu interpretieren kann, und alle davon sind gut. Pete Postlethwaite ist ein Shakespeare-Darsteller von großer Tiefe und Integrität.

Ein Film ist eine gemeinsame Kreation, weshalb ein Regisseur ohne diejenigen, mit denen er eng zusammenarbeitet, auf tönernen Füßen steht. Kameramann Affonso Beato, mit dem ich in Brasilien etliche Dokumentarfilme gedreht habe, war für die Erschaffung der visuellen Sprache in diesem Film ausschlaggebend. Cutter Daniel Rezende, der auch „Diarios de motocicleta“ („Die Reise des jungen Che“, 2004) und „“Cidade de Deus“ („City of God“, 2002) geschnitten hat, ist weitaus mehr als nur ein zuverlässiger Mitarbeiter - im Schneideraum ist er genial. Komponist Angelo Badalamenti war seit Jahren einer meiner großen Helden aus der Welt des Kinos, und die Zusammenarbeit mit einem so begabten, großzügigen Mann war ein wunderschönes Geschenk. Toningenieur Scott Millan kann jeden Filmsound besser machen, als er eigentlich ist, und ich habe wirklich viel von ihm gelernt. Produktionsdesignerin Therese DePrez, deren Arbeit ich bereits in „American Beauty“ (199) bewundert hatte, gelang das Wunder, die düstere Atmosphäre der New Yorker Insel Roosevelt Island im Studio nachzubilden, gemeinsam mit ihrem guten Freund und Mitarbeiter, dem begabten Kostümdesigner Michael Wilkinson.

Roosevelt Island ist tatsächlich einer der Hauptdarsteller von „Dark Water - Dunkle Wasser“. Mein erster Besuch dort führte auch zu meinem Entschluss, diesen Film zu verwirklichen. Diese kleine Landzunge liegt nur eine kurze Bahnfahrt entfernt von einem der reichsten Orte der Welt - Manhattan. Doch sie ist bevölkert von allen erdenklichen Einwanderern sowie von den Patienten des Krankenhauses, das sich auf der Insel befindet - und das sind oft einsame, ältere Menschen, die Ausgestoßenen der Stadt. Auf eigenartige Weise erinnerte es mich an Akira Kurosawas „Tengoku to Jigoku“ („Zwischen Himmel und Hölle“, 1963). Die Superreichen und die Habenichtse stehen sich gegenüber. Nur das dunkle Wasser eines Flusses trennte sie.

In dem oben genannten Interview sagte Kubrick auch, dass eine Geschichte, die übernatürliche Elemente beinhaltet, auf besonders realistische Weise untermauert werden müsse: „Geister sind nur im Film ätherisch und durchsichtig. Ich las in den überzeugendsten Berichten von Leuten, die Geister gesehen haben wollen, dass diese unweigerlich als genauso fassbar und real beschrieben wurden wie ein Passant auf der Straße.“ In „Dark Water - Dunkle Wasser“ haben wir gemeinsam versucht, die Charaktere in eine menschliche und physische Geographie hineinzuversetzen, die so realistisch wie möglich ist. Doch gleichzeitig haben wir auch versucht, die Grenzen der Vernunft zu sprengen und anzuerkennen, dass es jenseits des uns Begreiflichen auch noch ein anderes Territorium gibt.

Noch einige Worte des Danks: An Produzent Bill Mechanic, für seine Ratschläge und dafür, dass er mit mir diesen Prozess durchgestanden hat. An den ausführenden Produzenten Ashley Kramer und Studio Executive Jill Morris, für ihre Unterstützung. Und einen besonderen Dank an Andrew Magarian, den Coach der beiden wunderbaren jungen Schauspielerinnen Ariel Gade und Perla Haney-Jardine.




ÜBER DIE PRODUKTION

DIE SINTFLUT BEGINNT



Nichts ist furchteinflößender als die Feststellung, dass das eigene Heim, die eigene Familie, die eigene Nachbarschaft, die eigenen vier Wände sich gegen dich verschworen haben. Wenn es an dem Ort, der eigentlich ein sicherer Hafen sein sollte, keine Sicherheit gibt, dann wuchert in der Psyche die tiefsitzendste Form der Angst. Dieses Thema zieht sich durch einige der verstörendsten und hochkarätigsten Horror-Thriller der Filmgeschichte. Angefangen bei den scheinbar so netten Nachbarn, die insgeheim satanistische Rituale feiern, wie in „Rosemary’s Baby“ („Rosemaries Baby“, 1967), über das idyllische Feriendomizil, das in einen blutigen Familienwahn verfällt, wie in „ The Shining“ („Shining“, 1980), bis hin zu dem kleinen Jungen, der überall den Verstorbenen begegnen muss, wie in „Sixth Sense“ („Der sechste Sinn“, 1999) - die Vorstellung des „trauten Heims“ als unerträgliches Spukschloss hat die Vorstellungskraft schon immer angefeuert.

„Dark Water - Dunkle Wasser“ setzt diese klassische Tradition nun fort, in einem intelligenten, stylischen, emotionsgeladenen und zum Nachdenken anregendem Horrortrip, der von den vielschichtigen Darstellungen eines hochkarätigen Schauspielerensembles getragen wird. Der gefeierte Regisseur Walter Salles („Central Station“, „Die Reise des jungen Che“) tritt in die Fußspuren von Alfred Hitchcock, Roman Polanski, Stanley Kubrick, M. Night Shyamalan und Alejandro Amenabar; er erforscht das verstörende und grauenerregende Terrain, auf dem sich die Realität des Alltags und die dunkelsten übernatürlichen Geheimnisse begegnen. Basierend auf einer Geschichte des Autors des Horror-Klassikers „The Ring“ („Ring“, 2002) nähert sich „Dark Water - Dunkle Wasser“ dem Thema der modernen Angespanntheit aus einer originellen Perspektive: Die einer sich aufopfernden Mutter, die Unvorstellbares unternehmen wird, um ihre Tochter vor einer Wohnung zu beschützen, die buchstäblich droht, eine Flut des Grauens über ihnen zu entladen.

EINZUG: EIN DREHBUCH, DAS GEHEIME ÄNGSTE AUSLÖST



„Dark Water - Dunkle Wasser“ ist eine markerschütternde Geschichte über Psychoterror, der verstörende Fragen auslöst - sie betreffen den Ort, an dem wir leben, die Menschen, denen wir vertrauen, und die Dinge, die wir am meisten fürchten. Dieser Film ist eine neue Version einer japanischen Kurzgeschichte des renommierten Horror-Autors Koji Suzuki, die dem einflussreichen Spielfilm unter der Regie von Hideo Nakata als Vorbild diente.

Suzuki und Nakata sind wahrscheinlich für einen anderen, hochexplosiven und spannungsgeladenen Psycho-Thriller bestens bekannt: „Ringu“ (1998 ), dessen Version unter der Regie von Nakata unter allen internationalen Horror-Filmen derjenige war, der für das größte Furore aller Zeiten sorgte, und der später als Hollywood-Remake (The Ring“/“Ring“, 2000) mit Naomi Watts in der Hauptrolle auch ein von der Kritik gefeierter Hit wurde. Während sich Ring“ jedoch auf ein fluchbeladenes Videoband konzentrierte, das jeden, der es ansah, mit dem Tod bedrohte, widmet sich „Dark Water - Dunkle Wasser“ den Ängsten im Alltag der Erwachsenen. Es ist die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter und einer Großstadtwohnung, die scheinbar zum Bersten voll ist mit Erinnerungen und Bösartigkeit.

Nakatas japanische Version von „Dark Water“ („Honogurai mizu no soko kara“) kam einige Jahre nach „Ring“ in die Kinos und wurde als eines seiner besten Werke sowie als absoluter Höhepunkt des japanischen Horror-Genres gefeiert - ein gleichzeitig emotionsgeladener, psychologisch komplexer wie auch hochspannender Film.

Es war die unvergessliche Erfahrung, Nakatas Film gesehen zu haben, die anfangs die Produzenten Bill Mechanic, Roy Lee und Doug Davison auf die Idee brachte, diese Geschichte einem breiteren Publikum in Amerika zugänglich zu machen. Mechanic meint: „Der Film war gleichzeitig intelligent und furchterregend - und erinnerte mich sofort an Klassiker wie „Rosemary’s Baby“ („Rosemaries Baby“, 1967) und „The Shining“ („Shining“, 1980). Er hatte auch etwas Universelles an sich - die Spannung entstand durch Themen wie Einsamkeit und Isolation, mit denen sich das amerikanische Publikum unserer Meinung nach instinktiv identifizieren würde. Ich war dermaßen beeindruckt, dass ich die Rechte kaufte - und zwar fünf Minuten, nachdem ich den Film gesehen hatte.“

Nun stellte sich die Frage, wie man eine Horror-Geschichte auf ganz neue Art und Weise angehen sollte, um ein realistisches New York City, typisch amerikanische Figuren und Themen darzustellen - und dabei die Anspannung und Bedrohung auf Hochtouren zu fahren. Um dies zu bewerkstelligen, engagierten die Produzenten den renommierten Drehbuchautor Rafael Yglesias, der zuvor zwar noch keinen Horror-Film geschrieben hatte, aus dessen Feder voller psychologischer Einsichten jedoch bereits Filme wie Peter Weirs „Fearless“ („Fearless - Jenseits der Angst“, 1993) und Roman Polanskis „Death and the Maiden“ (Der Tod und das Mädchen“, 1994) stammten.

Die Gelegenheit, die Anatomie des Schreckens in all ihrer Tiefe, in all der Bedrohlichkeit des eigenen Heims wirklich auszuloten, nahm Yglesias für das Projekt ein: „Ich wollte schon immer eine Geistergeschichte schreiben, und dies war die Gelegenheit für eine sehr amerikanische Geistergeschichte“, berichtet der Autor. „In den USA sind unsere Geister einzigartig, denn ich denke, sie haben immer irgendwelche unbefriedigten Bedürfnisse, sie hungern pausenlos nach etwas Bestimmtem. In unserer Geschichte besteht dieses verzehrende Notwendigkeit in der Sehnsucht nach einer liebenden Mutter. Letztendlich ist es das, was Dahlia und den Geist, der um sie herumspukt, verbindet - und das ist ein sehr aufregender und beängstigender Ausgangspunkt.“

Er fährt fort: „Das Gefühl der Angst in diesem Film entsteht in Wahrheit durch die Klaustrophobie und Isolation, die Dahlia in sich trägt. Es ist eine Angst, die aus unserem Geist entspringt, das Furchterregendste überhaupt.“

Die Produzenten waren begeistert von Yglesias’ psychologischem Ansatz, der dem Material eine Frischzellenkur verpasste und es auf die amerikanische Kultur ummünzte. „Rafael nahm sich diese japanische Geschichte vor und verlieh ihr zutiefst amerikanische Züge; dabei verwandelte er die Erfahrungen dieser von Geistern verfolgten Familie in etwas noch weitaus Geheimnisvolleres“, sagt die ausführende Produzentin Ashley Kramer. „Die eher passive Heldin der japanischen Geschichte machte er zu einer Identifikationsfigur. Sie ist eine ergreifende alleinerziehende Mutter, die in einem persönlichen Dilemma steckt. So erschuf er eine starke und unvergessliche weibliche Rolle, die nach unserer Überzeugung den mitreißenden Kern des Films bilden würde.“

Die eindrucksvolle Erzählstruktur zog auch die Aufmerksamkeit von Regisseur Walter Salles auf sich, der zunächst eine überraschende Entscheidung zu sein schien, um sich der Geschichte einer Spukwohnung anzunehmen. Ins Rampenlicht war er mit den preisgekrönten lateinamerikanischen Filmen „Central do Brasil“ („Central Station“, 1998 ), „Abril Despedaçado“ (Hinter der Sonne - Behind the Sun“, 2001) und jüngst mit dem gefeierten „Diarios de motocicleta“ („Die Reise des jungen Che“, 2004) sowie mit der Produktion der brasilianischen Tour de Force „Cidade de Deus“ („City of God“, 2002) getreten. Salles ist bekannt für seine starken, menschlichen Themen und seine cineastische Kunstfertigkeit, wurde jedoch ebenfalls beachtet für seine außergewöhnliche visuelle Energie - und genau diese kraftvolle Kombination veranlasste die Produzenten dazu, ihn auf „Dark Water - Dunkle Wasser“ anzusprechen.

Bill Mechanic fügt hinzu: „Von Anfang an verstand Walter die Tiefe dieser Figuren und engagierte sich dafür, den Film mit Realitätsnähe zu untermauern. Er hatte auch einen sehr persönlichen Bezug zu den Themen. Sowohl in „Central Station“ als auch in „Hinter der Sonne - Behind the Sun“ verwendet er die Beziehung zwischen einem Kind und einem Elternteil als Katalysator. Ich war davon überzeugt, dass genau dieses Element - das lebensnahe, unzerstörbare Band zwischen Mutter und Tochter, also zwischen Dahlia und Ceci - in unserem Drehbuch dafür sorgen würde, den Film noch viel grauenerregender zu machen, denn er wäre glaubwürdiger.“

Zu ihrer Freude entdeckten die Produzenten, dass Salles schon lange ein Horror-Fan war. Ashley Kramer erinnert sich: „Walter erzählte uns davon, dass er als Kind in Paris über einem Filmtheater gelebt hatte, in dem raffinierte Horrorstreifen von Polanski und anderen Filmemachern gezeigt wurden. Er sagte, er habe schon immer einen psychologischen Horror-Film drehen wollen, und als wir uns zu unterhalten begannen, gab es gar keinen Zweifel daran, dass er diesen Film weit über die Norm des Genres hinausführen würde. Bereits zu Beginn hatte er eine ausgereifte Vorstellung des Films, davon, wie die visuellen Aspekte zusammenwirken würden, um allmählich immer mehr Klaustrophobie zu vermitteln, das zunehmende Gefühl der Verwundbarkeit und des Kontrollverlustes.“


GERÄUSCHE HÖREN: WALTER SALLES NIMMT DAS GESPENTISCHE THEMA DER ENTFREMDUNG IN ANGRIFF


Im Mittelpunkt der steigenden Spannung von „Dark Water - Dunkle Wasser“ steht einer der Urtriebe des Menschen: das Unerklärliche zu erklären. Genau dieser Themenkreis hat Regisseur Walter Salles am meisten angesprochen: „Das Unbekannte, das Unerklärliche übt eine starke Anziehungskraft auf mich aus“, berichtet er. „Wir befinden uns doch alle in der gleichen Lage, leben in einer Welt, die wir nicht vollständig entschlüsseln können - und diese Dinge des Lebens, die wir nicht erklären oder lösen können, bieten sich als überaus interessante Filmthemen an. „Dark Water - Dunkle Wasser“ ist vor allem ein Film über unsere inneren Dämonen, die wir nicht wirklich erkennen können, und über die Einsamkeit in den Großstädten - denn oft fühlen wir uns so abgekapselt und abgeschnitten von jeglicher Kommunikation, sogar wenn uns eine riesige Stadt voller Menschen umgibt.“

Obwohl „Dark Water - Dunkle Wasser“ sein erster Ausflug ins Horror-Genre ist, war Walter Salles schon lange von der cineastischen Umsetzung der Angstgefühle fasziniert und bewundert besonders die Regiemeister, die vor ihm auf diesen Spuren wandelten. „Die frühen Filme von Roman Polanski und anderen Regisseuren der Nouvelle Vague haben mich schon immer interessiert, denn sie behandeln die großen Themen der Sterblichkeit, Einsamkeit und Isolation“, erzählt der Regisseur. „Das für mich Interessanteste an Geistergeschichten ist die Tatsache, dass sie Fragen aufwerfen bezüglich unserer eigenen Grenzen als Mensch und unserer Sehnsucht danach, zu glauben, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.“

Er fährt fort: „Als ich dann Rafael Yglesias’ Drehbuch las, war ich beeindruckt von dem hohen Niveau, das sich über das übliche Horror-Genre erhebt, ganz ähnlich wie die frühen Polanski-Filme. Ich mag die Filme, die über die Norm hinausgehen, und zwar zu einem bestimmten Genre gehören, das man dann aber auf eine neue Ebene bringt - und genau so verhielt es sich bei dieser Geschichte. Ich war gerührt von den Figuren, besonders von der Mutter-Tochter-Beziehung, die den Kern der Geschichte ausmacht. Und ich sah es als eine Geschichte über Verlust und wie man ihn überwinden kann.“

Bei der Erforschung des wahren Wesens der Angst als primitive menschliche Emotion legte Salles den Schwerpunkt auf die Vorstellung, dass die größte Furcht und das Überraschungsmoment eher aus dem Unterbewusstsein entspringen - wo unsere eigenen persönlichen Dämonen und Urängste aus der Kindheit noch immer lauern -, und nicht aus den offensichtlicheren äußeren Ereignissen. „Meiner Meinung nach sind viele der neueren Horror-Streifen in ihrer Vorgehensweise einfach zu direkt“, meint Salles. „Mich interessiert mehr die Art von Film, bei der das, was man fühlt, wichtiger ist als das, was man hört oder sieht - die Filme also, in denen nicht alles zu Tode erklärt wird, sondern einige Fragen offen bleiben.“

Salles nennt als einflussreiche Vorbilder nicht nur Polanski, Kubrick und Hitchcock, sondern kannte sich auch gut mit japanischen Horror-Filmen aus, bevor er zu „Dark Water - Dunkle Wasser“ an Bord kam. Er hatte in Brasilien einen Dokumentarfilm über den Konflikt zwischen Tradition und Moderne in Japan realisiert und aus erster Hand die Arbeit von Regisseuren wie Kiyoshi Kurosawa und Hideo Nakata kennengelernt. „Diese neue Welle von japanischen Horrorfilmen, beeinflusst von Alfred Hitchcock und Theodore Dreyer, widmet sich einigen sehr interessanten Themen.“

Eines dieser Themen ist ein Schlüsselelement, das sich im Kern vieler der besten Horror-Thriller finden lässt: Das Thema Kindheit und die Fähigkeit des Kindes, weniger Furcht und mehr Toleranz als die Erwachsenen aufzubringen, wenn sie den furchterregendsten und unerklärlichsten Geheimnissen begegnen. Salles meint dazu: „Jede einzelne Figur in „Dark Water - Dunkle Wasser“ wird von psychologischen Barrieren am Vorankommen gehindert, daran, ihre Umgebung zu überwinden - alle, außer Ceci. Ein Kind wurde vom Leben noch nicht so zurechtgestutzt, leidet noch nicht an diesem Gefühl des Eingeschränktseins, das sich mit dem Heranwachsen einstellt. Die sozialen Schranken sind noch nicht so stark ausgebildet, deshalb sind Kinder toleranter, viel freier als der Durchschnittserwachsene. Allerdings scheinen Kinder einen angeborenen Gerechtigkeitssinn zu haben, ein Gespür dafür, was fair ist und was nicht.“

Salles fasst zusammen: „Ich sehe das Kind in diesem Film als den wahren moralischen Mittelpunkt. Sie akzeptiert Dinge, die niemand sonst zu akzeptieren vermag. Sie sieht Dinge, die sonst niemand sieht. Auf gewisse Weise tut sie genau das, was ein Künstler in der Welt tun sollte: Die Dinge zu beleuchten, die andere Menschen nicht sehen.“


DIE SPUR DER WASSERFLECKEN: OSCARPREISTRÄGERIN JENNIFER CONNELLY TAUCHT IN DIE DUNKELSTEN TIEFEN DER MUTTERLIEBE UND DES BESCHÜTZERINSTINKTES EIN


Um „Dark Water - Dunke Wasser“ wahrhaftig zum Leben zu erwecken, wusste Walter Salles, würde alles an der Schauspielerin hängen, die Dahlia verkörpert, eine überaus beschützende junge Mutter, die versucht, ihre Tochter in Sicherheit großzuziehen, trotz eines mit üblen Mitteln um das Kind kämpfenden Ex-Ehemannes und einer zutiefst entfremdenden Großstadtwelt, die beide zu bedrohen scheint. Gerade als Dahlia glaubt, alles Erdenkliche getan zu haben, um ihre Tochter in Sicherheit zu bringen - indem sie mit ihr in ein abgelegenes und anonymes Wohnhaus auf Roosevelt Island zieht -, geschehen etliche eigenartige und verstörende Ereignisse, die beide in eine Gefahrensituation bringen, die sich Dahlias Vorstellung entzieht und sie zwingt, die Wirklichkeit um sie herum in Frage zu stellen.

Salles war sich bewusst, dass er eine Schauspielerin finden musste, die in der Lage war, eine ganze Palette von Emotionen zu vermitteln - angefangen bei unzerstörbarer Mutterliebe über Verzweiflung bis hin zu lähmender Angst -, und die gleichzeitig bodenständig, intelligent und realistisch wirkte, also jemanden, von dem man niemals erwartet hätte, dass sie an das Übernatürliche glauben könnte.

Auf der Suche nach einer Schauspielerin mit solchen Fertigkeiten einigten sich die Filmemacher auf Jennifer Connelly, die für ihre Rolle als Ehefrau des genialen, jedoch geistig umnachteten Mathematikers in „A Beautiful Mind“ („A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn“, 2001) mit dem Oscar als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. Salles war besonders beeindruckt von Connellys intensiver und furchteinflößender Darstellung als Drogensüchtige in Darren Aranofskys „Requiem for a Dream“ (2000) - doch es gab noch einen weiteren Grund, weshalb die Schauspielerin für die Rolle der Dahlia die Idealbesetzung war: Connelly verfügte nicht nur über herausragende schauspielerische Qualitäten und eine starke Persönlichkeit, sondern war gerade Mutter eines sechs Monate alten Kindes, was ihre Mutterinstinkte zur Hochform auflaufen ließ.

„Walter war der Meinung, dass es wichtig sei, eine wirkliche Mutter für die Rolle der Dahlia zu besetzen - es war für ihn von großer Bedeutung, eine Schauspielerin zu finden, die mit Leib und Seele das tiefe Band zwischen Mutter und Kind verstehen konnte. Und dies kommt in Jennifers kraftvoller Darstellung wirklich zur Geltung“, erzählt Ashley Kramer.

Jennifer Connelly war fasziniert von der geheimnisvollen und komplexen Geschichte, gibt jedoch auch zu, dass sie beim Betreten eines so albtraumhaften Territoriums durchaus auch weiche Knie bekommen hatte: „Horror-Geschichten haben mich schon immer stark betroffen gemacht, ich habe etwas Angst davor“, berichtet sie. „Aber diese Geschichte handelt von einer Frau, die für sich und ihre Tochter unter höchst eigenartigen Umständen ein neues Leben aufbauen möchte, und das hat mich wirklich berührt. Ich war fasziniert von der Kombination einer Geschichte, die so furchterregend und gleichzeitig emotional so aufwühlend sein kann.“

Sie fügt hinzu: „Ich konnte mich wirklich mit Dahlia identifizieren - vielleicht nicht, was die übernatürlichen Elemente angeht, die in ihrer Wohnung geschehen, aber doch hinsichtlich ihrer Hoffnungen und Ängste bezüglich ihrer Tochter. Interessant fand ich, wie diese Dinge, die als kleine Ärgernisse des Alltags beginnen, wie eine feuchte Zimmerdecke, sich dann zu etwas so Großem und Beängstigendem auswachsen. Realität und Albtraum fließen ineinander. Schließlich ist die Beendigung einer Ehe und der Versuch, in einer neuer Stadt ein neues Leben zu beginnen, schon beängstigend genug - und sehr realistisch -, aber dann taucht Dahlia in etwas noch Furchterregenderes und Surreales ein.“

Besonders anziehend fand Connelly den stylischen und psychologischen Ansatz von Walter Salles: „Er hat eine so elegante Art, den Terror der Geschichte darzustellen“, stellt sie fest. „Er verleiht der Geschichte viel Anmut und Mysterium. Das Tolle daran ist, das man sich in jeder Szene des Films fragt, ob das wirklich geschieht oder ob es sich nur in Dahlias Vorstellung abspielt. Beginnt sie durch den Stress der Scheidung, des Umzugs, der Verantwortung als Mutter einfach verrückt zu werden? Bricht sie zusammen unter der Last ihrer Urängste vor dem Verlassenwerden, unter der Erinnerung an ihre eigene schlimme Kindheit? Oder wird sie wirklich bedroht von einer übernatürlichen Kraft, die etwas von ihr fordert? Das muss der Zuschauer selbst entscheiden.“

Neben der Anspannung und der emotionalen Herausforderung, die Rolle der Dahlia zu spielen, musste Connelly auch noch einen Großteil der dramatischsten Szenen tropfnass verbringen, mitten im grässlichen Brackwasser, das Dahlias Wohnung überflutet. Das verlangte viel Stehvermögen. „Es war Winter, und wir drehten in nasser Kleidung in diesem kalten Gebäude - ich musste vom Drehort sofort in eine Wanne mit heißem Wasser springen, um mich aufzuwärmen“, erinnert sich Connelly. „Doch zusammen mit der Geschichte, den Drehorten und der Kameraarbeit schien sogar das dazu beizutragen, das ich den Schüttelfrost bis ins Mark spürte.“

Für Walter Salles war Connellys Darstellung ausschlaggebend für die Verwirklichung seiner Vision: „Jennifer ist eine der talentiertesten und sensibelsten Schauspielerinnen, mit der ich jemals zusammengearbeitet habe. Sie erschuf eine Figur, die nicht nur komplex und vielschichtig, sondern auch voller Integrität und Aufrichtigkeit ist“, erklärt der Regisseur. „Ich bin kein großer Fan von Übertreibungen in der Schauspielerei, und Jennifer verkörpert das genaue Gegenteil davon - sie kann mit den subtilsten Mitteln sehr große Wirkung erzielen. Das ist in all ihren bisherigen Rollen zu spüren, und ist auch ein Teil von Dahlia; und hier war sie nun, sehr mutig und gewillt, in Bereiche einzutauchen, deren Erforschung äußerst schmerzvoll ist. Sie hat so viele sanfte und feinfühlige Regungen gezeigt, die ich vor Ort gar nicht wahrgenommen hatte, sondern erst später, beim Schneiden des Films.“

Nach der Besetzung von Connelly begann die Suche nach einer jungen Schauspielerin, um Dahlias fünfjährige Tochter Ceci zu spielen, die diese eigenartigen Erscheinungen in der Wohnung akzeptiert, während ihre Mutter immer mehr leidet. Casting Director Mali Finn führte eine breit angelegte Suchaktion durch, um eine fünfjährige Schauspielerin aufzuspüren, die sowohl den physischen als auch psychischen Anforderungen der Rolle gerecht werden konnte, und ließ über 1.000 junge Bewerberinnen entweder persönlich oder per Video vorsprechen. Man konzentrierte sich dann auf zwei gleichermaßen reife und geheimnisvolle kleine Mädchen, Ariel Gade und Perla Haney-Jardine. Schließlich wurden beide für den Film engagiert: Gade bekam die Rolle der Ceci und Haney-Jardine die der gespenstischen Natasha, die auf geheimnisvolle Weise aus dem oberen Apartment verschwindet.

Für die sechsjährige Ariel Gade war die Rolle der Ceci genau die Art Person, die sie bewundert - stark und furchtlos. „Ich mag Ceci sehr, denn sie ist ein mutiges kleines Mädchen“, erzählt die junge Schauspielerin. „Sie hat vor gar nichts Angst, obwohl das, was ihr passiert, ganz schrecklich ist. Ich jedenfalls finde es schrecklich - aber Ceci ist an schreckliche Sachen gewöhnt.“

Salles ist der Ansicht, dass der Schlüssel für die Zusammenarbeit mit den Kinderdarstellern darin liegt, Vertrauen aufzubauen. „Am Set gab es eine sehr beschützende Atmosphäre, und das hat wohl Ariel und Perla, die beide sehr talentiert sind, das Vertrauen gegeben, ihr Potential zu entwickeln“, berichtet er.

Gade, die sich mit Geistern, inneren Dämonen und sogar mit dem Ertrinken auseinandersetzen musste, beeindruckte die erwachsenen Darsteller mit ihrem großen Engagement für die Rolle. Jennifer Connelly meint: „Ariel ist wirklich ein süßes und liebes kleines Mädchen - und hat in diesem Film wirklich hart gearbeitet. Sie war immer sehr aufgeregt, und wollte gleich eine neue Szene drehen, ganz egal, wie schwierig diese waren - und diese Haltung hat die übrigen wirklich inspiriert. Sie und ich haben eine tolle Zeit am Drehort verbracht, und - besonders weil ich ein Sohn in fast demselben Alter habe - bekam ich das Gefühl, dass wir eine sehr natürliche Mutter-Tochter-Beziehung entwickelt haben.“
DIE NACHBARN BEGRÜSSEN: EINE STARBESTZUNG ZIEHT EIN


Als Nebendarsteller in dieser facettenreichen Reise ins Herz des Übernatürlichen wird Jennifer Connelly von einer Reihe hochkarätiger Darsteller begleitet, darunter ein Trio von Oscar-nominierten Schauspielern. John C. Reilly, der für seine Rolle in „Chicago“ (2002) für den Oscar und für den Golden Globe nominiert wurde, spielt hier Mr. Murray, den Immobilienmakler der Wohnanlage auf Roosevelt Island, dessen Wesen beängstigend und komisch zugleich ist.

Reilly fühlte sich von diesem Projekt schon deshalb angesprochen, weil er das Drehbuch nicht weglegen konnte. „Ich konnte gar nicht genug davon bekommen“, erinnert er sich. „Es war eine so mitreißende Geschichte. Als Vater empfand ich sie als zutiefst verstörend, aber als Schauspieler wollte ich sofort ein Teil davon werden. Es hat mich umgehauen, wie mit dem Thema der Entfremdung und Isolation umgegangen wird - etwas, womit sich jeder in der heutigen Welt identifizieren kann.“

Die Geschichte löste auch Erinnerungen an Reillys eigene erste Erfahrungen in New York City aus: „Viele Elemente des Films haben mich daran erinnert, wie es war, als ich zum ersten Mal nach New York kam - dieses Gefühl, dass die Stadt mich zerquetschen könnte, wenn ich mir nicht jeden Tag einen Weg hindurch freikämpfte. Ich bemühte mich, herauszufinden, wer mir damals die Wahrheit sagte, wer meine wahren Freunde waren, wie ich an diesem Ort überleben konnte… Und an genau diesem Punkt befindet sich Jennifers Figur zu Beginn des Films. Ihre Familie bricht auseinander, sie versucht, die Einzelteile ihres Lebens neu zusammenzusetzen und für ihre Tochter zu sorgen, sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann - und nun brechen die Wände um sie herum buchstäblich zusammen.“

Besonderen Gefallen fand Reilly daran, die Persönlichkeit von Mr. Murray zu analysieren, ein düsterer Charakter, der sich dennoch nicht in ein Schwarz-Weiß-Schema pressen lässt. „Murray ist wichtig, denn wohl oder übel ist er es, der Dahlia und Ceci davon überzeugt, diesen neuen wichtigen Schritt zu wagen“, beschreibt Reilly. „Er ist kein schlechter Mensch; vielmehr tut er Böses aus Nachlässigkeit. Ich hatte das Gefühl, diesen Kerl wirklich zu verstehen. Was die Beschreibung der Rolle angeht, so stand das Meiste nicht auf dem Papier, aber ich habe mir vorgestellt, wie viele Wohnungen und Häuser ich mir wohl in den vergangenen Jahren angesehen habe und wie viele dieser Typen ich wohl getroffen habe. Man muss sehr umtriebig sein, um in der Immobilienbranche zu arbeiten, und ich spiele Murray als Mischung der verschiedenen Maklertypen, von aggressiv bis exzentrisch.“

Für Jennifer Connelly war die Darstellung von Reilly eines der vielen Elemente, die den Film auf eine höhere Ebene brachten: „Ich fand ihn brillant“, erzählt sie. „Er ist einfach so witzig und bringt so viel in die Rolle ein, das gar nicht im Drehbuch stand. Er hat alle möglichen Recherchen zu Roosevelt Island unternommen, und während er mir die Wohnung zeigte schwang etwas sehr Realistisches darin mit. Eigentlich erinnert er mich stark an Ruth Gordons Rolle in „Rosemary’s Baby“ („Rosemaries Baby“, 1967).“

Für die Rolle des Veeck, den launischen, geheimnisvollen und nicht allzu hilfsbereiten Hausmeister der Wohnanlage, wurde der erfahrene Schauspielveteran Pete Postlethwaite engagiert, der für seine Darstellung in Jim Sheridans „In the Name of the Father“ („Im Namen des Vaters“, 1994) für einen Oscar nominiert wurde. „Pete hat eines der unglaublichsten Gesichter in der Filmbranche; darauf spiegeln sich eine Million Geschichten wider“, meint Produzent Bill Mechanic. „Meiner Meinung nach ist er einer der großen zeitgenössischen Charakterdarsteller. Ihn engagieren zu können, um Veeck zu spielen - besser gesagt, zu verkörpern -, diesen Kerl, der genauso Teil des Gebäudes ist wie die Böden und die Wände, war für den Film einfach phänomenal.“

Postlethwaite genoss es, einen Charakter zu spielen, der durch seine stille Exzentrik natürlich Neugierde und Misstrauen erregt: „Er ist ein Rätsel“, meint der Schauspieler. „Man kann Veeck nicht durchschauen, sondern spürt nur, dass er etwas zu verbergen hat. Und dass er sich missbraucht fühlt. Nicht nur von Murray und den Mietern, sondern von der Welt im Allgemeinen.“

Er fährt fort: „Interessant erschien mir, dass man nicht wirklich weiß, woher er kommt oder wie viel er weiß. Für mich war er in seiner Herangehensweise eher kindlich. Mit Sicherheit ist ihm bewusst, dass etwas mit dem Haus nicht stimmt, aber genau wie ein Kind glaubt er, dass wenn er nichts sagt, alles irgendwie gut werden wird.“

Walter Salles war von Postlethwaites Darstellung begeistert: „Er ist grundsätzlich ein Shakespeare-Darsteller, der dieser Rolle eine große Lebendigkeit, Tiefe und Intensität verleiht, aber mit sehr sparsamen Mitteln. Obwohl er nur wenig Text hat, kann sich sein Charakter vollständig entfalten.“

Tim Roth, der für seine Rolle in „Rob Roy“ (1995) sowohl zum Oscar als auch für einen Golden Globe nominiert wurde, spielt Jeff Platzer, den rhetorisch versierten aber herzensguten Anwalt, der Dahlia in ihrem Sorgerechtsstreit mit dem Ex-Ehemann beisteht. Genau wie die übrigen Darsteller fühlte sich Roth zu dieser Horror-Story durch die mit ungewöhnlicher Tiefe ausgestatteten Figuren hingezogen: „Jede einzelne Person in diesem Film hat auch noch eine andere Seite“, berichtet Roth. „Das macht es unterhaltsam. Niemand ist wirklich der, der er zu sein scheint. Meine Rolle, Platzer, ist ein Anwalt, arbeitet jedoch meistens vom Auto aus. Das ist außergewöhnlich und einzigartig.“

Das Außergewöhnliche an „Dark Water - Dunkle Wasser“ war dafür verantwortlich, ein so renommiertes Schauspielerensemble versammeln zu können. Roth meint dazu: „Hätte dieser Film einen eher konventionellen Ansatz, dann wären wohl Walter, Jennifer oder ein anderer von uns nicht mit von der Partie gewesen. Und dieser ungewöhnliche Ansatz macht diesen Film so furchtbar, furchtbar beängstigend, während er gleichzeitig neue Maßstäbe setzt.“

Salles fügt hinzu: „Schon seit Jahren bin ich ein großen Fan von John C. Reilly und Tim Roth. Sie sind zwei der großartigsten Schauspieler im zeitgenössischen Film, und es war ein Privileg, mit ihnen zusammenarbeiten zu können. Beide verfügen über die Fähigkeit, uns ständig zu überraschen. Sie sind so gut, dass sie dich auf dem Set wirklich retten können.“

Eine der schwierigsten Entscheidungen lag darin, die richtige Besetzung für die Rolle des Kyle zu finden, Dahlias streitbarer Ex-Mann, der sie dazu zwingt, nach Roosevelt Island zu ziehen, und sie somit in die Fänge des Grauens treibt. Die Filmemacher hofften, jemanden zu finden, der einer Rolle, die allzu leicht als Bösewicht ausgelegt werden könnte, auch frische, menschliche Züge verleihen würde. Bill Mechanic erklärt: „Wir wollten jemanden, den man sowohl als den Typen sehen kann, der in einer schlechten Ehe steckt und all die Dinge tut, die man sich in einer schlechten Ehe so vorstellt, dem aber gleichzeitig mit den Augen seiner Tochter verziehen werden kann. Das ist schwer hinzukriegen. Glücklicherweise hatte ich bereits zuvor mit Dougray Scott gearbeitet und wusste, dass er das Zeug dazu hat.“

Scott, der selbst Vater von Zwillingen ist, beschloss, die widerstreitenden Gefühle seines Charakters zu betonen: „Anfangs habe ich lange mit Walter über Kyle gesprochen, und wir waren uns einig, dass Kyle nicht einfach der Bösewicht sein sollte“, erinnert sich der Schauspieler. „Stattdessen wollten wir deutlich werden lassen, dass viele seiner Taten aus Schmerz und Frustration entstehen, besonders aus der Angst heraus, seine Tochter zu verlieren. Wenn man sich trennt, vergisst man auch die guten Zeiten, die man gemeinsam erlebt hat. Und wenn ein Kind zwischen zwei Erwachsenen steht, die beide das Kind lieben, dann sagt man auch mal die fürchterlichsten Dinge. An diesem Punkt befindet sich die Beziehung zwischen Kyle und Dahlia zu Beginn des Films. Sie sieht Kyle als rücksichtslosen Rüpel, der versucht, alles unter seine Kontrolle zu bringen. Und er sieht sie als die Person, die seine Beziehung zu seiner Tochter beschädigen will.“

So realistisch die Beziehung zwischen Kyle und Dahlia auch sein mag - nun wird sie unterwandert von etwas noch Geheimnisvolleren als menschliche Beziehungen: einer ominösen Erscheinung, die in Dahlias Wohnung herumspukt. Für Dougray Scott liegt hier die Krux des Terrors: „Kyle weiß nur, dass er Veränderungen an seiner Tochter beobachtet, und natürlich gibt er seiner Ex-Frau die Schuld. Aber er weiß nicht, was sich wirklich in der Wohnung auf Roosevelt Island abspielt. Er weiß nicht, dass ein Geist seine Ex-Frau und auch die Tochter, die er liebt, quält. Manchmal ist das, was niemand sonst sehen kann, der größte Terror. Und das macht auch „Dark Water - Dunkle Wasser“ so furchteinflößend.“
GEISTERHAFTE VISIONEN: DAS FILMDESIGN REGT DIE PHANTASIE AN



Die Darstellungen der Schauspieler waren der Schlüssel zur Erzeugung des Psycho-Terrors; doch ein weiteres, genau so grundlegendes Element musste noch erschaffen werden: Das Wohnhaus auf Roosevelt Island mit seinen grauenvollen, nassen Geheimnissen der Vergangenheit. Regisseur Walter Salles wollte sicherstellen, dass das Publikum die Feuchtigkeit, genau wie die Dunkelheit und zunehmende Angespanntheit in Dahlias neuem Zuhause, wirklich und wahrhaftig spürte, wie eine allgegenwärtige Macht - und zwar von dem Augenblick an, an dem die Zuschauer im Kinositz Platz nehmen.
Die erste Aufgabe der Filmemacher war eine Reise nach Roosevelt Island, wo Dahlia und Ceci das Apartment 9F beziehen. Roosevelt Island ist ein zwei Meilen langer Streifen Land im East River von New York City; trotz des abgelegenen Standortes gehört die Insel jedoch noch zu Manhattan. Einst war sie als Welfare Island, also Wohlfahrts-Insel, bekannt, ein Aufbewahrungsort für Kranke, Verrückte und auch für verurteilte Verbrecher; über Jahre hinweg gab es dort hauptsächlich Krankenhäuser und Psychiatrische Anstalten. Später wurden auf der Insel etliche große Wohnanlagen errichtet, viele davon im in der Architektur sogenannten „Brutalist Style“, bestehend aus massiven, gesichtslosen, post-modernen Monolithen aus Beton.

Diese Eigenart der Insel, einerseits eine ganz eigene Welt zu sein, andererseits doch auch Teil von Manhattan, genau wie die Tatsache, dass sie von Wasser umgeben ist, machte daraus den perfekten Spielort für die Themen, die in „Dark Water - Dunkle Wasser“ angesprochen werden: Entfremdung und sich sintflutartig entladende Wut. Drehbuchautor Rafael Yglesias, ein gebürtiger New Yorker, berichtet: „Jemand erzählte mir einmal, dass wenn man bei Regen und Nebel auf dem East River Drive fährt und auf Roosevelt Island blickt, die Insel fast so aussieht, als wäre sie ein Bindeglied zwischen dieser Welt und dem Jenseits. Genau dieses Gefühl wollte Walter im Film einfangen.“

Als Walter Salles zum ersten Mal Roosevelt Island sah, wusste er sofort, dass dieser Ort für seine Vision wie maßgeschneidert war. „Die geographische Lage hat mich tief bewegt - es ist ein einzigartiger Ort, der mich eigenartigerweise an bestimmte Orte in Osteuropa erinnert hat“, erzählt der Regisseur. „Es ist dieses Gefühl von sich wiederholenden, gesichtslosen Industriegebieten, die eine Art von Identitätsverlust betonen. Von dem Augenblick an, als ich dort eintraf, begann ich sofort den Zusammenhang zwischen der Insellandschaft und dem visuellen Ton des Films zu begreifen.“


Obwohl Salles es vorzieht, wegen der Energie und Unvorhersehbarkeit an authentischen Locations zu drehen, konnte man in diesem Fall jedoch nicht anders, als das Innere der Wohnung auf dem Studiogelände nachzubauen, um die fortschreitenden Veränderungen, die sich vollziehen, unter Kontrolle halten zu können. Der Regisseur vertraute diese Aufgabe der Produktionsdesignerin Therese DePrez an; sie musste über 2.500 Quadratmeter Fläche ausgestalten, darunter als Lobby, Fahrstuhl, Treppenhaus, Flure und zwei Wohnungen: Dahlias Apartment 9F und das geheimnisvolle, darüber liegende Apartment 10F, wo Natasha und ihre Familie lebten. Die Arbeit von DePrez änderte Salles’ Meinung bezüglich der Arbeit im Studio: „Da ich vom Dokumentarfilm komme, war mir die Wirklichkeitsnähe immer sehr wichtig“, berichtet Salles. „Doch Therese DePrez hat es irgendwie geschafft, auf wunderbare Weise genau das, was ich auf Roosevelt Island verspürt hatte ins Studio zu transportieren und diese Drehorte zum Leben zu erwecken. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass die Arbeit in einem geschlossenen Raum einen sehr kreativ mit der Kamera werden lässt.“

DePrez arbeitete eng mit Salles zusammen, um die ausgefeilten Details der Interieurs und der Farbnuancen auszugestalten. Eine besondere Inspirationsquelle stellten die Werke stimmungsvoller Künstler dar, darunter der Realist Lucien Freud und die New Yorker Malerin Alice Neil, um so die Palette aus mattem Ocker und wässrigem Grün, Grau und Schwarz zusammenzustellen. Indem sie so unerwartete Farben einsetzte, gelang es ihr, Roosevelt Island zu einem ganz eigenen Ort zu machen, genau wie das Dakota Building in „Rosemary’s Baby“ („Rosemaries Baby“, 1967) zu einem eigenen Mikrokosmos wird.

Die Produktionsdesignerin erläutert: „Für Walter war es sehr wichtig, den Kontrast zwischen Roosevelt Island und Manhattan zu betonen, wobei ein krasser Unterschied im Energielevel und besonders auch bei den Farbgebungen zwischen den beiden besteht. Während wir Manhattan eine lebendige Palette verleihen, ist Roosevelt Island fast monochrom, wie ausgebleicht, eine Welt, in der die inneren Sinne mehr Macht haben als die äußere Umgebung.“

Um die Verwendung von Licht und Schatten in der Kameraarbeit von Affonso Beato noch zu unterstreichen, benutzte DePrez an den Wänden der Wohnung auch glänzende Farbe und legte den Fußboden so, dass er auch schimmernd wirken konnte. „Affonso liebt spiegelnde Oberflächen, also stellten wir sicher, dass Böden und Wände bei der richtigen Beleuchtung so aussehen konnten, als wären sie spiegelnde Wasseroberflächen“, erklärt sie.

Außerdem gab es auch mechanische Erwägungen. Das Apartment 10F wurde aus Gussbeton errichtet, um es wiederholt überfluten zu können und auch surrealistische Wasserlachen zu tragen, die bis zu 15 Zentimeter tief waren. Beide Apartments bekamen auch eine riesengroße Tages- und Nacht-Photokulisse als Hintergrund, mit einem Panoramabild der Gebäude auf Roosevelt Island sowie von Manhattan und Queens. Ebenfalls im Studio errichtet wurde der Wassertank auf dem Dach des Hauses, der auf dem Höhepunkt des Films eine entscheidende Rolle spielt.

Auch Kameramann Affonso Beato, der bereits in etlichen Filmen mit Regisseur Pedro Almodóvar zusammengearbeitet hat, trug dazu bei, die gespenstische Stimmung zu verstärken. Beato arbeitete sehr eng mit Salles zusammen, um einen Kamerastil zu entwickeln, der das Gefühl für zunehmende Verwirrung und Panik vermittelte - ohne dabei jemals vorhersehbar zu sein.

Beide waren sich in der Philosophie einig, dass manchmal genau das, was man nicht durch die Kamera sieht - was also im Schatten verborgen bleibt oder nur angedeutet wird - eben genau das ist, was die größte Furcht auslöst.

Statt also genau die üblichen Horror-Konventionen zu bedienen, entschied sich Beato dafür, den Film anfangs extrem realistisch wirken zu lassen… um dann allmählich und ganz subtil zu der Stimmung überzugehen, in die Dahlia gerät, als sie daran zu glauben beginnt, dass es in ihrem neuen Zuhause eine übernatürliche Macht gibt.

„Damit das übernatürliche Element im Film vom Publikum akzeptiert wird, musste es meiner Meinung nach von Anfang an sehr realistisch wirken“, erklärt Salles. „Denn das Ungewöhnliche ist viel verstörender, wenn es sich in einer völlig normalen Umgebung ereignet. Also haben wir eine Realität für Dahlias und Cecis Lebensraum festgelegt, und davon ausgehend lösen wir sie immer mehr auf und bewegen uns auf ungewissem Terrain. Affonso hatte bei diesen Dreharbeiten genau das richtige Gespür; es war wichtiger, dem Zuschauer das Gefühl von beängstigenden Emotionen zu vermitteln, als ihnen wirklich Geister und Dämonen zu zeigen. Diese Zusammenarbeit mit ihm war ein großer Genuss.“

Ein weiteres wichtiges Element, um die richtige Stimmung zu erzeugen, war die Filmmusik, für die der Oscar-nominierte Komponist Angelo Badalamenti engagiert wurde. Regisseur Salles meint: „Die gesamte Musik, die Angelo für die Filme von David Lynch komponiert hat, brachte mich dazu, mit ihm zusammenarbeiten zu wollen. Er kann die Geschichte eines ganzen Films unmittelbar auf dem Klavier erzählen. Er ist einzigartig, und viel von dem Material, das wir benutzt haben, hat er bereits am ersten Tag unserer Zusammenarbeit erschaffen. Er war sehr leidenschaftlich und erfinderisch.“

Letztendlich dienen alle Elemente, sowohl die Sets, die Kamera als auch die Musik in „Dark Water - Dunkle Wasser“ dazu, eines der allgegenwärtigsten und bedrohlichsten erzählerischen Motive zu unterstreichen: Wasser in all seinen Erscheinungsformen, wohlwollend und gefährlich, vom Wasserfleck über Waschmaschinen und Badewasser bis hin zu Regenstürmen… und alles verdichtet sich zum erstaunlichen, sintflutartigen Höhepunkt des Films. Regenmaschinen wurden gebraucht, genau wie gigantische Wasserkanonen, um die Filmsets zu überfluten. Doch auch das Schicksal trug zum guten Gelingen der Produktion bei, denn jener Frühling in New York erwies sich als außerordentlich kalt und düster.

Die Schauspieler und Filmemacher empfanden das schlechte Wetter als wahren Segen: „Mit all dem Regen, zusammen mit der Beleuchtung und dem Design, schienen wir von dieser sehr gespenstischen und gleichzeitig sehr schönen Stimmung umgeben zu sein“, fasst Jennifer Connelly zusammen. „Ich glaube, das Publikum wird dies auch spüren, und „Dark Water - Dunkle Wasser“ wie einen dieser vielsagenden Horror-Filme betrachten, die man heutzutage nicht oft zu sehen bekommt - eine Geschichte, die aus dem Leben gegriffen und auch sehr, sehr beängstigend ist.“




ÜBER DIE SCHAUSPIELER


JENNIFER CONNELLY (Dahlia Williams)

Oscarpreisträgerin Jennifer Connelly hat ihre Vielseitigkeit als Schauspielerin schon oft unter Beweis gestellt. Für ihre Rolle in Ron Howards „A Beautiful Mind“ (A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn“, 2001) wurde sie mit einem Golden Globe, einem BAFTA, einem AFI Award, dem Preis der Broadcast Critics sowie mit besagtem Oscar ausgezeichnet.

Demnächst wird sie in Todd Fields Beziehungsdrama „Little Children“ zu sehen sein, einem Film über eine Gruppe junger Ehepaare, deren Leben sich mit unerwarteten Folgen kreuzen; an ihrer Seite spielen Kate Winslet und Patrick Wilson.

Vor kurzem hatte sie neben Ben Kingsley eine der Hauptrollen in „House of Sand and Fog“ (2003) unter der Regie von Vadim Perelman. Basierend auf dem gleichnamigen Roman-Bestseller, erzählt dieser Film die Geschichte dreier Personen, die sich einer außergewöhnlichen Situation gegenübersehen, und welche Dinge sie zu tun gewillt sind, um ihr Ziel zu erreichen. Im Sommer 2003 stand Connelly in Ang Lees „The Hulk“ („Hulk“, 2003) an der Seite von Eric Bana, Nick Nolte, Sam Elliott und Josh Lucas vor der Kamera.

Große Aufmerksamkeit zog sie auch durch ihre Rolle im von der Kritik gefeierten Film „Requiem for a Dream“ (2000) unter der Regie von Darren Aronofksy auf sich. Ihre fesselnde Darstellung einer Drogensüchtigen brachte ihr eine Nominierung zum Independent Spirit Award ein. Zu ihren weiteren Filmen gehören auch Ed Harris’ hochgelobter „Pollock“ (2000), Keith Gordons „Waking the Dead“ (2000) und Pat O’Connors „Inventing the Abbotts“ („Abotts - Wenn Hass die Liebe tötet“, 1997), beide an der Seite von Billy Crudup, Lee Tamahoris Krimi „Mulholland Falls“ („Nach eigenen Regeln“, 1996), John Singletons kontroverser „Higher Learning“ („Die Rebellen“, 1995), „Of Love and Shadows“ („Von Liebe und Schatten“, 1994) von Betty Kaplan mit Antonio Banderas, „The Rocketeer“ („Rocketeer“, 1991) von Joe Johnston sowie die Komödie „Career Opportunities“ („Kevins Cousin allein im Supermarkt“, 1991) aus der Feder von John Hughes. Connellys erster Spielfilm war Sergio Leones Epos „Once Upon a Time in America“ (“Es war einmal in Amerika”, 1984).


JOHN C. REILLY (Mr. Murray)

Für seine herausragende Rolle als Amos Hart im Oscar-preisgekrönten Film „Chicago“ (2002) wurde John C. Reilly als Bester Nebendarsteller sowohl für einen Golden Globe als auch für einen Oscar nominiert; in der gleichen Kategorie nominierten ihn auch die Kritikerverbände von Los Angeles und Chicago. Im gleichen Jahr war Reilly außerdem in zwei weiteren Oscar-nominierten Filmen zu sehen: Martin Scorseses „Gangs of New York“ (2002) und Stephen Daldrys „The Hours“ („The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit“, 2002); dies war das erste Mal, das ein und derselbe Schauspieler in drei der fünf als Bester Spielfilm nominierten Filme zu sehen war.

2004 stand Reilly neben Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett in Martin Scorseses von der Kritik gefeiertem Epos „Aviator“ über die Lebensgeschichte von Howard Hughes vor der Kamera, und teilte sich den Preis der Screen Actors Guild in der Kategorie Outstanding Performance by a Cast mit seinen Schauspielkollegen. Auch für seine Rolle als Ehemann von Jennifer Aniston in „The Good Girl“ (2002) wurde er u.a. mit einer Nominierung für den IFP Spirit Award geehrt.

Reillys Fähigkeit, vollständig in einer Rolle zu versinken, zog die Aufmerksamkeit einiger der größten Regisseure der Gegenwart auf sich - darunter z.B. Brian de Palma, Terrence Malick, Martin Scorsese, Paul Thomas Anderson, Lasse Hallström, Wolfgang Petersen und Neil Jordan -, die diesen vielseitigen Darsteller gerne in ihren Filmen einsetzten.

Zu seinen weiteren Filmen gehören u.a. „Criminal“ (2004), die von der Kritik gefeierte Satire „The Anniversary Party“ („Beziehungen und andere Katastrophen“, 2001) unter dem Regie-Duo Alan Cumming und Jennifer Jason Leigh, Wolfgang Petersens „The Perfect Storm“ („Der Sturm“, 2000), Paul Thomas Andersons „Magnolia“ (1999), „For Love of the Game“ („Aus Liebe zum Spiel“, 1999) an der Seite von Kevin Costner sowie Terrence Malicks Oscar-nominierter Film „The Thin Red Line“ („Der schmale Grat“, 1998 ). Reilly begeisterte die Zuschauer in Andersons Oscar-nominiertem Film „Boogie Nights“ (1997) als Pornodarsteller Reed Rothchild; zuvor hatte er an der Seite von Gwyneth Paltrow bereits an Andersons gefeiertem Regiedebüt „Hard Eight“ („Last Exit Reno“, 1996) mitgewirkt. Zu seinen weiteren Spielfilmen zählen auch „Georgia“ (1995), „What’s Eating Gilbert Grape?“ („Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“, 1993), „Dolores Claiborne“ („Dolores“, 1995), „The River Wild“ („Am Wilden Fluss“, 1994), „We’re No Angels“ („Wir sind keine Engel“, 1989), „State of Grace“ („Im Vorhof zur Hölle“, 1990), „Hoffa“ („Jimmy Hoffa“, 1992) und „Casualities of War“ („Die Verdammten des Krieges“, 1989).

Reilly kehrt häufig zu seinen Wurzeln im Theater zurück und war vor kurzem in der Titelrolle von „Marty“ zu sehen, basierend auf dem Film und dem gleichnamigen Drehbuch von Paddy Chayefsky, in einer Inszenierung unter der Regie von Mark Brokaw und choreographiert von Rob Ashford. 2000 war er in Sam Shepards Tony-nominierter Broadway-Produktion von „True West“ neben Philip Seymour Hoffman zu sehen; hierfür wurde ihm eine Tony-Nominierung für die beste Leistung eines Hauptdarstellers zuteil. Zu seinen weiteren Bühnenauftritten gehören u.a. eine Hauptrolle in der Produktion des Steppenwolf Theatres von „The Grapes of Wrath“ mit Gary Sinise sowie die Produktion und die Titelrolle in Ionescos „Exit the King“ am Actors Gang Theater in Los Angeles. Zurzeit steht Reilly in der Rolle des Stanley in der Broadway-Inszenierung von „A Streetcar Named Desire“ auf der Bühne.


TIM ROTH (Platzer)

Für seine Rolle in „Rob Roy“ (1995) an der Seite von Liam Neeson und Jessica Lange wurde Tim Roth für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert und mit einem BAFTA ausgezeichnet; am Anfang seiner Karriere zeichnete er sich besonders durch seine Rollen als Gangster und Mörder aus. Eine seiner ersten war die eines Skinheads in dem BBC-Fernsehfilm „Made in Britain“; seither glänzte er in den verschiedensten Charakteren, die es ihm ermöglichten, seine herausragende Schauspielkunst in all ihren Facetten zur Geltung zu bringen. Seine große Begabung stellte er u.a. mit einer wahren Tour de force als Vincent Van Gogh in Robert Altmans „Vincent & Theo“ (1990) unter Beweis; im selben Jahr zeigte er in Tom Stoppards „Rosencrantz and Guildenstern Are Dead“ („Rosenkranz und Güldenstein sind tot“, 1990) auch seine komödiantische Seite. 1992 ging Roth in die Vereinigten Staaten, wo er in zwei Filmen unter der Regie von Quentin Tarantino seinen Durchbruch hatte: „Reservoir Dogs“ (1992) - in dem Roth als Mr. Orange, einem Undercover-Polizisten, der sich in einer Gangster-Bande einschleust, über sich selbst hinauswuchs - und der einflussreiche Film „Pulp Fiction“ (1994).

Zu seinen neueren Filmen gehören u.a. Tim Burtons Remake des Film-Klassikers „Planet of the Apes“ („Planet der Affen“, 2001), Werner Herzogs „Unbesiegbar“ (2001), John Sayles „Silver City“ (2004) mit Chris Cooper und Thora Birch sowie Wim Wenders’ „Don’t Come Knocking“ (2005), der jüngst im Wettbewerb auf den Filmfestspielen in Cannes Premiere feierte. Zu seinen weiteren Filmen zählen z.B. Stephen Frears’ „The Hit“ (“Die Profi-Killer”, 1984) „The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover“ (“Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber”, 1989), „Lucky Numbers“ (“Lucky Numbers - Ein Wetterfrosch auf Abwegen”, 2000), „Jumpin’ at the Boneyard“ (“Manny und Dan - Leben und Sterben in der Bronx”, 1992), „Murder in Heartland“ (“Heart to Kill”, 1993), „Heart of Darkness“ (“Herz der Finsternis”, 1994), „Four Rooms“ (1995), „Little Odessa“ (“Little Odessa - Eiskalt wie der Tod”, 1994), „Gridlock’d“ (“Gridlock’d - Voll drauf!”, 1997) und „Everyone Says I Love You“ (“Alle sagen - I Love You”, 1996).

Demnächst wird er an der Seite von Kim Basinger und Danny DeVito in „Jump Shot“ zu sehen sein.

Roth verfügt auch über große Erfahrung am Theater. Sein Regiedebüt im Spielfilmbereich gab er mit dem von der Kritik gefeiertem „The War Zone“ mit Ray Winstone in der Hauptrolle, basierend auf dem Buch von Alexander Stuart. Dieser Film feierte mit begeisterten Rezensionen 1999 auf dem Sundance Film Festival Premiere und wurde ebenfalls auf den Filmfestivals in Cannes und Toronto gezeigt.


DOUGRAY SCOTT (Kyle)

Dougray Scott spielte neben John Malkovich in „Ripley’s Game“ (2002) sowie neben Tim Roth in „To Kill A King“ (2003), für den er außerdem als Associate Producer verantwortlich zeichnete. Vor kurzem hat er den Vampir-Film „Perfect Creature“ unter der Regie von Glenn Standring abgedreht und stand in der Titelrolle von „Beckett“ am Haymarket Theatre auf der Bühne.

Zu seinen weiteren Filmen gehören u.a. die Rolle des Jericho in Michael Apteds hochgelobtem „Enigma“ („Enigma - Das Geheimnis“, 2001) an der Seite von Kate Winslet und Saffron Burrows, eine Nebenrolle als Agent Sean Ambrose neben Tom Cruise in John Woos „Mission: Impossible 2“ (2000), die Rolle als Prinz Henry in der Aschenputtel-Fantasie „Ever After“ („Auf immer und ewig“, 1998 ) mit Drew Barrymore in der Hauptrolle, Bill Forsyths „Gregory’s Two Girls“ (1999), „This Year’s Love“ („Lover oder Loser“, 1999), „Regeneration“ („Der Preis der Ehre“, 1997), „Deep Impact“ (1998 ) und „Twin Town“ („Das Chaoten-Kaff“, 1997). Außerdem stand er in der Titelrolle von „The Poet“ („Der Poet“, 2003) unter der Regie von Paul Hills vor der Kamera.

Scott ist auch bereits in etlichen Theater-Inszenierungen aufgetreten, darunter die Produktion von Nick Whitbys „To the Green Field Beyond“ unter der Leitung von Oscarpreisträger Sam Mendes am Donmar Warehouse. Seine Ausbildung absolvierte Scott am Welsh College of Music and Drama, wo er mit dem Preis als Vielversprechendster Theaterstudent ausgezeichnet wurde. Geboren in Schottland, begann er seine Schauspiellaufbahn am Regionaltheater und mit TV-Auftritten, bevor er in der beliebten britischen TV-Serie „Soldier, Soldier“ mit der Rolle als Major Rory Taylor seinen großen Durchbruch hatte.


PETE POSTLETHWAITE (Veeck)

Für seine Darstellung als Guiseppe Conlon in Jim Sheridans „In the Name of the Father“ („Im Namen des Vaters“, 1994) wurde Pete Postlethwaite für einen Oscar nominiert. Demnächst wird er an der Seite von Ralph Fiennes in „The Constant Gardener“, basierend auf dem Roman von John Le Carré, in einer der Hauptrollen zu sehen sein.

Als international tätiger Schauspieler von beachtlichem Renommee hatte Postlethwaite etliche herausragende Rollen inne, darunter z.B. die des Paters Laurence in Baz Luhrmanns „Romeo + Juliet“ („William Shakespeares Romeo + Julia“, 1996), die als Danny Ormondroyd in „Brassed Off“ („Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten“, 1996), als Kobayashi in „The Usual Suspects“ („Die üblichen Verdächtigen“, 1995), als Tert Card in „The Shipping News“ („Schiffsmeldungen“, 2001) sowie als Roland Tembo in „The Lost World: Jurassic Park“ („Vergessene Welt: Jurassic Park“, 1997) und als Holabird in „Amistad“ („Amistad - Das Sklavenschiff“, 1997), beide unter der Regie von Steven Spielberg. Zu seinen weiteren Filmen gehören u.a. „Strange Bedfellows“ (2004), „Triggermen“ (2002), „Between Strangers“ („Zwischen Freunden“, 2002) mit Sophia Loren, „The Limit“ (2003) und „Among Giants“ („Among Giants - Zwischen Himmel und Erde“, 1998 ).

Zu seinen TV-Rollen gehören u.a. die als Len Green in „The Sins“, Deric Longden in „Lost for Words“ und Montague Tigg in „Martin Chuzzlewit“.

Postlethewaite ist einer der angesehensten Theaterdarsteller in England und stand auch mit der Royal Shakespeare Company sowohl im Londoner Westend als auch in anderen der renommiertesten Häuser in großen Titelrollen auf der Bühne, darunter z.B. in „Macbeth“, „King Lear“, „Henry V“, „Richard III“ und „Cyrano de Bergerac“ (Stratford und New York). Am Royal Court Theatre spielte er in „Magnificence“, „Cromwell“, „Elizabeth I“ und „Flying Blind“. Am National Theatre spielte er den Yang Sun in “The Good Person of Sichuan” und den Ray Say in “The Rise and Fall of Little Voice”, ein Stück, das auch am Aldwych-Theater spielte. Auf den Bühnen des Royal Exchange und des Round House wirkte er in “The Duchess of Malfi” mit, am Old Vic in Bristol sowie auf dem Theaterfestival in Edinburgh spielte er in “The Recruiting Officer”. 1997 ging er in der Titelrolle von „Macbeth“ unter der Regie von George Costigan und mit einem Design von Ashley Martin-Davis auf Tournee; im Januar 2002 spielte er am Royal Exchange Theater in Manchester den Max in „Homecoming“. Großen Lobes von Seiten der Kritik erfreute er sich vor kurzem mit seiner One-Man-Show „Scaramouche Jones“; hierfür wurde er als Bester Schauspieler für einen TMA-Award nominiert und gewann in der Kategorie Beste Solo-Performance den Whatsonstage.com-Award.


CAMRYN MANHEIM (Mrs. Finkle)

Camryn Manheim wurde für ihre Darstellung als Anwältin Ellenor Frutt im Emmy-preisgekrönten Drama „The Practice“ sowohl mit einem Emmy als auch mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Zu ihren Spielfilmen zählen u.a. „Twisted“ (2004), „Scary Movie“ 3“ (2003), „What Planet Are You From“ (“Good Vibrations - Sex vom anderen Stern”, 2000) mit Garry Shandling und Annette Bening, „The Road to Wellville“ (“Willkommen in Wellville”, 1994), „Jeffrey“ (1995), „Eraser“ (1996) und „Romy and Michelle’s High School Reunion“(“Romy und Michelle”, 1997). Für ihre Darstellung als mörderische Einzelgängerin in dem kontroversen Film “Happiness” (1998 ), nach einem Drehbuch und unter der Regie von Todd Solondz, wurde ihr der Preis des National Board of Review zuteil. Demnächst wird sie an der Seite von Robert Redford und Jennifer Lopez in „An Unfinished Life“ unter der Regie von Lasse Hallström zu sehen sein.

Zu ihren TV-Filmen gehören z.B. die neue Mini-Serie „Elvis“, in der sie Gladys Presley spielt, außerdem „The Tenth Kingdom“, „It’s A Girl Thing“, „The Loretta Claiborne Story“ und die Serien „Will and Grace“, „Chicago Hope“, „Ally McBeal“ und „Gideon’s Crossing“. Im mit dem Emmy und dem Golden Globe ausgezeichneten HBO-Film „The Laramie Project“ hatte sie außerdem eine Cameo-Rolle inne. Ihr Debüt als Produzentin gab Manheim mit dem TV-Film „Kiss My Act!“; gemeinsam mit Marlee Matlin wird sie demnächst für den Sender Showtime die Produktion und auch eine Hauptrolle in „Sound and Fury“ übernehmen.

Manheims Karriere begann am Theater in New York, nachdem sie im Rahmen des renommierten Acting Program an der New York University einen Master-Titel erworben hatte. Die darauffolgenden acht Jahre trat sie u.a. in angesehenen Theatern wie dem New York Shakespeare Festival, Lincoln Center, Yale Repertory und dem New York Theater Workshop auf. 1995 gewann sie für ihre Rolle als Gemma in Craig Lucas’ „Missing Persons“ einen Obie-Award; 1996 war sie die Autorin und Protagonistin ihrer Ein-Frau-Show „Wake Up, I’m Fat!“, die am The Public Theater stets vor ausverkauftem Haus spielte. 1999 verwandelte sie diese Show in den gleichnamigen New York Times-Bestseller, der bei Broadway Books erschienen ist.


ARIEL GADE (Cecilia)

Ariel Gade begann ihre Karriere im Alter von vier Jahren, als sie in der Rolle von Ben Stillers Tochter in „Envy“ („Neid“, 2004) zu sehen war. Nach dieser Kostprobe vom Leben vor der Kamera wollte sie mehr davon und erzählte ihren Eltern, sie wolle Schauspielerin werden. Sollte das mit der Schauspielerei jedoch nicht klappen, dann wäre sie auch bereit, die Tiertrainerin des Killerwals Shamu in Sea World zu werden. Daraufhin stand Gade als Tochter von Melissa Gilbert im TV-Pilotfilm „Then Came Jones“ vor der Kamera. In diesem Herbst wird Gade in dem mit Spannung erwarteten Science-Fiction-Drama „Invasion“ auf ABC zu sehen sein.

Sie liebt die Schauspielerei, ist aber auch sehr gerne einfach nur Kind. Sie kann gar nicht genug bekommen von den Bratz Dolls, von Disneyland, vom Seilspringen und von ihren Lieblingssendungen „That’s So Raven“ und „Phil of the Future“. Außerdem ist sie ein großer Fan von allen Disney-Filmen; zufällig haben ihre Eltern sie nach der kleinen Meerjungfrau Ariel in „The Little Mermaid“ benannt. Sie hat einen Cousin namens Izaiah, der wie ein Bruder für sie ist, und verbringt gerne viel Zeit mit ihrer Familie.


PERLA HANEY-JARDINE (Natasha / Junge Dahlia)

Perla Haney-Jardine gab ihr Spielfilmdebüt in Quentin Tarantinos „Kill Bill: Vol.2“ (2004) in der Rolle als B.B. Gunn. Außerdem war sie bereits in etlichen regional und landesweit gezeigten Werbespots zu sehen.

Perla ist auf einer Insel vor der brasilianischen Küste zur Welt gekommen; zurzeit lebt sie mit ihren Eltern und einem kleinen Bruder, Lux, in den Bergen des US-Bundesstaates North Carolina. Sie hat eine Menge Hobbys, darunter z.B. Schwimmen, Malen, Zeichnen, Salsa tanzen, Gartenarbeit und auch mit ihrem aus Venezuela stammendem Vater Spanisch zu sprechen.



ÜBER DIE FILMEMACHER


WALTER SALLES (Regie)

Walter Salles’ vorangehende Regiearbeit war „Diarios de motocicleta“ („Die Reise des jungen Che“, 2004), basierend auf den Tagebüchern von Ernesto Che Guevara und seines Freundes Alberto Granado, über ihre Entdeckungsreise durch Lateinamerika im Jahr 1952. Dieser Film wurde in Sundance sowie in Cannes auf den Filmfestivals von Zuschauern und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen, bekam zwei Oscar-Nominierungen und wurde mit dem BAFTA als Bester Fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

2001 führte er Regie bei „Abril Despedaçado“ („Hinter der Sonne - Behind the Sun“), der auf dem 58. Filmfestival in Venedig mit dem Publikumspreis Leoncini d’Oro ausgezeichnet wurde und 2002 sowohl für einen BAFTA als auch für einen Golden Globe in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film nominiert wurde. Sein vorheriger Film „Central do Brasil“ („Central Station“) feierte 1998 auf dem Sundance Film Festival Premiere; das Drehbuch dazu gewann 1996 den Sundance-NHK Cinema 100 Award. „Central Station“ wurde weltweit mit 55 Ehrungen preisgekrönt, darunter 1998 mit dem Goldenen Bären in den Kategorien Bester Film und Beste Schauspielerin und 1999 mit dem BAFTA als Bester Fremdsprachiger Film; außerdem wurden ihm zwei Oscar-Nominierungen zuteil. Salles’ Spielfilm „Terra Estrangeira“ („Fremdes Land“, 1995) wurde mit acht internationalen Preisen geehrt, darunter als Bester Film des Jahres in Brasilien.

Neben seiner Tätigkeit als Spielfilmregisseur fungiert Salles auch als Produzent oder Co-Produzent von Filmen junger Cineasten in Brasilien. Er war z.B. Co-Produzent von Fernando Meirelles’ Film „Cidade de Deus“ („City of God“, 2002), der vier Oscar-Nominierungen einheimste; als Produzent realisierte er u.a. Karim Ainouz’ „Madame Satã“ (2002) und jüngst auch den argentischen Film „Hermanas“ (2005) von Julia Solomonoff.


RAFAEL YGLESIAS (Drehbuch)

Rafael Yglesias hat bereits acht Romane geschrieben, darunter „Fearless“ („Fearless - Jenseits der Angst“, 1993), den er unter der Regie von Peter Weir auch für die Kinoleinwand adaptierte. Zu seinen weiteren Filmadaptionen gehören u.a. „Death and the Maiden“ („Der Tod und das Mädchen“, 1994) für Roman Polanski, „Les Miserables“ (1998 ) für Bille August und „From Hell“ (2001) für Allen und Albert Hughes. Yglesias ist in Manhattan geboren, hat sein gesamtes Leben dort verbracht und versucht, sich von Roosevelt Island fern zu halten - besonders bei Regen.


BILL MECHANIC (Produktion)

Bill Mechanic ist in der Unterhaltungsindustrie überaus angesehen und erfahren; nach 18 Jahren als geschäftsführender Manager eines großen Studios gründete er seine eigene Produktionsgesellschaft Pandemonium Film. „Dark Water - Dunkle Wasser“ ist seine erste Produktion, doch schon bald wird Terry Malicks „The New World“ folgen, für den Mechanic als ausführender Produzent verantworlich zeichnet. Von 1993 bis Juni 2000 hatte er den Posten als Chairman und Chief Executive Officer bei Fox Filmed Entertainment inne. In dieser Funktion überwachte er alle Tätigkeiten des Studios, darunter auch die Produktion, das Marketing und den Verleih der internationalen Spielfilmproduktionen sowie alle weltweiten Geschäftsbereiche von Fox Video, Fox Interactive, Fox Music, Lizenzen und Merchandising.

Während seiner Amtszeit erweiterte das Unternehmen die eigenen Produktionskapazitäten in beträchtlichem Ausmaß, indem vier neue Filmabteilungen gegründet wurden: Twentieth Century Fox, Fox 2000, Fox Searchlight Pictures und Fox Family Films. Zu den unter seiner Leitung produzierten Spielfilm-Hits gehören u.a. „Cast Away“ (“Cast Away - Verschollen”, 2000) „Titanic“ (1997); Oscar als Bester Film, „X-Men“ (2000), „Moulin Rouge“(2001), Oscar, „Independence Day“ (1996), „Ice Age“ (2002), „Entrapment“ (“Verlockende Falle”, 1999), „Minority Report“ (2002), „What Lies Beneath“ (“Schatten der Wahrheit”, 2000), „Planet of the Apes“ (“Planet der Affen”, 2001 ), „Never Been Kissed“ (“Ungeküsst”, 1999), „There’s Something About Mary“ (“Verrückt nach Mary”, 1998 ), “Braveheart” (1995), Oscar als Bester Film, “Boy’s Don’t Cry” (1999), Oscar, “Quills” (“”Quills - Macht der Besessenheit”, 2000), “Mrs. Doubtfire” (“Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen”, 1993), “Speed” (1994), “True Lies” (“True Lies - Wahre Lügen”, 1994), “Die Hard with a Vengeance” (“Stirb langsam - Jetzt erst recht”, 1994), “The Full Monty” (“Ganz oder gar nicht”, 1997), “Dr. Doolittle” (1998 ), “The X-Files” (“Akte X - Der Film”, 1997), “Me, Myself & Irene” (“Ich, beide & sie”, 2000), “The Thin Red Line” (“Der schmale Grat”, 1998 ), “Ever After” (“Auf immer und ewig”, 1998 ), “Romeo + Juliet” (“William Shakespeares Romeo + Julia”, 1996), “Broken Arrow” (“Operation - Broken Arrow”, 1996), “Courage Under Fire” (“Mut zur Wahrheit”, 1996), “Anastasia” (1997) und “Waiting to Exhale” (“Warten auf Mr. Right”, 1995).

Unter Mechanics Leitung brachte das Studio 1999 auch “Star Wars: Episode I The Phantom Menace” („Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung“, 1999), das neue Kapitel in der epischen Saga von George Lucas, heraus.

Infolge seiner Geschäftsführung lag Twentieth Century Fox im Jahre 1998 auf Platz Eins hinsichtlich der weltweiten Einspielergebnisse. Im gleichen Jahr produzierte Fox Music fünf der zehn meistverkauften Soundtracks: „Titanic“, „Hope Floats“ („Eine zweite Chance“), „Dr. Doolittle“, „Bulworth“ und „Ally McBeal“. Während seiner Amtsführung produzierte das Studio außerdem sechs der zehn Filme mit dem besten Einspielergebnis aller Zeiten sowie sechs der zehn - in den USA und weltweit - meistverkauften Videos, darunter das meistverkaufte Video der Filmgeschichte, „Titanic“. 1995, 1996 und 1997 produzierte Fox jeweils die Spielfilme mit den besten Einspielergebnissen weltweit, und zwar „Die Hard with a Vengeance“ („Stirb langsam - Jetzt erst recht“), „Independence Day“ und „Titanic“. Zusammengerechnet wurden Fox unter Bill Mechanic insgesamt 72 Ocar-Nominierungen zuteil, darunter fünf in der Kategorie Bester Film.

Vor seiner Arbeit bei Fox war Mechanic für The Walt Disney Studios als President of International Distribution and Worldwide Video tätig, indem er weltweit die Spielfilm, Home Video und Pay-TV-Abteilungen leitete. Er hatte 1984 bei Disney angefangen und sowohl in den USA als auch in Übersee die dazugehörige Home-Video-Abteilung ausgebaut: aus einem kleinen Unternehmenszweig mit einem Umsatz von knapp 30 Millionen Dollar wurde ein Gigant, der mit über 3 Milliarden Dollar fast das Doppelte des Volumens seines schärfsten Rivalen vorweisen konnte und dem 15 der 20 Videobestseller aller Zeiten anzurechnen sind. Mechanic leistete auch bei den Direktverkäufen an Großhändler, die heute zu einem wichtigen Teil des Home Entertainment Business geworden sind, echte Pionierarbeit.
Eines seiner strategisch wichtigen Manöver war die Beendigung einer fünfjährigen Zusammenarbeit zwischen Disney und Warner Bros. im Bereich des Übersee-Verleihs der Disney-Kinofilme; er gründete BVI, der erste vollständig neu geschaffene Spielfilmverleih innerhalb von über drei Jahrzehnten. Bereits im ersten Geschäftsjahr wurde das Unternehmen zum wichtigsten Verleih der Filmbranche.

Zuvor war Mechanic sowohl Senior Vice President von Walt Disney Home Video als auch Vice President of Pay Television Sales. In dieser Zeit leitete er auch die Sondersendungen für Disney Television, und seine Programme erhielten etliche Emmy-Nominierungen.

Bill Mechanic ist Mitglied des Board of Governors der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, des Board of Counselors der renommierten USC Film School sowie des Board of American Friends of the National Film Theatre of England. Vom Produzentenverband Producers Guild wurde er mit dem Showman of the Year Award geehrt, von der Organisation Women in Film bekam er den Crystal Award. 1998 wurde er in die Video Hall of Fame aufgenommen, 2001 war er dann der erste Hollywood-Manager, der den Vorsitz bei einem der großen internationalen Filmfestivals führte: auf der Berlinale war er Präsident der Jury.


ROY LEE (Produktion)

Als ausführender Produzent von Gore Verbinskis Blockbuster „The Ring“ („Ring“, 2002) war Roy Lee zum ersten Mal im Bereich Spielfilmproduktion tätig; das Sequel „The Ring Two“ („Ring 2“, 2005), bei dem er in der gleichen Funktion arbeitete, spielte bereits am ersten Wochenende sensationelle 36 Millionen US-Dollar ein. Er produzierte auch den letztjährigen Horror-Hit „The Grudge“ (2004), basierend auf den japanischen Film „Ju-On“ (2000) unter der Regie von Takashi Shimizu. Nach Filmstart im Oktober 2004 hält dieser Streifen zurzeit in der Sparte Horrorfilm den Rekord als bestes Eröffnungswochenend-Ergebnis aller Zeiten.

Roy Lee ist koreanischer Abstammung, wurde in Brooklyn geboren und ist in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland aufgewachsen. Seinen Bachelor-Abschluss erwarb er an der George Washington University und studierte dann Jura an der American University. Er arbeitete kurzfristig als Firmenanwalt und zog dann 1996 von Washington, D.C. nach Los Angeles, um in der Filmindustrie tätig zu werden. Seinen ersten Job dort bekam er bei der Produktionsgesellschaft Alphaville, wo er u.a. an Filmen wie „The Mummy“ („Die Mumie“, 1999), „The Jackal“ („Der Schakal“, 1997) und „Michael“ (1996) mitwirkte. Aus seiner dortigen Erfahrung mit dem Aufspüren von Drehbüchern heraus war er später Mitbegründer einer Website namens ScriptShark.com, die angehenden Drehbuchautoren die Gelegenheit gab, ihr Werk von Profis bewerten zu lassen. Dieser Erfolg führte zu einem Engagement bei einer Talent-Management-Firma, wo er Kurzfilme für den PC zusammenstellte.

Als unabhängiger Produzent und Filmschaffender begann Lee (dem in einem Porträt aus dem Jahre 2003 im Magazin New Yorker der Spitzname „The Remake Man“ gegeben wurde) ab 2001, Filme aus Japan, Korea, Hongkong und Indonesien zu importieren, die für den amerikanischen Markt neu verfilmt werden sollten, indem er die Filmrechte im Auftrag der asiatischen Verleiher an US-Filmstudios verkaufte.

Gemeinsam mit Doug Davison gründete Lee die Firma Vertigo Entertainment, unter deren Banner sie etliche Projekte entwickeln. Dazu gehören z.B. Titel wie „The Departed“, ein Krimi mit Matt Damon, Jack Nicholson und Leonardo DiCaprio unter der Regie von Martin Scorsese, der gerade in Produktion gegangen ist, „Il Mare“, eine Liebesgeschichte in der Phase der Post-Produktion mit Keanu Reeves und Sandra Bullock sowie „Antartica“.


DOUG DAVISON (Produktion)

Doug Davisons jüngste Produktionsarbeit war der Horror-Thriller „The Grudge“ (2004) mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle, basierend auf dem japanischen Film „Ju-On“ (2000) unter der Regie von Takashi Shimizu. Dieser Kassenhit hält derzeit in der Sparte Horrorfilm den Rekord als bestes Eröffnungswochenende aller Zeiten. Zurzeit befindet sich Davison gerade für Warner Bros. in der Post-Produktion von „Il Mare“, einer Liebesgeschichte mit Keanu Reeves und Sandra Bullock in den Hauptrollen unter der Regie von Alejandro Agresti.

Diese Filme produzierte er gemeinsam mit Roy Lee, seinem Geschäftspartner bei Vertigo Entertainment, einer Firma für Spielfilmentwicklung und Produktion, die sie 2001 mit Sitz bei Dimension Films von Miramax gründeten. Ihre erste Produktion war DreamWorks’ „The Ring“ („Ring“ 2002) , nach dem beliebten japanischen Film von Hideo Nakata aus dem Jahre 1998 adaptiert, der 2002 sowohl an den US-amerikanischen als auch europäischen Kinokassen ein Riesenerfolg war und über 250 Millionen Dollar einspielte.

Zurzeit leitet Davison bei Vertigo die Entwicklung einer Reihe von Projekten für verschiedene Hollywood-Studios, darunter ihr gerade unterzeichneter Vertriebsvertrag mit Universal Pictures und Focus Features. Zu diesen Filmen gehören u.a. „The Departed“, eine Krimi mit Matt Damon, Jack Nicholson und Leonardo DiCaprio, der gerade unter der Regie von Martin Scorsese produziert wird, „Chaos“, ein Thriller mit Robert DeNiro, Hideo Nakatas Remake des übernatürlichen Thrillers „The Entity“, das Sequel zu „The Grudge“, „Smoke“, „Addicted“, „The Eye“, „Antartica“, der unter der Regie von Frank Marshall gerade in British Columbia gedreht wird, ein Remake des Kultklassikers „Invasion of the Body Snatchers“ („Die Dämonischen“) aus dem Jahre 1956, bei dem Oliver Hirschbiegel die Regie übernehmen wird sowie „Coach“, eine Familienkomödie mit Diane Keaton in der Hauptrolle.

Davison wurde in Washington, D.C. geboren und studierte am Hamilton College im US-Bundesstaat New York. Nach seinem Studienabschluss in Englischer Literatur zog er nach New York City, wo er in die Filmbranche einsteigen wollte, zunächst als Set Production Assistant („Die Hard: With A Vengeance“/“Stirb langsam - Jetzt erst recht“, 1994), dann als Drehbuchlektor für New Line Cinema. Nach seinem Umzug nach Los Angeles kam er bei Mad Chance Productions unter, wo er als Schützling von Andrew Lazar die Direktion der Entwicklungsabteilung übernahm; als Präsident der Produktionsabteilung fungierte er dann als Co-Produzent von „Death to Smoochy“ („Tötet Smoochy“, 2002) nach einem Drehbuch von Adam Resnick und unter der Regie von Danny DeVito, mit Robin Williams und Edward Norton in den Hauptrollen. Während seiner Zeit bei Mad Chance entwickelte er außerdem Projekte wie „Space Cowboys“ (2000), „Cats and Dogs“ („Cats & Dogs - Wie Hund und Katz“, 2001) und „Confessions of a Dangerous Mind“ („Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind“, 2002).


ASHLEY KRAMER (Ausführende Produktion)

Ashley Kramer stieß im Januar 2001 als Executive Vice President of Production zu Pandemonium, nachdem sie sechs Jahre lang in leitender Position für Fox 2000 bei Twentieth Century Fox gearbeitet hatte. Bei Fox 2000 zeichnete sie für die Entwicklung einer ganzen Reihe von Filmen verantwortlich, darunter „Never Been Kissed“ („Ungeküsst“, 1999), „Fight Club“ (1999), „Someone Like You“ („Männerzirkus“, 2001), „Anna and the King“ („Anna und der König“, 1999), „One Fine Day“ („Tage wie dieser“, 1996) und „Pushing Tin“ („Turbulenzen - und andere Katastrophen, 1999).

Davor hat Kramer als Managerin für Neufeld/Rehme Productions bei Paramount gearbeitet.


DIANA POKORNY (Co-Produktion)

Diana Pokorny hat u.a. Lasse Hallströms „The Shipping News“ („Schiffsmeldungen“, 2001) mit Kevin Spacey, Cate Blanchett, Julianne Moore und Judi Dench co-produziert. In der gleichen Funktion zeichnete sie zuvor u.a. für „Hanging Up“ („Aufgelegt“, 2000) mit Meg Ryan, Diane Keaton und Lisa Kudrow verantwortlich, außerdem für „The Astronauts Wife“ („Die Frau des Astronauten“, 1999) mit Johnny Depp und Charlize Theron, „A Thousand Acres“ („Tausend Morgen“, 1997) mit Michelle Pfeiffer und Jessica Lange, „The Object of My Affection“ („Liebe in jeder Beziehung“, 1998 ) mit Jennifer Aniston und „The Crucible“ („Hexenjagd“, 1996) mit Daniel Day-Lewis und Winona Ryder.

Für HBO produzierte sie dem Emmy- und Golden Globe-preisgekrönten TV-Film „Indictment: The McMartin Trial“ mit James Woods in der Hauptrolle.

Zu ihren weiteren Filmen gehören u.a. „Short Cuts“ (1993), „Once Around“ (“Ein charmantes Ekel”, 1991), „Last Exit to Brooklyn“ (“Letzte Ausfahrt Brooklyn”, 1988 ) und „Light Sleeper“ (1992). In ihrer langjährigen Erfahrung in der Filmindustrie war Pokorny in den verschiedensten Bereichen tätig und arbeitete sich von der Produktionsassistentin über den Posten der Location-Managerin bis zur Produktionsmanagerin hoch, bevor sie mit „Safe Passage“ (1994) mit Susan Sarandon und Sam Shepard ihren ersten Produktionsauftrag bekam.

Diana Pokorny stammt aus Spokane, Washington; sie studierte am Antioch College sowie an der London School of Economics. Mehrere Jahre lang lebte und arbeitete sie in New York City, bevor sie nach Los Angeles zog, wo sie zurzeit wohnt.


AFFONSO BEATO (Kamera)

Affonso Beato ist ein preisgekrönter und angesehener Kameramann von internationalem Renommee, dessen Karriere fast 40 Jahre umfasst. Zu seinen neuesten Filmen gehören z.B. „The Fighting Temptations“ (2003) mit Cuba Gooding, Jr. und Beyonce Knowles unter der Regie von Jonathan Lynn sowie der gefeierte „Dot the I“ unter der Regie von Matthew Parkhill. Zu seinen weiteren Filmen zählen u.a. Bruno Barretos „View from the Top“ („Flight Girls“, 2003) mit Gwyneth Paltrow, Mike Myers und Christina Applegate sowie Terry Zwigoffs „Ghost World“ (2000) mit Scarlett Johansson und Thora Birch. Herausragend war seine ständige Zusammenarbeit mit dem gefeierten spanischen Regisseur Pedro Almodóvar bei Filmen wie „Todo sobre mi madre“ („Alles über meine Mutter“, 1999), der 2003 den Oscar als Bester Fremdsprachiger Film gewann, „Carne trémula“ („Live Flesh - Mit Haut und Haar“, 1997) oder „La flor de mi secreto“ („Mein blühendes Geheimnis“, 1995). Auch mit Regisseur Jim McBride hat Beato wiederholt zusammengearbeitet, u.a. für „The Big Easy“ („Der große Leichtsinn“, 1989), „Great Balls of Fire“ (1986) und „Uncovered“ („Geheimnisse“, 1994). Zu seinen weiteren Filmen zählen auch „Price of Glory“ (2000), „Orfeu“ (1999) und „Antonio das Mortes“ (1969), der auf dem Filmfestival in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

Für das Fernsehen drehte er u.a. Filme wie „Dead by Midnight“, „Pronto“, „The Informant“, „The Wrong Man“ und „Plainsong“. Beato stammt eigentlich aus Brasilien, zog jedoch bereits 1970 nach New York, erwarb die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und lebt zurzeit in Los Angeles.


THERESE DePREZ (Produktionsdesign)

Therese DePrez widmet sich mit ihrem Produktionsdesign-Talent bereits über ein Jahrzehnt lang einer ganzen Reihe von preisgekrönten Filmen, darunter z.B. Spike Lees „Summer of Sam“ (1999), John Cameron Mitchells „Hedwig and the Angry Inch“ (2001), Stephen Frears’ „High Fidelity“ (2000), Mark Pellingtons „Arlington Road“ (1999) und „Going All the Way“ („Der lange Weg der Leidenschaft“, 1997), Todd Solondz’ „Happiness“ (1998 ) sowie Tom Dicillos „Living in Oblivion“ („Living in Oblivion - Total abgedreht“, 1995) und „Box of Midnight“ („Der Mond in meiner Hand“, 1996). Sie betätigte sich auch an so beliebten Spielfilmen wie „I Shot Andy Warhol“ (1996), „Swoon“ (1992), „Postcards from America“ (1994), „Doom Generation“ (1995), „No Looking Back“ „Auch mehr ist nie genug“, 1998 ), „How to Lose a Guy in Ten Days“ („Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?“, 2003), „Marci X“ („Marci X - Uptown Gets Down“, 2003) und „American Splendor“ (2003), der 2003 auf dem Sundance Film Festival den Großen Preis der Jury sowie in Cannes und in Deauville jeweils den Internationalen Preis der Kritik gewann. Vor kurzem zeichnete sie für das Produktionsdesign von Kip Williams „The Door in the Floor“ „The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung“, 2004) verantwortlich.

DePrez arbeitete ebenfalls für die Werbung und auch in Kurzfilmen und Videoclips, darunter für Künstler wie Laurie Anderson, John Leguizamo, Bob Dylan und David Bowie; für Bowie entwarf sie auch das Bühnendesign seiner Reality World-Tournee in 2003/2004.

Ihr Talent wurde von vielen renommierten Organisationen gewürdigt: Das Sundance Film Festival verlieh ihr 1997 einen Sonderpreis der Jury in der Kategorie Produktionsdesign, das Filmfestival in Gijón überreichte ihr 1998 für „I Shot Andy Warhol“ den Preis für die Beste Art Direction und Theater Crafts International zeichnete sie 1996 in der Kategorie Outstanding Achievement for Production Design aus.


DANIEL REZENDE (Schnitt)

Für seine Arbeit an Fernando Meirelles „Cidade de Deus“ („City of God“, 2002) war Daniel 2004 für einen Oscar nominiert und gewann 2003 einen BAFTA. „City of God“ bekam insgesamt vier Oscar-Nominierungen und war Rezendes erste Spielfilmarbeit. Zu seinen neueren Werken gehört Walter Salles’ „Diarios de motocicleta“ („Die Reise des jungen Che“, 2004); zuvor übernahm er den Schnitt des brasilianischen Spielfilms „Narradores de Javé“ (2003) unter der Regie von Eliane Caffé und der TV-Serie „City of Men“, die sich an die Geschichte von „City of God“ anlehnte.

Daniel Rezende stammt aus der brasilianischen Metropole São Paulo und studierte Werbung an der ESPM; danach arbeitete er als Cutter für Werbefilme und Videos. „Dark Water - Dunkle Wasser“ ist seine zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Walter Salles und sein erster Spielfilm in englischer Sprache.


MICHAEL WILKINSON (Kostümdesign)

Zu Michael Wilkinsons Filmen in der Funktion des Kostümdesigners gehören u.a. „American Splendor“ (2003), „Imaginary Heroes“ (2004), „Garden State“ (2005), „Milwaukee, Minnesota“ (2003), „Looking for Alibrandi“ (2000), „True Love and Chaos“ (1997) und „When Strangers appear“ (2001); als Designassistent betätige er sich bei „Passion“ („Passion - Extreme Leidenschaft, 1999), „Mary“ (1994), „The Matrix“ („Matrix“, 1999) sowie „“Romeo + Juliet“ („William Shakespeares Romeo + Julia“, 1996) und „Moulin Rouge“ (2001), beide unter der Regie von Baz Luhrmann.

Zu seinen Theaterkreationen gehören preisgekrönte Entwürfe für Bühnenbilder und Garderobe u.a. für die Sydney Theater Company, die Opera Australia, The Australian Dance Theater und das Ensemble Theater. Als Designer für „Steel City“ arbeitete er auch für die Radio City Music Hall in den USA.

Für die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2000 in Sydney erschuf Wilkinson Hunderte von Entwürfen; dazu gehörten speziell für Elle McPherson, Kylie Minogue und Savage Garden kreierte Outfits, ebenso der silberne Bodysuit, den Cathy Freeman trug, als sie die Olympische Fackel entzündete. Wilkinson machte seinen Studienabschluss am The National Institute of the Dramatic Arts in Sydney, Australien. An der University of Sydney studierte er dann auch Architektur.


ANGELO BADALAMENTI (Musik)

Angelo Badalamenti hat sich einen wohlverdienten Ruf als einer der originellsten und innovativsten Stimmen der heutigen Filmmusik erworben.

Seine langjährige Zusammenarbeit mit Regisseur David Lynch begann mit dem Kultklassiker „Blue Velvet“ (1986). Für seine Filmmusik zu Lynchs Filmen „The Straight Story“ („The Straight Story - Eine wahre Geschichte“, 1999) und „Mulholland Drive“ (2001) bekam Badalamenti jeweils Golden Globe-Nominierungen; für denselben Regisseur komponierte er auch für „Twin Peaks: Fire Walk With Me“ („Twin Peaks - Der Film“, 1992), der ihm den Independent Spirit Award einbrachte, sowie für „Wild At Heart“ („Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula“, 1990) und „Lost Highway“ (1997).

Zu Badalamentis neueren Filmkompositionen gehört z.B. die Musik zu Jean-Pierre Jeunets „Un long dimache de fiançailles“ („Mathilde - eine große Liebe“, 2005) und Paul Shraders „Dominion: Prequel to the Exorcist“ (2005). Zu seinen weiteren Filmen zählen u.a. „La cité des enfants perdues“ (Die Stadt der verlorenen Kinder“, 1995) von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro, „Arlington Road“ (1999) mit Tim Robbins und Jeff Bridges, „The Beach“ (2000) unter der Regie von Danny Boyle und mit Leonardo DiCaprio sowie „Secretary“ (2002) mit Maggie Gyllenhaal in der Hauptrolle.



Achtung:
Das Kopieren/Verbreiten dieses Specials ist ohne vorherige Genehmigung nicht erlaubt.