Chroniken von Erdsee, Die (Special)

Tomtec


Universum Film

präsentiert



DIE CHRONIKEN VON ERDSEE
(Tales From Earthsea)



Regie und Drehbuch
Goro Miyazaki

eine Produktion von
Toshio Suzuki


KINOSTART: 08.11.2007



Länge: ca. 115 Minuten

Bildformat: Color / 1:1.85 (Vista size) / DLP Cinema Available

Tonformat: Dolby Digital Surround EX / DTS-ES

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren



DER STAB

Regie
Goro Miyazaki

Drehbuch
Goro Miyazaki, Keiko Niwa

Basierend auf den „Erdsee“-Romanen von
Ursula K. Le Guin

Produzent
Toshio Suzuki
Produktionsfirma
Studio Ghibli

Musik
Tamiya Terashima

Directing Animator
Akihiko Yamashita

Supervising Animator
Takeshi Imamura

Art Director
Yôji Takeshige

Color Design
Michiyo Yasuda

Leiter Digital Imaging
Atsushi Okui

Leiter Digital Animation
Mitsunori Kataama

Dt. Dialogbuch und Regie
Cornelius Frommann


DIE SYNCHRONSPRECHER

Rolle - Deutsche Stimme

Ged (Sperber) - Ekkehardt Belle
Arren - Manuel Straube
Theru - Farina Brock
Tenar - Kathrin Simon
Hare - Gerd Meyer
Cob (Kumo) - Susanne von Medvey
König - Walter von Hauff
Königin - Martina Duncker
Ruto - Günther Wolf
Händler - Tobias Lelle
Händlerin - Inge Solbrig
Dorfweib 1 - Angelika Bender
Dorfweib 2 - Marion Hartmann






KURZINHALT

In Erdsee droht eine schreckliche Macht das Gleichgewicht der Welt zu zerstören. Ged, der größte Zauberer Erdsees, macht sich auf den Weg, um das Rätsel der Bedrohung zu lösen und die Welt vor Schrecklichem zu bewahren. Gemeinsam mit Arren, Prinz von Enlad, begibt er sich auf eine ebenso beschwerliche wie abenteuerliche Reise. Ged findet heraus, dass ein Zauberer namens Cob die Tür zwischen den Welten der Lebenden und der Toten geöffnet hat. Dies löste ein Ungleichgewicht der Welt aus - mit unabsehbar katastrophalen Folgen für Erdsee und seine Bewohner. Nun liegt es allein an Arren, unter Einsatz seines Lebens das Gleichgewicht in der Welt wieder herzustellen…



PRESSENOTIZ

Mit dem imposanten Anime-Epos DIE CHRONIKEN VON ERDSEE tritt Regisseur Goro Miyazaki in die Fußstapfen seines berühmten Vaters, des japanischen Kult-Regisseurs Hayao Miyazaki. Das Studio GHIBLI und die Regisseure Miyazaki stehen auch in Deutschland längst für publikumswirksame, anspruchsvolle Familienunterhaltung. Nach dem großen Erfolg Hayao Miyazakis mit Filmen wie Chihiros Reise ins Zauberland – der im Jahr 2002 den Goldenen Bären und den OSCAR® für den besten Animationsfilm gewann – und dem ebenfalls OSCAR®-nominierten Das wandelnde Schloss, wurde der „japanische Walt Disney“ 2005 mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Mit seinem Erstlingswerk setzt Goro Miyazaki die unnachahmliche Animationskunst-Tradition der GHIBLI-Studios fort: DIE CHRONIKEN VON ERDSEE ist ein beeindruckendes Meisterwerk in echter Miyazaki-Manier – ein in jeder Hinsicht mitreißendes, hochwertiges Abenteuer!



LANGINHALT

Ein Segelschiff kämpft sich mühevoll über den vom Sturm gepeitschten Ozean. Mit Schrecken beobachtet die Besatzung, was sich hoch über ihren Köpfen abspielt: Zwei riesige Drachen haben sich im Kampf ineinander verbissen und zerfleischen sich gegenseitig. Dergleichen hat es noch nie gegeben. Nicht nur, dass die Drachen sich aus ihrer Heimat im fernen Westen nach Osten, ins Reich der Menschen, vorgewagt haben. Es galt auch stets als undenkbar, dass die majestätischen Herrscher der Lüfte sich untereinander bekämpfen und töten.

Mit an Bord des Schiffs ist auch Ged, genannt Sperber, der mächtigste Zauberer von Erdsee. Für ihn ist das unerklärliche Verhalten der Drachen nur eines von vielen Anzeichen dafür, dass die Welt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Auf einer ausgedehnten Reise will er den tieferen Ursachen nachspüren und Schlimmeres verhüten.

Unterwegs trifft Ged auf Arren, den jungen Prinzen von Enlad, der von einem Wolfsrudel bedrängt wird. Der Zauberer vertreibt die Tiere, und Arren beschließt, sich seinem Retter anzuschließen. Ged merkt zwar, dass Arren ein unheilvolles Geheimnis verbirgt: Ein Teil der Dunkelheit, die die Welt bedroht, steckt offensichtlich auch in dem Jungen. Doch er spürt auch eine Seelenverwandtschaft zu Arren, dessen immense Wissbegierde und ungestüme Art ihn an seine eigene Jugendzeit erinnern.

Die Weggefährten reisen durch verwüstete Gegenden zur Stadt Hort. Auch dort ist überall zu spüren, wie sich das Chaos ausbreitet: Die Handwerker haben ihre Künste vergessen und bieten nur noch minderwertige Waren feil, Sklavenhändler gehen in aller Öffentlichkeit ihren schmutzigen Geschäften nach, und in den Gassen drängen sich Diebe und Drogensüchtige.
Zuflucht finden die Wanderer bei der ehemaligen Priesterin Tenar, die von Ged vor vielen Jahren aus den dunklen Gräbern von Atuan gerettet wurde. In Tenars Haus lebt auch Therru, ein Mädchen, dessen Gesicht von Brandnarben gezeichnet ist. Therru spürt instinktiv Arrens dunkle Seite, die immer wieder von ihm Besitz ergreift, und geht ihm deshalb aus dem Weg.

Unter der sorgsamen Anleitung von Ged verbringt Arren die nächsten Tage mit Feldarbeit und dem Studium der Natur. Von seinem Lehrmeister erfährt er, dass alle Dinge im Universum nur im Gleichgewicht mit sich selbst existieren können. Auch Therru legt nach und nach ihre Scheu vor Arren ab und freundet sich mit ihm an. Doch weder sie noch Ged können verhindern, dass der Prinz Nacht für Nacht von Alpträumen heimgesucht wird, in denen sein bösartiger Schatten von ihm Besitz ergreift.

Ged gelingt es schließlich herauszufinden, wer für das Ungleichgewicht in der Welt verantwortlich ist: Ein Zauberer namens Cob von Havnor hat das Tor zwischen den Welten der Lebenden und der Toten geöffnet. Auch Cob ist für Ged ein alter Bekannter: In seiner Jugend war Ged in einen heftigen Streit mit dem ehrgeizigen Cob geraten, weil dieser ohne Erlaubnis den Geist von Geds ehemaligem Meister heraufbeschworen hatte. Zur Strafe brachte Ged den Beschwörer ins Land der Toten und ließ ihn allein dort zurück. Dort sollte er am eigenen Leib die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung der ruhelosen Toten spüren. Nach seiner Rückkehr schien Ged auch tatsächlich geläutert und behauptete, er habe das Unrecht seines Tuns eingesehen. Seine jüngsten Taten zeigen jedoch überdeutlich, dass er die Totenbeschwörung niemals aufgegeben hat. Im Gegenteil, nach seinem jahrzehntelangen Studium dieser finsteren Form der Magie scheint Cob dem Wahn verfallen zu sein, durch das Portal ins Totenreich ewiges Leben erlangen zu können.

Inzwischen hat sich Arrens Zustand weiter verschlimmert: Aus Angst, sein gewalttätiges zweites Ich nicht mehr kontrollieren zu können, verlässt er heimlich Tenars Haus. Doch das ist eine Gelegenheit, auf die Cob nur gewartet hat: Er überwältigt den verwirrten Jungen und bringt ihn auf sein Schloss. Mit Drogen, schmeichelnden Worten und Täuschungen gelingt es Cob, Arrens Willen zu brechen und magische Kontrolle über ihn zu gewinnen. Als Ged und Therru an Cobs Schloss ankommen, um den Prinzen zu befreien, müssen sie nicht nur die Macht des alten Hexenmeisters fürchten. Auf sie wartet auch ein völlig veränderter Arren, der von den bösen Mächten in ihm verzehrt zu werden droht. Gemeinsam müssen Ged und Therru einen Kampf auf Leben und Tod bestehen, um ihren Freund zur Besinnung zu bringen und Cobs wahnsinnige Pläne zu durchkreuzen...



DIE BESETZUNG

Aoi Teshima – Sängerin des Titelsongs und des Schlussliedes und Stimme von Therru

In DIE CHRONIKEN VON ERDSEE singt sie nicht nur das Schlusslied „The Song of Time“ und den Titelsong „Therrus Lied“, sondern leiht im japanischen Original auch der Figur der Therru ihre Stimme.
2003 und 2004 begeisterte sie mit ihrer Stimme das Publikum auf der vom Jugend-Musik-Festival organisierten DIVA-Veranstaltung in ihrer Geburtsstadt Fukuoka. Ihr Auftritt anlässlich der im März 2005 stattfindenden Veranstaltung „Japan und Korea, Welt der langsamen Musik“ wurde von den Kritikern hoch gelobt. Ihr Lied kam damals auch Produzent Toshio Suzuki und Regisseur Goro Miyazaki zu Ohren, die daraufhin den Weg für ihre Mitwirkung an DIE CHRONIKEN VON ERDSEE ebneten.


DER STAB

Goro Miyazaki – Regisseur/Autor, einschließlich Drehbuch und Text des Titelsongs und des Schlusslieds

Goro Miyazaki wurde 1967 in Tokio geboren. Nach Abschluss seines Studiums der Forstwirtschaft an der Universitätsschule für Landwirtschaft arbeitete er als Konstruktionsberater und war an der Landschaftsplanung für mehrere Parks und Stadtwaldprojekte beteiligt. 1998 übernahm er die Gesamtplanung des Ghibli-Museums in Mitaka und war dort von 2001 bis Juni 2005 Geschäftsführer. 2004 erhielt er vom Bildungsminister den „Art Encouragement Prize for New Artists“ im Bereich Kunstförderung.

Toshio Suzuki – Produzent

wurde 1948 in Nagoya, Japan, geboren. Nach Abschluss seines Studiums an der Fakultät für Literatur der Keio Universität im Jahre 1972 trat er eine Stelle bei der Firma Tokuma Shoten Co. Ltd. an. Nach seiner Tätigkeit beim Wochenmagazin „Asahi Geino“ wurde Suzuki Mitbegründer des monatlichen Anime-Magazins „Gekkan Animage“. Während seiner 12-jährigen Tätigkeit als Redakteur und später als Chefredakteur des Magazins beteiligte er sich an der Produktion der Filme von Isao Takahata und Hayao Miyazaki: Dazu zählen z. B. NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE (1984), DAS SCHLOSS IM HIMMEL (1986), DIE LETZTEN GLÜHWÜRMCHEN (1988 ), MEIN NACHBAR TOTORO (1988 ) und KIKIS KLEINER LIEFERSERVICE (1989). Er gehörte 1985 zu den Gründern der Anime-Produktionsfirma Studio Ghibli und arbeitet seit 1989 ausschließlich für dieses Studio. Suzuki war Produzent bei ONLY YESTERDAY (1991), PORCO ROSSO (1992), POM POKO (1994), WHISPER OF THE HEART (1995), PRINZESSIN MONONOKE (1997), MY NEIGHBORS THE YAMADAS (1999), CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND (2001), DAS KÖNIGREICH DER KATZEN, THE GHIBLIES EPISODE 2 (2002) und DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004) sowie DIE CHRONIKEN VON ERDSEE (2006). Er war auch an anderen Projekten beteiligt, z. B. als Produzent für Hideaki Annos Actionfilm RITUAL (2000) und beim Aufbau des Ghibli-Museums (Eröffnung 2001 in Mitaka, Tokio). Als Co-Produzent fungierte er für Mamoru Oshiis Animationsfilm GHOST IN THE SHELL 2 – INNOCENCE (2004, ein Production I. G. Film). Suzuki ist Präsident der Studio Ghibli Inc.

Akihiko Yamashita – Directing Animator

wurde 1966 in der Okayama-Präfektur, Japan, geboren. Als Key-Animator debütierte er in URUSEI YATSURA (1981-1986). Danach übernahm Yamashita die Aufgabe des Supervising Animator für MOBILE SUIT GUNDAM ZZ (1986). Er war ebenfalls verantwortlich für Charakterdesign, Storyboard und Animation Supervision der Serie GIAN ROBO – THE DAY THE EARTH STOOD STILL (1992-1998 ). Yamashita, der bereits Aufgaben wie Art Direction, Animation Supervision und Key-Animation für zahlreiche Direct-To-Video-Produktionen und Anime-Fernsehserien übernommen hatte, arbeitete auch als Supervising Animator für Spielfilme. Darüber hinaus trat er u.a. als Charakterdesigner für Computerspiele und Software sowie als Roman-Illustrator hervor. 2001 erhielt er von Hayao Miyazaki höchstes Lob für seine Key-Animation in CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND (2001) und wurde anschließend zum Supervising Animator für DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004) ernannt.

Takeshi Inamura - Supervising Animator

wurde 1969 in der japanischen Präfektur Gunma geboren. Er war zunächst verantwortlich für die Zwischenanimation und Animationskontrollen bei Shinei Animation. 1991 kam er zum Studio Ghibli, wo seine erste Aufgabe die Zwischenanimation für PORCO ROSSO (1992) war. Bei THE OCEAN WAVES (1993) war er erstmals für die Key-Animation verantwortlich; es folgten MY NEIGHBOURS THE YAMADAS (1999), CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND (2001), DAS KÖNIGREICH DER KATZEN (2002) und weitere Ghibli-Werke. 2001 übernahm er die Funktion des Supervising Animator für Hayao Miyazakis Oscar®-nominiertes Fantasy-Abenteuer DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004).

Yoji Takeshige - Art Director

wurde 1964 in Philadelphia geboren. Takeshige studierte am Tama College of Art und machte seinen Abschluss in Ölmalerei. Ansehen erlangte er zum ersten Mal mit dem Studio Ghibli-Film MEIN NACHBAR TOTORO (1998 ), für den er Hintergründe gestaltete. Er arbeitete zunächst freischaffend an ONLY YESTERDAY (1991) mit und wurde danach als fester Mitarbeiter für die Ghibli-Produktion PORCO ROSSO (1992) engagiert. Als Hintergrundkünstler war er ebenfalls an POM POKO (1994) und WHISPER OF THE HEART (1995) beteiligt. Art Director wurde er erstmals für den Kurzfilm ON YOUR MARK (1995) und war anschließend in dieser Funktion an PRINZESSIN MONONOKE (1997), MY NEIGHBORS THE YAMADAS (1999) und DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004) beteiligt. Viel Lob erntete er neben seinen Leistungen für die Ghibli-Filme auch für die gestalterische Arbeit an Produktionen wie ROYAL SPACE FORCE – WINGS OF HONNEAMISE (1987), KIDO KEISATSU NO PATOREIBAH (1989) sowie GHOST IN THE SHELL (1995).

Michiyo Yasuda – Color Design

wurde 1939 in Tokio geboren. Sie begann bei Toei Animation, ehemals Toei Doga, in der künstlerischen Abteilung (Ink-and-Paint Department). Sie arbeitete als Clean-up Animator für Werbefilme und Anime-Serien. Sie traf Isao Takahata und Hayao Miyazaki, als sie für TV Animators’ Union tätig war und als Clean-up Animator an THE LITTLE NORSE PRINCE VALIANT (1968 )arbeitete. Danach wurde sie Leiterin für Ink-and-Paint und Color Design an verschiedenen Animationsprojekten bei A Production und Nippon Animation. Lob erntete sie für FROM THE APENNINES TO THE ANDES (1976) und THE FUTURE BOY CONAN (1978 ). 1984 arbeitete sie an NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE. Seitdem ist sie Color- Designerin beim Studio Ghibli für alle Animationsfilme bis hin zu DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004) und unterstützt sowohl Takahata als auch Miyazaki.

Atsushi Okui – Leiter Digital Imaging

wurde 1964 in Shimane geboren. Okui begann seine Karriere im Jahre 1981 in der Kinematographie-Abteilung bei Asahi Productions. Als Kameramann erntete er erstmals Anerkennung für DIRTY PAIR – THE MOVIE (1987). An diesen Erfolg konnte er danach mit GYAKUSHU NO SHYAA (1988 ) und GUNDAM F91 (1991) anknüpfen. Für Studio Ghibli arbeitete er erstmals als Kameramann bei der Produktion von PORCO ROSSO (1992) mit. 1993 richtete Ghibli eine eigene Kinematographie-Abteilung ein und Okui trat offiziell dem Studio bei. Anerkennung erhielt er seitdem für alle Ghibli-Filme einschließlich OCEAN WAVES (1993), POM POKO (1994), WHISPER OF THE HEART (1995), PRINZESSIN MONONOKE (1997), MY NEIGHBORS THE YAMADAS (1999) und DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004).

Mitsunori Kataama – Leiter Digital Animation

wurde 1964 in Yamaguchi geboren. Kataama kam zum ersten Mal 1986 unter der Leitung von Masaki Fujibata mit 3D-Computergrafiken in Berührung. 1992 wurde er dann auf der International Computer Graphic Art Exhibition mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Sein Wunsch, traditionelle handgezeichnete Cel-Animationen mit 3D-Effekten aus dem Computer zu verbinden, entstand, nachdem er die Funktion des Computer Graphic Director für die Anime-Serie MACROSS PLUS übernommen hatte. Als er 1995 zum Studio Ghibli kam, war Kataama federführend bei der Entwicklung der computergenerierten Grafiken für CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND (2001) und THE GHIBLIES’ EPISODE 2 (2002). Auch bei DAS WANDELNDE SCHLOSS (2004) war er als Leiter Digital Animation tätig.



Anmerkungen des Regisseurs

„Der menschliche Geist spielt verrückt...“
Goro Miyazaki

Ich glaube, es ist jetzt etwa 20 Jahre her, dass ich auf die Buchserie „Erdsee“ von Frau Le Guin stieß. Ich ging noch aufs Gymnasium. Damals war ich vom ersten und zweiten Band dieser Reihe sehr fasziniert. Insbesondere der erste Band, in dem der stolze Sperber seinen Schatten nach einer Niederlage schließlich akzeptiert, erinnerte mich an meine eigenen Erfahrungen. Im zweiten Band fühlte ich sowohl Freude als auch Traurigkeit über die Befreiung von Tenar aus den dunklen Gräbern von Atuan.

Als ich dann jedoch an der Planung für diesen Film teilnahm, las ich die komplette „Erdsee“-Reihe noch einmal. Zu meiner Überraschung haben mir der dritte und vierte Band sowie die Fortsetzung am besten gefallen. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich älter werde, doch glaube ich, dass die gesellschaftlichen Bedingungen um uns herum der eigentliche Grund dafür sind.

Das Leben in der Stadt Hort, wo der Lebenssinn verloren ging

Die Welt, in der wir jetzt leben, ähnelt dem Leben in der Stadt Hort und Lorbanery, wo der dritte Band „Das ferne Ufer“ spielt. Jeder eilt geschäftig hin und her, und doch scheint alles ohne Ziel zu sein. Ob es die sichtbaren oder unsichtbaren Dinge sind, es hat den Anschein, als ob alle von der Angst getrieben werden, alles zu verlieren. Es ist, als ob sich die Verrücktheit im Geiste der Menschheit ausbreitet.

Ich werde nicht im Einzelnen die Probleme aufzählen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, da die drastischen sozialen Veränderungen in und außerhalb Japans offensichtlich sind. Tatsache ist aber, dass es niemanden gibt, der uns den Weg in eine bessere Zukunft weist. So verlieren Erwachsene ihren Stolz, ihr Mitgefühl und ihre Rücksicht anderen gegenüber, junge Menschen sehen in ihrer Zukunft keine Hoffnung mehr, und Hilflosigkeit bemächtigt sich ihrer.
Am Ende verliert man den Sinn für die Realität, das eigene Leben und Sterben und das der anderen. Da die eigene Existenz zweifelhaft wird, verblasst unweigerlich die Achtung vor den anderen, was in zunehmendem Maße zu Selbstmord und Mord ohne besonderen Anlass führt.

Die Geschichte über das Leben, den Tod und die Wiedergeburt

Als Zeuge dieser Geschehnisse machte ich mir Gedanken darüber, wie wir unser Leben in dieser Zeit leben sollten – genau zu dem Zeitpunkt, als die Planungen für „Die Chroniken von Erdsee“ begannen. Aus diesem Grunde konzentriert sich der Film mehr auf den dritten Band. Der Ursprung für den Verlust des Gleichgewichts der Welt liegt im Menschen selbst. Sobald man zu diesem Schluss gelangt ist, sieht man sich den Themen Leben und Tod gegenüber. Und das ist meiner Meinung nach das eigentliche Thema.

Im dritten „Erdsee“-Band gibt es wiederkehrende Gespräche zwischen Sperber und Arren. Arrens Fragen spiegeln meine eigenen Fragen wieder, und Sperbers Antworten schwingen in mir nach. Vielleicht gelten Sperbers Antworten mir, um sie an Arren weiterzugeben, da ich mit meinem Alter genau zwischen ihnen liege. Ich kann heute, verglichen mit meiner Jugendzeit, die Worte von Sperber von Arrens Standpunkt aus besser verstehen. Anders gesagt, der dritte Band erzählt die Geschichte eines reifenden Erwachsenen, der seine Verantwortung seinem jungen Nachfolger übergibt. Ich glaube, dass das der Grund war, warum ich diesen speziellen Band ausgewählt habe.
Darüber hinaus übten die Botschaft der „Wiedergeburt des Menschen“, wie sie im vierten Band beschrieben wird, und die Fortsetzungen einen enormen Einfluss aus. Es sind die Geschichten über einen neuen Anfang für den machtlosen Sperber und Tenar, die Wiedergeburt eines verletzten Mädchens, die Wiedergeburt eines stolzen Magiers, das Treffen zweier Jugendlicher und ihre ganz neuen Reisen. Die positive Botschaft, die allen Werken gemeinsam ist, heißt, die Menschheit bejahen: Mann und Frau unterstützen einander gleichermaßen, und ganz gleich wie alt man ist, man kann immer wieder zu Kräften kommen und einen Neuanfang wagen. Wenn ich noch einen Zusatz machen würde, so würde dieser vom Leben in Harmonie mit der Erde handeln.

Wir sind von dem Weg, den wir gehen müssten, abgekommen. Mit einer überentwickelten Zivilisation und dem Leben in großen Metropolen glauben wir, dass wir alles, was um uns herum ist, vorhersehen und kontrollieren können. Meiner Meinung nach könnten wir zufrieden leben, wenn wir akzeptieren würden, dass wir gegen die Kräfte der Natur machtlos sind.

Die Reise mit Sperber

Daher zieht sich meine Frage „Wie soll man nun richtig leben?“ durch „Die Chroniken von Erdsee“ und taucht immer wieder auf, während man den Stimmen der Charaktere im Film lauscht. So ist unzweifelhaft das Thema des Films entstanden.

Der Film wird bald fertig gestellt sein. Ich habe das eigenartige Gefühl, dass Sperber, Arren und ich viel miteinander geredet haben und eine sehr lange Zeit zusammen gereist sind.

Mein größter Wunsch an Euch, das Publikum, ist: Genießt diesen Film und erlebt vor allem Eure eigene Reise mit Sperber und den Charakteren in den „Chroniken von Erdsee“.



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