Nach den doch im Schnitt sehr guten Kritiken hier im Forum musste ich mir den Film einfach anschauen, zumal er auch recht interessant wirkte.
Ich war noch nie ein Fan von Til Schweiger, eigentlich mag ich ihn nicht sonderlich. Selten schaue ich mir einen Film mit ihm an. Letzten Endes muss ich aber sagen, dass er mich überzeugen konnte und der Film für mich ein großes Highlight im Kinojahr 2007 darstellt.
Sensationsreporter Ludo (Til Schweiger) muss Sozialstunden abarbeiten, nachdem er duch ein Glasdach gestürzt ist und einen Heiratsantrag störte. Diese Sozialstunden soll er ausgerechnet in dem Kinderhort leisten, in dem Anna (Nora Tschirner) arbeitet. Erst weiß er nicht, mit wem er es zu tun hat, doch schon bald erkennt er, dass er Anna in Kindheitstagen gehänselt und geärgert hat. Anna schlägt zurück und droht mit seinem Bewährungshelfer und macht Ludo das Leben schwer. Doch nach einer missglückten Verabredung, einer Nacht und einem selbst gebastelten Hasen ohne Ohren entdeckt sie die wahren Gefühle für ihn.
Alleine etwas über den Film zu schreiben sorgt dafür, dass ich mich wieder gut fühle. Die Geschichte erfindet das Kino jetzt nicht neu, ist aber äußerst charmant und interessant umgesetzt worden.
Der Humor in "KeinOhrHasen" ist klasse! Es gibt sehr viele witzige Stellen, bei einigen habe ich mich fast schlapp gelacht. Wenn Nora Tschirner die Krankenschwester fertig macht, rumbrüllt und dabei kaum mehr Luft bekommt, hat sich das Kino kaum mehr eingekriegt. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, was den sehr guten Humor des Films zeigt. Es ist kein Humor den man in jeder 08/15 Komödie sieht, er ist teilweise etwas deftiger, teilweise sehr charmant und insgesamt überaus unterhaltend.
Aber ebenso gibt es Szenen, die einem das Lächeln aufs Gesicht zaubern, die noch nicht einmal überaus witzig sein müssen. Wenn Ludo, Til Schweiger, einem jungen Mädchen die Schuhe zubinden möchte, ihre Schuhe aber keine Schnürsenkel haben... Das sind Szenen, die etwas für das Herz sind und einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.
Es gibt aber nicht nur solche Szenen, die ans Herz gehen. Denn der Film hat auch eine gute Portion Dramatik, die sehr gut zur Geltung kommt dank Nora Tschirner, die mich unter anderen in diesen Szenen vollkommen überzeugt hat.
Die Musik im Film hat mir sehr gut gefallen. Als "Everybody's Changing" von Keane eingespielt wurde, habe ich mich gefreut, weil der Song klasse ist und perfekt in den Film gepasst hat. Und zu "Apoligize" von Timbaland feat. One Rebublic muss ich wohl nichts sagen. Der Song ist eine wunderschöne Ballade, ein Hit und er passt perfekt in den Film. Hervorstechend war die Musik, da sie teilweise eingespielt wurden, ohne dass man Ton zu den entsprechenden Bildern hatte. Ich fand das sehr gut, da man sich auf die Musik im Zusammenhang mit den Bildern konzentrieren konnte.
Zu den Schauspielern:
Til Schweiger. Eigentlich mag ich ihn nicht wirklich. Auf mich wirkt er in seinen Filmen immer sehr arrogant, auch in seinem Privatleben. In dieser Rolle kam es, zumindest am Anfang, auch darauf an, wo er natürlich sehr überzeugend war. Später machte sein Charakter eine Veränderung durch, eine kleine zumindest. Und hier hat er mich ebenfalls überzeugen können. Er hat in meinen Augen seine Rolle sehr charmant und glaubhaft rübergebracht, was mich sehr überrascht hat.
Matthias Schweighöfer als Paparazzi war auch überzeugend. Seine Mimik und Gestik fand ich teilweise echt gelungen!
Alwara Höfels war für mich, neben Nora Tschirner, die überzeugendste Person im Film. Sie spielte ihre Rolle sehr sympathisch, einige witzige Szenen gingen auf ihr Konto und insgesamt machte jede Szene spaß, in der sie zu sehen war.
Jürgen Vogel ist meiner Meinung nach einer der besten deutschen Schauspieler. Er hat schon etliche Rollen gespielt, dessen Tiefe mich sehr beeindruckt haben. Zwar schaue ich mir nicht alles an, wo er mitspielt, weil sehr viel mich nicht interessiert, aber sobald mich ein Projekt interessiert und er dabei ist, wird es sich angeschaut. In "KeinOhrHasen" hatte er zunächst eine super witzige Rolle, in der er sich selbst aufs Korn nimmt. Einfach genial. Später war seine Rolle zwar kaum erwähnenswert, aber dennoch fand ich es nett, ihn wieder in einem Film zu sehen.
Nebenrollen wie Rick Kavanian, Christian Tramitz, Yvonne Catterfeld und Wladimir Klitschko hätten zwar nicht sein müssen, aber es gab sie nun einmal. Ich hätte es jedoch besser gefunden, wenn es teilweise keine "Promis" gewesen wären, das hätte ich besser gefunden.
Nun kommen wir zu meinem Liebling im Film: Nora Tschirner. Als MTV VJane bekannt geworden, begann sie auch schnell zu schauspielern. Bisher ist sie mir aber leider nicht aufgefallen, schade, denn in "KeinOhrHasen" hat sie meiner Meinung nach alle an die Wand gespielt. Egal ob sie das Mauerblümchen war, böse geschaut hat oder ihren Gefühlen freien Lauf lies, egal ob sie sauer war oder Tränen flossen. Sie brachte jedes Gefühl mehr als glaubhaft rüber. Zudem war sie in dem Film einfach nur sympathisch. Für mich der Sympathieträger des Films.
Fazit:
Für mich war "KeinOhrHasen" ein Highlight des Kinojahres 2007. Der Film ist sehr witzig, charmant, ausdrucksstark, voller Emotionen und guter Musik. Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, besonders Nora Tschirner ist hier hervorzuheben. Ein Film, den ich mit einem guten Gefühl verlassen habe! Einfach schön!
9/10