Morty
Antarctic Journal

Originaltitel: Namgeuk-ilgi
Produktionsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Yim Pil-Sung
Drehbuch: Bong Joon-Ho, Yim Pil-Sung
Musik: Kenji Kawai
Darsteller: Song Kang-Ho, Yoo Ji-Tae, Park Hee-Soon, Yoon Jae-Moon, Choi Duek-Moon, Kang Hye-Jeong
Kinostart Südkorea: 19. Mai 2005
Budget: 8 Millionen US Dollar
Die koreanische Limited Edition
Publisher: Enter One
Regionalcode: 3
Anzahl der Discs: 2
Laufzeit: ca. 115 Minuten NTSC
Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Koreanisch Dolby Digital 5.1 EX
Untertitel: Englisch, Koreanisch
Extras: (Laufzeit 200 Minuten)
- Making Film
- Computer Graphics
- Deleted Scenes
- Interviews
- Trailer
- Teaser
- Photo Gallery
- Press Screening
- Poster
- Directors Short Film
... and more.
Special Features: Scenario Book, Digipack, Special Package
Erscheinungsdatum: 25.07.2005
Preis: ca. 25 €

Inhalt (by Molo)
Der "Pole of Inaccessibility" liegt 82°08' südlich und 54°58' östlich mitten in der Antarktis. Dies ist der Punkt des Kontinents, der am weitesten von allen Seiten von der Küste entfernt ist. Dort kann es bis zu 80°C unter null kalt werden. 1958 gelangte erstmals eine britische Expedition zu diesem sagenumwobenen Punkt. Sechs Koreaner wollen es ihnen nun gleich tun. Angeführt von Cpt. Do-hyung Choi (Kang-ho Song) ziehen der junge Min-jae Kim (Ji-tae Yu), der Funker Sung-Hoon, der Alpinist Lt. Young-min Lee (Hie-sun Park), der Koch Geun-chan Yang (Kyeong-ik Kim) und der Videofilmer Jae-kyung Seo (Duek-mun Choi) los. Sie müssen ankommen, bevor die Sonne für ein halbes Jahr untergeht. Unter der gleissenden aber nicht wärmenden Sonne marschieren sie tagelang. Bald stossen sie auf Zivilisationsabfälle - und ein Tagebuch. Es stammt von einer britischen Expedition aus dem Jahr 1922. Kaum hat das Team dieses Buch an sich genommen, passieren merkwürdige Dinge. Jae-kyung wird mysteriöserweise krank und verschwindet in einem Schneesturm spurlos. Einige Teammitglieder wollen Hilfe rufen - doch Do-hyung weigert sich. Er will ans Ziel. Koste es, was es wolle.

Kritik
"Antarctic Journal" ist ein aussergewöhnlicher Film. Die komplette Produktion dauerte satte fünf Jahre, gedreht wurde über sieben Monate lang in Neuseeland, die visuellen Effekte übernahm EON Digital Films Ltd. - all das mit einem Budget von 8 Millionen US Dollar. Inszeniert wurde der Film von Debutfilmer Yim Pil-Sung (Ende des Jahres erneut dabei mit dem Horrorfilm "Hansel & Gretel"), der zusammen mit Bong Joon-Ho das Drehbuch verfasste, sowie Song Kang-Ho und Yoo Ji-Tae in den Hauptrollen. Kenji Kawai komponierte die Musik.
Was man aus diesen bombigen Voraussetzungen gemacht hat, ist einer der beeindruckendsten, spannendsten und düstersten Filme, die man jemals aus Korea erleben durfte. Ich bin ohne große Erwartungen in den Film reingegangen und wurde bereits während den Credits nahezu erschlagen: Eine atemberaubende Kamerafahrt über den Wolken, danach über die Gletscher der Antarktis, untermalt mit einem intensiven Soundtrack vom japanischen Meisterkomponisten Kenji Kawai. Die Kamera fährt weiter und kreist in der Luft um das Expeditionsteam, dass wir in den kommenden 115 Minuten begleiten werden.

Angefangen bei den Hauptdarstellern bekommen wir direkt mal die Superlative des koreanischen Kinos geboten. Song Kang-Ho ist in der Hauptrolle zu sehen und er ist ohne Frage ein großer Faktor dafür, dass der Film letztendlich so intensiv ist. Sein Gesicht ist oft in Großaufnahme zu sehen und man merkt, dass von ihm nichts gutes ausgehen mag. Sein Blick ist eindrücklich wie immer und man baut ungemein hohen Respekt auf. Während des Filmes wird seine Person immer undurchsichtiger und je länger der Film dauert, desto mehr Angst bekommt man von ihm. Man fühlt sich nicht wohl um ihn herum und sucht lieber die Nähe zu Co-Hauptdarsteller Yoo Ji-Tae, der hier ebenfalls eine sagenhafte Vorstellung gibt.
In weiteren Rollen sehen wir Park Hee-Soon und u.a. auch die niedliche Kang Hye-Jeong (Welcome to Dongmakgol, Herb, Oldboy), die in einer Aussenstation die Expedition überwacht. Sehr bald schon sehen sich die sechs Expeditionsmitgliedern gefangen in einer weissen Schneehölle, in der die Sonne gnadenlos auf sie hinabscheint. Als sie das Tagebuch der britischen Expedition finden, häufen sich die mysteriösen Ereignisse und es verschwindet das erste Mitglied. Sie scheinen sich im Kreis zu drehen und kommen nicht weiter, immer im Hinterkopf, dass sie vor der Sonnenfinsternis an ihr Ziel kommen müssen.

Je länger der Film dauert, desto düsterer wird er. Vor allem gegen Ende gibt es zusätzlich einige Schockeffekte, die dank des super Dolby Digital EX-Kanals auf der DVD noch einmal mehr reinknallen. Sie kommen unerwartet, schnell, direkt und rauben einem kurzzeitig den Atem. Fast nicht zu glauben, aber diese sind besser ausgeführt als in manchen Horrorfilmen und verfehlen ihre Wirkung keineswegs. Der Film ist ungewöhnlich dicht und durchweg spannend, was sicherlich auch an den fantastischen Locations in der Antarktis liegt. Der Ort ist ungewohnt und es beschleicht einen ständig ein unsicheres Gefühl, der Gruselfaktor läuft immer paralell mit und umhüllt einen mehr und mehr. Man kann sich den Bildern nur schwer entziehen und sitzt wie gefesselt vor dem Bildschirm.
Die Bilder, die man geboten bekommt, sind hochbeeindruckend. Man sieht es schon in einigen Screenshots, aber das ist natürlich nur ein Bruchteil der visuellen Stärke des Filmes, die ich präsentiere. Passend dazu die exzellente Kameraführung, die ich bereits oben kurz angesprochen habe. Die Anfangskamerafahrt ist schlichtweg genial. Nochmals unterstützt wird das Setting und die Größe des Films durch einige der besten visuellen Effekte im koreanischen Kino. Eine Garantfirma des koreanischen Effektekinos, EON Digital Films Ltd., die bereits an Filmen wie "Dasepo Naughty Girls", "The Host" und "I'm a Cyborg, but that's OK" aussergewöhnliche Arbeitet geleistet hat, toppt ihr bisheriges Schaffen hier um ein Vielfaches.

Die gewählten Hintergründe sitzen perfekt und sehen grandios aus. Im Film brechen einige Eisdecken ein und ich schäme mich nicht zu sagen, dass diese Szenen besser aussehen als beispielsweise gleiche Szenen in Roland Emmerich's 125 Mio-Blockbuster "The Day After Tomorrow". Das ist schwer zu glauben, aber es ist wirklich so. Es ist einfach faszinierend, wie es die Koreaner schaffen, mit so wenig Geld so viel zu leisten. Ebenso genial gestaltet sind die Welten unterhalb des Eises, was man vorher noch nie zu Gesicht bekommen hat. Einfach fantastisch. Man muss es selbst gesehen haben. Es gibt noch einige andere umwerfende Effekte in diesem Blockbuster, die ich nicht spoilern möchte.
"Antarctic Journal" ist einer der größten Blockbuster, die das koreanische Kino jemals hervorgebracht hat. Der Film ist fast perfekt und bietet knapp zwei Stunden lang anspruchsvolle und spannende Unterhaltung. Das Produktionsniveau ist mehr als aussergewöhnlich hoch, die Darsteller um Song Kang-Ho und Yoo Ji-Tae ein Genuss, der Soundtrack von Kenji Kawai ein weiteres Meisterstück seines Schaffens und die Bilder im Film sind atemberaubend, wie auch die hochwertigen Effekte. Diesen Film wird man sich sicher mehrmals ansehen und in seiner Art steht er auf dem Referenzplatz im koreanischen Film. Ein Blockbusterabend mit "Antarctic Journal", "The Host" und "The Restless" wäre sicherlich ein einzigartiges Erlebnis. 9/10






Originaltitel: Namgeuk-ilgi
Produktionsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Yim Pil-Sung
Drehbuch: Bong Joon-Ho, Yim Pil-Sung
Musik: Kenji Kawai
Darsteller: Song Kang-Ho, Yoo Ji-Tae, Park Hee-Soon, Yoon Jae-Moon, Choi Duek-Moon, Kang Hye-Jeong
Kinostart Südkorea: 19. Mai 2005
Budget: 8 Millionen US Dollar
Die koreanische Limited Edition
Publisher: Enter One
Regionalcode: 3
Anzahl der Discs: 2
Laufzeit: ca. 115 Minuten NTSC
Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Koreanisch Dolby Digital 5.1 EX
Untertitel: Englisch, Koreanisch
Extras: (Laufzeit 200 Minuten)
- Making Film
- Computer Graphics
- Deleted Scenes
- Interviews
- Trailer
- Teaser
- Photo Gallery
- Press Screening
- Poster
- Directors Short Film
... and more.
Special Features: Scenario Book, Digipack, Special Package
Erscheinungsdatum: 25.07.2005
Preis: ca. 25 €

Inhalt (by Molo)
Der "Pole of Inaccessibility" liegt 82°08' südlich und 54°58' östlich mitten in der Antarktis. Dies ist der Punkt des Kontinents, der am weitesten von allen Seiten von der Küste entfernt ist. Dort kann es bis zu 80°C unter null kalt werden. 1958 gelangte erstmals eine britische Expedition zu diesem sagenumwobenen Punkt. Sechs Koreaner wollen es ihnen nun gleich tun. Angeführt von Cpt. Do-hyung Choi (Kang-ho Song) ziehen der junge Min-jae Kim (Ji-tae Yu), der Funker Sung-Hoon, der Alpinist Lt. Young-min Lee (Hie-sun Park), der Koch Geun-chan Yang (Kyeong-ik Kim) und der Videofilmer Jae-kyung Seo (Duek-mun Choi) los. Sie müssen ankommen, bevor die Sonne für ein halbes Jahr untergeht. Unter der gleissenden aber nicht wärmenden Sonne marschieren sie tagelang. Bald stossen sie auf Zivilisationsabfälle - und ein Tagebuch. Es stammt von einer britischen Expedition aus dem Jahr 1922. Kaum hat das Team dieses Buch an sich genommen, passieren merkwürdige Dinge. Jae-kyung wird mysteriöserweise krank und verschwindet in einem Schneesturm spurlos. Einige Teammitglieder wollen Hilfe rufen - doch Do-hyung weigert sich. Er will ans Ziel. Koste es, was es wolle.

Kritik
"Antarctic Journal" ist ein aussergewöhnlicher Film. Die komplette Produktion dauerte satte fünf Jahre, gedreht wurde über sieben Monate lang in Neuseeland, die visuellen Effekte übernahm EON Digital Films Ltd. - all das mit einem Budget von 8 Millionen US Dollar. Inszeniert wurde der Film von Debutfilmer Yim Pil-Sung (Ende des Jahres erneut dabei mit dem Horrorfilm "Hansel & Gretel"), der zusammen mit Bong Joon-Ho das Drehbuch verfasste, sowie Song Kang-Ho und Yoo Ji-Tae in den Hauptrollen. Kenji Kawai komponierte die Musik.
Was man aus diesen bombigen Voraussetzungen gemacht hat, ist einer der beeindruckendsten, spannendsten und düstersten Filme, die man jemals aus Korea erleben durfte. Ich bin ohne große Erwartungen in den Film reingegangen und wurde bereits während den Credits nahezu erschlagen: Eine atemberaubende Kamerafahrt über den Wolken, danach über die Gletscher der Antarktis, untermalt mit einem intensiven Soundtrack vom japanischen Meisterkomponisten Kenji Kawai. Die Kamera fährt weiter und kreist in der Luft um das Expeditionsteam, dass wir in den kommenden 115 Minuten begleiten werden.

Angefangen bei den Hauptdarstellern bekommen wir direkt mal die Superlative des koreanischen Kinos geboten. Song Kang-Ho ist in der Hauptrolle zu sehen und er ist ohne Frage ein großer Faktor dafür, dass der Film letztendlich so intensiv ist. Sein Gesicht ist oft in Großaufnahme zu sehen und man merkt, dass von ihm nichts gutes ausgehen mag. Sein Blick ist eindrücklich wie immer und man baut ungemein hohen Respekt auf. Während des Filmes wird seine Person immer undurchsichtiger und je länger der Film dauert, desto mehr Angst bekommt man von ihm. Man fühlt sich nicht wohl um ihn herum und sucht lieber die Nähe zu Co-Hauptdarsteller Yoo Ji-Tae, der hier ebenfalls eine sagenhafte Vorstellung gibt.
In weiteren Rollen sehen wir Park Hee-Soon und u.a. auch die niedliche Kang Hye-Jeong (Welcome to Dongmakgol, Herb, Oldboy), die in einer Aussenstation die Expedition überwacht. Sehr bald schon sehen sich die sechs Expeditionsmitgliedern gefangen in einer weissen Schneehölle, in der die Sonne gnadenlos auf sie hinabscheint. Als sie das Tagebuch der britischen Expedition finden, häufen sich die mysteriösen Ereignisse und es verschwindet das erste Mitglied. Sie scheinen sich im Kreis zu drehen und kommen nicht weiter, immer im Hinterkopf, dass sie vor der Sonnenfinsternis an ihr Ziel kommen müssen.

Je länger der Film dauert, desto düsterer wird er. Vor allem gegen Ende gibt es zusätzlich einige Schockeffekte, die dank des super Dolby Digital EX-Kanals auf der DVD noch einmal mehr reinknallen. Sie kommen unerwartet, schnell, direkt und rauben einem kurzzeitig den Atem. Fast nicht zu glauben, aber diese sind besser ausgeführt als in manchen Horrorfilmen und verfehlen ihre Wirkung keineswegs. Der Film ist ungewöhnlich dicht und durchweg spannend, was sicherlich auch an den fantastischen Locations in der Antarktis liegt. Der Ort ist ungewohnt und es beschleicht einen ständig ein unsicheres Gefühl, der Gruselfaktor läuft immer paralell mit und umhüllt einen mehr und mehr. Man kann sich den Bildern nur schwer entziehen und sitzt wie gefesselt vor dem Bildschirm.
Die Bilder, die man geboten bekommt, sind hochbeeindruckend. Man sieht es schon in einigen Screenshots, aber das ist natürlich nur ein Bruchteil der visuellen Stärke des Filmes, die ich präsentiere. Passend dazu die exzellente Kameraführung, die ich bereits oben kurz angesprochen habe. Die Anfangskamerafahrt ist schlichtweg genial. Nochmals unterstützt wird das Setting und die Größe des Films durch einige der besten visuellen Effekte im koreanischen Kino. Eine Garantfirma des koreanischen Effektekinos, EON Digital Films Ltd., die bereits an Filmen wie "Dasepo Naughty Girls", "The Host" und "I'm a Cyborg, but that's OK" aussergewöhnliche Arbeitet geleistet hat, toppt ihr bisheriges Schaffen hier um ein Vielfaches.

Die gewählten Hintergründe sitzen perfekt und sehen grandios aus. Im Film brechen einige Eisdecken ein und ich schäme mich nicht zu sagen, dass diese Szenen besser aussehen als beispielsweise gleiche Szenen in Roland Emmerich's 125 Mio-Blockbuster "The Day After Tomorrow". Das ist schwer zu glauben, aber es ist wirklich so. Es ist einfach faszinierend, wie es die Koreaner schaffen, mit so wenig Geld so viel zu leisten. Ebenso genial gestaltet sind die Welten unterhalb des Eises, was man vorher noch nie zu Gesicht bekommen hat. Einfach fantastisch. Man muss es selbst gesehen haben. Es gibt noch einige andere umwerfende Effekte in diesem Blockbuster, die ich nicht spoilern möchte.
"Antarctic Journal" ist einer der größten Blockbuster, die das koreanische Kino jemals hervorgebracht hat. Der Film ist fast perfekt und bietet knapp zwei Stunden lang anspruchsvolle und spannende Unterhaltung. Das Produktionsniveau ist mehr als aussergewöhnlich hoch, die Darsteller um Song Kang-Ho und Yoo Ji-Tae ein Genuss, der Soundtrack von Kenji Kawai ein weiteres Meisterstück seines Schaffens und die Bilder im Film sind atemberaubend, wie auch die hochwertigen Effekte. Diesen Film wird man sich sicher mehrmals ansehen und in seiner Art steht er auf dem Referenzplatz im koreanischen Film. Ein Blockbusterabend mit "Antarctic Journal", "The Host" und "The Restless" wäre sicherlich ein einzigartiges Erlebnis. 9/10









