Hainz
Peking Opera Blues
[OT: Do ma daan]

Regie:
Tsui Hark
Darsteller:
Brigitte Lin, Cherie Chung, Sally Yeh, Kenneth Tsang, Wu Ma, Paul Chu, Mark Cheng, Feng Ku
Produktion:
Hongkong, 1986
Info: IMDB | OFDB | MOLODEZHNAJA FILMBESPRECHUNG | KUNGFUCINEMA
Inhalt [molodezhnaja]:
China 1913: Nach der Revolution von 1911 herrscht im Land Chaos. Rebellische Patrioten wollen verhindern, dass die Monarchie wieder eingeführt wird. Die wackere Tsao Wan (Brigitte Lin Ching-hsia) schliesst sich dieser Gruppe an - obwohl ihr Vater der kontrarevolutionäre General Tsao (Kenneth Tsang Kong) ist. Der alte Kriegsherr übernimmt das Kommando über Peking, nachdem die Soldaten seines Vorgängers gemeutert haben. Sein Auftrag ist es, Geld zu beschaffen, damit General Yuan Shi-Kai, der nach dem Fall der Qing-Dynastie an die Macht kam, auch dort bleiben kann. Seine Pläne sind in einem Geheimdokument festgehalten, auf das es Wan abgesehen hat. Bei ihren Bemühungen, an das Papier zu kommen, kriegt sie Hilfe vom Patrioten Ling Pak-Hoi (Mark Cheng Ho-Nam). Und sie gerät an die geldgierige Sängerin Sheung Hung (Cherie Chung Cho-Hung). Sie hat sich die Juwelen des gestürzten Generals unter den Nagel gerissen und schliesst sich nun gezwungenermassen Wan an. Ebenfalls zu dem revolutionären Grüppchen stösst Pat Neil (Sally Yeh Sin-Man), die Tochter eines Opernhausbesitzers Wong (Wu Ma). Sie wünscht sich nichts sehnlicher als auf der Bühne zu spielen, aber die Traditionen der staatlichen Oper erlauben keine weiblichen Akteure. Als sie es dennoch auf die Bühne schafft, verguckt sich General Tsao in sie. Genau dies will seine Tochter ausnutzen ...
Meinung aus Asianfilmweb [von: lx]:
"Knallbunter Genre-Mix aus Martial Arts, Historienabenteuer, Verwechslungskomödie und Peking Oper-Elementen! Dieser Film gilt allgemein als ein Alltime-Favorit des Hongkong-Actionkinos. Obwohl der Film ganz klar durch die 3 Diven dominiert wird, ist er bis in die Nebenrollen exzellent besetzt - Wu Ma als Opernhaus-Besitzer und Kenneth Tsang als General Tsao sind nur zwei Beispiele. Brigitte Lins Rolle als anfangs androgyne Kämpferin, die sie in späteren Filmen so oft verkörpert, wird ihr hier erstmals auf den Leib geschrieben. Der ganze Film ist wie eine Peking Oper inzeniert; dramatische Szenen wechseln sich mit turbulenter Action und Comedy ab. Besonders die Kampfszenen im Opernhaus und der Showdown auf den Dächern von Peking sind sicher auch heute noch unübertroffen. Aber auch in kleinen kammerspielartigen Szenen weiß Tsui Hark zu überzeugen. In Erinnerung bleibt eine kurze Sequenz als Wu Ma in ein kleines Zimmer kommt in dem sich 4 Personen vor ihm verstecken müssen. Andere Regisseure hätten hier mit drögen Gags à la Lampenschirm-als-Hut und Hinter-der-Gardine-verstecken gearbeitet...Allerdings konnte Tsui Hark auch mit der Unterstützung seines Action Directors Ching Siu-Tung rechnen, der u.a. mit Chinese Ghost Story das Fantasy-Genre neu definierte! Für Lin-Fans wichtig: Brigitte Lin wird etwas gefoltert (eine Szene, die u.a. auf dem alten deutschen Starlight-Video fehlt), was in dieser Intensität in anderen Filmen nicht so oft vorkommt. Ausserdem werden wir Zeugen der schönsten Pyjamaparty ever."
Meine Meinung:
Mein absoluter Lieblingsfilm von Tsui Hark! Ein perfekter Hongkong Film wie man ihn sich wünscht.
Peking Opera Blues ist ein aufwendiger, kunterbunter Genremix aus Action, Historienabenteuer, Drama, Romanze, vor allem Komödie und einem Hauch Martial Arts. Deswegen war ich mir unsicher, in welchen Bereich ich ihn unterordnen soll. Ich habe mich letztendlich für den Bereich |Action, Martial Arts| entschieden.
Harks Inszenierung ist einfach einmalig! Die Übergänge zu den verschiedenen Genres meistert er mit Leichtigkeit und er hat es auch so geschafft, den Film ungemein kurzweilig zu gestalten. Die Kamera- und Schnittarbeit sind fehlerfrei und rasant und dadurch behält er die ganze Laufzeit über ein beachtliches Tempo. Die ganzen Locations, Ausstattung und Kostüme sind wirklich großartig und man merkt wieviel Herzblut in dem Film steckt. Die ganzen Peking Opera Szenen sind schön gefilmt und ein paar weitere Szenen sind einfach köstlich. Wie im obigen Review erwähnt, die Szene, wo WU MA ins Zimmer kommt und Sally Yeh ihre Kollegen irgendwie verstecken muss. Diese Szene ist schlicht genial bis zum Abwinken. Auch das Finale auf dem Dach ist ein Highlight, das wieder von Hark meisterhaft inszeniert wurde.
Jetzt zu den Darstellerinnen: Brigitte Lin (ZU, Police Story, Bride with White Hair, Swordsman II) ist hier wieder ein wenig unattraktiv mit ihren kurzen Haaren, aber trotzdem hat sie eine tolle Ausstrahlung und spielt auch wie gewohnt fantastisch. Ebenso ihre zwei niedlichen Kolleginnen Cherie Chung (An Autumn's Tale, Winners and Sinners, Once a Thief) und Sally Yeh (The Killer, Shanghai Blues), die zusammen wunderbar harmonieren und auch für viele Lacher sorgen. Die beiden Hübschen haben sich leider schon vor über 15 Jahren aus dem Filmgeschäft zurückgezogen.
Kurz zusammengefasst: Grandiose Hauptdarstellerinnen, tolle Ausstattung und Kostüme, viel Liebe zum Detail, schön choreografierte Action, viel Humor, coole Musik, wundervolle Peking Operaszenen; ein Genremix, den man heutzutage selten sieht und eine flotte Inszenierung auf hohem Niveau. Besser gesagt: Entertainment pur und meiner Meinung nach absoluter Klassikerstatus!
Der Film ist seit neuestem Digitally Remastered von Fortune Star/Joy Sales erschienen.
Screens aus dieser DVD:









