Hainz
Stereo Future

Regie:
Hiroyuki Nakano
Cast:
Masatoshi Nagase, Akiko Monou, Kumiko Aso, Tamaki Ogawa, Naota Takenaka, Daniel Ezralow
Produktion:
Japan, 2001
Info: IMDB | OFDB | KFCC REVIEW
Inhalt und Review [Quelle: Hyperion-Film]:
Hiroyuki Nakano ist der Regie-Shooting-Star des japanischen Independent-Kinos. Dennoch kann man ihn nicht auf eine Ebene mit Genre-Aufregern wie Miike (Audition) oder Fukasaku (Battle Royale) stellen, noch kann man ihn mit einem Mamouro Oshii (Avalon, Ghost in the Shell) vergleichen, der wohl mehr Zeichner ist als Regisseur. Nakano hat nach Samurai Fiction erneut ein richtige schräges Filmchen abgeliefert, das seinen Erstling in vielerlei Hinsicht zu übertreffen vermag. Die Story ist tiefgründig, man könnte fast schon sagen existenzialistisch, die Charaktere sind wunderschön normal und sympathisch gezeichnet. Für den Spaßfaktor und eine ordentliche Portion Samurai Action sorgt der Monster-Samurai der einfach nicht zu bewältigen ist. Ein Film, bei dem von vorne bis hinten alles stimmt, die Musik ist Funky bis melodramatisch, die Bilder sind poppig bis elegant und die Story hat einige wunderschöne Stränge, die allmählich zusammenlaufen und dem Film ein richtig schönes Ende bescheren.
Obwohl ich von Stereo Future sehr angetan war, unterscheidet sich der Film doch sehr von Nakano's Erstling: Samurai Fiction. Das wird wohl oder übel dazu führen, dass einige Fans des Funky-Samurai-Flicks verschreckt werden, die vielleicht einen ähnlichen Film erwarteten. Nakano macht es uns aber auch nicht gerade leicht. Denn die Titelgebung von Stereo Future beinhaltet wieder die 2 Anfangsbuchstaben SF, wie schon Samurai Fiction, auch das Logo orientiert sich an dem alten Samurai Fiction Zeichen und auch sonst sind da viele Parallelen, und doch sind die Filme von Grund auf Unterschiedlich und dann wieder sehr ähnlich...
Keizuke, ein sympathischer Lebenskünstler bekommt
die Chance seines Lebens, als er einen Part in einem Samurai-Film ergattern kann. Allerdings nicht weil ihn der Regisseur so toll findet, nein, vielmehr weil sich ein junges Starlet in den sympathischen Statisten verknallt hat und dem Regisseur einredet er wäre der Mann den sie suchen würden. Keizuke bekommt also die Rolle und wird im weiteren Handlungsverlauf nicht nur auf den Monster-Samurai treffen. Parallel zu Keizuke wird die Geschichte von Alley erzählt, in die sich der junge amerikanische Wissenschaftler Danny verschaut hat und die sich auch immer wieder über den Weg laufen. Ein weiterer Part ist die Geschichte um eine junge und aufstrebende Journalistin, die sich zum Ziel gemacht hat, Japans Pflanzenwelt zu retten, und überhaupt haben Bäume und Pflanzen in dieser Produktion einen besonderen Stellenwert. Keine Angst, es wird uns keine banale Öko-Massage präsentiert, das Ganze soll wohl eher als Metapher auf uns Menschen verstanden werden. Als dann noch Keizukes Kumpel aus dem Gefängnis entlassen werden und einigen Blödsinn anstellen geht es drunter und drüber und das nicht nur in Keizukes Leben.
Nakano versteht es nicht nur hervorragend die verschiedenen Handlungsstränge aufzubauen, sondern sie auch wieder zusammenzuführen. Jede Einstellung und jede einzelne Sequenz diese sehr intelligenten und gut besetzten Films machen um einiges mehr Spaß als der gesamte Einheitsbrei der uns im letzten Jahr aus den USA erreicht hat zusammen. Leider wird man viel zu selten mit derartig schönen Bildern und guten Charakterstudien konfrontiert wie bei Stereo Future und dennoch hat es sein gutes, denn wie sonst könnte man herausragendes von gewöhnlichem unterscheiden.
Mein Kommentar:
Ein genialer Film von Anfang bis Ende! Er ist nie langatmig oder langweilig, weil er voller cooler Ideen steckt und auch optisch anspricht. Sehr schräg, futuristisch und die Bilder sind einfach gewaltig. Die Inszenierung ist super und Nakana schlägt seinen Samurai Fiction um Längen. Die Darsteller, ganz besonders Masatoshi Nagase (Hidden Blade, My Sons, Mystery Train) und die sexy Akiko Monou sind einfach sympathisch und haben eine enorme Ausstrahlung. Auch der Amerikaner Daniel Ezralow bringt frischen Wind rein als Dr. Moreno.
Ein Film, der unheimlich viel Spaß macht und auch visuell ein Leckerbissen ist. Immer wieder sehenswert! Für Japanfans natürlich Pflichtstoff!
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