Samo
Eine absolute Trashperle. So schlecht, daß der schon wieder gut ist. Ich jedenfalls habe mich bei diesem Streifen sehr gut unterhalten. Allerdings verstehe ich auch wenn man den schlecht findet denn das ist der ja eigentlich!
Sinnlos, schlecht und sehr unterhaltsam!
Verstehe ich nicht, daß Kinski hier noch nix zu geschrieben hat. Ist doch einer seiner absoluten Favoriten. Er ist wohl sauer, daß ihm jemand zuvor gekommen ist beim eröffnen dieses Threads!
kinski
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Original von Samo
Verstehe ich nicht, daß Kinski hier noch nix zu geschrieben hat. Ist doch einer seiner absoluten Favoriten. Er ist wohl sauer, daß ihm jemand zuvor gekommen ist beim eröffnen dieses Threads!
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Nö, der Kollege Voorhees hat ja meinen Segen gehabt.

Du willst unbedingt meine Meinung zu dem Film ? Kein Problem ...
Ich kann nicht anders, ich liebe diesen Film! Und das, obwohl „Das Schloß der blauen Vögel“ zugegebenermaßen grausliger Schrott ist. Aber wie bei so vielen anderen Filmen ist dieser Schrott schon wieder Kult. Einem Jess Franco gleich bietet Regisseur Fernando DiLeo eine krude Mischung aus Psychodrama, Horrorschocker und Erotikfilm, der phasenweise die Grenze zur Pornografie streift.
Mit der grandiosen Romanvorlage von Heinz G. Konsalik hat die Verfilmung mit Klaus Kinski nicht mehr allzu viel gemeinsam. Konsaliks Roman hatte die Figur des Gerd Sassner in den Mittelpunkt gerückt. Sassner, der nach einer ziemlich
misslungenen Gehirnoperation durch den genialen Professor Dorian zur mordenden Bestie mutiert. In der filmischen Version spielt sich die Handlung komplett in der Irrenanstalt des Professor Dorian ab. Dort sind netterweise nur weibliche Patienten untergebracht, alle recht ansehnlich und gut gebaut. Unter ihnen ist auch Luise, die Frau von Gerd Sassner, der hier allerdings kaum über den Status einer Randfigur hinauskommt. Die Rollen sind dieselben wie im Roman, und auch der Täter ist am Ende identisch. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.
Klaus Kinski spielt in „Das Schloß der blauen Vögel“ Dr. Bernd Keller, den ersten Assistenten von Dorian. An seiner Seite steht wieder einmal die umwerfende Margaret Lee als Luise Sassner. Desweiteren kommt man in den Genuss von Rosalba Neri („Marquis de Sade – Justine“), die als Männer fressende Nymphomanin zwar mehr mit ihren körperlichen Vorzügen als mit Schauspielkunst überzeugen kann – aber wen interessiert das schon bei dieser Aussicht ?
In Hohenschwandt, der Anstalt Dorians, treibt ein unbekannter Mörder sein mörderisches Unwesen. Mit einer Kapuze maskiert schleicht sich der Killer nachts durch die Anstalt und bedient sich der netterweiser überall herumliegenden Folter- und Mordinstrumente wie z.B. Schwerter, Armbrüste, Eiserne Jungfrauen und Morgensterne. War auch wirklich rücksichtsvoll von der Anstaltsleitung, das Mordinventar zu liefern !!!
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Während in Konsaliks Roman Kinskis Dr. Keller noch ein Verhältnis mit Dorians Tochter Angela hatte, vergnügt sich dieser in der Filmversion lieber (und verständlicherweise) mit Margaret Lee alias Luise Sassner, die vom Leben als Ehefrau des gehirnoperierten Gerd die Nase voll hat. Angela (Monika Strebel) lebt in recht bunten Bildern ihre lesbische Neigung mit einer praktischerweise meistens nackten, dunkelhäutigen Schönheit (Jane Garret) aus. Doch bevor die Nettigkeiten
zwischen den beiden richtig ausarten können, wird die Schoko-Schönheit leider per Armbrust gemeuchelt.
Und da wäre dann noch die nymphomanische Anne Palmer (Rosalba Neri), die sich als junges Mädchen mit ihrem Bruder vergnügte, und seitdem einen leichten Knacks hat. Sie treibt es vogelwild mit dem Gärtner … und wer sonst noch gerade
verfügbar ist. Die gute Anne versucht sogar, den Killer mit ihrem schicken Körper zu ködern, doch der zieht es vor, mit einem Hackebeilchen Sc*****lik aus der triebhaften Dame zu machen. Hat halt keinen Geschmack, unser Mörder.
Ungebetenen Zeugen, wie z.B. dem Chauffeur des Hauses Dorian, zeigt man die Eiserne Jungfrau von innen, was den lieben Fahrer dummerweise einige Liter Blut und sein Leben kostet. Eine weitere Insassin der Anstalt, die immer wieder den zwanghaften Drang verspürt, sich und anderen das Leben zu nehmen (wobei sie sich so geschickt anstellt, dass bis dato jeder überlebt hat), bekommt per Schwert ein paar zusätzliche Körperöffnungen verpasst.
Bis man in Hohenschwandt bemerkt, dass ein psychopathischer Killer unter ihnen ist, vergeht also eine ganze Zeit. Die herbeigerufene Polizei tüfelt den enorm raffinierten Plan aus, Luise als Köder für den Mörder einzusetzen. Das missfällt Kinski/Keller ganz extrem, hatte er sich doch gerade dafür entschieden, den Status der Hübschen von Patientin in Geliebte umzuändern. So wandelt die gute Luise durch die Klapse und versucht den Mörder zu locken.
Das Unternehmen klappt auch schließlich. Und siehe da – der Mörder ist Gerd Sassner, dem die Gehirn-Operation durch Professor Dorian offensichtlich auch das letzte bißchen Verstand gekostet hat. Er wollte von Anfang an die geliebte Ehefrau killen, verlegte sich dann jedoch auf die total pfiffige Ablenkungstaktik der Frauenmorde im ganz großen Stil. Doch bevor die Polizei den Irren endgültig zu fassen bekommt, hat er erstmal Gelegenheit noch ein bisschen zu flüchten und dabei mit seinem Morgenstern fünf Krankenschwestern Kopfschmerzen per eingeschlagenem Schädel zu besorgen. Doch dann wird er von ungefähr zehn Kugeln regelrecht durchsiebt. Doch was ein echt cooler Mörder ist, den kann sowas natürlich nicht schocken. Erst der finale Kopfschuss bereitet ihm den Garaus.
SPOILER ENDE
„Das Schloß der blauen Vögel“ (im Roman war dieses Schloß übrigens die Zuflucht des irren Sassner, wo er seine eigenen netten Operationen vornahm) ist purer Trash. Anders kann man diesen Film nicht bezeichnen. Er ist im höchsten Maße absurd und konfus. Die Story ist eigentlich nur Nebensache und dient als Alibi für mehr oder weniger geschmackvolle Meuchelmorde und Sexspielchen. Eine richtige Hauptfigur ist nicht auszumachen. Kinski und Margaret Lee stehen zwar ganz oben in der Darstellerliste, sind aber auch nicht häufiger in Aktion zu sehen als die anderen illustren Mimen.
Hätte man die Romanvorlage original übernommen wäre für Klaus Kinski sicher die Rolle des Dorian ideal gewesen. Dorian, ein Wissenschafter, der mit Affenhirnen experimentiert und noch nie zuvor gewagte Gehirneingriffe vornimmt – das wäre doch ein klassischer Kinski gewesen. So stellt er jedoch ´nur´ den Dr. Keller dar, läuft stets mit Kippe im Mund wichtig erscheinend durch die Klinik und darf ab und an mal Margaret Lee an die Wäsche gehen.
Die Lee selbst lässt hier mal endgültig alle Feuchtträume wahr werden und zeigt sich in kompletter Schönheit, womit der Film eigentlich gleich zu Beginn seinen Höhepunkt hatte. Von textlicher Seite her erfüllt ihre Rolle allerdings höchstens den Anspruch eines sprechenden Papageien.
Doch wird hier sowieso mehr Augenmerk auf schöne Körper gelegt, die sich zu einer schummrigen Musik (begleitet durch das anscheinend Tag und Nacht aktive Waldkäuzchen) mehr oder weniger lasziv durch den Film „spielen“. Fazit: „Das Schloß der blauen Vögel“ ist ein Film, der sich nur schwer in eine Katergorie einordnen lässt. Und das wiederum passt doch hervorragend zu Klaus Kinski, der selbst auch nie so recht in eine Schublade passen wollte. Hier stört es noch nicht einmal, dass Kinski nicht der unbedingte Mittelpunkt der Geschichte ist. Der irre Kinski in einer Anstalt – und das als Arzt mitten unter völlig Durchgeknallten! Was kann es Schöneres geben?
Auszug aus einer Kritik des Magazin ´Vampir´ von 1974 : „Von Vögeln ist nichts zu sehen (erst recht nicht von blauen), vom Vögeln dafür um so mehr. Kulisse und Milieu einer Nymphomaninnen-Klinik geben schließlich sattsam Gelegenheit, eine sehr dünne und dazu noch reichlich primitiv inszenierte Story mit Bilderbuch-Sex derart prall zu überladen, dass der ´Sache´ besser gedient wäre, wenn man die Story ganz weggelassen hätte…“. Ich sagte ja – ich liebe diesen Film !
NOEL
ein film den die welt nicht braucht ,aber wie bei allen filmen reine geschmackssache und jeder hat eine andere meinung dazu,die ihm ja auch bleiben soll,einer mags einer nicht
joerch
Der Film hört sich schon wieder so krude und billig an, daß er mich auf jeden Fall interessiert
Bei solchen Filmen wäre es schön wenn es dazu noch Interviews mit Kinski in den Extras geben würde - die waren oft richtig genial

Wenn er seine eigenen Filme runtergemacht oder verteidigt hat - und das dann auch noch meistens anders herum als die Kritiker erwartet haben
kinski
| Zitat: |
Original von joerch
Bei solchen Filmen wäre es schön wenn es dazu noch Interviews mit Kinski in den Extras geben würde - die waren oft richtig genial
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Gibt es im Fall der "blauen Vögel" leider nicht ... weder bei den X-Rated-Ausgaben noch den billigen ´Best Entertainment´-Versionen.