Ich sehe schon... Der Film wird die Mengen begeistern!

Der Thread kann sich vor Beiträgen gar nicht retten... dabei sieht der Trailer doch recht interessant aus.
Mit dieser Meinung bin ich auch an den Film herangegangen, als ich die Leih-DVD in den Player gelegt habe. Erwartet habe ich einen Horrorthriller mit interessanter Thematik, der endlich mal etwas anderes zeigt als die 08/15 Horrorproduktionen, die in den Videotheken stehen oder es gar ins Kino schaffen. Eines muss ich sagen: Im Kino hätte "The Tattooist" bestimmt gut gewirkt, alleine schon durch die hochwertige Aufmachung, tollen Tätowierungen und interessanten Effekten. Auf der anderen Seite ist für meinen Geschmack einfach zu wenig passiert, was den Gesamteindruck schmälert. Eines sei jedoch gesagt: Tattoo-Freunde werden ihren Spaß am Film haben... oder eben nicht!
Worum geht es in "The Tattooist"? Wie der Titel unschwer vermuten lässt, geht es um Tätowierungen, aber nicht um alltägliche. Jake Sawyer (Jason Behr) tätowiert Menschen, um ihnen Krankheiten auszutreiben. "Er braucht einen Arzt!" - "Nein, er braucht eine Tätowierung" ist ein Zitat am Anfang des Films, der das beschreibt, was er tut. Als Kind hat der religöse Vater von Jake eine Tätowierung aus seinem Arm geschnitten, weil er dies als Unrein ansah. Seit diesem Tag hat er mit seinem Vater nicht mehr gesprochen, ist voller Tattoos und übt eben diesen Beruf aus. Als er die schöne Sina (Mia Blake) kennen lernt, findet er heraus, dass sie aus Neuseeland kommt und in ihrer Familie die samoanische Tätowierkunst gelehrt wird. Er stiehlt ein Gerät von ihnen und damit beginnt das Unheil.
Jake reißt kurzerhand nach Neuseeland, nachdem er sich mit dem Gerät verletzt hat. Er möchte es zurückgeben, arbeitet aber auch direkt im Laden eines Freundes. Er wird auf einmal von Visionen geplagt, jemand verfolgt ihn und er findet schließlich heraus, dass er einen Geist freigesetzt hat, der jede seiner Tätowierungen "beendet", im wahrsten Sinne des Wortes, denn das endet schließlich tödlich. Aber Jake hat auch Sina tätowiert und muss herausfinden, was hinter all dem steckt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Wie bereits geschrieben ist für meinen Geschmack etwas wenig passiert. Nach dreißig Minuten habe mich gefragt, wann denn endlich mal etwas richtiges passiert. Ein Schatten im Spiegel ist zwar mysteriös, aber das alleine ist nicht sonderlich effektiv. Los ging es dann ab der fünfunddreißigsten Minute, schade nur, dass das nicht anhielt. Nach einer kleinen Pause ging es dann ab Minute fünfzig wieder los, dann aber richtig! Es wurde sehr spannend, es gab einige geniale Effekte zu sehen... Leider hielt auch das nicht bis zum Schluss, denn ich finde, dass die Spannung danach wieder abnahm und sie es bis zum Ende hin nicht mehr ganz nach oben schaffte, auch wenn Spannung vorhanden war.
Thematisch ist der Film sehr interessant, keine Frage, alleine schon dadurch, dass die erzählte Geschichte nicht alltäglich im Horrorgenre ist. Leider passiert etwas zu wenig, zumindest für meinen Geschmack. Wenn etwas kommt, dann auch richtig, aber das war mir leider zu wenig. Das Ende hat mir an sich gut gefallen, weil es stimmig war, ich hätte es mir aber auch etwas spannender und... ja, vielleicht größer und auf jeden Fall spektakulärer vorgestellt, aber das habe ich leider nicht bekommen.
Der einzige Schauspieler, der hervorzuheben ist, ist meiner Meinung nach Jason Behr. Ich kenne ihn inzwischen aus vielen Filmen und Serien und er scheint sich im Bereich des Übernatürlichen wohl zu fühlen. Nachdem er in "Roswell" einen netten Alien spielte, war er neben Sarah Michelle Gellar in "The Grudge" zu sehen, spielte aber auch die Hauptrollen in dem Vampirstreifen "Skinwalkers" und "Dragon Wars", in dem er gegen Drachen kämpfen musste. Jason Behr, der Mann mit nur einem Gesichtsausdruck... So kommt mir das manchmal vor, aber hier darf er auch mal anders gucken. Ich finde, dass er kein schlechter Schauspieler ist, auch hier spielt er ganz gut. Er hat einen interessanten Charakter und ist mir irgendwie sympathisch. Sympathisch finde ich auch Mia Blake, die aber leider etwas zu kurz kommt. Alle anderen Schauspieler sind austauschbar, würde ich einfach mal behaupten.
Musik und Effekte haben im Film einen hohen Stellenwert. Fangen wir erst einmal mit dem Negativen an: Die Musik fand ich stellenweise grausam, weil es kaum gepasst hat. Das ist mir drei Mal negativ aufgefallen, schade. Effektetechnisch kann ich dem Film aber nichts vorwerfen. "The Tattooist" hatte ein niedriges Budget zur Verfügung - knapp 3 Mio. US-Dollar, dafür sind die Effekte, auch wenn es nur wenige sind, wirklich Top! Ebenso sind die Kulissen in den USA und in Neuseeland sehr gut ausgewählt... Man merkt dem Film zu keiner Minute das niedrige Budget an, alleine schon wenn man die hervorragende Ausstattung sowie das Make Up bedenkt, die Tätowierungen der Schauspieler sind schließlich nur aufgemalt!
Fazit:
Insgesamt ein interessanter Film mit guten Effekten und einer tollen Ausstattung, der seine guten und seine schlechten Momente hat. Nach dem interessanten Trailer hätte ich ich mir den Film etwas spannender und spektakulärer gewünscht, das habe ich aber leider nicht bekommen. So bleibt der Film solide Kost für Zwischendurch, die ich für einmaliges Sehen empfehle, mehr aber auch nicht!
6,5/10