Love Letter - Shunji Iwai (Japan, 1995)*tip*

Hainz
Love Letter
[US-Titel: When I Close My Eyes]
T R A I L E R

Regie: Shunji Iwai

Cast:
Miho Nakayama, Etsushi Toyokawa, Bunjaku Han, Katsuyuki Shinohara, Miki Sakai, Takashi Kashiwabara, Mariko Kaga, Keiichi Suzuki

Produktion: Japan, 1995

Info: IMDB OFDB Asianfilmweb Totoro.de

Inhalt[asianfilmweb:
Zwei Jahre ist es nun her, dass Hirokos Verlobter Itsuki Fujii (Miki Sakai) bei einer Bergsteiger-Expedition in eine Gletscherspalte gefallen ist und an seinen Verletzungen gestorben ist. Als Itsukis Mutter Hiroko (Miho Nakayama) auf dem Todestag ein Jahresbuch seiner Schulklasse zeigt, erfährt sie zum ersten Mal, dass er in einer ganz anderen Stadt aufgewachsen ist als sie. Sie notiert sich die Adresse von seinem damaligen Zuhause in Otaru und schreibt dorthin einen an Itsuki adressierten Brief in der Hoffnung so ihren verstorbenen Verlobten, der ihr kurz vor seinem Tod schon die Ehe versprochen hatte, erreichen zu können. Es kommt wie es kommen muss: Hiroko bekommt eine Antwort auf ihren Brief. Verdutzt und verwirrt wendet sie sich an ihren Freund Akiba (Etsushi Toyokawa), der die Sache schnellstmöglich aufklären will um der nun sehr aufgewühlten Hiroko zu helfen, endlich ihr Leben weiterzuleben und Itsuki zu vergessen. Als er von dem Absender einen Identitätsbeweis verlangt, wird schnell klar, dass es sich bei diesem Itsuki Fujii um eine Frau handelt, die zufälligerweise den gleichen Namen trägt und auch in Otaru lebt. Hiroko ist zuerst wütend auf Akiba, dass er ihre Illusionen mit der Aufklärung zerstört hat. Dann findet sie aber heraus dass diese Itsuki Fujii ihren Itsuki Fujii gekannt hat, was ihr Interesse erneut weckt. Sie nimmt erneut Kontakt zu ihrer neuen "Brieffreundin" auf und will nun alles mögliche über die gemeinsame Vergangenheit der beiden Itsukis wissen...


Shunji Iwais "Love Letter" gehört für mich zu den schönsten Filmen aus Japan, wenn nicht sogar aus ganz Asien. Dieser Film war einer dieser, die mein Interesse fürs japanische Kino geweckt haben. Ich habe lange nicht mehr so einen wunderschönen und zugleich traurigen Film gesehen. Am Anfang des Films braucht man etwas, um hineinzukommen. Beim ersten Sehen war ich ein wenig verwirrt, denn die Hauptdarstellerin Miho Nakayama hat gleich zwei Rollen zu spielen. Sie macht ihre Sache prima und trägt den Film von Anfang bis Ende. Der Film hat auch viele witzige Momente z.B. in den Kindheitstagen von Fuji und Hiroko. Die Darsteller spielen allesamt gut, ganz besonders natürlich Miho Nakayama, die einem nach einiger Zeit schnell ans Herz wächst. Shunji Iwais Regiearbeit ist wieder erste Klasse! Toll inszeniert, super Cinematography (viele Szenen wurden auch von Handheld Kameras gefilmt) und er schafft es die knapp 2 Stunden Laufzeit wie im Flug vergehen zu lassen. Wenn dies ein Regisseur schafft, dann ist das was ganz besonderes. Auch optisch ist der Film schön anzuschauen. Es gibt schöne Landschaftsaufnahmen, egal ob im Winter oder Sommer. Aber diese visuellen Feinheiten sind wir von Iwai schon längst gewohnt. Auch ist der schöne, ruhige Score zu erwähnen, der den Film den nötigen Schliff verpasst.

Ein toller Film von einem der begnadetsten japanischen Regisseure der Neuzeit! Dieser gehört zu meinen persönlichen Favoriten und kann ihn Leuten empfehlen, die auf ruhige, schön erzählte Dramen stehen.

Noch ein paar Screenshots:
Morty
Super Thread zu einem genialen Film. Hainz hat bereits alles nennenswerte gesagt, aber ich möchte auch noch einmal betonen, dass Shunji Iwai hier einen wunderbaren Film geschaffen hat, den ich nach "Hana and Alice" am meisten von ihm mag. Eine niedliche Miho Nakayama in der Hauptrolle sowie Etsushi Toyokawa, dessen Lächeln wohl Eisberge schmelzen lässt. Der bietet beeindruckende Bilder in schönstem 2,35:1 Widescreen und ist sehr ruhig inszeniert. Gegen Ende meiner Meinung nach sogar recht berührend und einfühlsam. Es wird Zeit das Shunji Iwai wieder einen neuen Film dreht. Er gehört ohne Frage zu den besten Filmemachern des modernen Japans.