Lago
Tokyo Fist

Originaltitel: Tokyo-ken
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: Shin'ya Tsukamoto
Darsteller:
Kahori Fujii
Shin'ya Tsukamoto
Kohji Tsukamoto
Naomasa Musaka
Naoto Takenaka
Koichi Wajima
Tomorowo Taguchi
Nobu Kanaoka
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=1883



Originaltitel: Tokyo-ken
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: Shin'ya Tsukamoto
Darsteller:
Kahori Fujii
Shin'ya Tsukamoto
Kohji Tsukamoto
Naomasa Musaka
Naoto Takenaka
Koichi Wajima
Tomorowo Taguchi
Nobu Kanaoka
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=1883


Als der Versicherungsvertreter Tsuda eines Tages in der U-Bahn seinen alten Schulfreund Takuji wiedersieht, verändert sich sein Leben schlagartig. Takuji ist mittlerweile Profi-Boxer und macht sich nach dem ersten Treffen an Tsudas Freundin Hizuru ran. Gefrustet schickt sich Tsuda selbst an, den Boxsport zu erlernen und auf diese Weise mit Takuji reinen Tisch zu machen...

Wenn man sich die Story-Beschreibung von Tokyo Fist durchliest könnte man schon ein Action-Film mit dramatischen Ende wie bei Fight Club erwarten. Tsukamotos Film beginnt auch sehr storylastig, d.h. er nimmt sich Zeit für die Figuren Tsuda, Kojima und Hizuru und lässt eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung mit seltsamen Neigungen der Charaktere entstehen.

Er packt unglaublich viel an Symbolik in seinen Film, was den Film visuell, experimentell und berauschend wirken lässt. Z.B. steht er selber als Hauptfigur oft allein zwischen den Schluchten der riesigen Hochhausblöcken, rennt über Brücken, im Hintergrund die gewaltigen Hochhäuser Tokyos, deren Spitze fast auf horizontaler Ebene mit der Sonne, deren Licht in das Bild der Kamera strahlt. Weitere beeindruckende Inszenierungen wären dann noch die Faustschläge, die auf den Zuschauer selbst zukommen und man erst später das Ergebnis im Gesicht des geschlagenen Protagonisten sieht. Zu Anfang des Films findet auch noch stellenweise ein Spiel mit den Farben und der Beleuchtung statt, später erscheint der Film eher in kalten Farben ab.
Umso mehr der Film gen Finale kommt, desto nebensächlicher scheint die Story zu werden. Der Film wird härter und landet schließlich in einem blutigen und visuell offen inszenierten Ende. Großes Respekt hier an Shinya Tsukamoto, dafür dass er den Mut hat einen so unkonventionellen Film zu drehen und einfach sein Ding durchzuziehen.
Ich gebe dem Film mal 9/10 Punkten. Ein Film für Fans des experimentellen Films mit jeder Menge Gewalt und tollen Kamerfahrten und bildschönen Aufnahmen der Stadt.

PS an diejenigen, die den Film schon gesehen haben:
Wie habt ihr das Ende verstanden?
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Kojima gewinnt den Boxkampf, ihm spritzen aber auch Blutfontänen aus dem Gesicht...
Was geschah mit Hizuru, hat sie sich nun doch ganz verstümmelt? Blut am Hals und dann wird das Bild weiß und ausgeblendet...
Und Tsuda: Zunächst schien es ja so das Kojima Tsuda übelst im Trainingsboxring zusammengeschlagen hat und Tsuda ins Krankenhaus kam. Später blickt die Schwester auf das Bett Tsudas und er ist weg. Er steht draußen im Anzug und hat ein künstliches Auge.
Dann wird der Trainingsraum nochmal eingeblendet und ein Boxsack wird geschlagen, man sieht aber nicht von wem. Zack, Abspann.
SPOILER ENDE
Würde mich nun interessieren, wie ihr das interpretiert.