Hainz
So ich habe mir vorgenommen, einen kleinen Thread mit all den bisherigen Filmen von dem talentierten, sehr kreativen Regisseur Tsai Ming-Liang aus Taiwan, der als einer der besten Regisseure der Welt gilt, zu erstellen. Die Filme werde ich einen nach dem anderen hier reinposten.


Biografie
Tsai Ming-Liang wurde 1957 in Malaysia geboren. 1977 zieht er nach Taiwain, um Theater- und
Film zu studieren. Er arbeitet zunächst als Produzent und Regisseur am Theater, wechselt dann zum Fernsehen und später zum Film. Nach seinem ersten Film “Rebels of the Neon God” (1992) holt er 1994 den Goldenen Löwen in Venedig für “Vive l’amour” und 1997 auf der Berlinale den
Silbernen Bären für “The River”. Sein vierter Film “The Hole” lief 1998 auf den Internationalen
Filmfestspielen in Cannes.
Tsai Ming-Liang gilt als einer der wichtigsten Vertreter von Taiwans „Nouvelle Vague“. Sein
filmisches Werk ist durchzogen von den Themen der menschlichen Entfremdung, Einsamkeit und
Indifferenz.
Der Gastauftritt von Jean-Pierre Léaud in WHAT TIME IS IT THERE? ist ebenso ein
Querverweis auf das filmische Vorbild Francois Truffaut wie dessen erster Film Les 400 coups (Sie
küßten und sie schlugen ihn), den sich Hsiao Kang in einer seiner schlaflosen Nächte ansieht.
In WHAT TIME IS IT THERE? hat Tsai Ming-Liang erneut mit Lee Kang-Sheng, dem
Hauptdarsteller all seiner früheren Filme, zusammengearbeitet. Tsais 5. Spielfilm wurde an
Originalschauplätzen in Taipeh und Paris gedreht. Erstmalig arbeitete der Regisseur hier mit dem
französischen Kameramann Benoit Delhomme.
„1992 ist mein Vater an Krebs gestorben. Er konnte meinen ersten Film nicht mehr sehen. 1997,
einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten zu THE HOLE, konnte der Vater des Hauptdarstellers
Hsiao Kang die Qualen seiner Krankheit nicht mehr ertragen und nahm sich das Leben.
Im darauffolgenden Jahr, auf dem Weg zu einem Filmfestival, schlief Hsiao Kang im Flugzeug ein.
Gefesselt vom Anblick seines schlafenden Gesichts, wurde ich noch trauriger. Was wird uns der
Tod bringen?“ Tsai Ming-Liang
FILMOGRAPHY
Spielfilme
1992 - Rebels of the Neon God
1994 - Vive l'amour
1997 - The River
1998 - The Hole [die ca. 70 Min. Version heißt "Der Letzte Tanz"]
2001 - What Time is it there?
2003 - Goodbye, Dragon Inn
2005 - The Wayward Cloud
2006 - I Don't Want to Sleep Alone
Die Reihenfolge erfolgt chronologisch:
Ich fange an mit seinem Regiedebüt Rebels of the Neon God [dt. Rebellen im Neonlicht].

Cast: Chen Chao-jung, Jen Chang-bin, Lee Kang-Sheng, Lu Hsiao-Ling, Miao Tien, Wang Yu-Wen
Produktion: Taiwan, 1992
Info: IMDB OFDB WIKIPEDIA Review von Tsaifilmen
von xenon.ch
Der normal-wahnsinnige Alltag vierer Jugendlicher im heutigen Taibei, deren Wege sich zufällig kreuzen, eines einzelgängerischen Schülers, der sein Studium hinschmeisst, zweier Gelegenheitsdiebe und einer jungen Frau. Tsais erster Film bleibt das überzeugendste Beispiel des neuen 'Grossstadtfilms' der 90er Jahre, ein Werk, das von grosser Stilsicherheit und künstlerischer Reife zeugt. Rebels of the Neon God besticht durch seine objektivierende, lakonische und gleichzeitig akribisch genaue Beobachtung der Grossstadtjugend und ihres Milieus. Hintergrund der Geschehnisse ist ein zerfallendes, in grellem Neonlicht gespentisch beleuchtetes Taibei, das die Sinnlosigkeit der Existenz der Protagonisten und deren Entfremdung unterstreicht.
Kommentar: Ein sehr interessanter Film über Jugendliche in einer Großstadt, gut gespielt, viele beeindruckende Bilder und ausnahmsweise mal mehr Dialoge als in seinen nachfolgenden Filmen. Der Hauptdarsteller Lee Kang-Sheng, der von Tsai Ming-Liang in jedem seiner Filme die Hauptrolle spielt, ist sympathisch und ausdrucksstark wie immer.
Ein mehr als gelungenes Regiedebüt und auch zugleich mein erster Film von Tsai Ming-Liang. Dieser hat mir so gut gefallen, dass ich alle seine anderen Werke mir angesehen habe.
DVD: Empfehlenswert ist die DVD von Wellspring. Gutes Bild und gut lesbare Untertitel!



Cast: Lee Kang Sheng, Chao-jung Chen, Yang Kuei-Mei
Produktion: Taiwan, 1994
Info: IMDB OFDB REVIEW Review von Tsaifilmen(engl.)
von Filmstelle:
Hsiao-Kang, der obdachlose Krematoriumsurnen-Verkäufer, Mei-Mei, die yuppige Wohnungsmaklerin und Ah-Jung, der lockere Strassenhändler - sie alle benutzen dasselbe leerstehende Apartment in Taipei. Sie tun es gleichzeitig, ohne vorerst voneinander zu wissen, und so kann es schon einmal passieren, dass die einen durch ihr Liebesgestöhn den andern beim beschwerlichen Selbstmordversuch stören ... VIVE L'AMOUR ist von einer absolut aussergewöhnlichen formalen Konsequenz. In langanhaltenden Einstellungen verstreicht die Zeit manchmal halbstundenweise, ohne dass ein einziges Wort gesagt wird. Häufig sind die Menschen mit sich und ihrer Einsamkeit allein und erzeugen 'lediglich' Laute und Geräusche, welche den Film mit zunehmder Dauer jedoch zu einem faszinierenden Hör-Erlebnis werden lassen. VIVE L'Amour ist sicherlich kein einfacher Film, enthält aber immer wieder so noch nie gesehene Szenen und Stilelemente - erwähnt seien etwa der 5-minütige (!) Weinkrampf/-versuch Mei-Meis oder die Art und Weise, wie Tsai Ming-Liang Momente existentieller Trostlosigkeit mit dem Mittel der wortlosen Komik sowohl zu mildern wie auch zu steigern vermag. Für diese hohe Kunst, die sich Freunde und Freundinnen des zeitgenössischen asiatischen Films keinesfalls entgehen lassen sollten, erhielt VIVE L'AMOUR 1994 den Goldenen Löwen des Festivals von Venedig.
Kommentar: Eine inoffizielle Fortsetzung von "Rebellen im Neonlicht" mit den gleichen Charakteren. Hier fängt Tsai Ming-Liang an, weniger Dialoge zu verwenden, aber dafür die Bilder sprechen zu lassen. Das ist wirklich Arthousekino at his best! Deshalb auch nicht für jeden geeignet. Fans dieses Stil(wie z.B. ich) werden mit diesem Film viel Freude haben.
DVD: Das neue koreanische Bitwin Release ist gegenüber der Fox Lorber Version vorzuziehen.
Hier gibt es einen Bildvergleich!



Fortsetzung folgt...


Lee Kang Sheng aka "Hsiao Kang" und Tsai Ming-Liang
Biografie
Tsai Ming-Liang wurde 1957 in Malaysia geboren. 1977 zieht er nach Taiwain, um Theater- und
Film zu studieren. Er arbeitet zunächst als Produzent und Regisseur am Theater, wechselt dann zum Fernsehen und später zum Film. Nach seinem ersten Film “Rebels of the Neon God” (1992) holt er 1994 den Goldenen Löwen in Venedig für “Vive l’amour” und 1997 auf der Berlinale den
Silbernen Bären für “The River”. Sein vierter Film “The Hole” lief 1998 auf den Internationalen
Filmfestspielen in Cannes.
Tsai Ming-Liang gilt als einer der wichtigsten Vertreter von Taiwans „Nouvelle Vague“. Sein
filmisches Werk ist durchzogen von den Themen der menschlichen Entfremdung, Einsamkeit und
Indifferenz.
Der Gastauftritt von Jean-Pierre Léaud in WHAT TIME IS IT THERE? ist ebenso ein
Querverweis auf das filmische Vorbild Francois Truffaut wie dessen erster Film Les 400 coups (Sie
küßten und sie schlugen ihn), den sich Hsiao Kang in einer seiner schlaflosen Nächte ansieht.
In WHAT TIME IS IT THERE? hat Tsai Ming-Liang erneut mit Lee Kang-Sheng, dem
Hauptdarsteller all seiner früheren Filme, zusammengearbeitet. Tsais 5. Spielfilm wurde an
Originalschauplätzen in Taipeh und Paris gedreht. Erstmalig arbeitete der Regisseur hier mit dem
französischen Kameramann Benoit Delhomme.
„1992 ist mein Vater an Krebs gestorben. Er konnte meinen ersten Film nicht mehr sehen. 1997,
einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten zu THE HOLE, konnte der Vater des Hauptdarstellers
Hsiao Kang die Qualen seiner Krankheit nicht mehr ertragen und nahm sich das Leben.
Im darauffolgenden Jahr, auf dem Weg zu einem Filmfestival, schlief Hsiao Kang im Flugzeug ein.
Gefesselt vom Anblick seines schlafenden Gesichts, wurde ich noch trauriger. Was wird uns der
Tod bringen?“ Tsai Ming-Liang
FILMOGRAPHY
Spielfilme
1992 - Rebels of the Neon God
1994 - Vive l'amour
1997 - The River
1998 - The Hole [die ca. 70 Min. Version heißt "Der Letzte Tanz"]
2001 - What Time is it there?
2003 - Goodbye, Dragon Inn
2005 - The Wayward Cloud
2006 - I Don't Want to Sleep Alone
Die Reihenfolge erfolgt chronologisch:
Ich fange an mit seinem Regiedebüt Rebels of the Neon God [dt. Rebellen im Neonlicht].

Cast: Chen Chao-jung, Jen Chang-bin, Lee Kang-Sheng, Lu Hsiao-Ling, Miao Tien, Wang Yu-Wen
Produktion: Taiwan, 1992
Info: IMDB OFDB WIKIPEDIA Review von Tsaifilmen
von xenon.ch
Der normal-wahnsinnige Alltag vierer Jugendlicher im heutigen Taibei, deren Wege sich zufällig kreuzen, eines einzelgängerischen Schülers, der sein Studium hinschmeisst, zweier Gelegenheitsdiebe und einer jungen Frau. Tsais erster Film bleibt das überzeugendste Beispiel des neuen 'Grossstadtfilms' der 90er Jahre, ein Werk, das von grosser Stilsicherheit und künstlerischer Reife zeugt. Rebels of the Neon God besticht durch seine objektivierende, lakonische und gleichzeitig akribisch genaue Beobachtung der Grossstadtjugend und ihres Milieus. Hintergrund der Geschehnisse ist ein zerfallendes, in grellem Neonlicht gespentisch beleuchtetes Taibei, das die Sinnlosigkeit der Existenz der Protagonisten und deren Entfremdung unterstreicht.
Kommentar: Ein sehr interessanter Film über Jugendliche in einer Großstadt, gut gespielt, viele beeindruckende Bilder und ausnahmsweise mal mehr Dialoge als in seinen nachfolgenden Filmen. Der Hauptdarsteller Lee Kang-Sheng, der von Tsai Ming-Liang in jedem seiner Filme die Hauptrolle spielt, ist sympathisch und ausdrucksstark wie immer.
Ein mehr als gelungenes Regiedebüt und auch zugleich mein erster Film von Tsai Ming-Liang. Dieser hat mir so gut gefallen, dass ich alle seine anderen Werke mir angesehen habe.
DVD: Empfehlenswert ist die DVD von Wellspring. Gutes Bild und gut lesbare Untertitel!


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Vive l'amour [dt. Es lebe die Liebe]

Cast: Lee Kang Sheng, Chao-jung Chen, Yang Kuei-Mei
Produktion: Taiwan, 1994
Info: IMDB OFDB REVIEW Review von Tsaifilmen(engl.)
von Filmstelle:
Hsiao-Kang, der obdachlose Krematoriumsurnen-Verkäufer, Mei-Mei, die yuppige Wohnungsmaklerin und Ah-Jung, der lockere Strassenhändler - sie alle benutzen dasselbe leerstehende Apartment in Taipei. Sie tun es gleichzeitig, ohne vorerst voneinander zu wissen, und so kann es schon einmal passieren, dass die einen durch ihr Liebesgestöhn den andern beim beschwerlichen Selbstmordversuch stören ... VIVE L'AMOUR ist von einer absolut aussergewöhnlichen formalen Konsequenz. In langanhaltenden Einstellungen verstreicht die Zeit manchmal halbstundenweise, ohne dass ein einziges Wort gesagt wird. Häufig sind die Menschen mit sich und ihrer Einsamkeit allein und erzeugen 'lediglich' Laute und Geräusche, welche den Film mit zunehmder Dauer jedoch zu einem faszinierenden Hör-Erlebnis werden lassen. VIVE L'Amour ist sicherlich kein einfacher Film, enthält aber immer wieder so noch nie gesehene Szenen und Stilelemente - erwähnt seien etwa der 5-minütige (!) Weinkrampf/-versuch Mei-Meis oder die Art und Weise, wie Tsai Ming-Liang Momente existentieller Trostlosigkeit mit dem Mittel der wortlosen Komik sowohl zu mildern wie auch zu steigern vermag. Für diese hohe Kunst, die sich Freunde und Freundinnen des zeitgenössischen asiatischen Films keinesfalls entgehen lassen sollten, erhielt VIVE L'AMOUR 1994 den Goldenen Löwen des Festivals von Venedig.
Kommentar: Eine inoffizielle Fortsetzung von "Rebellen im Neonlicht" mit den gleichen Charakteren. Hier fängt Tsai Ming-Liang an, weniger Dialoge zu verwenden, aber dafür die Bilder sprechen zu lassen. Das ist wirklich Arthousekino at his best! Deshalb auch nicht für jeden geeignet. Fans dieses Stil(wie z.B. ich) werden mit diesem Film viel Freude haben.
DVD: Das neue koreanische Bitwin Release ist gegenüber der Fox Lorber Version vorzuziehen.
Hier gibt es einen Bildvergleich!



Fortsetzung folgt...
















