Soo / Su (Korea 2006)

DarkTNT


Land: Südkorea
Jahr: 2006
Genre: Thriller / Action
Regie: Choi Yang-il
Darsteller: Ji Jin-hee, Kang Seong-yeon, Moon Seong-geun....
Kinostart (Korea): lauft bereits

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Trailer


It's bloody and brutal, and harrowingly so. Japanese-born Korean director Choi Yang-il (Yoichi Sai) brings the Korean audience a hardboiled vengeance film with a slightly different flavor....
...Tae-su (Ji Jin-hee) is a notorious hit man called Soo, who waits 19 years to finally reunite with his long-lost twin brother Tae-jin _ only to watch him get shot in front of his very eyes. Revenge becomes Soo's sole reason for breathing, as he single-handedly sets out to hunt down his brother's murderer....
(koreatimes.co.kr)



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Die DVD erscheint wohl am 30.06. ---> yesasia

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Klingt ein wenig nach Holiday. 1. Haelfte top, zweite flop böse
Soljah
Irgendwie war das schon klar, dass der Film wieder mal nichts als eine schöne Optik bieten kann. In letzter Zeit wurde ja ein Thriller nach dem anderen auf den Markt geschmissen. Das erinnert ja schon fast an die Horrorwelle mit schwarz-langhaarigen Mädchen, nach dem Erfolg von Ring.
Hainz
Wieder ein total uninteressanter Thriller. Den Koreanern fällt derzeit wohl auch nichts mehr ein. So nach dem Motto Style over Substance! böse
Morty
Hier mal ein anderer Trailer, der doch ziemlich Lust auf den Film macht, wie ich finde:

Klick

Bin schon gespannt auf den Film. Laut Darcy Paquet einer der drei besten koreanischen Filme dieses Jahr. Sieht nach einem spannenden und düsteren Thriller aus. Morgen erscheint er auf DVD!
Lago
Also schlecht schaut der Trailer nicht aus. Scheint wirklich düster zu sein, der Streifen.
Hainz
Und ich hab schon einige durchwachsene bis vernichtende Reviews über diesen Film gelesen großes Grinsen Positive gabs kaum...
Vom Regisseur von "Blood and Bones" erwartet man doch ein wenig mehr!
Morty
Ich will den Film nicht vorneweg verteidigen, aber Mutmaßungen bringen uns nicht weiter und erhitzen nur die Gemüter. Augenzwinkern

Die Meinungen sind immer so unterschiedlich, dass man nie wirklich sagen kann, was man von dem und dem Film zu halten hat. Ich bin gespannt und werde dann am Ende der Woche oder Anfang übernächster Woche wohl als erstes hier über den Film berichten.
Hainz
Zitat:
Original von Morty
Ich will den Film nicht vorneweg verteidigen, aber Mutmaßungen bringen uns nicht weiter und erhitzen nur die Gemüter. Augenzwinkern

Die Meinungen sind immer so unterschiedlich, dass man nie wirklich sagen kann, was man von dem und dem Film zu halten hat. Ich bin gespannt und werde dann am Ende der Woche oder Anfang übernächster Woche wohl als erstes hier über den Film berichten.


Ja, gut es hat mich schon überrascht, dass er einer der besten Filme dieses Jahr aus Korea sein soll. Auch ein guter Trailer wie wir es von den Koreanern gewohnt sind. Dann holt man sich den Film und hat demnach hohe Erwartungen und wird dann vielleicht maßlos enttäuscht. Ich bin da immer noch skeptisch. Naja, mal deine Meinung abwarten...
Morty
Soo (Korea 2007 / Regie: Yoichi Sai)

Avatar und Signatur sind Programm. Mein Interesse in diesen Film stieg die Wochen stetig, nachdem ihn Darcy Paquet zu einem der bisher besten koreanischen Filme des Jahres ernannte und ich den zweiten Trailer auf Youtube sah. Inszeniert wurde dieser Rachethriller vom japanischen Regisseur Yoichi Sai, der zuvor das niedliche Drama "Quill" und den brutalen "Blood and Bones", mit Takeshi Kitano in der Hauptrolle, verfilmte. Mit "Soo" und unter dem Namen Choi Yang-Il gibt er sein Debut in Südkorea.

Die beiden Zwillingsbrüder Tae-Jin und Tae-Soo wuchsen zusammen auf der Strasse auf, jedoch trennten sich ihre Wege, als Tae-Jin von einem Gangsterboss verschleppt wurde, den er zuvor beklaut hat. Nach vielen Jahren ist Tae-Jin zu einem Polizist aufgewachsen, während sein Bruder Tae-Soo als Auftragsmörder arbeitet. Sie treffen sich nach 20 Jahren erstmalig wieder, was auch das letzte Mal sein sollte: Tae-Jin wird vor den Augen seines Bruders aus der Ferne in den Kopf geschossen. Hasserfüllt nimmt Tae-Soo die Identität seines Bruders an und trifft dabei auf die Freundin von Tae-Jin. Beide suchen nach Antworten, doch als dies nicht aufgeht, nimmt Soo Rache an den Mördern seines Bruders, darunter auch der Gangsterboss, der es bereits vor 20 Jahren auf Tae-Jin abgesehen hat...

"Soo" ist ein sehr zwiespältiger Film. Es gibt viel zu bemängeln, aber auch einiges zu loben, was den Film ins Ungleichgewicht bringt. Die Charaktere sind dürftig ausgearbeitet: Man erfährt zu wenig über sie, gleichzeitig gibt es im Film überraschend wenig Interaktionen zwischen ihnen und man schafft es nur selten, eine richtige Verbindung aufzubauen. Die besten Anhaltspunkte vermittelt Hauptdarsteller Ji Jin-Hee, der sowohl in die Rolle von Tae-Soo, als auch später in die von Tae-Jin schlüpft. Seine Performance ist die beste im Film, obwohl es sein erster Ausflug ins Rachegenre ist. Vage Erfahrungen mit Thrillern machte er bereits in "H", ansonsten übernahm er Hauptrollen in Filmen wie "Bewitching Attraction" oder auch in "The Old Garden".

Er gibt den hasserfüllten, rachesuchenden Soo ohne ein einziges Lächeln wieder. Neben ihm sind eine ganze Reihe bekannter Darsteller aus dem koreanischen Kino zu sehen. Da hätten wir zum Einen Kang Seong-Yeon, die als Tae-Jin's Freundin an Soo's Seite auftritt und zunächst sehr skeptisch und wutentbrannt mit ihm umgeht. Doch als Soo seine wahre Identität darlegt und die Umstände klarer werden, bleibt sie bei ihm missachtet selbst ihre Arbeit als Polizistin. Als fieser Gangsterboss tritt Moon Seong-Geun in Erscheinung, der bereits in "Green Fish", "Princess Aurora", "Hanbando" und auch "The Puzzle" zu sehen war. Hier ist er ein widerlicher, großkotziger und schlichtweg fieser Sack, dem man die Pest an den Hals wünscht.

Die Voraussetzungen waren gut, doch Regisseur Sai macht schöpft leider nicht ganze Potential aus den Gegebenheiten aus. Das fängt schon am Aufbau der Story an, die fast schon zu einfach gestrickt sind. Es ist einfach kein Adrenalin vorhanden, keine wirklichen entscheidenden Punkte. Die Erzählweise ist für einen Film dieser Art zu ruhig und langsam, es wird nicht besonders viel gesprochen und man fragt sich einfach, wohin mit all dem? Sai nimmt sich keine Zeit, seine Charaktere vernünftig einzuführen, und so gelingt es dem Zuschauer auch nicht richtig, mit ihnen mitzufühlen. Mit seiner Laufzeit von 122 Minuten ist der Film auch zu lang - da das Tempo sowieso auch noch sehr gemächlich ist, ziehen sich diese noch einmal mehr. Nach spätestens 110 Minuten hätte hier Schluss sein müssen.

Nichtsdestotrotz ist "Soo" ein Film, den man mit keinem anderen Film aus Korea vergleichen kann. Von all den Filmen, die ich bis jetzt gesehen habe (aus Korea über 110) ist dies eindeutig der düsterste. Er spielt hauptsächlich im Dunkeln und kommt nahezu humorlos daher. Bis auf den schmierigen Gangsterboss hat auch keiner was zu lachen, ansonsten herrscht die gnadenlose Verbittertheit der Hauptakteure, der Hass, die Wut und der Wunsch nach Rache. Selbst wenn der Film mal tagsüber spielt, ist die Optik dreckig, nichts wirkt harmonisch oder hoffnungsvoll. Regisseur Sai schafft es somit, selten - wenn überhaupt - gesehenes im koreanischen Kino einzuführen und das auf eine kompromisslose Art und Weise.

Neben dem düsteren Look passt sich auch der sehr intensive Soundtrack von Lee Byung-Woo bestens an. Ach ja, "Soo" ist nichts für schwache Nerven, denn es geht sehr brutal zur Sache. Bereits nach wenigen Minuten wird gezeigt, was man noch zu erwarten hat, wenn Soo mit seinem Auto über das Bein eines Typen fährt und alles explizit mit der Kamera eingefangen wird. Das tut mächtig weh, und es kommt noch dicker. Das Ende ist vergleichbar mit dem aus "Sunflower", auch wenn es hier wesentlich expliziter zugeht. Was da alles passiert werde ich hier nicht schildern, aber es ist schon reichlich derbe. Erwartet jedoch kein übermäßig großes Blutbad: so schlimm wie viele behauptet haben war es definitiv nicht.

Ein Faktor, der in diesem noch eine wichtige Rolle spielt, ist die Logik. Denn die gibt es hier nicht. Todd Brown bei Twitch hat es in seiner Review bereits geschrieben, aber es ist tatsächlich so. Soo wird dutzendfach geschlagen und aufgeschlitzt, aber er steht weiterhin auf den Beinen und teilt kräftig aus. Richtig offensichtlich wird es aber, als er sich mit steifem Bein in den Aufzug kämpft, um in der nächsten Szene wieder laufend und knieend auf den Vormarsch zu machen. Was soll das bitte? Entweder es ist ein Filmfehler, oder reine Zuschauermanipulierung mitsamt Verarschung. Es gibt noch einige weitere Kleinigkeiten, die in diese Richtung abdriften und einfach ärgerlich sind.

Was bleibt ist ein recht enttäuschender Film. Löcher im Drehbuch, unzureichende Logik, schwache Charakterdarstellungen sowie das lahme Tempo machen einen Film kaputt, dessen Grundgerüst traumhaft ist: Überzeugende, fähige Darsteller, hoher Gewaltfaktor und eine durchweg düstere Optik, gekoppelt mit absoluter Humorlosigkeit sowie einem dunklen Ton. Der Erfolg blieb an den Kinokassen leider aus, sodass "Soo" sicherlich schnell in Vergessenheit gerät. Das ist sehr schade, denn er hätte durchaus das Zeug gehabt, zu einem der kompromisslosesten und bedrückendsten Filmen aus Korea in diesem Jahr zu werden. Als Gesamtwerk schafft er es nicht, aber die Ansätze sind da. Das reicht allerdings nicht aus. 6/10