Ein ziemlich misslungenes Werk. Kein Film, zu dem mir viele Worte einfallen und dies eigentlich auch gar nicht nötig wäre, aber nachfolgend trotzdem ein paar Zeilen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich es schon geahnt habe, dass dieser Streifen nichts taugen würde. Der Trailer war bereits nur ok und wenn man dann nachgeschlagen hat, wer es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht hatte, dann konnte man Ähnliches schon erwarten. Die Story an sich wäre wirklich interessant gewesen, aber was daraus letztendlich gemacht wurde, ist ein einziger Witz. Die Handlung lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen und das auch ohne viele Worte zu verwenden. Ein Mann, der zwei Minuten in die Zukunft blicken kann und vom FBI verfolgt wird, um eine mögliche Katastrophe zu verhindern. Das wars dann eigentlich auch schon.
Ich bin mit einem gemischten Gefühl ins Kino. Einserseits bin ich aufgrund des Trailer und dem Wissen wer hinter der Kamera stand, eher negativ eingestimmt in den Saal marschiert (wo ich im Übrigen mit meiner Begleitung ganz alleine war). Aber andererseits wollte ich dem Film etwas abgewinnen, da Julianne Moore eine Hauptrolle in diesem Streifen übernommen hatte und ich von ihr schon länger qualitativ hochwertiges vermisse. Zwar gab es da kürzlich einen guten Film von ihr, aber der stammt aus der Videothekenabteilung. Im Kino ist es bereits ein Weilchen her und ich fände es wünschenswert, wenn sie demnächst endlich wieder einmal mehr in einem guten Film dabei sein würde. Auch wenn ihre Rolle kaum nennenswert ist, so war auch "Children of Men" z.B. nur ok und sicher nicht dieses überschätzte Meisterwerk, wie es von sehr vielen angesehen wird.
Darstellerisch wären alle austauschbar gewesen. Und auch wenn Julianne Moore von diesem Dreier-Team die mit Abstand Überzeugendste war, so hätte diese Figur auch locker eine unbekannte Schauspielerin übernehmen können. Das Selbe gilt auch für Nicolas Cage, der nach dem enorm unterhaltsamen "Ghost Rider" gleich in den Abgrund gestürzt ist. Sein gespielter Charaktere ist viel zu cool drauf und auch wenn es im Film sehr offensichtlich versucht wird, so scheitert man daran, so etwas wie eine Sympathie zu entwickeln. Stellenweise ist man nah dran, aber "nah dran" ist eben auch an der Sache vorbei. Selten habe ich ihn so lustlos in einem Film spielen sehen. So als ob er keinen Bock hatte und die Dreharbeiten schnellstens wieder verlassen wollte. Und zu seinem grässlichen Haarschnitt sage ich mal lieber nichts. Ich hätte mich beinahe übergeben.
Zu Jessica Biel fallen mir ebenfalls nur wenige Sätze ein. Nur so viel: ich habe sie selten so katastrophal spielen sehen, wie hier in diesem Film. Das hat mich im Grunde sehr überrascht, da sie mehrfach abseits vom Komödien-Genre in Rollen schlüpft. Aber nach dem "TCM Remake" kam so gut wie gar nichts mehr so Gutes von ihr. Oder irre ich mich da? Ich weiss nur, dass ich sie sehr gerne mag, aber qualitativ waren ihre bisherigen Filme meistens eher mager. Auch ihr Können hat deutlich nachgelassen. Konnte man im Kettensägenmassaker noch um das Überleben ihrer Figur mitfiebern, interessiert sich der Zuschauer hier kaum für ihr Wohlergehen. Sie verkörpert ihre Figur so unglaubwürdig, als ob es sich hierbei um ihren ersten Film handeln würde. Und auch wenn sie an gewissen Stellen ganz ok zu spielen scheint, so fällt das schlechte Schauspiel überwiegend auf, was ich doch ziemlich schade finde. Vor allem habe ich das komische Gefühl, dass sie nur noch Nebenrollen angeboten bekommt, die sich dann ausschliesslich auf ihr Optisches beschränken. So wird es auch in der kommenden Komödie "Chuck and Larry" sein, der hierzulande gegen Ende Jahr in den Kinos erscheinen wird. Einzig und allein der Zaubererfilm "The Illusionist" könnte eine Ausnahme sein, auf den ich noch immer sehnsüchtig warte. Jedenfalls schaffte sie es mich wieder einmal mit ihrer Optik zu begesitern, aber in einem Film ist das einfach nur eine Nebensache und nicht von Bedeutung. Das Wohlergehen ihres Charakters war mir, wie schon geschrieben, so ziemlich egal.
Um noch einmal zur Story zurückzukommen, die eigentlich nicht als Solches betitelt werden kann. Die Grundgeschichte ist ja eigentlich, dass irgendwo eine Atombombe versteckt gehalten wird, die mehreren Millionen Menschen das Leben kosten könnte. Aber seltsamerweise versucht der Film erst gar nicht darauf einzugehen. Gründe für diese Tatsache werden, wenn überhaupt, maximal angedeutet, aber wirklich schlau wird der Zuschauer nicht. Daher bleibt nach dem netten Finale eigentlich ein Gefühl der Unzufriedenheit zurück, da erstens kaum Fragen beantwortet werden und zweitens unzählige Logiklöcher auffallen, die eigentlich fast schon peinlich sind.
Und genau dieses Wort wäre auch schon der nächste Anhaltspunkt. Manche Szenen waren so dermassen übertrieben, sodass sie vor lauter Peinlichkeit wirklich nur noch zum davonlaufen waren. Zwar konnte ich darüber lachen, was mir sehr gut getan hat, aber letztendlich finde ich es schade, wenn man über "ernste" Szenen lachen und über die misslungenen Gags nur den Kopf schütteln kann. Eine ziemlich verdrehte Sache, würde ich sagen. Wenn z.B. Nicolas Cage als "Hellseher" gewissen Schüssen ausweicht, dann sieht das einfach nur dämmlich aus. Da kann man sich wirklich nur an den Kopf klopfen, bis sich eine grosse Beule bildet. Das sind aber nur ein Teil dieser gewissen "Peinlichkeiten", die im ganzen Film zahlreich vorzufinden sind.
Was die Effekte und das grosse Budget von siebzig Millionen Dollar angeht, so bleibt mir nichts anderes zu sagen, dass man überhaupt nicht zu sehen bekommt, in was das Geld gesteckt wurde. Zwar bietet der Streifen die Ein oder Andere sehr nette Actionsequenz, aber diese sind dann maximal auch nur ok und nicht mehr. Zudem sind die Effekte nicht immer die Besten und daher kommt man hinter die Tricktechnik, denn stellenweise sieht alles so künstlich aus, wie in einem Videospiel. Was mir aber vor allem aufgefallen ist, dass die Szenen die sich nachts abspielen, noch künstlicher aussehen. So als ob man sich dachte, dass wenn es dunkel ist, die schlechten Effekte weniger auffallen. Aber das misslingt vollkommen, auch wenn sie nicht ganz soo schlimm sind. Aber in Anbetracht des hohen Budgets wird dann doch eher weniger geboten.
Auch wenn ich den Streifen vollkommen zerrissen habe, so gebe ich ihm trotzdem (wenn auch nur ganz knapp) 6 Punkte, da ich einen gewissen Unterhaltungsgrad nicht abstreiten kann. Und das ist mir bei einem Film noch immer das Wichtigste, selbst wenn der Rest nicht überzeugen kann, oder zumindest einen Grossteil davon. Aber der Film ist dennoch ganz weit von einem guten seines Genres entfernt, denn wer hier so etwas wie eine Ernsthaftigkeit oder Logik erwartet, der kann sich den Kinobesuch gleich sparen (wobei man das sowieso kann. Maximal auf DVD würde da ausreichen). Aber nette Unterhaltung ist es trotzdem, dank der annehmbarer Action (wenn auch absolut unspektakulär) und den sehr vielen sehr komischen (im unfreiweilligen Sinne) Szenen, die für den Einen oder Anderen sehr heftigen Lacher sorgen.
Max. 6/10