Endlich wieder einmal mehr ein Film, wo Anthony Hopkins in der Hauptrolle zu sehen ist, und nicht wieder als Nebenfigur für ein paar Szenen auftaucht, so wie z.B. in den letzten seiner Filme "Bobby" und "Das Spiel der Macht". Zwar hat der 69-Jährige auch in "The Worlds Fastest Indian" die Hauptrolle übernommen, der gerade erst vor wenigen Monaten in die Kinos gebracht wurde, aber der Film hat mich praktisch null interessiert und obwohl ich mir im Kino vieles anschaue, habe ich mir den allerdings erspart, da ich mit keiner Überraschung gerechnet hatte. Möglicherweise werde ich mir den Film irgendwann einmal auf DVD ansehen - wenn es mich nicht irrt, dann ist diese bereits im Handel erhältlich. Umso grösser war also dann die Vorfreude auf "Fracture", oder wie er hierzulande heisst, "Das perfekte Verbrechen" - ein Filmname, der sich vom Original unterscheidet, dessen "Übersetzung" bzw. bei dem ich den deutschen Titel allerdings für angemessen halte. Immerhin wurde nicht so etwas in den Filmnamen eingebaut, wie etwa "Fracture - Ich verfolge dich, du verfolgst mich". Bei den Filmverleihern weiss man heutzutage einfach nie, was die sich einfallen lassen. Sieht man vor allem bei Horrorfilmen, welche "kreative" Filmtitel die sich einfallen lassen. Aber ich merke, ich schweife gerade ab...
Ich bin froh darüber, dass Anthony Hopkins wieder einmal nach Red Dragon, der mittlerweile schon fünf Jahre her ist, eine solche Rolle verkörpert hat, die er meiner Meinung nach einfach am besten kann. Im Kinosaal wurde zwar darüber gesprochen, so wie ich es von anderen vernommen und gehört habe, dass er wie in Hannibal sei, aber das sehe ich ganz anders. Die beiden Rollen sind unterschiedlich. Nur weil Anthony Hopkins wieder einmal den bösen Buben spielt, muss es noch lange nicht bedeuten, dass die Figur genau so ist, wie die, die ihn bekannt gemacht hat. Zumal die Handlung ohnehin völlig anders ist, als in der Kannibalen-Filmreihe.
Schauspielerisch war "Das perfekte Verbrechen" auf einem sehr hohen Niveau. Seine Performence ist fantastisch. Sehr überzeugend, glaubhaft und mit einem gewissen Etwas. Man kann nicht übersehen, dass er sich sehr mit der Rolle identifiziert hat bzw. dass es ihm Spass gemacht hat, wieder einen Fiesling zu verkörpern. Und obwohl er der Böse ist, so schafft er es bei den Zuschauern, nicht zuletzt durch sein unglaubliches Können, eine gewisse Sympathie aufzubauen. Dank den Dialogen, auf die ich gleich zurückkomme, und einem gewissen Anteil an Gags bzw. gelungenen Sprüchen, wird die Handlung "verlockert". Sie dienen dazu, dass der Film nicht in die Schiene der Langeweile gerät, denn die gibt es in diesem Film überhaupt nicht. Daher auch ein Lob an den Drehbuchschreiber, der Dialoge eingeführt hat, die wirklich genial geworden sind. Man kann es im Film einfach nahezu kaum mehr erwarten, bis sich Ryan Gosling, zu dem ich nachher gleich komme, und Anthony Hopkins treffen, um ihre Gespräche zu führen, die meiner Meinung nach so ziemlich die Höhepunkte des Filmes waren, da die Handlung letztendlich einfach nichts Besonderes war. Aber zu der komme ich gleich noch.
Zunächst einmal möchte ich nach Anthony Hopkins auch den 26-Jährigen Ryan Gosling in den Himmel loben. Ich muss zugeben, dass ich persönlich es von einem Anthony Hopkins erwarte, dass er überzeugend spielt, da man es von ihm kennt. Jedoch finde ich, dass Ryan Gosling mindestens genau so gut gespielt hat, wie er. Zum aller ersten Mal ist mir der Jüngling im Drama "The Notebook" bzw. "Wie ein einziger Tag" aufgefallen, der zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt. Daher sind die Filme von Rachel McAdams und Ryan Gosling schon beinahe Pflicht für mich. Ich verfolge einfach, was sie drehen, da alleine die beiden Darsteller Anlass genug für mich sind, mir ihre Filme anzuschauen. Mit Stay hat er dann in einem anderen Genre ebenfalls bewiesen, dass in ihm grosses Potenzial steckt und siehe da... Dieses Jahr gab es sogar eine Oscarnominierung für die beste männliche Hauptrolle in einem Film. Im Moment ein Schauspieler, der immer mehr aufsteigt und zwar in grossen Sprüngen. Vielleicht wird es, wenn er so weitermacht, nicht sehr lange dauern, bis auch er ein Goldmännchen zu sich nach Hause nehmen darf. Ich persönlich zähle die Tage, bis ich endlich in den Genuss des hoffentlich so genialen Films, wie ich ihn mir erhoffe, Half Nelson, auf den ich schon zu lange warte, komme. Mir ist es rätselhaft, dass der Streifen hierzulande noch immer keinen Kinostart hat, oder ein DVD-Release. Schliesslich sind es schon einige Monate her, als das "kleine" Filmchen in die amerikanischen Kinos gebracht wurde. Einer meiner Most Wanted Filme. Aber wie es aussieht, werde ich wohl auf eine ausländische DVD greifen müssen, sofern der Film in Italien oder Spanien schon erhältlich ist. Aber zurück zu Fracture, wo Ryan Gosling, wie schon erwähnt, auf dem selben Niveau spielt, wie Anthony Hopkins, dessen Dialoge zwar "intelligenter" und besser ausgefallen sind, aber es nichts an der Tatsache ändert, dass er nicht mindestens ebenso gut es hinbekommt, seine Figur zu spielen, denn das schafft er. Das Zusammenspiel der beiden Darsteller ist einfach genial. Der Film lebt nahezu davon, denn die Handlung stellt sich am Ende des Films leider als zu einfach heraus. Bevor ich allerdings dazu komme, noch kurz zu Ryan Gosling selbst. Die Figur ist an sich eher unsympathisch, aber durch gewisse Drehbuchideen, Dialogen und dem Können von Ryan Gosling, macht er auf den Zuschauer einen doch sehr sympathischen Eindruck, wie ich finde. Das haben sie hervorragend hinbekommen, denn obwohl es eine Figur der Art
Ich bin der Beste und kann Alles ist, was mich im Grunde immer wieder nervt, war es hier einfach anders. Die Figur ist auf ihre Weise sympathisch und durch ein paar kleine Missgeschicke wird das Ganze noch zusätzlich verstärkt.
Nun komme ich aber zu einem grossen Problem des Films, denn das hat mich persönlich unheimlich genervt. Und was wäre das? Ganz genau... Die deutsche Synchronstimme von Ryan Gosling. Er bekam eine Neue. Es war weder die vom Trailer, noch die von "Wie ein einziger Tag", sondern eine völlig Neue. Manchmal kann sowas klappen, aber seine neue Stimme ist so derart tief ausgefallen, dass es für mich doch ein kleiner Schock war, als ich ihn in seiner ersten Szene sprechen hörte. Wie gerade eben geschrieben, war sie viel zu tief. Einfach vollkommen unpassend und während des Films habe ich mich gefragt, ob es sich möglicherweise sogar um die Synchronstimme von Christian Bale handeln könnte, die er in Batman Begins und The Prestige hatte. Aber wie dem auch sei. Ich habe mich schon zu sehr an Ryan Goslings alte Synchronisation gewöhnt. Es dauerte wirklich seine Zeit, bis ich seine Neue "akzeptieren" konnte, da der Störfaktor zu hoch war. Schade, aber da lässt sich leider nichts machen. Allerdings weiss ich wirklich nicht, ob ich mir den Film noch einmal in deutscher Sprachausgabe ansehen werde. Gerne sehen würde ich ihn noch im Original, wo die Dialoge sicherlich noch sehr viel besser rüberkommen, als in der synchronisierten Version. Trotzdem... Die neue Stimme hat nichts daran geändert, dass das Können des Schauspielers fantastisch war.
Die anderen Darsteller im Film sind kaum nennenswert. Sie fallen weder positiv, noch negativ auf. Sie sind einfach da. Eine wichtigere Rolle haben zwar noch Davis Strathairn als Joe Lobruto und Rosamund Pike als Nikki Gardner, aber während Ersterer im Zusammenspiel von Anthony Hopkins und Ryan Gosling in Vergessenheit gerät, da er von den Beiden gleich in die Tiefe gestürzt wird, überzeugt unsere Dame im Film praktisch nur mit ihrem Aussehen. Rosamund spielt nicht schlecht, im Grunde sogar wirklich gut, aber kein Vergleich zu den beiden Hauptdarstellern. Zwar muss sie deren Niveau auch gar nicht erreichen, aber ihr Können kann ich dennoch nicht loben, wenn es ihre Rolle im Prinzip auch nicht wirklich zulässt, dass sie den Kinogängern zeigen kann, was in ihr steckt. In meinen Augen aber klar wieder eine Schauspielerin der Sorte, die in erster Linie durch ihr Aussehen punkten, anstatt mit ihrem schauspielerischen Talent, was ich hier leider nicht gesehen habe.
So.. Und nun zur Handlung des Films: Ted Crawford hat erfahren, dass ihn seine Frau mit einem anderen Mann betrügt. Daraufhin erschiesst er sie und wird verhaftet, nachdem er den Mord an ihr zu Hause gesteht. Allerdings scheinen die Beweise nicht ausreichend genug zu sein, denn in irgendeiner Weise ist es ihm gelungen, sämtliche Beweismittel auf Last anderer zu schieben. Willy muss nun herausfinden, was wirklich passiert ist und benötigt Beweismaterial, um Ted hinter Gittern zu bringen. Doch schafft er das auch wirklich? Und was hat eigentlich Ted Crawford genau vor? Wozu dieses ganze Spiel? ...
Meiner Meinung nach eine interessante Handlung, die einen spannenden Film verspricht. Und genau das hat der Film auch gehalten, denn der Spannungsbogen wurde immer mehr aufgedreht, bis schliesslich zum Finale, wo dann die Auflösung auf den Tisch geblättert wird. Im ganzen Film fragt man sich immer, wie er wohl ausgehen mag und eine Theorie hatte ich während dem Schauen im Kopf. Umso enttäuschter war ich dann, als sich am Ende herausgestellt hatte, dass es nicht viel anders war, als ich es mir nach 15 Minuten schon ausgemalt habe. Und genau daher hinterliess das Finale einen leider doch ziemlich unbefriedigenden Eindruck bei mir. Man verlässt den Saal, lässt den Film noch einmal im Schnelldurchlauf in Gedanken laufen und muss feststellen, dass es einfach nichts Besonderes war, wenn es um die Handlung geht. Ich habe mir einfach mehr erhofft. Mehr Rätsel in der Handlung, aber das? War mir viel zu simpel. Vor allem sehr vorhersehbar, wie ich finde. Eine Überraschung bleibt also vollkommen weg, so wie auch andere Wendungen, die man als Zuschauer nicht erwarten würde. Gab keine davon, leider. Und genau daher sehe ich dies so, dass der Film zwar enorm spannend ist, aber ganz klar von seinen genialen Darstellern und den Dialogen lebt, denn um ein Highlight zu sein, gab die Handlung einfach zu wenig her, was ich wirklich sehr schade finde.
7/10