der vergleich mit
perfect stranger drängt sich mir ein wenig auf, vielleicht gar nicht mal nur als der letzte thriller, den ich gesehen habe; und auch wenn dieser in einzelszenen deutlich mehr spannung aufbauen kann, hat
fracture mit dem hübscheren gesamtpaket dann doch die nase vorn.
spannung ist nämlich etwas, was mir ganz klar abgegangen ist. die erste hälfte wird man unterhalten einfach durch die verblüffenden tricks, die crawford aus seinem hut zaubert. die nächste, ich nenns mal, "episode", in der film verzweifelt-offensichtlich versucht, spannung aufzubauen
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(der score im krankenhaus! so brutal überzogen, dass sich auf meinem -mit sicherheit nicht angstverzerrtem- gesicht ein höchstens leicht genervtes grinsen breit macht), SPOILER ENDE
entpuppt sich dann doch eher als durchhänger. noch antiklimatischer wirds dann gegen ende. zugegeben schickt mich der film bereits zu beginn auf eine falsche fährte
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mit crawfords hobby, SPOILER ENDE
wird dann aber doch recht früh vor dem ende der finale winkelzug des films deutlich und mag nach einem hier ungenannt bleibenden film mit ashley judd einfach nicht mehr überraschen und, auch wenn (oder "weil?") ich mich im us-rechtssystem nicht so richtig auskenne, auch nicht 100%ig überzeugen.
neben dieser referenz erinnerte mich
fracture vor allem an
dial m for murder (von dessen remake
ein perfekter... (!)
mord kaum zu reden, wobei man über den auch den mantel des schweigens hüllen sollte) und auch
primal fear - vergleiche, denen das skript keinesfalls standhält.
positives gibt es aber auch zu vermelden. das cast ist natürlich ganz exquisit: hopkins, mein lieber strathairn, pike, davidtz, shaw, berkeley, gunton... haufenweise bekannte gesichter, die ihren job zwar nicht erwähnenswert großartig machen, aber positiv zum gesamtpaket beitragen. ja, auch hopkins: wie immer sehr schön böse (sein lecter ist einfach inzwischen teil der pop culture, mit dessen erbe er auch umzugehen weiß), garniert mit augenzwinkernden pointen (sein spiel im gerichtssaal, als er sich lieber mit seinem hobby beschäftigt - eine schau!), aber sowas darf man inzwischen erwarten, wenn man den namen "hopkins" hört und überrascht oder versetzt mich jetzt nicht allzu sehr in verzückung.
gosling ist da schon ne andere geschichte. natürlich nun auch schon länger als das "next big thing" gehandelt, spielt aber ausgesprochen gut und in seiner spielfreude den routinierten hopkins durchaus an die wand. vielleicht wegen der erinnerung an
primal fear konnte ich mich einer gewissen assoziiation mit edward norton (den hätt ich mir schon gut als beachum vorstellen können) nicht erwehren und nachdem der ja leiderleider, wir wollen es nicht hoffen, aber irgendwie gerade nen kleinen bis erschreckend großen karrierehänger hat: warum nicht gosling zum "the next big thing" aka "the next edward norton" erklären? wenn norton nicht bald mal wieder was absolut grandioses zustande bringt, das seinen weg sogar bis ins kino schafft (

), ist der titel des besten schauspielers seiner generation ja wieder zu haben... (wobei mir gerade auffällt, dass zwischen norton und gosling doch ein paar jährchen liegen, aber der vergleich gefällt mir so gut und deshalb bleibt er

)
neben der schauspielerischen leistungen, über die ich nicht meckern kann und will, ist mir die kamera bereits schon in den ersten 5 minuten und dann den ganzen film über überaus positiv aufgefallen, sehr schön das ganze. auch was sie photographieren durfte, die ausstattung des films, kann sich sehen lassen. die wahl der farben war auch noch nett. prinzipiell auch sehr schön ist der score, eine hübsche mischung aus modern und klassisch; an manchen stellen aber zu viel des guten und daher schon wieder unpassend. ach ja, die stylish-schlichten opening credits möchte ich noch erwähnen.
alles in allem eine halbwegs runde sache, die man schon anschauen kann, aber wahrlich nicht das rad neu erfindet und man daher keinesfalls anschauen muss.