American Psycho
(USA / Kanada 2000)
mit Christian Bale, Jared Leto Bill Sage, Reese Witherspoon und Willem Dafoe
Handlung:
New York in den 80ern: Patrick Bateman ist ein markenbewusster, erfolgreicher junger Wall-Street-Broker mit sündhaft teurem Appartment, geschmackvoller Designer-Garderobe, Fitness gestähltem Körper, eleganter Vorzeige-Verlobten und williger Geliebten. Nur wenige Wermutstropfen trüben sein perfekt anmutendes Hochglanz-Dasein: Unnötige Störungen beim obligatorischen ****konsum auf dem Klo einer In-Disco etwa oder erfolgsverwöhnte Bekannte, die nicht nur die gelungenere Visitenkarte vorweisen, sondern zudem - im Gegensatz zu ihm - einen Tisch im gefragtesten Edelrestaurant der Stadt ergattern.
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In dieser Welt des schönen Scheins unterscheidet sich Bateman vielleicht nur in einer Hinsicht von seinen austauschbaren Yuppie-Freunden: Er ist ein sadistischer Serienmörder! Mit Vorliebe quält er Frauen, aber auch ein Obdachloser oder sein Kontrahent Paul Allen fallen ihm zum Opfer. Zwar ruft Allens Verschwinden Detective Donald Kimball auf den Plan, doch auch er scheint den American Psycho in Bateman nicht zu erkennen, obwohl der Yuppie mittlerweile immer unverblümter Amok läuft. Oder existieren die blutigen Metzeleien vielleicht nur in Batemanns kranker Phantasie? SPOILER ENDE
Kritik:
Für die Rolle des Patrick Batemans hätte man keinen passenderen Schauspieler als Christian Bale (Shaft) finden können. Er strotzt geradezu vor Arroganz und Selbstsicherheit. Zunächst sollte Leonardo DiCaprio diese Rolle spielen. Der wäre aber garantiert die falsche Wahl gewesen. Willem Dafoe (Platoon) ist als Detective nur in kurzen Stücken zu sehen und kann deshalb auch keine allzu großen Argumente setzen. Reese Witherspoon (Eiskalte Engel) spielt Batemans Verlobte und nervt gelegentlich etwas. Da kann man es schon durchaus verstehen, warum sich Bale dann mit Samantha Mathis (The Punisher) vergnügt. Auch sie ist nur ab und zu im Bild. Und Ex-Cameron Diaz-Popper Jared Leto (Fight Club) sieht in manchen Szenen Bale zum Verwechseln ähnlich, wird aber von diesem schon bald einen Kopf kürzer gemacht.
Die gleichnamige Buchvorlage zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis beschreibt u.a. perverse Details wie das Einführen einer ausgehungerten Ratte in die Vagina einer Frau und Oralsex mit einem abgetrennten Frauenkopf. Wegen solcher Details stand der Roman auch zeitweilig auf dem Index. In Deutschland wurde der Roman in Lesungen ausgerechnet von Harald Schmidt interpretiert, der es sichtlich genoss, in Metzelritualen eines Yuppies zu schwelgen.
Zwar ist der Film nicht so brutal geraten wie im Buch und hat sogar eine Freigabe ab 16 bekommen, doch durch den schwarzen Humor und den scharfen politischen Unterton ist der Film alles andere als harmlos.
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Wie es sich für das prüde Amerika gehört erregten nicht die Mordszenen Aufsehen in den Medien, sondern eine unspektakuläre Sexszene zwischen Bateman und zwei NuttenSPOILER ENDE.
Mit einer Interview-Aussage hat Autor Bret Easton Ellis jedoch völlig Recht: "Ganz Amerika ist ein Ort der Langeweile und des Stumpfsinns. Amerikaner unterhalten sich ständig über berühmte Leute wie Models und Schauspieler - was sie tun, wie sie aussehen und wie man selbst berühmt werden könnte!" Wer hier eine Bestätigung braucht, sollte sich ab und zu mal MTV ansehen, wo irgendwelche Leute von Stars a'la Brad Pitt, Jennifer Lopez und Britney Spears schwärmen, als wenn sie kein eigenes Leben hätten. Unter anderem wird auf MTV auch manchmal ein Beitrag über ein blondes Dummchen namens Sha gesendet, was sich die Brüste nur hat vergrößern lassen, weil sie so wie Pamela Anderson und für den Playboy geknipst werden will. Demnach hat Ellis mit seiner Aussage nicht allzu Unrecht.
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Doch kommen wir wieder zum Film zurück. An sich ist "American Psycho" ein gelungenes Werk an Spannung und Inhalt, jedoch hat der Film auch seine Strecken, die zu Langeweile führen können. Action gibt es hier nicht viel und das muss es auch nicht. Die Action wird darum durch ein großes Potential an Spannung ersetzt. Einige Szenen sind auch wirklich gut geraten. Nachdem Bateman zwei Polizisten und ein paar andere Leute getötet hat, bekommt er einen Heulkrampf und beichtet alles seinem Anwalt. Hier denkt man, dass Bateman endlich geschnappt wird. Dem ist aber nicht so. Jedoch agiert Bateman hier wie viele andere Psycho-Killer auch. Nachdem sie geschnappt werden, wollen sie was Besonderes sein. So auch Bateman, der hier am Telefon mit seinen Morden angibt. Ab und zu huldigt "American Psycho" auch anderen Slasher-Movies. In einer Szene läuft "The Texas Chainsaw Massacre" im TV. Später geht Bateman dann wie Leatherface mit einer Kettensäge auf eine Nutte los. Und während Batemans Flucht vor der Polizei erklingt eine Melodie, die etwas an die Titel-Melodie von "Psycho" erinnert.SPOILER ENDE
Im Endeffekt ist "American Psycho" also ein gelungener Psycho-Thriller und kein Slasher-Movie, für das in manche Leute halten. Einen Großteil der Filmqualität tragen vor allem Christian Bale und die anderen guten Darsteller bei.
9/10 80er Jahre Hits